Quo Vadis, Magic Universe?

Wie der Titel bereits verrät, ist von dieser Seite hier die Rede.

Es ist jetzt etwas über einen Monat her, dass das Klingbeil-Desaster auf Magic Universe passierte; gut drei Wochen, dass ich mich entschieden habe, dort nicht mehr als Kolumnist tätig zu werden. Das muss als Zeit für eine Redaktion genügen, um endlich zu reagieren – wenn sie denn überhaupt eine Notwendigkeit sieht zu reagieren, heißt das natürlich!

Wie präsentiert sich MU heute? Zunächst einmal hat sich an der Optik seit dem Redaktionswechsel vor mehreren Monaten nichts geändert – halt, das ist nicht ganz richtig: Die niedlichen Icons, welche die Artikel den Kategorien Standard, Block, Casual etc… zuordnen sind wohl neu (ganz sicher bin ich mir nicht – ich bin wirklich ein miserabler Beobachter)! Das muss man aber eindeutig unter Nebensächlichkeiten verbuchen. Ansonsten ist weiterhin kein visuelles Signal für einen Umbruch oder Neubeginn zu erkennen. Überhaupt scheint sich niemand um irgendetwas zu kümmern: Über drei Monate nach Einstellung der Paysite wird man immer noch aufgefordert, ein Artikel-Abo zu erwerben! Hier wird der Verdacht genährt, dass man die gleiche Vernachlässigung, welche dem Artikelprogramm angediehen lassen wird, auch im geschäftlichen Bereich zu erwarten hat. Aber ich greife bereits vor:

Die Redaktion erfüllt immer noch nicht ihre Aufgaben. Sie trennt weder veröffentlichungswürdige von veröffentlichungsunwürdigen Artikeln, noch stellt sie sicher, dass die erscheinenden Artikel in eine veröffentlichungsreife Fassung gebracht werden. Mit Philipp Summereder steht ihr immerhin ein Autor zur Verfügung, der regelmäßig ordentliche bis gute Artikel verfasst (auch wenn diese aufgrund des Umfelds, in dem sie erscheinen, wohl etwas überbewertet werden). Ohne diesen Glücksfall jedoch wäre das Artikelprogramm bestenfalls auf dem Niveau eines Forenblogs anzusiedeln.

Dabei bewahrheitet sich wieder einmal, dass die Standards, die man als Redaktion setzt, auch von den einsendenden Autoren angenommen werden, während das Publikum zunächst ein wenig Elastizität beweist und sich freut, dass überhaupt etwas veröffentlicht wird – jedoch nur, bis man sein Wohlwollen überstrapaziert!

Berthold macht ja zur Zeit eine “kreative Pause”, aber diese Entwicklung setzt sich trotzdem fort: So hat zum Beispiel EvilBernd für den Casual-Wettbewerb einen Beitrag hingerotzt, der deutlich selbst unter seinem Standard als Schreiberling liegt. Bei der Einsendung von Florian Peter hat die Redaktion offenbar vor ihren lektoriellen Pflichten kapituliert. Spätestens mit dem Machwerk von Marcel Lambert jedoch hat sie bewiesen, dass sie ihren Wettbewerb als Ausrede vorschiebt, absolut jeden Mist zu veröffentlichen! Sogar “Teardrop” Thomas Jungmann konnte hier nichts Positives mehr finden, ja, selbst der in Bewertungsfragen sonst zuverlässig nach Süden zeigende Kompass Dietmar Umundum beginnt hier umzukippen. (Der Artikel besitzt übrigens zur Zeit mit 3,50 die klar schlechteste Bewertung aller MU-Artikel überhaupt – und das, obwohl ich zumindest ihm nicht einmal eine 1 gegeben, sondern ihm einen Bonuspunkt für Selbsterkenntnis zugestanden habe!)

Das Niveau von Magic Universe ist also tatsächlich an einem weiteren Tiefpunkt angelangt. Ich hätte das wirklich nicht mehr für möglich gehalten! Deswegen bin ich auch vorsichtig mit Allgemeinplätzen wie “es kann ja jetzt nur noch aufwärts gehen”. Offenbar ist immer noch Luft nach unten. Die Frage ist nur, wie tief die Leserschaft noch mit hinabzusteigen bereit ist.

Die Zeit des Probierens und Einarbeitens ist abgelaufen. Es ist an der Zeit, den Jungs in der MU-Redaktion klipp und klar zu sagen: Sorry, Leute, Ihr bringt’s einfach nicht!

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7 Comments on “Quo Vadis, Magic Universe?”

  1. Boneshredder Says:

    Bleibt die Frage, ob es anderweitig fair wäre, eingegangene Artikel eines offenen Preisausschreibens aufgrund ihrer offensichtlichen Qualitätsmängel von vornherein von der Veröffentlichung auszuschließen, oder nicht eben trotzdem die Leserschaft entscheiden zu lassen. Man hat’s als Redaktion eben nicht so einfach wie Du als Kritiker. ;>


  2. Ja, ich denke, das ist fair. (Auch und gerade dem Autor gegenüber.) Und natürlich ist das eine verantwortungsvolle Entscheidung, aber gerade diese Art Verantwortung muss eine Redaktion eben übernehmen.

  3. messias1606 Says:

    Da muss ich dir leider Recht geben. Die Artikel, die im Rahmen des Wettbewerbs erscheinen sind wirklich schlecht. Ich lese zurzeit eigentlich alles, da ich viel Zeit habe, aber die letzten beiden Artikel konnte ich nicht zuende lesen. Ich stimme zu, dass eine Vorauswahl absolut gerechtfertigt ist, da es um Veröffentlichungen geht und ein Betreiber auf seiner Seite nicht alles veröffentlichen muss. Immerhin kann er sich selbst damit schaden, was wohl zurzeit auch passiert!

    Die Artikel von Philipp Summereder finde ich persönlich aber sogar super. Die könnten genauso gut auf PlanetMTG veröffentlicht werden und locker dort mithalten. Ich mag seine schreiberische Art sehr und seine Vorträge sind fundiert. Wie du sagtest, er baut Combodecks im Limited. Einfach geil!

    Ich muss aber mal eine Frage loswerden. Als damals vom Betreiber vom Magic Universe einen neuen Verantwortlichen suchte, warum hast du dich da nicht angeboten? Du bist doch selbst ein sehr guter Artikelschreiber und hättest doch bestimmt auch andere Talente fördern können, sowie eine wesentlich bessere Auswahl treffen können. Immerhin hast du doch schon gute Vorschläge unterbreitet. Ein passabler Editor hätte sich bestimmt auftreiben lassen. Das ganze ist als Anfrage, nicht als Anklage zu verstehen.


  4. Die Beiträge von Philipp könnten natürlich auch beim Planeten erscheinen – dass man das überhaupt klarstellen muss, spricht Bände für die gesunkene Erwartungshaltung an MU! Dort allerdings wären sie nicht mehr als guter Durchschnitt.

    Ich habe das damals ausgeschlossen (ich schreibe nicht “abgelehnt”, weil der Seitenbetreiber es mir so indirekt angeboten hatte, dass ich mir dessen nicht absolut sicher sein kann), weil ich es mir nicht zutraute – ich besaß eben Null Erfahrung im redaktionellen und vor allem editoriellen Bereich (über meine Programmierfähigkeiten reden wir besser gar nicht erst). Allerdings ging ich damals auch davon aus, dass für diesen Job jemand vorgesehen war, der dafür qualifiziert war – ein Irrtum, wie wir heute wissen!

    Selbst wenn ich mich aber dafür beworben hätte, wäre es möglicherweise an finanziellen Fragen gescheitert. WENN ich es gemacht hätte, dann nur RICHTIG, und das bedeutet sowohl eine Fulltime-Bezahlung für mich (denn ich hätte es als Fulltimejob betrieben und müsste dann natürlichb ein Auskommen haben), als auch ein ausreichendes Budget für Artikel und Sonderaktionen. Vermutlich hätte dafür nicht genügend Geld zur Verfügung gestanden.

  5. Sebastian Says:

    Dieser Beitrag liest sich genau so Stock-im-Arsch wie “Post von Wagner” in der BILD. Auch die Phrase “Klingbeil-Desaster” könnte glatt aus einer Schlagzeile benannter Veröffentlichung sein.

    Gratulation soweit. Indes: Wo ist der “ICH HAB DIE SCHNAUZE VOLL!”-Aufkleber?


  6. Diesen Vergleich kann ich nicht kommentieren, da ich die BILD nicht lese, Sebastian.

  7. atog28 Says:

    BILDungslücke


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