What if Captain Obvious was unavailable?

Wenn ich schon einen halben Artikel in die Kommentare schreibe, kann ich auch einen Blogeintrag daraus machen…

Endijian hat mich gefragt, warum ich eigentlich M10-Länder (jeweils 2 Stück) auf meiner Suchliste habe, und das ist tatsächlich eine sehr gute Frage! Wozu braucht man die Dinger als Casual-Spieler? Nun – das muss jeder selbst wissen, aber ich habe versucht ihm zu erklären, warum ICH sie haben will. Eine Zusammenfassung meiner Antwort(en) an ihn:

Ich spiele Magic halt, weil ich das Spiel und seine Vielfalt liebe, und deswegen suche ich durchaus auch nach Gründen, zweitklassige (aber immer noch gut spielbare) Karten in Decks zu integrieren – wegen der Abwechslung, aber auch um mich auf unterschiedliche Casual Environments einstellen zu können. Natürlich lassen sich alle Decks mit Original Duals plus Rav Duals plus Fetchies ausrüsten, aber wenn ich nicht immer auf Legacy-Niveau Casual spielen will, dann ist das eine etwas overpowerte Manabasis. Gründe (Ausreden) nicht immer diese allerstärksten Länder zu nehmen, finden sich. So behalte ich zum Beispiel auch je 2 Painlands, die ebenso wie M10-Länder den gelegentlichen Vorteil besitzen, keine Standardlandtypen zu besitzen (und deren Nachteil gelegentlich sogar erwünscht sein kann). Ein etwas an den Haaren herbeigezgenes Beispiel:  Mit der folgenden Manabasis

10 Plains
3 Seaside Citadel
3 Mystic Gate
3 Wooded Bastion
2 Glacial Fortress
2 Sunpetal Grove

könnte man einen White Weenie spielen, der problemlos Tsunami und Acid Rain sideboarden (und praktisch alle Landwalker ignorieren) kann. Solche oder zumindest ähnliche Optionen will ich haben.

Ich werde gewiss nicht nur um der Variation willen Erithizon statt Ravenous Baloth benutzen, aber ich werde Gründe finden, Decks mit Serra Angel statt mit Baneslayer Angel zu bauen, auch wenn diese Gründe einer nüchternen Effizienzanlayse natürlich nicht standhalten würden, und aus den gleichen Gründen akzeptiere ich auch die M10-Länder, die zwar mit den stärksten Duals nicht mithalten können, jedoch absolut spielbar sind. Wenn ich auf diese Vielfalt verzichten würde, dann würde ich keine Casual-Decks mehr bauen, sondern faktisch Legacy spielen!

Tatsächlich sind die M10-Länder für manche Decks sogar ziemlich gute Alternativen. So in eineinhalbfarbigen Decks: Wenn die One-Drops alle in einer Farbe sind, dann sind sie vielleicht schon die zweite Wahl nach den Originalen! Noch eine unvollständige Liste:

10 Plains
4 Island
4 Tundra
3 Mystic Gate
2 Glacial Fortress

4 Savannah Lions
4 Elite Guard

4 Control Magic

(wieder nur um des Beispiels willen, obv.) Okay, vermutlich wären Fetchies trotzdem stärker, aber andererseits KANN man sich den Lifeloss sparen und die Anfälligkeit gegen Stifle verringern. Oder anders herum, man benutzt noch zwei Adarkar Wastes an Stelle von Plains und steht damit gegen Boil und Flashfires besser da.

Und lass mich noch eine Idee anreißen: Ich will einen hohen Anteil Basic Lands spielen, weil ich Karten im Deck habe, die damit synergieren. Ein bisschen Nonbasic-Manafixing will ich aber trotzdem. Dann sind folgende Länder gesetzt:

4 Tundra
4-8 Fetchies (aus ästhetischen Gründen würde ich nur Flooded Strand benutzen, aber in jedem Fall gibt es eine sinnvolle Obergrenze)
10-14 Basics

Wenn ich jetzt feststelle, dass ich mir noch zwei weitere Nonbasics für das Manafixing leisten will, was ist dann der nächstbeste Kandidat? Meiner Ansicht nach 2 Glacial Fortress, nicht Hallowed Fountain oder Mystic Gate.

Die M10-Länder sind nämlich tatsächlich gar nicht einmal schlecht, so lange man ein Deck hat, das sie nicht in Runde eins legen muss (deswegen ja auch nur zwei davon)!

Es ist einfach so: Wenn ich die Grenze, ab wann mir Länder nicht stark genug sind, oberhalb der M10-Länder ziehe, dann bleiben eigentlich nur Beta, Ravnica, Fetchies und ein paar Hybrids übrig (von speziellen Fällen wie Horizon Canopy oder Auntie’s Hovel und so einmal abgesehen). Insbesondere würde ich auch keine Painlands und keine Shards Trilands mehr brauchen.

Irgendwie wäre das aber schade, denn die richtige Manabasis fürs richtige Deck zu finden, ist für mich Teil des Spaßes am Deckbau! Wenn die Antwort immer lautet “fang mit Originaldoppelländern und Fetchies an…”, dann ist das langweilig.

Soll ich Dir etwas sagen? Tatsächlich habe ich SEHR lange darüber nachgedacht, ob ich M10-Länder und co. (auf meiner Wunschliste) behalten will, und im Rahmen dieser Gedankengänge habe ich überlegt, ob ich mir nicht stattdessen lieber die ORIGINAL Doppelländer spare! Die sind nämlich schlicht und einfach ein Riesenfehler von Garfield gewesen, da sie alle anderen vernünftigen Optionen überschatten, und sie sind auch Schuld daran, dass die Fetchies so stark sind. (Und sie sind TEUER.)

Wenn man die Original-Duals jedoch “bannt”, DANN gibt es plötzlich keine klare beste Lösung mehr! Die Rav-Duals sind stark, aber in manchen Deckkonzepten wären einige M10-Länder stärker, und Gleiches gilt für die Painlands. Die Fetchies suchen entweder RAV-Duals (sehr schmerzhaft) oder nur Basics. Selbst die Trilands werden wieder attraktiv, wenn man die entsprechenden Farben spielt, und ein Snow-Covered Deck kann hoffen, den Nachteil seiner schlechten Duals mit seinen Synergien (Scrying Sheets) auszugleichen.

Kurz gesagt: Wenn die Beta-Duals die M10-Duals überflüssig machen, dann liegt das NICHT an den gut designten und mit ordentlicher Spielstärke versehenen M10-Ländern!

Nun habe ich mich dagegen entschieden, auf die Original-Duals zu verzichten, weil ich unter anderem auch bis hinauf auf Fast-Legacy-Niveau Decks bauen will. Ich werde allerdings bei meinen Decks immer darauf achten, ob ihr Konzept bezüglich Anforderungen und sonstiger Spielstärke die Originalländer benötigt/rechtfertigt, und wenn nicht, dann werde ich diese außen vorlassen! Für solche Fälle sind 2 M10-Länder pro Farbkombination eine sinnvolle Ergänzung meines Pools.

Natürlich bin ich trotzdem stinksauer, dass die Dinger rare sind! Aber glücklicherweise stehe ich ja als Nicht-Mehr-Turnierspieler auch nicht mehr unter Zeitdruck, sie mir zu besorgen…

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6 Comments on “What if Captain Obvious was unavailable?”

  1. Neverlord Says:

    Mit den Beta-Duals muss ich dir völlig recht geben. Ich bin selbst Legacy-Spieler und die Manabase ist in jedem Deck ein Selbstläufer.
    Das einzige Finetuning, dass es in Legacy bei der Manabase gibt, ist die Anzahl der Fetchländer und wie viele Basics man vll. unterbringen kann, um gegen Wastelands und Konsorten weniger anfällig zu sein.

    Was mich am meisten stört, ist aber die Tatsache, dass die Duals den Color Pie ignorieren. Ich spiele 4-x Fetchländer + Duals. Immer. Egal, ob ich Freund- oder Feindfarben spiele.

    Wenn überhaupt, hätten die Duals nur für die Freundfarben erscheinen dürfen, so wie die Fetchländer.
    Dann müsste man zumindest Rav-Duals für Feindkombinationen spielen und hätte zumindest einen kleinen Nachteil durch die Kombination von Feindfarben.


    • Naja, ich bin da anderer Meinung, was die Feindfarben angeht: Als Planeswalker schere ich mich natürlich einen Dreck um den philosophischen Kleinkrieg der Farben! Ich finde es schon gut, dass man als Spieler Farben frei kombinieren kann. Sicher sollte man Abstriche an anderen Stellen dafür machen müssen, dass man MEHR Farben spielt, aber nicht WELCHE.

      Die RAV Duals sind vom Powerlevel her für mich am oberen Rand, was Manafixing angeht und sollten daher den Platz der Duals einnehmen. Ach ja, und die Fetchies sollten ausdrücklich nur BASICS suchen dürfen – es kann einfach nicht sein, dass man mit jedem beliebigen Fetchland jedes beliebige Mana finden kann!

      • Chickenfood Says:

        naja, die dualz waren ja eher einer der größeren design fehler von garfield/wizards, aber auch nrue iner unter vielen, das powerlevel war eh net so balanced.


  2. Aus heutiger Sicht ist es natürlich leicht, Designfehler im allerersten Set festzustellen. Diese Doppelländer allerdings, die waren einfach nur weit, weit besser als Basics, mit der Begründung, dass sie selten waren.

    • endijian Says:

      Wenn ich mich allerdings geistig in diese Zeit (93), den damaligen Erfahrungshorizont und die Zielsetzung, mit der Magic entstand, hineinversetze, dann kann ich die Argumentation seltener = besser schon nachvollziehen.

      Schade finde ich, dass diese Strategie zwecks “Acquisition” mit M10 neu belebt wurde. (Catchin up with the industry standards?)


      • Mal abgeseen davon, dass ich dieses Prinzip aus Spielersicht natürlich generell nicht mag: Bei Karten wie Shivan Dragon, Stasis oder Wrath of God kann ich es nachvollziehen: “Wow – die Karte macht WAS? WAHNSINN!”

        Aber bei den Doppelländern? Wie viele Spieler haben denn bitteschön damals gedacht: “Wow – ein Land, das zwei Farben Mana macht!”? Ich kenne Spieler, die haben diese Dinger damals verschenkt, weil sie sie für überflüssig hielten…

        Wenn spektakuläre Karten selten gemacht werden, um ihren Coolness-Faktor anzuheben, dann verstehe ich das, wenn ich es auch nicht gutheiße. Bei Basic Utility jedoch sehe ich diese Geldschneiderei nicht ein!


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