Wochenrückblick 25/2008

Ich will den Rückblick doch wieder kompaktieren (nachträgliches Edit: Versuch gescheitert!) – für das, was inhaltlich drin steht und die Funktion, die er erfüllt, ist er mir mit zu viel Aufwand verbunden. Vor allem will ich mich nicht verpflichtet fühlen, Artikel, die mich eigentlich nicht interessieren doch zu lesen (naja, zu überfliegen), nur um irgend etwas dazu schreiben zu können. Ich kämpfe weiterhin den endlosen Kampf gegen das zeitfressende Loch Internet und muss an dieser Front wieder ein wenig Terrain wett machen.

Hier findet Ihr den Rückblick der letzten Woche.

Die Woche bei Magic Universe:

Mittwochs berichtet Benjamin Lamprecht davon, wie er sich mit noch weniger Eigenleistung als bei mir für seine Meisterschaft qualifiziert hat. Am Donnerstag zeige ich einige der zahllosen Facetten von Casual. Phips verfasst am Freitag zur Abwechslung einmal einen theoretischen Artikel zum Draften, der sich mit den 2-Drops befasst. Ich hätte mir das Ganze etwas strukturierter, detaillierter und ausführlicher gewünscht, aber auch so ist es nicht schlecht. Samstag demaskiere ich eines der weniger gelungenen Magic-Sets.

Die Woche bei PlanetMTG:

Montags berichte ich von meiner erneuten und genau so wie das letzte Jahr völlig unerwarteten Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft. Am gleichen Tag geht eine “Mini-Coverage” zum NQ Maintal von TobiH online, die eigentlich schon ziemlich maxi für so ein mittelgroßes Event ist: Decklisten, kompletter Metagame-Breakdown und zahlreiche Feature Matches, das ist doch super!

Am Dienstag erscheint der zweite Teil des sehr interessanten Legacy-Artikels von Julian Knab zu seinem Enchantress-Deck, sowie eine weitere Mini-Coverage, diesmal zum NQ Dortmund vom Trash. Die gleiche Fleißarbeit wie bei der anderen Coverage, und mit interessanten Anmerkungen. Allerdings finde ich es wieder einmal irritierend, aus den Fingern eines Pros einen Satz wie “Nahezu unerklärlich ist mir dafür, wie Reveillark es auf den dritten Platz schaffen konnte” zu lesen. In dieser Woche hat sich bei jedem der 5 NQs mindestens ein Lark-Deck qualifiziert, und über 15% der Slots wurden von ihnen abgegriffen! Ist es zu viel verlangt, wenn ich davon ausgehe, dass ein Pro eine Erklärung dafür findet, anstatt seine vorgefasste Meinung als ungehört verhallendes Gotteswort zu verkündigen?

Diese Statistik stammt übrigens aus dem mittwöchlichen TobiH-Artikel. Kein wirkliches Thema – ein bisschen Metagame-Analyse, ein bisschen Deckvorstellung, ein bisschen T-Shirt-Info (kann mir einer erklären, warum dieses Arsch-vorbei-Thema die Community derart umtreibt?) und ein Cartoon – aber nett zu lesen und nicht uninformativ. Auch an diesem Tag wieder eine NQ Mini-Coverage, diesmal aus München vom Mitch. Ich hätte mir allerdings gewünscht, dass diese nicht als Artikel nacheinander erscheinen, sondern lieber aktueller und von einer Übersichtsseite aus verlinkt.

Donnerstags dann ein Frust-Artikel vom Kofi, der noch auf seine Qualifikation zur Deutschen wartet, während solche Größen wie ich, Teardrop, DJ oder Spam sie bereits geschafft haben…. Glück in der Liebe? Dazu die Coverage aus Berlin vom TMM, wirklich deutlich zu spät für meinen Geschmack, aber ansonsten gewohnt gut.

Am Freitag erläutert Marcel Schneider dann sehr schön die Änderungen im neuen Penalty Guide. Insbesondere Paragraf 137 allerdings legt Zeugnis davon ab, wie unendlich behäbig und widerwillig die DCI doch auf seit vielen Jahren bekannte Diskrepanzen zwischen ihren Regelungen und der Wirklichkeit reagiert… Ashraf macht dann mit Hannover die Mini-Coverages komplett.

Die Woche bei magicthegathering.com:

Mark Rosewater erläutert am Montag wieder einmal die theoretischen Prinzipien hinter dem Magic-Design und lüftet offiziell das nie wirklich gehütete Geheimnis, dass Eventide Enemy-Hybriden zum Thema hat. Rhyan Duse versucht uns mit ein paar mäßig amüsanten Anekdoten über gefixte Shadowmoor-Bugs davon ab zu lenken, wie viele ungefixte Bugs Magic Online immer noch hat.

Dienstags ist der wieder gesunde Steve Sadin zurück und teilt uns einige sehr grundlegende Wahrheiten über das Shadowmoor-Draftformat mit – im Prinzip genau diejenigen, die sich unmittelbar aus seinem
Hybrid-Thema ergeben. The Ferrett wirft einen Blick auf zweit- bis drittklassige Tribes aus einer Zeit, die sich für mich zumindest noch keineswegs als weit entfernte Vergangenheit anfühlt… Sein Artikel haut mich nicht vom Hocker. Gerade die Decklisten enttäuschen mich, zuvörderst die Kavus, in denen das kaum vorhandene Tribal Element eigentlich nur schlechte Karten in eine ohne Stammesgebundenheit deutlich stärkere Strategie zwingt (man schmeiße alle Kavus außer Flametongue und Titan hinaus und spiele Fires/Ramp mit Kavu Lair und/oder Greater Good).

Mittwochs bastelt Doug Beyer uns ein kleines Solo Adventure zu Shadowmoor. Also, ich HASSE das ja, wenn diese Dinger einen bei 95% aller Entscheidungen umbringen – harte Welt hin oder her – und man das Abenteuer nur dann überlebt, wenn man sich dumm angestellt hat! Abgesehen von diesem geringen Spielwert bietet dieser Artikel praktisch nichts. Ach ja, und Ben Bleiweiss lebt auch immer noch. Tja. Ich bin übrigens fest überzeugt davon, dass er seine Gewinnstatistiken türkt. Außerdem werden Änderungen in der Prerelease-Policy angekündigt. Dabei finden sich viele wichtige Dinge erst in den Verlinkungen, zum Beispiel die geänderten Anforderungen an Organisatoren. Die Amis regen sich übrigens am meisten über das Ersetzen der großen Turniere durch Instores auf, die wir ja in Deutschland schon lange haben (ich vermisse diese Zeit auch), und danach über den geänderten Termin, nur noch eine Woche vor dem Erscheinen. Das macht die Zeit, um sich Karten zu besorgen übrigens NOCH knapper!

Donnerstag: Chris Millar präsentiert Casual-Decks gerade so, wie ich nichts damit anfangen kann, als Ideensammlung (Ideen habe ich selbst zehntausend Mal so viel, wie ich jemals in Decks umsetzen könnte), anstatt als Tuning-Prozess mit einer Einordnung, für welches Environment das Deck gedacht ist. Naja, es gibt wohl auch unkreative Casual-Spieler. Mike Flores analysiert weiterhin aufmerksam das Block-Metagame. Ein Quick’n Toast mit Fulminator Mage gleich als neuen Decktyp zu werten, halte ich jedoch für weit übertrieben, auch wenn das natürlich eine innovative Weiterentwicklung dieses Decktyps ist!

Von BDM erfahren wir am Freitag, dass Melissa de Tora sehr nett aussieht, und dass ein Japaner irgendwo einen NQ mit einem Warp World Deck gewonnen hat. Kann mir jemand erklären, wozu diese Karte in dem Deck gut ist, und warum man nicht einfach mit weitaus weniger Mana die CIP-Trigger seiner Kreaturen ausnutzt (Makeshift Mannequin soll ganz gut sein, habe ich gelesen)? 63 Karten sind es ja auch noch… Irgendetwas muss da schief gelaufen sein in Osaka! Devin Low beschreibt uns mit einer Ausführlichkeit, welche selbst diejenige von MaRo übertrifft (und die wirklich etwas übertrieben ist), wie Faerie Macabre entstanden ist und lässt zwischen den Zeilen deutlich anklingen, wie toll R&D das doch gemacht hat, uns mit diesem Graveyard-Hoser zu beglücken.

Am Samstag und Sonntag gibt es dann die Coverage vom Grand Prix in Indianapolis, der mit 1121 Teilnehmern geradezu europäische Größe besaß. Besonders aufschlussreich der Blick auf sieben der acht Top-8-Decklisten: Wie schon beim Grand Prix Brüssel ist auch hier keine Spur des von Trash postulierten Archetypen-Environments zu erkennen! Stattdessen gibt es Decks voller guter Karten und ein paar Synergien, in denen sechs von sieben Decks die von Trash so gescholtenen Hybrid-Hügelriesen aufweisen, und in denen sich sämtliche Mercy Killing und Illuminated Folio natürlich im Hauptdeck und nicht in den Sideboards befinden. Selbst ein Kai Budde konnte eine alternative Realität nicht mit der gesammelten Wucht seiner Pro Tour Punkte herbei reden, und Trash kann es erst recht nicht.

Oje, wirklich kürzer ist das ja nicht geworden, oder? Unangenehm auf fällt leider, dass Magic Universe nur vier Artikel zu bieten hatte, davon zwei Mal mich, einmal Phips und einmal das MU-Team Linz (also auch irgendwie Phips). Wenn gerade kein “Highlander Grand Prix” ansteht, fährt MU zum größten Teil ein Zwei-Autoren-Programm – das kann es doch nicht sein!

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14 Comments on “Wochenrückblick 25/2008”

  1. Huy Dinh Says:

    “Donnerstags dann ein Frust-Artikel vom Kofi, der noch auf seine Qualifikation zur Deutschen wartet, während solche Größen wie ich, Teardrop, DJ oder Spam sie bereits geschafft haben…”

    Der Esel, Andi!


  2. Ich dachte mir, ich erwähne die Qualifikationen am besten in umgekehrter Reihenfolge der Wahrscheinlichkeit.

  3. Mathias Says:

    dann müsstest du wahrscheinlich immernoch hinten stehen, aber mit Sicherheit nicht der Spam…

  4. Spam Says:

    Ich halte die Reihenfolge so für richtig. Und um deine Frage zu beantworten, Single seit einem Jahr. Erklärt alles oder :-)

  5. TimR Says:

    Haha, wie er den Trash hart disst!


  6. Das Niveau seiner Strategie-Artikel ist zuletzt nun einmal meilenweit von seinen spielerischen Erfolgen entfernt.

    Habt Ihr übrigens die Draft Coverage über Welgersmas Top-8-Draft verfolgt, wo er Wanderbrine Rootcutters firstpicked? Da war ich dann auch baff!

  7. Teardrop Says:

    Sach mal, Du machst Dir doch immer mal wieder Arbeit mit Statistik.
    Mir ist aufgefallen, das sich viele Leute über die hohe Zahl der Qualifizierten aufregen, und das es dieses Jahr einfacher sei, sich zu quen.
    Nun ist mir aber aufgefallen, das viele der direkt Qualifizierten ein relativ hohes Rating haben, manche durch ihren Erfolg sogar in die Top 100 gerutscht sind.
    Könntest Du nicht mal irgendwie ein Durchschnittsrating der Qualifizierten anlegen, so nach den NQs im Sealed? Ich habe da nicht die Zeit für, bin aber neugierig.

    Und auf MU wird es in nächster Zeit, so hoffe ich, auch wieder was Neues geben. Da ist was in Arbeit.

  8. Huy Dinh Says:

    Hier mal so ein paar Fakten reingeschmissen. Aus 101 moeglichen Ratings habe ich 100 gefunden. Einen Mitja Henner konnte ich in Deutschland rating-maessig leider nicht finden :-/

    :: 100 Composite-Ratings (vom Jun 23, 2008)
    Hoechstes Rating: Simon Ritzka, 1912 (NQ Stuttgart)
    Niedrigstes Rating: Jonas Glowalla, 1652 (NQ Leipzig)
    Durchschnittsrating: 1787.25
    Standardabweichung: 55.5

    Schluesse zieht Ihr selbst!

    Was IMO noch ganz interessant ist: Je spaeter der NQ stattfand, desto kleiner das Durchschnittsrating der Slot-Gewinner (Maintal spielt die Ausnahme mit dem hoechsten Durchschnittsrating (1826.5) ueberhaupt). Sieht man vom NQ Maintal ab, kann man den zeitlichen Verlauf der NQs alleine anhand der Rating-Mittelwerte erkennen.

    Wer selbst mit den Zahlen spielen will, dem schicke ich sie gerne zu. Einfach melden, oder so. Von mir aus auch hier, aber rechnet nicht damit, dass ich diese Seite hier campe. Ich muss auch noch arbeiten ;-P


  9. Wenn man bedenkt, dass man ab 1876 Rating-Qed ist, dann finde ich das jetzt nicht so erstaunlich. Allerdings hätte man sich nicht auf die Composite-Ratings, sondern auf die Constructed-Ratings stützen müssen, denn die bisherigen NQs waren nun einmnal alle Constructed. Die Vermutung, dass die durchschnittlichen Consturcted-Ratings der Qten Spieler noch ein gutes Stück höher sind, liegt nahe, oder?

    Die Ösis sind ja diejenigen, die die Quali dieses Jahr in den Arsch geschoben bekommen. Was Deutschland angeht… Ich behaupte ja einfach, dass das NIVEAU in Deutschland einfach nicht mehr so hoch ist, wie vor ein paar Jahren. Ich glaube eigentlich nicht, dass es nur Zufall ist, dass ich früher immer knapp an der Quali gescheitert bin und sie jetzt zwei Mal in Folge ohne Vorbereitung gestemmt habe!

  10. Kalle Says:

    ich kann mir nicht recht vorstellen, dass was da in Österreich bei den Qualifiern passiert gut für die Szene ist

    was man da immer gleich so schimpfen muss (quote “in den arsch…”) iss mir nicht klar

    cuKALLE
    ps. obwohl es sicher kaum anders ist ob ich oder irgendein hintertupfinger bauer nationals spielt.

  11. david Says:

    jo denk eure aufregung bringt ned viel
    teilweise waren dann welche ganz lustig und meinten sie müssten jetzt mal die “ösis” ordentlich dissen

    vielleicht wirds nächstes jahr wieder anderes geregelt (besser!?)
    bei den nationals wird sich dann eh herausstellen wers draufhat

    is aber ned besonders gut für die szene glaub i auch

  12. Huy Dinh Says:

    Meh. Zahlen automatisch lutschen und berechnen lassen. Wie aufwaendig!

    :: Constructed
    NQ Erfurt (07. Jun 2008): 1855.64285714286
    NQ Dortmund (14. Jun 2008): 1845.75
    NQ Muenchen (14. Jun 2008): 1829.88888888889
    NQ Berlin (14. Jun 2008): 1846.6
    NQ Maintal (15. Jun 2008): 1846.2
    NQ Hannover (15. Jun 2008): 1842.11111111111
    NQ Mayen (21. Jun 2008): 1780.9
    NQ Leipzig (21. Jun 2008): 1777.4
    NQ Stuttgart (22. Jun 2008): 1791.125
    NQ Hamburg (22. Jun 2008): 1835.875

    Der Trend zeigt zumindest einen deutlichen Ratingrueckgang von Wochenende zu Wochenende an.

    :: Limited
    NQ Berlin (28. Jun 2008): 1753.16666666667
    NQ Hanau (28. Jun 2008): 1795.25

    Und in Berlin geht es mit noch weniger Rating. Wer braucht schon Ratingpunkte?

    Constructed: 1827.03
    Limited: 1777.21428571429

    Wer Lust auf die Zahlen hat, kann mich ja mal anstupsen und ich stelle die Datenbank mit vielen Zahlen zur Verfuegung.


  13. Keine Lust, eine (wirklich) kurze Geschichte zu lesen, aber Lust auf endlose statistische Auswertungen… was sagt das über Dich aus, Huy?

    Du hast jetzt allerdings nicht die Constructed- und Limited-Ratings der Spieler verglichen, sondern die Composite-Ratings der Spieler, die sich bei Constructed- oderr Limited-Events qualifiziert haben, stimmt’s?

  14. Huy Dinh Says:

    Nein, ich bin ja lernfaehig. Ich habe fuer die Constructed-NQs die Constructed-Ratings und das dann analog fuer die Limited-NQs gemacht. Bzw. machen lassen; schnell ein Prograemmchen, das mir die Ratings aller betroffenen Spieler besorgt und diese entsprechend mittelt, geschrieben und dann losgetreten.

    Und ja, ich fand Zahlen schon immer faszinierender als Buchstaben. Es sei denn, sie sind nur auf {A, C, G, T, U} beschraenkt…


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