Die Magic-Länder-Tabelle, Stand 09.07.2007

Ich bin ja ein kleiner Statistikfetischist – Tabellen haben mich schon immer fasziniert! Magic unterstützt diese Leidenschaft natürlich auf mehrere Arten. Eine davon sind die Player Rankings.

Da ich es für mich sowieso immer mal wieder mache, und es vielleicht den einen oder anderen von Euch ebenfalls interessiert, will ich hier in regelmäßigen Abständen eine Magic-Länder-Tabelle veröffentlichen (also so etwas Ähnliches wie die FIFA-Weltrangliste beim Fußball, nur viel einfacher gestrickt und nach meinen Vorstellungen selektiert).

Diese Tabelle ist furchtbar simpel aufgebaut: Ich ordne jedem Land das Rating des 20. Platzes seines Composite-Rankings zu. Dadurch werden die Spitzenspieler eines Landes als Kriterium herangezogen und nicht seine Spielerschaft insgesamt, was ich für einen internationalen Vergleich als sinnvoll erachte, aber “Ausreißer” nach oben gehen in die Bewertung trotzdem nicht so stark ein, sondern stattdessen ist eine gewisse Leistungsdichte entscheidend. Natürlich beeinflussen auch Faktoren wie die Turnier-Infrastruktur eines Landes und die Anbindung an die internationale Szene dieses Rating, aber da dies gleichzeitig auch Faktoren sind, welche die internationale Bedeutung eines Landes widerspiegeln, ist das in Ordnung.

(Nachträgliches Edit: Da ich in später zur Erläuterung immer wieder hierher verlinkte, führte ich an dieser Stelle Veränderungen auf, welche mein System unterdessen erfahren hatte. Ende 2007 war diese Liste auf 57 Länder aufgestockt worden, mit einer Punkteschwelle von 1700 für die Aufnahme und wurde monatlich upgedatet, bis sie dann lange Zeit pausierte. Als ich sie danach wieder veröffentlichte, verlinkte ich nicht mehr erklärend hierher.

Ich wies an dieser Stelle außerdem darauf hin, dass ich langfristig bei allen Werten eine langsame Steigerung erwartete, weil das Durchschnittsrating derjenigen Spieler, die das System verlassen, weil sie nicht mehr spielen, unter ihrem Einstiegsrating von 1600 liegt, denn erfolglose Spieler neigen eher dazu aufzuhören. Dadurch pumpen sie effektiv Punkte in das System. Bei einer zunehmenden Spielerzahl wird die Verteilung auch allgemein immer breiter, aber dieser Effekt dürfte gegenüber dem vorgenannten zu vernachlässigen sein. Bei einer deutlich abnehmenden Spielerzahl, bzw. einer deutlich abnehmenden Zahl von sanktionierten Turnieren würde diese Steigerung natürlich überlagert werden.)

Hier also die Rangliste vom 9. Juli 2007:

Vereinigte Staaten 2028
Japan 1971
Frankreich 1958
Deutschland 1950
Italien 1936
Kanada 1919
Brasilien 1915
Österreich 1913
Spanien 1904
Niederlande 1889
Portugal 1889
Großbritannien 1888
Argentinien 1885
Australien 1884
Schweiz 1871
Südafrika 1871
Schweden 1870
China 1864
Tschechien 1858
Belgien 1857
Dänemark 1855
Russland 1853
Singapur 1852
Chile 1850
Finnland 1850
Mexiko 1850
Polen 1850
Norwegen 1835

Der Vorsprung der Amis ist auf Grund ihrer großen Bevölkerungszahl und des Umstande, dass Magic nun einmal aus den Staaten stammt, wohl auf absehbare Zeit hin uneinholbar. Die Japaner hingegen haben sich in den letzten Jahren weit nach vorne gearbeitet und sich einen unumstrittenen zweiten Platz erkämpft.

Für uns Deutsche ist es natürlich eine Schande, dass wir hinter Frankreich platziert sind, aber das ist auch schon lange Zeit so – die 8 Punkte Unterschied sehen zwar nicht nach viel aus, aber dieses Ranking ist erstaunlich konstant. Ob dieser Vorsprung immer noch auf das frühere Erscheinen des Spiels auf Französisch zurückzuführen ist, oder ob die Franzosen einfach besser sind, sei dahingestellt. Tatsächlich besitzt die französische Rangliste insgesamt immer noch mehr Einträge als die deutsche.

Dass Italien so gut dazustehen scheint, ist genau auf diesen Umstand zurückzuführen: Das Spiel ist dort sehr früh erschienen und die Spielerbasis deutlich breiter als in Frankreich oder Deutschland. Das spielerische Niveau ist jedoch deutlich niedriger, wie es auch die beinahe vollständige Abwesenheit italienischer Spieler in der Weltspitze demonstriert!

Die Schweiz und besonders Österreich profitieren wohl von der Nähe zu Deutschland, sowohl was den Rating-Austausch anbetrifft, als auch natürlich die Existenz deutscher Karten. Norwegen schließlich am Ende der Liste enttäuscht mich ein wenig – was ist aus dem Land von Nicolai Herzog, Eivind Nitter, Thomas Gundersen und Sturla Bingen geworden? 15 Punkte Rückstand auf zum Beispiel Finnland sind eine enorme Differenz. Hier vermute ich, dass etwas mit der Infrastruktur dort nicht stimmt.

Die deutlichsten Veränderungen in nächster Zeit sind bei den erwachenden Riesen Russland und China zu erwarten, die aus wirtschaftlichen Gründen zwar wohl noch lange nicht den Stellenwert erhalten werden, der ihrer Bevölkerungszahl entsprechen würde, deren Wachstumspotenzial aber nichtsdestotrotz riesig ist.

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12 Comments on “Die Magic-Länder-Tabelle, Stand 09.07.2007”

  1. atog28 Says:

    Lächerlich! Du kannst nicht einfach eine feste Grösse betrachten bei unterschiedlicher Anzahl von Datensätzen. Eine Aussage nach “wieviele Spieler haben ein Rating >1950” wäre interessant – vielleicht noch mit Angabe, wie gross deren Anteil an der Gesamtdatenmenge des Landes ist. Eine stichtagsbezogene Betrachtung des zwanzigsten Spieler ist statistischer Unsinn. Wenn ich du wäre, hätte ich jetzt beschissen gesagt…^^


  2. Das könntest Du mir geren mal genauer darlegen, wenn Du da einen statistischen Hinergund hast! Ich bin nämlich der Ansicht, dass diese statistische Größe genau den Zweck erfüllt, den sie soll. Die Anzahl der Datensätze (sprich: die Anzahl der aktiven Spielere) IST ja ein Faktor, der wieedergegeben werden soll.

    Und die Frage, wie viele Spieler ein rating von >1950 haben ist, mit Verlaub, viel eher Blödsinn. weil so kurzfristige Ausreißer völlig überbewertet würden.

    Ich schaue mir diese Zahlen schon seit Jahren an und sehe sie als exzellente Kennziffern, die äußerst konstante Rankings ermöglichen, aber nichtsdestotrotz nachvollziehbare Veränderungen erfahren.

    Ach ja, und der Anteil der Topspieler an der Gesamtspielerzahl ist eben NICHT relevant für die Einordung der relativen internationalen Spielstärke.

  3. Thomas Says:

    Ich finde diese Tabelle auch ziemlich interessant (mag aber auch daran liegen, dass ich ebenso ein Statistik – Fetischist bin).

    Die Methode scheint mir auch als angemessen.
    Natürlich schneiden hier bevölkerungsstarke Länder besser ab (wohl ein Kritikpunkt von atog wenn ich es richtig verstanden habe), aber die Intention ist ja nicht zu zeigen wie ein durchschnittlicher Spieler im Vergleich zur Welt abschneidet sondern ob ein Land ein gewisse Anzahl an international spielstarken Spielern hervorbringt.
    Ginge es um den durchschnittlichen Spieler im Vergleich zur Welt könnte ja ein Land mit nur 10 Spielern, die aber überdurchschnittlich gut sind plötzlich an der Spitze der Rangliste stehen.

    Andreas, von mir aus kannst du gerne dann und wann Updates dieser Tabelle veröffentlichen!

  4. Fried Says:

    Hmmm, meine Statistikkenntnisse sind zwar eher dürftig, aber hast Du mal über den “Upper Quartile” als Kennwert nachgedacht? (Ich weiss nicht mal mehr wie das Ding auf Deutsch heisst, ich meine damit den Wert, den der schlechteste Spieler der besten 25% der Spieler eines Landes hat.) Ich glaube der ist besser geeignet, um sowas darzustellen, aber den Grund dafür muss ich nochmal kurz nachsehen…

  5. Fried Says:

    Ich habe das ganze mal kurz (überschlagmäßig) mit dem ersten Perzentil (also der schlechteste Wert vom besten 1% der Spieler eines Landes) berechnet, und kam zu folgendem Ergebnis:

    USA: Rang 629 (total 629XX Records) : 1862
    Japan: Rang 79 (total 7941 Records): 1872
    Germany: Ramg 87 (total 8782 Records): 1885

    Über die statistische Bedeutung dieser Werte bin ich mir alledings immer noch nicht ganz im klaren, da muss ich nochmal nachsehen…


  6. Ja, habe ich, aber aus folgenden Grünen verworfen:

    1. Es ist VIEL umständlicher, diesen Wert heraus zu suchen, als einach nur Seite eins anzuklicken und den untersten zu nehmen.

    2. Letztlich sind Quartale etc… nicht interessant, da die internationale Stärke eines Landes nicht davon abhängt, wie gut die Spieler unterhalb des PTQ-Top-8-Bereiches sind – da geben die Ratingunterschiede nur noch an, wie viele Turniere in dem Land bereits statgefunden haben (weil diese, durch das Ausscheiden vieler Anfänger, so nach und nach den Durchschnitt anheben). Die Größe der Topspieler-Community ist meines Erachtens nicht proportional zur Gesamtspielerzahl, besonders da die Fluktuation semi-aktiver Spieler eine Quartalszahl satrk beeinflussen würde, obwohl diese für die Stärke eines Landes völlig irrelevant ist.

    Letztlich geht es darum, eine Methode zu finden, die nur die besten Spieler des Landes berücksichtigt, aber nicht zu stark mit den Ratings einzelner Spieler fluktuiert.

    Also, zusammengefasst: Ich habe mir schon Gedanken darüber gemacht, was die von mir benutzten Werte aussagen und bin der Ansicht, dass sie ihren Zweck hervorragend erfüllen, jedenfalls besser als alles, was ich mir sonst vorstellen könnte.

    Dewegen bin ich ja auch gespannt darauf, was Atog für statistisch begründete EInwände hat, aber ich denke, ihm geing es mehr um eine Retourkutsche für meine harte Kritik an den Berthold-Artikeln.

    Ach ja, um mal eine gedankliche Parallele zu bringen: Stellt Euch die Top20 eines Landes ein wenig wie die Auswahl einer Nationalmannschaft vor! Für deren Spielstärke ist die Qualität und Quantität des Breitensports auch nur ein sehr untergeordneter Faktor. Große Länder und solche mit vielen Aktiven haben natürlich einen Vorteil, aber kleinere Länder können trotzdem durch gute Förderung der sportlichen Spitze einigermaßen mithalten.


  7. In der Zwischenzeit kam der zweite Kommentar von Fried online: Siehst Du, die von Dir ermittelten Zahlen sagen etwas völlig anderes aus!

    Mein Interesse gilt aber der tatsächlichen internationalen Präsenz und Spielstärke, und da ist es, denke ich, offensichtlich dass meine Methode besser greift als Deine.

  8. atog28 Says:

    Weil sie das sagt, was du meinst und nicht, was ist.


  9. Langsam fängst Du an, Quatsch zu reden! NATÜRLICH sagt die Tabelle das, was IST! Die Frage ist doch nur, WAS dieses “das”, was sie aussagt, ist!

  10. SEcki Says:

    Ich bin kein erfahrener Statistiker oder Stochastiker – aber mein Bauchgefühl würde die Erhebung auch eher anzweifeln, vor allem bei Ländern die, ausser auf PT Ebene, kaum Rating-Kontakt haben. (USA, Japan, Europa …). Denn: das Elo-Rating ist inflationär, also je mehr Spieler bzw. Spiele es in einem Land gibt, desto höher ist das rating des 20. (vergleiche Modo). Ich glaube eben einfach nicht, dass die PT diesen Effekt ausgleichen kann (Studien darüber wären nett – also wie das Rating weltweit wandert …). aber das schreibst du ja selber: weil Magic in den USA früher angefangen hat und es mehr Spieler gibt, ist das Rating des 20. höher – und es sagt kaum was über die Spielstärke mehr aus. Deswegen hört sich das 1% Quantil (oder wie auch immer) fairer an, da es mir diese Verwerfung mehr ausgleicht.

    Warum denn zB nicht den Durchschnitt der ersten 20 Spieler machen und den vergleichen? Das wird Spitzen nach oben auch ausgleichen und die doch recht zufällige und willkürliche Wahl des 20. Platz ausgleichen. Das erscheint mir auch fairer als dein Vorgehen – aber eben ist das auch aufwendiger.

    Zu Norwegen: ich kontrolliere das nicht, aber: wenn die ersten 5 Spieler auf dem Gravy Train sind, werden sie kaum lokale Turniere mehr spielen / spielen dürfen, der Rest der Spieler profitiert also von dem ausländischen Rating weniger, und dann hat man ein relativ kleines Land mit eben weniger Turnieren … das ist zu mindest eine Vermutung.

    SEcki


  11. Es ist richtig, dass das Rating in einem Land ansteigt, um so mehr Turniere es gibt – aber damit spiegeln die Ratings eben auch eine vermehrte Turnierpraxis wieder, und damit einhergehend vermutlich eine höhere Spielstärke.

    Wie Du aber auch richtig anmerkst, haben die Topspieler eines Landes weniger Kontakt mit den anderen, so dass weniger Rating-Punkte ausgetauscht werden. Dadurch wird dieser Effekt abgemildert. In allen Ländern dieser Liste finden aber auch regelmäßige PTQs statt, und die dort Qualifitzierten sorgen für einen Rating-Austauch, es sei denn, sie gelangen auf den Gravy Train und spielen nicht mehr auf dem lokalen Level. Wenn das aber wiederum dazu führt, dass ein Land, das 20 Spieler auf dem Gravy Train hat, ein entsprechend höheres Rating besitzt, dann ist das ja auch wieder durchaus SInn der Sache, oder?

    Insgesamt beeinflussen letztlich all diejenigen Faktoren die Rangliste, die sie auch beeinflussen SOLLEN. Es geht ja nicht darum zu ziegen, dass Deutsche Spieler unter ansonsten identischen Bedingungen bessere Spieler als Japaner wären, weil sie ein größeres Gehirn besitzen, sondern eben darum, die Bedingungen widerzuspigeln, die zu erhöhten Ratings führen!

    Oder kurz gesagt: Die Liste gibt an, welches Rating der zwanzigstbeste Spieler eine Landes besitzt. Ich kann mir keine intuitivere Methode vorstellen, den Play Level dieser Länder zu vergleichen!

  12. atog28 Says:

    Der letzte Absatz ist das Einzige, was man über die Tabelle sagen kann. Der Rest ist nicht logisch begründbar. Danke für diese Einsicht.


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