Waterworld

Bevor ich zum eigentlichen Thema dieses Eintrags komme, ein paar Worte zu meiner jüngsten Umfrage: Tatsächlich kannte doch beinahe jeder Dritte meinen Fantasy-Fortsetzungsroman Die Anstalt von Arkheim noch nicht! Offensichtlich ist es doch sinnvoll, noch häufiger darauf hinzuweisen. Und noch ein Tipp für diejenigen, die bislang noch nicht dazu gekommen sind: Einfach die Kapitelübersicht bookmarken und immer, wenn man mal ein paar Minuten Zeit hat, ein Kapitel lesen! Alle Kapitel sind mit 1000 bis 2000 Wörtern extra für das gelegentliche Lesen vor dem Bildschirm portioniert.

Nun aber zu Magic!

Zur Zeit experimentiere ich mit selbstgemachten Limited-Umgebungen herum, um herauszufinden, was funktioniert und was nicht. Ein interessanter Abweg, auf den ich dabei geraten bin, ist der Wasserweg: Mein Ziel war es, Karten auf besonders niedrigem Power Level zu benutzen (und mit “benutzen” meine ich, dass man sie auch tatsächlich in sein Deck steckt und damit spielt). Weil das Ganze nur ein Experiment war, wollte ich die Umgebungsgröße minimal klein halten: 192 Karten, die sich alle im Pool befinden (ich kehrte also zu 12-Karten-Boostern zurück). Um dem Problem des sich selbst abwickelnden Draftverlaufs aus dem Weg zu gehen, das auftreten kann, wenn man zu viert in einer kleinen Umgebung mit einfarbigen Karten draftet (man findet rasch seine Farben und nimmt einfach immer die Karten daraus), kam ich auf die Idee, eine Umgebung zu schaffen, in der alle Spieler alle Karten benutzen können, so dass sie beim Draften ein Maximum an Optionen besitzen.

Somit entstand also die einfarbige Umgebung Waterworld. Nach der Enttäuschung mit The Simple Things wurde ich diesmal sehr angenehm überrascht: Sowohl das Draften als auch das Spielen macht mit Waterworld so richtig Spaß! Obwohl alle Spieler blaue Decks draften, gibt es doch genügend Spielraum für taktische Ausrichtungen und Synergien, dass diese Decks sich spürbar unterscheiden. In meinem ersten Probedraft entstanden ein auf Artefaktrekursion basierendes Deck; ein sehr manareiches Fatty-Deck, welches seinem Manaüberschuss mit Manlands und Filtereffekten entgegenwirkte; ein klassisches auf Countern und Kartenziehern basierendes Kontrolldeck; sowie ein Beatdown-Deck mit Affinity- und Metalcraft-Synergien.

Vor allem das Spielen hat mich aber begeistert! Die sehr ausgeglichenen Kartenstärken führen dazu, dass man endlich wieder MAGIC spielt – Wechsel zwischen Offensive und Defensive, Ressourcenmanagement, Abtauschen, graduelles Akkumulieren von Vorteilen, Bluffen, vor allem aber ständiges Evaluieren des Boards, der eigenen und (vermuteten) gegnerischen Hand und der Decks – nicht Killerkreaturen, für die man entweder ein Removal hat oder sofort an ihnen stirbt, bestimmen die Partie, sondern komplexe Situationen, in denen Karten wie Myr Retriever, Perilous Myr, Quicksand, Voyager Staff oder Buyoancy Schlüsselrollen einnehmen, und die von Glass Golem, Phyrexian War Beast, Clockwork Condor und Somber Hoverguard dominiert werden. Das ist das Spiel, das mich damals gegen meinen erklärten Willen begeisterte!

Diesmal kann ich also aus voller Überzeugung eine Empfehlung geben: Waterworld macht Spaß! Sicher ist das keine Umgebung, die man ein Dutzend Mal benutzen möchte, aber sowohl für weniger erfahrene Spieler, welche die Grundlagen der Magic-Strategie noch erlernen, als auch für alte Hasen, die das “Grassroots”-Feeling vermissen, als auch für die neue Generation Spieler, für die Siege in Magic untrennbar mit goldenen und violetten Symbolen verknüpft ist, ist sie als Lehrstück und amüsante Abwechslung hervorragend geeignet.

Da alle Karten der Umgebung sich auch im Pool befinden, wegen der Homogenität des Power Levels, aber vor allem schlicht aus Faulheit habe ich diese Umgebung nicht in Seltenheitsstufen unterteilt – gründliches Mischen und Aufteilen auf die Booster reicht völlig aus, denke ich.

Hier ist also

Waterworld!

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14 Comments on “Waterworld”

  1. iyokai Says:

    Hi,
    ich hab in den letzten Jahren mit ein paar Freunden und einigen notdürftig zusammen gesuchten Leuten, damit wir zumindest mal sieben sind, immer mal wieder mit den jeweils erschienenen Editionen einen Draft gespielt. Da wir halt nicht immer aufs Neue Geld für nen neuen Display ausgeben wollten, haben wir schon den Versuch gestartet einen Display mehrmals zu draften und so Geschichten. Die Sparversuche sind leider alle mehr oder weniger nicht zufriedenstellend ausgegangen, was vorallem daran lag, dass nur drei Leute wirklich ein Interesse am Fortbestand hatten.

    Und an dieser Stelle hab ich dann durch deine, nun sagen wir mal ‘alternativen’, Kommentare auf magicuniverse.de deinen Blog hier gefunden auf dem du Draftumgebungen für vier Spieler offerierst. Das passt mir/uns natürlich super in den Kram.

    Das Problem hier ist allerdings, dass wir praktisch keine Karte vor Ravnica besitzen, villeicht noch ein bisschen Kamigawa, da hörts aber schon auf.
    Zehn Karten hätten wir sicher einigermaßen passend erstezt bekommen, aber bei einem groben Überschlag unserer Verfügbarkeit fehlten eindeutig zu viele Karten.

    Beim Spielen ist das Gefühl der Karten, wenn die richtigen in Händen halt aber eben viel besser, als wenn man ein Land in einer Hülle mit lieblos reingestopften Zettel vor sich hat.

    Waterworld probieren wir sicherlich mal aus, ich möchte dich aber fragen, ob du vielleicht auch Umgebungen designen könntest, die so ungefähr ab Ravnica starten?
    Es gibt sicher noch mehr Interessierte, die noch nicht seit 10 Jahren Magic spielen und denen so ein immenser Teil der Karten fehlt.

    Ich und meine Mitspieler würden sich auf jeden Fall freuen!

    Grüße
    Jan


    • Hi Jan,

      es ist halt so, dass ich meine Limited-Umgebungen für den Eigenbedarf designe und sie für Interessierte sozusagen als Bonus veröffentliche. Mein Interesse gilt dabei nun einmal Magic in seiner Gesamtheit seit 1993 – das macht das Ganze doch so interessant!

      Es macht aber auch Spaß, Umgebungen selbst zu kreieren. Also: Setz Dich doch einfach dran! in meinem Artikel auf PlanetMTG habe ich eine Menge Dinge beschrieben, auf die man dabei achten muss oder kann.

      Wenn Ihr Karten ab Ravnica habt, könntet Ihr ja zum Beispiel eine Umgebung basteln, die auf dem Ravnica-Block, dem Alara-Block und Eventide basiert (Eventide hilft dabei, diejenigen Gilden zu unterstützen, die sich nicht so gut mit den Shards vertragen).

      • iyokai Says:

        Klar, wenn du deine Basteleien in erster Linie nur für dich machst, kannst du dich an ein all Editionen umfassenden Werk erfreuen.

        Aber es kann dir doch genauso Spaß machen einen funktionierenden Kartenpool ab Ravnica oder nur mit den letzten x-Editionen zu erstellen.

        Nunja, ich werde mir deine Artikel auf PlanetMTG mal anschauen, hoffe aber trotzdem, dass du mich mit einer tollen Umgebung mit neueren Karten überraschst (Dann muss ich das nämlich net selber machen ;-))

        grüße

    • muerrischemasse Says:

      Hi Jan,
      Also ich hab mich unter anderem auch wegen der Kartenverfügbarkeit für den Nachbau von Drachenfarben (http://www.planetmtg.de/articles/artikel.html?id=5561) entschieden. Da sind hauptsächlich Karten aus den Blöcken Ravnica, Eventide, Alara und Invasion enthalten. Du hättest also schon die meisten. So teuer war das Besorgen der fehlenden Karten für mich auch nicht,obwohl ich auch erst bei Kamigawa angefanngen hab. Man muss nur einen Händler bei MKM finden, der eine Masse an wertlosen Karten aus dem jeweiligen Block besitzt und diese auch zu akzeptablen Preisen verkauft. Der “Nachteil”(oder eben Vorteil) ist eben dass man damit nur Purchase Drafts machen kann.
      MfG
      Muerrische Masse


      • Ja, das ist eine sehr schöne, wenn auch ÄUSSERST skillintensive Draftumgebung mit hohem Replay Value, da auf Grund der farblichen Struktur und der Mechanismen des Purchase Drafts jeder Draft völlig unterschiedlich verläuft! Ohne Drafterfahrung, Sicherheit in der Kartenbewertung und Kompetenz im Erstellen komplizierter Manabasen ist man da allerdings wohl ziemlich aufgeschmissen… Und natürlich sind die Partien vergleichsweise bombenlastig, aber das sieht man dem Pool ja wohl auch an, oder?

        Finanziell sollte die Anschaffung per MKM auch wirklich kein besonderes Problem darstellen, insbesondere, wenn die Karten ab Ravnica vorhanden sind! Die Filterländer sind halt essenziell für diese Umgebung; die müssen schon vorhanden sein. Ansonsten habe ich beim Überfliegen an teuren Karten nur Figure of Destiny gesehen (sollte auch vorhanden sein, sie ist ja aus Shadowmoor), sowie Engineered Explosives, die man zur Not durch irgendetwas anderes ersetzen kann, was Vielfarbigkeit belohnt (zum Beispiel Maelstrom Archangel), auch wenn sie in einer von 6-Mana-Drachen beherrschten Umgebung schon eine besonders pikante Rolle spielen (das sind so die kleinen, amüsanten Details, auf die man beim Zusammenbasteln einer Umgebung achten kann!) Dann ist da noch ein Doran für weniger als 2€ unterdessen (und auch aus Lorwyn) – und alles andere befindet sich doch im Cent-Bereich, oder?

        Ich denke, selbst wenn man sich die gesamte Umgebung zusammenkaufen muss, zahlt man dafür weniger als für zwei Jace TMS, und das hauptsächlich für die Filterländer – und mal ganz ehrlich: Die will man doch sowieso haben, oder?


  2. Übrigens habe ich Waterworld jetzt noch einmal mit einer Gruppe von beginnenden / nur sehr gelegentlich spielenden Magicspielern ausprobiert und bin mit dem Ergebnis äußerst zufrieden! Gerade, um Leute ohne bisherige Limited-Erfahrung an das Konzept des Draftens und Deckbaus im Limited heranzuführen, ist diese Umgebung einfach hervorragend geeignet, und selbst bei unerfahrenen Draftern entstehen erstaunlich unterscheidbare Decks. Die Spiele wiederum neigen dazu, recht lange zu dauern (obwohl nur ein einziges Spiel durch Decktod entschieden wurde) und nicht durch “Bomben”, sondern durch graduelles Akkumulieren von Vorteilen und gutes Spiel entschieden zu werden – genau so, wie es sein soll!

  3. blackdragonstudios Says:

    Ich bin gerade dabei Drachenfarben nachzubauen und wollte wissen wie viele Basiclands dafür bereitgestellt werden sollten.

    mfg. blackdragonstudios


    • Also, ich stelle bei meinen Drafts jedem Spieler 15 Basic Lands jeder Art zur Verfügung. Das kann man natürlich auch anders handhaben. Es spricht nichts wirklich Zwingendes dagegen, allen Spielern “ausreichend” Länder für alle realistischen Fälle zur Verfügung zu stellen (was in der Praxis wohl 20 bedeutet, wenn Ihr keinen in der Runde habt, der im Limited 60-Karten-Decks spielt). Ich mag es allerdings, wenn Spieler, die einfarbig spielen wollen (was bei “Drachenfarben logischerweise nicht zu erwarten ist), beim Draften einen besonderen Anreiz haben, Non-Basic Lands zu picken (das ist insbesondere bei “Waterworld” sehr relevant). Der andere Grund ist, dass 5*15=75 Länder in Hüllen genau in eine Deckbox passen, so dass ich jedem Spieler einfach eine Box mit seinen Basics hinstellen kann. Schließlich benutze ich für meine Drafts die schicken Full-Art-Länder aus Zendikar (und jeder Spieler kriegt jeweils andere Bilder, was das Auseinandersortieren vereinfacht und schlicht sehr hübsch aussieht), von denen ich nicht mehr als jeweils 15 pro Art und Bild besitze.

      Eine andere Möglichkeit wäre, die Basics bewusst zu verknappen, damit für die Spieler ein besonderer Anreiz besteht, bunt zu spielen und Länder zu draften. Wenn Du damit herumexperimentieren willst, dann tu es halt! Ich habe jedenfalls immer 15 pro Sorte pro Spieler ausgegeben (was in der Praxis bei “Drachenfarben” bedeutet: “weit mehr als genug”).

  4. iyokai Says:

    Hey,
    so Samstag haben wir nach der mühevollen Pappschildchen eintütung (Wir hatten genau 189 brauchbare, gleichaussehenden Hüllen^^) Waterworld gedrafted.
    Der Draft nötigte deutlich mehr entscheidungen ab, als es gewöhnlicherweise der Fall, man könnte seinen Haufen in differenzierte Archetypen entwickeln usw. und auch die Spiele waren mit den doch recht einfach anmutenden Karten von einer angehnemen Komplexität.
    Ein Spiel habe ich durch Kartentod verloren, nachdem ich in den ersten Runden stolz eine dreifache Mulldrifter-Rekursion hinbekommen habe^^

    Allerdings sind die für Deckbau verfügbaren 32 Karten gefühlte 4 zu wenig. Bei haben pro Deck 16 Länder mehr als ausgereicht, sodass zusammen mit Manlands o.ä. lediglich 4-5 Karten nicht ins Deck gewandert sind

    Der Abend hat sich auf jeden Fall gelohnt, in miner Magic-AG an der Schule wird Waterworld jedenfalls noch genutzt werden. Unseren nächsten Draft planen wir jedoch dann mit dem noch höher gepriesenen Vier Männern im Schnee, dann auch mit ausreichend Hüllen für Länder, damit diese nicht durch die umgetreten,.ausgedruckten Zettel symbolisiert werden müssen

    Ein vierfaches Lob an Andreas!


    • Danke schön!

      Ich habe zufällig gerade gestern auch noch einmal Waterworld gedraftet und war ebenfalls wieder höchst zufrieden mit dem Ergebnis (ich habe übrigens in einer Partie vier Mal den selben Opt gespielt – Scrivener, Clone, Voyager Staff…) – die einzige echte Einschränkung, die ich in meiner Empfehlung machen will, ist diese: Waterworld ist keine Draftumgebung für “die Ewigkeit”. Wenn man sie zwei, drei Mal gedraftet hat, wächst langsam der Wunsch nach Abwechslung. Gerade als Einstieg für unerfahrene Drafter kann ich Waterworld jedoch nur uneingeschränkt empfehlen, und die Spielabläufe sind wirklich Magic at its best!

      Ich sehe in Waterworld Decks mit 16 Ländern auch als die Regel an. Ich habe gestern 15 Länder plus Guardian Idol (plus eine Handvoll Cantrip-Effekte) gespielt, darunter 3 Non-Basics, und hatte so vier gedraftete Karten im Sideboard. Das hat mir aber auch absolut ausgereicht, muss ich sagen! Wenn man ein größeres Sideboard hat, stellt sich die Frage, ob man die zusätzlichen Karten überhaupt benutzt. Aber klar, wenn Euch das zu wenig ist, probiert es halt entweder mit 13-Karten-Boostern (dann müsst ihr der Umgebung noch 16 Karten hinzufügen), aus denen ihr weiterhin die letzten vier weglegt – dann erhält man aus dem Booster, den man öffnet, 3 Karten und insgesamt die gewünschten 36. Alternativ dazu kann man natürlich auch einfach nur drei Karten im Booster lassen (das wäre dann Dreivierteldraft), mit ansonsten dem selben Ergebnis. Nach meinen eigenen Experimenten empfehle ich zur Zeit aber, bei 32 gedrafteten Karten zu bleiben.

      “Vier Männer im Schnee” wird übrigens DIESES Problem, falls Ihr damit wirklich eines habt, nicht entspannen – eher im Gegenteil, da hier zwingend viele Snow-Covered-Länder gedraftet werden. Diese Umgebung würde ich übrigens nicht höher loben als Waterworld – sie draftet und spielt sich zwar auch recht nett, aber besonders stolz war ich auf diese Umgebung hauptsächlich deswegen, weil sie mein erster Versuch war (und gleich gelungen), und weil sie besonders kompliziert war. (Allerdings erwächst in mir gerade die Vermutung, dass ich ein grundlegendes Problem hier nur mit blindem Glück umgangen habe. Vielleicht schreibe ich dazu gleich nich einen EIntrag.)

      Das höchste Lob für Draft und Gameplay hat sich unter den Zweidritteldraftumgebungen übrigens bislang Rorschachs Welt verdient! Hier sind die draftbaren Decks noch ein wenig ausdifferenzierter als bei Waterworld, das Flavor ist etwas stärker, und der Replay Value vermutlich ein wenig höher. (Auch wenn man darin keine Dinge wie “Psionic Gift auf meine Kreatur – Ha, Redirect auf MEINE Kreatur – nix ist, Negate auf Redirect – von wegen, Twincast auf Negate auf Negate!” machen kann…)


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