Aufwand, Ertrag und Erwartungshaltung eines Hobbies

Ich habe die Diskussion zu Teardrops und meinem Eintrag aufmerksam verfolgt, und ich denke, ich kann jetzt das Problem auf den Punkt bringen.

Seid Ihr – oder, falls Ihr in meinem Alter seid, WART Ihr – in einem Sportverein? Man sieht es mir heute nicht mehr an, aber ich habe in meiner Jugend erst Fußball und dann Volleyball gespielt.

Als Volleyballer habe ich einige kleinere Erfolge erzielt – Berliner Vizemeister mit der B-Jugend, Berliner Mixed-Meister der Schulen. Solche Sachen eben. Ich war natürlich nie gut genug, um auf dem obersten Niveau mitzuspielen.

Habt Ihr ähnliche Erfahrungen gemacht? Ja? Okay – wie viele von Euch sind Profifußballer geworden? Profivolleyballer? Schachgroßmeister?

Der Punkt ist: Eine Mitgliedschaft im Sportverein ist ein HOBBY. Man hat Spaß am (Spiel-)Sport, und man hat Spaß am Wettbewerb, und man ist ehrgeizig im Rahmen seiner Möglichkeiten. Eine Schulmeisterschaft ist ein Erfolg, den man feiert. Der Aufstieg von der Bezirksklasse in die Bezirksliga ist ein Erfolg, den man feiert.

Geld verdient man damit keines! Wen man sich im oberen Amateurbereich bewegt, dann findet man vermutlich einen Sponsor, der Ausrüstung und vielleicht auch Reisen bezahlt, und der somit den Kostenaufwand des Hobbies verringert. Mehr gibt’s nicht.

Unsere Magic-Spieler haben offensichtlich vergessen, dass Magic ein Hobby ist! Die Bezeichnung “Pro” führt irgendwie dahin, dass man von Magic leben kann. TMM rechnet einem doch ernsthaft vor, dass er in seinem Job mehr verdient als mit einem Grand-Prix-Gewinn!

Ach nee. Sach bloß!

Offenbar ist es der Pokervirus – beim Poker GIBT es Spieler, die davon leben, “echte” Pros. (Und wie üblich sind es viel weniger als die Leute glauben, und sie leben von denjenigen, die sich überschätzen und die Buy-Ins für Turniere bezahlen, die dann von anderen gewonnen werden). Magic wird mit Poker verglichen. Und das ist Schwachsinn!

Magic ist ein weit, weit besseres Spiel als Poker, denn es macht mehr SPASS. Es ist eine weit, weit schlechtere Verdienstmöglichkeit als Poker, denn es belohnt Skill nicht so konsequent. Man sollte annehmen, dass das Allgemeinwissen in der Community ist!

Wer Magic mit Poker oder gar seinem Job vergleicht, der stellt natürlich fest, dass sich der Zeitaufwand nicht lohnt.

ACH NEE! SACH BLOSS!

Das ist aber nicht die richtige Einstellung. Vergleicht Magic mit dem Fußball-, Volleyball- oder Schachverein, dem Ihr früher angehört habt. Vergleicht es mit einem HOBBY!

Mit einem Hobby verdient man kein Geld. Wenn man es geschickt anstellt, ist es ein Nullsummenspiel, ansonsten zahlt man für den Spaß, den man damit hat, drauf.

Gewinne bei Pro Touren und Grand Prixs sind im Wesentlichen dazu da, dass die Pros es sich leisten können, weiterhin Pro Touren und Grand Prixs spielen zu können. Das gilt selbst für die absoluten Topleute, die tatsächlich “professionell” Magic spielen, und die davon wirklich leben können – es aber eben auch MÜSSEN, weil sie so viel Zeit hinein stecken! Reich wird niemand davon.

Auf etwas niedrigerem Niveau kann man sein Hobby durch das Schreiben von Artikeln (wie Phips es beschreibt), sowie vielleicht durch lokales Sponsoring (z.B. Stores) ein wenig gegenfinanzieren. Auch hier sind gelegentliche Gewinne nur eine Reduzierung des Unkostenaufwandes.

Wenn Ihr in Eurer Jugendmannschaft nicht mehr trainiert habt, weil Ihr festgestellt habt, dass Ihr stattdessen mit einem Job bei McDonalds Geld verdienen könnt – nun, dann seid Ihr eben schlechter geworden und habt weniger Erfolge erzielt. (Aber mehr Geld gehabt.)

So ist es auch bei Magic. Es gibt in Deutschland kaum Testgruppen; es gibt kaum Leute, die ernsthaft TRAINIEREN. Warum? Weil sie einen finanziellen GEGENWERT dafür erwarten! Weil sie stattdessen lieber Pokern, oder weil ihnen ihr “RL” ja so viel wichtiger ist. Kurz gesagt, weil ihnen Turniermagic als Hobby nicht wichtig ist.

Wisst Ihr, das ist vermutlich der wirkliche Grund, warum ich auf diesem Niveau immer noch mithalten kann: Wir haben im Prinzip die gleiche Einstellung! Nur: Ich bin mir dessen bewusst und stehe dazu. Ich erwarte keine Pro-Tour-Qualifikationen mehr. Ich habe Turniermagic als Hobby aufgegeben.

Unsere Szene ist dadurch vergiftet, dass sie einen GEGENWERT für ihr Playtesting erwartet. Wisst Ihr: Das Testing IST der Gegenwert, oder zumindest ein Teil davon! Wenn Ihr das nicht tut, weil es Euch Spaß macht… nun, dann habt Ihr das falsche Hobby. Wenn Ihr jammernd und widerwillig in Eurem Volleyballverein zum wöchentlichen Training gefahren seid, dann hattet Ihr ebenfalls das falsche Hobby (vielleicht haben Eure Eltern Euch ja gezwungen)?

Die vielen PTQs etc…, in denen ihr knapp gescheitert seid? Sie SIND der Gegenwert! Die Spannung, die Erfolgserlebnisse, ja selbst die Enttäuschung, wenn die entscheidende Runde verloren wurde – sie gehören dazu. Sie machen den Spaß am Wettbewerb aus. Natürlich macht Gewinnen mehr Spaß! Wenn man aber zum Gewinnen verdammt ist… nun, dann sollte man besser ein Fußballprofi sein.

Turniermagic ist Spaß am Wettbewerb, Spaß daran es zu versuchen, Spaß daran zu trainieren – und ab und zu einmal die Ekstase des Erfolgs.

Ich lese, dass zum Beispiel Ashraf oder Tai zehn oder so PTQs in einer Saison (oder waren es zwei? egal) gespielt haben, ohne sich zu qualifizieren.

…ja – und? Wieso hören sie damit auf? Hat es ihnen keinen Spaß gemacht? Doch? Wenn doch, warum machen sie dann nicht weiter, der Erfolg wird sich einstellen! Wenn nein – dann war das Ganze von Anfang an ein Fehler! Wer sich von PTQ zu PTQ quält, weil er sich UNBEDINGT für die PT qualifizieren will, der ist ein Idiot.

Sorry, TMM, aber wenn Du Deine Erfolge bei Magic am dabei verdienten Geld misst, dann bist auch Du ein Idiot. NATÜRLICH rentiert sich Magic nicht! War Dir das tatsächlich nicht von Anfang an klar? Erfolge bei Magic kann man nur an einer realistischen Erwartungshaltung messen, und das bedeutet, dass man weiß, dass man KEINEN Gewinn macht, sondern sein Hobby bestenfalls refinanziert.

Wer regelmäßig trainiert – so wie in einem Sportverein eben – der wird regelmäßig bei PTQs vorne mitspielen, und der hat eine gute Chance, sich für die DM zu qualifizieren (knapp 100% für die ÖM). Das ist übrigens auch das, was ich vom MU-Team erwarte. Nicht mehr – aber eben auch nicht weniger, da dies eben das Resultat regelmäßigen, ernsthaften Testens ist. Und dieses Testen erwarte ich nicht als GEGENWERT für das Sponsoring, sondern eben als Selbstverständlichkeit von Spielern, die mit ihrer Team-Mitgliedschaft Kund getan haben, dass sie ihr Hobby ERNSTHAFT betreiben wollen!

Um den nächsten Schritt zu machen, nämlich tatsächlich auf die Tour zu gelangen und dort zu bleiben, gibt es zwei Möglichkeiten:

a) Glück (Ein Ausnahmetalent zu sein, fällt auch unter Glück.)

b) Konstant dabei bleiben. Nicht nur eine Saison, nicht nur ein Jahr, sondern so lange, wie es eben dauert. Vor allem aber muss man bereit sich, sich ständig weiter zu entwickeln, unausgestzt zu LERNEN.

Die deutsche Magicszene ist kurzatmig geworden. Deswegen beobachtet man b) kaum noch. Nein, die Erfolge stellen sich NICHT sofort ein – und? Wenn der Prozess des VERSUCHENS Euch keinen Spaß macht, dann lasst es halt – aber dann jammert auch nicht!

In seinem Hobby ist man nur erfolgreich, wenn man es ERNST nimmt, aber Spaß hat man nur daran, wenn man nicht zu viel ERWARTET. Da liegt die Krux der deutschen Magic-Szene: Zu wenig Spaß am Versuchen, zu hohe Ansprüche an den Ertrag.

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35 Comments on “Aufwand, Ertrag und Erwartungshaltung eines Hobbies”

  1. King Magic Says:

    Gut gesagt. Ich muss aber auch gleich mal klarstellen, dass ich nicht direkt zur Zielgruppe gehöre. Ja ich sehe Magic als Hobby und ja ohne WEttbewerb würd ich es nicht spielen. Ich spiele es lange genug (11 Jahre ca) auch auf größeren Turnieren um mich durchaus talentiert zu halten – was mich behindert, ist das rl.
    Die meisten meiner Freunde spielen kein Magic, ich geh Fr und Sa meistnes lieber mit denen weg, als aufm FNM zu sitzen. Oder eben Sonntags früh aufzustehen um 200km zu fahren.
    Ich tue es dennoch, aber nur sporadisch und wenn mir das Format gefällt (sprich normalerweise nur Sealed oder NQ). FNM seh ich mehr als spaßiges Draften mit Freunden. Und andere große Turniere sind mir zu selten.

    Insgesamt gesagt ist eeinfach das rl bei mir das Problem, ich will es nicht missen und verzichte somit auf bessere erfolge als mein PTQ Top8…


  2. Dafür musst Du Dich nicht verteidigen! Ich habe selbst mit Turniermagic größtenteils aufgehört, als ich merkte, dass es von einer Spaß- zu einer Pflichtveranstaltung wurde, und dass ich die frei gewordene Zeit anders besser nutzen konnte.

    Das Problem tritt auf, wenn ein Spieler einerseits verbissen Erfolge einfordert, aber andererseits nicht genug dafür tut.

  3. ETiTho Says:

    Man kann das ganze natürlich etwas netter formulieren, z.b. als “Idiot” müsste man hier sicherlich niemanden bezeichnen. Aber im Grunde finde ich, dass Andreas recht hat (siehe dazu auch meinen Kommentar unter seinem vorhergehenden Blogeintrag).
    Wer ist denn wirklich im Moment ein echter Pro, d.h. verdient sein Geld ausschließlich mit Magic? Gibt es sowas noch?
    Dass man als 19xx Rating-Typ FNMs auslässt weil die einem keinen Spaß machen kann ich aber verstehen.
    Ein weiteres Problem in Deutschland ist, dass es eigentlich nichts zwischen FNM und PTQ/NQ gibt. Es gibt regelmäßige Turniere in Iserlohn etc. aber sonst? Die Lücke ist meiner Meinung nach einfach zu groß. Wenn man für einen PTQ 200km fahren muss, mit dem Wissen, dass man höchstwahrscheinlich eh negativ abschneiden wird, dann überlegt man sich das auch zweimal, selbst wenn man Spaß am Spiel hat.
    Gruß
    ET


  4. Über das Sterben der RL-Turniere habe ich an dieser Stelle übrigens schon mehrfach gebloggt. (“Magic ist krank” fällt mir auf Anhieb ein.) Was hier allerdings Ursache ist und was Wirkung, und wo sich die Spirale selbst erhält, das ist eine andere Frage.

    Turniermagic als Hobby ist nämlich schon verdammt teuer geworden…

  5. Handsome Says:

    “Dass man als 19xx Rating-Typ FNMs auslässt weil die einem keinen Spaß machen kann ich aber verstehen.”

    Gerade als 19xx-Rating-Typ sind FNM’s eigentlich eine lohnende Sache. Und draften macht mir eigentlich immer Spaß, egal, mit wem.

  6. panda Says:

    also wir haben hier in nürnberg regelmäßig fnms von 20 leuten ca. und jetzt sogar samstagsturniere mit 30 teilnehmern … hoher preissupport und auch eine anfänger unterstützende community die beim deckbau und kartenleihen hilft sei dank …

  7. Michael Lauter Says:

    “Das Problem tritt auf, wenn ein Spieler einerseits verbissen Erfolge einfordert, aber andererseits nicht genug dafür tut.”

    Leider gibt es keine Faustregel dafür, wieviel man tuen muß, um Erfolge einfordern zu können, oder doch? ;) Wenn ich da z.B. an Harald Stein bei den diesjährigen Deutschen denke, ist Vorbereitung sicher nicht der einzige Faktor…
    Ich denke mittlerweile, ein umfassendes Spielverständnis ist das wichtigste, und das verlernt man nicht so schnell.


  8. Talent ist ein wichtiger Faktor, ebenso wie Lernbereitschaft – ein Gelegenheitsspieler, der offen für neue Ideen ist, kann mehr lernen als ein wöchentlich trainierender Turnierspieler, der glaubt bereits alles zu wissen.

    Das Schlüsselwort ist aber Konstanz. Klar kann man manchmal einfach glück haben und bei der Dm Top8 machen oder einen PTQ gewinnen, aber wenn man nicht auf deutlich höherem Niveau spielt als die meisten übrigen Spieler, wird das ein Einzelfall bleiben.

  9. Popai Says:

    … sehr schön!

    Endlich mal das direkt ausgesprochen, was schon lange offensichtlich ist; sich aber ausser AP nemand traut (auch mal direkt, Leute anzusprechen).

    Und ja, wer der Meinung ist, in einem Blog vorzurechnen, wieviel Geld er doch verdient (und das nicht zum ersten Mal – im Gegenteil) … herzlichen Glückwunsch!

  10. Michael W Says:

    In diesem Artikel sind viel wahre Worte. Und nein damit meine ich garantiert nicht die Passagen wo irgendjemand als Idiot bezeichnet wird, sondern das Magic eben ein Hobby ist, und kein Weg sich sein Lebensunterhalt zu verdienen.

  11. realalien Says:

    Abgesehen von der etwas unsinnigen Überschrift (welche Erwartungshaltung hat dein hobby denn?) kann ich dem Inhalt eigentlich nur zustimmen – sagt der ehemalige Vertragsamateur, der mal mehr Geld mit Fussball als mit dem Beruf verdient hat ;)…


  12. Hängt Euch nicht so an einem Wort auf – ein Idiot ist, wer etwas Idiotisches tut, und nur in diesem Zusammenhang – so benutzen wir das Wort in der Umgangssprache (wie oft habt Ihr schon ausgerufen. “Ich Idiot!”?), und so tue ich es auch in meinem Blog. In einem Artikel bin ich da natürlich sorgfältiger, aber hier benutze ich auch Umgangssprache, wenn es mir passt.


  13. Mit der Überschrift hast Du Recht, realalien! Ich hatte auch überlegt “bei einem Hobby” zzu schreiben – das wäre grammatikalisch richtig, liest sich aber scheiße.

    Wenn ich mir richtig Mühe hätte geben wollen, hätte ich eine Überschrift gesucht, die sowohl korrekt als auch eingängig ist – aber ich denke, für diese Stelle und diesen Zweck genügt das so!

  14. beefman Says:

    qft!
    und mir gehts genauso wie king magic.


  15. Ich will hier übrigens eine Lanze für TMM brechen: Immerhin spricht er das deutlich aus, was viele andere auch denken oder zumindest empfinden! Andere eiern da herum und quasseln davon, dass das RL wichtiger als Magic sei, oder dass es so furchtbar unfair ist, dass sie immer von Scrubs weggeluckt wurden – TMM hat mir mit seiner Offenheit die Augen geöffnet, wo das Problem tatsächlich genau liegt.

  16. Boneshredder Says:

    Ich kann dem hier geäußerten nur zustimmen.

  17. DerKleineBiber Says:

    Was ich aus dem Artikel vor allem rauslese, ist der Frust des Schreibers selbst so ein “Idiot” zu sein wie all diese Leute, die er bezichtigt Idioten zu sein.


  18. Dann übe mal fleißig weiter lesen.

  19. The Pirate Says:

    Ich muss da realalien, aber auch dem Andreas zustimmen. Einerseits Andreas, weil tatsächlich Magic nur ein Hobby ist – und da zahlt man einfach drauf. Andererseits ist selbst der Kreisligafußballer kein guter Vergleich mehr – denn der bekommt mitunter viel Geld für zweimal Fußballtraining + Spiel in der Woche. In anderen Sportarten ist das natürlich anders. Ich selbst habe Oberligabasketball gespielt ohne eine müde Mark bekommen zu haben. Beim Fußball…nunja, da wäre der monatliche Verdienst mindestens hoch dreistellig gewesen.

  20. GerwaldBrunner Says:

    Mgic ist einfach zu teuer geworden, mag vielleicht subjektiver Eindruck sein aber wenn man schon mehrere Displays kauft und dann immer noch nicht mal alle Rares des Sets mindestens 1x zieht ist doch was faul,selbst wenn ich es mit anderen Hobbys vergleiche die für sich betrachtet auch extrem teuer sein können(Modellbahn,Tabletop, Auto usw),z.B. 5oo Euro sind beim Magic heutzutage doch nichts(Anfahrt zum Turnier, Übernachtungen ,Kartenpool,Deck etc).für 1ooo DM hab ich 1992 alle Auswärtsspiele des VfL Osnabrück anschauen können(incl DFB Pokal und Heimspiele)…

  21. Handsome Says:

    Ja kommt denn dieser Quatsch schon wieder? 500 Euro sind NICHT (mehr) 1.000 D-Mark. Das ist einfach Gelaber. Und wer es geschickt anstellt, kann auch seine Kosten minimieren. (Hint: Dutzende Displays aufreißen ist NICHT hilfreich).

  22. Christopher EUcken Says:

    “Magic wird mit Poker verglichen. Und das ist Schwachsinn!

    Magic ist ein weit, weit besseres Spiel als Poker, denn es macht mehr SPASS.”

    Mit diesen beiden Feststellungen gebe ich dem Verfasser recht. Das 1000 DM noch nie 500€ waren, sollte der geneigte Schreiber des entsprechenden Comments aber schon wissen – und ich meine hier nicht die Währung, sondern den Geldwert.

    WAs für mich im wesentlochen hervorsticht, ist die Deutlichkeit, mit der Andreas aufzeigt, dass Magic ein spiel für alle ist.

    ->Der Profi, der Pro Touren und Grand Prix’s dominiert und hierfür um die Welt reist (teuer!!!)
    ->Der Ambitionierte, der meint…auf die Pro Tour kommen zu müssen (und ggf so zu versuchen sein Leben zu finanzieren)

    ->Dem Allrounder, dem ein positives Ergebnis reicht (z.B 5-2 auf einem PTQ)

    ->allen anderen, die ausschliesslich des Hobbys wegen an Turnieren teilnehmen. Diese Spieler haben ihre Ambitionen evtl. themenbezogen ausgelegt wie etwa: Wie’s ausgeht, ist nicht so wichtig, aber hoffentlich kann ich für meine Sliversammlung noch die fehlende Sliver Queen bekommen

  23. Torgrimm Says:

    Tja,
    ich bin schon vor einiger Zeit dazu übergegangen Magic wieder nur als Hobby zu sehen. Blöderweise macht mir auch noch der Teure Teil des Spiels (also die Tuniere mit ihren Fahrtkosten etc. ) am meisten Spaß.
    Einer Casual Runde kann ich schon lange nichts mehr abgewinnen.

    Jedenfalls, Andreas hat hier ganz gewaltig recht – auch damit dass viele vile dieses Spiel viel zu verbissen sehen. Dar Spaß am spiel darf nicht (ausschließlich) vom gewinnen her rühren, das Tunier selbst muss den Spaß bereiten. (Acuh wenn ich mich schon ab und an in Iserlohn gefragt habe warum ich es mir antue um 5 Uhr aus dem Haus zu gehen um den restlichen Tag kopfschmerzen zu haben – macht es noch immer Spaß)

  24. Teardrop Says:

    Konntest Du, GerwaldBrunner, denn auch am Ende der Saison die Eintrittskarten, die Du nicht mehr brauchtest, bei Ebay verkaufen? Das kann man nähmlich mit Magickarten machen. Denn tatsächlich ist dieses Spiel viel billiger, als man denkt, man muss sich nur auch mal von Sachen trennen können.

  25. Nachtmacher Says:

    Manche Leute stellen (ungerechtfertigte?) Erwartungen an ihr Hobby, und werden dafür in einem Blog kritisiert.

    Wer aber kritisiert die Leute, die Erwartungshaltungen an die Artikel stellen, die über dieses Hobby geschrieben werden? Womöglich sind die Artikel auch nur Ausprägung einer Faszination seines Hobbys und nicht Anspruch an höchste inhaltliche und sprachliche Kompetenz…? Vielleicht kann man die Inhalte dieses Blogs ja auf viel mehr Dinge anwenden, als der Autor ursprünglich beabsichtigte…

  26. Boneshredder Says:

    Ja, da hat der Alex völlig recht. :>

  27. CMA-Flippi Says:

    Hallo!
    Sehr selten raffe ich mich dazu auf, mal irgendwo einen Artikel zu kommentieren, geschweige denn von Vorn bis Hinten durchzulesen.
    Dieser Artikel vermochte mich dazu.
    Ich sehe die pure Wahrheit in dem Artikel;
    auch wenn ich nicht weis was dieser Herr TMM vorher geschrieben hatte, geht mir sämtliches Rating-Posaunen, und der Druck mancher zu gewinnen immer mehr auf die Nerven.
    Ich verstehe eine angespannte Situation, wenn man um Tag2, um die Top8 eines PTQs kämpft, allerdings erst wenn sie erreicht ist, in Form von Freude/Glücksgefühl?.
    Testing sollte meiner Meinung nach auch lustig sein, nicht nur am Output orientiert.
    Der Großteil der Magicspieler (99%?) wird niemals von seinem Hobby leben können, aber theoretisch muss es doch möglich sein, dass ein Großteil der Magicspieler (80%+ ?) den Spass am Spiel (oder sei es der Spass an “der Turnierszene”), nicht am Sieg findet.

    In letzter Zeit vernehme ich (als magic-league Staff) immer häufiger Situationen mit denen die Judges (zumindest online) zu kämpfen haben. Vor allem bestimmte deutsche und österreichische Spieler fallen da immens auf…
    Da kommtt es beispielsweise in einem so genannten “Mini” (vergleichbar mit einem FNM mit 10 Achtjährigen und einem Fünfundzwanzigjährigen gewinnsüchtigen? ..) zu dieser Spielsituation:
    Herr A hat 3 Grizzly Bären, einen Craw Wurm und einen Eager Cadet im Spiel. Der B hat zwei Wall of Stone im Spiel. Herr B hat fünf Lebenspunkte, es ist Herr A’s Zug. Herr A denkt über seine Optionen an, greift an: “greif ich mit den 3 Grizzly Bären an,” und tappt sie. Herr B, mit einigen der in “http://www.planetmtg.de/articles/artikel.html?id=1791” beschriebenen Tricks geübt, und sich selbst als “Professionel” sehend vollzieht nun diese Aktion: “Ja alles klar, block block nehm ich 2” und schreibt sich 2 Lebenspunkte mit seinem PT-Stift (geklaut) auf seinem GP-Notizblock auf… Herr A kurz überrascht durch die vielen seltsam anmutenden Aktionen des B’s war jedoch noch nicht fertig mit dem Angriff, tappt deshalb noch seinen Craw Wurm sowie den Eager Cadet.
    Das macht den B wütend. Warum? Nun, Herr A hat schon angegriffen, B schon geblockt, und der Schaden wurde seiner Ansicht schon verrechnet! Herr B lässt nicht nach also bringen sie das Problem zu den Judges. Gerult wird dass A noch nicht mit dem angreiferdeklarieren fertig war, das Spiel einen Moment zurückgedreht zu dem Moment wo sie sich noch einig waren (vor der Angreiferdeklaration).. nach einem kleinen bisschen herumgefluche wird zusätzlich der Head Judge (im Falle von magic-league ich) herbeigeholt der das Ruling so bestätigt.
    Entrüstet verlässt der B den Ort des geschehens, schiebt anschließend seine Niederlage auf “ridiculous ruling” oder wahlweise den MWS Shuffler.

    Ich weis nicht wer Schuld an dem von mir hier beschriebenen Zirkus ist, denke aber das sich dieses und ähnliches Verhalten aber auch ausßerhalb der von mir beobachteten Online Leagues (zB auf Prereleases? FNMs?) abspielt, wo ein solcher brutaler Ernst nicht hingehört, genauso zu sehen ist.

    Normalerweise beäuge ich Pischners Artikel immer kritisch, sie kommen mir nicht so aktuell vor…Heute aber..
    Ausnahmsweise stimme ich dem Herrn Pischner vollkommen zu. Magic ist ein Hobby, nur diese Tatsache haben viele der, ich nenne sie mal: Pseude-Pros aus den Augen verloren.

    Ich bin sicher mein Kommentar ist lesbar, auch wenn hier und da die Grammatik nicht stimmt. Vermutlich werde ich diesen Artikel nie wieder öffnen, deshalb bitte ich Kritikern von mir sich direkt bei mir zu melden, nicht “random?^^” anmeinen Kommentar geheftet.

    Grüße Philip Böhm


  28. Hier geht es um Erwartungshaltungen, die man an sich selbst stellt.

    Was Artikel anbetrifft: Die schreibt man per Definition für andere! Sicherlich ist Dir aufgefallen, dass ich noch nie einen Blogeintrag kritisiert habe? In seinem Blog schreibt man für sich selbst, auch wenn man andere dazu einlädt, mit zu lesen. Wer auf einer kommerziellen Seite Artikel veröffentlicht (und das beschreibt sowohl Magic universe als auch PlanetMTG), von dem darf man Mindeststandards einfordern, und der muss sich Kritik stellen.

  29. Nachtmacher Says:

    ‘tschuldigung, dann hab ich wohl fälschlicherweise am Thema vorbei kommentiert.

  30. TimR Says:

    Wir sind ein wenig weg vom Thema.
    Ich glaube es ging grundsätzlich darum, daß es in D nicht mehr mit einer aktiven, agilen und vitalen (Semi)Pro-Szene klappt.
    TMM hat für sich festgestellt, daß er nicht den Ertrag aus MTG zieht, den er anderswo mit weniger Aufwand erreicht (Job, poker, wasimmer). Dazu hat AP hier Stellung bezogen.
    Mittlerweile driften wir aber mehr in die “Pros sind arrogant, Magic ist sowieso nur ein Spiel!1!” bzw. “Deutsche selbsternannte Pros sind schlechter, als sie denken!”-Ecke ab.

  31. Fritz Says:

    “Magic ist ein weit, weit besseres Spiel als Poker, denn es macht _MIR_ mehr SPASS. ”

    FYP

  32. GerwaldBrunner Says:

    1991/92 gabs noch kein Ebay , Karten hat man dann ganz steinzeitlike vorm Stadion vertickt bzw innerhalb der Auswärtsreisegruppe weitergereicht oder in der NOZ(NeueOsnabrückerZeitung) inseriert.

    der euro/DM vergleich mag ja für die jüngeren nicht nachvollziehbar sein aber ich hab eben verglichen was man für nominell ähnliche Beträge bei Magic heutzutage bekommt und was eben in den 90igern und Einzelkartenkauf ist auch nicht der Weisheit letzter Schluss wenn man die derzeitigen Preise anschaut und stundenlang im Laden abhängen und Kiddies beim Tauschen abzocken war auch noch nie mein Ding bzw lege ich auch keinen Wert drauf selber beim Tauschen übervorteilt zu werden.
    Magickarten weggeben wenn sie nicht mehr T2 legal sind hab ich auch nie getan und mehr als playstes von den jeweiligen Karten habe ich auch nie bessessen und oft musste ich dann bei Neuauflagen(Apocalypse painlands in der 10. z.b.)nur den entsprechenden Ordner öffnen und hatte dann mal wieder 200 Euro eingespart(durchnittlicher Wert eines Painlands der 10ten Edition war nen 10er.)und ich sammel eben den Kram auch wobei die ganzen promo Cards die es inzwischen so gibt, dieses Unterfangen auch ins absurde führen(versuch mal foil Armageddon, Judge proo für unter 2oo zu kriegen, nen Extrembeispiel aber Ich habs ernsthaft versucht)

  33. Handsome Says:

    “der euro/DM vergleich mag ja für die jüngeren nicht nachvollziehbar sein aber ich hab eben verglichen was man für nominell ähnliche Beträge bei Magic heutzutage bekommt”

    Nominell =/= real

    Die Beträge sind eben NICHT mehr ähnlich, dank der Inflation. Und wenn du ein Sammler bist, der jede Judge-Promo in Mint in chinesischem Bauerndialekt haben möchtest, dann find ich es absurd, sich darüber zu beschweren, dass das Spiel dich teuer kommt.

    Weißt du, ich z.B. würde furchtbar gerne mit dem Sneakers sammeln anfangen. Aber ich tue es nicht. Und Warum? Weil es mir zu teuer ist. Simple as that.

  34. TMM Says:

    es ist unfassbar, welchen schwachsinn du da wieder verzapfst…

    ich war früher auch im fußball-, handball- und schachverein. da ich offensichtlich nicht gut war, habe ich diese hobbies sein gelassen.

    dass man mit magic weniger geld als durchs pokern oder “echte” arbeit verdienen kann, war mir schon immer bewusst, daher auch die rechnung gehalt vs gp gewinn, um auch dem letzten diese illusion zu nehmen

    den vorwurf, dass ich nicht ernsthaft trainiert habe, kann man mir bei 2 rl + etwa 2 onlinedrafts und unendlichen events wohl kaum machen.

    ich habe auch die x ptqs in jeder season gespielt und höre eben auf, weil die turniere keinen spaß machen. ich messe meine erfolge nicht am verdienten geld, mein ziel war es einfach nur, mich wenigstens einmal (!) für die pt zu qualifizieren.

    über die qualifikation zur dm oder mind. eine top 16 platzierung bei jedem ptq kann ich mich aber wenig freuen, wenn einfach die competition auf einem derart niedrigen niveau ist.

    dass ich bei der letzten ptq season keinen spaß am turniermagic hatte, liegt wohl kaum an meinem mindset, sondern eher daran, dass magic in seiner derzeitigen form / den aktuellen formaten eben nicht gefällt. dass ich da nicht der einzige bin, kann man wohl auch an den teilnehmerzahlen ablesen…


  35. Sich für die PT zu qualifizieren, ist natürlich ein tolles Gefühl, und mir ist auch klar, dass das heute wohl schwieriger ist als zu meiner Zeit.

    Aber nimm einmal die Bialnz vom Trash (in irgendeinem seiner Artikel publiziert). Wie viele Versuche hat DER gebraucht, um sich zu qualifizieren? Irgendetwas zweistelliges war es, und ich bin mir nicht einmal sicher, dass die erste Stelle eine “1” war…

    Dann hat er es aber geschafft. Jetzt war er zwischenzeitlich sogar Weltranglistenerster.

    Ich kann natürlich nicht wirklich Dein Talent im Vergleich zu Trashs einschätzen, aber wir können uns doch darauf einigen, dass Du zumindest nicht deutlich talentierter bist?

    Eine Saison, ja selbst ein Jahr intensiver Bemühungen (und naja, ob 4 Trainingsdrafts jetzt sooo intensiv sind, darüber kann man sich auch streiten) geben nun einmal keine Garantie auf Erfolg. Da ist ein längerer Tem gefragt.

    Wenn einem das keinen Spaß mehr macht – klar, sehe ich ein! Es aber auf alles mögliche andere zu schieben als darauf, dass man es einfach nicht WILL, da ist man unehrlich zu sich selbst.

    “Da ich offensichtlich nicht gut war, habe ich diese Hobbies sein gelassen” – was ist das für eine Einstellung? Ich gehe jetzt einmal davon aus, dass Du nicht “nicht gut” auf Eucken-Niveau meinst. Um “nicht gut” genug in einem Hobby zu sein, dass man kein Niveau findet, auf dem man einen spannenden Wettbewerb betreiben kann, muss man schon wirklich unfähig sein. Volleyball macht auch in der untersten Spielklasse noch Spaß (von Fußball weiß ich es nicht sicher) – so lange die Mannschaften nicht ständig den Ball auf den Boden fallen lassen, macht es SPASS, und man findet immer Gegner, die einen fordern. Im Schach kann es eigentlich nicht anders sein.

    Du kannst offensichtlich einfach nicht akzeptieren, dass Du (noch) auf dem Level bist, dass eine DM-Qualifikation oder ein gutes Abschneiden bei einem PTQs für Dich Erfolge sind. Mensch, Du hast ein Composite Rating von 1901 und bist damit 61. in Deutschland! DAS ist kein Erfolg für Dich?

    …offensichtlich nicht. Und DAS meine ich mit einer überzogenen Erwartungshaltung. So nimmst Du Dir selbst den Spaß am Magic.


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