Wochenrückblick 22/2008

(Gar nicht so einfach, die korrekte Kalenderwoche heraus zu bekommen.)

Hier findet ihr meinen vorigen Wochenrückblick. Ups, ich habe ja seitdem nichts anderes hier veröffentlicht? Schande über mich! Aber gut, um so wichtiger ist dieses Feature also.

Nachdem ich in den Kommentaren darum gebeten wurde, auch etwas zu Texten zu sagen, die ich nicht ausdrücklich empfehle, verfolge ich diesmal einen Kompromiss: Magic Universe, PlanetMTG und magicthegathering.com decke ich komplett ab (wenn auch oft nur mit einem Satz pro Artikel). Wenn ich ansonsten noch etwas Interessantes gefunden habe, erwähne ich es extra. Auf die Länge dieses Beitrags wirkt sich das natürlich aus, aber vielleicht ist es ja nicht das Allerschlimmste, wenn ich weniger, aber längere Einträge verfasse. Mal sehen, wie es weiter geht.

Jetzt lohnt es sich auch, chronlogisch vorzugehen:

Montag:

Magic Universe: – (Die Redaktionszeit zählt nicht, so lange sie nicht mehr editorialen Gehalt besitzt.)

PlanetMTG: Zeit für einen von Tobi ausgesuchten Pischner Classic, Strategie-Artikel, die man sich schenken kann! Hier weiß ich nicht, ob seine Auswahl diesmal so perfekt war. Der Artikel ist zwar – nach meiner eigenen kritischen Einschätzung – gut, und war damals auch aktuell und nötig, aber aus heutiger Sicht spreche ich doch hauptsächlich Dinge an, die unterdessen Selbstverständlichkeiten geworden sind, weswegen ich nachvollziehen kann, dass sich manche Leser gefragt haben, wieso er erschienen ist.

PlanetMTG: Der Weg… Teil 1 eines GP Brüssel Reports von Benedikt Sonnenschein. Ich muss zugeben, Turnierreports, insbesondere aus Sealed-Formaten reizen mich einfach nicht mehr so, nicht zuletzt, weil ich einfach zu faul (äh, ich meine, zu beschäftigt, das klingt besser) bin, um aus aufgeführten Pools Decks zu bauen. Jedenfalls hatte ich den Eindruck, dass dieser Artikel in Ausführlichkeit und Stringenz bei den Begründungen zum Deckbau zu wünschen übrig ließ. Sapseep Forest geht jedenfalls gar nicht.

magicthegathering.com: Magicthegathering.Combos – Shadowmoor Edition ist nicht wegen der Kombos selbst lesenswert, die zumeist irgendwo zwischen offensichtlich und längst bekannt, sowie umständlich und albern schwanken, sondern wegen der brillianten Schreibe von Mark Gottlieb! Er führt zwar immer den selben Shtick (weswegen ich den weitaus flexibleren und insgesamt kreativeren Mark Rosewater insgesamt höher schätze), aber das macht er einfach super (pun maybe intended).

magicthegathering.com: The Evil That Designers Do war ein Rerun von letzter Woche, wegen eines amerikanischen Feiertages (Memorial Day). Gut bleibt er natürlich.

Dienstag:

Magic Universe: Budget-Decks hangefertigt von Andre Frenzer: Der Autor geht davon aus, dass Merfolk Reejerey zu teuer für ein Merfolk-Budget-Deck sind. (Silvergill Adept sind aber offensichtlich okay.) Dann macht er sein vorgeschlagenes Deck nur für ausgerechnet Cloudcrest Lake standardillegal und schmeißt auch ansonsten allerlei unsynergetischen Kram zusammen (Summon the School mit Countern, das geht nicht gut.) Auch die Einsicht, dass wenn man anfangen muss, Cryptic Command durch Boomerang zu ersetzen, es vielleicht einfach nicht MÖGLICH ist, ein Turnierdeck in eine Budget-Variante umzusetzen, fehlt. (Nicht, dass sein Deck wirklich irgendetwas mit dem schnellen Aggrokontrolldeck, welches ihm als Vorlage diente, zu tun hätte.) Schließlich fehlt sogar das 101 von Lorwyn-Block-Common-Merfolk-Decks, wenn zwar Mothdust Changeling mit Judge of Currents benutzt wird, aber auf Stonybrook Schoolmaster und vor allem Springleaf Drum (dann braucht man auch keine peinlichen Croudcrest Lake) verzichtet wird. Nach nunmehr mehreren Artikeln von Andre muss ich leider konstatieren, dass er einfach von der Materie (Magic) keine Ahnung hat, und das Schreiben darüber dann besser lassen sollte.

PlanetMTG: The Crucible of Nerds und Legacy von Simon Ritzka scheint, wenn man den Kommentaren von Leuten, die mehr davon verstehen als ich, Glauben schenkt, einen ganz ordentlichen Überblick über das Format Legacy zu bieten. Nichtsdestotrotz erhalte ich den Eindruck, dass die als Referenz angegeben Decklisten nicht unbedingt in ihrer Ausprägung typisch, sondern individualisiert sind, was in dieser Art Artikel fehl am Platz ist. Ich habe ja das Interesse an Legacy, so sehr ich dieses Format ursprünglich begrüßt hatte, so nach und nach verloren, seit die Beginner Sets für legal darin erklärt wurden…

magicthegathering.com: Feel the Hate von Steven Sadin ist weder wirklich schlecht noch wirklich gut. Seine Einsichten sind alles andere als neu und teilweise nicht hinreichend begründet, und seine Einbindung des (zugegebenermaßen für so viele Autoren undankbaren) Evil-Twin-Themas gekünstelt und gewollt.

magicthegathering.com: In Am I Evil? Yes I Am! scheitert The Ferret letztlich komplett an der Evil-Twin-Vorgabe. Dafür ist sein stark menschelnder Artikel für viele sozial unsichere Gamer (insbesondere in den USA, wo diese Subkultur in einem bei uns undenkbaren Maße ausgegrenzt wird) sicherlich hilfreich, kommt mir aber zu weinerlich herüber, mehr in Richtung “The Ferret arbeitet seine unglückliche Jugend auf” als in Richtung “The Ferret gibt Euch nützliche Tipps und vermittelt Euch Selbstbewusstsein”. Ein Problem ist dabei wohl auch, dass man, um dieses Thema wirklich schlüssig zu behandeln, um eine allgemeine Kritik der amerikanischen Gesellschaft nicht herum kommt, die auf magicthegathering.com gewiss nicht erwünscht ist. Naja, und dann muss man auch sagen, dass eine Person, die ihren offiziellen RL-Namen in The Ferret geändert hat, sich auch dem nicht vollständig unberechtigten Verdacht aussetzt, vielleicht tatsächlich nicht alle Würfel in ihrem Beutel zu haben…

Mittwoch:

Magic Universe: Vorbereitungen auf den GP Birmingham von David Blüher gibt einen Überblick auf das Block Constructed Metagame. Dabei setzt David uns eine für Leute, die sich in Block Constructed nicht auskennen, höchst merkwürdihe Kithkin-Liste ohne ausreichende Begründung vor. Nun, unterdessen habe ich mir die Coverage vom GP Birmingham reingezogen und verstehe besser, wie und warum dieses Deck funktioniert, aber dieses Verständnis hat David mir eben leider versäumt zu vermitteln. Ansonsten wirkt der Artikel auf mich wie solide Kost.

PlanetMTG: Ähmmm… TV #2 vom TobiH ist vermutlich recht lustig (seine Cartoons waren es oft), aber ich will mir im Internet keine Videoclips ansehen. Gib mir die Cartoons zurück, Tobi!

magicthegathering.com:Through the Twinning Glass von Doug Beyer enttäuschte mich. Es mag Schuld des Evil-Twin-Themas sein, aber Doug macht sich hier meiner Meinung nach über Ansichten vieler Spieler lustig, ohne überzeugend zu begründen, warum diese so abwegig sind. Ich fand “He exercises his right to bear arms” genial, und ich würde ein wenig mehr Wiedererkennungswert bei den Hauptakteuren in Magic auch gegenüber dem Ein-Block-ein-Setting-Prinzip bevorzugen. Doug geht auch nicht auf den Unterschied zwischen klassischer Fantasy und dem angestrebten “Magepunk”-Feeling von Magic ein, sondern vergleicht stattdessen phantasielose, klischeehafte Plots mit weniger phantasielosen, klischeehaften Plots, was völlig an der Fragestellung vorbei zielt. Auch die Darstellung von Drachen als “Zorn-Elementaren” gefällt mir nicht wirklich – für mich sind Drachen ebenfalls erheblich komplexere und interessantere Figuren als nur feuerspeiende, fliegende Berserker. Alles in allem liest sich das Ganze für mich so: “Wir versuchen verzeifelt, der IP Magic eine eigene Identität zu verleihen. Uns fehlen dafür zwar die guten Ideen, aber wir sind immerhin schon so weit, dass wir bekannte, gute Ideen nicht nutzen.” Dabei sind die Konzepte, die Magic verwendet, durchaus interessant, on Mirrodin, Kamigawa, Ravnica oder Lorwyn/Shadowmoor – alle diese Welten besitzen ja Eigenständigkeit! Nur, aus Sicht des Spielers ergeben sie eben ein Kuddelmuddel, und die Spielkarten können nun einmal die Komplexität eines Settings nicht transportieren (ob es die Romane können, weiß ich nicht). Ein kohärenterer, stimmungsvollerer Hintergrund würde mir gefallen, aber dieser nervöse Eklektizismus wird vermutlich durch das Konzept “Spieler sind Planeswalker” bedingt.

magicthegathering.com: In Evil Phytohydras! tanzt Ben Bleiweiss wie üblich unsystematisch von einer “Fun-“Deckvariante zur nächsten. Offensichtlich hat er ja siene Fans. An seiner Kreativität kann es nicht liegen (wie oft hat er diesen “Building on No Budget” Witz schon gebracht?), seine Schreibe ist bestenfalls mittelprächtig, und strategisches Verständnis vermittelt er auch nicht (unter der Voraussetzung, dass er sich unterdessen welches angeeignet hat – als ich seine Artikel zuletzt genau durchlas und detailliert kritisierte, hatte er von Tuten und Blasen keine Ahnung). Und ja, zum letzten Punkt: In eben jener Kolumne hatte Jay Moldenhauer-Salazar demonstriert, wie man auch in einer an Casualspieler gericteten Kolumne strategisches Wissen einbringen kann!

Donnerstag:

Magic Universe: Der Sieg der Hoffnung über den Verstand oder wie man mit einem Gehirn im Leerlauf einen Highlander GP gewinnt – Teil 1 von Oliver Malina ist ein vermutlich guter Artikel über ein Format, das mir am Arsch vorbei geht, und Olivers Artikel zeigt sogar ganz gut, warum. Kurz gesagt: Ich erwarte von einem Fun-Format, wenn es über die Phase des Entdeckens der Möglichkeiten hinaus für mich interessant bleiben soll, dass es NICHT zu einem Komboformat degeneriert. Ich fühle mich verarscht, wenn ich einerseits 100-Karten-Decks mischen soll und andererseits mit einer Million Tutoren mein Deck doch wieder auf einige wenige Schlüsselkarten reduzieren kann. Der Sinn von Highlander besteht für mich darin, dass mein Deck sich unterschiedlich spielt, je nachdem, welches Segment davon ich gerade ziehe. Vielleicht wird das ja allgemein zu einem Problem, je mehr der Gesamtkartenpool von Magic anwächst, aber diese Highlander-Regeln tragen gewiss nichts dazu bei, sie zu lösen.

Planet MTG: Mit Shadowmoor Limited Review: Rot, Rot-Grün legt Trash den vierten Teil seiner Reihe vor. Doppelt Tippen ist doof, deswegen kopiere ich hier meinen Kommentar aus dem Forum hinein:

“Allgemein ist die Karte ohne Combo-Potenzial jedoch unspielbar”
Dieses Zitat bezieht sich auf Power of Fire???
(Kopfkratz)
Vielleicht hat Dein 3:5 am ersten Tag ja möglicherweise doch ein kleines bisschen damit zu tun, dass Du bei Deinen Kartenbewertungen mit Deiner Archetyp-Fokussierung den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr siehst?
Ein Tim-Effekt in einem Format, das von spielbaren Toughness-1-Kreaturen nur so strotzt (und, als kleiner Bonus, auch noch removalarm ist, was den Auranachteil ein wenig relativiert, obwohl man in der Regel eh mindestens einen Schuss anbringen kann, bevor der Gegner Mana frei hat)?
Wie viele von den von Dir postulierten Archetypen werden eigentlich von Power of Fire völlig zusammen geschossen?
Übrigens kannst Du an einen Top-8-Drafttisch nicht einfach ein synergetisches Deck mitbringen. Du musst es dort DRAFTEN. Glaubst Du wirklich, diese 8 Leute hätten nicht auch lieber Synergie-Decks gehabt und haben dann beim Draften fest gestellt, dass sie auf “normale” Decks zurück grefien mussten? Vielleicht klappt das Draften von Synergie-Decks ja nur an Tischen wirklich gut, an denen die anderen Spieler NICHT wissen, dass Intimidator Initiate kein 15. Pick ist?
Übrigens sind gute Sealed Decks auch gerne einmal stärker als schlechte Draftdecks.
Deine Argumentation überzeugt mich einfach nicht. Egal, wie hoch man bereit ist Intimidator Initiate und Giantbaiting zu nehmen, die höheren Picks sind immer noch Puncture Bolt und Burn Trail, und die nehmen auch die “normalen” Drafter. Ohen die geht es nicht, außer man bekommt tatsächlich den Initiate 4 mal und das Baiting 3 mal, und das passiert eben nur, wenn der Rest des Tisches völlig ahnungslos ist.
Erst gute Karten draften und dann sehen, welche Synergien sich ergeben und dem Deck seinen Fokus verleihen – das ergibt Sinn! Initiate, Baiting, Mudbrawler Cohort, Manaforge Cinder als die ersten 4 Picks hingegen sind Harakiri, und die Chance, dass das gut geht, wird noch zusätzlich dadurch verringert, dass man mit solchen frühen Picks effektiv auf Signalling verzichtet hat (weil man ja solide, aber nicht so fokussierte KANN-NICHT-WILL-Karten wie Tatermunge Duo, Mudbrawler Raiders und Moarselhoarder dafür weiter gegeben hat).
Trash, Du hast einen hervorragenden 27. Platz in Kuala Lumpur eingefahren – in Lorwyn Limited, einem Format, in dem man gar keine andere Wahl hatte, als extreme Synergien zu draften! So weit ich es überblicken kann, stellte das in Deiner Limited-Karriere der letzten Jahre einen Peak dar.
Ich denke, ich kann voraus setzen, dass Du generell auf einem sehr hohen Niveau Magic spielst. Ist Dir nie der Gedanke gekommen, dass es Deine engstirnige Herangehensweise an Limited-Formate sein könnte, die Dich daran hindert, Dein spielerisches Potenzial in angemessene Erfolge umzumünzen (und ja, ich halte Dich für gut genug, dass “Tag 2 erreicht” keinen angemessenen Erfolg darstellt)?
Es gibt im Constructed den Typus des RDW-Spielers. Der spielt IMMER rote Decks, egal ob sie gerade gut sind oder nicht. Wenn sie gerade gut sind, ist er damit äußerst erfolgreich, weil er sie besser spielt als alle anderen. Wenn sie gerade NICHT gut sind, dann schneidet er damit immer noch besser ab, als andere es damit täten, aber erheblich schlechter als diejenigen, welche die stärkeren Decks spielen.
Ich denke, Du bist das Gegenstück zum RDW-Spieler im Limited: Wenn das Format sich besonders gut dafür eignet, extrem fokussiert zu draften, dann bist Du ganz vorne mit dabei. Wenn aber nicht, dann kommst Du (auf höchstem spielerischen Niveau, wohl gemerkt) einfach nicht damit klar und produzierst enttäuschende Ergebnisse, die Du Dir selbst nicht erklären kannst.
Versuche es doch einmal ernsthaft mit einer flexibleren Draftstrategie! Davon profitierst dann nicht nur Du, sondern auch die Leser Deiner Artikel!

magicthegathering.com: Impure Reflection von Chris Millar = Random deck lists at their worst.

magicthegathering.com: Your Gauntlet von Mike Flores bietet eine gewohnt kompetente Zusammenfassung des Metagames.

Freitag:

Magic Universe: Bei Draften mit Michi verfolgt PhipS den Draft eines anderen Spielers. Mir ist das Ganze zu unstrukturiert gewesen, sowohl in der Draft Coverage als auch der Präsentation des Artikels in zwei Unterartikeln. Vielleicht sähe ich das anders, wenn ich mich noch intensiv mit Turnierspiel befassen würde, aber so habe ich mich hier nicht genauer eingelesen.

PlanetMTG: Ask the Judge #9 von Sebastian Rittau befindet sich auch wieder auf gewohntem, ordentlichen Niveau, ohne besonders aufzufallen.

PlanetMTG: Bei Birmingham Block von Alex Fanghänel demonstriert der Planet, wie man Last-Minute-Tech als Vorbereitung zu einem Grand Prix präsentiert. Ein schöner Überblick über die Vorbereitung einer Testgruppe, so weit ich es beurteilen kann.

magicthegathering.com: How to Sneak Overpowered Cards past Development von Devin Low behandelt prinzipiell ein Thema, das mich brennend interessiert. Leider habe ich ein wenig den Eindruck, dass Devin hier auf Sicherheit spielt. Alles, was er beschreibt, wurde eigentlich schon einmal gesagt (aller Wahrscheinlichkeit nach von Mark Rosewater), und ich vermisse ein wenig die AKtualität. Die neusten Beispiele sind aus Time Spiral (Brine Elemental, Dragonstorm), abgesehen von der Selbstbeweihräucherung, die Devin bei den Plaeswalkern betreibt (obwohl ich zugeben muss, dass diese bis jetzt tatsächlich alle die Balance zwischen zu stark und zu schwach geschafft haben, wenn auch ein wenig zu weit an der oberen Grenze für meinen Geschmack). Tarmogoyf hätte durchaus einmal angesprochen werden dürfen, und zu Bitterblossom gibt es ja wohl auch eine Geschichte zu erzählen. Aber die Policy von WotC ist vermutlich, Fehler erst mit gebührendem zeitlichen Abstand zuzugeben.

magicthegathering.com: Gindy’s Hollywood Ending von BDM versucht wieder den Spagat zwischen Hofberichterstattung (Magic-Spieler sind halt nicht die interessantesten Interviewees) und Tech. Der letzte Teil, hier erfolgreiche PTQ-Decklisten, hat mich mehr interessiert.

Samstag:

Magic Universe: Ich führe meine Reihe mit Aus dem Magic-Antiquariat: Urza’s Legacy & Urza’s Destiny weiter. Die Bewertungskurve hat wieder einmal drei Spitzen (von wegen Gauß-Glocke!) bei 1, bei 10 und zwischen 7 und 8. Ich denke, Letzteres ist wohl eine realistische Einschätzung zwischen “mich interessiert das eh nicht, was der Pischner da verzapft” und “Die 1en sind unfair, also gibt es 10en zum Ausgleich.” Wisst Ihr, ich glaube ja selbst nicht, dass diese Artikel zum Besten gehören,w as im Netz erschient, aber das ist nicht ihre Aufgabe: Sie sollen auf akzeptablem Niveau und regelmäßig ein bestimmtes Thema behandeln. Generell ist es natürlich so, dass meine Artikel, wenn ich nur ab und zu etwas schreibe, wenn ich eine besondere Idee habe, natürlich im Schnitt interessanter ausfallen, als wenn ich eine regelmäßige Kolumne betreue. Vergleicht es mit normaler, solider Mittagskost im Gegensatz zum gelegentlichen Essen Gehen: Klar isst man in Restaurant (hoffentlich) besser, aber der Aufwand, es täglich zu tun, ist zu hoch.

magicthegathering.com: Die Coverage des GP Birmingham beginnt (und setzt sich natürlich am Sonntag fort). Tja, was soll man zu den Wizards-Coverages schon sagen? Wie üblich keine Spur von Live, reihenweise nicht funktionierende Links, welche den Informationsfluss noch weiter verzögern… Naja, dafür gibt es immer mehr Podcasts, die alle außer mir ja toll zu finden scheinen. Immerhin finden sich die Essentials Metagame Breakdown, Top-Decklisten und Standings (irgendwann jedenfalls). Ach ja, das Format geht mir übrigens auf den Sack- ein Drittel Faeries, ein Drittel Kithkin, ein knappes Dritel bunte Goodstuff-Kontrolle in den verschiedensten Varianten… ob das die Schuld des Blockes an sich ist, oder einfach nur typisch für Block Constructed mit seinem kleinen Kartenpool, ist natürlich eine andere Frage.

Sonntag:

Magic Universe: Ein Sonntagsartikel auf MU, das ist neu! Ashraf Abu Omar stellt in Decktech Grand Prix Birmingham Block Constructed Tech vor – leider halt ein wenig spät, wenn man gleichzeitig bereits die Coverage aus Birmingham verfolgen kann. Außerdem sind Zweifel an der Sorgfältigkeit seiner Vorbereitung anzumelden. Mir wäre es beim Überfliegen des Artikels ja nicht aufgefallen, aber einige Kommentatoren haben auf Fehlinformationen hingewiesen, die darauf schließen lassen, dass der Autor mangelnde Praxis besaß. Ich weiß nicht, wann der Artikel geschrieben wurde, aber generell ist die Krux mit einem solchen Tech-Artikel die: Entweder er erscheint VOR dem Grand Prix. Dann sollte er allerspätestens am Freitag, besser am Donnerstag online sein, damit er noch Relevanz besitzt. Oder er kommt NACH dem Event heraus – dann sollte er sich auch darauf beziehen.

Ja, so sah es diese Woche aus – eher unterdurschnittlich, ist mein subjektiver Eindruck. Wie seht Ihr das?

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12 Comments on “Wochenrückblick 22/2008”

  1. Zar Says:

    Keine Sorge, ich finde Podcasts auch mistig und guck mir TobiHs Videoartikel nicht an. :>

  2. Chickenfood Says:

    Zitat:
    Der Sinn von Highlander besteht für mich darin, dass mein Deck sich unterschiedlich spielt, je nachdem, welches Segment davon ich gerade ziehe.

    Der Sinn von highlander ist (beim GP) das dein deck sich immer gleich spielt, egal was du ziehst.

    DAs was du machst ist wirklich Fun und spielen die in München mit 450 Karten.

    100 Karten zu mischen ist für alte menschen eben ansterengender als man so denkt. lasst uns mitleid mit dem alten knacker haben.

    (Eb würde sagen lasst das sinngebende “n” im vorherigen satz weg…)

    Der Hajo sagt diese Woche ja noch das evtl. die halbe tutor power gebannt wird.

    Es igbt übrigens kein(!) anderes deck das alle tutoren soo gut ausnutzen kann wie ds von Oliver Malina. Ansonsten ist das Format vielfältig.


  3. Das ist Vielfalt durch Ignoranz, weil die anderen Spieler eben NICHT das Killer-Deck spielen – sei es, weil sie es nicht entdeckt haben, oder eil sie eben Spaß haben wollten und sich deswegen absichtlich kein Kombodeck gebastelt haben.

    “Der Sinn von highlander ist (beim GP) das dein deck sich immer gleich spielt, egal was du ziehst.”

    Wenn das stimmt, dann spiele ich doch lieber ein 4-of-Format, oder? Da muss ich mich nicht absichtlich selbst frustrieren.

    Naja, und mit einem plötzlichen Emergency Banning der ganzen Tutor-Toolbox rechne ich nun wirklich nicht – das wäre ja nichts weniger als ein Eingeständnis, dass sie bis jetzt nur Larifari gemacht haben und nun erst anfangen, sich ernsthaft um ihr Format zu kümmern!

  4. david Says:

    hi
    zu deinem beitrag
    find ich cool das die die artikel kurzfasst
    hilft mir bestimmt in zukunft den einen oder anderen guten artikel den ich übersehen habe doch noch zu lesen

    zu meinem artikel auf mu
    hab fälschlicherweise wohl zuviel info vorrausgesetzt
    ich hätte tatsächlich mehr über die liste schreiben können/sollen
    ansonsten liefern die ergebnisse die bestätigung das ich nicht mit der metaeinschätzung nicht so falsch lag

    gut find ich das du die mtg.com artikel ncith ohne weiteres hinnimmst
    denn auch die offizielle seite bringt “schlechte” artikel

  5. Jörg Gardill Says:

    @Andi: HL spielt sich wie jedes andere Constructed Format auch, die Decks haben einen Plan den sie recht zuverlässig umsetzen. Der Witz gegenüber den 4-of Formaten besteht (jedenfalls für mich) eher darin, dass man auch mal mit anderen Karten spielt. Man hat eben nicht die Möglichkeit 4x Tarmogoyf (auf 60 Karten) zu spielen, also spielt man zusätzlich Wild Mongrel, River Boa, Mire Boa, Albino Troll etc. (auf 100 Karten), alles “coole” und starke Karten, die aber aufgrund eines, ich nenns mal Ausrutscher, in anderen Formaten nicht mehr gespielt werden können (ohne das Deck mutwillig zu verschlechtern).

    Wie gut die Banned Liste durchdacht ist, wissen wohl nur die Erschaffer selbst, allerdings gehe ich davon aus, dass wie schon zu Flash Zeiten angemessen reagiert wird. Im Moment legen Frank&co. viel Wert darauf das es keine zu schnelle Kombo gibt (was ja gerade dir entgegen kommen sollte), dass Spieler, welche ausreichend Zeit investieren, immer wieder Schluplöcher finden sollte bei einem derart riesigen Kartenpool keine Überraschung sein (man mag aber kritisieren, dass das mit einem Tutor komplett stopp unterbunden wäre. Aber wo hört man dann auf? Was ist noch zu gut? Wie sieht’s mit Transmute aus? Würde das die Control Decks lähmen? Schwierig zu sagen…)

  6. Handsome Says:

    Juhuu, der Wochenrückblick ist zurück :)

  7. Captain Magic Says:

    Ich würde trotzdem zu jedem Wochenrückblick noch eine passende Überschrift erfinden. Das Macht es nachher übersichtlicher und außerdem vermeidet man so, dass ich fast übersehen hätte, dass dies hier schon der neue Wochenrückblick ist. Ich dachte bis vor kurzem noch: Immer nohc kein Update auf dem Blog seit knapp über einer Woche…

    Auch wenn ich weiß, dass es auf anderen Seiten schon zu Tode diskutiert wurde, finde ich gerade bei solchen “Großereignissen” wie die neue rarity + Spielgröße könntest du ruhig sofort was dazu schreiben ;-)

  8. Captain Magic Says:

    Oje kurz vor drei Uhr nachts, nehmt meinen Satzbau nicht so ernst (inkl. Fehler)

  9. Boneshredder Says:

    Könnte mir gut vorstellen, daß der Mann zur Mythic Rare am Montag auf PMtG publiziert. :>

  10. david Says:

    hab grad einen super artikel gelesen die woche (paul jordan) bin gespannt wie der bei dir wegkommt

  11. Dirk Says:

    Zum Thema Highlander:

    Der wesentliche Unterschied zwischen “4-off” und Highlander Constructed ist der folgende:

    In jedem Format hat ein Deck einen Plan, der sieht grob folgendermassen aus,

    a) Was soll das Deck machen
    b) Was sind die besten Karten für den Job
    c) Checken welche Karten legal im angestrebten Format sind
    d) Die beste für den Job 4x mal ins Deck packen

    Damit ist jede zweitbeste Karte obsolet, es sei denn man will Copy 5-6 im Deck haben.
    Aller Carddraw der Welt muss sich an Ancestral messen solange dies irgendwo legal ist.
    Standardbeispiel: Wrath. Ist er legal, ist er als 4x gesetzt.

    Das geht im Highlanderformat nicht, da müssen auch die 2 bis 10 besten Karten herhalten, je nach gewünschter Anzahl der Effekte.

    Vorteil: Abwechslung, Viele gute, aber nur “zweitbeste” Karten sehen das Sonnenlicht
    Nachteil: Es gibt von manchen Karten keine 2-10 besten Versionen, das macht manche Strategien unbrauchbar.

    Beispiel: Armageddon. Da gibt es noch den Clon aus Portal 3, ansonsten nur allenfalls ÄHNLICHE Karten, die mit nichten das gleich Powerlevel haben.
    Besseres Beispiel: Combo. Bestimmte Combo-Karten haben kein “2nd best” Equivalent. Enter the Tutor: Man spielt alle irgendwie legalen Tutoren und sucht sich die eine wahre Karte.

    Beispiel: Lightningbolt. Oft kopiert, nie erreicht. Dennoch ist Burn eine viel verlässlichere Strategie da es unedliche Alternativen gibt. Gleiches gilt für “Power-2-Tiere”.

    Will man solche Strategien (also das tutoren auf Karten, die ansonsten eine “unspielbare” Strategie ermöglichen) nicht im Format haben, muss man blos alle Tutoren bannen.
    ….
    Nur welche ?

    Fetchländer? Recht starke Tutoren wie ich finde….
    Enlightened Tutor? Sehr eng, nur auf die Library etc.
    Chord of Calling ? teuer ?
    Demonic/Vampiric ? die Stärksten
    Frantic Research ? Zufall…
    Trinket Mage ?
    Survival ? Immer Wiederkehrend

    Wo ist die Grenze ? Alle Karten bannen, die irgendwas irgendwie raussuchen ?
    Da haebn HaJo und Konsorten was vor sich^^


  12. Ich mag Abwechslung auch, deswegen spiele ich Fun-Formate und Casual! In einem kompetetivenm Environment aber sehe ich nicht so ganz den Vorteil, wenn ich an Stelle eines Wrath of God Winds of Rath oder Rout auf der Hand habe. Spiele ich zum Beispiel ein Buchstaben-Format, wo ich nur Karten, die mit “R” beginnen, spielen kann, dann freue ich mich über Rout, weil ich mein Mass Removal gezogen habe. In Highlander aber ärgere ich mich nur, dass ich nicht den billigeren WoG gezogen habe, den ich eine Runde früher spielen kann.

    Irgendwie ist diese Highlander-Variante weder Fisch noch Fleisch, ein fauler Kompromiss, und seine Befürworter (die es ja gerne spielen dürfen, wenn sie Spaß daran haben – ich will dieses Format ja niemandem wegnehmen!) argumentieren immer je nach Lust und Laune – wenn ich mich beklage, dass nichtinteraktive Kombodecks nicht meiner Vorstellung von Fun entsprechen, werde ich immer belehrt, dass es sich ja um ein völlig ernst zu nehmendes Format handele, wo Kombo nun einmal dazu gehört. Wenn ich aber auf die strukturellen Schwächen des Highlander-Formates hinweise, wird mir immer gesagt, es gehe doch um den Spaß…


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