Ein Draftsiegerdeck

Um mal wieder mehr zu Magic selbst zu schreiben: Ich will versuchen mir anzugewöhnen, wenn ich einen Draft auf Magic Online gewonnen habe, die dazugehörige Deckliste hier zu veröffentlichen.

Ich stehe dafür ein, dass diese Decks im Rahmen des von mir gedrafteten Kartenpools gut gebaut sind, was Manaverteilung, Kartenselektion, taktische Ausrichtung und Synergien angeht, aber das war es auch schon: Ich behaupte weder, dass Decks, die Drafts gewinnen sollen, so aussehen müssen, noch dass es sich um besonders gut gedraftete Decks handelt – die Korrelation zwischen guten Draftdecks und Drafterfolg ist natürlich vorhanden, aber bei Weitem nicht stark genug, um solche Rückschlüsse im Einzelfall zu erlauben. Die Information soll einfach nur die sein: So KANN ein Deck aussehen, dass einen Draft gewonnen hat. Interpretiert nicht zu viel hinein.

Ein Hinweis allerdings noch: Ich bin, leider, ein ziemlich mieser Spieler, insbesondere auf Magic Online. Meine Draftfähigkeiten halte ich prinzipiell für gut, meine Deckbaufähigkeiten für sehr gut und mein grundlegendes taktisches Verständnis ebenfalls, aber mein Durchspiel stinkt. Ich mache zahlreiche Klickfehler und übersehe oft wichtige Aspekte der aktuellen Spielsituation. Auch im RL bin ich nicht gerade ein Topspieler, aber der zusätzliche Stress, den mir meine etwas träge Online-Verbindung und das MTGO-Interface verursachen, verschärft diese Schwächen noch.

Daher könnt Ihr tendenziell davon ausgehen, dass Drafterfolge meinerseits auf MTGO vermutlich auf meine Fähigkeiten in Draft und Deckbau, wahrscheinlich darauf, dass ich Ziehglück gehabt habe, und eher weniger darauf, dass ich perfekt gespielt habe zurückzuführen sind.

Genug der Vorrede, hier die in ein Textfile exportierte Deckliste (aus Übersichtsgründen ohne Sideboard):

9 Island
1 Pirate Ship
9 Plains
1 Aven Augur
1 Blade of the Sixth Pride
1 Cancel
1 Castle Raptors
1 Flickering Spirit
1 Gathan Raiders
1 Infiltrator il-Kor
1 Judge Unworthy
1 Primal Plasma
1 Pulmonic Sliver
1 Riptide Pilferer
1 Shade of Trokair
1 Sinew Sliver
1 Snapback
1 Spiketail Drakeling
1 Stormcloud Djinn
1 Sunlance
1 Temporal Eddy
1 Veiling Oddity
2 Whip-Spine Drake

Explore posts in the same categories: Decklists

Tags: , ,

You can comment below, or link to this permanent URL from your own site.

4 Comments on “Ein Draftsiegerdeck”

  1. Boneshredder Says:

    18 Länder? Mich wundert ein wenig das Ausmaß der enthaltenen substandard-Karten (Eddy/Oddity/Cancel/Pilferer/Djinn). Wie viele Collection Picks hast Du denn getätigt? Ich muß selbst beim Raredraften ausgesprochen selten so viele Füller spielen.

    Und wo bleibt das Dementi für die ‘Zeromant = C.Eucken’ – Behauptung? :>


  2. Hm, vielleicht bewerte ich da einiges anders als Du?

    Oddity sehe ich nicht als Substandard. Sie füllt den Zwei-Manaslot auf und kann Spiele entscheiden. Cancel ist durchaus spielbar und tauscht in der Regel zumindest ohne Tempoverlust mit beliebigen 3-Drops des Gegners ab, countert aber eben manchmal den entscheidenden Spruch. Eddy ist eine unterschätzte Karte, die häufig Tempovorteil und manchmal (Creature Enchantments) Kartenvorteil generiert. Pilferer ist im ungünstigsten Fall ein Mystery Morph und leitet das selbe Removal ab wie gefährlichere Morphs, ist aber manchmal schlicht der Turn-2-Win. Djinn ist ein 3/3-Flieger für 5 Mana und daher auch nicht wirklich schlechter als zum Beispiel ein Lucent Liminid.

    Die für meinen Geschmack etwas zu hoch geratenen Mana Requirements des Decks lassen sich mit weniger als 18 Ländern nicht erfüllen.

    Ich halte diese Liste wahrlich nicht für das Nonplusultra, aber nun, sie hat nun einmal den Draft gewonnen, und mit einem der IMO besten Decks, das ich in diesem Format je gedraftet habe, bin ich gestern in der ersten Runde ausgeschieden. Wie gesagt, Schlüsse muss jeder selbst daraus ziehen.

    Ach ja, in EBs Blogs poste ich nicht. GerMagic ist eine insgesamt hervorragende Seite, aber mit EB als Kolumnisten oder Person suche ich keinen Kontakt.

  3. Boneshredder Says:

    Formulierungen wie “kann Spiele entscheiden,” “ist durchaus spielbar,” “ist aber manchmal” zeigen doch nur, daß wir die Karten _nicht_ sehr unterschiedlich bewerten. Füller eben. Was ich jedoch mich in letzter Zeit immer wieder frage ist, warum konsequente _ernsthaft_-Drafter am Ende häufig genauso viele Füller-Slots im Deck haben wie ich als konsequenter _Sammlungs_-Drafter. Mir erschließt sich das nicht, (obwohl ich gerne einen größeren Auswahl-Vorteil durch mein inhärentes Passivdraften theorisiere). Bist Du zwischendurch so viel in anderen Farben herumgesprungen? Für diese Frage wäre die Mitangabe des SB durchaus sehr aufschlußreich gewesen.

    Ansonsten gibt es sehr leichte Unterschiede zwischen unseren Ansichten von Karten, da ich meist auf kontrollorientierte Decks hinarbeite (um die Rarepower umzusetzen) und Du lieber den aggroorientierten Ansatz fährst (wo zwischen Liminid und Djinn wirklich kein Unterschied besteht). Gerade der Pilferer, den ich schon häufig geboardet habe, hat für mich aber noch nie den erhofften 2nd-turn-Win gemacht. *neid* :/

    Das Dementi hätte ich im übrigen auch nicht auf germagic erwartet, sondern vielmehr in Essayform hier am Orte. ^^


  4. Noch einmal zum Dementi: Das hat der Eucken doch unterdessen in aller Ernsthaftigkeit, Deutlichkeit und Peinlichkeit bereits verfasst! Da brauche ICH doch nicht mehr. Wo wir doch eh die selbe Person sind.

    Zum Draften: Nun, es gibt da “Substandard”, und es gibt “Standard”. Nicht alles, was nicht überdurchschnittlich ist, ist gleich ein Füller.

    Dass diese unaufregenden Karten bei “ernsthaften” Draftern eine ähnliche Konzentration im Deck aufweisen wie bei Dir, könnte daran liegen, dass man davon eben in der Regel mehr bekommt, als man benötigt! Die Pros haben halt noch mehr davon im Sideboard als Du.

    Die Kunst liegt eher darin, diejenigen dieser Karten ins Deck zu stecken, die am besten mit der Taktik des Decks harmonieren! In diesem Deck hatte ich zum Beispiel ein Tolarian Sentinel im Sideboard – fraglos nicht weniger eine durchschnittliche Karte als so einige hier im Deck, und in manchen Strategien sogar von zentraler Bedeutung, aber bei mir einfach vollständig deplatziert!

    Letztlich ist der Trick eben der, nicht einzelne Karten zu draften, sondern ein Deck.

    Nachtrag: Außerdem kann ich mir vorstellen, dass viele Pros sich später für ihre Farben entscheiden und daher mehr Off-Colour-Picks haben. Ein typischer Anfaängerfehler, mit dem ich auch immer wieder kämpfe, ist sich zu früh auf “seine” Farben festzulegen…


Leave a Reply

Please log in using one of these methods to post your comment:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s