Die Ergebnisse der (Groß-)deutschen Spieler am zweiten Tag in Austin

Die Coverages der Wizards waren ja schon immer mies, aber diese hier setzt neue Maßstäbe… Textbasierender Content wird durch Audio- oder Videofiles nicht ergänzt sondern ersetzt, und die wenigen Textbeiträge sind ein unredigierter, mit unvollständigen HTML-Befehlen durchsetzter Wörtersalat. Decklisten von Tag 1 oder Tag 2? Fehlanzeige. Vielleicht wird da ja noch etwas nachgereicht, aber die ungeschlagenen Extended-Decks eines Tages, sowie die 3:0-Listen der Draftpods hätte ich schon ganz gerne einigermaßen zeitnah gesehen. (Edit: Zumindest die habe ich jetzt gefunden – waren aber gut versteckt!)

Naja, hier jedenfalls die Vervollständigung meiner kleinen Statistik (einen dritten Tag kann ich mir ja sparen):

Von den zehn Spielern im zweiten Tag haben alle bis auf den Deutschen Martin Zimmermann und den Österreicher Thomas Holzinger bis zum Ende teilgenommen. Thomas droppte nach Runde 14, Martin bereits nach Runde 12. Damit haben diese Spieler folgende Gesamtbilanz (wieder ist der erste Score in Klammern der von Extended, der zweite der vom Booster Draft):

36 Simon Leigh (7:3/5:1)
33 Jonas Wallendorf (6:4/5:1)
33 Mike Hofmann (6:4/5:1)
33 Tommi Lindgren (6:4/5:1)
32 Sebastian Thaler (5:3:2/5:1)
27 Matthias Künzler (5:5/4:2)
27 Jan Schmidt (7:3/2:4)
24 Nico Bohny (4:6/4:2)
21 Thomas Holzinger (5:3/2:4)
18 Martin Zimmermann (3:3/3:3)

Insgesamt erzielten die Deutschen also aus 136 Runden Constructed 206 Punkte (1,51 im Schnitt) und aus 78 Runden Limited 117 Punkte (1,50). (Die Durchschnittspunktzahlen pro Runde geben diesmal nur tatsächlich gespielte Runden wieder.) Das bleibt eine äußerst ausgeglichene Bilanz.

Die Österreicher kommen auf 37 Constructed-Punkte in 18 Runden (2,06) und 9 Limited-Punkte in 12 Runden (0,75). Da hat ein einzelner Spieler im zweiten Tag nichts daran geändert: Extended hui, Booster Draft pfui!

Die Schweizer schließlich bieten in Constructed und Limited jeweils 57 Punkte auf, die sich allerdings auf 45 (1,27) bzw. 27 (2,11) Runden verteilen – weiterhin eine mäßige Extended-Bilanz, aber eine exzellente Draft-Bilanz.

Was ich wiederum recht interessant finde, ist die relative Stärke unserer großdeutschen Spieler im zweiten Tag in den einzelnen Formaten: Im Constructed holten sie im Schnitt 1,74 Punkte pro Partie; im Limited 2,00. Zum Vergleich dazu die entsprechenden Scores der Top-8-Spieler: 2,40 im Constructed, 2,25 im Limited. Ein bisschen suggeriert das, dass “unsere” Pros Constructed vernachlässigen, welches ja auch eine ungleich intensivere Vorbereitung erfordert.

Als Abschluss noch etwas zum Nachdenken. Die Antworten der Top-8-Spieler auf die Frage: “What was your draft strategy?” lauteten, sortiert nach ihren Limited Scores:

18 “Aggro.”
15 “Stay away from green, be as aggressive as possible.”
15 “Build a mono-colored deck.”
15 “Black or blue, 18 lands.”
15 “Nothing.”
12 “I like black with either red or blue.”
9 “Draft red, black or both – try to be aggressive.”
9 “Didn’t have one.”

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32 Comments on “Die Ergebnisse der (Groß-)deutschen Spieler am zweiten Tag in Austin”

  1. blubb Says:

    Naja, Zen taugt nix. Im sealed geht es noch einigermaßen aber beim draften ist Schluß mit lustig.
    Sowohl sealed wie auch limited war eindeutig besser mit M10.

    • Tigris Says:

      und was heisst das andere war besser? Zendikar hat zum beispiel relativ wenig bomben und ist so schnell dass die meist nicht einmal spielentscheidend sind.

    • Anonymous Says:

      Was Tigris sagt. Und vor allem, blubb, was hat dein Kommentar mit dem Blogeintrag zu tun?


      • Das habe ich mich auch gefragt, aber dann dachte ich mir, “blubb” ist vermutlich Österreicher…

        • blubb Says:

          1.)

          Als Abschluss noch etwas zum Nachdenken. Die Antworten der Top-8-Spieler auf die Frage: „What was your draft strategy?“ lauteten, sortiert nach ihren Limited Scores:

          Darauf bezieht sich meine antwort

          2.)
          Dadurch das Zen so schnell ist, ist es weit mehr random als M10.
          Eine gute Starthand und die Möglichkeit Anfangen zu dürfen sind in Zen weit entscheidender als in M10. Das ist dank der Fähigkeiten wie Landfall ( was ziemlich stupide ist) und der großen Anzahl an Evasion Kreaturen der Fall.

          Man muss nicht mal nachdenken, in der Regel kann der Gegner am Anfang sowieso nicht die 2/3 oder 3/3 firststrike Kreature blocken.

          Selbst wenn er es könnte, der Gegner hat meist kein Mana offen, also keine Combattricks usw usw usw…

          Zen Draft ist einfach Öde, das sieht man eben auch an den ganzen Antworten.


        • Ich finde im Gegenteil, dass sich Zendikar VIEL interessanter draftet als M10! Ein konstantes Aggro-Deck zusammenzustellen ist erheblich anspruchsvoller, als einen Spoilerhaufen wie in M10 zusammenzupfriemeln. Ich gebe allerdings zu, dass das eigentliche Durchspiel weniger abwechslungsreich ist, aber das ist mir ganz recht, da ich erheblich besser drafte als spiele…

        • Charly Says:

          Überleg mal in welchem Format die PTQs gespielt wurden…
          Lustige Zahlenspielerei, aber komplett random.


  2. Noch ein ganz nettes Zitat von Raphael Levy (5:1 im Draftteil):

    “”Aggressive strategies are best. Curve and aggression are what I think are key.”

    Wo habe ich das nur schon einmal gelesen?

    • Kenshin Says:

      So gut wie überall?

      Korrigiere mich, wenn ich falsch liege, aber ich habe nirgendwo das Gegenteil gelesen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass sogar ein Limitedlegastheniker wie ich das in seinem Blog erwähnt hat.

      Aber damit du auch deinen Spass hast: Bei dir!


      • Ich fand diese Formulierung folgenden Sätzen aus meinem Artikel frappierend ähnlich:

        “Zendikar-Limited verlangt im Wesentlichen von einem, eine gute Kurve zu legen und seine Kreaturen möglichst jede Runde nach rechts zu drehen (außer natürlich, Ihr dreht sie lieber nach links).”

        Und ich habe dafür einiges an Flak gekriegt!

        • Kenshin Says:

          Nicht von mir :-D

          Ich habe eben kein so besonders gutes Gedächtnis.

        • Boneshredder Says:

          Die Kritik gab’s, weil ein reines Aggro-Bild des Formats eben trotz allem nicht vollständig ist. Daß ein Aggro-Schwerpunkt vorherrscht, stellt sicher niemand in Abrede; daß aber etwas Kontrolligeres nicht erfolgreich sein könnte, das scheinst Du zu bestreiten.

          Achja, Du importierst mir in letzter Zeit zu viele englische Idiome. Es ist ja schon ein furchtbares Greuel, daß mittlerweile jeder diese nachgestellte Verneinung gebraucht, die im Deutschen überhaupt nicht funktioniert, aber von einem Germanisten erwarte ich auch insgesamt besseres. :>


        • Welche nachgestellte Verneinung meinst Du, die Dir ein Gräuel ist, Boneshredder?

        • Boneshredder Says:

          Die mit dem nachgeschobenen NICHT! Aber so tief bistu ja noch nicht gesunken. ;>

  3. blubb Says:

    LoL

    How to aggro deck:

    1.) Grün vermeiden
    2.) eine Farbe wählen, in der Regel Schwarz oder Rot oder Weiss, da gutes Removal und gute Kreaturen
    3.) falls notwendig eine 2te Farbe wählen, Grün vermeiden

    Zum draften selbst, die guten Dropps sind bekannt, die eigenen Manaslots sind grob auch bekannt, jetzt gilt es die passenden (commonds) stur zu draften.

    Das ganze ist viel unflexibler als M10, wo man noch relativ spät Farben wechseln konnte.

  4. Sebastian Says:

    Verfolgst Du die Coverage auch per Twitter?

    • Kenshin Says:

      Das Gezwitscher ist sehr informativ. Der Kibler tweetet ja sogar beim Boarden…

      Ich muss sagen, dass mir das gefallen hat. Die kleinen Photos und Ministorys. Obendrauf noch Statusupdates und alles ist fein!

  5. Saber-Ants Says:

    wo sind denn die decks versteckt?

    ach ja ich denk aggro ist sicher erstrebenswert aber nicht sicher durchführbar – und dann lieber schnell weg mit den fingern von karten die im mid-late geme nichts machen


    • Aber genau das ist ja der Fehler! Freiwiliig auf die Bremse treten ist FALSCH, wenn man nicht ganz umfassend und gezielt eine defensive Strategie anstrebt (und für die braucht man eine bestimmte, relativ unwahrscheinliche Booster-Ausgangslage). Midrange bringt einen in Zendikar auf die Verliererstrecke.

  6. Handsome Says:

    “Noch ein ganz nettes Zitat von Raphael Levy (5:1 im Draftteil):

    „“Aggressive strategies are best. Curve and aggression are what I think are key.“

    Wo habe ich das nur schon einmal gelesen?”

    Lol, Pischner vs. the world, Episode 2343782462367… naja, wenns dir Spaß macht.

    NIEMAND hat dir in dieser Hinsicht widersprochen. Es geht nur darum, dass du in Abrede stellst, dass es keine anderen guten Archetypes gibt. Was wäre eigentlich, wenn die Pros gesagt hätten, dass sie am liebsten Control-Decks in diesem Format mögen… hättest du dann auch den Pro-Hammer ausgepackt?

    • blubb Says:

      So ist er halt, der Herr Pischner…

      “Also ich schreib dann mal ein Artikel, einige Leute meinten Zen sei so schnell. Also schreib ich mal, dass ist noch viel schneller!


      Da hat wer geschrieben das es so schnell ist, dass muss er von mir haben. Wer hat das allen gesagt? Ich! ”

      ;) .

    • dicker_koenig Says:

      Meine Güte, ja da ist tatsächlich jemand mit dir einer Meinung, unglaublich. In diesem Punkt wird dir auch das Gros der gesamten Magic-Welt nicht widersprechen. Boneshredder hat schon gesagt worum’s bei der Kritik größtenteils ging. Typisch für dich und etwas schade finde ich, dass Argumente der Pros sobald diese mit dir einer Meinung sind natürlich plötzlich viel mehr Gewicht haben und zur Untermauerung deiner Thesen dienen, während sie als Scherze o.ä. abgetan werden, wenn’s nicht zu deinem Konzept passt.

      Sehr interessant fände ich eine Analyse der beiden vorhandenen Draft-Viewer, das war schon recht schräg, was da teilweise passiert ist. Das müsste dir doch genug Material liefern, oder? ;)


    • Wogegen ich argumentiert habe (und es immer noch tue) ist der Standpunkt, dass man sein Deck ZU schnell bauen könne. Das ist nicht der Fall! Klar kriegt man es nicht immer maximal schnell, aber man sollte es zumindest immer versuchen, denn langsamer ist einfach nur langsamer in Zendikar.

  7. Charly Says:

    Stelle ich halt mal eine Anfrage auf ein Statement von dir, Andreas. Bitte.
    Bezogen auf die Schwäche in Limited.

    Charly Says:

    Oktober 19, 2009 at 11:59
    Überleg mal in welchem Format die PTQs gespielt wurden…
    Lustige Zahlenspielerei, aber komplett random.


    • Du brauchst Deinen Kommentar nicht immer wieder zu posten, Charly, er steht noch ungelöscht und uneditiert da!

      Aber was genau willst Du damit sagen, und von welcher “Anfrage” redest Du?

      • TobiH Says:

        Die PTQs wurden im Standardformat gespielt, und deshalb sind die Zahlenspielchen lustig, aber random… oder so.

        Immerhin hatten ja ganze drei “unserer” zehn Tag-2-Spieler einen PTQ-Sieg nötig, um qualifiziert zu sein. Und dass hier Spieler mit einem Gesamtfeld verglichen werden, für das dieselben PTQ-Bedingungen galten, zählt auch nicht… oder so.

        Ironie aus, Ernst an: Entweder die Zahlenspielchen sind random (geringe Stichprobe etc. pp.) oder sie sind es nicht. Damit, dass die PTQs im Standardformat ausgetragen wurden, hat das meiner Meinung nach verdammt wenig zu tun.

  8. FloW Says:

    Ich weiß gar nicht, was ihr alle habt. Der Artikel von Pischner auf dem Planeten war einfach nur wahr. Dafür muss man das Format nicht lange draften. Wer bremst, verliert. So einfach ist das. In M10 war es ohne Probleme möglich einfach immer die beste Karte aus den eigenen Farben zu nehmen, aber in Zendikar muss man ganz fokussiert Aggro draften. Es ist auch wieder wichtiger geworden eine stabile Manabase zu haben, deswegen drafte ich in dieser Edition auch total oft monocolored.


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