Die Prognose!

Posted Juli 17, 2008 by Andreas Pischner
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Vor ein paar Monaten (28. April) habe ich im PlanetMTG-Forum auf Bitten von Boneshredder eine Prognose zur Spielbarkeit von Shadowmoor-Karten im Constructed in den Raum geworfen. (Das war ein paar Tage vor dem Release gewesen.) Da doch eigentlich der Hauptzweck solcher Dinge ist, dass man später drüber lacht, habe ich es mal ausgebuddelt:

Ich habe mir das Set nicht so gründlich angesehen, wie ich es früher getan hätte, deswegen nur wenig.
Runed Halo sieht tatsächlich in defensiven Decks sehr stark aus. Aber gibt es die im neuen Metagame?
Die meisten Lieges sind einfach supergut und werden Kreaturendecks weiter pushen.
River Kelpie ist deutlich zu teuer und zu umständlich.
Twilight Shepherd ist besser als zum Beispiel Adarkar Valkyrie, aber schlechter als Yosei und wird deswegen eine “Fringe-Karte”.
Augury Adept wird sich, wie diese Karten es immer tun, inder Praixis als zu ineffizient erweisen.
Dark Urchins weden einige überraschen, weil sie zwar nicht spektakulär sind, aber für moderaten Kartenvorteil ohne Tempoverlust sorgen und deswegen einen Platz in manchen Decks finden.
Demigod of Revenge wird ein absolutes Monster werden, gegen das man extra Graveyard-Hate fahren muss.
Godhead of Awe hingegen taugt gar nichts.
Oona ist ein Finisher auf Kokusho-Niveau.
Painter’s Servant wird in mehreren Formaten auf verschiedene Weise gebrochen.
Vexing Shusher wird die menge an Blau, die gespielt wird, nicht beeinflussen, genau wie alle anderen Blau-Hoser vorher auch.
Manamorphose wird, über verschiedene Formate hinweg, die meistgespielte Common des Sets sein.
Ach ja, und Magic ist tot.
Reicht das zum später drüber lachen?

Hätte echt schlimmer sein können, oder?

Wochenrückblick 28/2008

Posted Juli 14, 2008 by Andreas Pischner
Categories: Wochenrückblick

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So sah es vorige Woche aus.

Montag:

PlanetMTG:

Ich ziehe die Konsequenzen aus dem Feedback zu meinem vorwöchentlichen Artikel und gebe den Leuten mit einer Kontroverse auf Bestellung das, was sie lesen wollen. In den sich erwartungsgemäß anschließenden massiven Diskussionen werde ich insgesamt doch erstaunlich wenig gedisst.

magicthegathering.com:

Mark Rosewater stellt das Eventide-Design-Team vor und erzählt und von den Ursprüngen der Mechaniken Chroma und Retrace. Obwohl er natürlich Recht hat, dass Chroma sich hervorragend in das Hybrid-Thema einbinden lässt, finde ich diese Mechanik immer noch fantasielos, langweilig und umständlich. Das Interessante bei Retrace ist, dass ihr Vorläufer Divergence kaum etwas damit zu tun haben scheint! Zwar erläutert Mark diese Evolution schlüssig, aber mir fehlt da doch das Eingeständnis, dass das Endergebnis auch spieltechnisch kaum etwas mit Alexis’ ursprünglicher Idee zu tun hat.

Prerelease Primer wie den von Tim Willoughby lese ich schon seit vielen Jahren nicht mehr, dazu sind sie einander einfach immer zu ähnlich. Natürlich sind sie auch nicht für Leute wie mich gedacht, die seit Jahren täglich bei magicthegathering.com einschalten.

Dienstag:

Magic Universe:

Mit Uwe Post schreibt hier jemand, dem man schon an den ersten Absätzen anmerkt, dass er es kann (worauf er dann auch in der Folge nachdrücklich hinweist). Inhaltlich bin ich allerdings enttäuscht. Hier wurde Minimaster ein neuer Name gegeben und nicht einmal darauf hingewiesen, und irgendwie auch nicht allzu viel Interessantes dazu gesagt (was zugegebenermaßen daran liegen mag, dass es dazu auch nicht allzu viel Interessantes zu sagen gibt). Die ausführliche Matchbeschreibung des Minimaster-Duells habe ich mir jedenfalls trotz des guten Schreibstils nicht angetan. Etwas zu oft und unmotiviert tauchen mir übrigens die Anspielungen auf den “Holy War” auf. Ist das etwa ein äußerst plumper Weg, über eine Neubenennung des Formats als Booster War und diese ständigen Anspielungen auf den Fantasy-Roman des Autors zu verweisen? Ich hätte es da doch bevorzugt, wenn er einfach ehrlich auf eine entsprechende Seite verlinkt hätte, anstatt seinen ganzen Artikel damit zu verzerren - wenn ein Magic-Spieler etwas veröffentlicht, dann darf er das der Community auch ruhig einmal mitteilen!

PlanetMTG:

Michael Thiel befasst sich in der Legacy-Reihe mit Survival-Decks. Den historischen Ansatz mag ich ganz gerne. Insgesamt wirkt aber auch dieser Artikel auf mich zu sehr wie das Herausgreifen eines beliebigen Stücks aus einem ungenügend erforschten und verstandenen Environment. Zuletzt bin ich zu dem Schluss gelangt, dass ich da wohl schlicht zu viel erwarte, weil es dieses umfassende Verständnis des Legacy-Formates einfach noch nicht GIBT, nur lokale Metagames und individuelle Ansichten. Die begabtesten Analytiker neigen eben dazu, sich stattdessen mit den relevanten Turnierformaten zu befassn.

magicthegathering.com:

Kelly Digges beweist endgültig, in welche Richtung “Serious Fun” ohne The Ferret nun gehen soll, indem er ein random Deck in einem random Format, das er aus seinem random Kartenpool gebaut hat, vorstellt und uns von einem supertollen Spielzug, in dem unter anderem Pandemonium, Hamletback Goliath, Mindslaver, Warp World und Grip of Chaos eine Rolle gespielt haben, vorschwärmt. Mit den Machwerken von Bleiweiss und Miller ist das jetzt schon die dritte Casual-Kolumne auf magicthegathering.com ohne wirklichen Informationswert. Auch das passt in meine Theorie, dass Wizards die RL-Turnierszene zugunsten einer Verlagerung auf Magic Online schrittweise aufgeben und ihre Karten aus Pappe nur noch an Gelegenheitsspieler gerichtet vermarkten wollen.

Steve Sadin ergänzt den Prerelease Primer von Montag mit einigen sehr allgemein gehaltenen Tipps für das Eventide-Format und einer Menge Hyperbole. Heutzutage muss vermutlich jede Werbung den Eindruck vermitteln, dass ihr Produkt high macht.

Mittwoch:

Magic Universe:

Der NQ-Bericht von Florian Pogutter ist effektiv wieder nur ein 3:1:1 Runde-für-Runde-Turnierbericht, und haut einen, auch weil der zeitliche Abstand immer größer wird, echt nicht vom Hocker. Ein Autor / Teamleiter / Editor mit Gespür hätte da vielleicht einmal nachgehakt, ob nicht noch ein bisschen was zu jenem Treefolk-Deck recherchiert werden hätte können, und dazu noch ein paar Absätze angehängt - so hätte dieser Beitrag deutlich mehr interessanten Gehalt gehabt, und Überlänge wäre auch noch keine zu befürchten gewesen.

PlanetMTG:

Tobi hat mal wieder ein Video gemacht, welches bestimmt ganz witzig und unterhaltsam ist, wenn man so etwas mag. Ich will die Cartoons zurück!

magicthegathering.com:

Ben Bleiweiss lebt immer noch, und niemand tut etwas dagegen.

Doug Beyer erklärt uns, warum Selkies Merfolk sind. Er nimmt dabei bereits spürbar ein wenig eine defensive Haltung ein, denn natürlich stellt diese Gleichsetzung eine Vergewaltigung bestehender Fantasy-Konventionen dar. Prinzipiell sagt er, dass mehr Verallgemeinerungen und Zusammenfassungen bei Kreaturentypen einen Zuwachs an spielerischen Möglichkeiten bedeuten, und da stimme ich ihm voll zu! (Habe ich das übrigens nicht schon einmal vor Ewigkeiten… also, vor EWIGKEITEN… also, vor über 10 Jahren… TATSÄCHLICH!) Dabei argumentiert er nicht immer glücklich, zum Beispiel wenn er Murderous Redcap als hilfreiche Ergänzung für den Goblin-Tribe darstellt… als wenn dieser noch Hilfe bräuchte, und als wenn die Rotkappe nicht auch so ein Staple im Constructed wäre! Alles in allem sind die Designer hier für meinen Geschmack sogar immer noch etwas zu inkonsequent - eine dreistellige Anzahl Kreaturentypen braucht Magic meiner Ansicht nach nicht.

Oh, und Mark Gottlieb listet penibel alle regeltechnischen Veränderungen, die mit dem Erscheinen von Eventide wirksam werden, auf. Zwar finde ich es gut, dass dieser Text existiert, aber begleitend hätte ich es schon bevorzugt, wenn in einer Übersicht ausschließlich die funktionalen Änderungen (und zwar sortiert nach ihrer Bedeutsamkeit, und erklärt) vorgestellt worden wären. Außerdem kann ich mit Passagen wie

217.1c This rule got another exception added to it. The exception already exists; it’s for Auras that trigger when the enchanted permanent leaves play and then try to find the permanent and/or the Aura in the new zones they wind up in. This rule is getting bloated, so it may be rewritten or split into separate rules in the future.”

nichts anfangen, ohne mich selbst intensiv in den Quelltext einzuarbeiten.Vielleicht schreibt ja jemand wieder auf PlanetMTG einen Judge-Artikel zu diesem Thema - der Rest de Welt hat dann eben Pech gehabt!

Donnerstag:

Magic Universe:

Julian Brüggemann stellt in seiner Legacy-Reihe Vial-Goblins vor, und auf den ersten Blick scheint mir sein Beitrag - zumindest aus meiner Sicht als Laie - um einige Nuancen schlüssiger, umfassender und strukturierter als die entsprechenden MTG-Artikel der letzten Wochen. Die Decklisten jedoch ohne zumindest ein als solches gekennzeichnetes Beispiel-Sideboard zu zeigen, gefällt mit nicht, ganz besonders dann, wenn das Hauptdeck ansonsten völlig sinnlose Taigas enthält, und was mir ebenfalls nicht gefällt ist, dass diese Decklisten ohne jede Information, woher sie stammen, dahin geklatscht werden. Decklisten kopieren dauert nicht lange, also gibt es keinen Grund, nicht erst einmal ein oder zwei davon, die aus einem bestimmten Turnier stammen, aufzuführen und dann gegebenenfalls mit einigen informativen Kommentaren eine selbst gebastelte “typische” Deckliste daneben zu stellen! Handwerklich scheint mir bei Strategie-Artikeln in Deutschland ganz allgemein zuletzt einiges verloren gegangen zu sein.

PlanetMTG:

Ich will Trash keineswegs systematisch bashen (und um das noch einmal klar zu stellen: Meine Kritik am Videoformat seines letzten Draftwalkthroughs war keine Kritik am Autor, sondern am Publikum!), aber er schreibt nun einmal regelmäßig für den Planeten, und er bleibt leider auch regelmäßig deutlich hinter den Erwartungen, die ich an ihn stelle, zurück. Bei seinem Eventide-Previwe tut er das sogar besonders spektakulär. Um einmal Tacheles zu reden: Für die lauwarmen Offensichtlichkeiten, die er da von sich gibt, braucht man wirklich keinen “Pro” - das könnte jeder regelmäßige FNM-Spieler mindestenst genau so gut machen! Natürlich hat Trash durch den extrem frühen Zeitpunkt der Veröffentlichung auch kaum Zeit gehabt, sich ausführlichere Gedanken zu machen - aber ist das eine Entschuldigung oder nicht nur eine Erklärung? Warum zum Teufel wurde nicht wenigstens die Veröffentlichung der offiziellen Spoiler-Liste abgewartet (2 Tage nach Erscheinen des Artikels)? Und dann ist da noch der Umstand, dass Trash völlig die Option ignoriert, im SSE-Format einfarbige oder fast einfarbige Decks zu draften, obwohl das bereits in Shadowmoor gelegentlich der Fall war und einer jener prominenten Aspekte war, mit denen dieser Block von seinen Machern beworben wurde! Okay, vielleicht hat Trash ja exzellente Argumente dafür, warum diese Strategie zum Scheitern verurteilt wäre - aber warum teilt er uns diese dann nicht mit? Weil er keine 5 Minuten darüber nachgedacht hat, das ist die Antwort, und diesen Eindruck macht der gesamte Artikel auf mich. Geschwindigkeit ist nicht alles!

magicthegathering.com:

Chris Millar berichtet von einem Experiment, welches mich an meine eigenen Versuche, aus den Commons eines Sets Decks zu bauen, erinnert. Er geht das ganze Unterfangen noch systematischer und umfassender an, indem er ALLE Commons verwurstet, wofür er von mir einen Kekspunkt für tatsächlich investierte Mühe und Gedankenakrobatik erhält, aber die Spielbarkeit der Decks und damit den Spielspaß (und damit wiederum den ganzen Sinn der Übung) drastisch reduziert. Immerhin - mal etwas anderes von Mr. Millar!

Mike Flores setzt schon wieder sein eigentliches Koumnen-Thema zu Gunsten eines Karten-Previews aus und vergreift sich gleich gehörig in allen Größenordnungen, als er Figure of Destiny mit Tarmogoyf vergleicht. Den Rest seines Artikels verbringt er damit, seinen Lesern ca. 5 Minuten gedankliche Arbeit abzunehmen, wie diese Karte denn nun eigentlich genau funktioniert, und was man damit anstellen kann.

Freitag:

Magic Universe:

Auch Phips schreibt einen Turnierbericht, aber ein paar entscheidende Parameter sind anders als bei denen von den NQs: Der PTQ hatte ein einigermaßen ernst zu nehmendes Teilnehmerfeld, er war erst ein paar Tage her, er fand in einem zur Zeit hochaktuellem Format statt, Phips ist ein österreichischer Top-Spieler, und er hat mit 6:2:1 ein sehr respektables Ergebnis eingefahren. Alles das zusammen genommen, dazu die größere schreibersiche Routine und stilistische Sicherheit macht eben den Unterschied zwischen einem Bericht, den ich interesselos überfliege und einem, den ich mir wirklich durchlese.

PlanetMTG:

Simon Ritzka liefert gleich eine komplette Mini-Coverage zu einem PTQ. Da gibt es nicht viel daran auszusetzen - für das gähnend langweilige Block-Metagame kann er ja nichts. Überhaupt sind diese Mini-Coverages, die ja unterdessen auf dem Planeten zum Standard geworden zu sein scheinen, eine tolle Sache!

Außerdem schreibt Philip Schulz einen Judge-Bericht vom NQ Hamburg. Das ist zwar immer interessant, aber zu einem “Bericht” reicht es hier nun doch nicht - das sind nur ein paar random (na gut, nicht ganz so random, immerhin sind sie ja aus dem Turnierspiel entstanden) Regelfragen mit Antwort. Wie gesagt, das ist immer interessant, aber zu einem Bericht gehört dann doch noch mehr - mehr Überblick über das Ganze, mehr zum Ablauf, ein Fazit… solche Dinge eben.

magicthegathering.com:

Devin Low maskiert ein Preview der zugegebenermaßen sehr aufregenden Karte Hallowed Burial als Diskussion des Konzeptes “die richtigen Antworten auf die gegebenen Probleme” - zwar ein sehr interessantes Thema, aber letztlich hat er all das bereits in einem früheren Artikel, den er auch selbst verlinkt, schon einmal erwähnt. So klingt sein Text schon wieder ein wenig apologetisch, wenn er sich gegen zu erwartende Kritik wie Power Creep verteidigt - da sehe ich zuletzt einen Trend auf dieser Seite! Wieso auf einmal dieses massive Bedürfnis, die eigenen Entscheidungen zu rechtfertigen? Hat da jemand ein schlechtes Gewissen, weil der Power Level des Lorwyn-Blocks - insbesondere im Hinblick auf Kreaturen - tatsächlich ein wenig aus dem Ruder gelaufen ist? Prinzipiell finde ich es ja gut, wenn sich Constructed hauptsächlich um Kreaturen dreht, aber wenn die reaktive, kreaturenlose Strategie nicht mehr Teil des Metagames ist und uns daher zusätzlich zum Archetyp Kontrolle auch der Archetyp Aggro verloren geht, ist das Rad zu weit gedreht worden. Das wäre jetzt auch noch nicht so schlimm, wenn es eine vorüber gehende Erscheinung wäre - kreaturenlose Decks haben in der Geschichte von Magic weiß Gott lange genug dominiert - aber wie kann man hier gegensteuern, ohne entweder die Antikreaturenkarten ebenfalls auf einen neuen Level zu heben (Voila: Power Creep!), oder einen neuen Masken-Block zu entwerfen, welcher den Power Level resettet und dabei die Kundschaft zutiefst enttäuscht?

Auch BDM benutzt seine Kolumne für weiteren Eventide-Hype, indem er uns für einige bereits offiziell bekannte Karten Anwendungsmöglichkeiten und Kombos vorstellt, die ich größtenteils für völlig offensichtlich halte - aber diese Seite wird ja nicht nur von Intensivspielern wie mir gelesen.

Erwähnen möchte ich noch, dass Tobi auf dem Planeten diesmal das Rennen um den zuerst veröffentlichten Bilderspoiler locker gewonnen hat, weil bei Magic Universe die zuständigen Leute mit den technischen Änderungen auf der WotC-Seite nicht klar gekommen sind. Das baut ihn bestimmt auf!

Ansonsten will immer noch meinem MTGO-Kram loswerden!

Bis nächste Woche dann - oder vielleicht schreibe ich ja mal wieder zwischendurch etwas.

Wochenückblick 27/2008

Posted Juli 7, 2008 by Andreas Pischner
Categories: Wochenrückblick

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Hier der Rückblick der letzten Woche.

Ich ändere mal wieder das Format, weil ich nicht mehr den ganzen Rückblick an einem Tag schreiben will, sondern stattdessen immer häppchenweise das, was ich mir gerade angesehen habe, kommentiere.

Montag:

PlanetMTG:

Ich versuche, meine Leserschaft mit einem Hybrid-Artikel aus Gedanken über den Zusammenhang von Magic-Mechaniken und Flair und ein paar Absätzen Belletristik zu unterhalten. Dieses Experiment ist offenbar gescheitert.

magicthegatheringcom
:

Mark Rosewater erklärt uns auf zweierlei Weise, wie das Enemy-Hybrid-Thema von Eventide zu Stande kam. Seine Idee mit der linken und rechten Gehirnhälfte verpufft ein wenig, weil er deren gedankliche Abläufe letztlich doch nicht klar genug trennt. Außerdem hat er den einen oder anderen Denkfehler drin (zum Beispiel muss R&D ja nicht weniger Hybrid-Karten für eine Farbkombination entwerfen, wenn sie dieselbe Anzahl auf ein statt auf zwei Sets verteilt heraus bringt). Wirklich doof ist es aber, uns in beiden Hälften die selbe Preview-Karte zu präsentieren!

Doug Beyer verrät uns ein wenig mehr von den Vorgängen im Setting von Eventide. Er erzählt gerade wenig genug, dass ich neugierig auf den Rest der Geschichte bin, aber bei weitem nicht neugierig genug, um mir das Buch zuzulegen. Ich bin eben nicht der Typ, der sich Bücher zu seinen Lieblingsspielen oder Spiele zu seinen Lieblingsbüchern kauft.

Dienstag:

Magic Universe:

Ich weiß wirklich nicht, was diese Artikel von seanchui eigentlich darstellen sollen. Vielleicht finden ja nicht alle Leser seine Auflistung deutscher Flavor-Texte so furchtbar wie ich, aber bei der Deckliste hört es wirklich auf - genau gegen dieses Bild, dass Casual-Spieler einfach nur zu blöd sind, funktionierende Decks zu bauen, kämpfe ich doch immer an! Warum diese Liste ein einziger Haufen Scheiße ist, darüber könnte man einen ganzen Artikel schreiben. Und nein, es geht nicht um die ineffiziente Strategie an sich - so etwas ist natürlich im Casual oft der Sinn der Sache - sondern um die grauenhafte Ausführung. Und da sind tatsächlich DREI Shivan Gorge drin… Ja, die sind legendär. Nein, die sind für die Strategie oder das Thema des Decks nicht im geringsten relevant. Außerdem spielt diese Liste gerade einmal zwei verschiedene (naja, sagen wir “verschieden benannte”) Orks. Nein, ich weiß wirklich nicht… (Zurück zum Anfang dieses Absatzes)

PlanetMTG:

Der jüngste Legacy-Artikel aus der Crucible of Nerds Reihe zieht diesmal auch ohne mein Zutun kritische Nachfragen auf sich. Die Frage von TMM “da gibt es einmal ein relevantes event und die legacy-community ignoriert es vollkommen?” weist da wohl auf ein grundlegendes Problem hin: Die Legacy-Community hält ALLE ihre Events für relevant, egal auf welchem Niveau sie ablaufen! Wenn Legacy zum größten Teil auf FNM-Niveau stattfindet, dann kann man offensichtlich auch nicht erwarten, dass Strategie-Artikel zu diesem Format ein höheres Niveau anstreben.

Die NQ-Coverage aus Hanau von Christoph Gerber ist wieder eine sehr schöne Fleißarbeit. Ich muss aber sgaen, dass ich bei solchen mittelwichtigen Events lieber deutlich aktueller und dafür gerne weit weniger ausführlich informiert würde. Ein paar Tage später konvergiert meine Lust auf Fetaure Match Coverage auf NQ-Niveau nun einmal gegen Null.

magicthegathering.com:

Steve Sadin präsentiert uns einen Kessel Buntes (oder auch, ein Resteessen) von Minithemen zum Format Limited. Besonders ärgerlich finde ich es, dass er nicht klar trennt, wann er über Sealed und wann über Draft spricht. Alles in allem enthält sein Text sehr viel einigermaßen geschickt aufgehübschtes Nichts.

Kelly Digges trumpft das noch, indem er nichts weiter tut, als eine Preview-Karte vorzustellen und sich dabei einen darauf runter zu holen, wie geil diese doch sei. Hier erhalten wir auf dem früheren Kolumnenplatz von The Ferret schon einmal einen Vorgeschmack, wie es weiter gehen wird: Keine guten Tipps mehr, wie man Decks baut oder im Multiplayer Spiele gewinnt, sondern stattdessen ein Schwärmen von Lotto-Situationen, in denen man für 780 Punkte Trampelschaden angreift.

Mittwoch:

Magic Universe:

Der NQ-Bericht von Clemens Hinterdörfer lässt doch sehr zu wünschen übrig. Nicht nur, weil er letztlich von einem 2:4 und einem 3:1:1 Deck berichtet, sondern vor allem auch, weil der Autor uns nicht wirklich Einblick in seine Entscheidungsfindungsprozesse (tolles Wort, wa?) gibt. Erst erklärt er uns, warum er Ponder im Merfolk für besser als Ancestral Vision hält, dann spielt er plötzlich doch die Ruess-Liste, und dann wechselt er kommentarlos auf eine eigenwillige Elfen-Version, zu der er auch kein Wort verliert. Eigentlich bleibt da nur der 3:1:1 Runde-für-Runde-Tunierbericht.

PlanetMTG:

TobiH scheint so wie ich auch eine kleine Schwäche für Statistiken, Tabellen und Ranglisten zu haben und stellt die bislang erfolgreichsten deutschsprachigen Pros des Jahres vor. Seine Form der Hochrechung ist mir dann aber doch ein wenig zu hanebüchen. Im Wesentlichen läuft es darauf hinaus, dass Deutschland seit dem Abtreten der Phoenix Foundation einfach keine wirklichen Pros mehr HAT. Ein Thaler, Herold, Trash oder Ruess legt zwar gelegentlich einmal eine spektakuläre Performance hin, aber von Konstanz kann einfach keine Rede sein, das sind alles Flickwerk und Einzelleistungen.

Kofi unterhält uns außerdem mit einer kleinen Anekdoten-Sammlung.

magicthegathering.com:

Ben Bleiweiss… nein, da sage ich am besten gar nichts mehr dazu.

Jenna Helland (wer ist das?) spoilt noch ein bisschen mehr aus der Eventide-Hintergrundgeschichte, verpackt aber letztlich nur ein Preview des Sapling of Colfenor damit. Was für ein einfallsloses, liebloses Design übrigens - der unzerstörbare 2/5er ist zwar ganz nett, aber irgendwie nicht relevant, und seine andere Fähigkeit einfach nur random.

Donnerstag:

Magic Universe:

Ashraf liefert einen unspektakulären, aber soliden Bericht von seiner Qualifikation für die DM ab.

PlanetMTG:

Tobis Artikel zur “exklusiven Eventide-Preview-Karte” ist natürlich keiner, sondern nicht mehr als eben jenes Preview. Auch die Karte kannte man als fleißiger Besucher der Rumour Mill bei MTGSalvation natürlich schon längst.

Trash weicht für seine Limited-Artikel jetzt auf das Medium Video aus - vermutlich, damit ich ihn nicht mehr kommentiere!

magicthegathering.com:

Chris Millar und so.

Und Mike Flores geht mit dem Trend und schreibt ein Preview an Stelle eines Artikels. Die Karte, die er hyped, sieht verführerisch aus, aber benötigt doch ein sehr spezielles Deck und ist auch darin immer noch risiko-behaftet (ein miserabler Topdeck zum Beispiel) und tauscht mit Wren’s Run Vanquisher, Nameless Inversion und Incinerate. Aus dem Bauch heraus würde ich sagen, das wird nichts im Constructed, schon gar nicht so lange es Tarmogoyf gibt, aber auch im Lorwyn-Block ist die Konkurrenz zuverlässiger, exzellenter 2-Drops zu groß. Mal sehen.

Freitag:

Magic Universe:

Phips wirft einen Blick auf die Decks vom GP Buenos Aires. Letztlich sagt er in auführlicher Form das, was ich in meinem letzten Wochenrückblick auch schon kurz angemerkt habe: Im Südwesten nichts Neues. Dass Eventide diesem Format nicht noch einmal einen kräftigen Schub geben wird, glaube ich zwar nicht, aber ob dieser Schub das Metagame rechtzeitig vor der DM erreichen wird, das ist eine ganz andere Frage.

PlanetMTG:

Wenigstens das Judge-Quiz von Sebastian Rittau kommt noch nicht als Video daher! Das ist aber auch nur noch eine Frage der Zeit, fürchte ich…

magicthegathering.com:

Die Amis haben wieder etwas zu feiern, deswegen ist das einzige Update auf der Seite der Development-Artikel von Devin Low - letztlich wieder nur ein ausgedehntes Preview einer Karte. Low faselt zwar etwas von Mechaniken, die ganz supertoll sind, aber warten müssen, bis die Zeit für sie reif ist, doch ich kann mir nicht helfen - für mich ist Chroma eine dämliche, phantasielose, umständliche Kiddie-Mechanik mit einem albernen Namen. Das ändert natürlich nichts daran, dass manche der Karten damit ziemlich beeindruckend sind, und Light From Within zählt gewiss dazu!

Insgesamt habe ich weiterhin den Eindruck einer gewissen Sommerflaute - wie geht es Euch?

Ach ja: Ich will immer noch meine MTGO-Sammlung los werden - Hilfe!

Je größer die Firma, desto schlechter der Service

Posted Juli 3, 2008 by Andreas Pischner
Categories: Allgemeines

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MTGSalvation enttäuscht mich immer mehr.

Natürlich ist es immer noch die Nummer-Eins-Seite, wenn man möglichst früh möglichst viel über ein neues Set erfahren will, aber…

Vom aktiven Posten darin habe ich mich ja schon vor langer Zeit nach einem sehr kurzen Versuch zurück gezogen, als ein Troll einen völlig legitimen und sinnvollen Thread aufmischte, nur weil ihn das Thema nicht interessierte, und die Mods sich auf die Seite des Trolles schlugen.

Aber auch als stiller Mitleser stößt mir die Moderation dort immer wieder auf. Immer wieder werden Threads kommentarlos geschlossen oder gar gelöscht, nicht selten ohne erkennbaren Grund, und gelegentlich sogar ohne wirklichen Grund (was ein Mod dann später zugegeben hat). Gerüchte, die für Außenstehende keinerlei Unterschiede in ihrer Glaubwürdigkeit besitzen, werden als Fake gebrandmarkt oder umgehend in den Spoiler aufgenommen, da die Mods offensichtlich über Insider-Informationen verfügen. Das hilft zwar, den Spoiler voll zu kriegen, nimmt aber definitiv den Spaß aus der Spekulation, welche Karten echt sind und welche nicht und entwertet völlig die teilweise ausführlich begündeten Argumentationen vieler Poster. Das ermutigt gewiss nicht, sich an den Diskussionen zu beteiligen.

Der Hammer allerdings ist jetzt, dass bereits vorhandene Informationen unterdrückt wurden, weil jemand, mit dem sich die Mods gut standen, ein offizielles Preview dafür hatte… WIE BITTE? Wenn WotC etwas dagegen hat, dass ihre Karten gespoilt werden, um die Vorfreude nicht zu verderben (und die offiziellen Previews auf magicthegathering.com sind dank MTGSalvation schon zur Hälfte keine Neuigkeiten mehr), dann kümmern sie sich einen Scheiß darum - “Information wants to be free” und so’n Stuß - aber wenn es einer ihrer Chums ist… Was für eine Heuchelei! Auch das zeigt, dass die Rumor Mill keine wirkliche Community ist, die Gerüchte zusammen trägt, sondern ein Netzwerk von Insidern.

Die Richtung, in die sich die großen englischsprachigen Magic-Communities entwickelt haben, gefällt mir überhaupt nicht. Die offiziellen WotC-Foren sind in der Hand von Fascho-Mods, die ganz offen Kritik an WotC-Artikeln unterdrücken, weil diese in ihren Foren nichts zu suchen habe, aber die Konkurrenz schafft auch kaum ein angenehmeres Klima. Vermutlich ist dies das Schicksal von Foren, die so groß sind, dass die User sich ausgeschlossen vorkommen, wenn sie sich nicht daran beteiligen dürfen, im Gegensatz zu kleineren Foren, die noch mit Service und Userfreundlichkeit um ihren Traffic kämpfen müssen.

Das Robin-Hood-Image, mit welchem sie nach der Klage von WotC wegen der Time Spiral Playtestkarten kokettiert haben, hat MTGSalvation bei mir jedenfalls endgültig verloren!