Achievements – oder: Wenn Magic ein Browser-Game wäre

Posted Juli 4, 2009 by Andreas Pischner
Categories: Allgemeines

Spielt Ihr manchmal Flashgames? Ich mache das ganz gerne mal und kann Euch auch ein paar davon empfehlen.

Einige dieser Spiele geben einem nicht nur die Gelegenheit, das Spiel selbst zu “lösen”, sondern auch zusätzlich sogenannte “Achievements” zu erwerben, die man erhält, wenn man ganz bestimmte Dinge tut, innerhalb des Spiels selbst oder drumherum (so wie zum Beispiel die Seite des Sponsors besuchen oder eigene Level zu erstellen). Manchmal erlauben einem diese Achievements wiederum, zusätzliche Level zu spielen, die durch sie freigeschaltet wurden.

Ein bisschen erinnert mich das Ganze an diese Heftchen, die ich als Kind einmal hatte, und in denen man ankreuzen sollte, was man alles beim Spielen gesehen hatte, so zum Beispiel bestimmte Automodelle oder Vogelarten. (Ein Hilfsmittel für Eltern, die ihre Kinder aus dem Kinderzimmer bekommen wollten, nehme ich an…) Die meisten Kreuzchen waren schnell gemacht, aber natürlich gab es immer ein paar besonders schwierige Aufgaben.

Wie könnten solche Aufgaben bei Magic aussehen? Ach, ich habe ja so lange keine Umfrage mehr gemacht, also machen wir es so: Kreuzt Eure Achievements einfach an!

Gelinkt

Posted Juli 2, 2009 by Andreas Pischner
Categories: Ein Platz für Andi

Tags: , , , , , , , ,

Es ist ja schon ein wenig länger her, da habe ich eine weitere Draftanalyse verfasst, diesmal zu dem äußerst bemerkenswerten Top-8-Draft von Brian Kibler.

Der Grund, warum ich diesen “Arbeitsnachweis” jetzt erst führe ist der, dass ich jeden Tag mit der Veröffentlichung eines anderen Artikels von mir gerechnet habe, der tatsächlich sogar noch ein paar Wochen älter ist, aber immer wieder nach hinten verschoben wurde, weil andere Texte halt aktueller waren: Casual auf Rezept. Wer ebenso wie ich festgestellt hat, dass manche Decks einfach mehr Spaß zu spielen machen als andere, und sich gefragt hat, woran das liegt, sollte ihn interessant finden.

Dann möchte ich ab und zu immer mal wieder darauf hinweisen, dass ich noch zwei weitere Blogs führe: Auf Ein Platz für Andi ist zur Zeit etwas weniger los (das soll sich aber wieder ändern), doch wer meine Tollen Kurzgeschichten ™ noch nicht kennt, findet dort vielleicht trotzdem viel Interessantes!

Wer hingegen mehr Interesse an Pischnerschen Meinungsäußerungen hat, sollte auf jeden Fall regelmäßig bei Andis Andersartige Ansichten vorbeischauen – schließlich liest man ja unter vielen Road Trips und ähnlichen Texten, die auf Magicseiten veröffentlicht werden, immer wieder Kommentare wie “endlich mal was anderes als immer dieses Magic-Gedöns”!

Wisst Ihr, ich zumindest erwarte auf Magic-Seiten auch tatsächlich Texte mit Magic-Bezug, und andere Texte wiederum auf (…Trommelwirbel) anderen Seiten! So wie AAA zum Beispiel eben. Aber ich bin da wohl merkwürdig.

Eine Totgeburt

Posted Juni 30, 2009 by Andreas Pischner
Categories: Allgemeines

Tags: , , , , , , ,

Der MiDi reminisziert auf dem Planeten über die gute alte Magic-Bundesliga, an die ich auch noch viele Erinnerungen habe. Prompt wird wieder darüber diskutiert, ob und wie man diese wiederbeleben könnte.

Leute: VERGESST ES! Was immer an anfänglichem Enthusiasmus vorhanden sein mag, wird sich in kürzester Zeit wieder verlaufen.

Die Zeiten haben sich geändert: Die Liga wurde damals nicht zuletzt aus dem Bedürfnis geboren, mehr Magic zu spielen – es gab einfach zu wenige Turniere! Heute ist die Situation umgekehrt: Wo immer sich genügend Spieler für ein Liga-Team zusammenfinden könnten, gibt es aller Wahrscheinlichkeit nach auch wöchentliche Turniere. Darüber hinaus finden erheblich mehr PTQs statt als früher (dank dem 1-Slot-System) – ach ja, und an Stelle des einen, großen Prereleases pro Vierteldeutschland, wie es damals üblich war, gibt es heute in jedem Kuhkaff ein Prerelease und dann auch noch eine Launch Party. Und Magic Online gab es früher natürlich auch noch nicht.

Damals war die Magciszene nach Turnieren ausgehungert – heute ist sie übersättigt!

Ich will gar nicht erst über den logistischen Albtraum nachdenken, Ligatermine um PTQ- und Prerelease-Termine herum zu oganisieren (von anderen Turnierterminen wie Iserlohn & co. einmal ganz abgesehen). Doch selbst, wenn das gelänge: Wer glaubt denn wirklich, dass die Mitglieder der Teams sich auf diese Weise praktisch JEDES Wochenende mit Magic dichtmachen? Stichwörter: Real Life? Reality Check? Oder sollen die Spieler Liga AN STELLE von PTQs spielen?

Zusätzliche regelmäßige Termine für eine Magicliga sind eine Totgeburt, und niemand sollte den Fehler machen, in ihre Planung Zeit oder Mühe zu investieren.

Das einzige, was funktionieren könnte, wäre ein System von einigen wenigen großen Turnieren. Eine Art regionale Team-Meisterschaft also. Man könnte bespielsweise als Turnierstandorte Hamburg, Hannover, Berlin, Leipzig, Essen, Köln, Frankfurt, Stuttgart, Nürnberg und München festlegen. Dann würden die Top 4 Teams dieser Turniere zu einem finalen Turnier eingeladen.

Das wäre organisatorisch bereits knifflig genug, aber es erscheint mir gerade noch machbar. Eine Rückkehr zur alten Liga mit einem Dutzend oder auch nur einem halben Dutzend Spieltage pro Jahr hingegen ist völlig utopisch! Dafür kriegen Magicspieler ihren Arsch nicht hoch – ein- oder zweimal vielleicht, aber gewiss nicht regelmäßig, und schon gar nicht zusätzlich zu den ganzen anderen Turnierterminen.

Ich habe meine eigenen Erfahrungen damit gemacht, was es bringt,  Verpflichtungen bereits im Vorfeld detailliert abzuklären: Gar nichts bringt es! Diese Frustration sollten sich potenzielle Organisatoren besser ersparen.

Traumatize + Haunting Echoes!

Posted Juni 29, 2009 by Andreas Pischner
Categories: Allgemeines

Tags: , , , , ,

Seit bekannt ist, dass diese beiden Karten sich in M10 befinden, reden sich überall auf der Welt Magicspieler mit Ahnung vergebens den Mund fusslig, um Magicspieler ohne Ahnung davon zu überzeugen, dass diese Kombination in keinem einigermaßen ernsten Umfeld etwas taugt. Ich will auch noch einmal mein Bestes geben:

Wenn es gelingt, diese Kombo anzubringen, dann sind die zukünftigen Optionen des Gegners zwar extrem limitiert, da seine Bibliothek aller Wahrscheinlichkeit größtenteils bis ausschließlich nur noch aus Standardländern besteht und möglicherweise (falls er davon nur wenige spielt) auch sehr klein ist, so dass er bald den Decktod stirbt. Auf die Spielsituation und seine aktuellen Handkarten nimmt man jedoch damit keinerlei Einfluss.

Einzeln gespielt sind diese Karten weitestgehend nutzlos (Haunting Echoes) oder nutzlos bis unter Umständen sogar hilfreich für den Gegner, falls er mit Unearth etc… spielt (Traumatize). Es muss also unbedingt die Kombo gelingen.

Weder Traumatize noch Haunting Echoes sind Cantrips, also kosten sie einen jeweils einen kompletten Draw Step. Darüber hinaus nehmen sie einen Platz im “Business”-Teil des eigenen Decks ein (vereinfacht kann man annehmen, dass ca. 40% eines Decks Manakarten sind, und der Rest “Business” darstellt) und reduzieren somit erheblich die Optionen, sich gegen den Gegner zu verteidigen.

Beide Sprüche kosten jeweils 5 Mana, was sie in den ersten Runden des Spiels nutzlos macht (sie stellen also sozusagen “virtuelle Mulligans” dar) und außerdem bedeutet, dass man, wenn man sie schließlich spielt, realistisch davon ausgehen muss, sein gesamtes Mana dafür aufzubrauchen.

Insgesamt also ist das Mindeste, was man in diese Kombo investiert, der Gegenwert von zwei Zügen, komplett mit Draw Step und Untap Step. Während dieser Züge, und selbst nach (hoffentlich) erfolgreichem Abschluss der Kombo, unternimmt man nichts, um sich gegen Boardposition und Handkarten seines Gegners zu verteidigen.

Man setzt also effektiv zwei Züge aus und investiert darüberhinaus zwei Business-Karten, die nicht mit Permanents oder Handkarten des Gegners tauschen (Kartennachteil)!  Sicher: Als Belohnung dafür zieht dieser Gegner für den Rest des Spiels nichts Brauchbares mehr. Aber wie lange wird dieses Spiel dann wohl noch dauern, und wer wird es wohl gewinnen?

Dabei gehe ich bereits optimistischerweise davon aus, dass man auch tatsächlich beide Teile seiner Kombo findet, was entweder Glück oder zusätzliche Investitionen (in Tutoren etc…) bedeutet. Zwei Traumatize ohne Echoes sehen zwar beeindruckend aus, bewirken aber gar nichts, und mehrere Echoes sind nahezu redundant. Und natürlich darf der Gegner nicht countern oder einem einen Teil der Kombo discarden oderoderoder… (Das ist deswegen ein besonderes Problem, weil es genügt, eine der beiden Karten zu neutralisieren, um beide nutzlos zu machen.)

Falls jemand Schach spielt: Vielleicht hilft demjenigen, besser zu verstehen, warum teure Karten, die nicht unittelbar Einfluss auf die Spielsituation haben, “unspielbar” sind (ein Begriff, auf den viele selbsternannte “Funspieler” allergisch reagieren), wenn er sich Folgendes klarmacht:

Eine Karte und das Mana eines ganzen Zuges ohne sofortigen Gegenwert auszugeben, das ist im Mittelspiel von Magic genau so, als wenn man im Mittelspiel einer Partie Schach einen Zug aussetzt! Das wird man in der Regel nur dann überstehen, wenn der Gegner ebenfalls so freundlich ist, einen Zug auszusetzen, und so etwas passiert in einem kompetetiven Umfeld nicht.

Der erste und wichtigste Merksatz, den ich in der Magic University benutzt habe, lautet:

Der Gegner versucht auch zu gewinnen.

Und das bedeutet, dass er nicht tatenlos zusieht, während man an sich herumspielt, sondern die Gelegenheit nutzt, einem den K.O. zu verpassen. Vielleicht ist man ja noch in der Lage, den einen oder anderen Schlag einzustecken, bevor man zu Boden geht, aber dann sollte man sich besser nicht nur mit Eierkraulen beschäftigt haben, sondern mit dem Ziehen einer großkalibrigen Schusswaffe!