Noch ein Abschied

Wie ist also die Neu-Ordnung meiner Kartensammlung motiviert gewesen?

Kurz gesagt, mit meinem Abschied vom Turnierspieler-Dasein.

Damit meine ich nicht, dass ich keine Turniere mehr spielen werde – irgendwann sitze ich bestimmt mal wieder im Drafts, und auch Standard-FNMs könnten spontan ab und zu einmal auf der Tagesordnung stehen. Und wenn PTQs, NQs oder gar Grand Prixs in Berlin stattfinden, ist die Chance sehr hoch, dass ich dort ebenfalls anzutreffen bin, abhängig vom gespielten Format sowie (in geringerem Maße) von dem Event, für welches qualifiziert wird. Auch die Teilnahme an einer DM oder PT schließe ich nicht kategorisch aus, jedoch sind meine Chancen, mich dafür zu qualifizieren, bei dieser Herangehensweise natürlich reichlich niedrig.

“Herangehensweise”, das ist ein gutes Stichwort: Was einen Turnierspieler ausmacht ist nicht, DASS er Turniere spielt, sondern WARUM er sie spielt und damit zusammen hängend, wie er sich darauf vorbereitet. Hier hat bei mir in den letzten Jahren eine grundlegende Änderung stattgefunden. Die Qualifikation für große Turniere ist zu einem mit immer sporadischerem Interesse verfolgten Fernziel geworden. Jetzt habe ich dieses Ziel endgültig begraben. Klar, wenn es einfach PASSIERT, dann nehme ich es vielleicht mit, aber ich strebe es nicht mehr an.

Die Gründe sind folgende:

1. Turnierspiel macht mir einfach nicht mehr so viel Spaß wie früher. Das eigentliche SPIELEN, okay, das reizt mich immer noch (doch auch hier sind gewisse Ermüdungserscheinungen zu erkennen), aber das Drumherum nicht mehr. Ich glaube, das ist mir dann am deutlichsten geworden, als in Berlin die sogenannten “Marathons” eingeführt wurden… Turniere, die ganz absichtlich so lange wie möglich dauern sollten? Wie war das noch einmal mit “ein Leben haben”? Okay, ich habe kein Problem damit, große Segmente meines Lebens mit Magic-Zocken zu verbringen – ich finde das immer noch besser, als sich in einer Kneipe sinnlos zu besaufen, das typische Spätabendprogramm im Fernsehen zu verfolgen oder sich endlos in den Kaufläden eines MUDs aufzuhalten, um das richtige Outfit für die eigene Spielfigur zusammen zu bekommen. Letztlich geht es aber nicht um die ART der Beschäftigung, sondern ihre QUALITÄT. Spiele ich Turniere, weil ich Spaß daran habe, oder weil ich mich dazu selbst verpflichte? Wenn ich zehn Runden im Marathon durchhalte, dann gewinne ich vielleicht Preise und Rating-Punkte – aber das ist mir meine Zeit einfach nicht wert, wenn ich nicht wirklich Spaß dabei habe! Das war vielleicht früher einmal anders. Ich glaube außerdem, dass die Bedingungen sich tatsächlich geändert haben. Die wirklich sympathischen Spieler werden immer weniger (was vermutlich daran liegt, dass sie ebenso wie ich dazu neigen, ihre Zeit anders zu priorisieren – ein sich selbst beschleunigender Prozess also), die Freaks und Idioten werden immer häufiger (nicht zuletzt dem “belebenden” Einfluss von Yu-gi-oh! geschuldet) und das Publikum immer jünger (ditto), was um so stärker ims Gewicht fällt, als ich ja auch immer älter werde. Vor allem aber leidet die objektive Qualität der Turniere. Wenn überhaupt ein Judge anwesend ist, dann zumeist ein Level-0. Igrendeinen Schutz vor dem auf allen Niveaus allgegenwärtigen Betrügern gibt es nicht, und die Turnierdurchführung wird immer stärker den Interessen der durchführenden Ladenbesitzern folgend verbogen. Die Atmosphäre leidet ebenfalls, mit schreienden Yu-gi-oh!-Kiddies am Nachbartisch (die der Laden nicht hinauswerfen kann, weil sie eine wesentliche Einnahmequelle für ihn darstellen) etc… Immer öfter hatte ich mich zuletzt dabei ertappt, dass ich mich, in so einem Turnier sitzend, fragte “Warum tue ich das hier eigentlich?”, und immer seltener fand ich eine gute Antwort.

2. Playtesten ist mir zu viel Arbeitsaufwand. Wenn man es ernsthaft betreibt, verschlingt es enorm viel Zeit – Zeit, die ich nicht mehr habe (bzw. die ich mir für andere Dinge reserviere). Beim MU-Team-Berlin habe ich es ja noch mit einem anderen Hobby (Schreiben), sowie einer Nebeneinnahmequelle kombinieren können und außerdem noch eine gewisse Faszination am Verlauf dieses Projektes erfahren, aber das war auch bereits der letzte Versuch, diesem Prozess noch etwas abzugewinnen. Vielleicht, wenn die Umstände ideal wären – wenn ich ein eingespieltes, engagiertes und zuverlässiges Team hätte, das sich regelmäßig trifft, und zu dessen Testsitzungen ich nicht mehr als meinen rechnerischen Anteil beitragen müsste, gerne auch weniger… Aber einmal sind diese Ideal-Umstände nicht in Sicht, und zum anderen bin ich mir nicht einmal dann sicher, dass ich motiviert bei der Sache bliebe, eben wegen der anderen Punkte hier. Ohne ernsthaftes Testen wiederum habe ich noch weniger Spaß daran, Turniere ernsthaft zu spielen – wenn man weiß, dass man nicht sein Bestes gibt, dann fehlt das Feuer.

3. Die Geldschneiderei von WotC, sowie ihre Ignoranz im Umgang mit Turnierspielern wird mir zu viel. Es war anstrengend genug, sich pünktlich zur Legalwerdung eines Sets alle Karten zu besorgen, und zuletzt ist mir das auch bereits nicht mehr gelungen (und das, obwohl ich durch meine Kontakte zu Serious Games eine große Hilfe hatte). Jetzt hat mir WotC mit ihrer Policy “legal am Tag der Veröffentlichung” den Finger gezeigt, und ich kann darauf nur antworten, indem ich ihnen denselben zurück zeige. Mit mir nicht! Natürlich hieß es, man bemühe sich, keine wichtigen Turniere auf das erste folgende Wochenende zu legen, und natürlich ist dieses Bemühen bereits beim Debüt der neuen Rotationspolitik gescheitert. Für die Zukunft ist nur noch Schlimmeres zu erwarten. Ich steige aus diesem Stress aus. Auch an vielen anderen Dingen merkt man, dass WotC Turnierspieler unterhalb der Pro-Ebene immer gleichgültiger werden. So zum Beispiel an dem Unding, dass Sets, die früher ausdrücklich als NICHT turnierlegal gekennzeichnet waren, und um die ich mich dementsprechend, als sie noch erhältlich waren, nie gekümmert hatte, rückwirkend zu Magic-Sets erklärt wurden. Danke schön, WotC – das hat mir die Freude an Legacy gründlich verdorben! (Und ja, natürlich braucht man nur eine Handvoll Karten daraus wirklich. Aber einmal ist auch diese Handvoll eine erhebliche finanzielle Belastung, und zum anderen habe ich nur dann Spaß an einem Constructed-Format, wenn ich dessen Optionen vollständig zur Verfügung habe.) Oder die Handhabung der Kommunikation zwischen den Spielern, die effektiv darauf hinaus läuft, dass man bei jeder gespielten Karte den Judge rufen muss, weil sie ja Errata besitzen könnte (oder mit älterem Templating oder in einer unleserlichen Sprache verfasst ist, oder ein Fehldruck ist etc…) und der Gegner ja NICHT mehr verpflichtet ist, einem den genauen Wortlaut mitzuteilen! Schließlich ist da ganz allgemein eine Tendenz dazu, die mittlere Turnierebene (zwischen Pro Tour und FNM) nicht mehr zu unterstützen. So ist das States-Programm bis jetzt immer noch ersatzlos eingestellt worden, und so bietet der Penalty Guide zwischen dem immerhin unterdessen eingeführten “Anything Goes”-Niveau, welches praktisch auf das Judge-lose FNM zugeschnitten ist, und dem “Competitive”-Level, von dem jeder Judge hoffen muss, dass er niemals unterhalb des Pro-Levels Realität wird (bei jedem Regelverstoß den Judge rufen – Günnau!!) keinen brauchbaren Mittelgrund. Auch die Prereleases sind immer anfängerfreundlicher geworden – was nichts anderes bedeutet, als immer weniger Schutz vor Betrügern, immer häufigere Zeitaus-Spiele gegen Spieler, die jede Karte einzeln durchlesen müssen, und natürlich deutsche Karten, die ich verabscheue. Ob bei Fußball, Schach oder Bridge: Alle diese Spiele besitzen eine Wettbewerbsszene, die unterhalb des professionellen Niveaus besteht, aber in der dieses Spiel trotzdem noch ernst genommen wird. Bei Magic bricht diese weg (das habe ich auch schon einmal beklagt) – es entsteht ein Loch zwischen Schulhof-Fußball und Bundesliga. Die Pro Tour ist ein Werbegag (über dessen Bedeutsamkeit offenbar auch bereits nachgedacht wird, wie man an den verringerten Payouts sieht), und die Masse der Casual-Spieler die hauptsächliche Kundschaft, aber der “normale” Turnierspieler ist, wenn er sein Geld nicht auf Magic Online lässt, eine unrentable und ungeliebte Spezies, die dementsprechend vernachlässigt wird.

4. Sowohl Limited- als auch Constructed-Formate machen einfach weniger Spaß als früher. Dabei liegt dies beim Limited vermutlich nicht daran, dass diese Formate objektiv schlechter geworden sind, sondern eher daran, dass die Kluft zwischen kompetenten und weniger kompetenten Spielern in den letzten Jahren schmaler geworden ist, und dass der Zufallsfaktor des Spiels deswegen häufiger als früher diesen Kompetenzunterschied überdeckt. Constructed hingegen leidet darunter, dass WotC immer mehr nicht-interaktive Strategien fördert. Storm und Dredge sind jeweils nur mit einer sehr überschaubaren, speziellen Auswahl von Karten zu bekämpfen. Diese Kultur des Aneinander-Vorbei-Spielens, wo der Erfolg eines Decks davon abhängt, ob man bei der Belegung von 50% seiner Sideboardplätze gegen einen bestimmten Decktyp richtig geraten hat, sehe ich als objektive Schwäche des Spiels an. Natürlich hat es solche Strategien auch schon früher gegeben (Prosperbloom, Donate, Bargain, Replenish), und natürlich werden solche Kombo-Monster im Nachhinein von WotC immer wieder als Fehler deklariert, aber nachdem im nunmehr 15. Lebensjahr von Magic diese Fehler immer noch der Normalfall sind, und die daraus resutlierenden Decks sogar tendenziell immer schwieriger zu stoppen sind, habe ich das Vertrauen verloren, dass die eigentlich von der Firma selbst ausgegebene Devise (Kombo darf nicht schneller als kreaturenbasierte Aggro sein) jemals umgesetzt wird.

5. Schließlich bin ich einfach kein so guter Spieler mehr wie früher. Das alleine wäre noch kein Grund, insbesondere da das Niveau bei Turnieren ja allgemein zurück gegangen ist (wie meine kleinen Erfolge aus dem letzten Jahr beweisen), aber zusammen mit den anderen Punkten trägt es auch dazu bei, dass mir die Lust am Wettbewerb vergeht. Wenn man pro Spiel zwei, drei dumme Fehler macht, dann trägt das einfach nicht zum Spaß am Wettbewerb bei, und ich fürchte, selbst bei regelmäßigerem Spiel könnte ich diese Fehlerquote nicht auf ihren Wert zu meiner besten Spielerzeit (als er fast Null war) verringern.

6. Ach ja, und dann sind da noch die Reisen, Als “ernsthafter” Spieler kommt man selbst in Berlin, wo mit erfreulicher Regelmäßigkeit größere Turniere stattfinden, nicht um sie herum. PTQs bis einschließlich Hamburg und Nürnberg sollten Pflicht sein, wenn man wirklich zur Pro Tour will, und jeder Grand Prix in Deutschland sowie dessen Nachbarländern (vielleicht mit Ausnahme von Frankreich) sollte ebenso besucht werden. Nur, das kostet (neben Zeit) Geld, und zwar gar nicht einmal so wenig! So lange man Magic als ernsthaften Wettbewerb betreibt, ist das vertretbar. Wenn man aber letztlich weder wirklich unbedingt zur Pro Tour will, noch eine realistische Chance sieht, einen Teil dieser Kosten durch Erfolge wieder herein zu holen, dann sollte man sich überlegen, ob man dieses Geld nicht sinnvoller verwenden kann – und diese Überlegung kann eigentlich nur zu einer Antwort führen.

Deswegen bin ich jetzt kein Turnierspieler mehr. Ich sammle und spiele zwar immer noch gerne, aber ich lasse mir entsprechend mehr Zeit, mir meine Karten zu besorgen, und ich investiere keine Zeit mehr in intensives Playtesting. Nicht nur das – ich habe auch meine Sammlung umstrukturiert, um die verhassten Grundsets zu eliminieren, welche sie extrem unübersichtlich gemacht haben, und die ich nur benötigte, um für die Formate Standard & Extended alle legalen Karten gemeinsam aufzubewahren. Wenn ich selbst Decks baue, dann entweder fürs Casual (und dann in Paaren oder Sets ungefähr gleich starker Decks) oder für Fun-Formate. Bei Constructed-Turnieren, wenn ich sie denn wieder einmal besuche, ist hingegen Netdecking angesagt. Ansonsten werde ich weiterhin gelegentlich Limited spielen – Booster Draft macht mir prinzipiell immer noch Spaß!

Als ehrgeiziger, engagierter Turnierspieler hingegen habe ich fertig.

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21 Comments on “Noch ein Abschied”

  1. René Appel Says:

    @3. Geldschneiderei.
    jetzt fang du doch nicht bitte auch noch damit an, wie viele andere auch, über die preis/geldpolitik zu meckern, wotc ist teil eines konzerns! deren absolutes primärziel ist gewinn, Magic ist ein produkt welches es zu verkaufen gilt, sonst wird es eingestellt, besonders da es nicht wie zb nahrung ein necessary, sondern ein pleasure good ist. auch wenn die lustigen , idealistischen designer und “frontmenschen” (maro, buehler usw) immer anpreisen wie sehr es ihnen um spieler geht, ist dies doch nur der fall weil ein zufriedener kunde auch weiter kauft und sie sonst ihren job los sind…

    meine immer wieder und wieder dargestellte meinung: bitte seht ein dass es wie immer im leben ums liebe geld geht und nicht darum jemanden glücklich zu machen.


  2. Wenn sie mich aber nicht mehr glücklich machen, dann verdienen sie eben weniger Geld mit mir.

    Irgendwie bleibt da der Dienstleistungsgedanke auf der Strecke. Wofür genau kriegt WotC denn eigentlich unser Geld? Als Ausgleich für den monumentalen Materialwert ihrer bedruckten Pappkärtchen, oder weil sie uns damit Freude machen?

  3. kranger Says:

    “Immer öfter hatte ich mich zuletzt dabei ertappt, dass ich mich, in so einem Turnier sitzend, fragte “Warum tue ich das hier eigentlich?”, und immer seltener fand ich eine gute Antwort.”

    Wie ich das kenne. Und jetzt spiele ich nicht mal Formate wie Standard, wo das imo noch viel stärker der Fall sein dürfte, sondern in erster Linie Vintage, wo beispielsweise der Kiddiefaktor um einiges niedriger sein dürfte. So leids mir tut, das sagen zu müssen, aber: Es gibt schon ganz schön viele Magicspieler, mit denen ich außerhalb dieses Hobbies wohl nur gegen sehr gute Bezahlung was zu tun haben möchte….

  4. atog28 Says:

    Magic ist TOOOOOOOOT!

    So.

    Das musste mal raus. Und ich war Erster! :-)

    @topic: Wie wahr, ich konnte gar nicht den Zeilen folgen, weil ich die Ganze Zeit nicken musste. Dass ich dabei auf die Idee kam, man könnte vor Ablauf einer Bildschirmseite einen Absatz machen, damit des Lesers Auge einen Halt findet, sei nur am Rande erwähnt.

    Was kranger zitiert kann ich von mir auch immer wieder feststellen.

    zu 4.:
    Das aktuelle Limitedformat halte ich auch für zu glückbasierend – es hat schon seinen Grund dass wir im Mai schon das Neue bekommen. Von Hybrid verspreche ich mir ein interessanteres Umfeld.

    zu 6.:
    Wenn man böswillig wäre, könnte man schon formulieren, dass WotC zu viele Teilnehmer in den europäischen GPs sieht. Rechnet man die Reisekosten gegen die Siegprämien kann man niemals einen rationalen Grund für einen GP Besuch findet (ausser, er fände gerade vor der Haustür statt).

  5. Christoph Says:

    Pischner ist TOOOOOOOOOOOOT!
    *Blogtitel des Jahres verschwend*

  6. Handsome Says:

    Ich fand die ganzen Magic-Spieler auf Turnieren früher viel schlimmer als heute, aber ich spiel auch erst seit ’99, vielleicht waren davor wirklich nur coole Säue unterwegs ;)

    Das Magic dank MODO und dank dem aktuellen Block momentan viel luckbasierter ist, ist allerdings ein Fakt.


  7. Noch etwas, was diese Entwicklung illustriert:

    Es gibt keine Regionals-Qualifier mehr, stattdessen weniger Termine.

    Begründung dafür ist unter anderem (laut paluschke), dass Bremen oder Mecklenburg-Vorpommern keinen einzigen Expert Store mehr hätten.

    Magic ist noch lange nicht tot, aber die Turnierszene stirbt.

  8. Chickenfood Says:

    mit nachträglich legal werden von Sets meinst du Portal?

    und deshalb keinen bock auf legacy????? in protal gabs 2 relevante karten für legacy: Grim Tutor; sea drake. ohne die kommt man auch so wunderbar aus.

    du willst aufhören ein turnierspieler zu sein und trotzdem hin und wieder karten auf nem turnier drehen? dann spiel doch legacy.
    legacy ist für jemanden mit deiner kartensammlung das absolut beste format. ich kann dir sagen das das ein enorm skillbasiertes format ist. abgesehn vom die wenig luck und es sind auch viele karten dabei die noch “persönlich” kennst. und ja, man kommt auch ohne goyfs aus.
    Theortische überlegungen beim deckbau sollten dir eigentlich entgegenkommen. meta ändert sich nicht schnell, deinpunkt 3 ist eigentlich nicht existent. es werden nicht 2/3 aller decks aussterben nur weil WotC irgendwas besonderes druckt.

    und man muss nicht permantent auf dem laufenden sin. alle paar wochen ein update waqs grad läuft reicht schon.

  9. Sebastian Says:

    Legacy ohne Goyfs? Wie das?

  10. FloKi Says:

    TES, Welder Survival, Belcher, Landstill….
    Der Goyf ist nicht überall

  11. Mathias Says:

    Ich kann zumindest den Punkt mit der Atmosphäre nicht nachvollziehen, bzw denke, dass das eher ein Großstadtproblem ist. Ich spiele ziemlich viele Turnier (~6 im Monat) und egal ob es das 8-12 Mann FNM, 16-40 Legacy oder 70+ PTQ ist, ich komme mit den Leuten wunderbar klar.

  12. Chickenfood Says:

    @Sebastian:
    wer meint legacy = goyf der hat keine ahnung von dem Format.
    was man machen soll wenn man keine ahung hat muss ich ja nicht erwähnen, oder? das wie wenn ich sage standard = damantion/reinenes Aggro/(insert random quatsch)

    klar ist ohne goyf die deckwahl eingeschränkt, aber nicht sooo schlimm wie im extended. und es gibt für jedes deck das man besiegen will alternativen.

  13. Peter Says:

    @Chickenfood:

    Legacy extrem skillbasiert? im Verhältniss zu welchem Format bitte?

    Mag sein das es in Legacy ne Menge Karteninteraktionen gibt und man sicher ne Menge Fehler machen kann. Aber der Powerlevel der Karten sorgt wohl dann doch dafür, dass das mindestens so random wie jedes andere Magicformat ist.

  14. Mathias Says:

    Betonung auf mindestens, denn wenn Legacy eines ist, dann random. Ein Haufen Decks den man spielen kann, die meisten Tier2, aber das Wichtigste: Man hat kaum ausgewogene Matchups. Sehr viele Matches werden einfach durch die Decktypen entschieden. Das kennt man sonst nur von Dredge im Extended :D


  15. Hmmm… Diese Diskussion hier, die nur noch peripher etwas mit meinem Blogeintrag zu tun hat, würde sich doch ganz gut bei Philips Frage in der MU-Redaktionszeit machen, warum so viele Leute etwas über Legacy lesen, aber so wenige etwas darüber schreiben wollen?

  16. Boneshredder Says:

    Na, willkommen unter den Casualspielern, sag ich da mal. :>

  17. TMM Says:

    alles valide punkte, außer nr 4. die limited-formate halte ich nicht für stärker zufallsbasiert als zuvor. ganz im gegensatz zur constructed-zömmelei.

    es gibt einfach keine schere-stein-papier-metagames wie zu mirrodin-zeiten, in denen man durch gut getunte decks/sideboards einen massiven vorteil bekommen konnte. im t2 gibt es übrigens auch kein überzeugendes combodeck mehr, es verkommt immer mehr zum mesel-vs-mesel-magic mit 439492 verschiedenen archetypes. im extended war es ja jetzt auch schon so, dass es einfach viel zu viele verschiedene decks gab und dadurch allein der zufallsfaktor “pairings” eine viel zu große rolle spielte.

    combodecks gibt es zumindest in t2 nur noch kreaturenbasiert. schaut man sich den shadowmoor-spoiler an, ist auch keine besserung in sicht. jetzt gibt es 3/4 vigilance oder 4/4 mesel für drei mana, aber bei den noncreature-spells sieht es sehr sehr mau aus. heartbeat of spring (ja, nicht ganz) kostet jetzt plötzlich sechs mana und wird damit wohl mehr oder weniger unspielbar.

    der frisör würde wohl sagen: “karten auslegen im portalstyle” – und er hätte recht.


  18. Also, mal abgesehen davon, dass der Lorwyn-Block natürlich ein All-Time-High für Kreaturendecks darstellt, muss ich hier trotzdem widersprechen: Die beiden Top-Decks in Standard im Moment sind Faieries (Aggrokontrolle, die mit Portal-Style-Kartenlegen wirklich nicht viel zu tun hat, sondern extrem trickreich ist) und Reveillark-Kontrolle (ein Kontrolldeck mit eingebauter Kombo). Auch Mana Ramp legt keineswegs einfach nur Mesel.

    Wenn man jetzt auch noch vernünftigerweise davon ausgeht, dass der nächste Block nicht mehr so stark kreaturenzentriert sein wird wie der Lorwyn-Doppel-Block, dann sehe ich hier zumindest kein Problem.

    Ich habe eher Angst vor dem nächsten Dredge, das unweigerlich kommen wird…

  19. Tigris Says:

    naja also auch wenn das die top decks sind sieste viele andere decks, welche auch nicht wirklich schlecht sind, wie kithkin warrior meerfolk redburn mit tarmogoyf
    und diese decks sind schon eher portalstyle.

    ausserdem erkenne ich immer noch nicht, was du gegen kombo hast klar gibt es kombos welche zu stark usw sind aber momentan gibt es eigentlich 0 combo. sehr wenig normales nicht kreaturen basiertes kontroll und viel aggro, das finde ich eher langweilig, da fand ich sogar mirrodin interessanter, ok vielleicht einfach weil ich nicht gerne solche strategieen mag.

    klar wurde mal irgend sowas gesagt von wegen combo muss langsamer sein als aggro
    das ist aber irgedwie doch einfach langweiliges schere stein papier prinzip

    aggro>combo>controll>aggro wenn das nicht mehr so stimmt ist das schon ok, es sollte einfach nicht sein combo>>>all aber auch nicht wie jetzt aggro(controll) >all

  20. TMM Says:

    @ap – okay, das mit der kreaturenlastigkeit liegt mir vielleicht weniger als dem durchschnittsspieler, aber der größere einfluss des zufallsfaktors “pairings” stört mich eigentlich noch mehr.

  21. Silver_Bullet Says:

    Was bisher noch niemand angsprochen hat, ist die finanzielle Belastung durch den Preis der Karten selbst.
    Neben den Reisekosten kommen da bei Constructed-Formaten noch immense Summen zusammen, die Ausnahme mag Legacy sein, wenn man schon N Jahre spielt und die Duals für deutlich weniger Geld bekommen hat.
    Aber als Neueinsteiger ist mir die Preisbarriere deutlich zu hoch.

    Standard ging vor ein paar Jahren noch, aber spätestens seit Ravnica gibt es in jeder Edition einen Cycle Rare-Länder, die immer super gut sind und die dementsprechend jeder braucht.
    Dazu kommt noch das Pushen jedes Sets durch eine offensichtlich tolle Karte, die eigentlich immer ein leicht geänderter Reprint mit Rarity+1 ist (z.B Thoughtseize, Mutavault).

    Die 4 Editionen pro Jahr gingen ja noch in Ordnung, als die 4. Edition ein Hauptset, Un-Set oder Coldsnap mit ca. 1,5 relevanten Karten war.
    Aber die 2. große Edition mit (Überraschung) dem Cycle Rare-Länder und mindestens 5 Karten die den Zehner wert sind ist doch wirklich das stärkste.

    Zu guter Letzt nimmt die Zahl der Turniere(zumindest im Osten) auf denen man die tollen Karten auch spielen kann spürbar ab. Das Standard verändert sich auch viel zu schnell, als das man da Schritt halten könnte.
    Dann doch lieber draften auf MODO, da hat man, im Gegensatz zum RL, wenigstens so viel Payout um weitere Drafts zu finanzieren.

    Ich denke, dass ein Rückzug vom Turnierspiel zumindest im RL eher früh als spät nötig sein wird.


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