Wochenrückblick 23/2008

Hier geht es zum Rückblick der vorigen Woche.

Montag:

Auf PlanetMTG lasse ich Das Wort zum Montag: Development erklingen, worin ich mir Gedanken über die Entwicklung des Color Pies und der Manakurve für Kreaturen mache.

Auf magicthegathering.com erläutert Mark Rosewater, teilweise mit einem erkennbaren schlechten Gewissen, die Veränderungen in der Magic-Produktion ab Shards of Alara, zu denen ich mich in der darauf folgenden Woche ausführlich geäußert habe.

Dienstag:

Auf Magic Universe beschert Oliver Malina uns den zweiten Teil eines Turnierberichtes vom “Highlander Grand Prix”, den er mit einem äußerst unfair anmutenden Kombo-Deck gewonnen hat. Highlander-Decklisten sind übrigens meiner Ansicht nach ungefähr so lesbar wie Telefonbuchseiten…

Auch bei PlanetMTG steht ein zweiter Teil eines Turnierberichtes an, in diesem Fall von Benedikt Sonnenschein vom GP Brüssel. Interessant daran ist meiner Ansicht nach in der Hauptsache, wie sehr der Autor seine Decks (und, damit zusammen hängend, seine Skills) wohl überschätzt hat.

Ebenfalls auf dem Planeten gibt Florian Hess einen Überblick über das Vintage Metagame, welcher bereits bei Erscheinen weitgehend obsolet war, da inzwischen radikale Änderungen der Restricted-Liste dieses Formates bekannt gegeben worden waren. Doch auch abgesehen davon scheint dieser Text nicht das Niveau seines Legacy-Vorgängers zu erreichen, worin sich zumindest Vintage-kundigere Kommentatoren einig zu sein scheinen. Mit den Decklisten, die auf GerMagic als Turniersieger geführt werden, deckt sich sein Überblick übrigens auch nicht wirklich.

Auf Magicthegathering.com springt Dane Young für Steve Sadin ein, und mehr als einen Füller hat er auch nicht zu bieten: Man kann Decks um frühe Picks wie Makeshift Mannequin oder Flourishing Defenses herum draften, man kann Conspire nutzen, es gibt da eine gewisse Kombo mit Sunken Feeling, und Wisps bieten nützliche Utility. Nun ja.

Auf der selben Seite stellt The Ferret (zwei Mal) die interessanteesten 5 Shadowmoor-Karten fürs Multiplayer vor, einmal Rares und einmal Nicht-Rares. Sein Artikel kommt mir diesmal ein wenig konfus vor. Auch wenn Multiplayer nicht mein Ding ist, schreibt The Ferret doch häufig auch für mich Informatives, aber zuletzt hat er mich weniger überzeugt.

Mittwoch:

Bei Magic Universe ist das MU-Team Linz wieder an der Reihe. Florian Pogutters Überblick über das Standard-Metagame erscheint allerdings recht vage und lückenhaft.

Auf dem Planeten kann Jan Ruess seinem theoretischen Vorbereitungsartikel nunmehr einen triumphalen Turnierbericht von PT Hollywood, wo er den zweiten Platz belegt hat, folgen lassen. Teil 1 davon befasst sich nicht allzu überraschend mit dem ersten Tag des Turniers. Jan verschweigt hier auch seine eigenen Misplays nicht, womit man bei mir immer Punkte sammelt!

Dann präsentiert uns TobiH ein Mischmasch verschiedenster Überlegungen in seinen Gedanken vom Grabbeltisch – ein Format, das ich sehr schätze, wenn der Autor etwas zu sagen hat und weiß, wie man es sagt! Auch viele kleine Themen können interessant sein, wenn sie unterhaltsam und schlüssig vorgestellt werden.

Paul Jordans statistische Auswertung der PT Hollywood auf magicthegathering.com hat einem meiner Leser so gut gefallen, dass er mich neugierig gefragt hat, was ich wohl dazu schreiben würde, und ich kann ihn da nicht enttäuschen: Ich halte nicht viel davon! “There are three kinds of lies: Lies, damned lies and statistics.” Natürlich sind es nicht die Statistiken, die gelogen sind, sondern die daraus entwickelten Interpretationen! Ich kann jedenfalls nicht wirklich nachvollziehen, nach welchen Maßstäben Jordan hier Archetypen kategorisiert und zusammen fasst, und wie viel Aussagekraft dabei verloren geht. Ich weiß jedoch, dass die Schlüsse, die er aus der vergleichsweise schwachen Erfolgsquote der Faerie-Decks zieht, an keiner Stelle die Möglichkeit berücksichtigt, dass Faeries nicht zuletzt deswegen das meist gespielte Deck gewesen sein mag, weil es als das designierte beste Deck einfach den Default für zahlreiche Spieler darstellte, die sich ungenügend vorbereitet hatten (wie es die Interviews in der Coverage auch durchaus nahe legen). Dass wiederum ein Deck, welches von schlechter vorbereiteten Spielern bevorzugt wird, insgesamt weniger gut abschneidet, als es seiner eigene Stärke entspräche, kann man ja wohl begründet vermuten, oder?

Auch die sonstigen Statistiken einschließlich des ebenso bunten wie konfusen Diagramms stellen zwar eine Fleißarbeit dar, besitzen jedoch nicht annähernd die Aussagekraft, die Jordan impliziert, weil sie die Decks eben zu sehr verallgemeinern. Kann man zum Beispiel die Ergebnisse zweier R/G Ramp Varianten gegen Faeries über einen Kamm scheren, wenn eines davon als Hate lediglich zwei Cloudthresher im Sideboard spielt, das andere hingegen 4 Thresher und 4 Firespout im Hauptdeck und 4 Raking Canopy im Sideboard aufbietet? Kann man die Ergebnisse zweier Faerie-Decks zusammen fassen, von denen eines gezielt für das Mirror getuned ist, während das andere sich darauf konzentriert hat, seine übrigen Matchups zu verbessern? Was ist mit der Reveillark-Kombo-Version mit Greater Gargadon und dem klassischen Reveillark – gehören die in einer Analyse wirklich zusammen?

Ich greife einmal ein paar besonders interessante Daten aus dem Artikel heraus: Faeries hatten am ersten Tag eine 49%ige Gewinnchance gegen Schwarz-Grün und eine 35%ige gegen Elfen (zwei Decktypen übrigens, die ÄUSSERST flüssige Übergange besitzen dürften). Am zweiten Tag veränderten sich diese Chancen dann zu… 33% und 60% ?? Und dazu weiß Jordan nichts zu sagen? Wozu sind seine Zahlen dann eigentlich gut? Mich hat dieser Artikel vollständig enttäuscht!

Ach ja, und dann hat Doug Beyer in Planeswalkers and the Written Page noch etwas zu den geplanten Änderungen bei den Magic-Merchandising-Büchern zu sagen, was bestimmt jemand anders interessiert, jedenfalls mehr als mich.

Und es gibt an diesem Mittwoch noch einen dritten magicthegathering.com-Artikel, in dem Ben Bleiweiss mich mit seinen unkreativen und planlos getuneden Decks langweilt.

Donnerstag:

Magic Universe bringt diese Woche bereits den ZWEITEN Highlander-Artikel, diesmal eine Analyse von HaJo Höh. Was ist eigentlich mit “Es kann nur einen geben?” Naja, Hajo überfordert meine Fähigkeit Decklisten zu erfassen mit insgesamt über ACHTHUNDERT einzeln aufgelisteten Karten jedenfalls komplett. Immerhin ist er ehrlich genug darauf hinzuweisen, dass sowohl der Zweit- als auch der Drittplatzierte Decks mit 106 Karten pilotiert haben, was einfach Bände darüber spricht, wie ernst die Spieler dieses Format tatsächlich nehmen! Interessant sind aber in jedem Fall seine Überlegungen dazu, welche Karten man bannen könnte odder sollte und warum, und welche Auswirkungen das hätte.

Auf PlanetMTG lässt ein offensichtlich zutiefst in seiner Ehre und Unfehlbarkeit gekränkter TrashT zunächst einmal den Pro heraus hängen. Mein Lieblingszitat aus dem neuesten Teil seiner Shadowmoor-Limited-Analyse zu Grün und Grün-Weiß (auf mich bezogen): “Seine Wortwahl lässt mich vermuten, dass er die Leser seiner Kommentare von seiner Meinung überzeugen möchte.” Welch eine gewagte Vermutung!

Abgesehen von diesem Empfindlichkeitsanfall bietet der Artikel gewohnt gute und interessante Kost, mit den gewohnten sehr spezifischen Voraussetzungen, die Trash bei seinen Betrachtungen verwendet. Der Preis für die beiden von ihm diesmal deswegen am stärksten unterschätzten Karten dürfte wohl an Shield of the Oversoul und Mercy Killing gehen.

Mike Flores behandelt auf magicthegathering.com in seiner Kolumne “Swimming with Sharks” das Block Constructed Metagame – wie üblich eine ordentliche Arbeit, aber diesmal erscheint mir sein Blick ein wenig oberflächlicher als sonst. Jedenfalls kommt mir alles, was er schreibt, bereits sehr bekannt vor, und teilweise gäbe es sogar etwas zu ergänzen.

Chris Millar wiederum wetteifert mit Bleiweiss darum, wer mich mit um eine Karte, die mit ihrem Regeltext ausdrücklich die Richtung dafür vorgibt, herum gebauten Decks am meisten langweilen kann. Manchmal frage ich mich ernsthaft, ob ich für diese Art Casual-Decks wirklich zu WENIG und nicht vielleicht sogar zu VIEL Kreativität besitze…

Freitag:

Philipp Summereder stellt auf MU seine sehr eigenwillige Version des Mannequin-Decks vor, die er zwar ausführlich, aber vielleicht trotzdem nicht so Recht zufrieden stellend begründet. Interessant ist sein ungewöhnlicher Ansatz aber alle Mal!

Auf PlanetMTG legt Sebastian Rittau eine neue Folge seines Regelquiz’ vor – ein etwas undankbares Format, weil man damit zwar viel falsch machen kann, aber keine Gelegenheit hat, mit seinem Content aus der Artikellandschaft heraus zu ragen.

Auf magicthegathering.com lügt sich Devin Low die Wirklichkeit so zurecht, wie sie ihm besser in den Kram passt. So bezieht er sich ausdrücklich nicht auf die Top 8, sondern auf die Tag-2-Decklisten der PT Hollywood, weil in den Top 8 Shadowmoor kaum repräsentiert war – hauptsächlich durch Kitchen Finks und Länder -, tut so, als wenn die vermutlich meist gespielte Shadowmoor-Farbe (Rot) typisch wäre, und stilisiert das Gargadon-Reveillark-Kombodeck aus den Top 8 zu einem roten Deck hoch, obwohl es nur einen minimalen Rot-Anteil besitzt. Außerdem findet er in diesen Top 8 irgendwo “true control”, was einfach jeglichen legitimen Interpretationsspielraum sprengt. Abgerundet wird dieser abstoßende Propaganda-Artikel von einem durch Informationsarmut bestechenden Un-Statement Mike Turians zu den neuen Vintage-Restrictions und einem Umfrageergebnis, welches wieder einmal beweist, dass ein Großteil der Magic-Spielerschaft vom Konzept des Counterspells überfordert ist.

BGM wiederum interviewt drei Spieler, die bei der PT Hollywood zwar auf den Plätzen 9, 10 & 11 sehr gut abgeschnitten haben, deren Decks aber nicht allzu interessant sind, und die halt… naja… Magic-Spieler sind. Na gut, Interviews mit Pornostars kann ich auf magicthegathering.com ja auch nicht erwarten.

Samstag:

Ich führe auf MU das Magic-Antiquariat mit einer Betrachtung der Sixth Edition weiter. Wie schon beim letzten Mal fiel übrigens die Durchschnittsbewertung zwischenzeitlich beinahe auf 5,00 , bevor sie sich nach und nach wieder um einen ganzen Punkt erholte. Wenn ich da unbedingt etwas Positives hinein interpretieren will, dann sage ich einfach, dass mein Artikel wohl denjenigen, die sich die Zeit genommen haben, ihn tatsächlich zu lesen, besser gefallen hat…

So sah es diemal also aus – wieder keine allzu spektakuläre Woche. Auf zwei Dinge möchte ich Euch aber noch hinweisen:

1. ZZZZZ

Streng genommen hat es ja nichts mit Magic zu tun, deswegen habe ich es auf Ein Platz für Andi veröffentlicht – aber dann fiel mir auf, dass die Chance doch gar nicht einmal so klein ist, dass ein Magic-Spieler sich dafür interessieren könnte! Schaut es Euch doch einmal an und sagt mir etwas dazu!

2. Zu Verkaufen

Ich will meine MTGO-Karriere beenden. Meldet Euch – ich bin Kaufangeboten mit gut begründeten Preisvorstellungen gegenüber offen!

Advertisements
Explore posts in the same categories: Wochenrückblick (This Week)

Tags: , , , , , , , , ,

Both comments and pings are currently closed.

4 Comments on “Wochenrückblick 23/2008”

  1. pfirpel Says:

    Der Freitags-Artikel von Wizards hat mich aufgeregt, wie kaum einer zuvor. Der Anfang interessierte mich überhaupt nicht, da ich seit einer Woche auf eine Erklärung für die Vintage-Restriktionen wartete und bitter enttäuscht wurde. Der Frust wandelte sich schliesslich zu Wut über die dämliche Umfrage samt ihren Ergebnissen. Entweder bin ich nicht Teil des Zielpublikums dafür oder die Frage ist wirklich so dumm. Wer elementare Möglichkeiten, die das Spiel bietet, als “nervig” empfindet, spielt meiner Meinung nach das falsche Spiel. Counter, Land destruction, Massenzerstörer und co machen den Ressourcenkrieg doch aus, den das Spiel herausforderend macht.

    Ach ja, der Rückblick gefällt mir sehr gut. Falls ich was verpasst habe, sehe ich gleich, ob sich das nachlesen lohnt :)

  2. david Says:

    also ich muss sagen dass ich die interpretationen die der autor des statistik artikels auf mtg.com geschrieben hat nur überflogen habe
    die statistiken habe ich aber durhcaus interessant gefunden vor allem weil cih soetwas zuvor noch nicht gesehen hatte und ich den ansatz schon sehr interessant fand
    du hast aber recht das er sehr verallgemeinert hat
    vor allem die reveillark unterscheidung hätte ich benötigt
    mit der richtigen herangehensweise kann man denke ich einiges aus dem artikel mitnehmen (auch im hinblick auf die nats qualifier…)

  3. Kalle Says:

    netter Rückblick, wenns den nur schon vorher geben würde, dann wüsste was ich alles garnicht erst lesen brauch :)

    Allerdings wie Du da TrashT’s Ansprache am Anfang des Artikels, mit einem entrückten Zitat zu kontern versuchst, ist oberschäbig hoch 10. Und Deiner nicht würdig. Lies dir die paar Absätze mal ruhig nochmal durch, ich meine so ganz unrecht hat der TrashT da nicht (und ich meine dich auch gerade mal über so einen unverbesserlichen den “casual-profeesionel”-Hammer schlagen gesshen zu haben).

    “Haste keine Zeit für sagste?” – dann lass halt nächste Woche den Ben Bleiweiss Artikel weg :)

    cuKALLE

  4. david Says:

    gratz zur quali
    wirds nen bericht geben?


Comments are closed.