Diese Woche (38/08) gelesen

Ja, das ist jetzt die neue Bezeichnung für meinen Wochenrückblick. (Hier der von letzter Woche.)

Ich habe ihn umbenannt, weil ich keinen Anspruch mehr auf Vollständigkeit erhebe, auch nicht bei meinen drei bevorzugten Seiten (Magic Universe, PlanetMTG und Daily MTG). Die Zeit, die ich im Netz verbringe, wird mir einfach zu viel, und deswegen habe ich mir vorgenommen, weniger zu lesen und dementsprechend auch weniger dazu zu schreiben. Deswegen gibt es von nun an eine subjektive Auswahl an verlinkten Artikeln. Alles, was mir besonders gefallen hat – sowie meine eigenen Machwerke natürlich – führe ich natürlich weiterhin auf, aber andere Dinge nur noch, wenn ich dazu etwas Bestimmtes zu sagen habe.

Also los:

Montag:

Der zweite Teil meines DM-Turnierberichtes erscheint. Er löst im Forum eine sehr lange, teilweise durchaus fruchtbare Diskussion um eine Mulliganentscheidung aus.

Mark Rosewaters Insider-Stories vom Magic-Design sind eigentlich immer interessant. Diese hier ist allerdings wieder eher unterer Durchschnitt für ihn (den muss es per Definition ja auch immer wieder geben), und die Geschichte der Entstehung von Devour lässt sich irgendwie mit “Herumeiern in R&D” ganz passend beschreiben.

Dienstag:

Simon Ritzkas Legacy-Artikel zu Solidarity erscheint meinem Laienauge kompetent, informativ und gut aufbereitet. Außerdem weiß ich jetzt endlich, wo dieses Deck seinen dämlichen Namen her hat! (Leider ist die Story reichlich lahm.)

Mittwoch:

Nach seinem hervorragenden Artikel letzte Woche ist Phips’ Werk diesmal qualitativ äußerst bescheiden ausgefallen. Er projiziert ein Metagame, komplett mit Tier-1 und Tier-2-Einschätzungen (und dabei viel zu vielen Tier-1-Decks), offenbar einfach aus dem Hut und stellt dann zwei Decklisten vor, die er nicht wirklich rechtfertigt, wenn er sie auch relativ detailliert erklärt. Erst in den Kommentaren bequemt er sich dazu zu sagen, wo er diese Listen überhaupt her hat, und erst dort geht er auf die absolut nahe liegende Frage ein, warum sein Faeries-Deck im Prinzip genau so aussieht wie das Faeries-Deck der letzten Saison, nur ohne Bitterblossom! Besonders der Satz “Letzte Woche fand ich dann beim Durchforsten einige recht interessante Decklisten von Extended-Faeriedecks, die im Großen und Ganzen auf der NLU–Engine basierten.” ist einfach Unsinn, denn die NLU-Engine ist natürlich das Countertop gewesen, sowie in den allermeisten Fällen der Trinket Mage, und ein wesentliches Merkmal von NLU war der Grün-Splash für Tarmogoyf. Abgesehen von Ancestral Vision – die übrigens keineswegs ein Staple in NLU war! – bleiben da als Gemeinsamkeiten, naja, Counter und Vedalken Shackles übrig. Die Lücken, die ein Leser des Artikels selbsttätig füllen müsste, damit dieser Sinn ergibt, sind dermaßen groß und setzen eine dermaßen tief gehende Kenntnis des Formats voraus, dass dieser Leser sich Phips’ Text dann auch schenken kann.

Doug Beyer beweist, dass das Kopieren einer abgefahrenen Kolumnenidee alleine noch nicht genügt, um wirklich unterhaltsam zu sein, wenn man nicht über die geniale Kreativität eines der beiden Marks (Rosewater, Gottlieb) verfügt und außerdem inhaltlich nichts zu sagen hat. Naja gut, er hatte zwei Preview-Karten.

Ab und zu bleibe ich auch einmal bei einem Artikel auf MTGSalvation hängen. Daniel Rezendes fasst sehr sachlich zusammen, wie unbegründet die Hysterie in der Magic Community bei Veränderungen in ihrem Hobby doch oft ist. Insbesondere der Aufschrei bei den Sixth Edition Rules wirkt im Nachhinein einfach irreal, aber ja, die Leute waren damals wirklich so doof! Bei Magic Online allerdings urteilt Daniel vielleicht doch zu vorschnell, denn dieses Spiel scheint zur Zeit doch tatsächlich im Begriff, langsam RL-Magic zu verdrängen. Die Turnierszene hat in jedem Fall schon gelitten. Auch das ist natürlich letztlich nur eine Veränderung, aber eine, die ich absolut negativ sehe. Schließlich ist da noch das Problem, dass die jüngsten Entscheidungen einfach unter anderen Voraussetzungen getroffen wurden als jene der letzten zehn bis zwölf Jahre, in denen Magic wirtschaftlich gesund war. Heute steckt es offensichtlich in einer gewissen finanziellen Krise (wenn auch vielleicht nur durch überzogene Gewinnerwartungen der Hasbro-Aktionäre hervor gerufen), und die jüngsten Entscheidungen wirken überstürzter als früher.

Donnerstag:

Auf Magic Online soll eine mit dem “realen” Magic vergleichbare Turnierstruktur eingeführt werden, und wenn die in den Artikel eingebundenen Grafiken nicht vollständig irreführend sind (was durchaus möglich ist), dann wird es sogar in mittlerer Zukunft eine Entsprechung der Pro Tour geben! Das bestätigt nur meine Theorie, dass Wizards das Organized Play aus der realen Welt in die virtuelle verlagern wollen. Nun ja, dann entfallen immerhin die Reisekosten… Übrigens sind States keineswegs wiedergekommen, weil Wizards sich da etwas Neues überlegt oder gar einen Fehler eingesehen hätten, sondern weil die amerikanischen Turnierveranstalter sich zusammen gesetzt haben und sie effektiv in Eigenregie veranstalten… Wizards outsorcen die RL-Turnierszene! Habe ich es nicht gesagt?

Mike Flores muss wieder einmal eine Karte hypen. Ich bin misstrauisch. Ob dieser Ritter wirklich besser ist als andere 2-Drops? Dass man das Extra-Land bekommt, ohne seine eigene Entwicklung zu bremsen, ist alles andere als sicher, insbesondere wenn man anfängt, und ob man dann damit wirklich etwas Entscheidendes anfangen kann, ist auch nicht gesagt. Dafür spielt man mit einer Kreatur, die nach heutigen Maßstäben einfach ZU KLEIN für einen 2-Drop ist und nicht einmal ein Kithkin. Ich weiß ja nicht.

Jacob Van Lunens Reihe gefällt mir immer besser! Ganz im Gegensatz zu Bleiweiss baut er tatsächlich mit bescheidenen Mitteln Decks, mit denen man zumindest auf FNM-Niveau gut mitspielen kann, anstatt blödsinnige Johnny-Kreationen mit sinnlosen Rares zu basteln, mit denen man nur gegen schlechte Deckbauer/Spieler eine realistische Chance hat. Wenn er sein Zielpublikum (nämlich Magic-Neulinge, die sich auf ihren ersten Constructed-Turnieren die Hörner abstoßen wollen) tatsächlich findet, dann ist diese Kolumne wirklich eine gute Sache! Seine Decks machen mir jedenfalls – ebenfalls im starken Kontrast zu denen von Bleiweiss – sogar tatsächlich Lust, sie im Casual einmal auszuprobieren.

Freitag:

Clemens’ GP-Bericht aus Rimini demonstriert sehr schön, wie weit man mit Hilfe des Rogue-Faktors typischerweise kommen kann, nämlich zu einem höchst achtbaren Ergebnis, aber eben letztlich nicht wirklich in die Spitze.

Ein Nachtrag: Ich hatte mit keinem weiteren Freitagsartikel mehr gerechnet, da hat Tobi noch Utes Judgebericht online gestellt. Judgeberichte von größeren Events sind im deutschen Netz Mangelware, und das ist schade, aber irgendwie plätscherte dieser Artikel inhaltlich doch sehr belanglos dahin. Interessanter wäre es gewiss gewesen, wenn Ute nicht bei prekären Dingen immer die Namen der Beteiligten verschwiegen hätte – wer wurde da disqualifiziert? Wer ist im Vorgespräch gescheitert? Das sind ja keine DCI-Geheimnisse. So las sich das Ganze eher wie eine politisch korrekte Pflichtübung.

Und das war’s dann auch schon für diese Woche – den Rest habe ich nicht gelesen (höchstens überflogen) oder nichts dazu zu sagen. Bis nächstes Mal dann!

Ach so, meine MTGO-Karten will ich übrigens immer noch los werden…

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18 Comments on “Diese Woche (38/08) gelesen”

  1. random Says:

    der geplante mtgo Turnierplan erinnert sehr stark an den einer Pokerseite

  2. ETiTho Says:

    Dein Überblick ist für mich immer eine gute Orientierung, welche Artikel ich evtl. gelesen haben sollte um auf aktuellem Stand zu bleiben (gilt insbesondere bei MTG.com Artikel). Dafür reicht diese Form des “Wochenrückblicks” mir allemal aus. Daumen hoch!


  3. So, noch ein Update – Tobi war mal wieder recht spät dran – ich dachte, wenn ich die Daily MTG Artikel noch abwarte, dann habe ich alles, aber da kam beim Planeten noch etwas nach.

  4. endijian Says:

    Was MODO betrifft: Ich bin ja sehr gespannt auf die neue „Stufe“ zwischen Casualroom und 8Mans… fürchte aber, dass es auf so etwas wie das Open Dueling bei Prereleases rauslaufen wird. Dieses ist btw das dümmste, was ich seit langem gelesen habe… Lies mal den BDM von heute: „Wir wollen Leute zu den Prereleases bringen, die Angst davor haben, ein Sealed Deck zu bauen.“ Als wenn PRs nicht schon nicht schon tief genug gesunken wären :-/

    Bei von Luenen bin ich übrigens auch sehr positiv überrascht, bis jetzt.


  5. Ich muss zugeben, dass Open Dueling ein Konzept ist , das wirklich Sinn ergibt – es ist eine Tatsache, dass der Deckbau die größte Hürde für viele Neulinge ist. Halt ein Programm, das sich ausdrücklich nicht an uns erfahrene Spieler richtet.

    Schön wäre es ja, wenn sie als Ausgleich für diese einsteigerfreundliche Spielform dafür die echten Prereleases wieder aufwerteten… aber das wird wohl nicht passieren.

  6. endijian Says:

    Japp, dass ist auch der Grund, warum ich es für ‘ne dumme Idee halte – wenn mein Heimshop jetzt noch auf die Idee kommt, sealed durch open duel zu ersetzen, um mehr kids an die Nadel zu kriegen, dann ist das letze Turnier weg, auf das ich mich gefreut habe :-(

  7. TimR Says:

    ich will einfach die Ligen zurück. Ligen waren für Leute für mich, die lediglich ein paar Stunden pro Woche zocken wollten, der billigste Weg. Man konnte sogar mehr oder weniger @infinitum mit dem Startkapital zocken.

  8. zulu Says:

    was sind open duels?

  9. Handsome Says:

    Ich schätze mal, die Ligen kommen wieder, die waren einfach zu beliebt, um sie dauerhaft zu cutten. Bin schon gespannt,w as die oberen beiden “Stufen” dann sein werden… Online-PTQ’s? Oder tatsächlich ein Online-Äquivalent zur Pro Tour?

    Das Outsourcen von Turnieren klappt btw zumindest in den USA schon ganz gut. Dort veranstalten große Online-Shops wie SCG immer wieder 5k-Tournaments im Standard-Format – da gibt es also mehr Geld zu gewinnen als bei einem GP! Ist halt nur fraglich, ob so was auch in Europa klappen würde…

  10. Teardrop Says:

    @Flores Preview:
    Denk Dir die Karte mal in einem Deck, dass keine Kithkins spielt, z.B. Boros. Da ist die supergut, auch in Verbindung mit Shard Volley…
    @Handsome:
    Über deren Distributionswege und die schiere Größe gerade eines Ladens wie SCG kann man viel refinanzieren, dass ist in Europa einfach zu teuer. Die Veranstalter da haben wirtschaftlich eine ganz andere Kalkulationsgrundlage!


  11. In einem kreaturenarmen Format mag der Knight ja okay sein, wenn ihm nicht ständig 3/3er im Weg stehen. Andererseits – ist er da nicht trotzdem zu ineffizient?

    Und was will Boros eigentlich mit dem Extraland? Jaja, Shard Volley.

    2/2 First Strike ist einfach etwas wenig für einen weißen Weenie in einer aggressiven Strategie, und in deiner anderen Strategie stellt sich die Frage, ob man den Ressourcenvorteil nicht anders erlangen kann, als mit einem Blocker, der gegnerische 2-Drops nicht zuverläässig blockt und nicht zuverlässig seine Zusatzfähigkeit einsetzen kann.

    Weathered Wayfarer hatte immerhin das Urzatron zusammen gesucht.

  12. Seranas Says:

    Vielleicht wird das extreme Powerlevel der Kreaturen mit der neuen Edition auch schlicht wieder etwas zurück gefahren. Vor Lorwynn hätte sich wohl niemand über einen 2/2 Firststriker der dazu Mana beschleunigt beschwert…

  13. Seranas Says:

    Noch Ergänzend: Danke für den Überblick, ich hoffe du opferst uns weiterhin zumindest soviel Zeit dass du ihn nicht ganz entfallen lässt!


  14. Gerade in Shards wird doch weiter mächtig am Powerlevel der Kreaturen gedreht… Wild Nacatl kann man im entsprechenden Deck doch MINDESTENS als 1-Drop, der als 2/2er angreift, einplanen, und dann ist da noch dieser 5/4er für 3 Mana, und der 3/4 Lifelink-Typ für 3 undundund… Übrigens greift auch der weiße 1-Drop mit Exalted (mindestens) als 2/2er an, und der Sigiled Paladin als 3/3er mit Erstschlag – man spielt diese Karten halt nicht im gleichen Deck wie Spectral Procession und Windbrisk Heights.

    In der neuen Manakurve für Viecher (darüber habe ich doch vor ein paar Wochen auf dem Planeten einen Artikel verfasst, oder?) liegen im 2-Mana-Drop unterdessen beinahe schon standardmäßig 3/3er.

  15. TobiH Says:

    Ich find das neue System käse, weil es automatisch eine (dann sogar unbegründete) Abwertung der nicht besprochenen Artikel darstellt.

    Da haben mich die Kurz-Kommentare á la “hat mich nicht groß interessiert” oder “Bleiweiss – Mist wie immer” deutlich weniger gestört.


  16. Es ist kein neues “System” – ich mache einfach weniger als vorher. Weniger Lesen, weniger Schreiben, weniger Verlinken.

    Ich sehe ja ein, dass meine Einschätzung zu Artikeln für manche einen gewissen Stellenwert besitzt, aber zus agen, dass es eine Abwertung darstellt, wenn ich einen Text auf meinem Blog nicht ausdrücklich erwähne, ist einfach zu weit gedacht.

  17. Seranas Says:

    Die neuen Powerkreaturen auf dem Salvation Spoiler sind aber auch alle 3 Farbig Monocolour bis jetzt. So einfach die mit der inzwischen riesigen Auswahl an Non-Basic Ländern auch zu spielen sind sollte man das doch im Hinterkopf behalten.

    So weit ich weiß (und ich meine mich zu erinnern, dass ich das als Anfänger aus einem deiner Artikel gelernt hätte ;-) ) ist Mehrfarbig höher zu bewerten als Mono oder gar Farblos – für 3 verschiedene Farben kann man halt mehr erwarten.

    Der Nacatl als neuer KirdApe benötigt ja sogar Basic-Lands. Wenn man gleichzeitig aber in der 3ten Runde, 3 verschiedene Farben sicher spielen will sind Basic Lands nicht sehr prickelnd oder?

    Exalted auch nur “semi” 1 Power größer. Sobald man mehr als eine davon hat müssen die anderen schon zu Hause bleiben oder man verliert direkt seinen tollen Bonus. (Und will man in einem Kreaturenreichen Format mit nur einer bösen großen Kreatur angreifen? Vielleicht doch einfach wieder die Spectral Procession spielen. ..)
    Die Mechanik hat sicherlich viel Potential (First Turn 1/1 mit Exalted, Second Turn den Paladin dazu – hauen für 3) aber ich denke Sie muss sich erstmal beweisen.


  18. Der Nacatl benötigt streng genommen keine Basics, aber in Standard läuft es wohl darauf hinaus, ja. Trotzdem, in GR oder GW kriegt man in ohne Probleme 2/2, und das ist groß für 1 Mana.

    Natürlich ist mehrfrabig eine Extra-Cost, aber es ist machbar, und man wird dagegen spielen. Ist ja nicht so, dass wir uns nicht bereits an Doran und Cryptic Command im selben Deck hätten gewöhnen müssen…

    Exalted: Ein bis zwei Kreaturen legen und mit einer angreifen, weitere als Wart-Versicherung zurück behalten und mit Burn Blocker entsorgen und den Gegner finishen, das klingt doch gut? Ob dieses Konzept im neuen Meta einen Platz hat, ja, das ist natürlich die Frage!


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