Gesegnet seien die Podcasts!

Nein, wirklich – langsam lerne ich sie zu schätzen! Zum Beispiel in der WM-Coverage, wo man an Stelle von DeckTech-Artikeln nur noch DeckTech-Videos findet. Da ich mir diese Videos nicht anschaue, bleibt da neben den ganzen Feature Matches kaum noch etwas zu lesen für mich übrig (und die Feature Matches sind auch nicht wirklich lesenswert, wie ich rasch feststellte – die Beschreibungen der Reporter sind zu oft widersprüchlich und nicht nachvollziehbar). Die Zwischenergebnisse wurden, wie üblich, mit einer solch enormen Zeitverzögerung gepostet, dass man nicht annähernd das Gefühl hatte, live dabei zu sein – da kann man dann auch genau so gut die Coverage Coverage sein lassen und sich einfach nach Abschluss des Ganzen die Endergebnisse zusammen gefasst ansehen. Das ist eh besser, dann erspart man sich auch die ganzen Fehlleistungen, die das Coverage-Team zwischendurch einstreut, wenn es zum Beispiel einem Top-8-Teilnehmer eine völlig falsche Deckliste zuordnet oder als Sieger der Halbfinalpartien im Bracket eine Zeit lang die beiden Verlierer präsentiert.

Die Coverage-Artikel lesen sich natürlich sowieso bereits seit Jahren immer gleich, so als wenn die Autoren verpflichtet wären, sich immer aus dem selben Wort- und Phrasenbaukasten zu bedienen – “McBömmel would have none of it… Stibizzi put an end to that nonsense… McBömmel just untapped and then calmly played…” – und natürlich sind sie wohl verpflichtet, darauf hinzuweisen, wie großartig diese Events doch sind, in denen Malaysia und Südkorea plötzlich nur noch einen halben Meter auseinander liegen, und bei denen Vorzeigenerds 600 Meilen mit dem Auto fahren, um mit ihren Alpha-Decks gegen Richard Garfield nach Alpha-Regeln spielen zu dürfen. Die Tech-Artikel waren eigentlich schon immer das einzige wirklich Interessante, und seit diese nunmehr auch gestrichen und durch bewegliche Bilder ersetzt wurden, schaffe ich es endlich, mir das intensive Lesen dieser Coverages abzugewöhnen!

Denn machen wir uns nichts vor: Natürlich ist Magic eine Sucht, und das Internet ist ebenfalls eine Sucht, und die Kombination aus beidem ist ganz besonders schlimm! Trotz aller guten Vorsätze verbringe ich immer noch viel zu viel Zeit damit. Wenn nun ausgerechnet diejenige Art Beiträge, die ich prinzipiell am interessantesten finde, so wie die DeckTech-Features bei Pro Touren oder Strategie-Artikel von Trash, sich zunehmend in ein anderes Medium verflüchtigt – nun, dann bedauere ich das zwar zuerst, aber letztlich ist es doch nur zu meinem Besten, denn nur so kann es mir tatsächlich gelingen, wirklich von dieser Sucht los zu kommen! Auch die kürzlich zu beobachtende Flut substanz- und niveauloser Blogeinträge bei GerMagic konnte hier helfen (denn ich hatte mich zuletzt doch tatsächlich dabei ertappt, immer mehr von diesem Zeug zu lesen!), und natürlich auch die Ernennung von EB zum neuen Redakteur bei Magic Universe (die übrigens im Nachhinein äußerst schlüssig erklärt, wieso der Atog sich dermaßen viel Mühe gegeben hatte, mich so zu brüskieren, dass ich erwartungsgemäß keine Lust mehr hatte, dort weiter mitzuarbeiten, sobald meine noch ausstehenden Artikel abgearbeitet sind). Wer weiß noch, wie Professor Bienlein den Pizarros das Alkoholtrinken abgewöhnt hat? Anders geht es wohl nicht, wie Magic Online ja bereits vorgenacht hatte.

Sicher, es ist ein Entzug auf Raten. Zwar habe ich weniger Zeit mit der WM-Coverage verbracht, aber natürlich immer noch einige. Insbesondere habe ich natürlich das Abschneiden der deutschen Spieler verfolgt: Die Plätze 18, 29, 32, 136, 167, 175, 218, 230, 248 und 263 (von insgesamt 329) wurden belegt. Hm – 40% Platzierungen im unteren Drittel, 60% in der unteren Hälfte – das spricht leider nicht dafür, dass Deutschland eine Top-Magic-Nation ist. Andererseits sind 3 Platzierungen unter den ersten 32 wiederum sehr ordentlich! Leider hat es aber wieder einmal nicht für einen dritten Tag mit deutscher Beteiligung gereicht. Alleine aus dem Endstand der Single Competition heraus gelesen, sind die Japaner weiterhin die stärkste Magicnation, gefolgt von den Amerikanern. Dann folgt wohl, wenn auch bereits mit gebührendem Abstand, Brasilien, und danach kann man sich streiten, ob die nur mit 4 Mann angetretenen Australier vor uns zu sehen wären oder eben wir Deutschen, die wir zwar im Schnitt weit schlechter platziert waren, aber halt auch nicht ganz ohne Grund mit mehr Teilnehmern vertreten.

Natürlich gab es da ja auch noch die Team Competition, wo Magicdeutschland mal wieder im Mittelmaß versinkt – nicht unerwartet, bei einem eher unerfahrenen Team, das sich auch nur wenig vorbereiten konnte, aber wenn sich nun einmal dieses Team qualifiziert hat, sagt das ja auch etwas über Magic in Deutschland aus. Ach ja, Österreich und die Schweiz, welche uns letztes Jahr noch damit beschämt hatten, dass sie den Teamtitel untereinander ausspielten, landeten diesmal ebenfalls unter ferner liefen.

Ich finde übrigens diese Tabelle hier sehr aufschlussreich! (Beachtet bitte, dass sie sich nach den Werten in den verschiedenen Spalten sortieren lässt.) Sie zeigt zum Beispiel, dass Trash sich leider mit einer miserablen Draft-Bilanz seine Top-8-Chance verhagelt hat, und dass Draft ganz allgemein die große Schwäche der Deutschen bei der WM war.

Und das ist der Punkt, an dem ich eigentlich zu Tobis Artikel überleiten wollte, um ein bisschen was dazu zu sagen… aber aus “ein bisschen” ist dann ein kompletter Artikel geworden, den Ihr hoffentlich bald an anderer Stelle lesen werdet! Hier erst einmal nur so viel: Nein, Tobi, aus, pfui!

Nachtrag: Ich will mal wieder versuchen, eine Tabelle einzubinden. Hier die Punkte der deutschen Spieler, aufgeschlüsselt nach Formaten:

Spieler Gesamt Standard Draft Extended
Müller 37 15 7 15
Thaler 36 9 9 18
Stein 34 12 12 10
Pils 27 12 6 9
Krzikalla 27 9 6 12
Görtzen 25 12 6 7
Reinhardt 22 4 12 6
Ruess 21 12 9 0*
Lorenz 21 6 9 6
Baberowski 18 6 12 0**
Summe 268 97 88 97,65***

* nur drei Runden gespielt
** nicht gespielt
*** hochgerechnet auf die Gesamtrundenzahl

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22 Comments on “Gesegnet seien die Podcasts!”

  1. Mathias Says:

    Ein sauberer Rundumschlag zum Wochenenbeginn, alle guten Haare ausgerupft, man kann nur noch vereinzelte Krater erkennen.
    Dann bin ich mal auf den Artikel gespannt.

  2. Chickenfood Says:

    mir ist bei den t8 profiles aufgefallen das alle 60 0der 5/1 im draft hatten.
    strandard oder extended war bei allen eher mittelmäßig.

  3. Tigris Says:

    Hm anstadt sich mit den neuen medien abzufinden, lansam davon abzukommen auch ne möglichkeit^^
    Ausserdem gut du magst den EB nicht aber nur weil er bei magicuniverse redakteur wird geht die welt noch nicht unter.
    Ok dass die coverage wohl eher mau war, ist aber dennoch wahr.
    Ich freu mich schon deinen Artikel zu lesen, auch wenn es jetzt schon so klingt als wird er sicher relativ stur werden.

  4. Teardrop Says:

    An Deinem Ausscheiden bei MU warst Du, glaube ich (und ich kenne nur eine Seite der Medaille), nicht ganz unschuldig.
    Und zu dem Zeitpunkt war das mit EB auch noch nicht klar. Der wäre wahrscheinlich auch noch anders vorgegangen…

    Und die Techvideos in der Coverage sind deshalb sehr schön, weil die Spieler selbst ihr Deck erklären, besser als ein gestresster Reporter. Und auch ausführlicher.
    Und die Videos am Ende von den Matches der Top8 sind auch nicht zu verachten.


  5. Nein, “unschuldig” war ich wohl nicht. Tatsächlich habe ich halt gemerkt, dass ich bewusst provoziert wurde – nicht so weit, dass ich mit meinem Abschied hätte reagieren MÜSSEN, aber eindeutig so weit, dass diese Möglichkeit bestand. Und da habe ich mich eben gefragt, ob ich weiter mit jemandem zusammenarbeiten will, der offensichtlich in Kauf nimmt, wenn ich auf seine Provokation mit meinem Abschied reagiere, und die Antwort war klar. Selbsterfüllende Prophezeiung nennt man das wohl.

    Worauf ich eigentlich hinweisen wollte: Ich habe noch eine Tabelle in meinen Text eingefügt, um das Abschneiden der Deutschen in den verschiedenen Formaten aufzuzeigen.

  6. SDF Says:

    bleibt nur die frage: momentum oder grundproblem?

  7. Chris Hennig Says:

    wie immer gut und treffend
    hut ab

  8. Anonymous Says:

    Es ist Zeichen der wirklich süchtigen Menschen, das Objekt ihrer Begierde im Prozess ihrer Suchtbekämpfung unendlich schlecht zu reden. In 2 Monaten lesen wir hier “Alle, die jetzt noch Magic spielen, sind echte Spastis!1!!1”.

    Ansonsten finde ich es immer seltsam, auf den Nationalteams rumzuhacken. Dafür sind es halt immer nur 3 Spieler, die in der Momentaufnahme EINES Turnieres (das bei uns sogar mehr Meetingcharacter hat) gut waren. Der Auswahlmodus für die Teams ist imho gar nicht repräsentativ.

  9. TimR Says:

    Ich war das! also der Beitrag weiter oben und so.

  10. kranger Says:

    Ich find die Videos auch gut.

  11. Zulu Says:

    Ich kann Videos auch net so leiden, vor allem wenn man auf Arbeit sitzt (ohne Ton) und mal in der Pause bissl was nachschauen will.
    Oder auch so sind die meist einfach schwer zu verstehen.

  12. Nachtmacher Says:

    Statistiken sagen immer die Wahrheit. Dummerweise sagen sie einem immer eine ganz bestimmte Wahrheit, die dadurch zu Stande kommt, wie sie erstellt und aufbereitet wurden, und die in der Regel weit ab von einer begreiflichen Wahrheit liegt, sondern eben nur eine statistische ist – die Umsetzung statistischer Daten in erfahrbare Wirklichkeit ist immer wieder ein Stolperstrick, oder eigentlich sogar mehr ein künstlerischer Prozess: Nicht umsonst müssen Statistiken INTERPRETIERT werden – ein Begriff aus den Geisteswissenschaften.

    Aber die WM ist im Gegensatz zu Statistiken ein Absolutum. Etwas, aus dessen Ergebnis man ableiten kann, wer sich wie gut vorbereitet hat. Wer wie gut draften kann. Und wer welche Fehler gemacht hat. Und am besten auch noch, wer auf der DM nie hätte soweit kommen dürfen.

    Und dass das deutsche Team “*natürlich* im Mittelmaß versinkt”, während “Österreich und die Schweiz, welche […] letztes Jahr […] den Teamtitel untereinander ausspielten” diesmal ebenfalls unter ferner liefen landeten, war vorherzusehen. Kann man auch mit Tabellen belegen. Und hätte man sicher besser gekonnt. Die Leute haben sich auch nicht auf die WM gefreut und mussten das Kreuz tragen nach Memphis zu fahren…aber nach der WM kommt man zurück und darf sich an den freundlichen Hinweisen freuen, was man alles falsch gemacht hat. Man denkt ja selbst nicht drüber nach. Dann lieber hier konstruktive Kritik lesen, sich zurücklehnen und hoffen, auf der nächsten DM das eine oder andere Spiel gewinnen zu können…für mehr reichts ja sowieso nicht.

    Du beeindruckst mich jedesmal aufs neue, Andreas.

    (Disclaimer: Da könnte ein wenig Ironie drinnenstecken!)


  13. Ein wenig Ironie und ganz viel “Ich lese das, was ich zu lesen erwarte”…

  14. Olaf Says:

    Mal was zum Team-Teil (ich werd sicher auch nochmal ausführlicher dazu schreiben): die Wertung ist irgendwie auch super random. Die 4 Team-Runden haben unheimlichen Einfluss auf die Standings, da die Punkte aus dem Einzelwettbewerb sich statistisch gesehen meist halbwegs ausgleichen. Tatsächlich können wir unsere zwei Team-Losses an genau zwei Fehlern festmachen (siehe pmtg-Forum). Und ohne diese beiden Fehler wären wir Top 4!
    Im übrigen hat mich APs Aussagen über unser Abschneiden jetzt nicht sonderlich unangenehm berührt. Es ist halt, wie es ist.


  15. Ich weiß sowieso nicht, warum ich hier von “Herumhacken” lese – wer hat hier eigentlich utopische Erwartungshaltungen? “Mittelmaß” bei der WM ist schließlich weit von Versagen entfernt!

    Aber vielleicht hat dieses Wort ja längst eine andere Bedeutung im allgemeinen Sprachgebrauch angenommen, die ich als Oldie nicht mitbekommen habe. Vielleicht ist “Mittelmaß” ja schon ein Schimpfwort, so wie in der Fußball-Bundesliga, wo ja auch 10 Vereine fest davon ausgehen, sich auf den 5 Plätzen für das internationale Geschäft zu befinden, und ein Platz jenseits der UEFA-Cup- und Abstiegsränge als “Mittelmaß” bereits wie Versagen gewertet wird…

    Für die deutsche Magic-Szene insgesamt ist “Mittelmaß” natürlich enttäuschend, denn wir sind nun einmal (eigentlich) eine der größten Magic-Nationen, mit einer großen Spielerbasis, einer (im internationalen Vergleich) guten wirtschaftlichen Situation, Karten in unserer Sprache etc… Erwarten müsste man, dass wir uns im Schnitt hinter den USA und Japan einordnen, im Kopf-an-Kopf-Rennen mit Frankreich.

    Für die einzelnen Spieler aber war das Abschneiden bei der WM doch okay! Mehr konnte man zum Beispiel von unserem Team nicht erwarten – erhoffen, klar, aber nicht erwarten, denn es bestand nun einmal nicht aus unseren Top-Spielern und bereitete sich nicht intensiv vor.

    Was unsere Top-Spieler angeht, hat Trash im Constructed eine sehr starke Performance hingelegt und ist leider im Limited eingebrochen, was insgesamt immer noch eine hervorragende Platzierung ergibt, und Thaler und Stein haben ebenfalls sehr gut abgeschnitten – für die Top 8 fehlte eben mal wieder das Quäntchen Glück, das dazu gehört. Pils, Krzikalla und Görtzen sind im Mittelfeld gelandet, was bei einer WM einfach kein Grund zur Enttäuschung sein kann, wenn man nicht gerade Pro Level 5+ ist. Ob die übrigen vier mit ihren unterdurchschnittlichen, aber keineswegs peinlichen Platzierungen zufriden sein können, müssen sie, in Abhängigkeit von der Vorbereitung, die sie betrieben haben, selbst wissen.

    Eigentlich hätte ich erwartet, dass ich meine kurze Analyse oben nicht noch eingehender interpretieren müsste, aber mit dem Leseverständnis mancher Leute scheint es ja nicht weit her zu sein, bzw. der Wille, mich falsch zu verstehen ist doch immer wieder größer, als ich erwarte…

  16. TimR Says:

    Zeige mir 10 Leute, die unabhängig voneinander behaupten, “Mittelmass” habe keinerlei negativen Beigeschmack.

  17. TimR Says:

    Noch mal der Quote aus dem Text
    “Natürlich gab es da ja auch noch die Team Competition, wo Magicdeutschland mal wieder im Mittelmaß versinkt – nicht unerwartet, bei einem eher unerfahrenen Team, das sich auch nur wenig vorbereiten konnte, aber wenn sich nun einmal dieses Team qualifiziert hat, sagt das ja auch etwas über Magic in Deutschland aus”

    und Dein Statement dazu:

    “Mittelmaß” bei der WM ist schließlich weit von Versagen entfernt!
    Aber vielleicht hat dieses Wort ja längst eine andere Bedeutung im allgemeinen Sprachgebrauch angenommen, die ich als Oldie nicht mitbekommen habe. Vielleicht ist “Mittelmaß” ja schon ein Schimpfwort,”.

    Tjo.


  18. Und, wenn Du schon beim Zitieren bist:

    “Für die deutsche Magic-Szene insgesamt ist “Mittelmaß” natürlich enttäuschend”…

    Ist das wirklich zu viel Gedankenakrobatik, zwischen den Erwartungshaltungen an die deutsche Magic-Szene insgesamt und an die einzelnen Spieler zu unterscheiden?

    Und zu dem Gedanken, dass die “Mitte” bereits negativ gesehen wird, kann ich nur sagen: “TrashT verliert PT Valencia”…

  19. Nachtmacher Says:

    Du hast sicher zum Teil Recht, wenn du sagst “das ich lese, was ich zu lesen erwarte”. Allerdings wird diese Erwartungshaltung gestärkt durch viele negativ eingefärbte bzw. (in meinen Augen) vorurteilende Worte – Beispiele? “im Mittelmaß versinkt – nicht unerwartet”, “unerfahrenen Team, das sich auch nur wenig vorbereiten konnte” (unerfahren? Und woher weißt du denn, wie sie sich vorbereitet haben?), “uns letztes Jahr […] beschämt hatten”, “miserablen Draft-Bilanz”… Ich denke, du bist dir deiner Wortwahl und der damit verbundenen Wirkung bewusst (nicht umsonst sind deine Texte vielgelobt), aber gerade das macht es in meinen Augen so…hmm…negativ. Dass du dich dann trotzdem in ein gutes Licht argumentieren kannst, weil du ja wörtlich nix “Verwerfliches” dastehen hast, macht es nicht besser.

    Oder bist du dir der Wirkung deiner Worte tatsächlich so wenig bewusst?

    (Und dann versteh ich auch nicht, wie du der deutschen Magiccommunity so ein “Mittelmaß” anstelle eines Schnittes kurz hinter “USA und Japan […], im Kopf-an-Kopf-Rennen mit Frankreich” bescheinigst, nur an Hand der WM. Und ja, die Ergebnisse sind nicht mehr so eindrucksvoll wie zur Zeit der Phoenix-Foundation. Aber erstens kann das _könnte_ auch eine statistische Abweichung sein. Und selbst wenn nicht, ist konstruktive Kritik wohl sinnvoller…)

  20. SDF Says:

    “bist Du dir der Wirkung deiner Worte bewusst?”

    worüber redet Ihr hier? über die Vorstellung und Wertung einer Person, ihr solltet eigene Vorstellungen und Wertungen entwickeln. Auch AP darf eine Meinung haben. Um ehrlich zu sein, der Rest bildet sich seine Meinung in der Regel als Reaktion aus Impulse von AP. Dtl fehlt es an Innovation. Wer hat German-Dragon erfunden?

    Im Übrigen hat AP Recht, er stammt aus einer Generation, die mit Budde und Kröger gesegnet war und regierte. Heute hören wir auf Leute, die five color draften und mit der ratio im internationalen Vergleich 7 Punkte holen [Anm.: topspieler, trotzdem]. Das macht aber nur deutlich, wie Magic-Dtl. zum Konsumenten geworden ist….


  21. Irgendwann geht die deutsche Sprache noch den Weg der Arbeitszeugnisse, in denen man “sehr zufrieden” nicht mehr benutzen darf, weil es schlechter ist “außerordentlich zufrieden” undsoweiter… Furchtbar, dieser Trend, alles immer zwei Stufen schöner reden zu müssen, als es ist, bis ein Lob überhaupt keine Aussagekraft mehr hat, weil einfach alles “super” ist! Mittelmaß ist Mitelmaß, nicht besser, nicht schlechter.

    Wie wenig intensiv das Team sich vorbereitet hat, das hatten sie selbst öffentlich bekannt gegeben, mal ganz abgesehen davon,d ass ich natürlich auch über Olaf davon gehört habe.

    Ein Team aus zum Beispiel Müller, Jöns und X hätte mit Sicherheit mehr getestet (und auch deutlich mehr internationale Errfahrung mitgebracht) und an ein solches Team hätte man dementsprechend auch eine höhere Erwartungshaltung haben dürfen.

    Und natürlich habe ich an Trash eine höhere Erwartungshaltung als an alle anderen aktiven deutschen Spieler! Dabei ist seine Gesamtplatzierung für jeden Anspruch gut – jeder Spieler, selbst ein Nakamura oder Ruel muss damit zufrieden sein, wenn er bei den Worlds Platz 18 belegt. Alles darüber sind Leistungsspitzen, die – zumindest seit Buddes großer Zeit – niemand auf Abruf zeigen kann. Sein Draftscore aber ist für einen Spieler seines Kalibers, auch bei der WM, einfach mies, was er mit sehr guten Constructed-Ergebnissen eben nicht völlig ausgleichen konnte.

  22. steco Says:

    Ist doch klar, jeder bezeichnet sich als “überdurchschnittlich” intelligent, aussehend, wortgewandt, …. Aber “Mittelmaß” in Bezug auf Magic sollte eigentlich niemanden zum Weinen bringen, schließlich 1. war auf dem Turnier das Niveau hoch und 2. wissen wir, dass manchmal Erfolg bei Magic eben auch Glück vorraussetzt. Also ich habe kein Problem damit, NICHT überdurchschnittlich erfolgreich bei Magic zu sein ;)

    Mit GerMagic stimmt übrigens auch. Früher hatte die Seite für mich so einen Rogue-Faktor, ein wenig wie Titanic im Printbereich. Mit dem Enfant Terrible, dem Frisör. Mittlerweile sind die ganzen interessanten Blogleute da abgewandert, um sich für ihre Mühen bezahlen zu lassen. Hin- und wieder mal was interessantes dazwischen, aber mittlerweile 99% Bild.de. :/ Wem’s gefällt!


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