Wenn’s sonst keiner macht

Posted November 8, 2009 by Andreas Pischner
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…dann durchsuche ich eben die Day-1-Standings vom GP Paris nach „DEU“, „AUT“ und „CHE“ und liste die Ergebnisse auf. Ich habe mir gleich die zehnte Runde vorgenommen – wer 21 Punkte oder mehr aufweist, hat offensichtlich den Cut nach der neunten Runde geschafft. Da wir (Groß-)deutschen doch recht zahlreich vertreten waren, ist diese Liste zu lang, um sie direkt hier zu posten, also verlinke ich sie besser:

Die Punktestände der Deutschen, Österreicher und Schweizer nach Runde 10

24,4% unserer Spieler haben also den zweiten Tag erreicht – das ist ganz ordentlich, denke ich! Zum Vergleich: Bei den Niederländern waren es 23,5%; bei den Belgiern 11,6%. (Insgesamt wurde das Feld auf 12,34% reduziert, aber einen höheren Wert als diesen sollte man schon erwarten, da der Hauptteil des Feldes natürlich aus lokalen Gelegenheitsspielern besteht.)

Bedenklich finde ich allerdings die Listen der nach Runde 9 ungeschlagenen Decks – das sind SECHS rot-schwarze Decks (die doppelt gepostete Liste natürlich nur einmal gezählt), eine grün-schwarze und eine blau-weiß-schwarze. Und wenn man dann noch die zusätzliche zehnte Runde berücksichtigt, bleiben vier Listen übrig, und die sind ALLE rot-schwarz. Deutlicher kann man dieses Format wohl nicht beschreiben, denke ich… und das ist SEALED, wohlgemerkt!

Witzig finde ich ja die überlieferten Kommentare von Nico Bohny, der mit seinem RB-Aggrodeck nach 3 Byes 6-1 gegangen ist:

“It’s kind of strange. I have played lots of Sealed online, but I’ve never been black/red. In Sealed, I usually like running a green deck with splashes.”

“Well, who would’ve guessed the deck really is that good?”

“There really are some draft decks, in which Mindless Null is better than Giant Scorpion. Hard to believe but true.”

Tja – sieht so aus, als würde unser Level-5-Pro so langsam auch in der Realität von Zendikar Limited ankommen!

Generische Pickrangfolgen (und Arbeitsnachweis)

Posted November 5, 2009 by Andreas Pischner
Categories: Listen

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Ich vergesse mit unschöner Regelmäßigkeit immer wieder meine „Arbeitsnachweise“, womit bewiesen sein sollte, dass ich bei Weitem nicht so gut zum Selbstdarsteller tauge, wie manche behaupten. Also: Ich habe schon vor einiger Zeit auf dem Planeten eine vierteilige Reihe zum Zendikar-Draft verfasst. Wie einige Kommentare dazu beweisen, war ich dort mit meinen Erkenntnissen für viele ein paar Wochen zu früh dran, aber unterdessen sind meine Ansichten eigentlich bereits als Mainstream einzustufen. Hier sind die Links:

Teil 1

Teil 2

Teil 3

Teil 4

In diesem Zusammenhang ist mir ein Phänomen aufgefallen: Wer über Draft schreibt, neigt dazu Pickrangfolgen entweder auszuklammern (mea culpa!) oder, wenn er sie benutzt, durch unzählige Relativierungen zu verwässern. Nun sollte sich eigentlich in der Community herumgesprochen haben, dass man im konkreten Fall natürlich immer eine Reihe von Umständen berücksichtigen muss, wenn man seine Pickentscheidungen trifft, anstatt sich sklavisch an eine Bewertungsskala zu klammern (auch wenn man einmal pro Artikel immer wieder daran erinnern sollte, denn schließlich könnte man ja auch von Draftneulingen gelesen werden), aber macht das Rangfolgen überflüssig? Mitnichten! Wenn schon sonst nichts, sind sie doch zumindest immer ein notwendiger Maßstab beim Lesen und Geben von Signalen. Doch auch ansonsten ist eine Einschätzung der Kartenstärke im Vakuum immer die Grundlage für die Pickentscheidung. Von ihr ausgehend modifiziert man dann den Stellenwert der Karte für das angestrebte Deck auf Grund all dieser anderen wichtigen Faktoren, aber sie ist zunächst einal das Grundgerüst!

Nun habe ich mich gefragt, was Kartenstärke „im Vakuum“ denn eigentlich bedeutet! Natürlich befinden sich Karten niemals im Vakuum (außer vielleicht bei Decks vom Grad 1 – mir fällt gerade auf, dass ich meine Liste seit damals gar nicht mehr upgedatet habe; da wurde ich wohl traumatisiert!), aber offensichtlich geht man von einigen allgemeinen Bedingungen aus, unter denen sie ihre Stärke entfalten. Für Zendikar-Drafts will ich einmal versuchen, diese Bedingungen zu definieren:

Man befindet sich in der ersten Boosterrunde, aber nicht im allerersten Pack (da würde es keinen Sinn ergeben, weniger attraktive Picks miteinander zu vergleichen), sondern irgendwo mitten im Booster. Man hat sich bislang nur auf eine Farbe festgelegt, geht aber bis auf Weiteres davon aus, zweifarbig zu draften, ohne allerdings die Option auf ein einfarbiges Deck bereits auszuschließen. Dabei wird die bereits feststehende Farbe zumindest als vollwertige Nebenfarbe eingeplant, aber nicht zwingend als Hauptfarbe. Man besitzt noch keine besonderen Synergien und keine ausgesprochenen Schlüsselkarten für bestimmte Strategien oder Archetypen und hat auch bislang noch keinen untypischen Mangel oder Überschuss an Karten mit einer bestimmten Funktion (Kreaturen, Removal, billige Sprüche etc…) feststellen können. Man kennt keine Präferenzen seiner Nachbarn und hat keine auffälligen Signale gegeben oder gelesen, mit Ausnahme derer bezüglich der betrachteten Farbe, die man als für sich frei annimmt und entsprechend nach hinten als belegt markieren will. Weiterhin geht man ohne besondere Präferenzen in den Draft, die sich nicht aus dem allgemeinen Verständnis des Metagames ergeben. Die bisherigen Booster waren alle typisch im Hinblick auf farbliche Verteilung und Powerlevel.

Unter diesen Umständen vergleicht man zwei Karten derselben Farbe miteinander und fragt sich, welche einem vermutlich nützlicher sein wird. Dieser Nützlichkeitsvergleich wird der Einfachheit halber als transitiv angenommen (dies ist in der Realität nur annähernd der Fall, da man durch das Weitergeben der Karten prinzipiell in ein der Mexikanischen Würfelei ähnliches Dilemma geraten könnte), was einem wiederum gestattet, alle Karten dieser Farbe als geordnete Menge zu beschreiben – und das ist unsere generische Pickrangfolge!

Damit das Ganze nicht in theoretischer Trockenheit verbleibt, gebe ich auch gleich meine generischen Pickrangfolgen für die Zendikar-Commons jeder Farbe an, wobei ich das farblich passende Land, sowie sämtliche Artefakte in jede Farbe integrieren will. Beachtet bitte, dass ich unter den von mir definierten Umständen prinzipiell immer ein aggressives Deck anstrebe und von dieser Herangehensweise erst abweiche, wenn besondere Umstände eintreten, weil eine aggressive Ausrichtung des eigenen Decks in diesem Environment nun einmal der Default ist. Habe ich den Draft mit starken, auf Kontrolle ausgerichteten Uncommons eröffnet, oder habe ich Grund zu der Annahme, dass der Versuch, ein monofarbiges Deck zu draften am erfolgversprechendsten ist, weichen meine Präferenzen von dieser generischen Rangfolge teilweise natürlich erheblich ab!

WEISS:

1. Journey to Nowhere
2. Kor Skyfisher
3. Kor Hookmaster
4. Steppe Lynx
5. Cliff Threader
6. Kor Sanctifiers
7. Kor Outfitter
8. Hedron Scrabbler
9. Adventuring Gear
10. Nimbus Wings
11. Explorer’s Scope
12. Shieldmate’s Blessing
13. Stonework Puma
14. Makindi Shieldmate
15. Ondu Cleric
16. Bold Defense
17. Pillarfield Ox
18. Spidersilk Net
19. Kor Cartographer
20. Expedition Map
21. Narrow Escape
22. Noble Vestige
23. Caravan Hurda
24. Kabira Crossroads
25. Sunspring Expedition

SCHWARZ:

1. Disfigure
2. Hideous End
3. Vampire Lacerator
4. Surrakar Marauder
5. Guul Draz Vampire
6. Crypt Ripper
7. Blood Seeker
8. Heartstabber Mosquito
9. Hedron Scrabbler
10. Adventuring Gear
11. Explorer’s Scope
12. Nimana Sell-Sword
13. Stonework Puma
14. Hagra Crocodile
15. Mindless Null
16. Giant Scorpion
17. Vampire’s Bite
18. Grim Discovery
19. Soul Stair Expedition
20. Spidersilk Net
21. Expedition Map
22. Bog Tatters
23. Mire Blight
24. Piranha Marsh
25. Desecrated Earth

GRÜN:

1. Oran-Rief Survivalist
2. Nissa’s Chosen
3. Grazing Gladeheart
4. Vines of Vastwood
5. Harrow
6. Timbermaw Larva
7. Hedron Scrabbler
8. Mold Shambler
9. Oran-Rief Recluse
10. Territorial Baloth
11. Savage Silhouette
12. Stonework Puma
13. Adventuring Gear
14. Explorer’s Scope
15. Expedition Map
16. Spidersilk Net
17. Joraga Bard
18. Zendikar Farguide
19. Vastwood Gorger
20. Scythe Tiger
21. Khalni Heart Expedition
22. Turntimber Grove
23. Tangle Sap
24. Relic Crush
25. Beast Hunt

BLAU:

1. Welkin Tern
2. Umara Raptor
3. Windrider Eel
4. Into the Roil
5. Whiplash Trap
6. Hedron Scrabbler
7. Adventuring Gear
8. Reckless Scholar
9. Stonework Puma
10. Explorer’s Scope
11. Caller of Gales
12. Paralyzing Grasp
13. Soaring Seacliff
14. Tempest Owl
15. Sky Ruin Drake
16. Kraken Hatchling
17. Ior Ruin Expedition
18. Expedition Map
19. Cancel
20. Lethargy Trap
21. Spell Pierce
22. Spidersilk Net
23. Shoal Serpent
24. Spreading Seas
25. Trapfinder’s Trick

ROT:

1. Burst Lightning
2. Plated Geopede
3. Goblin Shortcutter
4. Bladetusk Boar
5. Magma Rift
6. Highland Berserker
7. Torch Slinger
8. Ruinous Minotaur
9. Slaughter Cry
10. Spire Barrage
11. Hedron Scrabbler
12. Adventuring Gear
13. Explorer’s Scope
14. Stonework Puma
15. Goblin Bushwhacker
16. Shatterskull Giant
17. Teetering Peaks
18. Goblin War Paint
19. Tutuk Grunts
20. Molten Ravager
21. Spidersilk Net
22. Seismic Shudder
23. Expedition Map
24. Zektar Shrine Expedition
25. Demolish

Veränderungen seit meinen Artikeln: Ich nehme frühe Drops unterdessen NOCH ein wenig höher, weil sie immer schwieriger zu bekommen sind (Ausnahme: Caller of Gales, den man einfach immer spät kriegt). Dementsprechend ist das Equipment ein wenig abgerutscht (auch wieder, weil frühe Drops schwieriger zu bekommen sind). Spire Barrage nehme ich deutlich später, weil ich offensichtlich Ruinous Minotaur und Magma Rift höher bewerte als andere Drafter und demenstprechend irgendwie immer mehrere davon im Pool habe, was die 5-Mana-Sorcery unattraktiv macht. Auch der Shatterskull Giant rutscht deswegen noch weiter ab, weil die Manakurven meiner roten Decks immer extrem niedrig sind, und weil Bladetusk Boar den 4er-Slot fest im Griff hat. Expeditions sind in meiner Wertschätzung allgemein noch etwas gesunken, weil sie im Lategame gelegt schlecht sind, an Stelle eines frühen Drops gespielt aber sogar noch schlechter. Alles andere sind eher marginale Verschiebungen. Beachten muss man natürlich, dass die Wertigkeiten der Artefakte relativ zueinander auch abhängig von der Farbe, die man draftet, ist. Ach ja: Allies drafte ich teilweise etwas höher, als ich sie spielen will, um keine falschen Signale zu geben bzw. Ally-Drafter aus meiner Farbe herauszuhalten. Das gilt teilweise auch für teure Kreaturen (Sky Ruin Drake, Vastwood Gorger), die als besonders späte Picks von meinen Hinterleuten nicht fälschlicherweise als Signale gedeutet werden sollen.

30,34%

Posted November 4, 2009 by Andreas Pischner
Categories: Decklisten

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Dass das Online-Drafttool von Le Bestiare einige Mängel hat (und welche) habe ich ja bereits ausführlich dargelegt, ebenso wie seinen trotzdem vorhandenen Nutzen. Insbesondere Karten- und Deckbewertung sind offensichtlich komplett für den Arsch, aber WIE sehr für den Arsch, das entsetzt mich gelegentlich dann doch! Manchmal frage ich mich ernsthaft, ob diese komischen Prozentbewertungen nicht vielleicht um so schlechter ausfallen, je besser man draftet (aber vorsicht: Das ist keine bijektive Beziehung!) – das ergibt sogar Sinn, wenn man davon ausgeht, dass man als guter Drafter natürlich die von der KI zu niedrig bewerteten Karten aufschnappt.

Diesmal jedenfalls wurde der Vogel mit einer Kanone Kaliber Death Star abgeschossen! Folgender Kartenpool wurde von Le Bestiare mit meinem bisherigen Negativrekord von 30,34% bewertet (zur Erinnerung: 100% befördern einen Drafter in den „Expert Mode“ – in den man aber auch mit einem stellaren Limited-Rating von über 1620 gelangt):

1 Blood Seeker
1 Grim Discovery
3 Guul Draz Vampire
1 Surrakar Marauder
1 Vampire Nighthawk
2 Goblin Bushwhacker
5 Goblin Shortcutter
1 Hellfire Mongrel
1 Inferno Trap
2 Magma Rift
2 Mark of Mutiny
1 Ruinous Minotaur
2 Seismic Shudder
3 Slaughter Cry
1 Bold Defense
1 Brave the Elements
1 Pillarfield Ox
1 Caller of Gales
1 Lethargy Trap
1 Quest for Ancient Secrets
1 Windrider Eel
2 Beast Hunt
1 Nissa’s Chosen
1 Savage Silhouette
1 Scythe Tiger
1 Hedron Scrabbler
1 Akoum Refuge
1 Forest
1 Mountain
1 Soaring Seacliff
1 Swamp
1 Teetering Peaks

Daraus lässt sich dann folgendes Deck basteln:

3 Guul Draz Vampire
2 Goblin Bushwhacker
5 Goblin Shortcutter
1 Surrakar Marauder
1 Blood Seeker
1 Hedron Scrabbler
1 Hellfire Mongrel
1 Vampire Nighthawk
1 Ruinous Minotaur
2 Magma Rift
2 Mark of Mutiny
3 Slaughter Cry
1 Akoum Refuge
7 Mountain
8 Swamp
1 Teetering Peaks

(Ja, richtig, die Inferno Trap lasse ich im Sideboard.)

Ich glaube übrigens, ich habe sämtliche Seismic Shudder gehatet, die ich zu sehen bekam. Und ich weiß ja nicht, wie es Euch geht, aber ich würde mich mit diesem Deck in jede Pro Tour Top 8 trauen!

All that’s wrong with Duals and Fetchies

Posted November 4, 2009 by Andreas Pischner
Categories: Decklisten

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Ich stieß darauf, als ich gerade überflüssige Karten aus meiner Sammlung aussortieren wollte und ein paar Manabasen entwarf um einzuschätzen, mit welchen Ländern ich welche Möglichkeiten abdecken konnte (und Endijian hat letzlich doch Recht behalten; die M10-Länder bieten nicht genügend Eigenständigkeit oder Nutzen für einen Casualspieler):

Das Ding aus einer anderen Welt! (siehe unten)

Es ist einfach… FALSCH. Und nein, das Problem ist gewiss nicht der Powerlevel (es ist auch nur ein hastiger, ungetuneter Entwurf zu Demonstrationszwecken). Wenn Ihr nicht seht, was an diesem Deck einfach nicht STIMMT, dann seid Ihr offenbar bereits noch tiefer in diese merkwürdige Magic-Paralleldimension gerutscht als ich…

4 Swords to Plowshares
4 Brainstorm
4 Counterspell
2 Disenchant
4 Life Burst
2 Forbid
4 Wrath of God
4 Fact or Fiction
2 Paradigm Shift
1 Trade Routes
1 Crucible of Worlds
1 Zuran Orb
1 Scroll Rack
4 Volcanic Island
4 Plateau
3 Steam Vents
3 Sacred Foundry
4 Arid Mesa
4 Scalding Tarn
2 Flooded Strand
2 Valakut, the Molten Pinnacle