Der Blick von der Tribüne

Und wieder einmal ist es so weit, ein neues Magic-Set steht uns bevor. Morgen sind die Prereleases, und auf MTGSalvation.com glauben sie bereits, aller Karte zu kennen.

Auf einer der beiden großen deutschen Magic-Seiten war die Panik, möglicherweise nicht als Erster Set-Reviews zu veröffentlichen, dermaßen groß, dass dort nicht nur einer, sondern gleich zwei Artikel dieser Art erschienen sind, bevor auch nur der INOFFIZIELLE Spoiler annähernd komplett war! (Das erinnert mich an diese Jahresrückblicke in der Weihnachtszeit, die sich unaufhaltsam in den November vorzuschieben drohen.) Naja, so ist das ja auch mit Computer-Technik: Sobald sie serienreif ist, ist sie bereits veraltet…

Ich stelle fest, dass ich die Informationen zu den neuen Karten mit der selben Begeisterung wie immer, aber doch irgendwie aus größerer Distanz beobachte. Zunächst einmal mache ich mir als frischgebackener Casual-Spieler (in der eigentlichen Bedeutung dieses Wortes als “Nichtturnierspieler”) keine Gedanken mehr darum, ob ich rechtzeitig Playsets aller relevanten Karten besitze – das ist schon einmal unheimlich entspannend! Zum anderen ist das Gefühl des Bedauerns, welches ich zuletzt immer noch verspürte, wenn ich an Prerelease-Turnieren nicht teilnahm, leise genug geworden, dass ich es ignorieren kann.

Prereleases sind fast alles nicht mehr, was sie einmal waren:

Große Turniere und besondere Ereignisse, zu denen man nötigenfalls sogar in eine andere Stadt fährt. Heute bekommt jeder Schnapsladen ein Prerelease (und dementsprechend fällt die Qualität der Turniere dann auch oft aus.)

Fordernde Wettbewerbe in einem jungfräulichen Limited-Format. Für mich waren Prerelease-Turniere früher eine Gelegenheit zu zeigen, wie gut ich mich auf die Gegebenheiten eines noch völlig unerforschten Formates einsellen konnte, und ich nahm sie daher so ernst wie jedes andere sanktionierte Turnier, sogar ein bisschen ernster, da es für gewöhnlich gute Preise zu gewinnen gab. Heute ist diese Turnierform absichtlich auf Küchentisch-Niveau heruntergestuft worden, mit einem k-value von 8, praktisch nicht existentem Rules Enforcement Level, keinen Decklisten (damit es noch leichter fällt, mit seinen Kumpels Karten auszutauschen) und viel zu großer Attraktvität für solche Spieler, die 50% ihrer Partien ins Zeitaus gehen lassen, weil sie jede Karte minutenlang lesen müssen, bevor sie dann noch einmal so lange darüber nachdenken.

Eine erste Bezugsquelle für die neuen Karten. Ich verabscheue deutschen Karten! Seit ein paar Jahren kriegt man aber nur noch diese erbärmlichen (aber turnierlegalen) Proxies bei Prereleases.

Also schaue ich mir das Ganze in aller Ruhe von der Tribüne aus an. Vielleicht tauche ich ja mal in einem RL-Draft auf, falls der mit englischem Produkt gespielt wird. Ansonsten zocke ich eben Magic Online.

Schon gut, schon gut – das war natürlich ein Witz!

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10 Comments on “Der Blick von der Tribüne”

  1. Endijian Says:

    Jepp, gerade die im zweiten Abstatz angesprochenen Punkte haben mir das Prerelease spielen gründlich versaut…
    Ewig den Kids zum dritten Mal erklären, was diese oder jene Fähigkeit nun kann, während die HipHopKiddies mit breitem Grinsen (und in der zweiten Runde eigenartig starken Decks) aus der Pause zurückkommen… mir machen Prereleases auch keinen Spaß mehr, obwohl es von der Idee die besten Turniere sein sollten…

  2. Chickenfood Says:

    Also eigentlich sind alle Karten die bei salvation im spoiler stehn bestätigt. durch gutes bild, oder durch zuverlässigen poster.
    (Leuten, die seit x Jahren zuverlässige infos posten, wird geglaubt)
    Der einzige fehler an den ich mich erinnern kann war das der weiße planeswalker keine marken verteilen würde.

    Prereleas sag ich nix dazu, weils heir keine gibt.

  3. Sebastian Says:

    Früher war ja sowieso alles besser.

  4. Boneshredder Says:

    Ich finds ja unglaublich gut, daß man auf PRs nicht zum absolut unspannenden Listenschreiben versklavt wird. Da ich ohnehin keinen Grund habe, an der Integrität der Leute, die bei uns zum PR kommen, zu zweifeln, wäre das ein purer Verlust. Such Dir doch zum Spielen einen Ort, der nicht den Ruf einer Cheaterhölle hat.

    Bei dem Wettbewerb “rechtzeitig Constructed-Playsets ergaunern” war ich ohnehin schon immer im Hintertreffen. kA wie andere das immer schaffen, aber für mich ist die generelle Unerschwinglichkeit von Cnstr-Topkarten das einer der Haupt-Gründe, weshalb selbst T2 für mich allenfalls mit Budget oder HL-Konstrukten erreichbar ist. Was mitunter nicht mehr viel Spaß macht, wenn der Powerlevel, den Cnstr durch bestimmte schwer zu schlagende Decks vorgibt mit diesem Material nicht mehr erreicht werden kann.

  5. Fritz Says:

    Oh man, was das schon wieder für ein Blödsinn ist, den du da schreibst…

    1. Ich persönlich finde es deutlich besser, wenn man nicht durch halb Deutschland gurken muss, um ein Prerelease zocken zu können, da nehme ich auch gerne kleinere Turniere in kauf, die bei uns immernoch 32 Spieler anzieht, und fünf Runden reichen auch.

    2. siehe 1. Klar, mir wäre ein K-Value von 16 besser, aber ein Prerelease ist nunmal nicht zum Rating sammeln geeignet, außerdem wage ich auch zu bezweifeln, dass das bei dir irgendetwas hilft… Es ist natürlich quatsch, dass die Spieler untereinander Karten tauschen, aber in Berlin wohl nicht unüblich. Zu den Decklisten: siehe oben, außerdem spart es Zeit, es gilt natürlich für das erste Prerelease.

    3. Ich kann Menschen echt nicht verstehen, wenn sie keine deutschen Karten mögen, wenn man nur auf nationalen Turnieren spielt, ist es mal total egal. Und komisch dass du dich als “Casual”-Spieler darüber aufregst…

    Ansonsten habe ich mal wieder zu viel Zeit für einen unwichtigen, mir extrem unsympatischen Menschen verschwendet. Aber wie gut dass du keine Turniere mehr spielst, so muss ich dich wenigstens nie in RL kennen lernen, aber selbst das aus dem VL reicht mir schon.

    Frohe Ostern!

  6. Anonymous Says:

    bei 1 und 2 geht es darum, dass die bedeutung von Prereleases nicht mehr da ist. Sie sind halt fast X-Beliebige Casualturniere

    Deutsche Karten sind einfach scheiße übersetzt, schöne 1 zu 1 Übersetzungen ohne Verständnis der Materie

  7. René Appel Says:

    ja wenn man halt in gefilden rumsumpft wo solche lowlifes sind die bei nem prerelease bescheissen…. dann sollte man evtl nen anderes soziales umfeld suchen… und ja die übersetzungen sind crap( aber wenigstens nicht mehr so oft schlicht falsch,…. siehe raths edge oder deferis response…) und ich bin auch für mehr rules enforcement aber k 8 is eh egal.—–


  8. Nachdem es nun schon mehrfach angesprochen wurde: Das andere soziale Umfeld suche ich mir eben, indem ich NICHT mehr zu Prereleases gehe. Ansonsten weiß ich nicht, wie Ihr Euch das vorstellt… Spielt Ihr etwa Prereleases an solchen imaginären Orten, an denen man zum Beispiel sein Deck eine Stunde unbeaufsichtigt herum liegen lassen kann, und es ist danach noch da?

    In Berlin gibt es so etwas jedenfalls nicht, und mit Verlaub: Das liegt ausnahmsweise mit Sicherheit NICHT an der speziellen Szene hier.

  9. Boneshredder Says:

    “… und es ist danach noch da?”

    Zumindest annähernd. Wirklich ausprobieren möchte ich das allerdings sicherheitshalber nicht. ;)

  10. King Magic Says:

    Ich nehme mir mal die Freiheit zu behaupten in Karlsruhe in der Pyramide wäre es noch da!
    Früher, als es das Studio1 noch gab (seit Guildpact etwa geschlossen) hat sogar einer sein full powered T1 Deck 20 min liegen lassen um draußen eine zu rauchen und bisschen zu labern. ;)


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