Wochenrückblick 37/2008

So sah es letzte Woche aus.

Montag:

Magic Universe besitzt jetzt ein brauchbares Archiv! Damit haben sie zumindest ein Gebiet gefunden, auf dem sie PlanetMTG klar voraus sind.

Auf dem Planeten findet sich dann der erste Teil meines Turnierberichtes von der DM. Da ich mit meinem Rückblick diesmal eh ein wenig später dran bin, verlinke ich hier auch gleich den zweiten Teil, welcher eine Woche später erscheint.

Daily MTG:

MaRos R&D-Interna sind normalerweise ein wenig spannender. Er stellt endlos das (endlose) Design-Team vor, erzählt ein paar Dinge über die allgemeine Struktur des Sets, die eigentlich schon jeder weiß und hypet die Exalted-Mechanik ein bisschen. Ich muss allerdings zugeben, dass mir die beiden Preview-Karten auch besser gefallen als vielen anderen – gerade im Constructed ist es vor Lorwyn eigentlich selten üblich gewesen, mit mehreren Kreaturen anzugreifen, und deswegen stört mich der Gedanke auch nicht, die Exalted-Kreaturen nur für sich zu betrachten. Ein 2-Drop, der gefahrlos in Wren’s Run Vanquisher angreifen kann, der ist doch okay?

Auch Beyers Artikel lebt im Wesentlichen von den Preview-Karten, aber über die fünf Scherbenwelten weiß er doch zumindest ein bisschen etwas Interessantes zu berichten.

Dienstag:

Magic Universe:

An dieser Stelle berichte ich von meinen Erlebnissen bei der DM in Hannover, und zwar OHNE den eigentlichen Turnierbericht. Ich habe es schon einmal angesprochen: Da ich sowohl beim Planeten als auch bei MU als Kolumnist tätig bin, bemühe ich mich, auf diesen beiden Seiten unterschiedlichen Content anzubieten. Meine MU-Artikel richten sich eher an den Gelegenheitsspieler, und beim Planeten spreche ich stärker den Hardcore-Magicspieler an. Deswegen empfand ich diese Aufteilung als sinnvoll. Aufschlussreich übrigens, wie beide Seiten mit meiner Einleitung umgegangen sind, in der ich jeweils davon spreche, dass der andere Artikel sich an “anderer, wohlbekannter Stelle” findet: Beim Planeten wurde “wohlbekannter” herauseditiert (wie unendlich ALBERN!); bei MU stattdessen die andere Seite genannt und ein Link gesetzt! Ich finde, das sagt viel aus!

PlanetMTG:

Der österreichische Vizemeister Christian Wolf beschreibt, wie er diesen Titel erlangt hat. Ich hatte seinen Text rasch überflogen und kann mich weder an heraus stechende positive noch negative Aspekte erinnern.

Daily MTG:

Steve Sadin verpackt einige gute, aber grundlegende Ratschläge mit Hilfe eines griffigen, Titel gebenden Leitsatzes, der in dieser allgemeinen Formulierung sehr angreifbar ist – natürlich liefern einem der bisherige Verlauf eines Draftes oder Spiels wichtige Informationen, die man bei seinen Planungen berücksichtigen sollte! Eigentlich lauten seine Ratschläge: 1) Lasst Euch nicht von Fehlern aus dem Konzept bringen; 2) beurteilt Dinge im richtigen (aktuellen) Kontext, anstatt mit vorgefassten Einschätzungen zu arbeiten; und 3) antizipiert die Pläne Euer Gegner.

Kelly Digges hypet seine Preview-Karte letztlich nur damit, dass sie eine Mythic Rare ist, und dass Mythic Rares cool sind, weil.. nun, weil sie Mythic Rares sind, natürlich! Ein furchtbarer aussagearmer Propagandaartikel um eine Karte, die eigentlich keinen eigenen Artikel wert ist, nicht einmal dann, wenn sie auf verschlungenen Wegen tatsächlich einmal den Weg in ein Turnierdeck finden sollte (via Reanimation oder so). Dass er mit diesem 8-Mana-Fatty noch weitere Karten auf dem Niveau von Sinstriker’s Will kombinieren will, schlägt dem Faß die Krone ins Gesicht.

Mittwoch:

Magic Universe:

Clemens vom MU-Team Linz beschreibt einen Draftwalkthrough. Meine Meinung dazu steht bereits in einem Kommentar darunter:

In einem Draftwalkthrough kann man nicht jede Entscheidung einzeln betrachten – alles muss im Zusammenhang miteinander und in der Einbindung in einen verfolgten Plan gesehen werden. Wenn man also von Anfang an nicht wirklich die Argumentation des Drafters nachvollziehen kann, stehen auch die späteren Picks irgendwie “schief” in der Luft, und man verliert das Interesse. Draftwalkthroughs müssen tatsächlich von kompetenten Leuten geschrieben werden, um Wert zu besitzen; das ist eine Eigenart dieser Artikelform.

Gleichzeitig fasst Phips die erreichten Erfolge seines Teams zusammen und betrachtet eine doch recht durchwachsene Bilanz nicht ganz unerwartet durch eine rosarote Brille. Die von Marcus dazu erstellte 3D-Grafik gewinnt übrigens einen Preis für unnötige Kompliziertheit!

PlanetMTG:

Tobi hat zwei Videos von der DM. Ich habe sie mir nicht angesehen.

Daily MTG:

Jenna Holland schreibt ihren zweiten Artikel für diese Seite, und ich weiß immer noch nicht, wer sie eigentlich ist! Nun ja, sie scheint ja wohl für das Creative Team zu arbeiten. Inhaltlich jedenfalls knüpft sie gewissermaßen an Beyer’s Artikel an und verfasst ein ausführliches Kapitel über Naya.

Noel deCordova befasst sich mit unter anderem Lockjaw Snapper, Oboro Breezecaller und Springjack Shepherd. Wem davon alleine noch nicht übel wird, der lese sich seine Erläuterungen zum Deck um den Riftmarked Knight durch, die im Wesentlichen lauten: “Ich hatte eine dumme Idee und war noch nicht einmal in der Lage, sie umzusetzen, also habe ich sinnlos Karten in drei Farben zusammen geworfen.” Hier wird für mich die Grenze zur Leserverarschung eindeutig überschritten! Wer kann mir übrigens erklären, warum ausgerechnet Kinsbaile Cavalier ein besonders gutes Mirrorweave Target sei – glaubt Noel, Double Strike ist irgendwie kumulativ? Oder meint er nur, dass Mirrorweave in diesem Haufen dermaßen deplatziert ist, dass man selbst dafür bereits dankbar sein muss? Wenn dieser Typ so weiter macht, werde ich irgendwann sogar Bleiweiss vermissen!

Donnerstag:

Magic Universe:

Auch Teardrop hat einen DM-Bericht verfasst. Wie so oft bei dieser Artikelform kann ich nur sagen: Solide, aber unspektakulär.

PlanetMTG:

Trash wirft schon einmal einen Blick auf das zukünftige Extended. Seine Gedankengänge sind insgesamt fundiert und interessant, aber wieso zum Teufel konnte er nicht noch die drei Wochen abwarten, bis Shards of Alara komplett bekannt ist? Wozu diese Eile – wann beginnt denn die Extended-Saison?

Daily MTG:

Jacob Van Lunen hat für seine Kolumne Building on a Budget die “Trials” aus Shards bekommen, was gewiss passt. Die Uncommons sind natürlich eine große Hilfe für Casual-Deckbauer (auch wenn ich verdammt noch einmal mehr bezahlbare Manafixer haben will, die NICHT getappt ins Spiel kommen!), aber die Commons sind wirklich zwiespältig – klar, Terramorphic Expanse konnte man nicht sofort für Mana tappen, aber welche Hilfe ist denn ein farbloses Mana in einem vermutlich mindestens dreifarbigen Deck wirklich? Ach ja – in seiner Einleitung stellt er sowohl Menschen als auch Magic-Farben in ein deutlich zu positives Licht. Ein paar Anregungen: Weiß > Islamisten; Blau > Abmahnanwäte, Schwarz > Kinderschänder, Rot > Hooligans, Grün > Straßengangs. Richtig ist aber, dass das Spielen von Magic eine starke Tendenz zu Blau besitzt, so wie jede intellektuell fordernde, aber letztlich nicht nutzbringende Beschäftigung.

Mike Flores previewt Sprouting Thrinax. Okay, der ist kein Tarmogoyf, aber wenn die Reaktion des größten Teils der Community darauf “meh” ist, dann frage ich mich, ob ich in ein Paralleluniversum geraten bin! Gleichzeitig wird Titanic Ultimatum mit Begeisterungsstürmen gefeiert… Die Welt gehört den Ahnungslosen!

Freitag:

Magic Universe:

Mit Phips’ Anleitung zum richtigen Testen stimme ich nicht in allen Punkten überein, aber insgesamt ist das einer der besten “Strategie”-Artikel, die im deutschen Netz zuletzt erschienen sind! Ich bin jetzt zu faul alles aufzudröseln, wwas ich ein wenig anders sehe, aber zumindest diese Warnung will ich geben: Überbewertet Eure quantitativen Playtestergebisse nicht! Egal, wie fleißig Ihr seid, und wie systematisch Ihr vorgeht – Ihr kriegt keine aussagekräftigen Prozentzahlen. Konzentriert Euch darauf, was genau passiert ist und analysiert, warum!

PlanetMTG:

Und noch ein Turnierbericht, diesmal vom PTQ-Linz-Sieger Thomas Holzinger. So weit okay, nichts Besonderes, blablabla… Es ist jetzt nicht Holzis Schuld, aber diese Artikelform habe ich zur Zeit ein wenig über, was natürlich auch daran liegt, dass ich ein wenig die Turnierspielerperspektive verloren habe. Andererseits SIND diese Dinger sich aber auch alle ähnlich… Was mir diesmal aufgefallen ist: Ein bisschen entstand bei mir der EIndruck, dass der Autor mit überdurchschnittlich viel Glück (bereits bezogen auf einen Turniersieger) durch das Turnier gerutscht ist, ohne selbst wirklich zu verstehen, warum.

Daily MTG:

BDM berichtet von den belgischen und israelischen Nationals. Na gut. Langsam lässt mein Interesse an diesem sterbenden Environment doch nach, und diese beiden Länder stehen jetzt nicht ganz oben auf meiner Interessenliste. Trotzdem ganz nett. Letztlich hängen geblieben ist bei mir hauptsächlich die Erkenntnis, dass Reveillark jetzt konsequent ohne Rune Snag gespielt wird – schau genau hin, Kalle!

Mike Turian langweilt mich mit Gunslinging-Geschichten. Sorry, aber ein “Vintage”-Deck, welches gegen diesen zeitlupenschnellen Chandra-Build verliert, das ist absurd… naja, es ist ja dann auch nicht passiert. Auch Turian muss seine Preview-Karte natürlich schönreden (und so schlecht finde ich sie auch gar nicht), aber er greift dabei ganz tief ins Klo: “If he had only had this Specter from Shards of Alara.” Schon klar Mike, der lässt sich erste Runde mit Dark Ritual ja auch so toll ausspielen!

Wochenende:

Die zahlreichen zweitklassigen Nationals, die stattgefunden haben, wurden nicht mit einer Coverage beehrt, wohl aber der Ausklang des Lorwyn-Block-Constructed-Formats beim Grand Prix in Rimini. Jaja, viele innovative bunte Decks und so, aber schauen wir doch auf das Wesentliche: Faeries haben das Swiss gepwnd, und das Ganze gewonnen haben Kithkin. Jetzt kann man sich enthusiastisch über Innovationen wie die Stillmoon Cavalier in Künzlers Maindeck oder das Rise of the Hobgoblins bei Giusti äußern, oder dieses Format endgültig beerdigen und auf das Grab pissen. Eure Entscheidung. Zur Performance der Deutschen: 4% im ersten Tag, knapp 5% im zweiten – das ist nichts besonders Positives, da natürlich hauptsächlich lokale Spieler das Teilnehmerfeld bilden. Zum Vergleich: Die Schweiz hat sich von 2,5% auf 8% gesteigert. Österreich ist hier mit Deutschland vergleichbar (genau genommen minimal besser). Am Ende belegten wir dann die Plätze 14, 35 und 55… naja. Österreich: 15, 53, 62. Die Schweiz:  1 (nach dem Swiss), 22, 26, 37, 61. In der Top 8 außer Künzler 3 Italiener, 2 Spanier und ein Tscheche. Wir bleiben zweitklassig.

Meine Erfahrungen mit dem dieswöchigen Draftsimulator folgen bald.

Bis dahin nehmt mir endlich meinen virtuellen Schrott ab!

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4 Comments on “Wochenrückblick 37/2008”

  1. TobiH Says:

    “Ich finde, das sagt viel aus!”

    Stimmt. Es sagt aus, dass es sich bei der einen um eine Shop-Seite handelt, bei der man direkt ohne Umwege einkaufen kann. (Ich frage mich, ob MU denn hierhin verlinkte, wenn deine Artikel dort erschienen: http://www.miraclegames.de/d/page.php?id=article&mode=1) Ich bin für diese Vorgabe, unter der der Planet hier arbeitet, zwar nicht verantwortlich, stehe aber voll dahinter.

    Btw, deinen “virtuellen Schritt” will nun wirklich niemand haben!

  2. kalle Says:

    ach ja, wie immer da ich keinen MU-Account hab, gehört das hier eigentlich unter deinen MU Artikel:

    du schlägst dem Toffel da so mehr oder weniger vor er sollte doch noch abwarten ob Fabio seinen Pact bezahlt …

    erstens: die Regeln sagen klar BEIDE Spieler sind für die Trigger verantwortlich.
    zweitens: es sitzt ein Judge daneben
    drittens: Fabio hat gerade seine Library mit dem Pact markiert

    wie soll er das denn machen?
    erstemal muss er den Pact von der Library bekommen ohne das es Judge Spieler oder Zuschauer (die dummerweise in nem anderen Raum sitzen) es mitbekommen
    dann muss er den Judge irgentwie zu einem merkwürdigen Ruling bekommen ohne das Fabio appealt ….

    naja glaub ich nicht dran, war schon OK das er aufgibt denke ich.
    —————————————————————–
    an Phips seinem Playtestartikel hat mich eigentlich nur die Passage welche Decks sind wie schwer zu spielen gestört, sie scheint mir inhaltlich deplatziert und ist darüber hinaus ja auch eher umstritten. Sehr lustig ist dann auch das da seine Aussage essentiell ist: “Control-Decks sind am schwersten zu spielen, aber für Beatdowndecks bin ich halt zu blöd.” :)

    cuKALLE


  3. Du bringst da etwas durcheinander: Einen Pact nicht zu bezahlen, ist ein völlig legales Play – nur halt ziemlich dämlich!

    Nimand muss seinen Gegner daran erinnern zu bezahlen, und ein Judge darf es gar nicht tun!

    Zur Schwierigkeit von Decks: Ich weiß nicht mehr, wie klar es bei Phips heraus kommt, aber es ist so, dass Kontrolldecks am schwersten ordentlich bis gut zu spielen sind, eben weil man das Deck des Gegners dazu genau kennen muss, wähend man bei Aggro größtenteils mit der Kenntnis des eigenen Decks und Gewinnplans arbeiten kann. . Aggrodecks sind dafür schwerer gut bis sehr gut zu spielen, weil sie einem weniger Raum für Fehler lassen – ein Kontrolldeck bietet mehr Mögklichkeiten, Fehler wieder gut zu machen (die Spieler dauern länger, man hat mehr Optionen). Sie PERFEKT zu spielen ist natürlich gleich schwer.


  4. Okay, habe das Wording des Pacts noch einmal durchgelesen – das Bezahlen scheint ja doch verpflichtend zu sein. Hm – so habe ich das nie vermittelt bekommen…


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