Zuletzt stirbt auch die Hoffnung

Neulich habe ich über das Internet bei einem Lieferservice chinesisches Essen bestellt. Heute früh erhielt ich dann eine Mail (ich hatte mich schon gewundert, wozu die zusätzlich zu meiner Telefonnummer auch meine Email-Adresse brauchten!) mit der Bitte, diese Lieferung doch zu bewerten.

Ich gestehe: Ich war zu faul dazu und habe diese Mail einfach gelöscht! Klar, ich hätte das angegebene Link anklicken und ankreuzen können, dass das Essen rasch und heiß geliefert wurde, dass die Sauer-Scharf-Suppe schmackhaft gewesen war, dass jedoch das Hauptgericht (Ente Chop-Suey – ja, ich weiß, ich bin unoriginell) wässrig und fad geschmeckt hatte, und dass der Preis für Essen dieser Qualität einfach deutlich zu hoch gewesen war.

Stattdessen werde ich mein Feedback aber schlicht auf diejenige Art geben wie die meisten unzufriedenen Kunden: Indem ich dort einfach nicht noch einmal bestelle! Das ist nicht besonders nett oder kooperativ von mir, aber mir liegt halt nicht wirklich etwas an diesem Laden, und ich glaube auch nicht wirklich daran, dass auf mein Feedback dort reagiert würde.

Welch verkehrte Welt! Bei Magic Universe hingegen ist das genau die Art von Feedback, welches die dortige Redaktion bevorzugt: Nicht meckern, sondern einfach nicht mehr dort mitlesen! Bislang bin ich diesem Wunsch nicht gefolgt, weil mir an dieser Seite im Unterschied zu jenem Lieferservice halt etwas lag (wenn auch nicht an ihrer jetzigen Redaktion), und weil mir der Gedanke nicht völlig absurd erschien, dass die Dinge sich dort bessern könnten.

Aber irgendwann ist der Punkt erreicht, an dem man aufgeben muss! Diesen Punkt markiert für mich die Reaktivierung ausgerechnet desjenigen Autors, der schon einmal den absoluten qualitativen Tiefpunkt von MU in einer früheren Krise bezeichnet hatte. Eine deutlichere Stellungnahme im Sinne von “Es ist uns doch scheißegal, welches Niveau unser Artikelprogramm hat, irgendwer wird den Scheiß schon lesen!” war wohl nicht mehr möglich!

Und ja, auch dieser Artikel war wieder grottenschlecht, auch wenn die Redaktion einen einfachen Minus-mal-Minus-gleich-Plus-Trick benutzt hat, um diesen Umstand zu verschleiern: Dass er mit einer Verzögerung von einem Monat veröffentlicht und somit auf Grund der Legalwerdung von Mirrodin Besieged längst obsolet war (was an sich bereits ein Unding und ein überdeutliches Zeichen für die völlige Unfähigkeit dieser Redaktion ist), lenkte den Fokus der Leser davon ab, was für einen Mist der Herr Klingbeil auch diesmal wieder verzapft hat! Natürlich war sein Deck auch bereits vor der Rotation Unsinn (und die Deckwahl bequemerweise komplett unbegründet), aber da es gleichzeitig auch offensichtlich veraltet ist, schaut man halt nicht mehr so genau hin. Naja, und ironischerweise bin ich selbst auch mit Schuld daran, dass dieses Machwerk mit einem allgemeinen halb erleichterten “Naja, ganz so furchtbar schlimm war es ja diesmal gar nicht” aufgenommen wurde, da ich die Erwartungshaltung mit meinem vorherigen Kommentar natürlich ins Bodenlose gesenkt hatte.

Nein, wenn eine Redaktion auf massive Kritik an der Qualität ihres Artikelprogramms mit der Rückholung eines Berthold Klingbeil reagiert, während ihr Hauptaushängeschild ein Schreiber bleibt, der es geschafft hat, in einem Forum von PlanetMTG als Troll geschasst worden zu sein (und das ist wahrlich eine Leistung!), dann macht man sich hier über seine anspruchslose (verbliebene) Leserschaft nur noch lustig: “Leute, fresst Scheiße – es gibt nix anderes mehr!”

Wobei das nicht ganz richtig ist: Die Texte von Till Riffert sind durchaus von höchst annehmbarer Qualität, und Florian Reiter ist ein durchaus talentierter Schreiber, wenn auch mit dem Dauermanko, ausgerechnet von dem Kernthema seiner Artikel (Magic) nicht besonders viel zu verstehen. Gerade für diese beiden Autoren ist das Gesamtumfeld, welches die Redaktion dieser Seite zuletzt so beharrlich geschaffen hat, nichts weniger als eine Beleidigung! Vielleicht wäre es ja so langsam an der Zeit, das sinkende Schiff den Ratten zu überlassen? (jaja, schon klar, der Spruch geht anders…)

Na schön, das ist dann wohl einer der Fälle, in denen der Klügere nachgeben muss. Die MU-Redaktion erhält jetzt endlich die Art von Feedback für ihre miserable Arbeit von mir, die sie sich wünscht: Ich besuche diese Seite nicht mehr. Die Kempe- & Klingbeilfans können von nun an unter sich bleiben (natürlich abgesehen von den psychopathischen Kommentaren von Kempes Ex-Spezi Duodax), und die Ghettoisierung von MU (es kann auch sein, dass der korrekte Terminus “Abandonment” lautet) kann ungehindert weiter fortschreiten.

Es ist natürlich schade, diese Seite, die Tobi einst mit so viel Engagement als ernsthafte Konkurrenz zum Planeten hochgezogen hatte, und auf der ich in früheren Zeiten selbst eine nahezu dreistellige Zahl von Artikeln veröffentlichte, jetzt völlig aufgeben zu müssen. Alles andere ist jedoch unterdessen nicht mehr zu verantwortende Verschwendung meiner Zeit und meiner Nerven. Es gibt genügend andere und bessere Möglichkeiten, seine Zeit im Internet zu vergeuden (und es bringt mich auch meinem Ziel näher, überhaupt weniger Zeit darin zu vergeuden).

Man darf auch nicht vergessen, dass das Artikelprogramm von MU eigentlich dem Zweck dienen soll, potenzielle Kunden zu dem dort angeschlossenen Shop zu locken! Da die Präsentation dieses Artikelprogramms aber unterdessen längst ein Negativimage für die Seite bedeutet, wäre es zumindest für den Betreiber wohl das Beste, diesen Kadaver zu beerdigen, bevor der Gestank allzu schlimm wird. Man stelle sich nur vor, ein Besucher der Seite schlösse von der Professionalität ihres redaktionellen Teils auf die Professionalität des dazugehörigen Internethandels! Das ist nichts weniger als geschäftsschädigend.

Andererseits will man als Leser natürlich die Hoffnung nicht aufgeben, dass irgendwann doch noch einmal ein Neuanfang auf MU passiert! Mit dieser Redaktion allerdings, die ihr gesamtes Engagement anscheinend dort hinein steckt, ihre eigene Inkompetenz wegzudiskutieren und Kritiker zum Schweigen zu bringen, ist dies offensichtlich nicht mehr möglich. Ob sich allerdings noch jemand findet, der sich dieser Herkulesaufgabe annimmt (der fünften, falls jemand es genau wissen will), das ist noch die Frage. Die Beschädigung von MU wurde in letzter Zeit dermaßen gründlich und nachhaltig betrieben, dass man ernsthaft auf den Gedanken kommen könnte, da müsse die Konkurrenz dahinterstecken…

Nun ja, das Pferd ist tot, ich steige ab. Sobald ich mich ein paar Schritte entfernt habe, verfliegt gewiss auch dieser unerträgliche Gestank in meiner Nase.

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4 Comments on “Zuletzt stirbt auch die Hoffnung”

  1. ETiTho Says:

    Der Herkulesvergleich ist gut :D (Auch wenn ich erstmal nachgucken musste, welche Aufgabe die fünfte war, aber sie passt sehr gut).
    Vielleicht täte es MU gut, die Regelmäßigkeit etwas aufzugeben und sich dafür auf die Perlen in der Schreiberriege zu konzentrieren. Und die sollen dann auch bitte nur schreiben, wenn sie auch was zu sagen haben. Die meisten wöchentlichen Artikelserien leiden unter dem Druck jede Woche was bringen zu müssen. Dann wäre das Artikelprogramm nämlich auch wieder echte Werbung für den Shop.
    Gruß
    ET

  2. smileydexter Says:

    Was lese ich HIER für einen Mist? Niemand liest gerne Kempe oder Klingbeil Artikel.
    Die meisten Leute denken sich einfach wasn das fürn Quatsch und lesen das gar nicht zuende.
    Irgendjemanden braucht es ja der sagt wenn schlechte Artikel schlecht sind.
    Schön für dich dass du Abstand nimmst aber hier aufzustellen dass Steve und Klingbeil viele Fans haben ist wohl bullshit.

  3. muerrischemasse Says:

    Hi AP
    ist ziehmlich offtopic aber ich schreibs trotzdem mal:
    Ich bau grad deine Draftumgebung Drachenfarben nach (für eventuelle Mitleser http://www.planetmtg.de/articles/artikel.html?id=5561 ) und würde mal fragen ob deine Umgebungen für mit oder ohne “damage on the stack” konstruiert wurden. Ach ja könntest du bitte deine Limited-Pools posten sobald sie fertig sind. Deine bisherigen fand ich nähmlich ganz interessant.

    Mürrische Masse


    • Ja, das ist sehr offtopic, aber ich habe auf Zeromagic keine Seite für allgemeine Kommentare, wie ich gerade feststelle, also was soll’s.

      Ich erstelle alle Limited-Umgebungen für die aktuellen Magic-Regeln. So sehr ich Damage auf den Stack vermisse, so wenig Sinn sehe ich trotzdem darin, die offiziellen Regeländerungen nicht mitzugehen.

      Seit dem Artikel habe ich auf Zeromagic noch den “Sturm auf Atlantis” veröffentlicht: https://magicthegatheringblog.wordpress.com/2010/09/04/noch-eine-draftumgebung-der-sturm-auf-atlantis/

      Ansonsten haben meine bisherigen Draftumgebungen für die Praxis erst einmal mehr als ausgereicht. Ich entwerfe zwar ab und zu weitere (weil’s ja auch Spaß macht), aber das sind dann halt nur ungetestete Listen, die ich nicht physisch umgesetzt habe, und die sich auch teilweise noch sehr stark ändern (weil ich auch meinen Gesamt-Limited-Pool ständig überarbeite – zum Beispiel habe ich das Snow-Thema gekickt: Ich konnte mir zwar beweisen, dass ich eine Umgebung schaffen konnte, in der es funktionierte, aber letztlich war es mir den Aufwand nicht wert – oder weil sie nur theoretische Konstrukte sind, mit denen ich prüfe, welche Themen ich sinnvoll mit meinem Pool in welcher Größenordnung kann).

      Ich hatte auch überlegt, mal wieder welche zu posten, aber dann war mir das zu viel Arbeitsaufwand, um lediglich vorläufige (bzw. nie für die Praxis gedachte) und ungetestete Umgebungen zu präsentieren. Da ist es doch besser, Du machst Dir Deine eigenen Gedanken!

      Um DIr zu verdeutlichen, was ich meine: Die letzten beiden Umgebungen, die ich entworfen habe, sind eine, die ich noch perfektionieren will, bevor ich sie in eine mehr oder weder endgültige Form bringen will, und deren jüngste Version ein Thema enthält, für das ich die Karten unterdessen aus meinem Pool entfernt habe (Splice), weil es den Aufwand nicht wert ist und sich beim Draften vermutlich genau so erzwungen anfühlt, wie es auch tatsächlich ist: Es ist für mich zum Kriterium geworden, Karten aus meinem Pool herauszuschmeißen, wenn ich mit ihnen eigentlich gar nicht spielen will, weil sie so doof sind, auch wenn es Themen gibt, die sie benötigen – jetzt fliegen eben auch diese Themen heraus, weil DIE halt doof sind (jüngste Opfer waren Snow & Splice). Die Umgebung selbst jedoch behalte ich in unfertiger Form bei, bis ich sie zu meiner Zufriedenheit vervollständigen kann. (Unter anderem hoffe ich da auf das nächste Set.)

      Die andere Umgebung war nie wirklich zum Spielen gedacht, sondern nur um zu sehen, ob es überhaupt geht: Schauen, was man machen KANN, ohne sich zu fragen, ob man es machen SOLLTE. Es ist eine komplett farblose Umgebung (Ziel ist es, dass es 100%ig egal ist, welche Basics man benutzt.) Vielleicht ist das sogar ganz lustig, wenn man es mal zur Abwechslung macht, aber auf Dauer fehlt da natürlich schon ein wesentliches Element von Magic, und außerdem fühlt sich diese Umgebung irgendwie nur zu 90% fertig an und wartet ebenfalls auf das nächste Set, um die letzten Füller hoffentlich loszuwerden un durch Karten zu ersetzen, welche das Drafterlebnis aktiv verbessern.

      Diese Umgebungen werde ich posten, wenn sie sich irgendwann in einem stabilen Zustand befinden, mit dem ich zumindest vorübergehend zufrieden bin.

      Ich denke, gerade mit den “Drachenfarben” kann eine Spielergruppe sich doch recht lange beschäftigen. (Beachte aber bitte, dass diese Umgebung für Purchase Draft entworfen wurde, nicht für Zweidritteldraft – im Zweidritteldraft würde die sehr unterschiedliche Kartenstärke daüfr sorgen, dass man Bomben firstpickt und dann sein Deck drumherumdraftet, was eher langweilig und glücksabhängig ist. Das ist ja das Schöne an Purchase Draft, dass es einem ermöglicht, sehr starke Karten in eine Umgebung zu integrieren, ohne dass Drafts dadurch zum Selbstläufer werden!)

      Aber auch “Drachenfarben” habe ich unterdessen nicht mehr in der exakten Form beibehalten, da mein Pool sich verändert hat. Insofern sind alle meine Umgebungen letztlich Momentaufnahmen.


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