Für manche ist es ein FNM, für andere das unfokussierteste Playtesting aller Zeiten

Wie schon letzte Woche habe ich auch heute wieder ein FNM gespielt, sogar mit dem gleichen Ergebnis. Huch, stimmt ja, das wisst Ihr ja noch gar nicht! Ich erwähne es in meinem nächsten PlanetMTG-Artikel. Tja, der Planet ist halt nicht ganz so aktuell wie mein Blog!

Wie auch immer, diesmal waren meine Gegner im Schnitt wohl ein bisschen stärker, aber ihre Decks kaum weniger random. Getestet habe ich schließlich für ein Metagame, in dem R/G und Dredge dominieren und in dem ansonsten noch ein wenig Satanic Sligh und Omnichord vorhanden sind. Gespielt habe ich gegen monogrüne Aggro, ein URW No-Touch, Solar Flare und noch ein URW No-Touch. Hm…

Naja, der Reihe nach: Ich habe versuchsweise mal das Summersberger-Deck von der ÖM ausgeführt, mit fast keinen Änderungen im Maindeck (ich glaube, Saffi Eriksdotter für den Riftsweeper, sowie ein vierter Hierarch an Stelle des Crovax waren die einzigen) und einem vollständig neuen Sideboard (das von Helmut verstand ich nämlich nicht, also baute ich mir eines, mit dem ich klar kam). Deckliste gibt es am Schluss.

1. Runde: Die Freundin eines Magic-Spielers mit dem Deck, das er ihr in die Hand gedrückt hat

Okay, das ist jetzt ein “educated guess”, zugegeben! Sie kannte zwar die Regeln soweit, spielte aber taktisch äußerst unbedacht. Im ersten Spiel legt sie mit Llanowar Reborn, Silhana Ledgewalker, Troll Ascetic, Moldervine Cloak, Giant Solifuge los und ich bin sehr schnell sehr tot. Nach Sideboarden spiele ich an Stelle von Countern Kreaturen und kann dagegen halten. Mehrere Hierarchen mit Stonecloaker-Unterstützung racen Ledgewalker und Asketen. Im dritten Spiel ist ein Magus of the Disk eine schöne Lebensversicherung, und die Kombo mit der selten benutzten zweiten Fähigkeit des Hierarchen übersehe ich auch nicht. Ach ja, einmal entferne ich mit Stonecloaker ein Moldervine Cloak und bemerke plötzlich, dass sie ihre Bibliothek mischt… Als ich frage, wieso, meint sie, dass sie das Cloak hereingemischt habe! Worauf man alles achten muss…

2. Runde: Ein netter Franke, der mein Blog liest

Genau so wie ich in meinem No-Touch spielt er 22 Länder, 6 Steine (er hat allerdings weniger Angst vor Colour Screw und benutzt auch Mind Stones), aber irgendwie zieht er sie flüssiger als ich. Gleich in zwei Spielen legt er in Runde zwei einen Stein und in Runde drei drei weitere! Ein Zorn bremst meine erste Angriffswelle und plötzlich spielt er einfach mal einen Hellkite, den ich allerdings mit Shapeshifter trumpfe. (Meine dumme Angewohnheit, den verdeckt auf den Tisch zu legen und in der selben Bewegung umzudrehen, sorgt für ein wenig Verwirrung, aber ich habe klar angesagt, dass ich ihn direkt spielen wollte, um den CIP-Trigger zu bekommen.) Ein zweiter Shifter macht dann den Sack zu. Nach Sideboarden legt er dann plötzlich einen Morph, und nach kurzem Blinken sehe ich mich einer roten Akroma gegenüber, gegen die mein Deck irgendwie genau gar nichts macht, außer einen Shapeshifter zu ziehen, was mir nicht gelingt. Und tot. Ich sideboarde noch einmal etwas anders (unter anderem den Magus of the Disk hinein). Diesmal gelingt es mir, die gemorphte Akroma mit einem Rune Snag zu erwischen, und als er die zweite zieht, steht mein Shifter bereit. Dann habe ich irgendwie mehr von allem, auch nachdem er ein oder zwei Mind Stones durchzieht, und bekomme ihn ins Shifter/Elemental-Lock. Einmal leiste ich mir die Frisur des Tages (damit meine ich nicht, dass es meine einzige war, sondern meine schlimmste) als ich, nachdem ich einen Court Hussar spiele, und er einen spielt, und wir uns gleichzeitig über unsere Testerfahrungen mit dem No-Touch unterhalten, einen Compulsive Research spiele, mir eine Karte greife und die beiden anderen unten drunter legen will… Naja, mein No-Touch hat halt keine Researchs, nur Husaren… Er stoppt mich aber noch rechtzeitig.

3. Runde: Ein Vintage-Spieler, der mir erklärt, dass man für Standard ja weniger Skill bräuchte

An Hand von Hallowed Fountain, Caves of Kolis und einem Signet identifiziere ich korrekt Solar Flare. Das halte ich für KEIN gutes Matchup für mein Deck! Ich packe Kreaturen aus, und er Wratht sie weg. Ich mache das Gleiche noch einmal (es ist übrigens wirklich lästig, gegen Kontrolldecks die Walls an Wraths zu verlieren) und er ebenso. Dann kopiert er mit einem Body Double einen Angel of Despair und ich kopiere diesen mit einem Shapeshifter zurück. Er macht das Gleiche noch einmal und ich lege einen Arcanis. Es sieht gerade gut für mich aus (2 Wraths hat er schon gespielt und einen in ein Research abgeworfen) aber er topdeckt einfach noch einen. Irgendwann aber bleibt bei mir ein Hierarch übrig, der ihn tot schlägt. Nach Sideboarden bearbeite ich mit Stonecloaker seinen Friedhof und entferne Akroma und Angel of Despair. Mit seinen Wraths hat er aber genügend Zeit, um mehr davon zu ziehen und einfach auszuspielen. Wir tauschen wieder ein wenig Shapeshifter und Body Doubles, und als sich der Qualm verzieht, liegen bei ihm zwei Angel of Despair und bringen mich auf 8 Leben. In einem pathetischen Versuch dagegen zu halten, greife ich mit zwei Hierarchen an. Einer davon fängt sich eine Temporal Isolation und der andere… einen Condemn! Völlig überflüssig das, er hätte einfach mit seinem Hussar chumpen können. So kriege ich 4 Leben und damit einen weiteren Draw Step, der einen Chord und somit einen weiteren Shapeshifter bringt, der effektiv mit zwei Engeln tauscht. Wir topdecken wieder abwechselnd (ich Kreaturen, er Wraths und Damnation), bis ich mit einem End-of-Turn-Chord seine Damnation umgehe und ihm die letzten Lebenspunkte raube. Ja, er hat es gründlichst verbauert! Zum einen hat er mich mit dem Condemn völlig unnötigerweise zurück ins Spiel gebracht. Zum anderen hat er mir früh mit einem Extirpate meine Rune Snags entfernt, anstatt auf eine Gelegenheit zu warten, meine Shapeshifter zu kriegen – ohne die mache ich nämlich gar nichts gegen sein Engelgeschwader! Tja… gut, dass man auch in Standard “Skill” braucht, denn ansonsten hätter er mich locker eingestampft!

4. Runde Der Bosselmann, der im Prinzip mein Deck spielt, weil er zu meinem erweiterten Playtest-Kreis gehört

Wir drawen, und ich gehe mir einen Döner holen. Er erzählt mir, dass er ein Sunhome in das No-Touch gequetscht hat, und dass er damit ständig Spiele gewönne. Klingt interessant! Ich bin zwar ein wenig empfindlich, was die Stabilität meiner Manabasis angeht, aber Sunhome erscheint mir schon attraktiver als Urza’s Factory (die mein letzter Gegner übrigens im ersten Spiel gegen mich herbei-transmutet hatte, ohne dass sie irgendetwas Sinnvolles getan hätte).

Der Henke (nein, nicht DER Henke) hat das No-Touch gleichzeitig in einem anderen FNM ebenfalls zu einem 3:0:1 pilotiert.

Na gut, Zeit für die Deckliste:

4 Island
3 Plains
2 Forest
4 Temple Garden
4 Breeding Pool
2 Hallowed Fountain
2 Nimbus Maze
4 Yavimaya Coast
4 Wall of Roots
4 Rune Snag
4 Remand
3 Compulsive Research
3 Chord of Calling
3 Court Hussar
4 Loxodon Hierarch
3 Vesuvan Shapeshifter
1 Willbender
1 Brine Elemental
1 Venser, Shaper Savant
1 Mystic Snake
1 Arcanis, the Omnipotent
1 Saffi Eriksdotter
1 Tarmogoyf

Sideboard:
3 Tarmogoyf
3 Serrated Arrows
2 Stonecloaker
2 Indrik Stomphowler
1 Magus of the Disk
1 Riftsweeper
1 Loxodon Gatkeeper
1 Grand Arbiter Augustin IV
1 Aven Riftwatcher

Erkenntnisse: Die Manabasis hat größtenteils funktioniert. Die Remands habe ich IMMER herausgeboardet – gegen Aggro, weil ich keine Zeit hatte, Mana offenzuhalten, weil ich gegenhalten musste; gegen Kontrolle, weil ich keine Zeit hatte, Mana offenzuhalten, weil ich Threats spielen musste. Außerdem bringt Remand auf Wrath of God, Hellkite oder Body Double nicht wirklich viel, weil ich in der Zwischenzeit eher selten den Gegner erschlage (oft spielt dieser ihn einfach in der selben Runde noch einmal – es ist ja nicht so, dass OmniChord superschnell wäre). Eigentlich waren die Remands nie gut (gegen Dredge habe ich ja auch nicht gespielt), sondern immer nur schwierig zu benutzende Cycler. Mein Sideboard habe ich bis auf die Arrows fleißig benutzt, und die Arrows will ich gegen Satanic Sligh und R/G Beatz haben – diese Decks existieren ja schließlich noch! Deswegen würde ich folgende Änderungen am Deck vorschlagen: Remands raus, die 3 Tarmogoyfs aus dem SB rein (die sind nämlich immer gut), sowie ein vierter Hussar (ditto). 4 Remands ins SB an Stelle der Tarmogoyfs und des Grand Arbiter (der war gegen Storm gedacht, aber das ist Quatsch: Erstens spielt dieses Deck keine Sau, und zweitens hätte man dagegen nicht die Zeit, dieses Einzelexemplar zu Chorden).

Ach ja, und ich bin ein beschissener Spieler, was ich allerdings auch schon vorher wusste. Aber so ist das eben mit den Theoretikern!

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8 Comments on “Für manche ist es ein FNM, für andere das unfokussierteste Playtesting aller Zeiten”

  1. Noob-Ally Says:

    3. Runde: Ein Vintage-Spieler, der mir erklärt, dass man für Standard ja weniger Skill bräuchte

    ja das kenne wir ja alle,… (Das sind ja auch meist die mit deim meisten Skill)

  2. Sansibaar Says:

    Witzig sowas als “Nichtspieler der kleinen, bunten Karten” zu lesen ^^


  3. Da versteht man doch kein Wort, oder? Wie hast Du denn hierher gefunden?

  4. Mo Says:

    ich versteh nur nicht wie man croavx cuttn kann^^ nichtmal im board. ist doch der allerbeste mann in dem deck!


  5. Wenn er mal auf dem Tisch liegt, ist er wirklich gut… aber das tut er leider nie. Ich jedenfalls verstehe nicht, wie man ihn jemals dorthin bekommt! Sowohl WW4 als auch der Chord für 6 sind völlig utopisch, wenn man auch nur das geringste bisschen Gegenwehr vom Gegner hat – und wenn nicht, braucht man ihn nicht mehr. Für den getopdeckten Chord im gestallten Lategame ist mit Arcanis das beste Ziel noch im Deck. Gegen die Decks, gegen die er theoretisch gut ist, ist Crovax einfach viel zu teuer.

    Wenn man mal meine aktuelle Version mit der ursprünglichen von Vargas vergleicht, sieht man, dass die ganzen teuren Kreaturen enorm reduziert wurden. Klar ist es toll, eine Toolbox mit den Best-ofs aus UGW zur Verfügung zu haben und Schlüsselkarten wie Mystic Snkae oder Venser mehrfach, aber in der Praxis braucht man einfach mehr Karten, die man ausspielen kann und die dann zuverlässig gut sind. Gegen Aggro gewinnt man sowieso, wenn man das Early Game überlebt,, und gegen Kontrolle kann man jetzt mit dem kompletten Programm Hierarchen und Goyfs so viel Druck machen, dass die Defensive des Gegners darauf geht und man dann seine Schlüsselkreaturen durchbekommt.

  6. Sansibaar Says:

    @Andreas: Hergefunden zufaellig ueber irgendein Blogroll, oder einen Link, don’t remember :) Aber als WoW- und pen&paper Rollenspieler ist mir diese Form der Erzaehlung durchaus nicht fremd, hehe, nur mit den Begriffen kann man dann halt nichts anfangen, wenn man nicht in der Materie drin steckt… ;)

  7. flippi Says:

    Ach ja, einmal entferne ich mit Stonecloaker ein Moldervine Cloak und bemerke plötzlich, dass sie ihre Bibliothek mischt… Als ich frage, wieso, meint sie, dass sie das Cloak hereingemischt habe! Worauf man alles achten muss…

    Und wie ging das Spiel aus ?


  8. Ich dachte, das wäre aus dem Zusammenhang klar: Ich habe es 2:1 gewonnen.


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