Mexikanisches Metagame, zweite Auswertung

Die “Wahlbeteiligung” war diesmal doch erheblich geringer, und neue Stimmen treffen kaum noch ein, deswegen werte ich schon einmal aus:

Zur Zeit (und bereits seit Stunden) haben 118 Leser sich beteiligt und wie folgt gestimmt:

43 * für A (36%)

55 * für B (47%)

20 * für C (17%)

Zum Vergleich: Beim ersten Teil entfielen die Stimmen im Verhältnis von 56, 35, 9.

B hat also A als Spitzenreiter verdrängt, während C seinen Anteil fast verdoppelt hat, aber immer noch abgeschlagener Außenseiter ist.

Welche Wahl hat sich aber nun als gut oder schlecht erwiesen? Nun, mit A hat man sich diesmal wirklich keinen Gefallen getan – knapp die Hälfte des Feldes stellt ein schlechtes Matchup dar, und weniger als ein Fünftel ein gutes. Da hilft es auch nichts, dass man sein gutes Matchup besonders deutlich gewinnt.

Mit B hingegen besitzt man eindeutig einen positiven Erwartungswert: Man hat knapp doppelt so viele  gute wie schlechte Matchups (und den Rest Mirror) – B bleibt also weiterhin eine gute Wahl!

Eine Änderung hat sich allerdings für C ergeben. Jetzt, wo deutlich mehr B als A im Feld ist, wird C plötzlich attraktiv! Allerdings verkompliziert die ganze Sache etwas, dass man gegen A viel klarer verliert als man gegen B gewinnt (dieses deutliche Matchup ist ja der Grund, warum A auf den ersten Blick der “beste” Würfel ist.) Damit C trotzdem eine gute Wahl ist (was bedeuten soll, dass man damit einen positiven Erwartungswert besitzt), muss das Verhältnis von B zu A im Feld entsprechend größer sein.Das ist hier allerdings noch nicht der Fall, wenn auch schon nahe dran.

Okay – wer hat Lust, diese ganzen Gewinnchancen und die dazu gehörige Gewinnerwartung genau auszurechnen? Falls sich keiner findet, verblieben wir hierbei: B war wieder die beste Wahl, A jedoch diesmal klar die schlechteste!

Und wir merken uns wieder “für’s Leben”: Man kann sich einfach nicht darauf verlassen, dass genügend andere Teilnehmer einen Schritt weiter denken, damit es sich lohnt, zwei Schritte weiter zu denken. (Roland wird hier darauf hinweisen wollen, dass diese Erkenntnis nicht allgemeingültig ist, sondern davon abhängt, dass es sich nur um einen dreistufigen Zyklus handelt.) Unser kleines, künstliches “mexikanisches” Metagame hat es nicht geschafft, sich um einen kompletten  Schritt weiter zu drehen.

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9 Comments on “Mexikanisches Metagame, zweite Auswertung”

  1. Chris Hennig Says:

    tja und dann kommen elfen (d)

  2. Chickenfood Says:

    joah, wieder b, wieder richtig.

    beat the deck that beats the best deck.

  3. klau_s Says:

    ja interessant wirds wenn du das jetzt noch X mal machst ;p


  4. Nö, dann machen wohl nur immer weniger Leute mit – das hat keinen Sinn.

    Wenn man die Leute zur Abstimmung zwangsverpflichten würde, dann käme vielleicht etwas dabei heraus… wenn auch möglicherweise nur, das ssie irgendetwas anklicken, weil es sie nervt, zwangsverpflichtet worden zu sein…


  5. Interessant wäre es ja, zu erfahren, wieso die Leute immer noch A für gestimmt haben, obwohl das doch offensichtlich eine dumme Idee ist – natürlich kann da der eine oder andere dabei sein, der eine Weiterdrehung des Metagames zu C hin antizipiert hat und sich darauf einstellen wollte, aber dann hätte doch erst einmal C an Stelle von B deutlich mehr Stimmen erhalten müssen, oder? Viele haben halt IMMER NOCH einfach nur “den besten Würfel” gegriffen, und ich denke, das ist auch typisch menschliches Verhalten. Egal, ob man überhaupt nicht antizipert, was mit dem Metagame passiert, oder ob man davon ausgeht, dass das Metagame sich ständig verändert und man nicht in der Lage ist zu prognostizieren, wie sehr: Der beste Würfel erscheint halt immer als gute Wahl! (Und deswegen ist der Würfel, der den besten Würfel schlägt, halt die WIRKLICH gute Wahl).

  6. Boneshredder Says:

    “Der beste Würfel erscheint halt immer als gute Wahl! (Und deswegen ist der Würfel, der den besten Würfel schlägt, halt die WIRKLICH gute Wahl).”

    Das ist bereits auf das vorliegende Experiment bezogen zu stark vereinfacht.

    1) Das Deck, welches das “beste Deck” schlägt und eine gute Wahl sein soll, darf auch gegenüber dem übrigen Feld keine überproportionalen Schwachstellen aufweisen.
    2) Wird der Anteil des “besten Decks” in einem Metagame zu gering als daß eine reine Contra-Ausrichtung hiergegen ins Gewicht fällt, wird man stattdessen mehrere Meta-Decks anhand ihrer strategischen Ausrichtung geclustert betrachten wollen.

    Die eigentliche Erkenntnis lautet: Prey on Popularity.

  7. Dorfkopp Says:

    genau solche analysen sind der grund, warum ich standart nicht mag. der grund ist einfach der, dass sie richtig sind. aber dadurch nehmen sie magic sein “glückspielcharakter”. die decks lassen sich als ganzheitliche entinität auf A,B,C oder stein schere papier reduzieren und egal ob nun welche verteilung von einzelkarten erfolgt ändert sich an der gesamtaussage für deck a (z.b. feen) zu b (z.b. rdw) etc pp nix. das mäuserad dreht sich beständig weiter und richtig spannend is es eigentlich nur mit erscheinen von neuen hauptedit, die dann EVENTUELL nen neues a definieren. EVENTUELL wie gesagt. in der besten aller welten bedeuten diese (guten und lobenswerten) analysen leider langeweile und den tot von rouque…wie auch immer


  8. Ein reales Magic-Metagame zerfällt nur selten in A, B und C. Hier kann man zum Beispiel A so tunen, dass man ein besseres Matchup gegen B erhält, wenn man dafür ein weniger gutes gegen C in Kauf nimmt. Und man KANN auch D spielen, das zwar eigentlich weder gegen A, noch B, noch C wirklich stark ist – aber nur, wenn die Gegner wissen, wie sie dagegen vorgehen müssen! Das ist dann der “Rogue”-Faktor.

    Wer noch eigene gedankliche Leistung investiert, der kriegt dabei auch noch etwas heraus, denn letztlich zeigt das Experiment genau dieses: Viele Leute machen sich eben NICHT ausführlich Gedanken, und deswegen KANN man, indem man sich selbst welche macht, einen Vorteil gegenüber dem Feld erlangen! Das ist doch eigentlich positiv, oder?

  9. TMM Says:

    findet sich eigentlich mal ein gelangweilter programmierer, der das ganze als high-stakes-website umsetzt?

    hätte mit meinen b-würfeln jetzt schon 2x den +ev gehabt :)

    oder mal so als sideevent beim ptq…


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