Meine Gedanken zu Heikos Mammut-Artikel

Der ist heute auf PlanetMTG erschienen, und da er enorm viel Inhalt hat, habe ich auch enorm viel dazu zu sagen, deswegen an dieser Stelle:

Die Art und Weise, wie Du Judge geworden bist, spricht Bände über die DCI… Klar, in Deinem Fall scheint es sich zum Guten gewandt zu haben, aber so wie Du den Ausleseprozess beschreibst, bist Du einfach nur genommen worden, weil Du einen günstigen Wohnort besaßest! Du kanntest grundlegende DCI-Dokumente nicht, besaßest keine gute Begründung, warum Du eigentlich Judge werden wolltest und keinerlei Judge-Erfahrung unter Aufsicht, und Dein Regelwissen scheint auch extrem lückenhaft gewesen zu sein – diesen schriftlichen Test müsste man einmal zu sehen bekommen!

Wie auch immer, aus Dir scheint zwar ein brauchbarer Teil der Judge-Community geworden zu sein, aber wie viele völlig ungeeignete Personen können auf diese Art ebenfalls Level 1 werden? Zumindest einen davon kennen wir ja wohl alle! Bis jetzt hatte ich ja angenommen, dass der Fall Eucken ein einzelner Betriebsunfall war; eine Ausnahme, die durch einen unzufriedenen Area Judge, der sich an der DCI rächen wollte, passiert war, aber wenn ich das hier lese, muss ich wohl davon ausgehen, dass so etwas öfter vorkommen kann!

(Ach übrigens, die Leute die lieber zusehen als etwas selbst zu machen – sind das nicht diejenigen, die in Videotheken Stammkundenrabatt bekommen? Judges sind Spanner, soso…)

Interessant finde ich übrigens, wie konstant immer wieder Franzosen zum Thema werden, wenn es um problematische Spieler und zwiespältige Situationen geht… Auch aus meiner Erfahrung als Spieler kann ich das leider nur bestätigen. Wie kommt so etwas? (Kleine Anekdote am Rande: Frankreich besaß in der Magic-Steinzeit einige Zeit lang eine eigene Banned-Liste, auf der sich zum Beispiel Petra Sphinx befand, weil Karten, bei denen man davon profitierte, die oberste Karte seiner Bibliothek zu kennen, dort zu häufig in betrügerischer Weise missbraucht wurden!)

Ob dieses Phänomen etwas mit der “Wir-müssen-kein-Englisch-lernen”-Einstellung zu tun hat? Wie auch immer, wer an einem PTQ in einem anderen Land teilnimmt und weder dessen Sprache noch Englisch hinreichend beherrscht, ist vollständig für alle daraus entstehenden Missverständnisse verantwortlich!

Zu den Deck-Checks in Runde eins: Wie Du ja auch später ansprichst, kommt es da doch zu erheblichen Judge-Engpässen in der ersten Runde, nicht wahr? Außerdem sind Deckchecks in der ersten Runde dann ja wohl auszuschließen – oder? Welches Risiko genau geht also ein Spieler ein, der zum Beispiel in der ersten Runde ein Kombo-Deck spielt, in dem eine Schlüsselkarte sechs Mal vorhanden ist?

Ist es wirklich sinnvoll, den Löwenanteil des Judge-Staffs so zu beschäftigen?

“George kam allerdings zu dem Schluss, dass dieser Spieler nicht betrügen wollte sondern sich einfach nicht im Klaren darüber war, welche Konsequenzen sein Verhalten haben könnte. Deshalb entschied sich George dazu, den Spieler nicht zu disqualifizieren, sondern ihm einen Game Loss für “Unsporting Conduct – Major” zu geben. Das ist die übliche Strafe, wenn man eine direkte Anweisung eines Turnier-Offiziellen nicht befolgt. Diese Strafe fand ich durchaus angemessen und ich vermute, dass dieser Spieler etwas daraus gelernt hat.”

So, wie Du das hier darstellst, geht das ja wohl gar nicht – es wird doch eindeutig gesagt, dass man sich nicht bewusst sein muss, eine Infraction zu begehen, so lange man die Infraction bewusst begeht! Genau deswegen hast Du doch ein paar Absätze vorher den Spieler DQt, der seinem Gegner angeboten hat, ihn fürs Aufgeben zu kompensieren.

Wenn überhaupt kann man argumentieren, dass der Spieler zwar bewusst gehandelt hat, aber nicht, um sich einen Vorteil zu verschaffen (die andere Bedingung für Cheating). Das finde ich allerdings bei Hüllen, auf deren Markierung man gerade erst von einem Judge hingewiesen wurde, höchst fragwürdig. Wenn ich dann noch sehe, dass der Spieler versucht hat, Dir den erneuten Deck Check auszureden, kann ich überhaupt nicht nachvollziehen, wieso hier nach einer Möglichkeit gesucht wurde, ihn nicht wegen Betruges zu DQen!

Noch etwas: Wenn ein frisch gebackener Level-2 sich darum drückt, ein Turnier zu judgen, weil er befürchtet, die Regelfragen nicht beantworten zu können, dann muss ich wiederum fragen, welche Anforderungen an Level-2-Judges eigentlich gestellt werden…

Dann habe ich eine Frage zum 2HG-Mixed: Kann man dieses Format eigentlich sanktionieren? Ich bin mir ziemlich sicher, dass es außerhalb von durch die DCI vorgegebenen Premier Events nicht möglich ist, Spieler auf Grund willkürlicher Bedingungen (wie zum Beispiel des Geschlechts) an der Teilnahme von sanktionierten Turnieren auszuschließen. Das muss dann aber auch für Teams gelten! Ich stelle mir gerade folgende Turnierform vor: 2HG, jedes Team muss entweder aus zwei Schwarzen oder zwei Weißen bestehen… (ach ja, und natürlich gibt es für die Weißen-Teams Extra-Preise, newa?) Ob die DCI so etwas in den USA sanktionieren würde?

Und wieso eigentlich gibt es keinen Default bei der Schadenszuweisung im 2HG? DASS es keinen gibt, weiß ich als regelmäßiger Leser der Judge-Liste auch, aber WARUM man sich diese ganzen für alle Beteiligten lästigen Situationen nicht erspart, indem man z. B. definiert, dass – wenn nicht anders angesagt oder zwischen den Teams vereinbart – Schaden immer dem linken Spieler zugewiesen wird, oder vielleicht dem Spieler, der demjenigen Spieler, dessen Schadensquelle es ist, gegenüber sitzt, hätte ich gerne einmal erklärt! Und darf ich als Head Judge eines Turniers zu Beginn in einer Ansage diesen Default festlegen, um Ärger zu vermeiden?

Schließlich noch etwas zu dem Enthusiasmus und der Kreativität, mit der Du nach Möglichkeiten gesucht hast, Penalties herabzusetzen: Wieder einmal wurde der Passus mit den wichtigen und außergewöhnlichen Umständen missbraucht! Wann immer ein Judge das Bauchgefühl hat, dass eine vom PG vorgesehene Strafe zu streng sei, sucht er sich eine Ausrede, sie herabzusetzen. Hört das denn niemals auf? Weil Judges nicht die Cojones besitzen, ihrem Unmut über den PG an offizieller Stelle Luft zu machen, lassen sie ihn an den Spielern und anderen Judges aus – nämlich an all denen, die sich tatsächlich an den PG halten bzw. halten müssen!

Es ist einfach eine unvertretbare Ungleichbehandlung, wenn der HJ in einem Turnier für eine Infraction die vorgesehene Strafe vergibt, während in einem anderen Event der Judge sie downgradet, weil – zum Beispiel – Frauen mitspielen! (Das ist nämlich der Grund für die “Werbeabsicht”, den Du ansprichst!) Auch wenn Du das in diesem Fall einzusehen scheinst, ist es immer noch gängige Praxis.

Ihr Judges habt offensichtlich einen unglaublichen Schiss vor Andy Heckt! Anstatt ihm klar zu sagen: “Lieber Andy, wir wünschen uns im Penalty Guide weniger fest vorgegebene Regelungen, um Situationen mit mehr Fingerspitzengefühl handhaben zu können” und Euch der daraus resultierenden Diskussion zu stellen, tut Ihr so, als ob Ihr die offizielle Linie mittragen würdet, aber unterlauft sie, wann immer es Euch in den Kram passt!

Und das äußert sich noch klarer bei “regular”-Level Events: Ihr wisst verdammt noch eins absolut genau, dass der Penalty Guide bei FNMs und Prereleases nicht die Stromkosten wert ist, um sie in Eurem Laptop aufzurufen! Einer Diskussion darüber verweigert Ihr Euch aber. Stattdessen schreibt Ihr absolut sachlich korrekte Artikel darüber, wie diese Turniere laut PG eigentlich ablaufen MÜSSTEN und gebt nur hinter vorgehaltener Hand oder in einem Nebensatz in den Kommentaren zu, dass das mit der Realität nichts, aber auch gar nichts zu tun hat! Von wem, wenn nicht von den Judges, die dafür zuständig sind, die Theorie des PG in die Realität umzusetzen, darf man denn bitteschön erwarten, Kritik zu äußern?

Aber ich erwarte da wohl wieder einmal zu viel von Euch.

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11 Comments on “Meine Gedanken zu Heikos Mammut-Artikel”

  1. Michael W Says:

    Zitat:
    “Und wieso eigentlich gibt es keinen Default bei der Schadenszuweisung im 2HG? DASS es keinen gibt, weiß ich als regelmäßiger Leser der Judge-Liste auch…”

    Die PG sagt seit dem 20.9.:
    “The head to which damage is being assigned in Two-Headed Giant is undefined by default. If it is relevant, it is up to the team that knows it may be relevant to ask for clarification or to propose an alternate shortcut.”

    Dies sei als Hinweis zuverstehen, das es seit kurzen eine Definition gibt.

  2. Chickenfood Says:

    das mit den franzosen aknn ich ebatätigen, schüleraustausch, etc. habe das selbst erlebt. das ict nunmald ie französischen mentalität.
    alles muss isch ajch ihnen richten, oder es ist ihnen wurscht.

    z.B. können viele französische schüler anch 4-5 jahren dt. weniger als ich französisch nach 2 jahren. genau so habe ich das oft erlebt.

    zu den verschieden meinungen der judghes möchte ich mich mal nicht äußern.

  3. Mathias Says:

    woar, nach dem Mammutartikel jetzt noch das hier ;)
    Les ich dann ein andermal, das Wochenende ist noch lang.

  4. Matthias L Says:

    @Michael: Interessant. Trotzdem ist diese Regelung schlecht. Denn wenn ich jetzt etwas habe, was meinetwegen Schaden nur an mir verhindert, dann muss ich entweder vorher nachfragen – und somit die Spieler mit der Nase auf etwas stoßen, was sie einfach übersehen haben – oder mein Spell ist irrelevant. Oftmals ist ja dann die richtige Spielweise recht klar, zum Beispiel wenn nur ein Spieler Ebenen im Spiel hat.

  5. HeikoS Says:

    Andreas,

    danke für diesen ausführlichen Kommentar. Allerdings habe ich den Eindruck, dass du das ein oder andere in den falschen Hals bekommen hast, weshalb ich näher darauf eingehen möchte.

    “Die Art und Weise, wie Du Judge geworden bist, spricht Bände über die DCI… Klar, in Deinem Fall scheint es sich zum Guten gewandt zu haben, aber so wie Du den Ausleseprozess beschreibst, bist Du einfach nur genommen worden, weil Du einen günstigen Wohnort besaßest!”
    Eines der Kriterien für angehende Judges ist die Versorgung des Gebiets aus dem sie kommen, korrekt. Dieses Kriterium hat einen sehr hohe Stellenwert, da die DCI lieber Turniere mit Hilfe eines suboptimalen Schiedsrichters (der immer noch um einiges besser als der Lv0 TO ist) ausführt anstatt gar keinen Schiedsrichter oder vielleicht gar keine Turniere zu haben. Diese Einstellung finde ich gut.
    Ansonsten habe ich schon viele Lv1-Kandidaten gesehen, die insgesamt besser waren als ich damals, aber trotzdem durchgefallen sind, weil ihnen gewisse Fähigkeiten gefehlt haben. Es ist also keineswegs so, dass jeder beliebige Möchtegern genommen wird. Und ja, ich hatte verdammt Glück. Zumal ich später in verschiedenen Gesprächen gehört habe, dass Frank mit seiner Entscheidung, mich bestehen zu lassen, recht alleine stand. Adam, George und Alfonso hätten mich vermutlich nicht bestehen lassen – zurecht! Allerdings war Frank der Meinung, dass bei mir sehr viel Potential vorhanden war und da er der Prüfer war, galt seine Entscheidung. Und es war eine gute, wie ich mittlerweile behaupten darf.

    “Interessant finde ich übrigens, wie konstant immer wieder Franzosen zum Thema werden, wenn es um problematische Spieler und zwiespältige Situationen geht… Auch aus meiner Erfahrung als Spieler kann ich das leider nur bestätigen. Wie kommt so etwas?”
    Ich glaube hier fällst du einem einfachen gedanklichen Fehler zum Opfer. Nicht die Franzosen als Übeltäter kommen übermäßig in meinem Bericht vor, sondern die Franzosen im Allgemeinen. Ich wohne etwa 5km von Frankreich entfernt, dementsprechend viele Franzosen sind hier in der Umgebung unterwegs.
    Ich möchte damit niemanden entschuldigen, aber ich finde solche Verallgemeinerungen wie “Die Franzosen machen alles falsch/sind Cheater/wie auch immer” (Achtung, bewusste Übertreibung) überhaupt nicht gut, weder bei Magic noch im Allgemeinen.

    “Zu den Deck-Checks in Runde eins: Wie Du ja auch später ansprichst, kommt es da doch zu erheblichen Judge-Engpässen in der ersten Runde, nicht wahr? Außerdem sind Deckchecks in der ersten Runde dann ja wohl auszuschließen – oder? Welches Risiko genau geht also ein Spieler ein, der zum Beispiel in der ersten Runde ein Kombo-Deck spielt, in dem eine Schlüsselkarte sechs Mal vorhanden ist?”
    In der ersten Runde sind insgesamt am wenigsten Schiedsrichter auf dem Floor, richtig. Deck Checks sind allerdings nicht auszuschließen – die Midround Option gibt es immer. Trotzdem ist das in der Tat ein Punkt, an dem Cheater potentiell eher nicht auffallen als zu anderen Zeitpunkten, das hast du richtig erkannt.

    “Ist es wirklich sinnvoll, den Löwenanteil des Judge-Staffs so zu beschäftigen?”
    Ist es. Wann sonst möchtest du Decklisten zählen. Jede Runde, die es weiter in Anspruch nehmen würde, gäbe es das Problem, das du angesprochen hast. Außerdem müssen die Decklisten für Deck Checks zur Verfügung stehen. Zusätzlich macht es offensichtlich Sinn, Strafen für fehlerhafte Decklisten so früh wie möglich zu vergeben. Und die Coverage braucht die Decklisten ebenfalls möglichst früh, z.B. ab Runde 2 oder 3 für Feature Matches. Sind das genug Gründe?

    “es wird doch eindeutig gesagt, dass man sich nicht bewusst sein muss, eine Infraction zu begehen, so lange man die Infraction bewusst begeht! Genau deswegen hast Du doch ein paar Absätze vorher den Spieler DQt, der seinem Gegner angeboten hat, ihn fürs Aufgeben zu kompensieren.
    Wenn überhaupt kann man argumentieren, dass der Spieler zwar bewusst gehandelt hat, aber nicht, um sich einen Vorteil zu verschaffen”
    Das hast du richtig erkannt, vermutlich hätte ich das in meinem Artikel deutlicher formulieren sollen. George war sich sicher genug, dass dieser Spieler sich keinen Vorteil verschaffen wollte. Die Hüllen waren zwar markiert, richtig, allerdings kam George bei der Investigation anscheinend zu dem Schluss, dass dieser Spieler einfach ziemlich blöd war, die Anweisung zu ignorieren. Zusätzlich waren die Markierungen nicht in einem besonderen Muster sondern deutlich zufällig.

    “Noch etwas: Wenn ein frisch gebackener Level-2 sich darum drückt, ein Turnier zu judgen, weil er befürchtet, die Regelfragen nicht beantworten zu können, dann muss ich wiederum fragen, welche Anforderungen an Level-2-Judges eigentlich gestellt werden…”
    Beziehst du dich damit auf meinen Wunsch, nicht Legacy judgen zu müssen? Vermutlich hätte ich das auch weiter ausführen sollen. Falko hatte mich vor der DM online angesprochen, was ich gerne Sonntags machen würde. Ich sagte ihm, dass ich mich in Legacy nicht auskenne und ihm dankbar sei, wenn ich mich nicht darauf vorbereiten müsse (da ich mich ausgiebig auf meinen Test vorbereiten wollte). Er versicherte mir, dass dies kein Problem sei. Bei der Team-Einteilung für die DM hat er an diese Bitte nicht mehr gedacht. Als ich ihn darauf hinwies, erinnerte er sich wieder daran und teilte mich für die Side Events ein.
    Ich finde das hat nichts mit “darum drücken” zu tun. Ich hatte vor der DM viel zu tun, weshalb ich Falko um diese Einteilung bat. Hätte er mich gar nicht erst gefragt oder wäre ich aus anderen Gründen doch eingeteilt gewesen ohne dass man es hätte ändern können, hätte ich das Event gejudged, ohne mich darüber zu beschweren. Ich hätte mich auch darauf vorbereitet, wenn ich es rechtzeitig gewusst hätte.
    Ich bin auch der Meinung, dass die Tatsache, dass ich diesen einen Call annahm, zeigt, dass ich mich keineswegs davor scheute, diesen Job zu übernehmen. Es war mir lediglich unangenehm, da mir viele der alten Karten und Interaktionen fremd sind.

    “Dann habe ich eine Frage zum 2HG-Mixed: Kann man dieses Format eigentlich sanktionieren?”
    Offensichtlich kann man das. Man kann normalerweise Spieler oder Teams nicht einfach so von der Teilnahme an Turnieren ausschließen, das ist richtig. Allerdings kann jeder TO, wenn er einen GUTEN Grund hat, die Teilnahme an Turnieren einschränken. Ohne nachgefragt oder das irgendwo gelesen zu haben kann ich dir an dieser Stelle versichern, dass ein TO, der willkürliche Regulierungen wie “nur schwarze” oder “nur weiße” Teams einführen würde, mit Konsequenzen zu rechnen hätte. Solche Aktionen duldet die DCI nicht.
    In diesem Fall gab es diesen guten Grund. Das Turnier war offensichtlich zu Werbezwecken angelegt und die Einschränkung macht Sinn. Zusätzlich gab es zur gleichen Zeit ein 2HG-Turnier ohne Einschränkungen, sodass jeder der spielen wollte dies auch tun konnte.

    “Und wieso eigentlich gibt es keinen Default bei der Schadenszuweisung im 2HG? ”
    Weil die DCI nicht einfach so über spielrelevante Entscheidungen bestimmen kann. Sonst könnte man ja auch solche Defaults einführen wie “wenn ein Schadenspruch gespielt wird, wählt der Spieler automatisch das Ziel, das für ihn am meisten Sinn macht.” Jeder Spieler muss für solche Entscheidungen selbst verantwortlich sein.

    “Schließlich noch etwas zu dem Enthusiasmus und der Kreativität, mit der Du nach Möglichkeiten gesucht hast, Penalties herabzusetzen: Wieder einmal wurde der Passus mit den wichtigen und außergewöhnlichen Umständen missbraucht!”
    Ja, ich habe diesen Passus missbraucht und ja, es war falsch. Und es ist unvertretbar, dass dieser Passus missbraucht wird, auch völlig richtig. Das hat aber in diesem Fall zumindest nicht mit Unmut an den PG, sondern mit meiner eigenen Unfähigkeit zu tun. Denn die PG gaben mir an dieser Stelle die Möglichkeit, mich gegen den Game Loss, aber immer noch fair zu entscheiden, nämlich mit Hilfe der MPP. Allerdings habe ich diese wie gesagt einfach vergessen und die Schuld ist hier nur mir aufzubürden. Dadurch auf eine gängige Praxis zu schließen, dass immer wieder diese Stelle der PG missbraucht wird, finde ich schlicht und ergreifend nicht angemessen, denn zumindest in meiner Erfahrung ist das seit den neuen PG tatsächlich selten der Fall. Und oft wenn nicht sogar immer wenn er “missbraucht” wurde, sah es der entsprechende Judge ein, dass er einen Fehler begangen hat.

    “Ihr Judges habt offensichtlich einen unglaublichen Schiss vor Andy Heckt!”
    Wenn ich eines nicht habe, dann ist es Schiss vor Andy. Ich habe ihn noch nicht persönlich getroffen, hatte mit ihm aber schon online Kontakt und auch einiges von anderen Schiedsrichtern über ihn gehört. Und in dieser Erfahrung ist Andy ein verständnisvoller und diskussionsfähiger Mensch, der lediglich dann zu autoritäten und (vorerst!) unumstößliche Entscheidungen kommt, wenn sich die Diskussion dazu im Kreis dreht und/oder nach einer offiziellen Stellungnahme verlangt.
    Und gerade weil ich ihn und die anderen Verantwortlichen bei der DCI hinreichend gut kenne, um ihre Entscheidungsfähigkeit zu respektieren, trage ich diese offizielle Linie auch mit Überzeugung mit – und sollte ich einmal nicht übereinstimmen, gebe ich auch mein Feedback dazu ab.

    Dazu sollte man noch eines klarstellen: Auch wenn man eine offizielle Handhabe nicht gut findet, wird man als Judge zwar ermutigt, das mitzuteilen, allerdings sollte man vorerst öffentlich dieser offiziellen Linie gemäß handeln, um das zu haben, was du einen Absatz vorher angesprochen hast: Einheitliche Rulings. Denn jede Änderung muss erst angesprochen und diskutiert werden, bevor sie durchgesetzt werden kann. Wenn man dann als Judge schon vor der Umsetzung auf eigene Faust handelt, findet die “unvertretbare Ungleichbehandlung” statt, die du angesprochen hast – aber nicht, wie du vermutest, weil keiner über Philosophien der DCI spricht, sondern eben WEIL darüber gesprochen wird und diese Diskussion Zeit braucht.

    Außerdem müssen wir mal ehrlich sein: Eine Philosophie wie die der DCI kann noch so gut und ausgearbeitet sein wie sie will. Es wird immer Individuen im Programm geben, die mit dem ein oder anderen Punkt nicht übereinstimmen. Selbst wenn sie diesen Unmut zur Sprache bringen und ihre Vorschläge angehört und diskutiert werden, kann nicht immer eine andere Meinung auch wirklich Platz in den Dokumenten der DCI finden – es muss einen offiziellen Standpunkt geben. Dieser sollte natürlich von möglichst vielen Teilen der Gemeinschaft unterstützt werden, aber dass alle zu 100% hinter allem stehen ist schlicht utopisch. Deswegen müssen manchmal Schiedsrichter Entscheidungen treffen, mit denen sie selbst nicht völlig übereinstimmen – um einheitliche Rulings geben zu können.

    Nun habe ich fast schon wieder einen neuen Artikel geschrieben. Ich hoffe, dass meine Erläuterungen für dich Sinn machen. Ich finde es gut, dass du so viel kommentierst, allerdings finde ich, dass du es manchmal in den Details ein wenig übertreibst – siehe letzter Punkt: Wenn du von einem Schiedsrichter liest, der gegen die PG entschieden hat, ist deiner Meinung nach gleich die ganze Judge-Community korrupt. Ich finde deine ansonsten lobenswerte Sachlichkeit solltest du auch an dieser Stelle weiter anwenden, das würde die Diskussion einfacher machen.


  6. Danke für Deine ausführliche Stellungnahme, Heiko!

    Aber gehe bitte nicht davon aus, dass ich von Deiner einen Entscheidung ausgehend die Theorie aufgestellt habe, dass eine allgemeine Praxis vorliegt. Da ist Dein Artikel nur ein Mosaiksteinchen von vielen!

  7. Michael W Says:

    @Matthias L:

    Was du eventuell bei der Sache siehst, das man den Schaden immer einen Kopf zuweisen muß laut den Regeln:

    “606.7d As the combat damage step begins, the active team announces how each attacking creature will assign its combat damage. If an attacking creature would assign combat damage to the defending team, the active team chooses only one of the defending players for that creature to assign its combat damage to. Then the defending team announces how each blocking creature will assign its combat damage.”

    Diese Definition tritt eben nur “in Kraft”, wenn es relevant werden könnte.

  8. der richter Says:

    sag mal lass ihn doch einfach in ruhe wenn er will kann er nen artikel mit 1000000 wörtern machen also meiner meinung nach bist du der typ der eigentlich alles corecct haben muss solche leute kann ich ja mal garnicht ab und wehn interessiert es ob du es gut findest oder nicht du must es doch nicht lesen oder ??? ist doch gut das er judge geworden ist man lernt ja immer dazu man muss nicht auf anhieh alles wissen so wie du rummachst du bist wohl mister ich hab die weissheit mit nem löffel gegessen. so das wars erstmal meinerseits cu viel spass noch achso n1 artikel

  9. müslriegel Says:

    “Weil Judges nicht die Cochones besitzen”

    das heißt cojones
    du wärst doch sicherlich der letzte wenn es darum ginge ein wort etwas zu ändern damit die leser es richtig aussprechen,oder?


  10. Tja, mein Spanisch saugt wohl…

  11. Jones Says:

    …Bälle. Meine Augen brennen. Viel zu viele Wörter.


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