Gewissensbisse

Es war einmal… ca. … 1996, da hörte ein junger, begeisterter Magcispieler, der gerade seit gut einem Jahr diesem Hobby frönte und trotzdem bereits einen vierstelligen D-Mark-Betrag darin investiert hatte (wofür man damals ungefähr gleich viele Karten bekam wie heute für einen vierstelligen Eurobetrag), mit seiner neu entdeckten Leidenschaft aus Entsetzen, Wut und Frustration beinahe wieder auf. Der Grund: Die Ankündigung der originalen Reserved-Liste. Ich konnte damals nicht begreifen, wie in einem Kartenspiel – auch wenn es ein SAMMELkartenspiel war – die Kartenverfügbarkeit für die Spieler nicht sicher gestellt sein konnte! Magic wäre auch bereits ein ziemlich teures Hobby, wenn alle Sets ständig in Print blieben, und ich war (und bin) der Ansicht, dass Spieler, die willens sind, die entsprechenden Beträge darin zu investieren, das Recht besitzen, dieses Spiel dann auch tatsächlich zu SPIELEN.

Nach einer äußerst halbherzigen Überarbeitung jener Liste in 2003 ist weitere 7 Jahre später von Wizards jegliche Hoffnung erstickt worden, dass diese Policy jemals rückgängig gemacht würde – im Gegenteil wurde sie sogar noch einmal verschärft (und das inkonsequenterweise, nachdem gerade damit begonnen wurde nach Schlupflöchern zu suchen und diese zu nutzen).

Über die genauen Gründe dafür können wir nur spekulieren. Wir wissen, dass die eigentlichen Macher von Magic (so insbesondere Mark Rosewater und Aaron Forsythe) diese Liste ebenso verabscheuen wie der Großteil der Spielerschaft, dass ihnen aber die Hände offensichtlich gebunden sind – entweder von ihrer Rechtsabteilung (wie Endijian spekuliert), oder von Seiten der obersten Konzernetage.

Ich will nicht dazu aufrufen, diesen erneuten SuperGAU für das SPIEL Magic zum Anlass zu nehmen, jetzt endlich damit aufzuhören – das muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich will es aber zum Anlass nehmen, all denjenigen, die selbst die raffgierigsten Entscheidungen von Wizards immer wieder mit der Begründung verteidigen, auf lange Sicht seien sie gut für das Spiel, zuzurufen: HÖRT ENDLICH DAMIT AUF, EUCH SELBST ANZULÜGEN! Zwischen der Absicht, das bestmögliche Spiel zu machen, und der Absicht, den größtmöglichen Gewinn zu erzielen, bestehen grundlegende Konflikte, UND DIE QUALITÄT DES SPIELS GEWINNT DIESE KONFLIKTE NICHT. Weshalb auch immer diese Änderung der Reserved-Liste passiert ist: Auch Wizards selbst haben klarestmöglichst zu verstehen gegeben, dass sie verstehen, dass sie dem Spiel Magic SCHADET. Es gibt überhaupt keinen Grund anzunehmen, dass andere Änderungen der letzten Zeit wie die sofortige Legalwerdung von Karten, die Einführung der Mythic Rares oder die extreme Schwächung von Counterspells auf das Bestreben zurückzuführen sind, Magic zu verbessern, und die Grundannahme, dass eine Änderung, die zu einer Gewinnsteigerung führt, auch zu einer Qualitätssteigerung geführt haben muss, ist selbstverständlich (wie auch bei allen anderen Produkten) grundlegend falsch.

Ein Sammelkartenspiel ist kein Produkt, welches sich darüber verkauft, dass es seine Kunden zufriedenstellt – es verkauft sich über die ständige UNZUFRIEDENHEIT der Kunden, welche durch erneute Ausgaben nur vorübergehend gemildert werden kann. Magic ist eine Sucht, und genau so wird es vermarktet. Sein hauptsächlicher Verkaufsanreiz liegt nicht darin, es zu SPIELEN; er liegt darin, es zu SAMMELN – und das bedeutet natürlich, dass der allergrößte Teil der Spieler/Sammler NICHT das erhält, was er will, obwohl er Unmengen Geld dafür ausgibt. Ob alte Karten wie die Doppelländer oder Force of Will; ob neuere wie Tarmogoyf, Baneslayer Angel oder Jace, the Mind Sculptor – Magic definiert seinen Verkaufserfolg zuletzt immer ausdrücklicher darüber, dass die meisten Spieler es NICHT spielen können.

Nun habe ich über ein Jahrzehnt meines Lebens damit zugebracht, meine Begeisterung für dieses prinzipiell wirklich fantastische Spiel weiterzugeben und andere Menschen zum Spielen und natürlich auch zum Kaufen des Produktes Magic zu bewegen. Ich tat dies unter der Prämisse, dass Magic zwar ein TEURES Spiel ist; dass es aber eben ein Spiel ist, welches für die darin getätigten Investitionen einen Gegenwert bietet – dass man als Kunde zwar viel Geld dafür ausgibt, es aber dafür auch tatsächlich SPIELEN kann.

Das war ein großer Irrtum, oder zumindest hat sich diese Prämisse, wenn sie denn früher Bestand gehabt haben sollte, unterdessen geändert: Magic ist nicht das Luxusprodukt, als welches ich es immer verstanden und weiterempfohlen habe; es ist nicht die Entsprechung zum Betreiben einer teuren Sportart oder zu teurem Essen. Es ist nichts anderes als ein Suchtprodukt, und es ist gewollt so konzipiert, dass es seine Kunden süchtig macht, ohne ihnen einen tatsächlichen Gegenwert für ihre Ausgaben zu bieten. Magic ist, wie ich zu meinem größten Bedauern einsehen muss, das Gegenstück zu Zigaretten.

Als Student habe ich ca. ein Jahr lang in einem Zeitungskiosk gejobbt und war höchst unzufrieden damit, dass ich dort im Wesentlichen Zigaretten, Schnaps, die dämlichste Boulevardpresse und Regenbogenillustrierte verkaufte. Damit kam ich nicht klar, und deswegen war ich heilfroh, als ich diese Tätigkeit beendete. Heute muss ich einsehen, dass ich – mit besten, aber fehlgeleiteten Intentionen! – ein Jahrzehnt lang in einem Spieleshop praktisch das Gleiche gemacht habe – nur, dass meine Kundschaft im Schnitt deutlich jünger war…

Serious Games war ein toller Laden, an den ich zu Recht die besten Erinnerungen habe (hier und hier habe ich ein wenig über ihn geschrieben), und für viele Produkte, die wir dort verkauften, gilt, dass ich vollständig hinter ihnen stand und stehe – Rollenspiele sind ein wunderbares Hobby, welches sich gerade NICHT dadurch auszeichnet, dass man ständig nachkaufen muss (weswegen diese Produktform unterdessen leider auch größtenteils eingegangen ist); LARP ist zumindest eine wunderbare Idee (wenn es auch in der Umsetzung oft stark hapert); und Spiele, sowie phantastische Literatur im Allgemeinen sind ein schöner und empfehlenswerter Zeitvertreib.

Sammelkartenspiele jedoch hätte ich aus moralischen Erwägungen heraus niemals empfehlen dürfen. Oh, ich machte ja bereits Unterschiede zwischen “guten” und “bösen” Spielen, aber letztlich vernebelte mir das nur den Blick: Pokemon und Yu-Gi-Oh!, so widerlich sie auch waren, stellten nicht die Kehrseite meines Hobbys dar, sondern lediglich die logisch fortgeführte Konsequenz – sie waren nicht grundlegend anders, sondern schlicht viel schlimmer!

Die Verbandelung von Sammelbarkeit mit Spielbarkeit ist die Entsprechung zu der Beimischung von suchterzeugenden Stoffen zu einem Genussprodukt. Ich bin gewiss kein Feind der Idee von Luxus – ich bin ganz im Gegenteil ein großer Verfechter der Idee, dass Qualität ihren Preis haben darf und sollte! Magic ist aber nicht nur ein Luxus, es ist ein Suchtmittel. Magic-Booster SIND Lotterielose, und Magicsucht ist eine Form von Spielsucht. Das Aufreißen von Boostern auf der Suche nach Baneslayer Angel oder Jace, the Mind Sculptor unterscheidet sich nicht wesentlich vom Geldeinwurf in einen einarmigen Banditen. Auch bei diesen Automaten wird behauptet, dass es nicht die Aussicht auf den Gewinn sei, welche den Spielanreiz ausmacht, sondern der Spaß des Spielens selbst, aber hier ist für jeden offensichtlich, dass es sich um eine Schutzbehauptung handelt.

Auch bei Magic ist der eigentliche Spielspaß zu einer vorgeschobenen Schutzbehauptung verkommen, und die eigentliche Tragödie daran ist, dass dies nicht so sein MÜSSTE; dass es durchaus möglich wäre, Sammelaspekt und Spielaspekt in einer Weise miteinander zu verbinden, die garantiert, dass Kunden, welche eine ansehnliche Summe Geld in dieses Luxusprodukt investieren, es auch tatsächlich SPIELEN können. Andere Märkte machen es vor, dass Sammelwert und Gebrauchswert von Gegenständen nicht in Relation zueinander stehen müssen. Alternate Art, Premiumvarianten – es wäre gar kein Problem, die Sammler zu bedienen, ohne die Spieler darunter leiden zu lassen!

Nur: So würde der suchterzeugende Aspekt von Magic nicht maximiert, und also auch nicht der Gewinn. Mythic Rares treiben die Umsätze dadurch in die Höhe, dass die meisten Spieler NICHT mit ihnen spielen können.

Bringt das nicht durcheinander: Wizards hätten, zumindest kurzfristig, mehr Geld damit machen können, wenn sie das nunmehr geschlossene Foil-Loophole für gezielte Reprints genutzt hätten! Dass sie dies jetzt nicht tun, ist ein Hinweis auf größere im Hintergrund stattfindende Mechanismen, die aber allesamt in der Sammelnatur von Magic begründet sind, egal, welche Erklärung nun zutrifft: Wenn sich die Rechtsabteilung wegen eines möglicherweise einklagbaren Versprechens, oder (was ich für wahrscheinlicher halte) verbotener Aktivität auf dem Sekundärmarkt für Magic-Einzelkarten Sorgen macht, dann ist dies direkt auf die Verbandelung von Sammelbarkeit und Spielbarkeit zurückzuführen. Wenn (was in den Nachwehen vom GP Madrid durchaus plausibel erscheint) eine bewusste Entscheidung getroffen wurde, dem im Aufwind befindlichen Legacy-Format den Wind aus den Segeln zu nehmen, damit die Spielerschaft sich wieder stärker auf das Standard-Format (und damit auf den verstärkten Erwerb aktueller Karten) konzentriert, dann wird hier bewusst ein Format ausgetrocknet, in dem sich unterdessen zumindest eine relevante Minderheit der Spielerschaft ohne den Druck, konstant hohe Summen ausgeben zu müssen um kompetitiv zu bleiben, eingerichtet hat. Legacy ist ein Luxusprodukt – teuer zu spielen, ja, aber wer die Karten dafür einmal hat, der erhält im Gegenzug seinen Spielspaß ohne übermäßige neue Investitionen. Interesse an diesem Format zu erhalten und das Problem der Kartenverfügbarkeit mit Reprints essenzieller Karten in geringen Mengen abzumildern, hätte Wizards Geld gebracht, aber eben nicht so viel, als wenn mehr Spieler an Stelle des Luxusproduktes Magic wieder das Suchtmittel Magic konsumieren.

Ich trage Mitschuld daran, dass viele Menschen der Sucht Magic verfallen sind, und diese Erkenntnis schockiert mich. Ich kann das SPIEL Magic weiterhin nur empfehlen, und ich werde es auch weiterhin spielen und möglicherweise auch andere Menschen damit in Berührung bringen – aber nur mit dem SPIEL, nicht mit dem PRODUKT. Ich werde weiter an meinen Limited-Environments basteln und viele, viele Casual-Decks bauen, und ich werde natürlich weiterhin draften, aber ich werde NIEMANDEM mehr empfehlen, das Produkt Magic zu kaufen – denn das ist es nicht wert.

Am stärksten belastet es mein Gewissen, dass ich so viele Minderjährige mit Magic angefixt habe. Sicher, oft stellte sich nur die Frage, ob sie mit Magic oder Yu-Gi-Oh! beginnen würden – und es ist doch besser, wenn Kinder rauchen, als wenn sie sich Heroin spritzen – oder? Letztlich war das aber nur eine Ausrede. Kinder dürfen aus gutem Grund keine Zigaretten und keinen Alkohol kaufen, und aus ebenso gutem Grund sollten sie keine Sammelkartenspiele kaufen dürfen. Produkte mit hoher Suchtgefahr, aber auch Luxusprodukte allgemein sollten nicht an Kinder verkauft werden dürfen.

Magic sollte nicht ab 13 Jahren empfohlen werden, wie es auf den Verpackungen steht, sondern ab 16 Jahren ERLAUBT sein. Natürlich ist das utopisch; der Trend geht in die andere Richtung, Kinder immer hemmungsloser zum unreflektierten Konsum zu bewegen. Doch ich schäme mich dafür, Teil dieser Maschinerie gewesen zu sein.

Ich denke, dass viele Eltern (wenn sie sich überhaupt darum kümmern, wofür genau ihr Nachwuchs sein Taschengeld eigentlich ausgibt), nicht begreifen, in welcher Weise sich die Fußballsammelbildchen ihrer Kinderzeit und moderne Sammelkartenspiele eigentlich unterscheiden. Was es bedeutet, mit den Sammelobjekten spielen zu können; was es bedeutet, sammeln zu MÜSSEN, um spielen zu können, das können sie nicht erfassen. Der Gedanke “Na, wenigstens kann das Kind mit den teuren Karten auch tatsächlich etwas anfangen!” ist beruhigend – wie oft habe ich selbst Eltern erklärt, warum es immer noch besser war, ihren Kindern Magickarten zu kaufen als Karten eines dieser billigen und grottenschlechten Mangaspiele! Er ist aber ein trügerischer Irrtum, denn gerade der Umstand, dass Spielspaß und Sammeln hier untrennbar verbunden werden, erzeugt die Sucht. Diesem Irrtum bin ich auch erlegen: Zigaretten, die tatsächlich SCHMECKEN, sind schlimmer, so wie Alkopops für Kinder gefährlicher sind als Schnaps!

Als Erwachsener sollte ich in der Lage sein, mit Suchtmitteln verantwortungsvoll umzugehen, oder verdammt noch einmal die Finger davon zu lassen! Von Zigaretten habe ich klugerweise die Finger gelassen. Mit Alkohol gehe ich sehr verantwortungsvoll um. Bei Magic aber – da habe ich versagt! Zum verantwortungsvollen Umgang mit Suchtmitteln gehört es eben auch, Kindern keinen Zugang dazu zu gewähren. In meiner Zeit als Kioskverkäufer war ich der einzige im Team (zumindest an diesem Ort), der sich geweigert hat, Zigaretten an unter 16-jährige zu verkaufen, und bei Serious Games habe ich niemals der Versuchung nachgegeben, den zur Gratisverkostung gedachten Met an zu junge Kunden auszugeben (auch wenn sie noch so niedlich und weiblich waren). Aber Magic-Booster habe ich nicht nur an Kinder verkauft; ich habe Kinder aktiv davon überzeugt sie zu kaufen, und das bedrückt mich heute sehr.

Vielleicht werde ich einen Weg finden, diese Verfehlung ein wenig wiedergutzumachen, in dem ich Kindern und Jugendlichen Hobbys nahebringen, die NICHT viel kosten und NICHT süchtig machen. Nahe liegende Dinge wären Lesen und Storytelling. Gute Unterhaltung DARF, MUSS aber nicht viel Geld kosten (und wenn sie viel Geld kostet, muss sie auch dementsprechend gut sein)! Diese Botschaft gilt es zu vermitteln.

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18 Comments on “Gewissensbisse”

  1. anouphagos Says:

    Ich verstehe deine Bedenken. Ich selbst spiele erst seit einem knappen Jahr Magic (und wurde, wie du es ausdrücken würdest, von einem RPG-Kumpel “angefixt”) und habe schon deutlich mehr dafür ausgegeben, als ich ursprünglich wollte. Ich habe es bislang aber auch nicht bereut – und würde Goyfs, B€ngel, Mindsculptors zu den derzeitigen überhöhten Preisen auch nicht spielen. (Eternal-Formate sind für mich sowieso noch eine Nummer zu hoch – ich entdecke in Decklisten dauernd noch neue Karten.)

    Im Standard beschränke ich mich auf Valakut Ramp (und wenn ich mir ansehe, was ich mit dem Deck an Spielfehlern mache, möchte ich mich gar nicht beim Pilotieren eines Jund- oder UW-Control-Decks erleben), und das macht Spaß. EDH und Highlander finde ich sinnvolle Formate, um mit wenig Geld viel Spielspaß zu haben. Dort rotieren keine Karten heraus, und die Banned-Listen sind überschaubar. Vielleicht lässt sich ja ein Trend zu Budget-Decks etablieren – oder zumindest zu kompetitiven Decks, die keine 250€+-Investitionen verlangen. Und wenn der Trend im T2 so weiter geht – nun, dann wird das eben das neue, reine Luxusformat. Dann schalte ich wieder auf Limited-Modus. Denn Magic ist ein geniales Spiel, es ist nebenbei sicher auch ein Suchtmittel – und zu Drogen meinte Günter Amendt einmal sinngemäß, dass man den Spagat zwischen Spaß und Gefahr schaffen muss.

  2. nichteuphrat Says:

    schon etwas schwarz gesehen. Klar ist magic eine sucht aber nicht unbedingt die schlimmste. Ausserdem durch draften karten “kaufen” halte ich immernoch (oder immer mehr) eine gute investition. Vor allem du bist doch sonst auch sehr dafür dass junge menschen schon selbst über dinge bestimmen können/ bestimmen sollten (z.B. sexualität), und ich denke bei so einer sache wie magic, wo die eigentliche nebenwirkung relativ gering ist und das man auch relativ einfach absetzen kann, finde ich es nicht swchlimm wenn auch junge menschen mal mit süchten erfahrung sammeln, ist auf alle fälle im normalfall weniger dramatisch als z.B. WoW.
    Ausserdem musste es so sehen, das spiel für das du früher werbung gemacht hast war nicht das selbe wie heute und allgemein das umfeld ist nicht das selbe.
    Das taschengeld/die verschuldung bei kindern/teenagern war noch einiges tiefer, das spiel allgemein war etwas billiger, man hatte mehr zeit karten zu besorgen/ertauschen usw. (wir konnten früher einfacher decks ertauschen als heute, und zwar einiges einacher habe ich zumindest so im gefühl). Mach dir einfach keine schuldgefühle lohnt sich nicht und ich denke auch nicht dass diese sucht wirklich leben zerstört hat, aber viele bereichert hat.

    Dann aber mal allgemein finde ich es schon gut dass du gegen die angesprochenen Dinge kritisch bist, alles schönreden bringt auch nichts. Klar biste etwas krass und die weltuntergangsstimung kommt krass rüber, aber es ist wichtig, dass man halt auch etwas gegen schlechte veränderungen sagt.
    Ahja dass bestimmte dinge Mythic Rare sind hat z.B. im limited auch vorteile, aber ja im T2 dafür nachteile^^

    @annouphagos so viel kann man mit jund doch gar nicht falsch machen, ich war irgendwie überascht wie einfach sich dieses deck spielt. UNd wenn man mit kollegen zusammen spielt/an drafts geht dann fällt es einem (im team) meist nicht so schwer ein deck zusammenzustellen, klar man kann nicht immer jedes deck spielen aber es gibt meist was das man einfach zusammenbringt und ganz ok ist. (wir hatten jund vampires und monored burn relativ schnell zusammen und die decks waren bei unsern qualifiern ganz gut)

  3. danstonedk Says:

    Du hast es tatsächlich geschafft, dass ich mich bei WordPress anmelde – Gratulation!

    Was für ein Schwachsinn, den du hier von dir gibst!

    Mit deinen Argumenten müsste man praktisch alles für Kinder verbieten. Und ja, auch Lesen ist nicht gut, wenn man nichts anderes mehr macht und kann kann gleichzeitig noch teuer sein, wenn man immer neue Bücher kauft.
    Aber Bücher kann man ausleihen.

    Dafür kann man Magic auch mit wenigen Karten (z.B. mit Decks aus Commons) in einer Casual Runde spielen und viel Spaß dabei haben.

    Wizard ist eine Firma und beugt sich auch nur den Gegebenheiten des Markts. Sie passen das Spiel so an, dass wir dafür Geld ausgeben MÖCHTEN. Nicht müssen! Was wäre die Alternative … Die hast du sogar in deinem Artikel erwähnt.
    ___________________________________________________
    Rollenspiele sind ein wunderbares Hobby, welches sich gerade NICHT dadurch auszeichnet, dass man ständig nachkaufen muss
    !!!(weswegen diese Produktform unterdessen leider auch größtenteils eingegangen ist)!!!
    ___________________________________________________

    Es liegt in der Verantwortung jedes Einzelnen (bzw. in der Verantwortung der Eltern) wieviel Geld er für was ausgibt. Wobei ich Magic im Vergleich zu Computerspielen, teuren Handys oder Klamotten immer noch sehr positiv bewerte.

    Der Vergleich mit Zigaretten und Alkohol hinkt komplett. Die Person möchte ich sehen, die Entzugserscheinigungen bekommt, weil sie keine Booster mehr öffnen darf.

    Zusammengefasst: Wie so oft ein Artikel bei dem du schamlos übertreibst um zu polarisieren!

  4. bombo86 Says:

    Toller Blogeintrag!

    Und in der DDR war auch alles besser! Zeit, den Kapitalismus abzuschaffen!

    *stimmt die Internationale an*


  5. … Hobbys nahebringen, die NICHT viel kosten und NICHT süchtig machen. Nahe liegende Dinge wären Lesen …

    Kennst du Leute, die bibliophil sind? Sag denen mal, dass ihr Hobby nicht viel kostet und nicht süchtig macht! (Vielleicht sollte ich mal ein Posting darüber schreiben …)

    Ansonsten habe ich deinen Eintrag sehr interessant gefunden. Werde sicher mal wieder reinschauen :)

  6. nikelrah Says:

    Ich habe mich ebenfalls angemeldet um an dieser Diskussion teilhaben zu können.
    Es erstaunt mich, dass du zu den oben ausgeführten Erkenntnissen erst jetzt gelangst. Das nun mittlerweile ebenfalls jährlich rotierende Extended Format ist doch ein weiterer Beweis dafür, dass WotC nicht am Prinzip des Eternal-Formats interessiert sind, da diese einfach nicht den kontinuierlichen Umsatz bringen wie z.B. Standard, wo ich alle zwei Jahre gezwungen bin neue Karten zu kaufen. Die Antwort, die man oft hört wenn es um die Frage geht warum man denn Legacy spielt, ist doch gerade, dass es auf die Dauer billiger ist als Standard. Dies steht doch absolut im Gegensatz zum Geschäftsmodell von WotC.
    Des Weiteren muss man sich fragen, wann Legacy Spieler überhaupt Karten kaufen und damit zumindest indirekt Umsätze einbringen. Dies ist doch meist zum Einen der Fall wenn eine neue Karte eine bessere Alternative innerhalb eines bestehenden Archetypes bietet als der bisher zur Verfügung stehende Pool. D.h. hier sind lediglich durch einen konstanten Powercreep, wie er ja die letzen Jahre im Kreaturenbereich stattgefunden hat, Umsätze zu erwirtschaften. Diese Vorgehensweise halten ich für mittelfristig äusserst problematisch, Du hast ja selbst an anderer Stelle bereits dazu Stellung bezogen.
    Zum Anderen besteht sicherlich die Möglichkeit über neue Mechaniken usw. komplett neue Archetypen zu ermöglichen. Hier denke ich allerdings, dass der Spielraum für Innovationen mittelfristig ebenfalls nicht gross genug ist um mit den durch Standard/Limited erzielbaren Umsätzen zu konkurrieren.

    Last but not least ein Kommentar zur Aussage, das insbesondere die original Duals reprinted werden sollten. Dies halte ich für absolut nicht im Interesse von WotC. Neue Dual Varianten sind einfach ein garantierter Seller eines jeden Sets. Ich besitze ein Playset aller original Duals und ignoriere darum seit Jahren sämtliche Variationen mit denen WotC versucht den armen T2 Spielern das Geld aus den Rippen zu schneidern. Kurzfristig lässt sich damit sicherlich eine Menge Geld verdienen, aber die Käufer geben ja auch gerade deshalb Geld aus, weil sie wissen, dass sie nie wieder andere Duals brauchen.

    • endijian Says:

      Naja, Extended war seit je her als rotierendes Format und nicht als Eternalformat angelegt – die Leute waren nur immer wieder überrascht, wenn alle 3 Jahre die Extendedrotation kam…

      Und das Kundenpotential in Reprints (auch Original-Duals) lag in diesen From the Vault-Boxen, mit denen man auch Spieler alter Formate zum Kauf von Neuprodukten bringen konnte. Jetzt konzentrieren sich die Wizards wieder auf ihr Kerngeschäft.

      Ich denke, das interessanteste/schlimmste an der Geschichte ist, dass mit Maro und AaronF die wichtigsten Leute im Magic-R&D und Produktmanagement gegen die Liste waren – und sich trotzdem dafür entschieden wurde.

      “Weshalb auch immer diese Änderung der Reserved-Liste passiert ist: Auch Wizards selbst haben klarestmöglichst zu verstehen gegeben, dass sie verstehen, dass sie dem Spiel Magic SCHADET.”

      Das ist IMHO der wichtigste Satz.

      • nikelrah Says:

        Ja, aber die jährliche Rotation hält die Leute ja viel mehr zum Kaufen an als die alte. Denn jetzt muss ich jedes Jahr schauen, welche Archetypes unspielbar werden und ggf. auf einen anderen Umsteigen. Mit 3-Jahres Rotation fand ich das deutlich entspannter :)

        An FTV hat WotC doch aber fast nichts verdient, da der Preisaufschalg ja von den Shops kam. Und signifikante Stückzahlen wurden ja auch nicht gedruckt, da WotC dann in Gefahr läuft, dass die Leute tatsächlich auf Eternal Formate umsteigen. Denen kann ich dann maximal 2 FTV Sets pro Jahr verkaufen anstatt X Type2 Chaserares und -mythics.
        Ich muss sagen FTV hat mich persönlich eh total angekotzt, da man es als normaler Mensch nur mit einem extremen Aufwand (oder garnicht) bekommt. Ausser natürlich man holt es sich auf dem Sekundärmarkt für horrende Preise. Ich hab sowohl von Dragons und Exiled jeweils 2 Stück zum normalen Ladenpreise bekommen können, für Relics hab ich es garnicht erst versucht, da es mir echt zu blöd ist bei 5+ Shops 8 Monate im voraus zu bestellen. Man kann jetzt sicherlich rational über Angebot/Nachfrage und so argumentieren, aber auf einer emotionalen Ebene gibt es sicherlich eine Menge Leute, die ähnlich wie ich denken, und sich, anstatt über ein neues FTV zu freuen, eher von WotC gefisted fühlen.

        Anyway, bottom line ist, da stimme ich dir voll und ganz zu, dass es eine reine Profitentscheidung seitens WotC ist. Das Spiel als solches liegt ihnen primär nur als Erwerbsgrundlage am Herzen, auch wenn es unter den Mitarbeitern da sicherlich Ausnahmen gibt. Aber Zweck eines Unternehmens ist es primär nunmal Geld zu verdienen und nicht den Weltfrieden auf Erden herbeizuführen


        • Es gab einmal eine Zeit – die ist vielleicht noch gar nicht so lange her! – da hätten viele Menschen gesagt, der primäre Sinn der Wirtschaft sei es, nachgefragte Güter und Dienstleistungen bereitzustellen. Bauernhöfe existieren, um Menschen mit Nahrung zu versorgen; Klempner existieren, um sanitäre Anlagen zu installieren und zu warten; Zeitungen existieren, um die Öffentlichkeit zu informieren. Natürlich musste die Wirtschaft dabei auch “wirtschaftlich” arbeiten, aber dies war Mittel zum Zweck.

          Wieso wird heutzutage so selten angesprochen, mit welcher Selbstverständlichkeit diese Prioritäten sich verschoben haben? Heute wird überall akzeptiert, dass es der primäre Sinn der Wirtschaft ist, Gewinne zu erwirtschaften, und nict etwa der, bestehende Bedürfnisse zu berfriedigen, und wer darauf hinweist, dass dies eine Pervertierung des ursprünglichen Prinzips ist, wird von dummen, selbstgefälligen und gehirngewaschenen Menschen wie Bombo als Kommunist verschrien.

          Der Kapitalismus wird offiziell immer als Mittel zum Zweck gerechtfertigt; als diejenige Wirtschaftsform, welche sich als die geeigneteste erwiesen habe, um allgemeinen Wohlstand zu bringen. Doch wann immer man darauf hinweist, dass dieses Mittel seinen Zweck nicht erfüllt, wird der Zweck zum Selbstzweck erklärt.

        • lematze Says:

          Mit der 3-Jahres-Rotation musste man auch auf dem Laufenden bleiben, welche Archetypes spielbar waren. Nicht nur das Rausrotieren hat ein Format beeinflusst, sondern auch das Hinzukommen neuer Sets. Eine neue Edition hat zugegebenermaßen keinen so starken Einfluss auf ein Format, wie die Rotation, aber zu behaupten, dass man sich auf einem Deck/Archetype “ausruhen” konnte, entspricht nicht der Wahrheit.

          Zum Gesamtthema:
          Besonders die Preise der Mythics haben mir die Lust auf Standard verdorben. Der obligatorische Cycle an Rare-Duals pro Set ging mir schon auf die Nerven, aber die Mythics sind mir echt zu blöd. Seit dem hab ich, außer durch Draften, keine Karte mehr gekauft, was ich früher regelmäßig getan habe.

          Wenn ich keinen realistischen Zugriff auf alle Karten eines Formats habe, macht mir das einfach keinen Spaß, was für mich auch das Hauptargument gegen Legacy ist. Ich habe einfach keine Freude daran, mir ein Deck zu besorgen und das jedes 2. Wochenende zu zocken.

          Auch wenn der A.P. sich wiederholt, freue ich mich, wenn jemand aus der “Firmenhörigkeit” ausbricht. Dieses “WotC wissen was sie tun”-Gerede und die Akzeptanz, dass Profit über alles geht, gehen mir schon auf die Nerven.

          Trotz allem wird hier doch etwas zu schwarz gemalt. Vielleicht liegt es daran, dass ich erst mit 18 Jahren mit Magic angefangen habe, aber ich habe nie das Gefühl gehabt, süchtig nach neuen Karten zu sein, im Gegensatz zu Zigaretten.

        • nikelrah Says:

          @Andreas: Nach meinem Verständniss ist dies nicht der Sinn der Marktwirtschaft. Sondern dieser besteht tatsächlich daraus, Profit zu erzielen. Dass damit i.d.R. auch eine Erhöhung des Gemeinwohls einhergeht ist ein angenehmer Nebeneffekt und wohl auch der Grund warum sich die Marktwirtschaft in ihren unterschiedlichen Facetten durchgesetzt hat. In der Konsequenz werden Dienstleistungen, die einen zu geringen Profit abwerfen, dann nicht vom freien Markt angeboten bzw. zu nicht akzeptablen Preisen. Hier greift in der soziale Marktwirtschaft der Staat ein, welcher über Steuern diese Dienstleistungen seinen Bürgern bereitstellt (Bsp Strassen, Polizei, Bildungssystem usw). Ob man das alles gut findet ist eine andere Sache, aber es wird doch heute kaum einer Bäcker um gegen den Hunger der Welt zu kämpfen, sondern um Geld zu verdienen – je mehr, desto besser!

          Des Weiteren finde ich, dass dieser Argumentationsstrang sich nicht auf Magic übertragen lässt, da hier nun einmal kein elementares Grundbedürfnis befriedigt wird (obwohl heute ja schon Fernsehen als Grundbedürfnis vom Gesetzgeber angesehen wird ..). Insofern stand für mich nie ausser Frage, dass das primäre Interesse von WotC Geld ist. Solange mir das Spiel Spass macht und für mich preislich akzeptabel ist. Wenn nicht, dass suche ich mir etwas anderes. Aber hier von WotC einen Beitrag zum Allgemeinwohl zu verlangen, ist doch etwas utopisch. Ich stimme dem Drogen vergleich da absolut zu – solange sich der Käufer (willig) melken lässt werden sie es tun. Wer nicht mehr bereit ist, die finanziellen Kosten zu bezahlen, der sucht sich halt ein anderes Hobby oder spielt Pauper, Causual usw. WotC werden ihre Preispolitik erst ändern, wenn sich der Unmut der Käufer über selbige in der Bilanz niederschlägt.

          @lematze: Du hast Recht, “ausruhen” ist sicherlich das falsche Wort. Aber ich fand es dennoch entspannender als die jetzige Jahresrotation. Aber ggf. ist es auch nur mein subjektives Empfinden.


        • Natürlich ist die kapitalistische Wirtschaft primär auf Profit ausgeruchtet, aber worum es mir geht ist, dass wir als Konsumenten uns bereits so weit haben umerziehen lassen, dass wir unsere Bedürfnisse gar nicht mehr einfordern! Wir stellen das Bedürfnis der Unternehmen, gewinne zu erzielen, VOR unser Bedürfnis, mit qualitativ ansprechenden Gütern und Dienstleistungen versorgt zu werden – und das ist eben genau falsch herum und pervers!

          Uns wird anerzogen, die Interessen der Wirtschaft als Gewinnerzieler über unsere als Konsumenten zu stellen. Wer kritisiert, schadet der irtschaft, und der Wirtschaft zu schaden, schadet uns selbst – das ist die Logik heute!

          Aber letztlich ist die Wirtschaft für den Verbraucher da und nicht umgekehrt. Die Wirtschaft darf und soll Gewinne erzielen, aber die Berechtigung dafür erhält sie nur darüber, dass sie unsere Bedürfnisse befriedigt. Gewinne, die gegen die Interessen der Verbraucher erzielt werden, sind nicht lobens- und unterstützenswert.

        • endijian Says:

          “Insofern stand für mich nie ausser Frage, dass das primäre Interesse von WotC Geld ist.”

          Erm, genau.
          Ein paar Mathematiker, Informatiker und Ingenieure haben sich zusammengetan, weil sie festgestellt haben, dass man mit der Produktion von Rollenspielen das dicke Geld machen kann.

        • nikelrah Says:

          @endijian: Als ich mit Magic angefangen habe war Dr. Garfield schon nicht mehr bei den Küstenzauberern und der Konzern längst in Hasbro eingegliedert. Und ich bezweifle, dass diese WotC “for the love of the game” gekauft haben. Insofern steht meine Aussage.

          @Andreas: Dem stimme ich zu, letzten Endes muss der Kunde entscheiden, wie weit er dieses Spiel mitmacht. Z.B. einer der Gründe, warum ich kein Standard spiele – vier Editionen pro Jahr sind mir einfach zu viel. Früher konnte man wenigstens das Coreset und die Un-Sets auslassen. Das geht jetzt dank Chase-Mythic in M20XX wohl nicht mehr.

  7. dauerfreuer Says:

    Ich kann nichts verwerfliches an diesem Artikel finden, eher im Gegenteil. Es ist eine ehrliche Entschuldigung für ein Verhalten was viele von uns mittlerweile so adaptiert haben, das die wenigsten es für falsch halten. Beziehungsweise nach folgender Erkenntnis nichts tun um diesem Übel einhalt zu gebieten. Unsere Gesellschaft ist in vielen Ansichten mittlerweile sehr verdorben. Und das gehört für mich auch dazu, jungen Menschen Abzocke ans Herz zu legen. Ich dachte mir schon oft ähnliches als ich über das Prinzip des Verkaufs von ähnlichern Gütern nachdachte. Viele der Kritiken die hier als Kommentar ihren Einzug in etwas fanden, das ich nur als aufrichtig bezeichnen kann, sind ein Paradebeispiel für ein Wegschauen oder noch schlimmer nicht Einsehen der Sachverhalte die Überhand genommen haben. Meinetwegen bin ich dann auch so ein Nostalgiker, der von ehrlicher Arbeit und Menschlichkeit in einem sozialem Konstrukt träumt.
    Magic war für mich immer ein Hobby, eben ein Spiel unter netten (oder auch manchmal weniger netten) Leuten um eine gute Zeit zu haben. Es ist für mich ein sehr attraktives Schachspiel, in dem man sich seine Figuren selber bastelt, gemischt mit einem leichten Stein- Schere-Papier Prinzip. Nicht nur im Casual sondern auch auf Turnieren. Und ich habe schon lange kein Geld mehr dafür ausgegeben, auf Turnieren aus Protest Budget Decks gezockt und immer die Meinung vertreten, das Magic kein Spiel sein sollte indem der dicke Geldbeutel gewinnt (sowohl die Spiele, als auch die Gewinne von WotC). Aber eine gesunde moralische Einstellungen kann man von Magic-Spielern wohl genauso wenig erwarten wie von einer Demokratie. Es könnte ja mal jemand aus Protest einfach mal Werebear anstatt Tarmogoyf spielen im Grow oder einfach mal den neuen Jace links liegen lassen als Zeichen dafür, das Magic eben ein Spiel und kein Aktienmarkt ist (ohne Quatsch, Bekannte von mir spekulieren mit den Karten, einige sogar erfolgreich). Es wär zum Beispiel mal ein (zugegebenermaßen irrealer) Knaller, wenn alle mal PTQ´s mit Commons spielen, als Zeichen (“Stellt euch vor es wäre PTQ, und keiner spielte Baneslayer…”). Es ist so offensichtlich richtig was hier in diesem Artikel steht, das Wizards die Spielergemeinde auf Standard lenkt, das es mich fast schon schmerzt das so viele es nicht sehen. Wie lange machen die denn ihren Job? Wie viele Marktforscher und Experten haben die für sowas? DIE WISSEN WAS DIE DA TUN, VIELE HIER ANSCHEINEND NICHT! Es muss einigen klar werden was für eine soziale Verantwortung sie (auch in eben diesen nichtigen, kleinen Dingen wie Magic) tragen. Aber ich möchte auch nicht zu weit ausholen. Kurz gesagt: toller Artikel, Eier in der Hose und auch mal fehler beschreiben und einsehen. Fehlt den meisten…

  8. bombo86 Says:

    Wenn Du verallgemeinerst und platt argumentierst, tue ich das auch. Ganz einfach.

    Du vergleichst Magic mit Zigaretten, Alkohol ähnlichen süchtigmachenden Mitteln, wo ist denn bitte Dein Verstand geblieben?

    Es gab mal eine Zeit – die ist wirklich noch gar nicht so lange her! – da habe ich es genossen, AP-Artikel zu lesen, die waren gut geschrieben, die hatten großartige Infos zu Turnieren, Statistiken, Limited und so weiter und so fort. Doch dann hat der kleine Andi so vor 1,5-2 Jahren beschlossen, Magic gaaaaanz doof zu finden und schreibt seitdem nur noch abfällig über das Spiel, beschwert sich über die Hersteller und Designer, kritisiert absolut jede Edition und jede Entscheidung der Verantwortlichen, selbst die Karten an sich findet er bescheuert. Aber anstatt mit dem Spiel aufzuhören, schreibt er weiterhin fleißig Blogs/Artikel, in denen er statt sachlich zu argumentieren nur noch polemisiert oder provoziert, nennt sich selbst “Casual” und was passiert? Die schwache Seite PlanetMTG bietet ihm auch noch ein Forum und die Nickneger, die eh schon immer was gegen WotC hatten, applaudieren ihm auch noch und loben ihn ganz pawlowsisch für seinen Mut. Außerdem, sich mit Kritikern auseinandersetzen hat AP nicht nötig! Er ist ja schließlich wesentlich intelligenter, weitsichtiger, globalisierungskritischer, weniger gehirngewaschen als alle anderen. Bravo! Endlich sagts mal einer.

    Wer ist denn jetzt hier bitteschön selbstgefällig?

    Mir ist (teures) Magic für unsere Jugend allemal lieber als jeder andere Unfug. Denn trotz allen Mythic Epic Super Duper Hyper Chase Rares ist und bleibt Magic ein intelligenter Denksport, selbst wenn man es auf niedrigem Niveau spielt. Und so ein Hobby ist mir in einer Welt voller Unterschichtenmedien ala Dieter Bohlen, Mario Barth und Buschido, in denen die “Hobbies” so unkreativ und dümmlich sind wie WoW, Komasaufen und Leute am S-Bahnhof totschlagen.

    Aber herzlichen Glückwunsch, Andi. Du bist der Kai Diekmann der deutschen Magic-Szene!


    • Mich mit KRITIKERN auseinander zu setzen habe ich tatsächlich nicht nötig, insbesondere nicht mit solchen wie Dir.

      Mit KRITIKEN hingegen setze ich mich auseinander, sogar sehr ausführlich. Das wird dadurch möglich, dass ich Texte schreibe, die man kritisieren KANN – nicht einfach nur widersprechen oder unflätige Beleidigungen von sich geben wie Du es so gerne tust, sondern wirklich sachlich KRITISIEREN, in meinen Gedankengängen einhaken – Gedankengänge, die ich detailliert und nachvollziehbar präsentiere, um Kritik möglich zu machen.

      Posts wie Dein erster in diesem Kommentarthread hier kann man nicht kritisieren, lediglich abstrafen. Mit mir hingegen kann man – wenn man denn dazu bereit ist! – diskutieren.

      Ob ich allgemein intelligenter und weitsichtiger als andere bin, ist für dieses Thema hier irrelevant, aber was Magic angeht, solltest Du einmal über einige Dinge nachdenken, die Dir ja offensichtlich bekannt sind: Ich spiele Magic seit über 15 Jahren und schreibe seit einem knappen Jahrzehnt Artikel darüber. Offensichtlich besitze ich also tiefe Einblicke in dieses Spiel. Wenn ich nun zu Schlüssen gelange, die Du nicht nachvollziehen kannst – liegt das daran, dass ich unverständlicherweise plötzlich unhaltbare Meinungen vertrete, oder daran, dass Du Dich diesen Einblicken verweigerst?

      • bombo86 Says:

        Ich kann sie nicht nur nicht nachvollziehen. Diese Schlüsse halte ich außerdem einfach nur für falsch! Und damit komme ich selber zu dem Schluss, dass Du hier nur populisieren willst (was in Deinem blog ja auch völlig ok ist).

        Ganz nebenbei, ich spiele auch schon 10 Jahre Magic! Ok, keine 15 und nie auf der PT, aber ich habe doch schon ziemlich viel gesehen und erlebt mit dem Spiel.

        Natürlich ist Magic ein Suchtspiel. Was denn auch sonst? Dass Du die Erkenntnis

        “Es ist nichts anderes als ein Suchtprodukt, und es ist gewollt so konzipiert, dass es seine Kunden süchtig macht, ohne ihnen einen tatsächlichen Gegenwert für ihre Ausgaben zu bieten. Magic ist, wie ich zu meinem größten Bedauern einsehen muss, das Gegenstück zu Zigaretten.”

        jetzt erst hast, finde ich schade. ABER: Es ist kein negatives Suchtprodukt, wie Du darstellst. So gesehen ist übrigens alles in einem Fantasyshop Suchtmaterial: Ob Spiele wie Mage Knight (ok, gibts nicht mehr), sämtliche TCGs, Glücksspiele wie Poker und genauso auch Rollenspiele. Selbst Überraschungseier machen süchtig! Wer kennt das nicht, man macht eins auf, keine “Figur” drin, direkt das nächste aufgerissen. Die Schokolade tut ihr übriges dazu.

        Bei Magic ist der Teufelskreis Angefixt-Spielen-mehr Karten wollen-immer mehr wollen nicht so extrem. Früher, pre-Internet-Zeiten, war das schon eher so: Man musste nämlich Booster aufreißen, um gewisse Karten zu bekommen, auch für Commons und Uncommons! Wenn man keinen Einzelkartenshop in der Nähe hatte, musste man mehr und mehr kaufen. In der Ebay/Shop/mkm-Ära kann man sich bequem Karten kaufen… Und wenn einem die finanziellen Mittel fehlen: Kein Problem! Geh Draften! 7 Freunde geschnappt, 10 Euro investiert, stundenlanger Spaß, eventuell auch noch mehr als 10 Euro hinten raus – wo gibts das denn noch?!

        Du kritisiert einfach jede Entscheidung der letzten Jahre von WotC. Ja klar, die machen sicher nicht alles richtig, aber rundweg auf alles einschlagen, so wie Du es tust, ist nicht ok!

        Legalwerden der Sets – wo ist da das Problem? Mich hat das früher immer gestört, dass die nicht sofort legal waren…

        Abschaffen der Grundsets – beste Entscheidung ever, die haben ja wohl nur genervt!

        Dmgonstack fehlt weg – ok, kann man beurteilen wie man will, ich bin da neutral, finde es im Endeffekt ok, vor 6th Edition gabs das auch nicht, müsstest Du doch kennen.

        Mythic-Rares – Für Flavor sicher eine gute Entscheidung, fürs Portmonee natürlich nicht. War zufrieden damit bis Lotus Cobra kam (weil die alles andere als “jaw-dropping” ist), das hat Mythics für mich beschädigt. Aber selbst jetzt finde ich die Grundidee noch gut, grade fürs Limited: In m10 hätte man sonst alle naselang einen Planeswalker getroffen, gegen die man einfach eingeht…

        Reserved List – finde ich auch Quatsch, wie so ziemlich jeder, aber man kann dem auch gute Seiten abgewinnen: Das ist die Garantie, dass Deine Duals nie an Wert verlieren werden!

        Was ist unverständlich daran, dass WotC sein Baby Standard beschützen will? Ich habe nichts gegen das Format Legacy (letzten Endes bin ich mit dem Format T 1,5 aufgewachsen, dass wohl das überflüßigste aller Zeiten war), nur gegen die Community. Je mehr spielbare Formate, desto besser! Ob die List Legacy schadet, wird sich zeigen.

        Magic ist immer noch ein sehr schlaues, tiefes Spiel, das mir immer noch Spaß macht. Und allen anderen bestimmt auch. Aber Du nörgelst immer nur. Tut mir leid, dass ich nicht so fatalistisch wie Du eingestellt bin.

        Nur am Rande, ich glaub nicht, dass die hohen Einzelpreise wie Baneslayer oder Jace an Turnierspielern liegen. Planeswalker sind einfach unendlich beliebt, Wahnsinnskreaturen wie Engel auch, bei Spielern ohne PTQ oder GP Ambitionen. Als Beispiel nenne ich immer die Tolarian Academy. Die hat seit Jahren denselben Wert bzw steigt leicht, obwohl sie nur in einem einzigen Format legal ist (und da nur einmal und nicht mehr so wichtig wie früher). Aber sie ist einfach eine “coole” Karte, die man haben will!


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