Wochenrückblick 26/2008

Hier der Rückblick von letzter Woche.

Eine Sache erst einmal außer der Reihe:

Auf StarCityGames lese ich ja normalerweise nicht, aber im PlanetMTG-Forum hat mich jemand auf diesen Artikel hier aufmerksam gemacht. Der ist höchst interessant und aufschlussreich, finde ich! Allerdings sollte man zwischen dem gerade in den Staaten so beliebten “Es gibt kein Glück/Pech, man ist für sein Schicksal vollständig alleine verantwortlich” Geblabbere, welches auch hier mit anklingt, und den tatsächlichen guten Ratschlägen trennen: Matchup Percentages sind tatsächlich in vieler Hinsicht eher irreführend! Ganz bestimmt helfen sie einem Spieler überhaupt nicht weiter, der nicht versteht, warum sie zu Stande kommen (und ehrlich, nach meinem subjektiven Eindruck ist das ein großer, großer Teil der deutschen Turnierszene, in der das Nachfragen WARUM etwas so ist wie es ist, und OB WIRKLICH, alles andere als beliebt ist!)

Vor allem aber gehen diese Statistiken von künstlichen Annahmen (nennen wir sie einmal “Laborbedingungen”) aus, davon nämlich, dass zwei als bekannt und unveränderlich voraus zu setzende Deckversionen von zwei fehlerlos agierenden Spielern pilotiert werden. Das hat mit der Praxis einfach nichts zu tun! Es wurde ja schon immer wieder darauf hingewiesen, dass es besser ist, ein Deck zu spielen, welches man gut beherrscht als eines, welches vermutlich die höchsten Gewinnwahrscheinlichkeiten besitzt (dass es andererseits einen guten Spieler ausmacht, möglichst viele verschiedene Decks möglichst gut zu beherrschen, ist eine andere Geschichte). Was vielleicht noch nicht deutlich genug gemacht wurde ist aber, dass individuelle Versionen bekannter Decktypen deren Gewinnerwartung gegen andere Decktypen kräftig verschieben können!

Das ist nämlich eine der Auswirkungen unseres modernen Standard-Formates, in dem es sehr wenige alles dominierende Karten, aber jede Menge gut spielbare Alternativen gibt: Man kann sein Deck in einem früher nicht gekannten Ausmaß individualisieren! Viele Spieler, die es aus früheren Zeiten (sagen wir: Mirrodin-Block) gewohnt waren, ein äußerst übersichtliches Stein-Schere-Papier-Metagame anzugreifen, kommen mit der bunteren modernen Standard-Welt einfach nicht klar, weil diese mehr von einem verlangt, als nur ein paar Matchups zu testen und sich dann für das Deck mit der höchsten Gewinnwahrscheinlichkeit zu entscheiden – hier ist ein größeres grundlegendes Verständnis der generellen Dynamiken eines Magic-Duelles gefragt, das weniger auf dem auswendig Wissen der gegnerischen Deckliste beruht und stärker auf der Fähigkeit, in unbekannten Situationen zu improvisieren. Vielleicht ist es ja tatsächlich kein Zufall, dass ich in den letzten Jahren trotz kaum vorhandener Spielpraxis im Constructed für meine Verhältnisse erstaunlich erfolgreich bin?

Spieler jedenfalls, die exzessiv mit Matchup Percentages argumentieren, überschneiden sich wohl nicht zufällig mit solchen, die sich für spielerisch perfekt und allwissend halten (denn genau dies benötigt man ja zum Erzeugen der “Laborbedingungen”) und wohl auch nicht zufällig mit denjenigen, die behaupten, dass das moderne Standard-Metagame auf Grund seiner Vielfalt zu “random” sei. Ich sehe das genau anders herum: Früher konnte sich jeder Schlumpf mit einem Affinty-Deck für die DM qualifizieren, wenn er die richtigen Draws hatte und die richtigen Matchups erwischte. Um sich heute mit Faeries oder Reveillark durchzusetzen, muss ein Spieler viel genauer wissen, was er da eigentlich tun will und warum! Verschwommenere Matchup Percentages bedeuten, dass der Einfluss, welchen der Spieler selbst auf den Ausgang einer Partie nehmen kann, steigt.

Auf früheren DMs jedenfalls war – auf Grund der Natur der Qualifier – immer ein großer Prozentsatz von Standard-Fachidioten anzutreffen gewesen, die im Limited-Teil des Turniers dann kräftigst auf die Mütze bekamen. Möglicherweise hat sich das ja unterdessen geändert?

Zum eigentlichen Überblick:

Die Woche bei Magic Universe:

Am Dienstag erscheint der Casual-Artikel von mir, der ursprünglich zusammen mit dem vorvorigen entstanden war, aber auf Grund von Überlänge und Klärungsbedarf nach einer heftigen Diskussion erst um eine und dann sogar um zwei Wochen nach hinten verschoben werden musste. Der dadurch möglicherweise entstehende Eindruck, dass ich jetzt regelmäßig ZWEI wöchentliche Artikel auf Magic Universe veröffentlichen will, ist jedenfalls falsch!

Mittwochs präsentiert Phips die Coverage des österreichischen NQ aus Linz. Natürlich ist es nicht seine Schuld, dass dieses Turnier mit 8 Plätzen für 16 Teilnehmer eine vollständig lächerliche Veranstaltung war, aber das macht diesen Artikel nun einmal weitgehend uninteressant.

Am Freitag improvisiert der Atog, um die Lücke zu füllen, die dadurch entstanden ist, dass Phips’ Coverage höchst vernünftiger Weise nicht zweigeteilt wurde. Er verliert sich leider größtenteils in ziellosem Geschwafel, schafft es aber auch immer wieder, witzig und unterhaltsam zu sein.

Samstags schließlich bin ich wieder mit dem Magic-Antiquariat an der Reihe, diesmal mit Nemesis und Prophecy.

Die Woche bei PlanetMTG:

Tobi kramt am Montag meinen NQ-Bericht vom letzten Jahr noch einmal als “Pischner Classic” hervor, vermutlich wegen des mehr oder weniger aktuellen Bezugs – aber ist das nicht gerade das Gegenteil von dem, was einen “Klassiker” ausmacht? Hier hätte es doch besser etwas deutlich Älteres sein sollen.

Am Dienstag berichtet uns TMM von seiner innerdeutschen Odyssee, von der er immerhin eine Qualifikation für die Deutsche Meisterschaft mitbringt.

Am selben Tag erscheint auch der zweite Teil des Legacy-Metagame-Überblicks von Simon Ritzka, der mich doch ziemlich enttäuscht, weil er mir eben nicht den Eindruck vermittelt, dass dieses Format umfassend und kompetent analysiert wurde. Stattdessen gibt es eine Auflistung von Decks, die “halt so gespielt” werden. Die dazu gehörige Diskussion im Forum hat unterdessen Überlänge erreicht, aber ich habe mich längst daraus zurück gezogen, da es selbst für mich eine Grenze gibt, wie oft ich mich wiederholen möchte, wenn mir immer wieder nur gesagt wird “Du hast doch keine Ahnung von Legacy”, anstatt auf meine Argumente einzugehen.

Mittwochs erzählt Sebastian Knörr davon, wie er sich in Dortmund für die DM qualifiziert hat. Mein Lob geht an dieser Stelle an Sebastian dafür, dass er erkannt hat, wie überflüssig Rune Snag in einem Deck mit sechs Mana-Artefakten für 2 Mana ist! Das ist ein gutes Beispiel dafür, dass ein Spieler sich tatsächlich mit dem auseinander gesetzt hat, was sein Deck eigentlich tut, anstatt blind auf Netdeck-Listen und von der Allgemeinheit gedroschene Phrasen zu vertrauen.

Gleichzeitig veröffentlicht Tobi wieder ein kleines Sammelsurium mittelwichtiger Themen. Ich stimme mit ihm zwar darin überein, dass dem jetzigen Metagame echte Kontrolldecks fehlen, was wiederum echte Aggro entwertet (und erklärt, warum Tattermunge Maniac nicht nur druckbar war, sondern sich bislang sogar als nahezu bedeutungslos erwiesen hat), sowie mit seiner Besorgnis bezüglich immer schwieriger zu störender Kombo-Decks, aber nicht mit seiner Sehnsucht nach einem Metagame mit wenigen Decktypen. Seine Mitfahr-Anekdote ist zwar superlustig, aber seine Wiederauflage der Magic-Spielerkartei (denn ich bin mir sicher, das gab es auf dem Planeten schon einmal!) zeckt mich nicht so wirklich an… Vielleicht ist das aber auch nur eine irrationale Abneigung gegen diese ganzen VZ-Geschichten. Und vielleicht wollen sich Magic-Spieler ja gerne gegenseitig gruscheln? Traurig übrigens, dass Tobi sich offenbar letzten Endes doch genötigt sah, den Witz mit meiner SIgnatur öffentlich aufzuklären.

Der Donnerstag mit TrashT ist natürlich besonders aufschlussreich! Ich hatte ja schon nach dem Ruess’schen PT-Bericht einen kleinen Einblick darin bekommen, wie viele Spielfehler auch auf höchstem Niveau noch passieren, aber nach der Lektüre von Trashs erfrischend ehrlichen Bekenntnissen seiner Megafrisier-Aktionen schwindet so langsam bei mir sogar das Gefühl, mich unverdient zur DM qualifiziert zu haben… vielleicht überbewerte ich meine Spielfehler ja, weil ich es mich immer noch an die Zeit von annodazumal erinnere, wo ich fast keine gemacht hatte? Übrigens kann man sein schwaches Abschneiden in Hollywood zusammen gefasst mit “Ich dachte, ich bin gut genug, dass ich nicht testen muss” umschreiben, und das in Birmingham mit “Ich habe zwar gute Ratschläge bekommen, meinte aber, es besser zu wissen.” Ich bin ja gespannt, wie die nächsten wichtigen Turniere für Trash sich gestalten!

Das freitägliche Regelfragen-Quiz mit Sebastian Rittau schließlich kommt diesmal im Unterhaltungswert durch die Auswertungsfunktion enorm aufgewertet daher!

Die Woche bei magicthegathering.com:

Der Montagsartikel von Mark Rosewater ist für mich diesmal eher langweilig, weil er irgendwie doch so gar nichts Neues enthält, und die Geschichte nicht stimmig ist. Außerdem ist er auffälig kurz. So wirkt das Ganze wie eine Pflichtübung zur Merfolk-Themenwoche.

Steve Sadin gibt uns in seiner Limited Information am Dienstag im Wesentlichen einen Draftwalkthrough mit Jelger Wiegersma (und zwar zu dem Draft, der diesem den Titel in Indianapolis brachte). Auffällig ist hier insbesondere die Wertschätzung, welche sowohl Sadin als auch Wiegersma den Wanderbrine Rootcutters entgegen bringen!

The Ferrett verabschiedet sich gleichzeitig von der Serious Fun Kolumne. Ich kann mir nicht helfen, aber zwischen den Zeilen scheint mir da durch zu schimmern, dass Wizards in ihrem “year of acquisition” gezielt eine Kolumne mit viel gutem strategischen Gehalt einstellen, um uns stattdessen noch mehr anspruchsloses Gelaber ala Ben Bleiweiss oder Chris Millar zu bringen. Die Zielgruppe derjenigen, die tatsächlich bereit sind, aus einem Magic-Artikel etwas zu LERNEN, ist eben einfach nicht groß genug…

Wie aufs Stichwort tunet Bleiweiss dann am Mittwoch wieder einmal sinn- und ziellos an einem seiner sogenannten “Budget-Decks” herum.

Am selben Tag schreibt Doug Beyer dann ganz viele Worte zum Thema Merfolk, ohne wirklich etwas dazu zu sagen.

Donnerstag kümmert sich dann Mike Flores weiter um Block Constructed. Obwohl er uns die eine oder andere noch nicht so bekannte Deckliste präsentiert, beschleicht mich das Gefühl, dass ihm zu diesem Format einfach nichts Relevantes mehr zu sagen einfällt – es ist doch unterdessen bereits recht ausgelutscht.

Ebenfalls am Donnerstag springt Noel deCordova wieder einmal für Chris Millar ein. Er verfügt jedoch nicht einmal über den gelegentlich brillianten Wortwitz von Chris, so dass sein Artikel für mich nichts weniger als ein Totalausfall ist. Insbesondere seine letzte Deckliste ist ein Albtraum einer unspielbaren Manaverteilung und mangelnden Tunings, eine absolute Zumutung!

Der Freitag bringt dann wieder Einblicke von Devin Low in die Abläufe der WotC Development-Abteilung. Früher war diese Kolumne, zusammen mit ihrem Design-Pendant von MaRo, für mich das Interessanteste am redaktionellen Gehalt dieser Seite gewesen, aber zuletzt hat mich Low immer wieder enttäuscht, und so auch diesmal. Letztlich weiß er zu den einzelnen Karten einfach nichts wirklich Interessantes zu sagen (Puresight Merrow vielleicht ausgenommen).

BDM zeigt uns an diesem Tag dann, ohne ausdrücklich darauf hinzuweisen, dass man auch mit einem sehr zweifelhaft gebauten Deck in einem Grand Prix 9:0 am ersten Tag gehen kann, wenn man über Furystoke Giant und Incremental Blight verfügt, und dass man einen Draft um drei Kopien einer Rare aufbauen kann, wenn man auch in der Lage wäre, Gustav Gans beim Stein-Schere-Papier zu besiegen.

Und dann ist da noch die Coverage vom GP Buenos Aires am Samstag und Sonntag. Die Top 8 lesen sich irgendwie wie eine Bestandsaufnahme des aktuellen Standard-Formats: Zwei Mal B/G, zwei Mal Lark, einmal Faeries (die immer noch den meisten Hate abbekommen), einmal RG Ramp, einmal bunte Commands und einmal Storm-Kombo. Merfolk, das letztlich eben doch ein Metagame-Deck ist, hat es nicht ganz nach oben geschafft, und rote Aggro wird weiterhin von den allgegenwärtigen Kitchen Finks im Zaum gehalten. Magus of the Moon und Squall Line scheinen zur Zeit die wertvollsten Sideboard-Karten zu sein.

Alles in allem eine recht enttäuschende Woche, finde ich.

Ach ja: Meine MTGO-Karten suchen weiterhin einen neuen Besitzer – meldet Euch!

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15 Comments on “Wochenrückblick 26/2008”

  1. Handsome Says:

    Die haben ernsthaft Ferrett gefeuert? Nicht, dass ich seine Kolumne je gelesen hätte, aber der Mann war doch so was wie der Zvi Mowshowitz des FFA, wenn ich das richtig verstanden habe.

    Ich mochte den Flores-Artikel btw. Ich hätte nicht gedacht, dass er das Little Kid-Deck zeigt, auf das er am Tag darauf einen kompletten SCG-Premium-Artikel verwendet.

  2. Handsome Says:

    /sowas wie ein Edit: Word zu deiner Einleitung über Constructed-Metagames.

  3. Boneshredder Says:

    “Der Freitag bringt dann wieder Einblicke von Devin Low in die Abläufe der WotC Development-Abteilung. Früher war diese Kolumne, zusammen mit ihrem Design-Pendant von MaRo, für mich das Interessanteste am redaktionellen Gehalt dieser Seite gewesen, aber zuletzt hat mich Low immer wieder enttäuscht, und so auch diesmal.”

    Mir geht’s bei der Kolumne sehr ähnlich. Forsythe hat in seinerzeit nicht so unnütz viel Geschwafel um so geringe Inhalte gemacht, und hatte (wie auch Buehler) irgendwie mehr grundsätzlich interessantes im Angebot. Ich vermisse das.

    Bei der Einleitung teile ich Deine Meinung. Vor allem hilft es nicht, herumzuheulen wie neulich Tobi in seiner Kolumne. Primitive R-P-S-Metas werden wir außerhalb von vielleicht Block nicht mehr sehen. Wer sich darauf nicht einstellen kann, gehört eben zur Garde von gestern. Viel interessanter ist doch, was das für die Kapazitäts-Veranschlagungen künftiger Playtest-Praxis heißen kann oder muß. Mein Tip: Für jedes Meta könnte es sich anbieten, eine Auswahl von immer zwei Decks parat zu haben (einen Ersatz, falls sich das Meta für das eine Deck kurzfristig einmal sehr feindlich entwickeln sollte), sich vollends auf die und ihre MUs zu konzentrieren, und nicht unnötig seine Zeit zu vergeuden mit der ohnehin zum Scheitern verurteilten Suche nach DEM Deck.

  4. kalle Says:

    kein Zufall – sicher wie sollte das zufall sein :)

    ich glaub ja der Großteil dieses Ergebnisses geht halt nicht auf die eigene Spielweise zurück sondern auf die Gegner …

    bei mir war das jedenfalls so, bei drei Gegnern bin ich mir sicher hätte ich auch gewonnen wenn ich auf der anderen Seite gesessen hätte, zwei weitere haben sich bereits über die Deckwahl aus dem Turnier gekickt (Faeries ohne die guten Karten und GW Ramp) und der letzte warst du :) (die anderen beiden weiss ich nicht ID)

    naja und du hattest halt das schlechte Matchup (nach dem Borden jedenfalls) und mittlerweile ist mir aufgefallen das es mal interessant gewesen wäre deine Starthände nach dem borden zu analysieren ich könnte mir halt vorstellen das du da Hände behalten hast die zwar nicht schlecht aber eben trotzdem zu schlecht waren (keine SB karten in 2 Spielen …) – obwohl mir fällt grad ein eines der beiden wurde auch mit dem JustInTime Reveillark gewonnen …

    cuKALLE

    am Ende ist es glaub ich eine Mischung aus beidem “gut” spielen und dem deutlich gesunkenem Niveau …

  5. TMM Says:

    heißt es sonst nicht immer, das niveau steige (u.a. dank modo)?

    war z.b. auch ein grund für kai, mit dem spiel aufzuhören. k.a. bin erst zu kurz dabei.


  6. Kalle: Das denke ich auch. Ich spiele ganz gewiss nicht annähernd so gut wie früher (früher = vorr 10 Jahren oder so), aber das Gesamtniveau ist eben noch viel drastischer gesunken.

    Nicht zuletzt merkt man das auch an den Strategie-Artikeln im deutschen Netz, wo sich die Einäugigen von den Blinden und anderen Einäugigen anhimmeln lassen… Da bescheinigen sich die “Praktiker” einfach immer wieder gegenseitig, wie viel Ahnung sie doch hätten, und das tatsächliche Niveau sinkt in diesem inzestuösen Milieu immer tiefer…


  7. TMM: Die Ausgangsvoraussetzungen, über die jeder verfügt, sind besser – allgemeine Draftstrategien, Netdecks etc…

    Gerade deswegen aber, weil man sich da nichts mehr alleine erarbeiten muss, sinkt das tatsächliche Spielverständnis. Skill wird nur noch kopiert, nicht mehr erworben.

    So wie einen MTGO vor allerlei Spielfehlern bewahrt, weil jeder Trigger automatisch auf den Stack geht, kriegt man auch ein mittelhohes Fremdverständnis der Formate gratis präsentiert: Weisheiten und Erkenntnisse, die man gar nicht mehr wirklich nachvollzieht (und schon gar nicht in Frage stellt), und die einem deswegen nicht helfen, über das Mittelmaß hinaus zu kommen.

  8. Kalle Says:

    ich bezweifle nicht dass das niveau in den Magicentwicklungsländern gestiegen ist sogar drastisch, ich bin sogar gewillt zu glauben das die PRO Tour härter geworden ist, auch wegen dem gestiegenen niveau …

    auf berliner ebene bin ich mir sicher, dass das niveau gelinde gesagt beschissen ist, ich sehe mich selbst was magic anbetrifft gerne als Trennlinie für gut und schlecht:

    Wer klar etwas schlechter spielt als ich , spielt scheisse (sorry für alle die sich jetzt angesprochen fühlen wahrscheinlich meine ich euch zwar nichtmal aber so isses nunmal)

    Wer etwa so wie spielt auf nem sehr niedrigen niveau aber halt nicht total beschissen.

    Wer klar besser spielt als ich der kann bestimmt auch jederzeit mal nen PTQ gewinnen (oder zwei oder drei) und dem Wünsche ich dies zumindest etwas mehr als allen anderen (ausser mir ;) )

    und in Berlin habe ich gegen niemanden gespielt der klar besser war als ich! Und die einzigen die ich im Feld kannte und prinzipiell so einstufen würde wären Toffel oder halt du Andi wenn ihr nicht nur etwa so viel wie ich spielen würdet (halt qualifier und das wars)

    cuKALLE

  9. Chickenfood Says:

    Ich will hier nicht die Diskussion um Kegacy neu anheizen, aber bei tier 2 decks müssen decks vorgestellt werden die gespielt werden und nicht die die wirklich was können. die magma jet diskussion führt zu nix. die praktischen ergebnisse haben gezeigt das man mit jets mehr gewinnt als ohne. deshalb wrid er gespielt.
    Iwe in der Physik sind Theorien nur dann gut wenn sie die wirklichkeit wiederspielegeln.

    hat CoN etwa nicht deutlich genug oben drüber geschrieben: das deck kann nix, wird aber gespielt. von diesen decks gibt es noch n^n weitere aber ein burn trifft man wirklich auf jedem turnier rund um den erdball.

    Dreadstill is eh ne zusammenfassung aus n deckmöglichkeiten.

    Arne Fricke hat mal bei MU geschrieben(bin gad zu faul zum suchen):
    “… die kartenqualität ist in legacy so hoch das einige wenige suboptimale karten das deck nciht wesentlich verschlechtern.”(das war ne inhaltliche zusammenfassung)

    Zu dienem abschneiden im Vergelich zu früher: vielleicht hat dich das nicht-spielen BESSER gemacht. du hast mehr entfernung zu den deck und deshalb nen besseren überblick, als wenn du 6 wochen den kopf in die karten steckst.
    vllt. siehst du auch nur mehr fehler als früher.
    Ob das niveau (in Berlin) gesunken ist kann keiner objektiv beurteilen.

    Bei den NQ gabs folgenden stack von unten nach oben: spell x ; runesnag; pact U;

    Und dann kopmmt das response runesnag auf Pact !!!! diese unendliche bauerei….. und keinen ffällts auf. war in irgendeiner Coverage drin(sinnigerweise ein reveillark mirror) das niveau ist anscheinend echt gesunken….

    Tschuldigung, aber das musste raus.


  10. Tier-2 ist eine Einteilung, die sich auf die tatsächliche Stärke von Decks in einem gegebenen Environment bezieht. Es sind Decks, die zwar allgemein stark sind, aber nicht ganz so viele gute Matchups haben wie Tier-1-Decks, welche die höchsten Gewinnwahrscheinlichkeiten besitzen.

    Tier-2-Deck werden nicht deswegen gespielt, weil ihre Piloten es nicht besser wissen, sondern weil sie mit individuellen Adaptionen hoffen, ihre Matchups zu verbessern, bzw. weil sie hoffen, eine vorübergehende Lücke im Metagame ausnutzen zu können.

    Schlechte Decks, die vom Leuten ohne wirkliche Ahnung gespielt werden, sind KEINE Tier-2-Decks.

    Ach ja: Ich bin mir sicher, dass ich solche Fehler, wie sie mir heute beim Spielen regelmäßig unterlaufen, früher nicht gemacht habe!

    An einzelnen Spielfehlern würde ich das sinkende Niveau auch nicht zwingend fest machen, aber die in letzter Zeit zu beobachtende Häufung derselben ist natürlich ein weiterer Indikator.

  11. Boneshredder Says:

    http://www.magicplayer.org/

    Legacy-Burn hat zwei ganz entscheidende Vorteile:
    – man muß niemals denken
    – es kostet kein Geld; wenn man die Chain Lightnings noch sinnvoll substituieren könnte, wäre das gesamte Deck für 20 € zu haben. Falls jemand ein anderes Legacy-Deck kennt, was das schafft, bitte umgehend nennen.
    Es ist einfach DAS Deck, mit dem sich Leute, die vom Meta nicht die geringste Ahnung haben und ein random Deck improvisieren müssen bzw. billigst in das Format einsteigen wollen, dort mitmischen können.

    Das Highlander-Format scheint übrigens der fehlenden Interaktion abzuschwören, wie ich heute lesen konnte. Das dürfte Dir gefallen: http://www.magicplayer.org/

  12. Boneshredder Says:

    Achja, beim freischalten vielleicht noch den ersten Link aus meinem Kommentar löschen. Der ist mal wieder ein unerwünschtes Resultat der Flickwerk-Konstruierung meiner Texte. ;)

  13. TMM Says:

    ja, dass die leute sich 0 eigene gedanken machen, ist echt krass.

    wenn man sie dann anspricht, warum karte x in ihrem deck super schwachsinnig ist, merken sie, dass sie sich nie gedanken über das deck gemacht haben.

    so multiplizieren sich fehler in netdecks beliebig oft…

    und wenn man im mesel-matchup klassische kreaturenkämpfe hat, sind viele total überfordert mit simpelster combat-mathematik, wie man sie aus dem limited kennt.

  14. Olaf Says:

    Was das Berliner Niveau im Allgemeinen angeht, will ich den Schlechtrednern hier aus dem Bauch heraus mal Recht geben, auch wenn ich trotz mittlerweile 3 Jahren hier immer noch keinen wirklichen Überblick habe (unter anderem hörte ich von einem noch real existierendem SG das erste Mal in dessen Requiem). Die Zersplitterung der Szene wurde ja schon angesprochen.
    Was das persönliche Niveau angeht, würde ich jedoch eher widersprechen. Ich denke (siehe Chickenfood), dass man im Ggs. zu früher doch mehr Spielfehler sieht – sowohl auf der eigenen als auch auf der gegnerischen Seite. Das vermittelt einem gleich doppelt ein ungutes Gefühl: erstens kennt man plötzlich die genaue Stelle, an der man ein Spiel selbst verbauert hat und zweitens weiß man im nächsten Spiel aber auch, dass man nur gewonnen hat, weil der Gegner es verbauert hat.

  15. Wuaschti Says:

    Zitat:
    Tier-2 ist eine Einteilung, die sich auf die tatsächliche Stärke von Decks in einem gegebenen Environment bezieht.
    Allerdings wer macht diese einschätzung der tatsächliche Stärke? Du? Wir (CoN)? Nein um sachlich zu bleiben schaut man sich einfach alle Top8 ergebnisse an, deswegen haben wir Argumentiert mit die werden “halt so gespielt”.

    Und die Community ist ganz und garnicht im Niveau gesunken, sondern man selber einfach besser geworden. Wir hatten ein Jahr lang unseren “Legacy-Scrub” den jeder ausgelacht hat wegen seiner Spielfehlern, und dann kamen Neulinge dazu und uns wurde erst da bewust das unser “Legacy-Scrub” richtig viel dazugelernt hat und gegen diese Neulinge mit einer leichtigkeit gewann.


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