Das Ende der Lernphase

Phips hat unter einem früheren Eintrag von mir richtig gestellt, dass außer Bensch auch David weiterhin Mitglied im MU-Team sein wird. Okay, dann sind das ja immerhin noch 50% der Originalbesetzung.

Trotzdem hat sich der Charakter dieses Teams offensichtlich völlig geändert: Der Schwerpunkt liegt eben nicht mehr auf der Entwicklung vom Noob zum Pro, sondern eben eher auf einer Testgemeinschaft mehr oder weniger gestandener Spieler. Kann man das überhaupt noch als “Team” bezeichnen, oder ist das effektiv nicht nur noch ein MTGO-Clan?

Was mich ja besonders ins Grübeln bringt, sind einige der Personalien unter den Neuzugängen. TMM zum Beispiel ist ja nicht wirklich für seine Fähigkeit, die Ursachen für ausbleibenden Magic-Erfolg bei sich selbst zu suchen, bekannt. Aber auch Kenshin hat sich da bereits in mehr als einem Blogeintrag nicht viel anders geäußert: Dieses ständige Schimpfen darüber, von irgendwelchen Noobs, die natürlich viiiiiel schlechter spielten und überhaupt nicht die geringste Ahnung von Magic besäßen, weggeluckt worden zu sein – das haben sie beide drauf!

Ein Paradebeispiel dafür ist Kenshins jüngster Eintrag. Okay – er war auf MTGO einmal unverdienterweise colorscrewed und hat das andere Mal von einem Oberspoiler aufs Maul bekommen. So weit, so unglücklich – das passiert, und natürlich darf man sich auch darüber aufregen. Kenshin schießt hier aber weit über das Ziel hinaus, als er seinem Gegner deswegen jegliche Magickompetenz abspricht!

Da lese ich, dass dieser fünffarbige Kontrolle mit mindestens 5 Obelisken, sowie ohne Removal und ohne Cycling-Kreaturen gespielt hätte. Ja – und woher weiß der Kenshin das? Soll sich sein Gegner nach Spiel 1 vielleicht gedacht haben “so ein Idiot, spielt schwarze Sprüche ohne schwarze Manaquellen”? Wieso geht er eigentlich davon aus, dass sein Gegner ihm ein repräsentatives Segment seines Decks gezeigt hat, wenn er doch lauthals darüber jammert, wie untypisch er selbst doch gezogen hätte?

Wie viele verschiedene Obelisken hat er denn gesehen? Wirklich mehr als drei? Eine Manabasis von 16 Ländern plus 4 Obelisken ist in Extremfällen übrigens durchaus noch vertretbar. Zwar würde ich für gewöhnlich die Grenze bei 17 Ländern + 3 Obelisken ziehen, was schon klobig genug ist, aber manchmal funktioniert das Fixing halt nur so. Und wenn ich schon Extremfälle erwähne: Wenn ich in meinem 5-Color-Deck zum Beispiel ZWEI Hellkite Overlord haben sollte, und vielleicht noch einen Sphinx Sovereign oder Godsire, dann spiele ich möglicherweise auch tatsächlich 17 Länder und 5 Obelisken! Nein, so ein Deck lässt sich nicht planen, und unwahrscheinlich ist es natürlich auch. Aber was weiß man denn nach drei kurzen MTGO-Spielen wirklich über das gegnerische Deck? Vielleicht haben sich die ganzen Removal beim Gegner einfach geweigert aufzutauchen (weil er stattdessen alle seine Obelisken gezogen hat)?, und seine Cycler bzw. sein Card Draw ebenfalls?

Was Kenshin wirklich über dieses Deck WEISS, das scheint nicht mehr zu sein, als dass es fünffarbig mit Obelisken ist, mindestens einen Hellkite Overlord besitzt und ansonsten Fatestitcher, Kederekt Creeper und Waveskimmer Aven spielt. Letztere beiden führt er übrigens als Argument dafür an, wie schlecht das Deck doch gewesen sei. Und da liegt bereits ein Denkfehler! Offensichtlich waren sie ja nicht wirklich so schlecht, denn er hat ja dagegen verloren (und man kann vermuten, dass das nicht passiert wäre, wenn es sich stattdessen um Jhessian Lookout und Godtoucher gehandelt hätte!) Tatsächlich handelt es sich hierbei um genau diejenigen Kreaturen, welche in ein solches Kontrolldeck auch hinein gehören! Sowohl Creeper als auch Aven sind sowohl in der Defensive als auch in der Offensive stark. Abgesehen von Knight of the Skyward Eye gibt es wohl keine Kreatur für weniger als 3 Mana, die in fünffarbiger Kontrolle eine sinnvolle Funktion erfüllt (deswegen spricht Kenshin ja auch die Cycler an) – aber ab 3 Mana haben wir es hier mit zwei der stärksten Commonkreaturen zu tun! Natürlich überbrückt man die frühen Runden als Kontrollspieler lieber mit zahlreichem Removal, aber da Magic nun einmal kein Wunschkonzert ist, sind ein paar Viecher für weniger als 7 Mana schon eine ganz gute Idee.

Bereits deswegen muss sich Kenshin also fragen, ob er wirklich so viel von Alara-Draft versteht, wie er offensichtlich glaubt, wenn er die Schwäche des gegnerischen Decks an zwei Karten festmacht, die darin durchaus ihren Platz finden sollten! Apropos: Der Fatestitcher ist im Kontrolldeck eine großartige Karte! Nicht nur, weil er dem Gegner Kreaturen tappt, sondern eben auch, weil er die eigenen Fatties herausbeschleunigt. Ach ja – und in Zusammenarbeit mit welchen Karten kann der Stitcher besonders gut Mana fixen? Richtig – mit Obelisken! Da sind auch die Farbanforderungen für Creeper und Aven plötzlich viel leichter zu bewerkstelligen. Wäre es nicht theoretisch denkbar, dass der Gegner vielleicht ZWEI Fatestitcher gehabt haben könnte (weitaus wahrscheinlicher als zwei Hellkite) und deswegen ein oder zwei Extra-Obelisken ins Deck gepackt hat?

Kenshin hat sich an keiner Stelle darüber Gedanken gemacht, wie das gegnerische Deck funktionieren könnte. Da er nun einmal der Größte ist, konnte er ja nur auf Grund von Pech verloren haben, und da er die Funktionsweise jenes Decks nicht nachvollziehen konnte, musste sein Gegner ja offensichtlich ein Noob sein. Hey – natürlich IST es möglich, dass dieser tatsächlich ein Noob war, der Rares gedraftet und ansonsten einfach alle Obelisken und späten Picks (was Creeper und Aven ja wegen ihrer Farbanforderungen oft sind) ins Deck geschmissen hatte! Aber ebenso ist es möglich, dass dieses Deck tatsächlich sinnvoll gebaut war und nicht etwa gewonnen hat, weil es absurd gut gezogen hätte, sondern obwohl es eher unterdurchschnittlich zog!

Was man hingegen sicher weiß ist, dass Kenshin ein fünffarbiges Kontrolldeck mit Violent Ultimatum gespielt hat, welches er  – worüber er sich auch beschwert – nicht siegbringend ausspielen konnte, weil er nur RRGBB2 zur Verfügung hatte anstatt RRRGGBB (und bei solchen Problemen, darauf muss ich einfach hinweisen, pflegen Obelisken und Fatestitcher zu helfen!) Also, ich weiß, dass ich echte Fünffarbigkeit auch in Alara nach Möglichkeit vermeide, um eben NICHT von schlechteren Spielern weggeluckt zu werden. Wenn man glaubt, dass man der bessere Spieler ist, sollte man dann nicht lieber konstantere Decks bauen, die einem erlauben, seine Sprüche auch zuverlässig zu sprechen und damit den Gegner auszuspielen, als fünffarbige Haufen, die auf Autopilot gewinnen, wenn das Mana funktioniert (Violent Ultimatum – gleich drei Ziele auf einmal muss man da ansagen, das braucht aber wirklich Skill!)? Nun, das muss jeder für sich entscheiden. Wenn nun aber ein fünffarbiger Haufen gegen einen anderen fünffarbigen Haufen wegen Manaproblemen verliert, und der Pilot des Verliererhaufens sich darüber beklagt, dass der andere Haufen viel schlechter sei, weil er wohl noch mehr Manafixing enthielte… Tatsache ist, dass Kenshins Gegner seinen Spoiler ausspielen konnte, und Kenshin seinen nicht. Für mich klingt das wie eine schlüssige Erklärung dafür, wieso Kenshin verloren hat, und sie hat nichts von himmelschreiendem Unrecht oder Münzen, die nach dem Wurf auf der Kante stehen bleiben und sich dann auf Grund quantenphysikalischer Zufallsprozessen in Hundehaufen verwandeln, zu tun!

Oh, eine weitere Karte aus Kenshins Deck kenne ich ja auch noch: Bone Splinters! Nun ist ein Removal ein Removal ein Removal, und vielleicht befanden sich ja in Kenshins Deck ein halbes Dutzend Unearther und/oder Dragon Fodder (obwohl er nur Cycler und Courier’s Capsule erwähnt), aber wenn ich darüber nachdenke, welche der folgenden drei Karten  – Kederekt Creeper, Waveskimmer Aven, Bone Splinters – am wenigsten in ein fünffarbiges Kontrolldeck gehört, dann werde ich als Antwort nicht auf eine der beiden Kreaturen kommen!

“Mir offenbart sich in diesem Alara Draftformat überhaupt nicht, wo da der Skill versteckt ist”, schreibt Kenshin. Ich frage mich ernsthaft, ob er ihn überhaupt gesucht hat!

Dieser Eindruck wird durch seinen Wettbewerbsartikel bei Magic Universe noch einmal verstärkt. Der ist zunächst einmal, bereits ganz unabhängig vom Limitedverständnis des Autors, grottenschlecht. Ohne jede Einleitung geht es da mit einer herunter geratterten Kartenliste los, und ohne jegliches Schlusswort endet es auch damit. Wozu gibt es in der Schule eigentlich Deutschunterricht? Einleitung, Hauptteil, Schluss… Dies hier ist kein Artikel, es ist ausschließlich eine kommentierte Kartenliste! Alleine deswegen wäre hier eine 1-Punkte-Bewertung ausnahmsweise einmal absolut begründbar.

Noch schlimmer ist es allerdings, dass diese Kartenliste für alle praktischen Zwecke absolut unvollständig ist! Da werden doch tatsächlich Executioner’s Capsule und Bone Splinters, zwei der wichtigsten Karten für jedes Jund-Deck, nicht erwähnt? Ach ja richtig, sie gehören ja in Esper und Grixis… Wieso ist dann aber Elvish Visionary dabei, der doch aus Naya stammt? Ach so, weil der in Jund-Decks wichtig ist… AHA! Soul’s Fire gehört übrigens auch zu Naya. Und Vein Drinker offensichtlich zu Grixis. Die Shard-Zugehörigkeit war also nicht das Auswahlkriterium, welche Karten der Autor bespricht und welche nicht. Dabei finde ich die Weglassung der Kapsel und der Knochensplitter, deren Srärke eher noch als offensichtlich einzustufen ist, sogar noch etwas weniger schlimm als die von Blister Beetle und Dregscape Zombie, welche auf den ersten Blick unspektakulär aussehen, jedoch besonders in Jund-Decks zu ganz besonderer Hochform auflaufen! Was hat sich der Autor bei seiner Auswahl eigentlich gedacht?

Die Antwort muss lauten: Offensichtlich gar nichts! Dieser so genannte “Artikel” ist ohne jegliches Konzept herunter geschrieben worden. Da ist es auch kein Wunder, dass man darin dann Einschätzungen wie “Ich habe selten so eine schlechte Karte gesehen” liest. Auf Stimmigkeit wurde hier auch kein Wert gelegt: “Die Manakosten machen es total unspielbar” steht da bei Vicious Shadows – wieso, was ist an 6R so problematisch, wenn das direkt darunter befindliche Violent Ultimatum für BBRRRGG doch “gerne eingesammelt” wird? Hier war der Autor schlicht zu faul auszuformulieren, was er eigentlich meinte.

Da sind fragwürdige Einschätzungen wie bei Blood Cultist (“Nicht besonders hoch zu picken”) oder Scavenger Drake (“Vier Mana und dann ein fragiler Nichtsnutz”) schon gar nicht mehr nötig, um den Gesamteindruck zu verfestigen: Kenshin hat sich praktisch gar keine Gedanken zu diesem Artikel gemacht!

Und genau da sehe ich ein Problem, denn ein Spieler, der sich keine Gedanken macht, ist ein Spieler, der sich nicht verbessert. Kenshins Blogeintrag beweist, dass er sich weigert, aus seinen Niederlagen Schlüsse zu ziehen. Sein Wettbewerbsbeitrag zu Jund beweist, dass er nicht in der Lage gewesen ist, die Struktur dieses Scherben zu erfassen. In beiden Fällen aber wird deutlich, dass er die Probleme nicht in seinem mangelnden Verständnis des Formats sieht! “Manchmal frage ich mich, ob Leute ein völlig anderes Format draften als ich”, schreibt er in den Kommentaren. Stattdessen sollte er sich fragen, ob er das Format nicht vielleicht anders sieht, als es ist.

Kenshin kann offensichtlich Magic spielen. Spätestens sein 13. Platz bei der PT Berlin beweist das. Er besitzt Talent, keine Frage.

Beim Fußball, Schach, Jazz Dance oder Klavierspiel wird jedem Nachwuchstalent eingetrichtert, dass Talent wichtig ist, aber nicht genügt! Talent kann den Lernprozess nicht ersetzen, es kann ihn nur beschleunigen und auf höhere Ebenen führen. Bei Magic hingegen glaubt beinahe jeder Spieler, der erkannt hat, dass er sich in seinem Spielverständnis von der Masse der Scrubs abhebt, dass er nichts mehr zu lernen hättte.

Kenshin und TMM stehen sehr deutlich für diese Denkweise. Beide sind der Ansicht, sie seien eigentlich längst gut genug für den Gravy Train, und alles, was ihrem Erfolg im Weg steht, ist haarsträubendes Pech. (Witzig übrigens, dass Phips von Kenshin in dessen Kurzvorstellung genau das Gegenteil behauptet – er liest wohl dessen Blog nicht!) Das ist eine Einstellung, welche für die weniger erfahrenen Teammitglieder Gift ist! Wenn sie sich auf diese überträgt, nun, dann ist die Lernphase im MU-Team wohl endgültig, wenn auch nicht beendet, so doch vorbei.

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18 Comments on “Das Ende der Lernphase”

  1. Michael Lauter Says:

    Kederekt Creeper und Waveskimmer Aven im gleichen Deck empfinde ich jetzt auch nicht als Paradebeispiel eines gelungenen Drafts – den Creeper habe ich sogar schon einmal gecuttet, obwohl ich die Farben gespielt habe.
    Allerdings würde ich nur darüber auch nicht unbedingt nen Blogeintrag schreiben.
    Der Artikel auf MU hat mich allerdings auch enttäuscht – den kann man in der Form meines Erachtens schon schreiben, ohne die Karten überhaupt je gespielt zu haben.

  2. Boneshredder Says:

    Die Vorauswahl für die Karten wurden übrigens von der Redaktion getroffen, nicht von uns Schreiberlingen. (Nicht daß das davon zwingend abhalten müßte, auch die anderen Archtyp-relevanten Karten zumindest zu erwähnen und einzuordnen, aber den Vorwurf der Aufteilungsinkompetenz müssen wir uns nicht andichten lassen. :>)


  3. Okay, wenn die Kartenaufteilung wirklich auf das Konto der Redaktion geht, dann drei Mal Schande über jene für diesen Hirnriss!

    Nichtsdestotrotz würde das einen Autor, der sich eigenständige Gedanken gemacht hat, nicht davon abhalten können, die notwendigen Dinge zu den anderen Karten trotzdem zu sagen.

    @bastard_k: Sorry, aber auch wenn Du mich lobst: Ein Einwortpost mit einer Verlinkung auf eine kommerzielle Seite im Nick ist Spam! So etwas lasse ich hier nicht stehen.

  4. Tigris Says:

    Ich gebe dem Pirschner hier mal ausnahmsweise vollkommen recht. (Recht hat er oft aber nicht immer 100%). Ich finde der Artikel bringt einem nix, und naja der Blogeintrag war auch lächerlich. Man geht immer mal wieder COlorscrew und zwar auch im RL ich habe erst das letzte FNM gegen nen gegner gewonnen weil er in 2 spielen keine seiner weissen manaquellen finden konnte (was seine hauptfarbe war) Und ich ziehe jeweils regelmässig alle 2 ebenen im Deck. Und ja wen er nicht gerade die komplette Deckliste des andern kennt, kann er auch nicht so über sein Deck herziehen. ok er hat 5 obelisken 1 fatestitcher 1 drachen 1 kreeper und 1 aven. Das sind 9 Karten er wird sicher noch 14 andere karten im Deck spielen, welche doch den gesamteindruck ändern können.
    Ausserdem wenn du ja eh nichts gemacht hast wegen fehlendem schwarzen mana, wieso weisst du dann, dass er nicht dort vielleicht removal gehat hat er dir aber nichts zeigen wollte davon?
    Und ja man kriegt nunmal nicht immer gleich viel Removal. Obwohl ich immer gleich picke habe ich drafts mit nur 2 Removaln und andere mit 13

  5. René Appel Says:

    da stimme ich auch dem AP mal voll zu, rumzuheulen weil man mal nen schlechten und der opp nen guten hat… und halt die x mal wo man dann ohne fixing den uwg man hinlegt aber nicht wahrnimmt…
    vor allem kann man ja uach zb einfach mal ins rating schauen, das ist zwar kein wirklich suoperzuverlässiger indikator aber wenn da einer mit nem 1800+ rating sitzt ist er meist nicht vollkommen planlos (klar kann auch mal der vollnoob auf nem anderen account spielen… nur macht der das nicht sooo oft oder der account ist nicht mehr lange auf 1800+..)
    sowas fänd ich generell bei draftwalkthroughs mal interessant, so als ungefähren indikator wogegen man gespielt hat

  6. Michael Lauter Says:

    ??? Das mit der Vorauswahl finde ich muss echt nicht sein, oder aber sollte dringend von jedem Author zumindestens soweit ignoriert werden, daß da noch ein paar Kommentare zu weiteren Karten kommen.
    Da lese ich lieber dreimal das gleiche über z.B. Resounding Thunder, als daß die Karte zweimal ganz unter den Tisch fällt.

  7. Boneshredder Says:

    “Da lese ich lieber dreimal das gleiche über z.B. Resounding Thunder, als daß die Karte zweimal ganz unter den Tisch fällt.”

    Das ist eben die Schwierigkeit bei diesem Artikelreihenformat: Mutet man den Lesern viele Wiederholungen zu oder verläßt man sich darauf, daß die Mitautoren bei ihren Anteilen auch auf die Begehrtheit für Nachbar-Archetypen hinweisen?


  8. Vielleicht erwarte ich auch zu viel, aber ich denke, jedem Autor muss klar sein, dass ein Resounding Thunder zum Beispiel außer bei ihnen auch noch bei zwei anderen Schreibern eine Rolle spielt, und dass man deswegen mehr von ihnen erwarten muss, als eine grundlegende CbC- (coole Abkürzung, danke!) Analyse. Unterdessen muss man ja wohl niemandem mehr sagen, dass Resounding Thunder ein gutes Removal ist. Dabei kann man gerade hierzu so viel mehr schreiben:

    Lohnt es sich zum Beispiel in Naya oder Grixis, einen Splash zu machen (und wenn ja, welchen), um die Cycling-Ability zu nutzen? Inwiefern hängt das von der Struktur des Decks ab?

    Welchen Stellenwert hat der Thunder im Vergleich zum Oblivion Ring in Naya? Im Vergleich zur Executioner’s Capsule in Jund, in Grixis? Pickt man, wenn man bereits sicher in Grixis sitzt, den Grixis Charm höher als den Thunder? Sollte man in einem Deck mit multiplen Thunder und Charm möglicherweise im letzten Pick ein Magma Spray höher nehmen, um beim Removal flexibler in Manakaosten und Funktion zu sein?

    Wenn man einen Thunder firstpickt, in welchem Shard landet man dann erfahrungsgemäß am häufigsten? Bis zu welchem Powerlevel sollte man den Thunder auf Grund seiner farblichen Flexibilität fpfp höher nehmen als stärkere, farbintensive Karten, und ab wann heißt es “Bombe draften und kein Blick zurück”?

    Magic ist ein wahnsinnig komplexes Spiel, und es gibt unglaublich viel darüber zu lernen – aber viele Spieler haben noch nicht einmal gelernt, WAS es alles zu lernen gibt!

    Wenn jemand wirklich über Drafterfahrung verfügt UND sich auch tatsächlich Gedanken macht, dann kann er alleine über Resounding Thunder im Alara-Draft einen kompletten Artikel verfassen. Solche Extreme erwarte ich nicht, aber eine lustlose, unstrukturierte, unvollständige und inhaltlich fragwürdige CbC-Analyse, das ist wirklich die absolute Unterkante direkt über der Verweigerung!

  9. Ashraf Says:

    Na da freu ich mich ja auf die Kritik am Samstag, immerhin habe ich jedenfalls Einleitung,Haupteil und Schluss :D ^^.

  10. TimR Says:

    Hm, von Trash verlangst Du, daß er stumpfe und offensichtliche Sealed Deck-Analysen ala “Hill Giants kann man immer zocken” veröffentlicht anstelle der sehr auf Archetypen fokussierten Review. Bei stumpfen und offensichtlichen CbC-As (haha, noch einen draufgesetzt!) wiederum vermisst Du eine besondere Einordnung der Karten in Bezugnahme auf die existierenden Archetypen.
    Wobei dann obv so Sachen rauskommen würden wie “in Jund ist der Thunder total super, weil man ihn cyclen kann” oder “die Kapsel kann man in Esper stark recyclen”.
    Ist halt quatsch. Du hast Dich wieder auf was eingeschossen und wirst die nächsten drei Wochen drauf rumreiten, bis es keinen mehr interessiert. Siehe TrashBash, “Ich habe CounterX aus DeckY als erstes entfernt”, die Germanistikdiskussion, den SeckiDiss etc pp.
    Ist immer wieder das gleiche, und mich langweilt die ewig gleiche Rethoriktretmühle.
    Lustig ist auch, daß Du für den Planeten keine Zeit hast, hier aber xtausend Worte schreibst über einen ModoWhine und einen hingeklatschten Limitedartikel.

    Interessant auch, daß Sachen, über die Du relevant schreiben kannst und die mir auch gefallen haben (zB die Magichistorie, das Casualexperiment fand ich auch gut gelungen), irgendwie null Kommentare provozieren, aber jeder Diss für massive Klicks sorgt.
    Haben bestimmt alle auch die Ricky-Talkshow verfolgt. :)


  11. Tim, derjenige von uns beiden, der mit rhetorischen Tricks immer wieder Fakten verdreht, bist Du!

    Ich erwarte von Trash exakt die gleiche Herangehensweise wie von allen Schreibern (nur eben auf höherem Niveau), nämlich eine ANALYTISCHE. Wenn Trash gleich mit seinen Archetypen beginnt, dann hat er die Analyse übersprungen und präsentiert uns gleich seine Schlüsse. Das kann er gerne NACH der Analyse machen, damit man diese Schlüsse nachvollziehen und einhaken kann, wenn man abweichender Ansicht ist und daher zu anderen Ergebnissen gelangt.

    Kenshin in diesem Fall ist VOR der Analyse stehen geblieben er trägt ein paar grundlegende Aussagen zusammen, ordnet sie aber in keine Zusammenhänge ein. Eine komplette Limitedanalyse seztz sich aus folgenden Teilen zusammen:

    1. Grundlegende Kartenbewertung
    2. Herausarbeiten der Strukturen des Sets
    3. Beschreiben einer Herangehensweise, um diese Strukturen für sich zu nutzen.

    Kenshin ist bei Schritt 1 stehen geblieben; Trash neigt dazu, direkt zu Schritt 3 zu springen. (Und “Archetypen”-Betrachtungen habe ich noch bie gefordert, wen auch als mögliche Herangehensweise akzeptiert, da ich von dem Archetypen-Ansatz im Limited nichts halte.)

    Und zum anderen: Ich stelle meine Kolumne beim Planeten nicht ein, weil ich insgesamt zu wenig Zeit zum Schreiben habe, sondern weil ich die Regelmäßigkeit nicht mehr hinbekomme, insbesondere auch auf Grund der Schwierigkeit, geeignete Themen zu finden. Diese 1000 Wörter über den Blogeintrag und Artikel Kenshins zum Beispiel sind in keiner Weise artikelgeeignet.

    Nachdem Du das ja immer wieder gerne behauptest, Tim: Wenn Du wieder einmal der Ansicht bist, ich würde mir selbst widersprechen, kannst Du mit einer hohen Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass Du stattdessen einfach wieder einmal nicht erkennen konntest/wolltst, was ich tatsächlich gesagt habe!

  12. Tigris Says:

    @TimR es mag zwar sein dass der Pirschner gerne provoziert usw. Aber der “Diss” hier war sehr gerechtfertigt.
    Ausserdem das was Trash vorher gemacht hat war das eine extreme, und es war sicher einiges besser als das von kenshin.
    Ausserdem hat der Pirschner den Trash doch auch schon gelobt weil er es jetzt eben nicht mehr so macht wie vorher nicht mehr ganz so stur ist.

  13. zooplayer Says:

    Kann mir jemand aufzeigen, wo dieses Lob steht? Finde es nicht.

  14. Teardrop Says:

    Naja, über den Blog würde ich mich jetzt nicht so aufregen, es ist eben nur ein Bog. Der Artikel war da schon schlimmer. Lustig übrigens, dass ich auch schon den Vein Drinker nach Grixis verlagern wollte, mir dann aber aufgefallen ist, dass auf dem Bild im Hintergrund unendlich viele Drachen zu sehen sind (denke ich), und die sind ausschliesslich auf Jund zu Hause.

    Das Problem mit der Kartenaufteilung ist einfach auch ein Problem des Formates: Wenn man einen Wettbewerb über die Shards macht, dann muss der Kram klar aufgeteilt sein (imho), und damit fallen einzelne Sachen unter den Tisch. Wie auch schon gesagt, es steht den Autoren ja dennoch frei, ein wenig auf die fehlenden Karten einzugehen, haben ja fast alle auch eingefordert.

    @Zooplayer:
    Der Eintrag wurde obv. entfernt, deshalb findest Du ihn nicht mehr… *sigh*

  15. TimR Says:

    Wo ist denn mein letzter Beitrag? War ich zu blöd, den abzuschicken, oder hat Andi den gelöscht? War doch gar nicht so beleidigend -.-


  16. Ich hab nix von Dir gelöscht, Tim. In Warteschleife und Spamfilter war auch nichts (ich hab extra noch mal nachgesehen). Wenn Du also nicht den Kommentar von Dir meinst, der hier ein bisschen weiter oben steht, und den ich beantwortet habe, dan hast Du da wohl tatsächlich etwas nicht abgeschickt.

    Teardrop: Ich kritisiere hier nicht in erster Linie Artikel und Blogeintrag, sondern eine Einstellung.

    Zur Kartenaufteilung: Abgesehen davon, dass sie in dieser Absolutheit, wie wir uns alle einig sind, unsinnig ist, gibt es auch eine offizielle Wizards-Liste, an die man sic hätte halten können:

    http://www.wizards.com/Magic/Magazine/Article.aspx?x=mtg/daily/askwizards/1008

    (Ask Wizards, 16. Oktober)

    Oh, und natürlich stammt Vein Drinker von Grixis – ist das Flavor nicht eindeutig? Vampire gibt es auf Jund wohl nicht, der Hintergrund ist eindeutig Grixis, nicht Jund, und die Viecher die da fliegen sind garantiert keine Drachen, vielleicht Kathari oder so etwas.

  17. derek Says:

    sehr viel richtige worte in diesem blogeintrag!!

    das mit der Kartenaufteilung beim MU Wettbewerb halte ich auch für nen totalen quatsch; diese arbeit hätte man sich sparen können! man hätte jedem autor freie wahl lassen sollen welche karten für seinen archetpye interessant sind, das hätte auch aufschluss gegeben wie die autoren die karten einordnen; desweiteren ist es kein Muss jede karte zu behandeln, dass der viashino skeleton schlecht ist, ist den meisten leuten bekannt;

  18. GerwaldBrunner Says:

    Kartenanalysen von neuen Expansionen müssen aber immer den Spagat zwischen Zeitnah nach Release und ausreichend getestet (um die Karten auch einschätzen zu könne) hinbekommen.


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