War da was?

Ach richtig, die britischen und amerikanischen Nationals waren ja dieses Wochenende! Nachdem Australien und Italien ja bereits vorgelegt haben, sollten damit die Grundlagen für das neue Metagame nach dem Übergang von der Neunten zur Zehnten Edition gelegt worden sein. Ich habe mir mal die erfolgreichsten Decklisten herausgegriffen (und zwar die Top 4 aus den USA und die Top 2 aus Großbritannien, um die Relation zu wahren). und mache mir ein paar Gedanken dazu:

Luis Scott-Vargas, 2007 U.S. Nationals Champion:
4 Breeding Pool
4 Yavimaya Coast
2 Temple Garden
2 Hallowed Fountain
2 Calciform Pools
2 Simic Growth Chamber
1 Nimbus Maze
2 Forest
2 Plains
2 Island
1 Arcanis the Omnipotent
3 Vesuvan Shapeshifter
2 Willbender
1 Brine Elemental
1 Venser, Shaper Savant
1 Teferi, Mage of Zhalfir
1 Crovax, Ascendant Hero
3 Loxodon Hierarch
4 Wall of Roots
2 Mystic Snake
4 Rune Snag
4 Compulsive Research
4 Remand
3 Farseek
3 Chord of Calling

Sideboard:
1 Brine Elemental
1 Riftsweeper
1 Loxodon Hierarch
2 Indrik Stomphowler
2 Calciform Pools
3 Spell Snare
3 Aven Riftwatcher
2 Serrated Arrows

Das ist etwas Neues: Das blaue Morph-Deck aus dem Block wurde mit GW Chord-Decks gekreuzt! Vom Typ her ist es ein Kontrollaggro-Deck: Die ersten Züge geht es in die Defensive, um dann blitzartig das Board zu dominieren. Mir gefällt besonders, dass die Chords es ermöglichen, weniger als 4 Kopien von den ganzen doch etwas unhandlichen Morph-Kreaturen zu spielen, und trotzdem konstant das Shapeshifter/Elemental Lock androhen zu können. Interessant übrigens das Fehlen von Horizon Canopy, das doch ansonsten in immer mehr Listen hineinkriecht: Ich glaube, der Grund dafür ist weniger die Angst vor dem Lifeloss (da ist das Deck mt suchbaren Hierarchen, sowie Riftwatchers im SB gut aufgestellt) als einfach die Tatsache, dass dieses Deck manahungrig genug ist, um das Land gar nicht cyclen zu wollen! Das Nimbus Maze allerdings erschließt sich mir nicht wirklich. (Edit: Seit ich es nicht mehr mit Zoetic Caverns verwechsle, ergibt es auch wieder Sinn für mich!)

Thomas Drake, 2007 U.S. Nationals Vize-Champion:
1 Izzet Boilerworks
2 Boros Garrison
4 Hallowed Fountain
3 Nimbus Maze
4 Steam Vents
1 Adarkar Wastes
1 Shivan Reef
1 Urza’s Factory
2 Sacred Foundry
1 Plains
1 Mountain
2 Island
4 Riftwing Cloudskate
3 Venser, Shaper Savant
4 Bogardan Hellkite
3 Grand Arbiter Augustin IV
2 Numot, the Devastator
4 Court Hussar
3 Azorius Signet
2 Boros Signet
4 Momentary Blink
4 Aethermage’s Touch
4 Lightning Helix

Sideboard:
2 Teferi’s Moat
4 Aven Riftwatcher
3 Avalanche Riders
3 Detritivore
3 Lightning Angel

Blinktouch lebt und hat den Verlust des “essenziellen” Stone Rains ganz gut verkraftet, wie es scheint! Man kann ja kaum behaupten, dass der Touch einen Ersatz dafür darstellte. Auch ohne sie wird über Bounce und anderweitige Behinderung des Gegners kontinuierlich Tempo- und Boardvorteil aufgebaut, und mit den großen Fliegern kann blitzschnell auf Angriff umgeschaltet werden. Ebenfalls ein Kontollaggrodeck, das aber mit einigen früh suspendeten Cloudkates gerne auch einmal Aggrokontrolle spielt.

Michael Bennett, 2007 U.S. Nationals Semifinalist:
1 Brushland
1 Caves of Koilos
1 Llanowar Wastes
1 Godless Shrine
4 Temple Garden
4 Overgrown Tomb
1 Pendelhaven
2 Gemstone Mine
2 Forest
1 Plains
1 Orzhov Basilica
1 Selesnya Sanctuary
1 Ghost Council of Orzhova
4 Birds of Paradise
4 Wall of Roots
2 Elves of Deep Shadow
4 Loxodon Hierarch
3 Saffi Eriksdotter
2 Crypt Champion
3 Essence Warden
4 Dark Confidant
1 Harmonic Sliver
1 Withered Wretch
1 Teneb, the Harvester
3 Glittering Wish
4 Chord of Calling
3 Castigate

Sideboard:
3 Slaughter Pact
2 Extirpate
2 Shimian Specter
1 Teneb, the Harvester
1 Saffi Eriksdotter
1 Castigate
1 Congregation at Dawn
1 Mortify
1 Putrefy
1 Teysa, Orzhov Scion
1 Glare of Subdual

Projekt X lebt ebenfalls und nutzt die Toolbox aus Glittering Wish und Chord of Calling für maximale Flexibilität. Ein Midrange-Deck mit eingebauter Kombo, die aber nicht nötig ist, um Spiele zu gewinnen: Bärchen und 4/4er unterstützt von ein bisschen Kartenvorteil und Disruption funktionieren ebenfalls sehr gut, falls der Gegner sich zu stark auf Antikombomaßnahmen konzentriert.

Michael Jacob, 2007 U.S. Nationals Semifinalist:
16 Forest
2 Pendelhaven
4 Treetop Village
4 Llanowar Elves
4 Boreal Druid
4 Scryb Ranger
4 Silhana Ledgewalker
4 Troll Ascetic
4 Giant Solifuge
3 Timbermare
4 Moldervine Cloak
4 Might of Old Krosa
2 Loxodon Warhammer
1 Stonewood Invocation

Sideboard:
4 Groundbreaker
3 Spectral Force
3 Serrated Arrows
2 Viridian Shaman
3 Pithing Needle

Monogrüne Aggro mal wieder, in einer etwas anderen Version. Mit so viel Haste und Pseudo-Shroud (denn die meisten Kreaturen kann man ja mit seinen eigenen Enhancern durchaus anzielen – nur der Gegner schaut in die Röhre!) ein Albtraum für jedes Kontrolldeck. Teferi’s Moat ist allerdings ein höchst probates Mittel dagegen, weil man sich dann nur noch um die Scryb Ranger kümmern muss… Ohne Zweifel ein Favorit für alle, die gerne mit seitwärts gedrehten Kreaturen gewinnen!

Craig Jones, 2007 GB Nationals Champion:
5 Mountain
2 Forest
1 Pendelhaven
4 Treetop Village
2 Gemstone Mine
2 Horizon Canopy
4 Stomping Ground
4 Karplusan Forest
2 Greater Gargadon
4 Mogg Fanatic
4 Mogg War Marshal
4 Tarmogoyf
4 Troll Ascetic
2 Keldon Marauders
4 Char
4 Incinerate
4 Seal of Fire
4 Rift Bolt

Sideboard:
3 Loxodon Warhammer
2 Greater Gargadon
3 Pithing Needle
4 Magus of the Moon
3 Tin Street Hooligan

Auch wenn Craig dies hier als “Red Deck Wins” bezeichnet, ist das natürlich ein Misnomer, weil gerade die früher von roten Decks verschmähten grünen Fatties seine Spielstärke ausmachen. Schnelle, rote Aggression, der dank der grünen Fatties und dem unglaublichen Gargadon auch später nicht die Luft ausgeht.

Stuart Wright, 2007 GB Nationals Vize-Champion:
4 Breeding Pool
4 Watery Grave
3 Yavimaya Coast
3 Gemstone Caverns
3 Gemstone Mine
2 Horizon Canopy
1 Svogthos, the Restless Tomb
4 Drowned Rusalka
4 Magus of the Bazaar
4 Merfolk Looter
4 Narcomoeba
4 Stinkweed Imp
4 Golgari Grave-Troll
3 Llanowar Mentor
2 Bonded Fetch
2 Flame-Kin Zealot
4 Bridge from Below
3 Dread Return
2 Life from the Loam

Sideboard:
4 Wall of Roots
3 Darkblast
3 Krosan Grip
3 Pithing Needle
2 Golgari Brownscale

Und dann erhebt natürlich Dredge wieder sein hässliches Haupt aus dem frisch geschaufelten Massengrab. Der Sideboard-Hate dagegen ist enorm zurückgegangen, also funktioniert das Deck plötzlich wieder! Ob jedoch angesichts der Omnipräsenz von Mogg Fanatic nicht vielleicht ein Backup-Plan, der weniger auf Bridge from Below basiert (wie zum Beispiel die reanimierte Akroma) anzuraten wäre? Dredge ist aggressive Kombo, die zur Not auf einen Midrange-Plan überwechseln kann (indem sie einfach immer größer werdende Trolle ausspielt).

Natürlich ist das Format damit nicht vollständig beschrieben. Insbesondere Satanic Sligh, aber auch ein echtes U/B-Kontrolldeck, Solar Flare und Perilous Storm sowie GB Tarmorack haben dieses Wochenende gut abgeschnitten und sollten erwähnt werden. Insgesamt ist das Format zur Zeit sehr aggressiv, mit Kontrollaggro-Decks an Stelle von Kontrolldecks. Project X, Dredge und Storm sind als Komboansätze daher eine naheliegende Richtung, in die man beim Testen gehen möchte, denn Aggro zu racen scheint zur Zeit eher erfolgversprechend zu sein, als sie kontrollieren zu wollen.

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6 Comments on “War da was?”

  1. atog28 Says:

    Was mich ja unglaubich aufregt ist, wie anfällig das mono-grüne Deck gegen die bereits von dir genannte Teferi’s Moat ist. Er hat aber auch absolut keine Karte dagegen, sogar das bereits als Standard etablierte Kodama’s Grib wird durch Viridian Apes ersetzt. Lächerlich, dass er damit durchkommt. Weniger wohl, weil das Moat niemand ausserhalb des Blocks spielt (warum eigentlich nicht – wäre eine Frage für einen Artikel…)

  2. Avi Says:

    Das war einfach eine interessante Zusammenfassung. Sowas sollte man eigentlich auch auf anderen deutschsprachigen Magic Seiten zu lesen bekommen. _Einfach informativ ein kleiner Überblick über die neuseten Top-Decks aus den Meisterschaften.

    Später könnte man dann auch noch schauen inwiefern sich die 10te Edition in den neuesten Decks bemerkbar gemacht hat. Mir fallen auf anhieb nur der Ascetic und SB Needle auf (und der Loxo, aber der war ja schon in der 9ten) und gelegentliche Versuche des Aggro Loams…

    Guter Überblick


  3. Naja, Atog, wenn Du Dir mal die anderen Decklisten anschaust (auch die, die ich nicht gepostet habe), dann ist Teferi’s Moat gegen KEINE davon gut genug, dass man sie sideboarden wollte – also warum sollte man sie spielen? Und wenn sie keiner spielt, ist es dann nicht absolut richtig, sich nicht um sie zu scheren?

    Das Metagame verändert sich natürlich, und wenn Mono-G populärer wird, tauchen vielleicht Moats im Sideboard dagegen auf, und dann wird Mono-G auch Antworten darauf mitbringen. Wobei ein Gegner, der sich für ein Moat austappt, vielleicht nächste Runde Ranger plus Doppel-Might frisst und trotzdem verliert… Einer der Gründe, warum Teferi’s Moat im Standard so wenig vertreten ist, ist schlicht dass es selbst in seinen besten Matchups nicht gerade broken ist.

  4. ich Says:

    allerdings hat das monog deck sein game 5 im halbfinale gegen eben diese moat verloren , in seinem ansonsten besten matchup


  5. es gibt ja auch kein Grund kein disenchant zu spielen….


  6. achja, am geilsten finde ich den guten Antonio, Gargadon und Bob ist die beste Combo, und seine one offs im SB sind auch irgendwie komisch….


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