Neues von der Muhs-Bande

Darauf sollte ich auch noch einmal hinweisen, denke ich… Aus dem 2009er Update der Magic: The Gathering Premier Event Invitation Policy:

Ranking-Based Invitations
· The following countries invite 100 players based on DCI Composite ranking: France, Italy, Japan, Spain, and the United States.
· The following countries invite 75 players based on DCI Composite ranking: Argentina, Australia, Brazil, Canada, Chile, China, Chinese Taipei, Colombia, Germany, Great Britain, Hong Kong, Malaysia, Mexico, Netherlands, New Zealand, Philippines, Poland, Portugal, Russian Federation, Singapore, South Korea, and Thailand.
· The following countries invite 35 players based on DCI Composite ranking: Austria, Belgium, Croatia, Czech Republic, Denmark, Finland, Greece, Hungary, Israel, Norway, Peru, Puerto Rico, Slovak Republic, South Africa, Sweden, Switzerland, Ukraine, and Venezuela.
· The following countries invite 20 players based on DCI Composite ranking: Bolivia, Bulgaria, Costa Rica, Guatemala, Ireland, Lithuania, Macedonia, Romania, Serbia, Slovenia, and Turkey.
· The following countries will hold Open National Championships in 2009. No rating-based invitations are awarded: Belarus, Dominican Republic, Ecuador, Estonia, Iceland, Indonesia, Latvia, Luxembourg, Malta, Panama, and Uruguay.

So, damit ist es offiziell: Deutschland ist im Magic international zweitklassig! Wieso wir weniger Spieler per Rating zu unseren Nationals einladen als Frankreich, Spanien oder Italien, darüber kann man nur spekulieren. Angeblich soll diese Spielerzahl ja von der Anzahl der aktiven Spieler abhängen (so paluschke in einem Kommentar bei GerMagic), aber genaue Daten haben wir nicht, und überhaupt ist ein Kommentar eines Judges (genauer: Eines Kommentators, der den bekannten Nick eines Judges benutzt) nicht annähernd eine offizielle Stellungnahme.

In jedem Fall liegt ein solcher Spielerrückgang natürlich im Verantwortungsbereich der deutschen WotC-Niederlassung (auch bekannt als “die Muhs-Bande”). Wie ich ja schon einmal herausgefunden habe, schrumpft die deutsche Turnierszene bereits seit einigen Jahren, während in den Vereinigten Staaten dieses Problem nicht besteht. Welche besonderen Probleme haben wir hier also in Deutschland, und was wird getan, um sie anzugehen?

Nun, wie man in diesem Interview, welches Teardrop mit dem Chef der Muhs-Bande geführt hat, lesen kann, werden hier in Deutschland exakt die selben Richtlinien für Veranstalter eingeführt, wie in den USA, obwohl unsere Situation hier doch ganz offensichtlich völlig anders ist. Außerdem kann man lesen, dass die Schrumpfung der deutschen Turnierszene einen “Umbruch” darstellt. (Aber diese Art Manager- und Politiker-Deutsch kennt Ihr doch gewiss – so wird zum Beispiel die Verringerung eines Sozialleistungssatzes auch als “Neufestsetzung” bezeichnet, und der Abbau von Arbeitsplätzen als “Umstrukturierung”…) Nun ja, es ist ja nichts Neues, dass Aussagen der Muhs-Bande einer Übersetzung bedürfen, deswegen leiste ich das mal eben rasch für Euch:

“Ihr Turnierspieler geht uns echt total am Arsch vorbei, wirklich! Geld machen wir schließlich nur noch mit Kiddies und Casual-Spielern. Aus diesem ganzen blödsinnigen Turniergeschäft ziehen wir uns so schnell zurück, wie es möglich ist, ohne dass Ihr laut genug aufschreit, dass es auch die Casual-Szene mitkriegt. Überhaupt – was haben WIR schon davon, wenn Turniere für Euch stattfinden? Deswegen machen wir diesen ganzen Möchtegernveranstaltern ein Angebot, das sie nicht ablehnen dürfen: Wenn sie uns die Arbeit abnehmen, neue Spieler heranzukarren, dann dürfen sie auch weiterhin große Turniere durchführen (wenn sie das denn wollen; wir verstehen eh nicht, wieso sie sich mit Euch nervigen Schreihälsen so viel Mühe geben); ansonsten schieben wir da einen Riegel vor! Das ist letztlich ganz in ihrem eigenen Interesse, genau so wie Schutzgeld. Naja gut, eigentlich brauchen wir diese ganzen Turnierveranstalter ja langfristig überhaupt nicht mehr: Was wir wirklich wollen, ist Minibooster an der Supermarktkasse an Achtjährige verkaufen! (Habe ich schon erwähnt, dass man aus so einem Ding einen NICOL BOLAS ziehen kann? Vielleicht sogar einen FOIL NICOL BOLAS? Echt jetzt!) Ganz so weit sind wir aber hier in Deutschland noch nicht. Wir befinden uns ja noch in einer Phase des Umbruchs. Wir brechen aber bereits fleißig, und das solltet Ihr auch tun!”

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35 Comments on “Neues von der Muhs-Bande”

  1. der seher Says:

    WEitere Tags: Magic ist tot, magic ist tod, getötet, gedötet, weltuntergang, apocalypse, hydra, progenitus, casual, no discard, no counters, no removal, no ld, no islands, no blue, no tournaments

    Ok ernsthaft: Keine Ahnung wie viel man bei den Entscheidungen hier überhaupt dem deutschen Lager zuschreiben kann, und wieviel einfach vorgegeben wird und die gar nichts anderes machen können…und was kann Muhs dafür dass es nun 6 Card booster gibt?


  2. Für die kann er bestimmt nichts. Überhaupt stellt sich die Frage, wofür er überhaupt etwas kann, sprich: Wieviel er eigentlich unter der Knute seiner Mutterfirma zu sagen hat!

    In jedem Fall aber ist er derjenige, der uns die ganzen getroffenen Entscheidungen (ob nun von WotC Deutschland aus oder von höheren Instanzen) verkaufen muss, und er tut es wieder einmal in bester (übelster) Versicherungsvertreter-Manier. “Phase des Umbruchs” – meine Fresse!

    “Während wir uns lange Jahre fast ausschließlich um das Turnierspiel gekümmert haben, geht der Fokus mehr und mehr auf das Casual Play. Die Investitionen in diesem Bereich sind aber weit weniger offensichtlich als im Turnierbereich, wodurch der Eindruck entstehen mag, dass weniger getan wird.”

    Irgendwie hat er vergessen, auch nur mit einem halben Satz anzusprechen, was das denn nun für Investitionen sind… Der Eindruck, dass weniger getan wird, entsteht nun einmal in den meisten Fällen dadurch, dass weniger getan WIRD. Immerhin ist der erste Satz dieses Zitats eigentlich deutlich genug, denn da steht letztlich: “Wir kümmern uns immer weniger um das Turnierspiel.” So weit, so wahr!

  3. TobiH Says:

    Ist es eigentlich relevant, dass es dieses Jahr ANDERTHALBMAL so viele NQs gibt und die Qualifiziertenliste der DM deshalb nicht kürzer, sondern LÄNGER sein wird?

    Ich weiß ja nicht, möglicherweise steigen die Einladungen zu den japanischen und US-amerikanischen Nationals NOCH mehr, aber eine Herabstufung von Deutschland sehe ich nicht.

  4. panda Says:

    ne tobi das irrelevant is immer alles schlecht und jetzt ruhe hier


  5. Es ist relevant, dass die Anzahl der Turniere in Deutschland in den letzten Jahren nachweislich zurückgegangen ist, und dass die offizielle Politik von Wizards Deutschland trotzdem diejenige ist, Turniere weniger zu unterstützen und dafür Casual (angeblich) mehr, und dass außerdem Turnierveranstaltern höhere Hürden in den Weg gestellt werden.

    Was die NQs angeht, so ersetzen einfach MEHR Turniere keine Flächendeckung, und wenn Deutschland hier einen Sonderweg geht, indem es anteilsweise mehr Spieler für die Nats über NQs qualifiziert als Frankeich oder Italien, dann würde ich das gerne offiziell bestätigt und erläutert haben!

    Abgesehen davon ist die tatsächliche Zahl der qualifizierten Spieler nicht das maßgebliche Kriterium, wenn es um den Stellenwert des Turniermagic in Deutschland geht, denn die Zahl der direkt qualifizierten Spieler hängt mit Sicherheit von einem objektiven Kriterium ab, welches die DCI benutzt, um diese Kategorien festzulegen. Mal genau meinen Beitrag gelesen: Ich kritisiere ja auch gar nicht die Verringerung der Spielerzahl – die mag ja ihre Berechtigung haben oder auch durch die Anzahl der NQs ausgeglichen werden – sondern den Umstand, dass Schrumpfen der deutschen Turnierszene von Muhs & co. offensichtlich zumindest billigend in Kauf genommen wird, wenn nicht sogar gewollt ist!

  6. Dozer Says:

    “[D]ie Zahl der direkt qualifizierten Spieler hängt mit Sicherheit von einem objektiven Kriterium ab, welches die DCI benutzt, um diese Kategorien festzulegen.”

    Ist es nicht so, dass aktuell mit Einladungen über Total & Composite Rating plus die NQ-Qualifizierten genau so viele Spieler wie auch sonst jedes Jahr qualifiziert werden? Das könnte durchaus der Grund sein, dass die Rating-Zahl runtergefahren wurde, um die Größe der Nationals insgesamt nicht zu erhöhen.

    Vielleicht passen einfach nicht mehr als 120 Spieler in die Stadthalle in Aschaffenburg… :p


  7. Soll ich mir das jetzt also so vorstellen, dass Ingo in den Staaten angerufen und denen gesagt hat: “Look, we really want to have more national qualifiers in Germany, but we cannot host more than 120 players at nationals. So just let’s say Germany invites fewer players by rating this year, okay?”

  8. TobiH Says:

    In welcher Weise ist denn eigentlich konkret der Turnier-Support in Deutschland zurückgefahren worden?

    Es gibt mehr NQs als früher und mehr PTQs (bei ungefähr gleicher Slot-Anzahl), und soweit ich weiß, werden die auch nicht weniger unterstützt. Zum ersten Mal in Jahren haben Wizards wieder das beliebte End-of-Year-PTQ-Event (zusammen mit Jens) auf die Beine gestellt. Die Nationals sind nach wie vor viertägig. Und ich könnte mir vorstellen, dass sie bei der Vergabe der NQs das starre Veranstalter-Level-System eher “kulant” ausgelegt haben. (Entweder das, oder die Anforderungen an Veranstalter sind doch nicht so unerfüllbar, nicht wahr?)

    Was, bitte, will man denn eigentlich mehr…?

  9. Teardrop Says:

    @TobiH:
    Ich hatte in den letzten Monaten das Gefühl, dass man sich von Seiten Muhs mehr Mühe gegeben hat. Vor allem was den Umgang mit der Communnity angeht, aber auch in der Unterstützung der Läden.
    Und ja, wenn Launchparties als Event zählen dann ist das wohl eine 2kulante” Auslegung. Und die kurzfristige Anmeldung von NatsQs war wohl auch noch möglich.
    Der Wegfall der Champs und dieser Sachen geht ja von den USA aus, nicht von Deutschland.
    Und Babak hat es ausgerechnet: Im Moment wären in Deutschland 95 verschiedene Spieler über Rating qualifiziert, das sind nur 5 weniger als letztes Jahr. Dafür gibt es mindestens 30 mehr Qualifizierte über NatsQs am Ende, denke ich.
    Es ist ja auch so, dass immer nur knapp 70% der Qualifizierten auch tatsächlich zur DM erscheinen.

    Im Endeffekt ist die Frage, was man denn mehr will, einfach zu beantworten: Mehr Nähe zur Community, d.h. mehr Informationen, mehr Ehrlichkeit, Offenheit und Spaßvermittlung. Dazu überaschende und besondere Aktionen, wie die PTQs in FFM. Und noch mehr Flächendeckung bei den NatsQs und PTQs.
    Vielleicht auch noch mal eine neue Turnierserie.
    Aber im Ganzen sind wir gut dabei gerade, denke ich.

  10. Teardrop Says:

    Ohh, neue Übersetzer wären toll…


  11. Die Übersetzer sind ja das beste Beispiel dafür, dass das deutsche Büro von Wizards offensichtlich kaum eigene Kompetenzen besitzt… Fehler können auf die verschiedensten Arten passieren, aber “Macht des Seele”, wenn es nicht einfach ein Druckfehler ist (was auszuschließen ist, da es auf zwei verschiedenen Karten vorkommt) ist der Beweis, dass da niemand Deutschsprachiges dran gesessen haben kann!

    Vielleicht war dieses Interview mit Ingo ja für andere Leute, die nicht schon vorher genau aufgepasst haben, welche Signale gegeben wurden, tatsächlich noch informativ… Lest doch einmal hin: Teardrop spricht die fehlende Flächendeckung der NQs an – offensichtlich ein Problem aus Spielersicht – und Ingo redet ausschließlich über die Veranstalterperspektive. Teardrop spricht das Sterben der Standard-FNMs an, und Ingo labert von Gateway. Vorher hat er schon selbst gesagt, dass Turnierspiel jetzt weniger Unterstützung erhält.

    Die Tendenz ist doch eindeutig: Was das Turnierspiel anbetrifft, sieht sich Wizards.de nicht mehr in der Rolle eines Verbandes, der die Versorgung der Spielerschaft mit Turnieren sicherstellt, sondern stattdessen als Rechteverwertungsorganisation, welche Turnierveranstaltungsrechte als Privilegien an ausgewählte Veranstalter weitergibt.

  12. TimR Says:

    Quote:
    Was das Turnierspiel anbetrifft, sieht sich Wizards.de nicht mehr in der Rolle eines Verbandes, der die Versorgung der Spielerschaft mit Turnieren sicherstellt, sondern stattdessen als Rechteverwertungsorganisation, welche Turnierveranstaltungsrechte als Privilegien an ausgewählte Veranstalter weitergibt.

    Das war doch schon immer so. Stichwort Expertstore. PTQs und grosse Prereleases wurden auch nur an verdiente TOs mit Expertstore-Hintergrund vergeben. Das einzig neue (und imho nicht sehr einleuchtende) ist die Bedingung der Spielerzahl.
    Wobei man früher als Veranstalter auch massig Infos an Amigo weitergeben musste, um weiterhin zB ARENA anbieten zu dürfen.
    Ich hatte allerdings den Eindruck, daß die Mindestvorraussetzungen für das Veranstalten von Turnieren gelockert wurden? So genau weiss ichs allerdings nicht.

  13. blub Says:

    Turnierspieler sind halt eine Investition, die sich nicht lohnt. Der ganze Turnierzirkus ist eine Investition, die sich nicht lohnt. Das ist eine ganz einfache betriebswirtschaftliche Tatsache. Warum sollte man irgendwo Geld investieren und unendlich Supporten, wenn nichts dabei rumkommt?

    WotC hat eher den Fehler gemacht zu viel(!) Support in das Turnierspiel zu stecken. Bis sie gemerkt haben, das ihnen das irgendwie die Grundlage entzieht. Eben weil(!) sie dachten, durch den Support im Turnierspiel sorgen die Turnierspieler schon selbst für den Nachwuchs.

    Darin war der Denkfehler. Die Turnierspieler ziehen keinen, oder ziehen nicht genug Nachwuchs mehr. Anders als vor 8 oder 10 Jahren ist Magic einfach kein Selbstläufer mehr ohne genug “Jugendarbeit”. Zusätzlich noch, machen Turnierspieler keinen Umsatz. Sie kaufen weniger Karten. Sie kaufen die Karten nicht an der “richtigen” Stelle. Warum sollte man also Geld in dieses Klientel stecken.
    Die PR-Wirkung von den Pros und der Pro Tour allgemein hält sich auch in Grenzen. Ich meine, man wird doch mittlerweile nur noch ausgelacht, wenn man seine Pro-Player Cards als Token verwendet …

    Und irgendwie kam die Erkenntnis, dass es so nicht weitergehen kann. Und nun wird zurückgerudert. Leider kam diese Erkenntnis nicht früher, und deswegen macht sie sich umso unangenehmer bemerkbar. Für den Turnierspieler zumindest. Man MUSS halt mehr für den Nachwuchs tun, das hat man eingesehen. Und das Geld dafür für die äußerst unlukrativen Turnieren zu nehmen ist da nur logisch. Ob das Konzept von WPN, Reatiler-Reward-Programm, und Casual Events ausreicht muss man sehen …

    Vielleicht ist einfach das Konzept eines Sammelkartenspiels in der Form des heutigen “Industriestandards” nicht mehr haltbar, wenn man sich an Erwachsene richten möchte. Besonders wenn es so aussieht wie “Kauf mehr, dann bist du besser!” Damit kriegst du keinen halbwegs intelligenten Menschen mehr hervorgelockt. Das funktioniert eben nur mit Kiddies, nur mit den entsprechenden Methoden.

    Ich fürchte nur, dass Magic einfach zu komplex ist, um da wirklich (wieder?) Fuß zu fassen, denn Kiddie + Komplex = back to Yu-Gi-Oh. Deswegen ist wohl eine völlig neue Denkweise angebracht. Eine, die wieder Standards setzt, als diesen hinterherzuhecheln.


  14. Das schreibe ich ja schon seit Jahren: Turnierspieler sind keine attraktive Kundengruppe! Nur – wenn Magic sienen Turnieraspekt immer mehr verliert, wohin führt das dann? Was macht dann noch den Reiz dieses Spiels aus?

    Sollen Kiddies wie bei Yu-gi-oh! sich gegenseitig supercoole Mythics unter die Nase halten (“Ich habe einen Progenitus, und Du nicht, Du opfer!”)? Das finktioniert vielleicht, wenn Magic eine eigene Zeichentrickserie im Frühstücksfernsehen platziert. (Ich warte ja nur darauf: “HERE I RULE!!!” Verfolgt die Abenteuer Eurer Lieblings-Planeswalker!) Ansonsten gelangen sie in den Kiddie-Markt nicht hinein. Und was das Casualspiel angeht: Es kann auf Dauer nicht ohne die Zugkraft des Tunierspiels. Natürlich können Casual-Spieler auch “einfach so” magic zocken. Das Problem ist nur, dass sie genau so gut auch “einfach so” etwas anderes zocken können! Alternativen gibtr es genug, insbesondere im Internet. Warum also ein (furchtbar teures) Sammelkartenspiel? Ohne die Aura des Besonderen, die nun einmal die weltweite Turnierszene Magic verleiht, gehen einem da rasch die Antworten aus. Vor 15 Jahren war Magic eine Neuheit, ein Phänomen. Heute ist es ein Hobby unter vielen, welches den letzten Aspekt, welches ihm Besonderheit verleiht, abzuwickeln beginnt.

    Natürlich wird Magic nicht sterben – MTGO wird weiter wachsen, und auch RL-Magic wird als Casualspiel weiterleben, aber eben auf deutlich niedrigerem Niveau. So, wie bereits heute keine flächendeckende Versorgung mit Magicturnieren in Deutschland mehr gewährleistet ist, wird es bald auch große weiße Flecken auf der Karte geben, was lokale Communities angeht.

    Dieser Entwicklung KÖNNTE WotC gegensteuern, zum Beispiel in dem es die Regionals in Form von echten Bundeslandmeisterschaften wiederbelebt, indem es ein Programm ins Leben ruft, um gezielt wöchentliche – naja, zumindest monatliche – Standardturniere zu unterstützen, und indem es regionale Ranglisten popularisiert, auf denen vorne zu stehen eine tatsächliche Bedeutung hat. Auch Städtewettkämpfe könnte man organisieren.

    Das Interesse an dieser Art, Interesse für Magic zu wecken, haben sie aber offensichtlich verloren. Niemand scheint das so deutlich wahrgenommen zu haben wie ich, aber der deutlichste Hinweis dafür war die Legalisierung neuer Sets am Tag ihres Erscheinens: Damit wurde der Gedanke von Magic als ernsthaftem Turnierspiel endgültig aufgegeben. Wenn Ingo jetzt in Teardrops Interview effektiv sogar die Standard-FNMs abschreibt, dann ist das nur die konsequente Fortführung dieses Gedankens: Die Casualspieler und Kiddies sollen sich keine Gedanken mehr darüber machen müssen, welche der Karten, die sie besitzen, sie spielen dürfen. Typ “Casual” soll das neue Standard werden.

  15. Finanzkrise Says:

    Wie immer im Leben, hat auch diese Medaille zwei Seiten.

    Die von dir vorgeschlagenen Massnahmen das Turniermagic zu pushen, sind sicher keine schlechten.

    Andererseits könnte sich auch durch das heranführen neuer Spieler ein positiver Effekt für das Turnierspiel ergeben.

    Natürlich sind da etwa 1000 Vielleichts, die man nicht einschätzen oder kontrollieren kann. Aber wenn es in den letzten Jahren eher ein sinkende Zahl der Turnierspieler gibt, dann darf man, in meinen Augen, durchaus auch andere Wege ausprobieren.

    Es ist eine Frage des Wirkungsgrads und gleichzeitig ein Dilemma.

    WotC will Gewinnmaximierung und eine lebende Szene und muss sich jetzt überlegen, wo und an welcher Stelle wird wie investiert.

    Ob sie das gut oder schlecht machen, ist eine andere Frage.


  16. Das ist eine Frage – tut Wizards das, was für sie langfristig gut ist? (Ich denke nein, da die Marke “Magic” ohne ihre Identität als Turnierspiel meiner Ansicht nach an Attraktivität verliert.)

    Die andere frage ist, ob das was sie tun, MIR gefällt. Vielleicht ist es langfristig für Wizards sinnvoll, an Stelle von Magic-Karten Wollsocken und Hustenbonbons herzustellen, um als Unternehmen zu überleben. Das muss mir deswegen aber noch lange nicht gefallen!

  17. blub Says:

    Das mit der Entwicklung der Standard-FNMs existiert aber schon seit Jahren. Bei uns kommen die schon seit 2005 nur noch sporadisch zustande. Die Spielerschaft ist nicht weggebrochen, weil der Support fehlt. Sondern es gibt einfach weniger Turnierspieler, und aus diesem Grund wird der Support gekürzt.

    Man kriegt keine noch-nicht Turnierspieler mehr dazu auf Formate zu achten. Erzähl einem, dass er die und die Karte nicht verwenden darf … Der zeigt dir doch einen Vogel.

    Weiterhin halte ich es für eine Illusion zu denken, dass man mit Turnieren Interesse an Magic wecken kann. Ich spiele doch kein Tennis, weil ich weiß dass ich darin Stadtmeister werden könnte? Davon gehe ich eh aus.

    Klar ist es gut, wenn man weiß das es Turniere gibt. Aber der eigentlich schwierige Abschnitt ist doch, jemanden von der ersten Berührung mit einer Magickarte überhaupt zum Interesse für ein Turnier zu bringen!

    Das geht IMHO nicht, wenn das Spiel den Anspruch hat, für intelligente Erwachsene gemacht worden zu sein. Denn die werden von “Kauf mehr, sei besser.” einfach abgeschreckt.

    Und ich denke, dass neue Spieler viel eher in die Casual-Schiene rutschen. Zumal sie dadurch nicht den Zwang haben, Karten zu kaufen um gut zu spielen. Die suchen sich dann halt die Spieler, die auf ihrem Niveau spielen bzw. Karten haben. Und da ist ein Turnier sicher die letzte Adresse.

    Turnierspiel bekommt halt einfach keinen Nachwuchs, wenn man sich zunächst 4 Figure of Destiny oder 4 Bitterblossom oder 4 Cryptic Command besorgen muss.


  18. Und die muss man sich jetzt sogar in noch kürzerer Zeit als vorher besorgen… Ja, die Policy von Wizards ist schon seit längerem turnierfeilndlich, und das hat den Verfall der Turnierszene auch mitbeschleunigt. Ein gegensteuern wurde allerdings eben auch nicht ernstlich versucht!

    Übrigens spielst Du Tennis, weil Du mitbekommen hast,d ass das ein toilles Spiel ist, das auch andere Leuite spielen, und das sogar im Fernsehen übertragen wird. Deswegen spielst Du Tennis und nicht Squash. Ich muss Dir doch nicht sagen, welchen Aufwärtsschwung Tennis in Deutschland in der Ära von Boris Becker und Steffi Graf erfahren hat, oder? Das selbe Spiel, mehr Fernsehpräsenz, besseres Image, mehr Breitensport. Mit dem Ausbleiben der großen Erfolge im deutschen Tennis später ist Tennis als Massensport dann auch erwartungsgemäß wieder geschrumpft. Danke für dieses Beispiel!

  19. Duodax Says:

    Eine gute Idee wäre es, Pauper Standard als FNM anzubieten. Dies wäre perfekt für Anfänger geeignet, da halt die Karten billig zu besorgen sind und sie nicht automatisch auf dem Looserbracket landen. Ich bin sicher, dass erfahrene Spieler ihre Draft/Dissy Überreste gerne anderen in die Hände drücken würden, im Wissen: “Yeah ein Spieler mehr!”. Zudem könnte so das Eis zwischen den “Newbies” und den “alten Hasen” einfacher brechen, da auch die Neulinge mit nem Common RDW die Chance auf den 1. haben und nicht bei den allerersten Constructed Turnieren schlucken und nie wieder hingehen. Aber naja, sag das den Küstenzauberern mal… Kreativ von sich aus sind sie ja, keine Frage :)

  20. MudSpawn Says:

    Ich sehe es ebenfalls so, dass Magic besonders dadurch besticht, dass es als Turnierspiel attraktive Preise und vor allem einen Sinn verspricht.

    Natuerlich koennte man nur zum Zeitvertreib einem Hobby nachgehen; das ist sicherlich bei den Meisten der Fall, aber auch nur wirklich zu Beginn.

    Wenn man ein Hobby als solches hat, dann ist man bereit dafuer viel Zeit und Geld zu opfern, einfach nur deshalb, weil es einem Spaß macht und man es anderen Aktivitaeten bevorzugt.

    Bei Magicspielern sind alle Formate beliebt, werden gespielt und bieten zahlreiche Moeglichkeiten, eben eine Vielfalt, die das Spiel auch nicht langweilig werden lassen.

    Durch das Drucken von neuen Editionen werden alle drei Monate immerwieder die Spieler der Regionen in ihre veranstaltenden Expert Stores gezogen, um dort in bekannter Gemeinschaft einen ganzen Tag lang in erster Linie Magic zu spielen, sich aber auch ueber die Formate zu unterhalten und Ideen auszutauschen, welche man mit den frisch veroeffentlichten Karten ausprobieren kann.

    Zwar bezieht sich das fast ausschließlich auf die ohnehin schon Turnierspieler, doch auch Casualfreunde kommen im Highlanderformat beispielsweise auf ihre Kosten.

    Der Boosterdraft ist fuer Einsteiger immer ein Wagnis, dem sie erst hinterher frohen Mutes gegenueberstehen.
    Sie wissen zuvor naemlich nicht, dass die Methode des Rarepicks gar nicht so unvorteilhaft fuer sie ist, wie sie zu Beginn dachten, was sie vielleicht sogar das ein oder andere Mal abgeschreckt hatte.

    Heute hatten wir auch gedraftet, einen Chaosdraft mit neuen Draftern und auch diese hatten riesigen Spaß, genossen ihre teilweisen Erfolge und Errungenschaften an Wissen untereinander dermaßen, dass einige dadurch gepuscht wurden und als begeisterte Draftneulinge aus diesem Abend hervorgingen.
    Der Fuenftplatzierte von sechs Spielern bekam sogar noch die weiße Akroma und den Mirror-Sigil Seargent, wovon er zwar noch nichts weiß, da er vor dem Rarepick gehen musste, welche Karten er aber gerne gehabt haette, uns das vorher mitteilte, wir es ihm aber nicht versprechen konnten.
    Tatsaechlich bekam er dann beide Karten und noch ein paar Crap-Rares, welche fuer uns keinen Wert haben, ihn aber unendlich freuen werden, da er sogar noch viel mehr bekam als das, was er sich gerne ertraeumt haette.

    An so einem tag kann man wohl behaupten, dass man erfolgreich einen neuen Spieler in das Turniergeschehen einbezogen hat.

    Magic nur(!) fuer Casualspieler halte ich fuer ueberaus albern, da dies keinem nuetzt.

    Ich meine, man kann zwar sehen, dass sich jedes Kiddie ueber eine geoeffnete Mythic Rare freut, aber man kann noch viel viel mehr sehen, wenn sich ein Neuling ueber eine frisch in einem Turnier gewonnene Mythic Legende freut.

    Standardturniere als FNM sind fuer die meisten Spieler zu frustrierend, da diese keine Lust haben, unendliches Geld in Pappe zu investieren.
    Aber genau diese Gruppe wird ihre Meinung zum Spiel Magic und ihre Angewohnheiten zum Kauf von Produkt niemals aendern.
    Sie bleiben der Community wahrscheinlich nicht einmal vorhanden und nuetzen weder WotC noch der Turnier- oder gar der Casualszene.

    Es taete wirklich Fruechte tragen, Turniere im FNM-Style mit Standard-Format-Common- und Uncommon-Turnieren abzuhalten.

    Dies stellt eine Herausforderung an alle Spieler und beguenstigt zudem auch diejenigen, die nicht das Geld haben, sich ein 300,- € teures Deck zu leisten.

    Doch wuerden Wizzards auch davon nicht profitieren, da sie deshalb kaum Produkt verkauften.
    Es bleibt also nur die Umsetzung von Drafts, wobei alle Seiten verdienen. Was dabei herauskommen kann, wisst ihr ja bereits.

    Nun muss man nur noch genuegend Spieler zu den FNMs in die Laeden ziehen und dann funktioniert das auch:
    Am Ende finden sich neue von der Turnierathmosphaere begeisterte Spieler und die Baende zwischen den Eingesessenen und den Newbs werden geknuepft, dreilagig, extrasanft.

  21. mitsch Says:

    Sehr Guter Blog.
    Er spricht genau das an, was ich schon seit mind. 1 Jahr über Wizards.DE denke. Umbruch ist wohl zu seinem Lieblingswort geworden, könnte aber genau so gut Nichtstun dastehen…..

    1,5 NQs mehr als letztes Jahr? Wer will mit mir wetten, dass es dieses Jahr nicht mehr Qualifizierte gibt als letztes Jahr? (und wenn dann nur sehr geringfügig, aber sicherlich ned 1,5 mal so viel wie letztes Jahr). Vor allem wegen dem Early NQ bei dem mind. 3 Leute sich gequed haben, die am Ende höchstwahrscheinlich(aber ned 100%) über Rating gequed sind.


  22. Okay, darüber habe ich noch gar nicht nachgedacht… aber wenn der Rating Cut NACH den meisten NQs gemacht wird (und das wird er ja wohl) und die Plätze von bereits qualifizierten Spielern nicht weitergereicht werden (und das werden sie doch nicht, richtig?), dann bedeutet das bei dem erheblich sensibleren Total Rating, wie es jetzt verwendet wird, eine besonders starke Korrelation zwischen NQ-Gewinnern und per Rating qualifizierten Spielern, die tatsächlich dazu führen kann, dass sich deutlich weniger Spieler ausschließlich über Rating qualifizieren!

  23. king magic Says:

    Ist doch schön wenn sich nicht halb Magic Deutschland für die Nats qued, sonst wärs ja kein Turnier der besseren mehr.

    Was ich aber jedes Jahr aufs neue Merke: Ich spiel nur 1x im Jahre T2 und das ist für die Regionals, einfach weil ich keine Lust auf 10 Mann standard turniere habe und da viel lieber drafte. Würde ich öfters relevante (sprich größere) T2 Turniere spielen (können), würden sich auch Kartenkäufe für mich mehr lohnen. So wird das meiste wieder geliehen und das wars dann…

    Ich hatte es schonmal gesagt, man bräuchte sowas wie die Regionals mind. zweimal im Jahr, natürlich nur einmal mit Qualifikationsplätzen. vll findet jemand Listiges noch ne Möglichkeit etwas derartiges zu organisieren.

    Mir schwebt da eine Städtemeisterschaft vor, wo dann die gewinner sich an einem Tag treffen und dann die “Deutsche MAgic Stadt 2009” ausspielen. Das ganze ist dann ähnlich wie beim Fussball wo man seiner Stadt ja auch generell die Daumen drückt. Gesponsort muss es natürlich auch etwas werden, weil ganz ohne Preise zockt ja kaum jemand…


  24. Du sprichst es an: Es wird immer weniger Standard gespielt. (Deswegen ist die Reduktion der qualifizierten Spieler möglicherweise gerechtfertigt oder auch nicht, aber in jedem Fall entweder Teil oder Ausdruck eines grundlegenden Problems.) Das wirkliche Problem des Wegfallens der NQ in einer Region ist doch der, dass damit in dieser Region der letzte Grund wegfällt, überhaupt noch Standard zu spielen! Da nützt es auch nichts, wenn zum Ausgleich dafür Jens Kessel zwei Wochen am Stück taglich Qualifier in Frankfurt veranstaltet.

  25. king magic Says:

    Ja wobei man trotzdem beachten sollte, dass es einfach Bundesländer gibt wo so oder so nur 30 Leute zu PTQs pder Regionals erscheinen (das war auch früher schon so) während anderswo immer 100+ Leute kommen (besonders der Süden sticht hier hervor).
    Deshalb finde ich es schon ok dass es dieses Jahr mit München + Nürnberg und Mannheim + Ludwigsburg da auch mehr Turniere gibt als sonst.
    Ist einfach auch von der Region abhängig (Metropolregionen/Studentenstädte usw) deshalb kann man nichts pauschalisieren.

    Dass nicht alles optimal ist, ist aber (den Turnierspielern!) trotzdem klar.

  26. Kenshin Says:

    Ganz ehrlich, ich glaube zwar, dass die Masse der Casualspieler mehr Umsatz generiert, als die Masse der Turnierspieler, aber EIN Turnierspieler gibt vermutlich schon massiv mehr Geld aus, als ein Casualspieler. Ich kenne zwar kaum Casualspieler, aber die draften höchstens beim FNM, warten halt auch mal ein dreiviertel Jahr, bis die Karte billig zu haben ist usw. Ich denke die wenigsten meiner Casual Freunde können mit dem Umsatz, den ich Wizards jetzt schon über mehr als 5 Jahre (vom Casual Kiddie zum Turnierspieler) beschere, mithalten.
    Ich denke, dass sehr wohl EIN Turnierspieler mehr Umsatz generiert und das meistens über eine längere Zeit. Die Turnierspieler, die ich in meiner Anfangszeit kennengelernt habe sind zum Großteil auch jetzt noch dabei oder sind Casualspieler geworden. Von den Casualspielern haben sehr sehr viele aufgehört.

    Es kann natürlich sein, dass meine persönliche Erfahrung sich nicht mit der allgemeinen Realität deckt.

    Auf der einen Seite sagt man zwar, dass Turnierspieler keinen Umsatz machen würden, dafür haben aber viele von denen eine umfangreiche Sammlung. Jetzt mal eine Milchmädchenrechnung:
    Wenn ich mir das Playset von einer aktuellen Chaserare kaufe, dann habe ich damit über Umwege 4 Händlerbooster gekauft UND noch einen Händler mitversorgt. Kaum ein Casualspieler bringt so viel Geld als Einzelperson für das Spiel auf, wie ein Turnierspieler. ALlerdings liegt es natürlich im Interesse von Wizards, die Booster als solche ohne den auspackenden Einzelkartenhändler dazwischen zu verkaufen…

    Mal sehen, was da noch draus wird. Ich persönlich spiele auch schon lange nurnoch ein mal im Jahr Standard und zwar bei den NQs, weil es sich einfach nicht lohnt für einmal im Monat Standard einige Decks immer Up to Date zu halten. Das habe ich gemacht, als es bei mir um die Ecke noch abwechselnd Draft und Type 2 mit mehr als 10 Teilnehmern gab, aber das ist jetzt auch schon lange vorbei. Es lohnt sich einfach nicht wirklich… Und das sagt jemand, der constructed über alles liebt und nicht besonders gut draften kann!


  27. Genau zum Thema Standard habe ich übrigens gerade einen Artikel fertig gestellt. Mal sehen, wann der wo erscheinen wird…

  28. Kofi Says:

    Ich finde es sehr merkwürdig, dass der Kommentar “lächerlich”, den ich gestern unter dieses Thema geschrieben habe, gelöscht wurde.

    Möglicherweise genügte er nicht deinen Ansprüchen an sinnvolle Argumentationsführung, aber es war durchaus eine Meinung, denn dieses Muhs-Gedisse mit der völlig überzogenen “Übersetzung” des Interviews ist tatsächlich lächerlich! Und diese Meinung möchte ich bitte kundtun dürfen, auch wenn ich sie nicht weiter ausformuliere.

    Klar, jetzt kommt womöglich das Argument, “es ist ja mein Blog”, aber ganz so einfach ist es eben nicht. Du wirst auf PlanetMTG verlinkt, hast sehr viele Leser und trägst auf diese Weise zur öffentlichen Meinungsbildung bei. Einen Kommentar solltest du nicht zensieren, nur weil er vielleicht nicht DEINEN Qualitätsansprüchen genügt. Kann nämlich sein, dass er für viele nicht uninteressant ist, da er ein gewisses Meinungsbild erzeugt und es vielleicht auch jemanden interessiert, wie ICH darüber denke.

    ___

    Nochmal zum Thema an sich: Ich frage mich hier, was du eigentlich genau kritisierst. Magic wird von einer FIRMA hergestellt, die UMSATZ machen muss, nicht von einem Wohltätigkeitsverein! Wenn sie Geschäftszweige abbaut, weil diese keinen Gewinn mehr abwerfen, ist das eine marktwirtschaftlich absolute legitime Angelegenheit.

    Möglicherweise denkst du, dem Spiel wird langfristig geschadet, da ohne eine professionelle Turnierszene das Wachstumspotenzial nicht groß genug ist. Diese Meinung kann ich durchaus nachvollziehen, aber ich würde dich auch bitten, genau DAS zu sagen. Sprich, den IRRTUM anzuprangern, den Wizards begeht, wenn sie die Turnierszene aus wirtschaftlichen Gründen abbauen.

    Persönlich habe ich allerdings keine Einschränkungen in der Turnierszene erlebt. Es gibt deutlich mehr PTQs, die Nationals sind ziemlich gleichbleibender Qualität, das einzige, was mir gegen den Strich geht, sind die 1-Slot-PTQs. *Grmpf*


  29. Ach, das warst Du? Wenn ich einen Spam-Kommentar lösche, nehme ich mir nicht unbedingt die Zeit zu sehen, wer ihn verfasst hat… Ein Ein-Wort-Kommentar, aus dem noch nicht einmal hervorgeht, worauf er sich bezieht (auf meinen Beitrag? auf das, worüber ich in meinem Beitrag schreibe? auf den vorangegangenen Kommentar? auf den Kommentar, welcher der vorangegangene war, als Du Deinen verfasst hast?) ist nach meiner Auffassung schlicht Spam, und ich denke auch nicht, dass ich mit dieser Ansicht alleine dastehe… Aber selbst wenn, es ist tasächlich so: Das ist mein Blog hier, und ich setzte die Regeln dafür fest! Ich denke übrigens nicht, dass es bei mir Grund gibt, sich über Zensur zu beklagen…

    Wenn Dir die Aussage: “Ich finde Deine Kritik überzogen und lächerlich” zu lang ist, und Du deswegen stattdessen nur Spam produzierst, dann musst Du damit leben, dass ich diesen lösche. Aber wie ich sehe, geht es ja auch anders!

    Zur Sache: Wo stammt eigentlich die Ansicht her, dass allem, was ein Unternehmen unternimmt um seinen Umsatz zu steigern, deswegen kritiklos die Absolution erteilt werden muss? Sind wir wirklich bereits dermaßen wirtschaftsgläubig? Heiligt der wirtschaftliche Zweck automatisch alle Mittel?

    Weißt Du, ich bin der offensichtlich höchst exotischen Ansicht, dass die Produkte von Unternehmen dem Zweck dienen sollten, den Konsumenten zufrieden zu stellen, und dass es nicht nur ihr Recht, sondern sogar ihre Aufgabe ist, Unzufriedenheit damit zu äußern!

    Abgesehen davon hast Du meine Kritik offensichtlich nicht einmal verstanden, denn sie bezieht sich nicht auf die Unternehmenspolitik, sondern auf die Art und Weise, wie sie uns verschleiernd und beschönigend verklickert wird.

  30. MudSpawn Says:

    Der Turnierspieler ist und bleibt der wichtigste Spielertyp fuer Wizzards.

    Zum einen geben diese das meiste geld fuer ihr Hobby aus und vorallem aber sind nur diese(!!!) wirklich in der Lage, neue Zoeglinge ins Turnierleben heranzufuehren.

    Wenn also Noob-Peter der Meinung ist, es lohne sich nicht, ein Playset Mutavaults fuer fast 100,- Eur zu erwerben, so mag er nach einer Einfuehrung in das Turnierleben gerne dazu bereit sein, diese Ansicht ad acta zu legen eben doch das teure Produkt zu kaufen.

    Und auch wenn es Wizzards mehr bringt, taete sich der Spieler ein Display kaufen und anschließend mit dem sinnlosen Muell versuchen, einige Chaserares zu ertauschen, ist doch dabei folgendes nicht beruecksichtig worden.

    Der Magicspieler ist immer mehr als nur der reine Turnierspieler.

    Denn Drafts kosten auch Geld und fordern Produkt.
    Und eben solches gilt es gekauft zu werden.

  31. Kenshin Says:

    Das Problem ist aber, dass eben die Turnierspieler meist viel besser sind, als die Casualspieler und so das Niveau und die ständigen Niederlagen den Anfänger abschrecken.
    Ich habe meiner damaligen Freundin Magic beigebracht und sie spielt es auch jetzt ab und zu, aber für wirklich viel hat es nicht gelangt, weil sie, wenn sie gegen mich gespielt hat ziemlich oft verloren hat und so die Luft für wirkliches testen schnell raus war.
    Die MASSE der Casualspieler gibt hier vermutlich den Ausschlag, oder eher der Gelegenheitskäufer. Aber für mich persönlich wäre Magic nie so wichtig geworden, wenn es die PT nicht gegeben habe. Ich erinnere mich noch, wie ich den Live Webcast von der PT Columbus gesehen habe, in der Pierre Canali mit Affinity alles vermöbelt hat. Seitdem ich das gesehen habe war mir klar: Da will ich auch hin. Das war für mich die treibende Kraft, aber ich bin auch eine Person mit sehr starkem Siegeswillen.
    Wenn es die PT nicht gäbe würde ich vermutlich mein Glück eher bei Computerspielen suchen (WC3, Counter-Strike usw.) Die anderen Kartenspiele bieten das halt nicht und deshalb lassen sie mich im großen und ganzen kalt.
    Ich bin aber nicht der durchschnittsspieler, dem der Pro Zirkus am Allerwertesten vorbeigeht. Der kauft halt eher mal ein Pack um es aufzureissen, weil er vielleicht genau deshalb kein Turnierspieler ist, weil ihm die geistigen Fähigkeiten fehlen um zu erkennen, dass er von dem Pack weitaus mehr hätte, wenn er damit draften würde… (Nicht, dass casualspieler alle dumm sind, aber ein solches Verhalten ergiebt halt keinen Sinn…)


  32. Nun, wenn wir einen Booster aufreißen, dann erkennen wir zu mindestens 90%, welche Karten “nutzloser Müll” sind – und das sind halt die meisten. Wenn ein reiner Casualspieler das tur, nimmt er nicht sofort “schlechte” und “gute” Karten wahr, sondern einfach erst einmal eine Ansammlung “interessanter” Karten. Diese Unschuld verliert man eben, wenn man Magic als Denksport betreibt.

    Zum Thema “Gute Kunden, schlechte Kunden”: Als langjähriger Ladenmitarbeiter weiß ich, dass Turnierspieler in den letzten Jahren nicht einfach nur schlechte Kunden waren, sondern sich sogar NEGATIV auf den Umsatz auswirkten, weil sie den Casualspielern und Kiddes günstigere Bezugsquellen aufzeigten!

    Nun kann man sagen, klar, aber auch die Karten, die Turnierspieler besitzen, müssen ja IRGENDWO gekauft worden sein. IRGENDWO, ja – aber eben nicht im Hobbyshop! Und wo sollen sich Magicspieler treffen und andere mit ihrem Hobby anfixen, wenn nicht dort?

  33. MudSpawn Says:

    Das ist natuerlich interessant, wenn wie Du sagst, die Turnierspieler den anderen Spielern moegliche guenstigere Kartenquellen wie da bspw. Ebay oder MKM waeren aufzeigen.

    Dennoch werden beim FNM die Booster vom Shop verwendet und eben dort trifft sich die breite Masse der Spielertypen.

    Wie allerdings bei allen anderen Freizeitgestaltungsmoeglichkeiten, trifft es auch auf Magic zu, dass derjenige, welcher am meisten(effektivsten) Zeit und Geld in sein Hobby steckt – unter der Vorraussetzung eventueller Begabung – den meisten oder zumindest großen Lohn erntet.

    Die Art und Weise wie einjeder an seine Vorlieben herangeht ist meiner Meinung nach maßgeblich fuer den Umgang mit ebendiesen.

    Der grundlegende Bezug zum Geld und zum Verwirklichungsdrang jedes einzelnen entscheiden ueber die Ausgaben und die Intensivitaet des Auslebens des Hobbys.

    Natuerlich haben Wizards mit dem Fable der Kinder fuer Mythic Rares Recht und genau diese Turnierspieler nehmen diesen ihren Glauben daran, indem sie besagte Karten sozusagen “entwerten/entzaubern/entmysthifizieren”.

    Wenn sich ein Kiddie 5 Booster von seinem Ersparten leistet, allerdings keine besondere Karte oeffnet, wird er wahrscheinlich noch weitere zwei Packs kaufen.
    Hierbei kann ich absolut zustimmen.

    Und es ist auch gesagt, dass das, was die intensiv Magic-spielenden als Anreiz dafuer dient, nicht unbedingt die beste Moeglichkeit fuer Wizzards sein muss, um Geld zu verdienen.

    Und dennoch sind es die Turnierspieler, die den Neulingen das Kartentappen und den Sinn ihrer Meinung nach beibringen und somit potentielle langfristige Kunden fuer die Unternehmer sichern.

    Prinzipiell funktioniert dieses System doch sehr gut.
    Die Begeisterten sitzen – bei uns freitags – im Expertshop und spielen untereinander.

    Hierbei handelt es sich aber sowohl um Turnierspieler als auch um Magic-Newbs.
    Durch den Verkehr untereinander(…) waechst die Spielergemeinschaft und relativiert das Level aller, was es ansteigen laesst und auch die Neuen zu neuen Alten werden koennen.

    Nur solch ein Greifen der Spielertypen ineinander ermoeglicht eine mittel- und langfristige Sicherung (nicht der Arbeitsplaetze; obwohl, der auch, sondern) der Menge der Turnierspieler, welchen das besonders zugute kommt, aber auch der Neuzugaenge zum Spiel, deren Interesse so angeregt wird und weshalb sie nicht nach schon zwei Wochen zum naechstbesten anderen Kartenspiel uebergehen, weil sie keine Kontakte zu anderen Magicspielern in ihrer Umgebung finden koennen.

  34. MudSpawn Says:

    Vielleicht sollte man den Inhalt allere Kommentare, vorallem den gemeinsamen Konsens sinnvoll zusammenfassen und in einem neuen Blogeintrag Revue passieren lassen.

    Ob Du, Andreas, das machen moechtest oder ob ich das machen soll, ist mir eigentlich egal – we will see ;P

    MfG


  35. Es gibt einen Konsens? Ehrlich? Welchen? Zwischen wem?

    Wir beide scheinen zumindest darin übereinzustimmen, dass die Turnierlandschaft für Magic insgesamt wichtig ist, OBWOHL Turnierspieler mit ihrem Konsumverhalten schlecht für den Verkauf sind.

    Das ist der einzige Konsens, den ich sehe, und wie allgemein dieser ist, weiß ich nicht… Wizards Deutschland insbesondere scheint das zum Beispiel wohl eher anders zu sehen…


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