Ein paar Playtest-Erkenntnisse, sowie der obligatorische vollständig ernst gemeinte Hiphop-Diss

So, ein bisschen habe ich heute getestet (und spielen geübt). Folgende tiefgreifende Erkenntnisse konnte ich erlangen:

1. Project X ist recht anstrengend zu spielen, wenn man beinahe gar keine Spielpraxis hat. Damit meine ich nicht nur das Herumgestacke bei der Kombo selbst (das ich aber mit Kais Hilfe dann hinbekommen habe), sondern bereits solche Kleinigkeiten wie die Frage, welches Land ich lege, welches Land ich tappe etc… – es ist unglaublich, was für einen Unterschied das bei diesem Deck ausmacht!

2. Project X schlägt R/g Aggro insgesamt erstaunlich zuverlässig, auch wenn die einzelnen Spiele immer knapp sind.

3. Monogrüne Aggro kann irgendwie gar nichts! Ich weiß wirklich nicht, wie dieses Deck bei den US Nationals so weit gekommen ist – selbst gegen Blinktouch, welches nach Aussage seines Piloten sein bestes Matchup sein soll, gewinnt es einfach nicht (und zwar bereits VOR Sideboarden, also ohne Teferi’s Moat beim Gegner!) Das mag ja daran liegen, dass wir die Blinktouchversion ohne Remands gespielt haben, die dementsprechend etwas besser gegen Aggro aufgestellt war, aber irgendwie überzeugt mich das nicht wirklich.

4. Blinktouch ist ein verdammt geiles Deck! Nicht nur gegen Mono-G, auch gegen Teachings-Control ist es einfach Chef im Ring – nicht schlecht, beide Enden des Spektrums (Aggro und Kontrolle) im Griff zu haben!

5. Teachings-Control, das nicht spätestens fünfte Runde Teferi legt, macht so ungefähr überhaupt nichts gegen alles, jedenfalls die US-Nationals-Version. Dafür schafft es immer mal wieder das Kunststück, gleichzeitig colourscrewed und flooded zu sein – nicht schlecht für ein zweifarbiges Deck!

6. Dredge ist wahnsinnig schnell und auch recht konstant, muss aber oft schon gegen einen einzelnen Withered Wretch einpacken, und hat außerdem sowohl gegen Saffi, als auch gegen Mogg Fanatic kaum eine Chance über den Bridge-Kill zu gewinnen (Grave-Trolls sind aber kein schlechter Backup-Plan). Durch ein unvorbereitetes Meta sollte das Deck wie durch Butter gehen, aber sobald es auch nur auf eine mäßige Menge Hate trifft, kann es einpacken.

7. In keinem Deck, in keinem Matchup hat einer von uns die allgegenwärtigen Bounce-Länder jemals anders als mit Flüchen kommentiert – Gott, sind die scheiße! Selbst, wenn sie einem nicht gebounced oder zerstört werden, will man sie einfach nie legen. Vielleicht sind sie ja gut in einem echten Kontrollmirror, aber so etwas gibt es zur Zeit ja nicht. Je nach Deck sollte man die Dinger wohl einfach durch “richtige” Länder (die man auch in Runde eins legen kann, und die nicht getappt in Spiel kommen) und/oder Signets ersetzen. Das zusätzliche Mana, das sie in Runde tausend oder so generieren, ist völlig irrelevant, weil sie einen bis dahin so im Tempo zurück fallen lassen, dass man diese Runde gar nicht mehr erreicht.

8. Ach ja, noch eine Bemerkung zu Project X: Wieso um alles in der Welt ist da kein Tarmogoyf drin? Nicht vier Stück natürlich, aber einer, den man sich mit dem Chord superbillig holen kann, wäre in so vielen Situationen einfach das bestmögliche Play! Sollte das jetzt Tech werden: Hier habt Ihr es zuerst gelesen!

Ich kann übrigens überhaupt nicht nachvollziehen, wie der Frisör darauf kommt, Magic sei zur Zeit Portal-artiges Karten legen – wir hatten praktisch in jedem einzelnen Spiel, in jedem Matchup unglaublich komplizierte Spielsituationen, in denen wir knifflige Entscheidungen mit weitreichenden Konsequenzen zu treffen hatten und subtile Fehler über den Spielausgang entschieden. Selbst die Aggro-Decks ließen sich absolut nicht auf Autopilot spielen.

Noch etwas anderes. Wie immer weise ich darauf hin, dass auf PlanetMTG ein neuer Artikel von mir erschienen ist, nämlich der erste, welcher aus dem “Wunschkonzert” entstanden ist. In den Kommentaren dazu beweisen die Hipphoppler übrigens, dass sie in den letzten fünfeinhalb Jahren nichts dazu gelernt haben – da fühlt man sich ja wirklich in alte ZK-Zeiten zurück versetzt! (Und dabei hat der Artikel mit ihnen doch eigentlich gar nichts zu tun.)

Wie hat Einstein doch gesagt:

“Nur zwei Dinge sind unendlich, das Weltall und die menschliche Dummheit. Beim Weltall bin ich mir aber nicht ganz sicher.”

Und dabei gab es doch zu seiner Zeit noch gar keinen Hiphop!

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16 Comments on “Ein paar Playtest-Erkenntnisse, sowie der obligatorische vollständig ernst gemeinte Hiphop-Diss”

  1. ahmmtg Says:

    Ich weiß wie Volker darauf kommt! Das ist einfach seine Grundhaltung, JEDES Format/Metagame kommentiert er auf diese Art.

  2. Chickenfood Says:

    der volker soll sch mal zurückhalten, den nimmt sowieso keiner mehr ernst.

    @Thema: mir fällt auf, das du gar kein R/B aggro testest.
    das deck soll angeblich ganz gut sein.
    angeblich aht project x shclechte chancen gegen mogg fanatic.
    also ich weis nciht, das deck hat die fähigkeit einen elefanten nach dem anderen rasuzurotzen. venser kann auch was gegen project x.

    MfG Chickenfood

  3. Sebastian Says:

    Falls das US-Siegerdeck (OmniChord) nicht im Gauntlet ist – rein damit. Sehr schwer zu spielen, unendlich klobig… und offensichtlich ziemlich gut.


  4. nein, z.zt. des Magnivore… das ist gut anderthalb Jahre her… vom jetzigen Typ2 habe ich wenig Ahnung…

    Wieso gibt es kein Kontrollmirror? was ist den z.b. Blinkmirror?

    Will man d anicht unendlich Mana haben????

    Ja und mehr al 1-3 Karoländer will man doch eh nicht spielen oder?


  5. Gauntlet: Die angesprochenen Decks sind natürlich alle im Gauntlet, nur hatten wir halt endlich viel Zeit zur Verfügung.

    Gebaut haben wir bislang Blinktouch, Teachings-Control, UG Shifter (wieso heißt das OmniChord?), Project X, Mono-G Aggro, R/g Aggro, Satanic Sligh, TarmoRack, Storm und Dredge. Damit sind wir dann erst einmal eine Weile beschäftigt, denke ich!

    Kontrollmirror: Nur Teachings würde sich da qualifizieren, und das Deck ist einfach zu selten (und meiner Ansicht nach auch zu schlecht), um sich darauf einzustellen. Blinktouch ist Kontrollaggro, die oft sogar Aggrokontrolle spielt, wenn die Bouncer früh kommen. In DEM Matchup sind Bounceländer übrigens ja wohl wirklich das allerallerletzte, was man will!

    (Kleiner Tipp: Cloudskate. Venser. Avalanche Riders. Detritivore…)

    Damit die Dinger gut sind, braucht man Spiele, in denen Tempo praktisch micht stattfindet. So etwas gibt es zur Zeit nicht.

  6. atog28 Says:

    trischais Mehrspielerrunden…

  7. Nick Says:

    Warum provozierst du die Hopper denn? Hast du Appetit auf Fische?


  8. Eigentlich war das Ganze nur ein Nebensatz als “Osterei” für langjährige Community-Mitglieder, die sich noch an die alten ZK-Streitereien erinnern.

    So wie es aussieht, ist aber von der “alten Garde” keiner mehr aktiv, der sich daran erinnert, während die Hiphop-Community immer noch mit ihrem geringen Selbstwertgefühl und ihren intellektuellen Defiziten kämpft…

    Die Geschichte wiederholt sich eben doch immer wieder, weil die Leute einfach nix dazu lernen.

  9. Nick Says:

    Vielleicht hat ein MasterE inzwischen dazugelernt. :-)
    Den Menschen fehlt dann aber doch das kollektive Gedächtnis um sich in ihrer Gesamtheit zum besseren verändern zu können.

  10. Meikel Says:

    Mag vielleicht uebertrieben klingen, aber ich fand den Kommentar im Artikel ok aber was du in den Kommentaren noch gesagt hast fand ich net mehr so witzig – das klingt schon nen bissl boesartig und ich mag HipHop auch net

  11. H@vvK Says:

    Bis jetzt fand ich es eigentlich immer sehr interessant deine Artikel zu lesen, doch seit es so scheint das du nur Artikel schreibst um Hip Hopper fertig zu machen, macht es nicht wirklich Spaß. Ich bin kein Fan von Heavy Metal, doch böse Kommentare habe ich noch nie dazu abgelassen. Ich hoffe du findest bald auf deinen Weg des guten Artikel schreibens zurück und lässt endlich von einer Musikrichtung ab die dir nicht gefällt. Was hat eine Diskussion von Musikrichtungen auf einer Homepage zu tun die sich mit Magic befasst?

  12. Handsome Says:

    “während die Hiphop-Community immer noch mit ihrem geringen Selbstwertgefühl und ihren intellektuellen Defiziten kämpft…”

    Ich dachte, du hättest den Grundsatz, nur über Dinge zu schreiben, von denen du Ahnung hast? Versteh mich nicht falsch, wenn das irgendein random Barn geschrieben hätte, wär es mir ziemlich egal, aber bei dir enttäuscht es mich etwas.


  13. Den Artikel hab ich grad gelesen, aber leider kann ich da ja nix schreiben, daher frag ich mal hier nach. Und zwar: Ich habe einen Freund und auch nicht vor, den in nächster Zeit zu wechseln; wie verträgt sich das mit deiner Theorie, dass Frauen ja eigentlich nur das Haus verlassen, um neue Männer anzugraben (bzw sich angraben zu lassen) oder um Männern im allgemeinen aus dem Weg zu gehen?
    Zweitens: Ich habe mal in meinem Blog darüber geschrieben, dass ich es faszinierend finde, wenn Menschen (nicht Männer… also, nicht nur…) sich für etwas begeistern. Wer hatte denn das gleiche nur über Männer geschrieben?

    Ansonsten schon nett. Aber auch wenn uns die Gesellschaft wichtiger ist, heißt das nicht, dass es dabei nur um Männer geht. Soziale Interaktion besteht ja nicht nur aus Werben und dem, was da noch dranhängt. Aber das verstehst du als Mann natürlich nicht, das ist mir schon klar *smiley*. Oh, und manchmal sehen wir Männer auch nur so als “Menschen”, so ganz neutral und so… Aber das verstehst du ja wieder als Magic-Spieler nicht, das ist mir schon klar. XD


  14. Hydro: Nun, ich schreibe keineswegs, dass es “nur” ums Angraben geht (sondern eben z.B. auch um die Pflege des Freundeskreises) – aber dass es für Frauen eine Primärmotivation ist, interessante Männer kennenzulernen, ebenso wie umgekehrt. Das bedeutet auch nicht, dass sie mit all diesen interessanten Männern im Bett landen (ebenso wie umgkehrt), aber es bedeutet, dass sie immer neugierig auf Männer sind (genau so wie umgekehrt).

    Der Unterschied zwischen den Geschlechtern hier ist meiner Meinung nach der, dass Frauen primär Freizeitaktivitäten nach den sozialen Aspekten auswählen (von denen Männer Kennenlernen einer ist), während Männer Aktivitäten primär nach inhaltlichen Gesichtspunkten auswählen. (Primär bedeutet in beiden Fällen nicht ausschließlich.) Ich kann mir auch nicht so Recht vorstellen, dass gerade Du mir da wirklich widersprechen willst… In jedem Fall aber ist das Phänomen, dass Frauen praktisch keine Magic-Turniere spielen, nicht wegzuleugnen, und berechtigt absolut zu Verallgemeinerungen, da es ein allgemeines Phänomen IST!

    Handsome: Korrekterweise hätte ich schreiben sollen “derjenige Teil der HipHop Community, der sich in der Magic-Community zu Wort meldet”, weil das mein Beobachtungsraum ist, und diese Leute meine Behauptung ja direkt evident machen. Okay, die paar mir persönlich bekannten Hipphoppler widersprchen der These auch nicht wirklich… Aber Du hast Recht: Um ganz exakt und vorurteilsfrei zu bleiben, hätte ich schreiben müssen: “die Teile der HipHop Community, mit der ich bislang zu tun hatte”. Vielleicht gibt es ja viele HippHoppler, die mit dieser primitiven, aggressiven Macho-Musik nicht ihre Minderwertigkeitsgefühle kompensieren, die ich nicht kenne. Oder ich kenne sie sogar, aber ERkenne sie nicht, weil man ihnen den Hipphoppler nicht ansieht?

    Vielleicht erklärt mir auch einfach mal jemand, wieso Kiddies, die sich als Gansta inszenieren und bei jeder noch so leichten echten oder eingebildeten Kränkung ihrer “Ehre” einen auf Aggro machen, NICHT an mangelndem Selbstwertgefühl leiden?

  15. Handsome Says:

    “Aber Du hast Recht: Um ganz exakt und vorurteilsfrei zu bleiben, hätte ich schreiben müssen: “die Teile der HipHop Community, mit der ich bislang zu tun hatte”. Vielleicht gibt es ja viele HippHoppler, die mit dieser primitiven, aggressiven Macho-Musik nicht ihre Minderwertigkeitsgefühle kompensieren, die ich nicht kenne. Oder ich kenne sie sogar, aber ERkenne sie nicht, weil man ihnen den Hipphoppler nicht ansieht?”

    Besser :) Es ist tatsächlich so, dass man gerade den HipHoppern, die man wohl als intelligenter beschreiben würde, ihre Zugehörigkeit zur Kultur nicht ansieht, einfach weil sie wissen, dass die Outfits, die man v.a. aus der US-amerikanischen Rapszene gewohnt ist, an weissen Mittelstandkids brutal lächerlich aussehen. Das weiss aber nicht jeder :)

    “Vielleicht erklärt mir auch einfach mal jemand, wieso Kiddies, die sich als Gansta inszenieren und bei jeder noch so leichten echten oder eingebildeten Kränkung ihrer “Ehre” einen auf Aggro machen, NICHT an mangelndem Selbstwertgefühl leiden?”

    Es ist auf jeden Fall so, dass das Bild von HipHop in den deutschen Medien noch nie so verzerrt war wie heute. Das wirkt sich natürlich negativ auf alle aus, die neu zu dieser Kultur stossen, weil sie nur unreflektiert ihre Klischees wahrnehmen können und eben nicht die positiven Werte und Grundeinstellungen, die diese Kultur zweifelsohne vermittelt! Gerade jüngere Rapfans neigen leider auch zur Überidentifikation und meinen dann, ihren Idolen nachahmen zu müssen, weil sie es nicht schaffen, den Inhalt der Texte zu hinterfragen. Denn glaub mir: Aggro-Kiddies aus dem Kuhdorf, die meinen, sie wären Gangsta, findet niemand nerviger als der HipHop-Fan selbst. (True story: Jemand aus Marktl am Inn, dem 2700 Seelen-Dorf mit dem Papsthaus, wollte mir letztens auf einer Party erklären, wie hart doch sein leben auf der Straße sei.)


  16. Nur muss man schon argumentieren, dass Hipphoppler eben diejenigen Leute sind, die sich unter denen, die sich für Hipphoppler halten, in der Mehrzahl befinden.

    Wer sich davon nicht angesprochen fühlt… der braucht sich eben nicht angesprochen zu fühlen!


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