Vilizid

PT San Diego ist zu Ende, und es hat mit Simon Görtzen tatsächlich mal wieder ein Deutscher gewonnen – wer hätte es gedacht? Irgendwie ist es ja schade, dass LSV nicht noch die letzten beiden für eine perfekte PT nötigen Siege holen konnte. Aber aus deutscher Sicht verlief San Diego auch insgesamt sehr erfreulich – zwei Spieler in den Top 8; acht in den Top 100 – so gut waren “wir” schon lange nicht mehr!

Dabei interessiere ich mich am meisten für die erfolgreichen Standard-Decklisten (naja, eigentlich interessiere ich mich nicht weniger für die erfolgreichen Draft-Decklisten, aber die kriegen wir ja nicht zu sehen.) Auffällig finde ich dabei, dass Jund sich, obwohl es sowohl den Löwenanteil am Gesamtfeld, als auch den an den erfolgreichsten Listen hält,  NICHT unter den besten 6 Listen (denen mit mehr als 24 Punkten) befindet, aber am Ende dann doch die Top 8 ungeschlagen (außer gegen sich selbst) dominiert hat! Jund: Die “Kunst”, zu topdecken bzw. zu topkaskadieren, wenn es darauf ankommt…

Da ich für eine fachkundige Analyse dieser Listen aus Turniermagic zu weit heraus bin, kümmere ich mich stattdessen heute wieder einmal um eine andere Statistik, nämlich um den Anteil der Rares und Mythic Rares in diesen Listen. Dabei habe ich mich aus Vernunftgründen (weil ich mich vielleicht doch zumindest 5 Minuten des Tages mit etwas anderem als Magic befassen will) auf diejenigen Listen mit mehr als 21 Punkten beschränkt. Das sind immer noch 19 Stück. 18 davon enthalten (mit Sideboard, natürlich) exakt 75 Karten, nur die von Viane 76. Ach ja, selbstverständlich habe ich den offensichtlichen Fehler bei Chen korrigiert, der an Stelle von zwei Mal vier Vampire Nocturnus gewiss  jeweils vier Mal diesen und Vampire Nighthawk gespielt hat.

Außerdem habe ich diesmal die in den Decklisten enthaltenen Basic Lands gezählt – einmal um festzustellen, wie hoch der Anteil dieser angeblich grundlegenden Ressourcen im aktuellen Standard-Metagame eigentlich ist; zum anderen, um den Anteil der seltenen Karten nicht auf die Gesamtgröße des Decks zu beziehen, sondern auf diejenigen Slots, die nicht mit Basic Lands besetzt wurden. Ich liste meine Ergebnisse einfach der Reihe nach auf: Die erste Zahl ist die Anzahl der Karten im Deck ohne Basic Lands; die zweite die Anzahl der Rares und Mythic Rares; und die Prozentzahl zeigt dann den sich daraus ergebenden Rare-Anteil an.

LSV 66/41/62%
Chen 60/22/37%
Ross 66/40/61%
Senyuz 68/48/71%
Vidugiris 66/51/77%
Chapin 68/27/40%
Elfgren 67/28/42%
Ford 65/24/37%
Kanis 62/27/44%
King 67/28/42%
Malin 59/34/58%
H. Nakamura 65/24/37%
Nassif 67/28/42%
Shiraishi 65/22/34%
Wescoe 63/29/46%
Batarseh 60/20/33%
Boggemes 66/26/39%
Noorlander 66/28/42%
Viane 67/29/43%

(Erstaunlicherweise sind gerade unsere beiden Top-8-Helden nicht vertreten! Ansonsten fehlt von den Top-8-Teilnehmern nur noch der Japaner Ikawa.)

Von den insgesamt 1426 Karten in diesen Decks sind also 193 Basic Lands (Nassif hat übrigens eines im Sideboard), das macht knapp 14%, etwas mehr als 10 pro Deck. Immerhin! Es bleiben 1233 weitere Karten, von denen 576 Rare/Mythic sind, für einen Gesamtanteil von 47%.

Ist das viel? Ja, das IST viel! Um einordnen zu können, WIE viel, habe ich Gatherer bemüht und alle standardlegalen Karten nach ihrer Häufigkeit geordnet aufgelistet. (Gatherer hat zwar seine Schwierigkeiten damit, Häufigkeiten auf einzelne Sets oder Formate bezogen korrekt darzustellen, aber in dieser Ansicht kann man das rasch herausfinden und gegebenenfalls nachkorrigieren. In diesem Fall sind lediglich Drudge Skeletons falsch eingeordnet, die in Standard nur als Uncommon vorliegen.) Abzüglich der Basic Lands sind in Standard also derzeit 1113 verschiedene Karten (natürlich darf man Cancel nicht dreifach zählen und so) legal: 475 Commons, 299 Uncommons, 264 Rares und 75 Mythic Rares.

Der Anteil der Rares und Mythic Rares am Gesamtkartenpool beträgt demnach (264+75)/1113, was ca. 30% sind. In den obigen Listen ist dieser Anteil jedoch um mehr als die Hälfte höher! Es besteht also weiterhin ein massives Ungleichgewicht, was die Aufteilung von Spielstärke auf die unterschiedlichen Häufigkeiten anbetrifft.

Vor allem aber will ich Euch eine zentrale Erkenntnis vermitteln: ES GIBT KEIN BUDGET-DECK IM STANDARD! Nicht eine einzige der obigen Listen besitzt einen Rare-Anteil unterhalb des Rare-Anteils am Gesamtkartenpool; sie ALLE spielen überproportional viele Rares! Sicher sind zum Beispiel Vampire im Vergleich weit billiger als die Luxuskarossen Bant oder Naya, aber ein echtes Budget-Deck zeichnet sich dadurch aus, dass es überproportionalen Gebrauch von häufigeren Karten macht – nicht umgekehrt! Wizards haben das Konzept des Budget-Decks erfolgreich abgeschafft.

(Und jetzt versteht Ihr auch die Überschrift dieses Blogeintrags, nicht wahr?)

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17 Comments on “Vilizid”

  1. renappel Says:

    ja und wo ist dass problem damit dass die top decks auf der protour viel geld kosten? magicspieler sind da halt endlos verwöhnt…bei keinem anderen sport ist es so dass die honks in der untersten klasse (fnm) mit den gleichen sachen wie in der profiklasse spielen…oder gehst du auch davon aus, das jeder freizeitgolfer mit der gleichen ausstattung von neuesten karbonschlägern wie tiger woods antritt?

  2. endijian Says:

    Ich könnte mich ja endlos über Decklisten wie diese hier aufregen:
    http://www.deckcheck.net/deck.php?id=32630

    12 seltene Doppelländer, von denen 11 (!) nicht einmal das Mana fixen, sondern nur Landfall auslösen. Jetzt ist Landfall zwar das zentrale Thema des Decks, aber trotzdem: 11 Rares, die nicht einmal das tun, was sie tun sollten (und trotzdem essentiell für das Deck sind).

  3. tilt1983 Says:

    Ich bin der Meinung, dass Basic raus zurechnen keine Gute Idee ist, da man Decks mit insgesamt hoher Rare Anzahl, z.B. 5cControl, zu gut bewertet, da dieses kaum Basics spielt.

    Da ich ein komplett konträres Gefühl bezüglich der ganzen Entwicklung habe (damit meine ich das ich der Meinung bin, dass sich nicht wirklich viel verändert hat), habe ich mir die Mühe gemacht bis 2003 immer die Worlds Standard Decklisten zu vergleichen (vorher funktionieren die Coverage Seiten bzgl der Top8 Decks teils nicht richtig):

    Reihenfolge der Decks entspricht der Reihenfolge in der Coverage. Auflistung der Daten Analog zum Blog Eintrag:

    Worlds 2009:
    67 / 28 / 42%
    61 / 38 / 62%
    64 / 30 / 65%
    68 / 31 / 46%
    68 / 41 / 60%
    65 / 24 / 37%
    65 / 24 / 37%
    66 / 24 / 36%
    Durchschnitt: 66 / 30 / 45%

    Worlds 2008:
    66 / 45 / 68%
    58 / 27 / 47%
    67 / 44 / 66%
    75 / 32 / 43%
    69 / 30 / 43%
    67 / 42 / 63%
    70 / 47 / 67%
    68 / 43 / 63%
    Durchschnitt: 68 / 39 / 57%

    Worlds 2007:
    53 / 21 / 60%
    67 / 44 / 66%
    66 / 38 / 58%
    64 / 45 / 70%
    63 / 25 / 40%
    74 / 53 / 72%
    66 / 40 / 61%
    66 / 33 / 50%
    Durchschnitt: 65 / 37 / 58%

    Worlds 2006:
    63 / 31 / 40%
    70 / 25 / 36%
    74 / 23 / 31%
    74 / 30 / 41%
    69 / 27 / 40%
    63 / 24 / 38%
    71 / 34 / 48%
    74 / 24 / 32%
    Durchschnitt: 70 / 27 / 39%

    Worlds 2005:
    64 / 40 / 63%
    68 / 37 / 54%
    62 / 39 / 63%
    65 / 33 / 51%
    69 / 38 / 55%
    64 / 41 / 64%
    69 / 41 / 59%
    70 / 43 / 61%
    Durchschnitt: 66 / 39 / 59%

    Worlds 2004:
    75 / 10 / 13%
    60 / 22 / 36%
    61 / 19 / 31%
    75 / 14 / 19%
    61 / 19 / 31%
    56 / 32 / 57%
    75 / 17 / 23%
    75 / 9 / 12%
    Durchschnitt: 67 / 18 / 26%

    Worlds 2003:
    60 / 31 / 52%
    60 / 29 / 48%
    58 / 2 / 3%
    61 / 29 / 48%
    59 / 27 / 46%
    59 / 26 / 46%
    60 / 23 / 38%
    62 / 27 / 44%
    Durchschnitt: 60 / 24 / 41%

    • tilt1983 Says:

      Wie man sieht sind die 47% nicht wirklich sonderlich hoch im Vergleich zu den letzten 7 Jahren, sondern liegen eher im Rahmen dessen was man erwarten würde.


    • Schön, dass sich noch jemand die Mühe statistischer Auswertungen macht!

      Allerdings kann ich jetzt nicht direkt Deine Schlussfolgerungen daraus bestätigen, aus folgenden Gründen:

      a)Diese Entwicklung setzte ja bereits mit Kamigawa ein. Ich bin nur der Meinung, dass sie seitdem forciert wurde.

      b) Die Top-8-Listen der Worlds sind nicht die 8 erfolgreichsten Standardlisten.

      c) 8 ist eine deutlich kleinere Stichprobe als 19.

      d) Worlds benutzt einen anderen (größeren) Kartenpool, und findet zu einem anderen Zeitpunkt der Metagameentwicklung statt. (Das hat natürlich keine Auswirkungen auf den Vergleich untereinander.)

      e) Zu meiner Statistik gehört auch eine Ermittlung der Rareverteilung im Gesamtkartenpool. Der Rare-Anteil hier vor Einführung der Mythic Rares müsste eigentlich ein gutes Stück höher gewesen sein.

      f) Die Frage: “Gibt es ein Budget-Deck?” nach der Definition “unterproportional viele Rares) lässt sich daher bei Deinen Zahlen nicht beantworten! Zumindest in einigen Jahren allerdings weisen auch Deine Zahlen auf ein “ja”.

      g) …naja, und dann habe ich stichprobenartig mal bei drei Decks Deine Zahlen nachgeprüft, und kam JEDES Mal auf etwas andere Ergebnisse… Vermutlich bedeutet das nicht, dass Du insgesamt völlig falsch liegst, aber es macht mir schwer, mich auf Deine Zahlen zu beziehen.

      Die Problematik, die Basics herauszurechnen, sehe ich ein. Es ist aber auch problematisch, sie mitzuzählen, finde ich. Deswegen habe ich den Basicanteil auch noch einmal extra betrachtet.

      • tilt1983 Says:

        Kann sein dass die Zahlen ein wenig daneben sind, habe sie ja nur eben mal nebenbei ausgerechnet/abgezählt. Werde da demnächst nochmal drüber gehen.


        • Wichtig wäre auch vor allem eine Ermittlung des Rare-Anteils im jeweiligen Kartenpool (und rechne “doppelte” Karten heraus – in früheren Jahren wurden Staples oft genug nachgedruckt, dass das vielleicht relevant ist). Zur Zeit ist das Missverhältnis zwischen 30% und 47% reichlich spektakulär.

          Und dannm wäre es schon sinnvoll, eine repräsentativere Deckauswahl zu finden. Top 8 bei Worlds bleiben vielleicht in Erinnerung, sind aber nicht notwendigerweise typisch für das Metagame.

          Ach ja: Ist Dir bewusst, dass nach der Policy in früheren Jahren Worldwake in San Diego noch gar nicht erlaubt gewesen wäre? Auch das macht es schwierig, Zahlen zu vergleichen – selbst Pros spielen heutzutage oft einfach das Deck, für das sie die Karten haben.

          Und schließlich: Die Frage “Gibt es ein Budget-Deck?” stand bei diesem Eintrag für mich im Mittelpunkt. Sligh, Stompy, Draw-Go, 5CG, Suicide Black, White Weenie, Affinity, Psychatog, Madness – alle diese Listen habe ich mit niedrigen Rare-Anteilen in Erinnerung. Wo sind diese Decks heute? Am nächsten kommen ihnen Vampire, und selbst die hauen im Vergleich zu früher bereits durchaus ordentlich rein!

      • tilt1983 Says:

        zu a) Nein! Wie man sieht setzte eine solche Entwicklung bereits vor Mirrodin ein. Der Niedrige Anteil zu Mirrodin Zeit lässt sich einfach auf Ravager Affinity zurückführen.

        Zu b) Sie sind nicht die erfolgreichsten aber geben dennoch ein, über die Jahre vergleichbares, Bild des Standardformats ab.

        Zu c) Selbstverständlich ist 8 < 19 aber in diesem Fall soll eine Zeitliche Entwicklung betrachtet werden und da muß ich sagen ist 7 eine größere Stichprobe als 1.

        Zu d) Da du jedoch forderst das der Rare Anteil in den Decks den Anteil der Rares im Kartenpool wiederspiegelt, sollte der Zeitpunkt und die Metagame entwicklung keine Rolle spielen.

        Zu e) Wieder ein deutliches Nein, die Sets waren insgesamt größer. Der Anteil Rares zu Setgröße ist sogar gestiegen. Es waren in der pre mythic Zeit meist um die 28-30%, eher weniger, wenn man die Dopplung durch Reprints aus den Basiseditionen noch rausrechnet.

        Zu f) Budget Decks zeichnen sich meist nicht nur durch eine niedrige Rare Anzahl sondern durch billigere Rares aus. Aber definitiv sind Budget Decks zumindest in den Zeiträumen billiger geworden.

        Zu g) Hier wäre es sinnvoll gewesen anzugeben
        welche Zahlen überprüft wurden um festzustellen ob es sich um einen systematischen Fehler handelt, oder um zu sehen wessen Zahlen falsch liegen (kann zu Time Spiral Zeiten auch einfach an unterschiedlicher Auffassung bezüglich time-shifted Karten liegen). Habe eben nochmal einen großteil der Zahlen überprüft, weiß nicht worauf du hinauswollrtest oder ob du nur einfach so die Zahlen die dir nicht gefallen kritisierst.

        So und nun ein paar mehr Daten anhand derer man eine Entwicklung betrachten kann, die anders als in diesem meiner Meinung nach sehr subjektivem und von einer gewissen Wut geprägten Blogeintrag, relativ konstant ist, bzw. einen sehr leichten Anstieg der Spielstärke der Rares im Verhältniss zu den Commons und Uncommons (nix anderes wird hier eigentlich kritisert) zeigt. Im Rückblick wird nur einiges häufiger als besser empfunden als es eigentlich war…

        Weiterhin werde ich Worlds als Datenbasis verwenden, da es das einzige Standardturnier ist, welches bis in frühe Jahre Dokumentiert ist. Da die Daten hier teils nicht von den offiziellen Wizards Seiten bezogen werden konnten, gebe ich die Namen der Spieler mit an:

        Worlds 2002:
        Ostrovich: 62 / 12 / 19%
        Hen How: 62 / 15 / 24%
        Larkin: 62 / 15 / 24%
        Kotiranta: 67 / 18 / 27%
        Romao: 62 / 13 / 21%
        Humphreys: 63 / 17 / 27%
        Ziegner: 66 / 17 / 26%
        Krouner: 63 / 21 / 33%
        Durchschnitt: 63 / 16 / 25%

        Worlds 2001:
        Ruel: 67 / 28 / 42%
        Barteh: 55 / 19 / 35%
        Santin: 55 / 17 / 31%
        Van de Logt: 63 / 27 / 43%
        Williams: 57 / 24 / 42%
        Turian: 55 / 25 / 45%
        Tomcani: 64 / 26 / 41%
        Hovi: 66 / 21 / 32%
        Durchschnitt: 60 / 23 / 40%

        Jetzt wird auch hier das Datenmaterial echt dünn:
        Worlds 2000:
        Finkel: 66 / 34 / 52%
        Kühn: 61 / 30 / 49%
        Van de Logt: 58 / 32 / 55%
        Labarre: 67 / 37 / 55%

        Worlds 1999:
        Linde: 61 / 11 / 18%
        Wise: 62 / 30 / 48%
        Le Pine: 59 / 10 / 17%
        Budde: 62 / 36 / 58%
        Herzog: 62 / 12 / 19%
        Slemr: 60 / 27 / 45%
        Le Moro: 61 / 12 / 20%
        Park: 59 / 9 / 15%
        Durchschnitt: 61 / 18 / 30%

        Worlds 1998:
        Seldon: 66 / 35 / 53%
        Rubin: 58 / 15 / 26%
        Hacker: 58 / 19 / 33%
        Durchschnitt: 61 / 23 / 38%


        • Was redest Du denn da? Plötzlich haben Deine Behauptungen überhaupt nichts mehr mit Fakten zu tun!

          Gerade beim Rare-Anteil stellst Du hier absurde Behauptungen in den Raum: Bis einschließlich Onslaught-Block hatte jeses große Set und Grundset exakt ein Drittel Rares (ohne Basics, wie immer), und jedes kleine knapp 31% (44/143). M10 oder Zendikar haben 68/229 Rares/Mythics; Worldwake hat fast den gleichen Rare-Anteil wie frühere kleine Sets (45/145). Der Rare-Anteil ist also auf den ersten Blick schon einmal ein wenig zurückgegangen – aber um das genau zu sagen, muss man die doppelten Karten herausrechnen. Wo hast Du das gemacht? Und was veranlasst Dich zu der Annahme, dass diese Dopplungen bei den Rares häufiger auftauchten? Nur so wäre Deine Fantasie-Zahl herzuleiten! Tatsächlich bin ich mir sicher, dass Dopplungen weit häufiger bei Commons (und gelegentlich Uncommons), aber praktisch nie bei Rares auftauchten!

          Weiterhin liegen alle die von Dir ermittelten Rare-Anteile in den Top-8-Decks vor 2005 (und 2006 aunomma) UNTER denen seit 2007 (und unter meinen Zahlen), mit der einzigen Ausnahme von 2000, wo Du Dich auf nur 4 Listen stützen musst. Wenn Du schon mit diesem sehr ungenügenden Dattenmaterial arbeiten willst, dann musst Du auch sagen: Ja, der Rare-Anteil hat über die Jahre deutlich zugenommen!

          Und verzählt hast Du Dich nach meiner ersten Stichprobe bei 2003, was mit Timeshifted erst einmal nichts zu tun hat. Wenn Du natürlich Timeshifted-Karten nicht als Rare gewertet hast (und das musst Du, denn Du musst natürlich die Rarities aus den jeweils standardlegalen Sets zugrundelegen!), dann erklärt das, wie Du da plötzlich 2006 auf eine so niedrige Zahl kommst… Aller Wahrscheinlichkeit nach ist dieser Ausreißer also darauf zurückzuführen, dass Du die Timeshifted-Karten unterschlagen hast, und dann ergibt auch und gerade Deine Statistik ein klares Bild: Vor Kamigawa war der Rare-Anteil deutlich niedriger, seitdem ist er angestiegen. (Und 2009 habe ich auch gerade noch einmal nachgezählt – da hast Du Dich ziemlich deutlich nach unten geirrt!)

          Vielleicht begann die Entwicklung bereits mit Mirrodin statt ein Jahr später als mit Kamigawa und wurde kurzfristig durch Affinity überlagert – das mag sein, denn mit Mirrodin wurde der Aufbau der Sets umgestellt. Nichtsdestotrotz GAB es damals noch ein Budget-Deck! Zur Zeit erleben wir wohl eine kurzfristige Delle im Rare-Anteil auf Grund der Beliebtheit von Jund, welches mit Affinity einigermaßen vergleichbar ist (nur, dass es auf Uncommons statt Commons basiert und natürlich KEIN Budget-Deck ist). Langfristig gesehen jedoch zeigen auch Deine Zahlen genau das, was Du zu leugnen versuchst!

          Kamigawa war der erste Block, in dem Blau (genauer: Counter) systematisch gehost wurden – mit dem Ergebnis, dass große Kreaturen das Turniergeschehen beherrschten; mit dem Ergebnis, dass Casuakspieler und Turnierspieler plötzlich die selben Rares wollten. Ravnica brachte die Duals im Rare-Slot zurück. Time Spiral brachte uns Timeshifted; Lorwyn Planeswalker; Shards Mythic Rares; Zendikar die Fetchländer. Das sind keine Einzelfälle mehr; da steckt System dahinter!

          Und dann schreibst Du auch noch “Budget Decks zeichnen sich meist nicht nur durch eine niedrige Rare Anzahl sondern durch billigere Rares aus” und gehst darüber hinweg, dass ich zwischen Mythic Rares und Rares nicht einmal unterschieden habe?” Und natürlich ist Deine Aussage, zumindest auf unsere Erhebungsmethoden bezogen, eh Blödsinn – wenn wir nur die verbreitetesten Decks analysieren, dann sind die darin befindlichen Rares per Definition die gefragtesten und daher nicht billig! Die Nachfrage ist garantiert; nur das Angebot (sprich: Die Häufigkeit) kann den Preis senken.

  4. tilt1983 Says:

    Die Worlds top 8 Listen habe ich im wesentlich aus Gründen der Verfügbarkeit ausgewählt.

    Zur Budget Frage: Ich bin der Meinung das sich fast alle der Top Decks als nicht deutlich schlechtere Version in Budget Form bauen lassen, das Problem ist nur dass es immermehr Karten im Rareslot gibt, welche die Karten in den niedrigeren Rarities dominieren. Beispiel hierfür wären die frühen MTGO Jund Listen der Daily Events, welche weder Verdant Catacombs noch Maelstrom Pulse spielten sondern stattdessen mehr herkömliches Removal und Terramorphic Expanse. Somit Reduziert sich Jund im Maindeck auf die bis zu 8 M10 Länder (meistens nur 6) und die Broodmate Dragons. Wenn man jedoch auf einer Pro Tour spielt setzt man alles daran die strikt besseren Karten zu spielen und verliert somit den Budget Aspekt.


    • Du hast das Problem ja selbst hier wiedergegeben: Rares dominieren heute einfach. Manlands, effiziente Weenies, Top-Removal, Sideboardkarten, große Kreaturen sowieso – alles liegt heute im Rare-Slot. Und dann kommen noch Planeswalker hinzu!

      Ich habe gerade ein wenig in meiner eigenen Reihe “Magic-Decks im Wandel der Zeit” auf dem Planeten geblättert – ich habe Dutzende Decklisten überflogen, und nicht EINE davon erreicht 30 Rares! (Es hat gewiss irgendwo welche gegeben, aber eben nicht in meiner Stichprobe). Und das war die Zeit der 5C-whatever-Decks mit den bunten Manabasen und Reflecting Pools… (UND Rares stellten ein Drittel des verfügbaren Kartenpools.)

  5. bombo86 Says:

    Ich weiß nicht genau wo das Problem liegt. Kann sein, dass seit Kamigawa mehr rares nötig sind, aber dafür sind die rares auch einfach nützlicher und formatübergreifend nutzbar. Als Beispiel hab ich mal die Liste der T9 vom NatQ Hessen 2006, bei der ich dabei war:

    http://www.planetmtg.de/articles/artikel.html?id=2263

    rare-Anteil ist ähnlich hoch, und das bei nem NatQ, der bekanntermaßen alles andere als ne PT ist.
    Wenn man sich zb ma das Deck vom 1. ansieht, ist kaum ne Rare davon nutzbar außerhalb von Standard gewesen – Birds, Painlands und das wars.

    Bei LSVs Deck sind Fetchlands, Birds, Manlands, Hierarchen, Collars, Ranger of Eos, Knights in Extended oder gar Legacy brauchbar – man hat quasi nicht nur ein Standarddeck, sondern auch ein paar wichtige Grundlagen für ein Extended Zoo!

    Vergleich PT Chicago 2000:

    http://www.wizards.com/sideboard/article.asp?x=PTCHI00840t8decks

    Rebellen – wenig Rares, aber dafür absolut unnütz außerhalb t2 (Lin Sivvi, Jhovall Queen?!) und mit 4 Rishadan Port (erinnert sich noch wer an die?!) nicht grad billig (hat damals bei uns zwischen 30-40 DM gekostet! ja,echt!)

    Fires – Rares wie Burst, Rith oder Urzas rage (der auch schweineteuer war) auch absolut nicht brauchbar woanders…

    lässt sich für viele PTs oder Worlds fortsetzen, man hat sich für viel Geld für einen einzelnen Event teure Karten zulegen müssen (Port, Rage, Lin-Sivvi, Wake, Absorb/Undermine, Skizzik, Masticore…), die nach der Rotation einfach zu müll wurden… Ok, die teuersten Karten erreichten keine 50€, sondern pendelten sich so um die 20-30 Mark ein, aber wenn man sich mal ein paar Goyfs oder Baneslayers geholt hat, sind die halt auch einfach Staples in vielen Formaten und damit für viele Karten… Ich hab vor etlichen Jahren t2 aufgehört eben weil mir die Rotation und der Wertverlust der Karten auf die Eier ging, das find ich jetzt einfach besser! Wenn Maelstrom Pulse rotiert isser immer noch gut (naja, spielbar) im Extended…

    Ist das so schlimm?


    • Weißt Du, wie man das nennt, wenn die Karten aus den neueren Sets stark genug sind, um auch in größeren Formaten gespielt zu werden, und die Karten aus älteren Sets nicht? Power Creep. Und ja, Power Creep ist schlimm.

      Außerdem scheint Deine Perspektive nicht gerade die eines Spielers zu sein. Wie kommst Du nur darauf, dass wir uns damals Karten wie Urza’s Rage oder Lin Sivvi lediglich für 1 Event geholt hättten? Stell’ Dir vor, damals gab es noch wöchentliche, gut besuchte Standardturniere (und zwar auf relativ hohem Niveau – das waren keine FNMs, wo den Leuten die Karten fehlten und sie deswegen irgendeinen Müll gespielt haben)! Wenn Du einmal die Suchfunktion beim Planeten bemühst, wirst Du jede Menge Topdecks mit Kommentaren von mir im ehemaligen Berliner Regionalteil finden, die das belegen. Rares legte man sich nicht für “ein event” zu; die besorgte man sich zu Beginn der Saison (in aller Ruhe, denn man hatte 6 Wochen Zeit, bis ein neues Set legal wurde) und behielt sie dann zwei Jahre lang, während man mit ihnen (teilweise mehrfach!) wöchentlich spielte. So war das damals, als Magic noch eine gesunde Turnierszene besaß…

      Aber Du sagst ja selbst, Du hast mit Standard (unter welchem Stein hast Du eigentlich die letzten eineinhalb Jahrzehnte gelegen, dass Du es immer noch “t2” nennst?) aufgehört. Was genau willst Du also eigentlich aussagen – Operation gelungen, Patient tot?

    • saber-ants Says:

      wiso war denn der port so teuer?
      er war in einem set mit genau keinem geldwert die beste karte!
      ich grübel grad nach welche karten noch den draft wieder reinbrachten——–
      ok im grunde hört sich das hart an aber ich freue mich über die höheren preise bei den rares heutzutage.
      selbst der 8 kann sich heutzutage über eine rare freuen die den draft bezahlt – ist doch toll das nichtnur der erste und eventl der zweite was ordentliches (komische bezeichnung für bunte pappe) bekommen.
      ich muß dazusagen das ich nur drafts mit rarepick spiele.

  6. bombo86 Says:

    Ok, ein Event war falsch ausgedrückt. Dann eben eine Season/bis zur Rotation. Der Wertverfall der Karten war einfach da.

    Jetzt weiß ich, gut, ich muss 50€ für Jace ausgeben, hab dafür aber weit über 2 Jahre eine Topkarte (GP Oakland in den T8 und sogar im Legacy im Sideevent!).

    Ich spiele mittlerweile fast nur noch Casual, hab einen Haufen Highlander Decks. Hin und wieder mal einen Draft oder einen PTQ mit geliehenen Karten. Aber: Ich bin froh, dass ich heutzutage einen Booster aufmachen kann und keine völlig unbrauchbare Rare drinhabe. Ich habe angefangen zu spielen als Mercadian Masques grade ne Weile draußen war und Urzas Block quasi nicht mehr verkauft wurde. Da waren Rares wie Black Market oder Brawl oder Lava Runner. Und im Kamigawa-Block gabs auch wahnsinnig viele Rares, die einfach nicht mal im Casual brauchbar waren. Das ärgert einen!

    Wenn ich heute eine Karte wie Beastmasters Ascension drinhabe, denke ich mir “Ok, keine Turnierstaple, aber zumindest nicht total unspielbar”. Das finde ich positiven Power Creep!

    Überhaupt ist dieses Power Creep Gerede nur halbwahr. Welche Karte hat Zoo denn wieder zurück ins Tier1 von Ext gebracht und macht etliche Decks in t2 besser? Guck doch die San Diego T8 an, ohne nachzugucken würd ich sagen, Lightning Bolt ist die meistgespielte Karte (Naya, 3x Jund, MonoR…) – und in welcher Edition war die zuerst? Genau, Alpha…

    Klar finde ich es schade, dass Karten wie Char oder Isamaru im Extended nicht mal Erwähnung finden. Da läuft schon was verkehrt. Aber obwohl ich riesiger Fan von Decks bin, die nur minimale Kreaturen spielen (Morphling/Tog Decks ftw!), fand ich grade solche Matches wie von Tog früher arg langweilig irgendwie… (und ich hab Tog in quasi allen Formaten gespielt).

    Jo, ich habe mit Standard aufgehört, aber kann mir seit M10/Zendikar wieder vorstellen anzufangen (leider nicht mehr so viel Zeit wie früher als ich es aus Kostengründen aufgegeben habe). Das Format entwickelt sich gut, finde ich. Der Anteil der Rares ist hoch, so what?

    Mal was anderes: In der Zeit bevor ich Inet hatte bzw keine Magicseiten kannte, hatte ich die Kartefakt abonniert (!). Kann es sein, dass da auch Beiträge von Dir drinwaren? Zumindest kann ich mich an Team Istari Berichte erinnern.


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