Der letzte Magikaner

Das war vor knapp eineinhalb Jahren.

Und das stand heute auf MTGSalvation.

Eigentlich kann man sich nur wundern, dass der Scrye sich noch so lange gehalten hat. Strategietipps und Einzelkartenpreise mit 6-8 Wochen Verspätung? Das ist im Internetzeitalter schlicht lächerlich!

Schade ist es trotzdem, irgendwie. (Weniger um den Scrye selbst, als um Magic-Zeitschriften generell.) Und  – wieder einmal – stelle ich mir die Frage – inwieweit RL-Magic gegenüber Internet-Magic nicht ebenfalls ein Auslaufmodell darstellt. Ebenfalls wieder einmal gelange ich zu der Antwort: Casual-Magic wird im RL weiter existieren, denn die Leute wollen Karten sammeln, die sie anfassen können, und die sie mit sich herumtragen können. Außerdem ist Kartenspielen mit Freunden/Kumpels immer noch ein völlig anderes Erlebnis als ein Treffen vor dem Bildschirm, selbst wenn es eine LAN-Party sein sollte.

Turniermagic allerdings, welches von Spielern ausgeübt wird, die sich täglich im Internet informieren und immer mehr aus zwingenden praktischen Gründen dazu übergehen, auch dort zu testen, wird im RL weitestgehend aussterben. Das kann noch ein paar Jährchen dauern, aber die Entwicklung erscheint mir unaufhaltsam. Jedes Wochenende zu einem Turnier fahren? Warum setzt man sich nicht einfach vor einen Computer – da ist nur ein Tag weg (außer natürlich, man spielt welche an zwei aufeinander folgenden Tagen), und wenn man ausscheidet, kann man sofort etwas anderes tun.

Wie ist es denn beim Poker? Da kenne ich mich zwar nicht aus, aber ich würde mich doch sehr wundern, wenn die Anzahl der Online-Turniere diejenige der RL-Turniere nicht um ein Vielfaches überträfe! Warum genau sollte man denn auch, um ein Kartenspiel zu spielen, physisch verreisen – ausgenommen natürlich einige besonders wichtige, prestigeträchtige und werbewirksame Events? Es ergibt keinen Sinn.

Wie groß genau ist eigentlich der Teil unseres Lebens, der heute bereits virtuell stattfindet? Darüber könnte ich einmal nachdenken, wenn ich irgendwann einmal nicht vor dem Bildschirm hocken sollte.

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10 Comments on “Der letzte Magikaner”

  1. Anonymous Says:

    Ich persönlich reise immer sehr gerne zu GP’s, da nehme ich auch eine längere Anfahrt in kauf. Bei PTQ’s siehts anders aus, weil ich nicht der Spieler bin, der erwarten kann, dass er sich qualifiziert.

    Du kannst jedoch Live Poker nicht mit Online Poker vergleichen. Viele Live Turniere, wie WSOP oder EPT kann man sich nur leisten, wenn man Pro ist, oder genug Geld hat. Online Turniere gehen schon bei wenigen Dollar los. Dasselbe mit Cashgames, in Hannover zb ist das Limit NL1000, mit Min-Buyin von 200. Das ist für viele Spieler einfach zu viel Geld, auch wenn das Niveau dort wohl ziemlich schlecht sein wird.

    Bei Magic hast Online und Live die gleichen Vorraussetzungen, ein Draft kostet bei beiden Varianten ca. 10 Euro.
    Es gibt zwar noch keine PTQ’s oder gar GP’s auf Modo, aber wenn Wizards die Server einrichten würden, könnte das auch passieren.


  2. Grand Prixs wird es weiterhin geben, weil sie werbewirksame Großereignisse sind. Pros werden Byes haben (bis zu drei), die allerdings auch für einen Buyin-Obulus von 200€ pro Bye erworben werden können. Alle anderen Turniere finden in Zukunft Online statt.

  3. Teardrop Says:

    Naja, auch bem Poker finden die richtig großen professionellen Turniere live statt. Ums richtig große Geld wird, auch weil zu viel gecheatet werden kann, nicht im Internet gespielt. Da fehlt ja vor allem auch die Möglichkeit, den Gegner auszubluffen oder zu lesen.
    Beim Magic steht das nicht so im Vordergrund, aber wie man am Invitational gesehen hat geht online für gewisse Sachen einfach nicht richtig.


  4. Das ist doch meine Rede: Ein Zirkus mit Großereignissen verbleibt im RL (wobei ich damit rechne, dass PT und GP irgendwie zusammen gelegt werden, siehe oben). Die Vielzahl der Turniere hingegen emigriert ins Netz.

  5. Teardrop Says:

    Wobei das keine großartige Vorraussage ist, sondern eine Tatsache. Es wird heute schon mehr auf MoDo gespielt als in RL. Oder meinst Du, irgendwo gibt es diese Menge an RL-Drafts?Alleine die kürzere Spiel und Vorbereitungsdauer ist es doch, die das interessant macht.

    Genau da hat MoDo doch die RL-Szene kaputt gemacht, die Leute müssen zum Zocken eben nicht mehr immer im Laden rumhängen, sondern sitzen zu Hause.


  6. Ich würde es ja auch gerne auf MTGO schieben, aber letztlich hat es diese Entwicklung nur beschleunigt bzw. das Überleben von Magic im virtuellem Raum gesichert. Wäre es nicht MTGO, wäre es WOW oder Online Poker oder irgendetwas anderes.

    Spielen via Internet ist einfach ganz generell um ein Vielfaches bequemer als im RL.

  7. René Appel Says:

    Spielen im Netz ist nicht nur viel bequemer es ist auch oftmals für das arbeitende Volke die einzige Möglichkeit….wenn man halt jeden tag erst um 18-20 Uhr aus dem Büro kommt ist das so eine Sache mit RL Magic… aber daheim noch eben nen kleinen draft einschieben geht schon noch… von daher ist es für mich zb (und wahrscheinlich für einige andere auch) die einzige möglichkeit nicht ganz mit dem Hobby aufzuhören…

  8. endijian Says:

    Ich glaube nicht, dass “zunehmende Virtualität” oder die Verfügbarkeit von Informationen im Internet der Grund für die Einstellung der Papiermagazine ist. Nehmen wir mal WoW. Es gibt wohl kein Hobby, das “virtueller” ist. Und es sind wahrscheinlich genug gute Informationen kostenlos und schnell im Internet verfügbar. Trotzdem verkaufen sich WoW-Bücher und Sonderhefte von PC-Spielezeitschriften anscheinend ganz gut, nach der Auslage im Bahnhofskiosk . Und die Hefte richten sich auch eher an WoW-Casuals und sind meist mit dem nächsten Patch veraltet.
    Nein, Magic ist halt einfach als Marke zu unbedeutend, und die gesamte Spielerschaft als Zielgruppe zu klein.


  9. Ich weiß nicht – vielleicht halten sich bei WOW solche Produkte deswegen länger am Markt, weil die Zielgruppe größer ist, aber die Tendenz ist die selbe? Immerhin ist es noch nicht so lange her, dass Magic-Zeitschriften geboomt haben! Die Spielerschaft ist in den letzten Jahren ja nicht dermaßen drastisch geschrumpft, also müssen die Ursachen für das Zeitschriftensterben hier woanders liegen.

  10. Mr.Homes Says:

    Kombiniere: oft ist die naheliegende Erklärung die zutreffende.


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