Draft-Weisheiten

Auf dem Planeten ist jetzt meine kleine Abschiedsreihe als regelmäßiger Kolumnist komplett, PT Berlin von außen gesehen:

Teil 1

Teil 2

Teil 3

Vielleicht liegt es ja an dem weitgehend Magic-losen ersten Teil, aber mir vermittelt sich der Eindruck, dass kaum jemand mitbekommen hat, wie viele Erkenntnisse zum Alara-Draft sich in dieser Reihe tatsächlich finden! Da wird mir gesagt, dass meine Beschreibungen wertlos sind, weil ich Rares gedraftet habe – wieso? Ich habe genau beschrieben, an welcher Stelle ich für welche Rares welche anderen Picks durchgehen habe lassen, so dass der Leser das genau nachvollziehen kann, und habe ansonsten absolut funktionsfähige Decks gedraftet! Nur, um das Ganze einmal einzuordnen: Ich bin mit einem Limited-Rating von 1850 in diese sechs Drafts eingestiegen und habe damit 26 Weltranglistenpunkte gewonnen. Das ist jetzt gewiss kein Äquivalent zu einem Pro-Tour-Sieg, aber doch wohl ein hinreichender Beleg dafür, dass diese Drafts relevant waren!

Allerdings scheint es mit dem Leseverständnis mancher Leute einfach zu hapern. Wenn da jemand im Forum einen Satz von mir zitiert, in dem sich die Antwort auf seine angehängte Frage bereits befindet…

Und dann scheinen viele Leute fremde Erkenntnisse gar nicht wahrhaben zu WOLLEN. Da werde ich immer noch dafür gedisst, dass ich Kederekt Creeper wertschätze, dass ich Knight-Captain of Eos nicht mit Siege-Gang Commander verwechsle, und dass ich heraus gefunden habe, wie stark Goblin Assault wirklich ist  – und ich dachte, ICH wäre mit meinen Erkenntnissen hinterher! Tatsache ist allerdings, dass ich offenbar oft einfach immer noch zu weit voraus bin. Wie nicht zuletzt auch die Artikel bei MU bewiesen (und die sind teilweise von prinzipiell durchaus kompetenten Spielern geschrieben!), setzt sich die extensive Praxis vieler Spieler einfach nicht in Erkenntnisse um:

Praxis – Reflexion – Theorie

Ohne Reflexion wird aus der Praxis keine brauchbare Theorie. Man kann Dutzende Male nach den selben Vorstellungen draften: Wenn man nicht treffend analysiert, WARUM man gewinnt oder verliert, dann lernt man kaum etwas dazu, sondern hält an seinen bisherigen Ideen fest. Ist es da ein Wunder, dass auch die besten Spieler teilweise immer noch völlig unterschiedliche Einschätzungen zu diesem Format abgeben und sich ständig gegenseitig vorwerfen, wie unzutreffend ihre Einschätzungen doch sind? Nicht jeder Meinungsaustausch ist eine Diskussion, aber nur eine Diskussion führt zu einer gemeinsamen Weiterentwicklung der bestehenden Erkenntnisse. Darüber sollte ich vielleicht doch noch einmal einen Artikel schreiben.

Etwas anderes: Schaut Euch einmal die “Auflösung” der Mulligan-oder-nicht-Frage bei Sadin an. Was soll das? Ein Blick auf diese Hand genügt: Es ist ein Keeper. Basta!

Sadin gibt sich, wie zu vermuten war, ganz viel Mühe aufzudröseln, was an dieser Hand nicht optimal ist. Wie man ebenfalls vermuten musste, gelangt er dabei aber nicht einmal in die Nähe einer Begründung dafür, warum man sie mulliganen sollte! Wo kommt bloß diese Denkweise her, eine Anfangshand danach zu bewerten, ob man sich eine bessere vorstellen kann, und nicht etwa danach, ob eine neue Hand MIT EINER KARTE WENIGER besser sein könnte? Letztlich kommt Sadin auch zu diesem Schluss, aber das hätte er bedeutend rascher haben können!

Ich will allerdings anmerken, dass mir die Manaverteilung im Beispieldeck auch nicht gefällt. Insbesondere halte ich es für zu riskant, nur 17 Länder zu spielen. 6 blaue Manaquellen will man haben. Selbst wenn da NICHT 2 Grixis Battlemage im Pool sind, die Manaflood abbauen können, spielt Grixis gerne 18 Länder. In jedem Fall aber ist Blau zu wichtig, als es mit nur 5 Quellen abzuspeisen!

Ach ja, und außerdem will ich noch anmerken, dass Terror im Mirrodin-Limited immer noch besser war als Shatter, wenn auch knapp, und zwar aus drei Gründen:

Erstens hatte das Format ein Kreaturenproblem. Man saß nur zu leicht mit Equipments, aber ohne Viecher da, oder mit einer einzelnen beeindruckend ausgerüsteten Kreatur, die aber trotzdem nur EINE Kreatur und deswegen zu wenig war. Creature Removal des Gegners verschärfte dieses Problem.

Zweitens waren die besten Kreaturen des Formats terror-, aber nicht shatterbar: Skyhunter Patrol, Fangren Hunter, Spikeshot Goblin, Neurok Spy…

Und drittens gab es einfach mehr Artefaktremoval als gutes Creature Removal. Für einen Shatter ließ sich Ersatz finden, für einen Terror nicht.

Das hat natürlich keine Auswirkungen auf Sadins richtige Einschätzung von Naturalize: Für das Maindeck ist er im Draft zu unzuverlässig, aber er ist (ebenso wie die weiße Kapsel) eine wichtige Sideboardoption, über die man verfügen sollte.

Irgendwie hätte ich erwartet, dass der Diskussionsstand zum Alara-Draftformt zu diesem Zeitpunkt schon ERHEBLICH weiter wäre. Stattdessen scheinen noch nicht einmal fundamentale Kartenbewertungen der Commons einigermaßen festzustehen. Wie soll man mit Leuten über “Archetypen” und “Metagames” diskutieren, die immer noch nicht verinnerlicht haben, dass Kederekt Creeper und Windwright Mage in ihren Shards gute Karten sind? Wo ist da die gemeinsame Grundlage? Alara ist jetzt eineinhalb Monate draußen!

Ach, noch eine Replik zu Handsome: Wenn ich irgendwo Unrecht habe (und ja, es kommt gelegentlich vor), dann gestehe ich das einmal ausdrücklich ein und gut ist. Beispiele dafür lassen sich zum Beispiel im Forum des Planeten einige finden.

Wenn aber in einem Fall wie zum Beispiel in der Diskussion um den relativen Wert von Sarkhan Vol zu Knight of the White Orchid diejenigen, die mich für meinen Standpunkt veralbert haben, es bislang noch nicht gebacken kriegen klar zu sagen, dass sie im Unrecht gewesen sind, dann ist das Thema auch noch nicht durch! Insbesondere muss ich davon ausgehen, dass sie sich immer noch im Recht sehen. Deswegen noch einmal meine Aufforderung: Meldet Euch! Lasst uns tauschen!

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30 Comments on “Draft-Weisheiten”

  1. Boneshredder Says:

    “Vielleicht liegt es ja an dem weitgehend Magic-losen ersten Teil, aber mir vermittelt sich der Eindruck, dass kaum jemand mitbekommen hat, wie viele Erkenntnisse zum Alara-Draft sich in dieser Reihe tatsächlich finden!”

    Magic-Artikelkommentatoren sind ein verwöhntes Pack. Ist einfach so.

  2. Teardrop Says:

    Ich würde mit Dir tauschen, wenn ich sie noch bräuchte. Denn obwohl die Preise für den Ritter schwer gesunken sind, die für Sarkhan sind einfach übertrieben. Die stehen bei mkm zwar so, aber den kauft doch keiner, wäre ja irre.
    Ich halte immer noch die 2 Ritter für besser als den einen Sarkhan, aber die Realität hat mich da ein wenig eingeholt. Damals waren die Preise noch etwas näher zusammen, der Sarkhan ist nicht so schnell gefallen, wie ich angenommen hatte.

  3. Handsome Says:

    Siehst du, und hier verdrehst du wieder die Argumentation. Niemand hat dich dafür gedisst, dass du den Knight-Captain of Eos nicht überbewertest und dass du Windwright Mage für eine gute Karte in Esper hältst. Ist ja beides korrekt. Die Leute haben dich nur darauf hingewiesen, dass es (zumindest so gut wie immer) falsch ist, den Mage über den Käptn zu picken! (Der Siege-Gang-Vergleich war natürlich Blödsinn). Aber das verschweigst du halt wieder.

    Irgendwo hast du ja auch sogar mal steif und fest behauptet, dass Windwright Mage besser wäre als Tidehollow Strix… DAS sind die Sachen, für die du kritisiert wirst!

    Und was ich mit meinem Post eigentlich meinte, sind so Diskussionen wie die unter dem letzten Draftartikel von Phips, wo du dich klammheimlich zurückziehst, wenn die Fakten gegen dich sprechen. Klar kannst du jetzt behaupten: “Hatte nun mal besseres zu tun”, aber niemand kann mir erzählen, dass du dich nicht mit Freuden in die Diskussion gestürzt hättest, wenn du Argumente gehabt hättest ;)

  4. Chickenfood Says:

    Ich unterstütze das Statement von Handsome: Alles gesagt.

    Ich habs nochmal nachgelesen und es stimmt.

    Worauf ich jetzt wirklichg espannt bin sind die Weisheiten von Phips die er angekündigt hat.

  5. TimR_goes_pro@no_sound Says:

    Andi, man kann doch nicht immer nur betonen, daß man sich selbst für nen ganz tollen Hecht hält.
    Und es ist wahr: Immer wenn Dir berechtigter Gegenwind um die Nase weht und Du Dir Deiner Sache nicht mehr so sicher bist, ziehst Du Dich heimlich still und leise zurück.
    Gut, daß nicht nur ich das merke :)


  6. Wo genau habe ich behauotet, dass WIndwright Mage besser sei als Tidehollow Strix? Das habe ich noch nie und würde ich nie so picken!

    Was die Diskussion bei Phips angeht… wo sprechen da die Argumente gegen mich? Naya-Decks waren in Drafts nachweisbar erfolgreich, einige Beispiele habe ich gebracht. Da Phips’ ganzer Standpunkt darauf zurück zu führen war, dass Naya angeblich nicht gewinnen können, war die Diskussion doch wohl, wenn, dann zu meinen Gunsten beendet!

    Und in einem Esper-Deck Knight-Captain über Windwright zu picken, das ist, wenn man keinen Rare-Draft macht, einfach enormer Blödsinn! Der Knight-Captain wäre hier bei einem gelungenen Draft sogar ein Kandidat, um gecuttet zu werden… Etwas anderes ist es natürlich, wenn man mehrere Bone Splitter hat. Aber ansonsten – was TUT der Mann eigentlich genau? Richtig: Er hält einem eine Weile am Leben, während man versucht, durch die Luft zu gewinnen. Und nun schauen wir einmal, was der Mage macht (der allerdings den Vorzug hat, ein Artefakt zu sein). Fällt Euch nichts auf?

    Übrigens hat Phips gerade in seinem Draft beschrieben, wie er seine bisherige Erfolglosigkeit in Draft beendet hat, und siehe da, er hat nur drei Farben gedraftet. (Und erzählt mir jetzt nicht,d ass das nur in Esper geht – es geht in JEDEM Shard, wenn man sich im Draft richtig positioniert hat!)


  7. So, ich habe mich in dieser Diskussion dort noch einmal zu Wort gemeldet. Mir ist zwar schleierhaft, wie jemand den Eindruck erhalten konnte, meine Argumentation sei widerlegt, aber bitte sehr!

  8. dicker_koenig Says:

    “Allerdings scheint es mit dem Leseverständnis mancher Leute einfach zu hapern. Wenn da jemand im Forum einen Satz von mir zitiert, in dem sich die Antwort auf seine angehängte Frage bereits befindet…”

    Solltest du damit den Pick Memory Erosion über Bant Charm meinen: ich wollte mit dem Zitat meine Verwunderung darüber zum Ausdruck bringen, dass du für eine 20 Cent Rare, die dir noch für deine Sammlung fehlt, auf einen Bant Charm verzichtest. Ich möchte dir kein mangelndes Leseverständnis unterstellen, wahrscheinlich habe ich mich nicht klar ausgedrückt: Für mich ist diese Logik der Vervollständigung der Sammlung nicht nachvollziehbar, da es vermutlich nicht mal ein Problem wäre nach dem Draft den Charm gegen die Erosion zu tauschen. Und selbst wenn nicht, 20 Cent wären es mir nicht wert auf einen frühen Pick zu verzichten. Meiner Meinung nach bestand der Sinn des Raredraftens immer darin, nur dann zuzugreifen wenn es sich auch _wirklich_ lohnt. Und da ist allein das “fehlt mir noch” in meinen Augen kein Argument.

  9. SimonG Says:

    Zum Thema “Irgendwie hätte ich erwartet, dass der Diskussionsstand zum Alara-Draftformt zu diesem Zeitpunkt schon ERHEBLICH weiter wäre. “:
    Schon in den letzten beiden Limitedformaten (Lorwyn und Shadowmoor) hatte ich das Gefühl, dass sich das Draft-Metagame immer schleppender bzw. gar nicht mehr weiterentwickelt – ganz im Gegenteil zu anderen Formaten wie Mirrodin oder Ravnica (als exemplarische Beispiele). Im LLM hat es etwas gedauert, bis die Kithkins als eines der besten Draftarchetypen akzeptiert worden sind, aber spätestens nach Kuala Lumpur war das (eigentlich) allen bekannt. Im SSS/SSE war schon früh klar, dass Mono-Rot eine der besten Strategien war, und dann hat man meist einfach versucht, das bestmögliche einfarbige (anderthalbfarbige) Deck zu draften. Die ganz Verwegenen haben sich dann auch mal an enemy-colored Kombinationen versucht, aber besonders weit ging es damit auch nicht. Mir ist dieser Mangel an Weiterentwicklung ganz krass auf den letzten Nationals aufgefallen, bei denen ich mit Kithkins und Mono-Rot insgesamt 7-0 gespielt habe – das soll jetzt keine Selbstbeweihräucherung sein (obwohl hier ja der richtige platz für so was zu sein scheint), sondern einfach nur aufzeigen, dass sich das Format selbst auf hoher Spielebene kaum weiterentwickelt hat!
    Bei Alara habe ich jetzt schon wieder ein ähnliches Gefühl, ich habe z.B. bei meinem wöchentlichen Draft nicht das Gefühl, dass sich in Punkto Kartenbewertung/Draftverhalten/Strategie viel tut – und das bei relativ hohem Niveau und großer Beteiligung (wo sonst kommen 24 Leute zum wöchentlichen Draft?). Ist das ein generelles Problem der neueren Limitedsets? Sinkt das Draftniveau durch weniger Limited-Pro Touren, weniger ambitionierte Spieler, weniger Magic Online Drafts? Gerade in einem Format wie Alara, in dem man durch den Zwang, Manafixing picken zu müssen, regelmäßig mit zu wenigen Playables dasteht, sind doch unter anderem unterbewertete Karten ein ganz wichtiges Thema.
    Übrigens halte ich die aufgezählten Blöcke alle für gute Limitedformate, die einen jeweils ganz unterschiedlich gefordert haben – zu simpel und daher nicht diskussionswürdig genug waren bzw. sind sie aber definitiv nicht.

  10. Frog Says:

    Gut dass du den letzten Satz noch dazugeschrieben hast, wollte nämlich gerade Fragen ob es vielleicht daran liegt, dass die letzten Blöcke zu simpel gestrickt waren (Tribal draften und gut ist z.B.)

    Aber bei einem Multicolorset wie Alara kann das ja eigentlich kaum sein. Klar könnte man sagen, bleib innerhalb deines Shards für Synergien (Jund devour oder grixis unearth kommt mir in den Sinn) bzw. nimm 5color oder eines der beiden 2color aggro Möglichkeiten und gut ist.
    Aber es gibt bestimmt noch andere vielfältige Farbkombinationsmöglichkeiten und Deckprinzipien…daran sollte es wohl nicht liegen


  11. Es ist im Gegenteil sogar so,d ass Draft zuletzt dermaßen anspruchsvoll geworden ist, dass viele Spieler die vorhandenen Optionen gar nicht mehr erkunden, sondern sich tattdessen Veerinfachungen suchen. mit deren Hilfe sie zwar nicht das Optimum heraus holen, aber gut genug fahren, insbesondere, wenn sie gute Spieler sind.

    Bestes Beispiel dafür ist Trash, der Draft-Environments mit Hilfe der von ihm postulierten Archetypen durch eine Constructed-Brille betrachtet. Dadurch verschließt er die Augen vor einer Fülle von Optionen, kann sich aber auf einige ausgewählte Strategien konzentrieren, ohne sich allzu viele Gedanken über Alternativen machen zu müssen. Archetpyen zu draften, das ist ungefähr so wie Kochen nach Rezept – man muss sich nur an die Vorgaben halten. Wehe aber, wenn die nötigen Zutaten nicht vorhanden sind! Außerdem verpasst man die Chance, eine besondere Kreation zu finden, die sich mit den Früchten der Saison zubereiten ließe. (Komisch, ich habe doch gerade gegessen – wieso diese ganzen kulinarischen Metaphern?)

    Auch das ganze Gesülze vom Draft-Metagame ist einfach Murks, weil es nicht berücksichtigt, dass jeder einzelne Draft ein EIGENES Metagame hat, welches durch die Verteilung der Karten in den Boostern und das Verhalten der einzelnen Drafter bestimmt wird. Wenn an Tisch A die Esper-Decks die Naya-Decks schlagen, so kann das an Tisch B genau umgekehrt sein! Ein Mangel oder Überschuss an Schlüsselcommons, eine Häufung von Bomben, oder über- bzw. unterdraftete Shards/Farben beeinflussen das.

    Sowohl Trash mit seinen Archetypen als auch Phips mit seinen Vorstellungen eines gegebenen Draft-Metagames machen sich die Sache eben viel zu einfach. Es reicht ihnen eben auch: Die Ergebnisse erreichen vielleicht 75% des Möglichen. Dazu kommt ihre individuelle Klasse als Spieler, die allgemeine Schwäche der Konkurrenz und natürlich die Möglichkeit, im Zweifelsfall die Schuld an die Stochastik weiterzugeben, wenn die Erfolge sich nicht einstellen, und schon besteht gar kein bedarf mehr, sich in ein Environment wirklich einzuarbeiten.

  12. Nagano Says:

    der Knight-Captain ist dem mage auf jeden fall vorzuziehen. sie erfüllen beide einen ähnlichen zweck, nur der captain macht das wesentlich besser:
    1. der mage kostet ja eher 4 als 3 mana und je früher man ihn legen, also seine komplizierte casting costs unterstüzen und damit seine erste schwachstelle beseitigen kann, desto geringer ist die wahrscheinlichkeit, dass er evasion hat. ohne flying ist nun mal eine wurst. damit will ich sagen, der mage ist einfach an 2 in ww stehende bedingungen gebunden, der captain nicht.
    2. die 2 leben vom mage sind im allgemeinen im damagerace weniger wert als doppelfog. oft hat man sogar noch weitere soldiers im spiel.
    3. fängt man sich das removal, bringt der captain immer noch 2 chumpblocker mit, erfüllt seine aufgabe also auch noch post mortem.

    zum creeper: er ist tatsächlich underrated. sein problem ist, dass er nicht so stark wie die uncommon-shard-kreaturen ist und er einen damit nicht in grixis manövriert. grixis ist bei vielen spielern unbeliebt (RBx-aggro oder jund sind bevorzugt) und man bekommt ihn sehr spät. das liegt auch daran, dass grixis seine frühen picks fast ausschließlich für removal investiert. power 2 evasion und deathtouch bietet strix für ein mana und eine farbe weniger. daran sollte man die spielstärke immer relativieren. mein rating für ihn ist: solider mitspieler im gut gefixten, eher controllastigen grixisdeck, den man, falls man keinen wichtigen unearther oder removal mehr vorfindet, gerne pickt. im RBxx(x)-control deck gilt etwa das gleiche.

    goblin assault: sehr synergetische karte, die im richtigen deck sehr brokene dinge machen kann. anfangs underrated, da RBx noch im schatten von naja und bant stand. seit die leute aber wissen, dass RBx das beste deck ist (was es durch das daraus resultierende overdrafting nicht mehr ist) bekommt man den auch nicht mehr so früh.

    zum metagame: da tut sich schon was. ich habe bis jetzt etwa 30 mododrafts gemacht. anfangs habe ich IMMER RBx gedraftet. man hat alles reingedrained bekommen und ich hab einen großteil der drafts gewonnen. mittlerweile ist das deck fast nicht mehr zu draften. 5c-control wurde anfangs als sealedhaufen abgestempelt, erfreut sich bei guten spielern aber großer mittlerweile großer beliebtheit. naja, erst dtb, dann ziemlich tot und seit 2 wochen muss ich dauernd gegen ran. es ist dauendes auf und ab. ein deck ist underdrafted and avanciert zum dtb. das lernen die leute und draften/forcen es selbst. dadurch verliert es an stärke und ein anderer archtype nimmt diese stellung ein. ist dan das neue deck dtb, hat man wieder den status quo.

  13. Nagano Says:

    heißt natürlich naya;)


  14. Auch zwischen 4 und 5 Mana gibt es immer noch einen großen Unterschied, und außerdem sind 3 Mana in Runde 4 oder 5 immer noch 3 Mana, nicht 4, was einen Unterschied machen kann.

    Der Mage ist ein Artefakt, und das alleine macht ihn schon einmal wichtig. Flying hat er eigentlich nur dann nicht, wenn man selbst keine Kapsel zieht (Pech) UND der Gegner kein Removal hat (Glück!) UND Kreaturen auf dem Tisch nicht abtauschen – damit kann man leben! Evasion ist nuin einmal wichtig, und die Kreatur, die selbst Evasion mitbringt, ist daher schon einmal höher zu bewerten als die, die nur im Zusammenspiel mit Evasion gut ist. Tatsache ist, dass der Knight-Captain nur auf dem leeren Tisch oder mit Titanic Ultimatum in der Offensive etwas taugt, und in der Defensive bringt er nur etwas, wenn man Evasion hat. Er ist simpel enorm überbewertet! Auch ohne Esper-Schwerpunkt sollte man zum Beispiel den Cloudheath Drake immer drüber nehmen.

    Der Creeper ist auch im aggressiben Grixis super. Natürlich nehme ich die Strix höher, aber das hat nichts zu sagen, die ist ja auch brilliant! Abgesehen davon ist eine Toughness von 3 wegen Magma Spray, Jund Charm und Infest (den man möglicherweise auch selbst spielt!) schon gut, und nicht von Stinger oder Cultist erschossen werden zu können, auch!

    Goblin Assault ist mit Synergien eine Bombe, aber er ist IMMER sehr stark! Tatsache ist, dass der Gegner dazu gezwungen ist, jede Runde ein Token totzublocken, damit die Situation nicht außer Kontrolle gerät. Wenn auf diese Art nur eine Kreatur des Gegners immer hinten bleiben muss, ist das schon gut, aber da man ja auch ein bisschen Removal spielt, müssen es eigentlich schon zwei sein – und wie gut ist Resounding Roar in so einer Situation?

    Wie spielbar 5-Color ist, hängt nicht zuletzt damit zusammen, wie fokussiert und kompetent die übrigen Spieler Shard-Strategien draften. Je schlechter die Decks, desto langsamer das Format, und je langsamer das Format, desto stärker ist natürlich bunte Kontrolle.

    Was soll man erwarten, wenn Phips sich beispielsweise weigert, für sein Naya-Deck Wild Nacatl und Knight of the Skyward Eye zu draften? In einem Format ohne Aggro dominiert selbstverständlich Kontrolle.

  15. Sebastian Says:

    Wie wohnt es sich so direkt neben dem Flughafen?


  16. Seit ein paar Tagen viiiiiiiiiiel leiser.

  17. martenJ Says:

    pischner,

    mit deinen bewertungen von dem mage, dem knight caiptain und vor allem dem goblin aussault hast du einfach unrecht. ich hab kein bock das jetzt groß zu begründen ich sage einfach mal, dass ich mindestens 10x soviel das format gespielt habe als du (modo FTW!)


  18. Du kannst es auch gerne 100 Mal so viel gespielt haben – was sagt das schon? Ashraf dürfte es ungefähr genau so oft gespielt haben, und trotzdem wurden seine Kartenbewertungen in der Luft zerrissen.

    Praxis – Reflexion – Theorie…

  19. martenJ Says:

    naja,

    wenn man eine gewagte these aufstellt und einem von mehreren kompetenten leuten gesagt wird, dass man unrecht hat, dann sollte man mal wirklich darüber nachdenken, sein unrecht einzugestehen, anstatt einfach blind seine meinung zu verteidigen.

    achja udn nochwas: ähnlich wie du denke ich von mir selber (fälschlicherweise obv), dass ich der allerbeste spieler bin, spiele aber nur modo und als abwechslung zu dem poker biz.
    von daher sagt es schon viel aus, wenn ich sage du hast unrecht mit den bewertungen.
    und das ist meine ehrliche meinung und nicht wie üblich random rumgedisse gegen wen auch immer.


  20. Ich glaube Dir ja, dass das Deine ehrliche Meinung ist, und ich unterstelle auch keinesfalls, dass DU ein schlechter Spieler wärst! (Tatsächlich gehe ich davon aus, dass Du vermutlich besser spielst als ich, weil ich einfach kein wirklich doller Spieler bin).

    Trotzdem hast Du nur Recht, wenn Du Recht hast, und Deine (spärliche) Argumentation überzeugt mich nicht ansatzweise. Vielleicht verfolgst DU ja auch bei Coverages immer diese Kurzinterviews mit Top-SPielern? Die sind höchst aufschlussreich, denn sie zeigen, dass selbst die besten Spieler der Welt teilweise völlig unterschiedliche Auffassungen besitzen! Wenn sich da zwei Leute mit einem Ratintg von 2000+ und mehreren Pro Leveln bezüglich eines Formates, auf das sie sich beide vorbereitet haben, widersprechen, dann ist das doch wohl ein hinreichender Beweise, dass weder “ich bin ein gute Spieler” noch “ich habe viel Praxis” wirklich schlagkräftige Argumente sind. Tatsache ist, dass gerade im Draft so viele verschiedene Faktoren für Erfolg oder Misserfolg verantwortlich sind, dass Spieler auch mit einigen inkorrekten Einschätzungen Erfolge vorweisen können.

    Übrigens lese ich immer sher aufmerksam, was andere Leute für Ansichten haben, was meine eigenen Ansichten durchaus auch mitbeeinflusst – der Prozess des Lernens ist ein andauernder. Deswegen weiß ich, dass es gerade zum Knight-Captain und zum Goblin Assault durchaus Meinungen kompetenter Leute gibt, die sich mit der meinen decken!

    Das ist aber für mich nicht aussschlaggebend. Zu Ravnica-Zeiten war ich so ziemlich der einzige, der SIgnets über Bounce-Lände rgedraftet hat, und das halte ich bis heute für richtig, weil alle meine Beobachtungen mir immer wieder bestätigt haben, dass diese Länder einfach nicht so gut waren, wie sie teilweise dargestellt wurden.

    Es gibt allerdings durchaus auch Fälle, in denen meine Einschätzung sich der anderer Leute anpasst. So hätte ich zum Beispiel ganz zu Beginn des Alara-Formats Hissing Iguanar ein Stück unterbewertet. Nachdem ich aber an mehrerern Stellen eine hohe Wertschätzung dieser Karte vorgefunden und auch noch einmal gründlich darüber nachgedacht hatte (dieser Teil ist wichtig!), habe ich diese so rasch korrigiert, dass es vermutlich niemand mitbekommen hat.

    Wenn ich an einer Meinung festhalte, kannst Du immer davon ausgehen, dass dies nicht nur aus einer an einem Einzelereignis resultierenden Beobachtung und Sturheit der Fall ist. Tatsächlich analysiere ich gerade abweichende Meinungen immer sehr genau (oder so genau, wie möglich – leider lassen die gegebenen Begründungen im Netz oft sehr zu wünschen übrig).

  21. klau_s Says:

    captain >> mage

    begründung: captain 4 power, removal resistenter, gamebreaker, besserer Staller, schnellere clock, 1 farbig, kauft viel mehr zeit, androhung des fogs sehr hilfreich. Flexiblerer Pick.

    mage nur spielbar in esper mit vielen capseln, Stix etc…, oft net schnell castbar, dann fehlt das artefakt etc…

  22. Boneshredder Says:

    *dem klau_s seiner Argumentation anschließ*


  23. Und wenn es um den Pick Captain vs. Mage im luftleeren Raum ginnge, würde ich mich auch größtenteils anschließen. Es ging aber um einen Pick für ein Esper-Deck.

    Übrigens habe ich heute gerade zufällig gesehen, dass ich in Limited-Diskussionen mit Klaus zur Zeit immer Recht habe – mein Rating ist nämlich gerade höher!

  24. klau_s Says:

    jo mir mit gehts bergab^^

    Naja ums rating kümmert man sich halt nicht wenn man on train ist. und nu fall ich ja erstmal runter :-)

    Worlds werden auch geskipped…

    btw: esper =/= esper. Wie gesagt in nem deck mit vielen Stix capseln UND guten fixing gefällt der mage evtl. da er aber eh öfters rumkommt da ein solches deck nunmal selten ist würd ich auch hier captain höher sehen.


  25. Grandios, ich verstehe kein Wort:))


  26. Das war auch nicht zu erwarten, Frau Antonmann – Magic ist schon ein SEHR spezifisches Hobby!

    Klaus: Ich weiß schon genau, was ein Rating aussagt und was nicht, aber ich muss immer mal wieder an gewisse Diskussionen von vor nicht allzu langer Zeit denken, wo es hieß, wenn jemand ein höheres Rating hat, dann hat er offensichtlich auch mehr Ahnung und damit Recht…

    Sobald ich weiß, dass ich massiv in Esper bin (oder diesen Shard gezielt forcen will) nehme ich definitiv den Mage höher, da der Captain unter Unständen nicht den Cut schaffen könnte – ein Esper-Deck will wirklich nicht allzu viele Nichtartefakte spielen, und zum Beispiel Katkari Screecher, aber auch 2-Drops wie Dregscape Zombie oder selbst Jhessian Lookout können diese Slots bereits besetzen!

    In einer eher kontrollastigen Variante, die auf Kapsel-Rekursion und Lategame-Dominanz aufbaut, ist der Captain dann wieder wertvoller, aber ich bevorzuge, wenn ich die Wahl habe, dann doch lieber den aggressiveren Ansatz.

  27. Handsome Says:

    “Was soll man erwarten, wenn Phips sich beispielsweise weigert, für sein Naya-Deck Wild Nacatl und Knight of the Skyward Eye zu draften? In einem Format ohne Aggro dominiert selbstverständlich Kontrolle.”

    Nochmal: Wieso sollte er den Knight über Drumhunter nehmen, wenn er nach dem ersten Booster KEINE guten Aggro-Kreaturen hat, dafür aber zwei Fatties? Was du hier postulierst, ist, dass Phips sich aus zwei Boostern ein gutes Aggro-Deck bauen soll! Und das funktioniert in einem Format, in dem das Naya-Aggro oftmals bei drei Boostern schon nicht voll wird, nie im Leben.

    Windwright Mage vs. Knight-Captain: Sobald wir uns in einem fokussierten Esper-Deck befinden (sprich so im dritten Booster), kann man sicherlich den Mage rechtfertigen. Aber in allen anderen Fällen (erster oder zweiter Booster, unfokussiertes Esper) ist der Captain vorzuziehen. Zumal seine Manakosten auch nicht viel komplizierter sind als die des Magiers.

    Goblin Assault: Ist wirklich krass unterschätzt.

    “Auch das ganze Gesülze vom Draft-Metagame ist einfach Murks, weil es nicht berücksichtigt, dass jeder einzelne Draft ein EIGENES Metagame hat, welches durch die Verteilung der Karten in den Boostern und das Verhalten der einzelnen Drafter bestimmt wird.”

    Natürlich hat Draft ein Metagame. Deine Vorstellung würde hinhauen, wenn jeder Drafter absolut rational surfen würde, aber das tun die wenigsten. Im Verlauf eines Blocks sind bestimmte Decks bei den Spielern beliebter als andere, was sich aber sehr schnell wieder ändern kann. Bestes Beispiel: Lorwyn. In meinen ersten 30 MODO-Drafts habe ich nie ein grünes Deck gehabt, weil alle wie blöd die Elfen gepickt haben. Nach Kuala Lumpur kamen dann alle plötzlich mit W/x-Decks an. Oder Shadowmoor: Da bin ich mit absolut diszipliniertem Surfen sicher in zwei Drittel aller Drafts in UW gelandet, weil der Mono-R-Hype so riesig war. Ich hab dann einfach immer Kithkin Zealot im Main gespielt und bin damit infinite gegangen.

  28. Handsome Says:

    Props btw, dass du dich hier noch auf die (meiner Meinung nach sehr konstruktive) Diskussion einlässt. Auch wenn man dich dafür ein bisschen provozieren musste ;)


  29. GNAAAAAA! Jetzt habe ich mir doch noch diesen Videowalkthrough angetan – DAS KANN DOCH WOHL NICHT WAHR SEIN!

    Dazu muss ich dann wohl einen eigenen Eintrag verfassen…


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