Von langsamer Entfremdung und vermutlich unbegründeter Hoffnung

Natürlich schaue ich mir immer die Coverage der Deutschen Magic-Meisterschaft an (es ist das erste Jahr, in dem der Planet keine deutschsprachige Coverage anbietet, richtig?). Diesmal merke ich jedoch, dass ich eine neue Perspektive entwickelt habe, die sich im Großen und Ganzen in einer Frage zusammenfassen lässt: Wen kenne ich eigentlich noch? Die letzten paar Jahre war ich praktisch nicht mehr aktiv gewesen und hatte mich lediglich im Internet herum getrieben. Seit ein paar Wochen meide ich zusätzlich auch noch die Überreste der deutschen Netz-Community, aber in dieser kurzen Zeit verpasse ich natürlich selbst im schnelllebigen Magic nicht den Aufstieg neuer “It-Player”.

Deutscher Meister ist also Helge Nelson – nie vorher gehört (gelesen), den Namen! Immerhin scheint er ein starker Drafter zu sein und zu wissen, wie man ein klassisches Deckkonzept konsequent umsetzt und erfolgreich spielt, und ich habe bislang kein Video von ihm im Netz gesehen, auf dem man erkennen kann, wie er seinem Gegner das Deck zurechtlegt.

Tobias Dreger und Jan Hammerich, die beiden jüngsten Top-8-Teilnehmer, sagen mir ebenfalls gar nichts. Die Namen Fabian Görzgen und Martin Zimmermann GLAUBE ich im Kontext von Magic schon einmal gelesen zu haben, aber ich könnte weder sagen wo, noch mit Sicherheit dass.

Die übrigen drei gehören dann jedoch zur alten Garde des deutschen Magic: Michael Müller und Michael Diezel verbinde ich mit meinen allerersten Bewegungen in der deutschen PTQ-Szene, und Bernd Brendemühl ist zwar nicht ganz so vorsintflutlich, mir aber auch schon seit ca. einem Jahrzehnt geläufig. Ihnen ist jedoch gemeinsam, dass keiner von ihnen wirklich jemals zur Spitze der deutschen Spielerschaft gezählt hat – MiDi, der erfolgreichste von ihnen, hat nie den Durchbruch auf PT-Niveau geschafft und ist hauptsächlich durch seine Constructed/Casual-Hybrid-Kolumne beim Planeten bekannt; Bernd ist mir (wenn ich ihn da nicht verwechsle) als BurningBernd in Erinnerung, der zumindest in seinen frühen Jahren den Ruf hatte, immer Rot zu spielen, egal, ob es gerade gut war oder nicht; und Michael Müller kenne ich hauptsächlich aus zahlreichen Kommentaren, in denen er seine intellektuelle Überlegenheit postulierte, der sich aber selten die Mühe machte, seine Standpunkte auch argumentativ zu unterfüttern, und dessen erzielte Ergebnisse ihm auch nicht gerade Autorität verliehen. Ja, alle drei gehören zur “alten” Garde, aber keiner von ihnen zur ersten. Wenn ich sie jetzt in diesen Top 8 als Vertreter der früheren Magic-Generationen sehe, beschleicht mich ein bisschen das Gefühl: Das sind halt die besten, die noch übrig geblieben sind…

Von all diesen Leuten ist Michael Diezel der einzige, der mir als in der deutschen Szene aktiv in Erinnerung ist. Wo aber sind die anderen Aktivposten dieser Szene gelandet? Wo finde ich die übrigen Namen, denen ich im Netz immer und immer wieder begegnet war?

Zunächst ist da auf Platz 14 mit Florian Pils einer der beiden deutschen Spieler, die sich in Schlagdistanz zu 100 Lifetime Pro Tour Punkten befinden, und er verkürzt mit diesem Ergebnis den Abstand, wenn ich das richtig sehe, auf 3 Punkte. Aber eigentlich will ich mich lieber auf diejeingen Spieler konzentrieren, welche mir durch ihre Allgegenwart in der Community im Gedächtnis geblieben sind.

So zum Beispiel auf Platz 15 Florian Reiter, der unterdessen auch bereits altgediente MU-Kolumnist, welcher in seinen Texten immer eine auffällige Diskrepanz zwischen seinem guten Schreibstil und seiner fachlichen Kompetenz offenbarte. Nun, Platz 15 ist eine sehr anständige Platzierung! Hat er dazu gelernt? Ist er ein besserer Praktiker als Theoretiker? Ist es schlicht Varianz? Oder befindet sich Handsome bereits im “Einäugiger unter Blinden”-Territorium?

Der ehemalige Rookie of the Year und Blackborder-Kolumnist Lino Burgold ist auf Platz 24 vermutlich unter seinen Erwartungen, aber eben noch im normalen Varianzbereich für Top-8-Anwärter platziert. Allerdings zeigt seine Karriere seit seinem großen Erfolg recht stetig nach unten – er droht zu einer Art ehemaligem Sommerhit zu werden.

Auf Platz 28 sehe ich Thomas Steeger, in dem ich einen eifrigen Foristen namens “Comodope” oder so ähnlich wiederzuerkennen glaube, dessen Postverhalten ich als typisch für die neuere Generation Magicspieler in Erinnerung habe: Großkotzig, allgemeine Wahrheiten postulierend, keine schlüssigen Begründungen abgebend.

Dann ist da auf Platz 34 Alexander Kreuz. Hier habe ich hauptsächlich in Erinnerung, dass ÜBER IHN gepostet wurde – neben Ashraf und mufl0n ist er wohl der häufigstbesprochene Spieler in der deutschen Magicgemeinde! Mögkicherweise hat er auch selbst öfter mal etwas gepostet, aber mein Bild von ihm ist hauptsächlich durch die Kommentare anderer geprägt, und es wäre nicht fair, mir alleine danach eine Meinung zu ihm zu bilden.

Auf Platz 37, mit einem bereits recht ausgeglichenen Score von 8:6 (falls er keine Draws hatte), finde ich dann Florian Koch, ebenfalls ein Kolumnist beim Planeten. Während Lino Burgold zumindest noch eine Karriere im Sinkflug zu verzeichnen hat, ist Florian ein geradezu exemplarisches One-Hit-Wonder! Er hat einen Grand Prix gewonnen, und wenn man seine Kolumne las oder ihn ansonsten in der Berichterstattung großer Events suchte, fragte man sich, wie eigentlich…

Direkt hinter ihm, auf Platz 38, befindet sich mit Till Riffert dann wieder ein MU-Kolumnist, diesmal jedoch einer, der in seinen Artikeln kontinuierlich bewiesen hat, dass er tatsächlich etwas von Magic versteht. Ihm hätte ich eine bessere Platzierung gegönnt. auch wenn sein Score natürlich weit davon entfernt ist, eine Schande zu sein.

TrashT, einer der beiden wirklich großen Namen im Feld, befindet sich dann punktgleich auf Platz 45 – zu wenig für seinen Ruf, seine große Klappe und vermutlich auch seine Erwartungen, aber möglicherweise angemessen für seine tatsächliche Spielpraxis der letzten Zeit.

Simon Görtzen ist der andere deutsche Spieler knapp unterhalb der 100 Pro Tour Punkte Schwelle. Mit Platz 51 ist er diesem Ziel nicht näher gekommen. Er und Florian Pils sind wohl zur Zeit am nächsten dran, als aktive deutsche Spitzenspieler bezeichnet werden zu können (wenn man TrashTs und Kais gelegentliche Comebacks nicht als Wiederaufnahme ihrer Karrieren interpretiert). Ihr Abstand zur Weltspitze ist jedoch leider enorm.

Kai Budde findet sich dann mit einem ausgeglichenen Score (wieder, falls keine Draws dabei sind) auf Platz 62. Kai erinnert mich zuletzt ein bisschen an Jimmy Connors Anfang der 90er – er ist weit davon entfernt, sich zu blamieren, aber man kommt nicht umhin, ihn mit sich selbst in seiner großen Zeit zu vergleichen, und man fragt sich, ob ein Abtritt auf dem Höhepunkt seiner Kariere nicht sinnvoller gewesen wäre. Andererseits ist Magic natürlich nicht Tennis, und ein RICHTIGES Comeback von Kai wäre daher durchaus denkbar (wenn er auch natürlich nicht zu jener damaligen totalen Dominanz zurückfinden kann). Daher ist es schon schade, dass Kai nicht mehr viel mehr tut, als Olivier Ruel nach Lifetime Pro Tour Punkten auf Distanz zu halten.

Ebenfalls im Niemandsland der Platzierungen findet sich TMM auf 66. Hatte der nicht vor der DM großspurig, aber größtenteils ernsthaft angekündigt, dass er sich diesmal konzentriert und intensiv vorbereiten und daher den Titel holen würde? (Ja, hatte er. Das war ein rhetorische Frage.) Nun kann man in einem dermaßen glücksabhängigen Spiel wie Magic natürlich keinen Titelgewinn vorhersagen, selbst wenn man dem Feld tatsächlich weit voraus sein sollte, aber eine Platzierung zumindest in der Nähe der Top 8 kann man von einem talentierten, gut vorbereiteten und motivierten Spieler schon erwarten. Nun, jahrelange Beobachtung seines Postverhaltens im Netz hat mich schon vor einiger Zeit zu dem Schluss geführt, dass TMM maximal die beiden letzten dieser Bedingungen erfüllen kann… Magic ist eben nicht Poker. (Ich setze jetzt einmal voraus, dass TMM hier so gut ist, wie er behauptet, was zu überprüfen es mir an der nötigen Kompetenz fehlt.) Ehrlich gesagt, bin ich ein wenig erleichtert, dass TMM seine Ankündigung nicht tatsächlich wahr machen konnte – ich hätte den letzten Rest Vertrauen in dieses Spiel als mentalen Sport verloren…

Dennis Johannsen auf Platz 76 soll mir natürlich auch eine Erwähnung wert sein. Ich denke, dass die Karrierelücke, die Dennis seit seinem Sieg im letzten Jahr aufweist, Bestand haben dürfte… Ich vermute, dass ihm Judges und Gegner auf absehbare Zeit genau auf die Finger schauen werden, und ich bezweifle, dass er unter diesen Bedingungen noch viele Erfolge einfahren wird.

Dann ist da noch Siegfried Kungurow alias mufl0n alias Peter Dinkel mit 13 Punkten auf Platz 119. Eine deutlich bessere Platzierung hätte mich auch gewundert, muss ich zugeben.

DSD-Steve folgt mit 4 Punkten auf Platz 181. Nein, sein Sieg war kein Bye.

Der berüchtigte “Meisi” findet sich schließlich mit 3 Punkten auf Platz 185. Wenn man das Niveau seiner Äußerungen im Internet zum Maßstab nähme, wären das zwar immer noch 3 Punkte zu viel – aber das wäre unfair.

Wen “vermisse” ich? Nun, MartenJ und Ashraf haben sich dieses Jahr nicht qualifiziert. Sollten sie es einigermaßen ernsthaft versucht haben, dann ist dies mit Hinblick auf diejenigen Spieler, die sich qualifiziert HABEN, schon ein wenig ein Armutszeugnis…

Duodax zum Beispiel WAR nämlich qualifiziert! Warum er nicht angetreten ist, darüber kann ich nur spekulieren… und das brächte mich in RL-Territorium und gehört daher hier nicht hin.

Zusammen gefasst: Diejenigen Spieler, deren Kompetenz mir bekannt ist, existieren offenbar hauptsächlich in der Vergangenheit. Diejenigen Spieler, welche mir heute bekannt sind, neigen hingegen dazu, mit ihren Veröffentlichungen und Posts in der Gemeinde Inkompetenz illustriert zu haben.

MiDi hat natürlich durchaus eine Menge Ahnung von diesem Spiel, zeigte aber eben nie eine professionelle Einstellung. Daher werte ich seine Top-8-Teilnahme eher als ein Indiz dafür, dass die Spitze des deutschen Magic weiter abbröckelt. Till versteht auch einiges von Magic, wurde dafür aber nur mit einer ordentlichen Platzierung belohnt. (Das kann ebenso Pech, wie auch eine Diskrepanz zwischen theoretischen Kenntnissen und praktischer Durchführung sein.) Wäre die Qualität ihrer Äußerungen im Netz ein maßgebliches Kriterium, hätte ich diese beiden Spieler ganz vorne erwartet – nicht zuletzt deswegen, weil sie dort so wenig Konkurrenz besitzen…

TrashT als führender deutscher Spitzenspieler war schon kein guter Ersatz für Kai gewesen, aber in die Lücke, die er wiederum hinterlässt, scheint niemand stoßen zu wollen oder zu können. Sind Helge Nelson oder Tobias Dreger unsere Hoffnungen für die Zukunft, oder übernehmen sie nur vorübergehend die Führung in einem Hauptfeld, dem keine Ausreißer voran fahren? (Und, um bei dieser Metapher zu bleiben: Inwieweit waren die Erfolge unserer früheren Magic Pros auf “Doping” zurückzuführen und können vielleicht deswegen nicht mehr wiederholt werden?)

In jedem Fall setze ich meine Hoffnungen hauptsächlich auf die Spieler, über die ich kaum etwas weiß. Vermutlich gerade deswegen.

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26 Comments on “Von langsamer Entfremdung und vermutlich unbegründeter Hoffnung”


  1. Nach landläufiger Meinung, und das reflektierst Du nicht, ist das spielerische Niveau allgemein deutlich höher als noch zu Deiner aktiven Zeit, MODO sei Dank. Damit ist die Varianz in den Spitzenpositionen halt auch deutlich höher. MiDi, BerndB und MiMü haben übrigens alle bereits schon mal DM Top8 gemacht, was Deiner These widerspricht, sie wären nur unter dem allgemein schlechtem Niveau nach oben gespült worden. Im übrigen korrelierte strategisches Geschick und Spielverständnis noch nie zwingend mit Sprachkompetenz, Manieren oder Bildungsniveau :/.

    Und sonst? Bin ich mit dem Erfolg dt. Spieler auf der Tour sehr zufrieden. Nimm Kai und die Phoenix Foundation aus der Statistik, und man würde sehen, daß der internationale Erfolg dt. Spieler in den letzten Jahren eher gestiegen ist halt.


    • Das spielerische Niveau ALLGEMEIN ist zunächst einmal nicht das spielerische Niveau in Deutschland. Weiterhin ist dieses Niveau angestiegen, weil es weniger besonders schlechte Spieler gibt, nicht mehr besonders gute!

      Unter den großen Namen im internationalen Magic befindet sich jedenfalls spätestens seit TrashT (und das ist sehr wohlwollend gezählt) kein Deutscher mehr.

      Kommunikative Fähigkeiten und Strategisches Verständnis sind übrigens gar nicht so weit voneinander entfernt. In jedem Fall aber sehe ich es als gerechtfertigt an, vom Inhalt Magic-bezogener Aussagen auf die Magic-Kompetenz des Verfassers zu schließen.


  2. Ich glaube, daß die alten besonders guten Spieler heute ziemlich durchschnittlich gut sind (die gute alte “Breite in der Spitze”). Deswegen landen auch immer mal wieder alte Hasen vorne, aber nicht mehr mit der Konstanz wie früher.
    Hier übrigens ne Statistik ohne Kai:
    Ab 2005 (33 Turniere; Individual T8s ohne Kai)
    Fabian Thiele
    Simon Görtzen
    Daniel Gräfensteiner
    Jan Ruess
    Florian Pils
    Jan Ruess
    Denis Sinner
    Sebastian Thaler
    Jim Herold
    Sebastian Thaler
    Andre Mueller
    Maximilian Bracht
    Aaron Brackmann
    Christian Hüttenberger
    Jan-Moritz Merkel
    Andre Muller
    —-
    Bis 2003/4 (51 Turniere Individual T8s ohne Kai)
    Hans Joachim Höh
    Daniel Zink
    Fabio Reinhardt
    Peer Kröger
    Wolfgang Eder
    Patrick Mello
    Gunnar Refsdal
    Christian Lührs
    Dirk Baberowski
    Dominik Hothow
    Janosch Kuhn
    Dirk Baberowski
    Andre Konstanczer
    Peer Kröger
    Frank Adler
    Henning Rimkus
    Peer Kröger
    Janosch Kuhn


    • Kai wegzulassen verzerrt. Immerhin nahm er ja insgesamt eine Menge Top-8-Plätze weg.

      Schau Dir doch mal die Lifetime Pro Tour Points an – und früher war die Ausschüttung geringer! Heute ist auf höchster Ebene keinerlei Konstanz mehr zu erkennen – aber eben nur bei deutschen Spielern! Wenn man wie Du Kai (und dann noch Dirk, der seine Erfolge hauptsächlich im Team mit Kai errungen hat) weglässt, dann ist kein deutscher Spieler in den Top 80 Life Time Pro Tour Points. Und die bestplatzierten AKTIVEN Spieler nach Kai und Trash (die nur noch semi-aktiv sind) sind, wenn ich die Beteiligung an dieser DM als Grundlage nehme, bereits Florian Pils und Simon Goertzen auf den Plätzen 183 und 187. Damit sind einzelne deutsche Spieler international nicht einmal mehr als zweitklassig zu bezeichnen.

      Aber diese Ebene ist nicht einmal das wirkliche Problem. Das ist vielmehr, dass sich in Deutschland kaum jemand mehr über das allgemein nivellierte MTGO-Niveau (das, wie Du angemerkt hast, höher ist als das frühere durchschnittliche Spielerniveau) erhebt, und dass Spieler, die auf MTGO oder gar auf Magic League einigermaßen erfolgreich sind, sich bereits für Superspieler halten. Früher wären solche Möchtegerngernegroße von den wirklich guten Spielern zurechtgestutzt worden und hätten begriffen, dass sie noch etwas zu lernen hatten. Heute heben sich die besten deutschen Spieler einfach nicht mehr genügend ab.

      Oh, und die Spieler sind auch nicht im Durchschnitt BESSER geworden, sondern ROUTINIERTER. Decklisten und Faustregeln machen schneller die Runde, aber das tatsächliche Verständnis geht tendenziell sogar gerade deswegen zurück! Die Fähigkeit, selbsttätig ein neues Environment zu analysieren, ist zum Beispiel offensichtlich nahezu ausgestorben. Stattdessen folgt man blind den Empfehlungen (nichtdeutscher) Topspieler und reproduziert mit Zeitverzögerung deren häufg im Try-and-Error-Modus erworbenen Erkenntnisse.


  3. Meine Rede. Lässt man Kai und die Phoenix Foundation weg, wird klar, daß deutsche Spieler _NIE_ international auf absolutem Superniveau waren. “Wir” hatten immer wieder mal Spieler, die temporär vorne dabei waren, aber nie konstant über Jahre hinweg.
    Deshalb stimme ich dem zweiten Absatz fast ganz zu – ich würde nur “nicht einmal mehr” streichen. Deutschland war schon immer gut, aber nicht sehr gut. Typ 1.5 würde ich sagen. In NL und Frankreich, vllt. sogar Schweden, gab und gibt es viel konstantere Spieler. Von Japan und USA braucht man hier nicht zu reden. Kai und Dirk haben halt lange Zeit alles überstrahlt. Darunter war vieles gut, sehr gut, solide, aber nie konstant super. Insofern redest Du Dir die guten alten Zeiten ein bisschen schön :/
    Mehr Niveau gabs sicherlich, was Kommunikationskompetenz anbelangt, aber hey – wir leben in Zeiten von ED und 4chan, die die Internetrichtlinienkompetenz innehaben, das kann man den jungen Leuten kaum zum Vorwurf machen. Zumindestens ich kann damit gut leben, ich bin aber auch echt flexibel im Niveau.

    Was die Spielstärke angeht, hast Du wohl recht, meinst aber auch das selbe. Mache ich weniger Fehler aufgrund grösserer Routine, spiele ich halt besser. Inspiration ist eh schlecht messbar, wenn Limited zB im Endeffekt davon handelt, jede Runde die richtigen Tiere seitwärts zu drehen (das stammt nicht von mir!). Aber “damals” war man auch schon viel besser als der Rest, wenn man regelmässig dojo gelesen hat. Deutschland war btw auch nie ein Deckbauland. Ich kann mich an kein krasses Deck erinnern, daß hier erfunden wurde.


  4. “Diejenigen Spieler, deren Kompetenz mir bekannt ist, existieren offenbar hauptsächlich in der Vergangenheit.”

    “Die letzten paar Jahre war ich praktisch nicht mehr aktiv gewesen und hatte mich lediglich im Internet herum getrieben.”

    Du lieferst dir doch direkt selbst die Begründung, warum du niemanden mehr kennst, von daher ergibt dein gesamter Post für mich keinen Sinn.

    Dein Problem ist, dass du nur die Leute wahrnimmst, die viel und aktiv in Foren posten; dass der Großteil davon aus Spammern und Großmäulern besteht, ergibt sich daraus doch zwangsläufig. Ich wette, wenn du die Top-Poster aus dem ZK-Forum von 2003 oder aus den Germagic-Comments von 2007 genommen und mit den damaligen Final Standings verglichen hättest, wäre das durchschnittliche Finish derjenigen Spieler bestimmt ähnlich ausgefallen. Du redest dir immer ein, dass früher alles besser war, lässt dafür aber jegliches empirisches Argument vermissen. Hinzu kommt: Du betrachtest genau EIN Turnier. Was das statistisch betrachtet für ein fürchterlicher Blödsinn ist, merkst du hoffentlich selber. Ich bin sicher nicht besser als ein Klaus Jöns, auch wenn ich 140 Plätze vor ihm stehe. Mach nächste Woche nochmal ne DM, und die Top 8 besteht vielleicht aus DSD-Steve, Kreuz, TMM und den fünf Aliasen vom Kungurow.

    Die aktiven deutschen Top-Spieler – also Leute wie Simon Görtzen, die Gräfensteiner Bros., Jonas Köstler etc. pp. sind nunmal nicht die, die sich superviel in den Foren rumtreiben. Wozu auch, die zocken und testen lieber. Und weil sie genau das nicht tun, kennst du sie halt nicht, nachdem das PMTG-Forum dein einziger Bezugspunkt zur deutschen Magic-Szene ist.

    Überhaupt bin ich der Meinung, dass wir uns für diese Final Standings nicht schämen müssen, zumal wir in der Top 16 noch Namen wie Denis Sinner und Jonas Wallendorf haben, die ebenfalls schon auf dem GP/PT Circuit gezeigt haben, was sie können. Aber die kennst du vermutlich nicht. In der deutschen Turnierszene sind das allerdings wohlbekannte und respektierte Namen.


    • Mein ganzer Eintrag dreht sich ja darum, dass ich mir das Abschneiden derjenigen Leute ansehe, die in deutschen Foren etc. den Ton angeben. Vielposten alleine ist es aber nicht: Wenn früher Vielposter großen Blödsinn gepostet haben, dann wurden sie dafür auch zur Schnecke gemacht. Das ist etwas, was sich definitiv geändert hat: Heute ist der Blödsinn Mainstream geworden.

      Natürlich habe ich keine statistische Analyse durchgeführt, sondern mir einfach die Coverage eines Turniers angeschaut und nachgesehen, wie bestimmte Leute abgeschnitten haben. Wenn man sich allerdings ca. ein Dutzend Spieler ansieht und dadurch einen Gesamteindruck erhält, dann ist das schon etwas, worauf man seine Ansichten aufbauen kann.

      Und selbstverständlich kenne ich nicht nur die Leute, die ich genannt habe (zumindest dem Namen nach)! Die von Dir genannten Spieler sind mir durchweg geläufig. (Und auch noch einige mehr, so wie zum Beispiel Sutor, Dornick, Lutz, Philippczyk, Eder, Thomsen, Sabel, Passow, Scharfe, Diekjobst, Brüggemann, die beiden anderen Buddes, Kraft, Rosada, Platt, von Beschwitz, Ludewig, Wiedemann, Krause… undundund. In meinem Eintrag ging es aber einerseits um die Top 8 und andererseits um in der Internetcommunity besonders aktive Spieler, wobei ich zusätzlich noch die vier “größten” Namen erwähnt habe. Natürlich sind mir auch die Toffels und Unfrieds nicht unbekannt! Darum ging es nicht. Martin Zimmermann ist mir möglicherweise auf Grund seines Allerweltsnamens durch die Lappen gegangen – vermutlich habe ich jedes Mal, wenn ich ihn gelesen habe, gedacht, er käme mir nur deswegen bekannt vor – mit dem Ergebnis, dass mir nie auffiel, dass ich ihn tatsächlich öfter gelesen habe.

      Schämen müssen wir uns für die Final Standings natürlich nicht – schließlich schicken wir weder Duodax noch DSD-Steve zur WM (und ich weigere mich zu glauben, dass dies auch bei großer Varianz möglich gewesen wäre) – aber zumindest die bekannten Namen in den Top 8 stehen nicht einmal für die deutsche Spielerelite, und schon gar nicht für die internationale.

  5. schmirglie Says:

    Was Handsome sagt. Martin Zimmermann hat übrigens 19 Lifetime-Propoints und in den letzten Jahren einige Touren und gute GPs gespielt, und der Handsome hat bescheidenermaßen ausgelassen, dass er auch noch Top64 in Prag gemacht hat (zählt aber wahrscheinlich nicht, kann ja jeder. Hat der Flo ein gutes Jahr erwischt).
    Deinen Groll gegen TMM und Meisi kann ich nur bedingt verstehen. Ich hab dieses Jahr nichts Schlimmes von ihnen im Forum gelesen, TMM trollt manchmal und versucht sich an fließender Ironie, aber dass er die DM gewinnen würde hat er sicher nur mit deutlich erkennbarem Unterton gesagt, er hat seit einiger Zeit einen gut bezahlten Job und spielt sowohl Poker als auch Magic nicht um seinen Lebensunterhalt damit zu verdienen (so ca wie Kai heute, nur, dass der das früher wirklich mal gemacht hat. Übrigens würde ich Kai vermissen, ich finds gut, dass er sich mal wieder blicken lässt und man kann ihm immer die Daumen drücken. Und mit der Top8 in Amsterdam letztes Jahr kann man ja wohl kaum davon reden, dass seine Ergebnisse nicht stimmen würden). Meisi ist der netteste Mensch und übrigens auch ziemlich bescheiden was sein Können angeht, er mag halt nur Idioten nicht. Müsste dir von daher ja eigentlich sympathisch vorkommen.
    Lino (Grüße an der Stelle) ist glaube ich nach seinem Pro-Jahr nicht mehr so motiviert, sagt auch selber, dass er nicht mehr auf dem gleichen Level spielt wie davor und deswegen auch mal verdient verliert. Schön, dass er ganz ordentlich abgeschnitten hat.
    Flo Pils ist momentan soweit ich das sehe auch nicht so furchtbar aktiv, vor allem was GPs angeht. Der spielt glaube ich eher so wies ihm grade passt ohne allzu überambitioniert zu sein. Und hier kann ich auch grade wunderbar zum aktuellen Stand der Lage überleiten: Der Flo hat nämlich eine MOCS gewonnen dieses Jahr. Und Toffel und Jörg Unfried auch. Eine PT-Top8 haben wir zumindest auch und wenn ich mir die GPs anschaue, sieht das auch nicht so schlecht aus. Es sind oft andere Namen, aber dann sind wir eben zumindest in der Breite gut aufgestellt. Die allermeisten davon halten sich auch noch nichtmal für Superspieler und sind ziemlich nett, ich darf das sagen, ich kenne so einige davon.

    Was ich allerdings glaube ist, dass viele gute Spieler auch nicht die Ambition haben. Wo man auch hinschaut, alle werden mit studieren fertig und suchen sich eine “richtige” Arbeit. Ich hab auch schon vermehrt gehört, dass Leute das viele fliegen nicht so geil finden. Da man mit Magic halt nun auch nicht grade leicht reich wird, kann ich denen das auch nicht verübeln. Dann halt mehr One-Hit-Wonder.


    • Ich kann es ihnen erst recht nicht verübeln – aber andere Länder haben dieses Problem eben NICHT. Und wenn sich die besseren Spieler, die ihre Leistungen auch richtig einzuordnen wissen, nicht mehr in der deutschen Community bewegen und diese den ahnungslosen Großkotzen überlassen, dann IST das doch gerade ein Problem – oder? Ansonsten siehe meine Antwort an Handsome.


  6. “Und wenn sich die besseren Spieler, die ihre Leistungen auch richtig einzuordnen wissen, nicht mehr in der deutschen Community bewegen und diese den ahnungslosen Großkotzen überlassen, dann IST das doch gerade ein Problem – oder?”

    Aber war das jemals anders? (Ehrlich gemeinte Frage, ich weiß es nicht.)

    Im Unterschied zu früher haben wir halt nicht mehr den einen großen Top-Spieler, an dem sich alle hochziehen (also entweder KaiB oder TrashT), dafür sind wir in der Breite viel, viel krasser aufgestellt. Ich schätze, in Deutschland gibt es momentan so 30-40 Leute, die jederzeit aus dem Stand einen Grand Prix gewinnen könnten, dafür haben wir halt mal alle Jubeljahre einen deutschen PT-Sieger (und ab und an mal Leute, die sich in die Top 8 reinlucken). Der Skill ist durchaus da, die Leute lassen halt die Ambitionen vermissen, wofür man ihnen aber – wie Mathias und du schon gesagt haben – nur schwer einen Vorwurf machen kann. Das mag am hiesigen Bildungssystem liegen oder an der Tatsache, dass man mit dem Spiel weniger Geld machen kann als noch zu Kais Tagen – keine Ahnung. Nimm zum Beispiel Sebastian Thaler, der wohl der talentierteste deutsche Spieler mindestens seit TrashT war – aber der konzentriert sich momentan halt lieber auf die Schule, anstatt zu zocken.

    Das ist ja auch kein deutsches Problem, sondern ein europäisches. Ist ja nicht so, als ob die Franzosen/Beneluxler/Italiener/Spanier/Briten/Skandinavier/Osteuropäer soviel besser abschneiden würden als wir. Diese Gebiete stellen auch vielleicht einen bekannten Pro (wenn überhaupt), das gilt mittlerweile auch für die Franzosen, dafür sind da in der Breite sehr viele talentierte Spieler hinzugekommen.

    Letztenendes ist es wohl eher eine Frage der Infrastruktur. In den USA ist es dank des SCG Circuits möglich, vom Spiel zu leben, ohne für die PT qualifiziert zu sein! Das ist ziemlich insane. Hinzu kommen noch viele andere Turniere und lukrative Sponsorship Deals. Das gibt es bei uns alles nicht, und deswegen bleiben die Leute hierzulande eben mehr auf dem Boden und investieren verständlicherweise nicht so viel in das Spiel hinein. Aber wie gesagt, das ist kein rein deutsches Problem.


    • Ja, es war einmal anders. Das Internet entsprach natürlich nie meinen Idealvorstellungen eines Informations- und Diskussionsmediums, aber es gab einmal eine Zeit, wo es zumindest in der deutschen Magic Community noch Sinn hatte, zu diskutieren und zu informieren.

      Mir fällt übrigens auf, dass mein Eintrag zur Besprechung und Analyse eines Problems benutzt wird, welches er eigentlich gar nicht thematisieren wollte. Vermutlich ist das auch meine Schuld – ich hätte die beiden Motive “Wo sind die deutschen Spitzenspieler?” und “Wie schneiden die Großsprecher der deutschen Magic-Szene ab?”, die ich unter dem Dach meiner persönlichen Betrachtung der DM-Coverage vereint habe, deutlicher voneinander abgrenzen können.

      Das mit dem gesamteuropäischen Problem stimmt so nicht ganz. Zum einen sind wir (hauptsächlich, aber keineswegs nur wegen der Phoenix Foundation) eigentlich immer eine der großen Magic-Nationen gewesen. Ein Vergleich mit Nationen, für die dies nicht galt, und die daher nicht einen entsprechenden Absturz erfahren haben, verbietet sich daher. Die skandinavischen Länder (in ihrer Gesamtheit) lasse ich als möglichen Parallelfall nur sehr eingeschränkt gelten, denn letztlich ist deren große Zeit nur in der absoluten Frühphase des Spiels zu verorten. Der einzige sich wirklich anbietende Vergleich ist wohl der mit den Niederlanden, die sich von einem absoluten Magic-Schwergewicht weit überproportional zu ihrer Größe mit zahlreichen Topspielern in die Bedeutungslosigkeit hinein geschrumpft haben – ein erstaunlicher und spektakulärer Prozess, der jedoch um so viel drastischer, und auch so viel rascher stattfand, dass er vermutlich ganz andere Ursachen hat. (Holland hat mehr als doppelt so viele Spieler in den Top 100 Lifetime Pro Tour Points wie Deutschland!)

      Ansonsten ist die einzige andere große europäische Magic-Nation Frankreich, und hier sehe ich diese Entwicklung nicht. Klar, durch die Sperre wegen des Godbooks sind ein paar der französischen Topleute vorübergehend nicht aktiv, aber ein Blick auf die Top 32 ihrer diesjährigen Nationals zeigt uns trotzdem noch mit O. Ruel, Nassif & Malherbaud drei aktive Spieler mit mehr als 100 ptp, sowie mit Lauriol, Fortier & Massicard drei weitere mit über 60! In Deutschland sind das 0 und 2. Wir sind hinter Frankreich WEIT zurückgefallen.

      Was den Rest Europas angeht: Tschechien und Belgien haben jeweils einen äußerst aktiven Spitzenspieler auf einem Niveau, welches deutlich höher ist, als das jeden deutschen Spielers, der nicht Budde oder Baberowski heißt, und diese beiden Länder haben zusammen deutlich weniger als die Hälfte so viele Spieler in der DCI-Datenbank wie Deutschland.

      Die USA und Japan mögen sich aus strukturellen Gründen vor Europa geschoben haben, aber Deutschland hat auch im innereuropäischen Vergleich seine Position als Topnation eingebüßt. Wir sind auch auf europäischer Ebene nur noch zweitklassig, und die relativ große Anzahl deutscher Spieler, die einmalig auf GP-Niveau etwas reißt, ist wohl schlicht auf unsere große Spielerbasis zurückzuführen (die zweitgrößte in Europa – allerdings mit großem Abstand hinter Frankreich, obwohl wir ein Viertel mehr Einwohner haben), sowie auf unsere zentrale Lage, welche deutschen Spielern wohl die maximale Zahl an europäischen Grand Prixs erreichbar macht.


  7. Ich denke es gibt einen ganz einfachen Grund für das schlechtere Abschneiden der deutschen Spieler auf internationaler Ebene in den letzten Jahren: Es fehlt an einem Team, dass sich auch entsprechend professionell auf die großen Events vorbereitet. Schaut man in die USA, nach Frankreich, oder nach Japan so hat man dort jeweils Testgruppen aus Hochkarätigen Spielern. Da diese in Deutschland jedoch schon seit einigen Jahren nicht mehr existieren (quasi seit der Phoenix Foundation) sind die Erfolge auf internationaler Ebene eben nicht nachhaltig. Auf PTQ Ebene existieren einige Teams sobald es jedoch auf PT Niveau gibt existiert keine wirkungsvolle Vernetzung dieser Teams mehr. Gerade in Ländern wie der Niederlande sind jedoch die guten Spieler alle gemeinsam an der Vorbereitung beteiligt. Dies erklärt zwar noch nicht wieso die vermeintlichen Spitzenspieler auf den Nationals nicht so überzeugend abgeschnitten haben, aber es erklärt unseren Einflussverlust auf europäischer bzw. internationaler Ebene.


    • Naja, das ist aber weniger eine Erklärung, als vielmehr eine Umformulierung des Problems. Wieso entsteht in Deutschland, wo doch die Spielerbasis wirklich breit genug ist, kein solches Team?

      Vielleicht hat es etwas damit zu tun: In den USA, in Frankreich und in Japan verfassen Spitzenspieler regelmäßig Magic-Kolumnen. In Deutschland (oder sagen wir DACHland, um den ganzen deutschsprachigen Raum abzudecken), sind die kompetentesten Schreiber in dieser Reihenfolge Tobi (nicht mehr als Spieler aktiv), MiDi (halber Casualspieler), Du (noch ganz am Anfang einer möglichen Karriere) und… ja, dann kommt wahrscheinlich bereits Handsome (und dass ich ihn überhaupt hier aufführe, liegt nur daran, dass auch Topleute wie LSV häufig eine Menge Mist von sich geben). Unsere besten Leute (was ja, international gesehen, bereits relativ ist) veröffentlichen vielleicht einmal einen gelegentlichen Turnierbericht, oder sie produzieren Content für eine englischsprachige Seite wie Blackborder (so wie Lino Burgold oder Nico Bohny).

      Wenn es da eine Kausalität gibt, kann sie natürlich auch umgekehrt funktionieren: Spieler, die nicht regelmäßig mit einem Team testen, haben vielleicht einfach nicht genug Content (Was man zum Beispiel Bohny deutlich anmerkte, als er noch regelmäßig für den Planeten schrieb).

      Jedenfalls ist die tatsächliche Qualität des Contents nicht ausschlaggebend für die von mir vermutete Wirkung, die Szene in Magic-theoretschen Diskussionen zu vernetzen und Testgruppen zu initiieren – es ist wohl eher die Vorbildfunktion großer Namen. (Wobei selbst eigentlich inhaltlich grottenschlechte Artikel wie die typische LSV-Review immer noch deutlich besser sind, als der Mist, der auf deutschen Magic-Seiten teilweise veröffentlicht wurde, bevor ich das Mitlesen aufgegeben habe.) Da beißt sich die Katze natürlich in den Schwanz, denn wir HABEN ja nun einmal keine großen Namen mehr.

      Ich denke, dass den Moderatoren im P-Forum eine deutliche Mitschuld daran zu geben ist, wie sich die deutsche Magic-Geminde im Internet entwickelt hat, denn dieses Forum ist nun einmal das größte deutschsprachige, und hier wurden Spammer und Dummschwätzer geradezu herangezogen. Wenn Leute wie mufl0n bereits als überdurchschnittlich vernünftig erscheinen, dann ist es eigentlich an der Zeit, das Ganze abzufackeln und eine dicke Schicht Zement drüber zu gießen.

      Und ich halte es auch für absolut möglich, dass die besseren Spieler auch deswegen keine Motivation haben, regelmäßig zu veröffentlichen, weil sie dies nicht an einem Ort tun wollen, wo MartenJ und mufl0n den Ton angeben, oder wo Artikel von DSD-Steve erscheinen. Mit solchen Sites würde ich schließlich auch nicht mehr in Verbindung gebracht werden wollen.

      Andererseits besteht vielleicht wirklich kein ursächlicher Zuammenhang zwischen dem Absturz des deutschen Magic in die Zweitklassigkeit und dem Absturz des Niveaus der deutschen Magic-Gemeinde im Netz. Vielleicht finden ja die Vernetzungen zwischen den besseren Spielern tatsächlich auf anderen Plattformen (MTGO, soziale Netzwerke, was weiß ich) statt? Wenn hier kein kausaler Zusammenhang besteht, sondern lediglich zwei Entwicklungen zeitlich parallel stattfinden, dann kann ich natürlich in alle Ewigkeit weiter spekulieren, ohne eine schlüssige Erklärung zu finden…


  8. Ich glaube wirklich, dass auch der Absturz des Niveaus der deutschsprachigen Seiten und der Spitze der Turnierspieler an dem Strukturellen Unterschied zu den Webseiten der US Szene festgemacht werden kann. Die Autoren werden in den USA mit entsprechender Bezahlung zum schreiben animiert, zugleich werden die Autoren aus dem Umfeld der zugehörigen Teams (channelfireball, bzw. der NY Szene im Fall von StarCityGames) rekrutiert. So gehen die Editoren sicher, dass eine gewisse Fachkompetenz vorliegt. Zugleich haben sie dort, aufgrund der eher reichhaltigen Entlohnung (soweit ich weiß etwa dem dreifachen was einem in Deutschland bezahlt wird) und dem Zwang etwas zu schreiben wenn man einem der Top Teams angehört, eher zuviel Content, so dass nicht alles veröffentlicht werden muss um die Webseiten zu füllen.


    • Ein bisschen ist das eine Ei/Henne Frage – schreiben die guten Leute, weil sie viel Geld kriegen, oder kriegen sie viel Geld, weil sie gut sind?

      Die deutschsprachigen Gebiete Europas stellen potenziell einen deutlich größeren Markt dar als die französischsprachigen. Wieso stehen unsere “Strukturen” auch 16 Jahre nach den ersten deutschen Karten immer noch hinter denen aus Frankreich zurück? Warum haben wir immer noch deutlich weniger Spieler? Wer macht da was falsch?

      Und wie hätten sich die Strukturen in DACHland denn zuletzt negativ verändert? Wir beklagen schließlich nicht das gleichbleibend niedrige Niveau, sondern den ABSTURZ.

      • schmirglie Says:

        Also diese Ei/Henne-Frage ist nicht schwer denke ich. Channelfireball verdient sein Geld mit Kartenverkauf und finanziert davon sein Artikelprogramm, ähnlich MU, nur dass die Spieler da denke ich auch mehr mit dem Tagesgeschäft der Webseite zu tun haben. Mehr Geld haben sie einfach daher, dass der amerikanische Markt größer ist und (vermutlich) die Amerikaner auch mehr Bereitschaft haben ihre Karten im Laden zu kaufen statt bei MKM oder so, das Geld sitzt da ja bekanntlich eher lockerer als hier. Recht viel Spekulation hier, aber nachvollziehbar.

        Wie ist es bei den Franzosen? Gute Frage. Ich glaube auch bei denen beschränkt sich vieles auf eher wenige Leute (Wafo-Tapa, Matignon, die Ruels, Levi). Nassif hat ja scheinbar auch eine Testgruppe (zu der wohl auch Kai hier und da gehört), aber wohl nicht unbedingt mit Franzosen. Außerdem verdient er ja längst sein Geld mit Poker und zehrt bei Magic mehr von seinem unglaublichen Talent als vom exzessiven Testen. Viel mehr Franzosen bleiben dann ja wohl nicht oder? International erfolgreiche meine ich. Spätestens seitdem die Guillaumes erstmal weg sind sehe ich Frankreich eigentlich nicht mehr als große Magicnation, ich denke da haben wir in den letzten 2 Jahren mehr gerissen, vor allem wenn man die Guillaumes außen vor lässt, denn, klar, ich weiß ja, dass sie das Worldsfinale ausgespielt haben und er PoY geworden ist (oder zweiter oder was weiß ich).

        Und dann gibts da noch die Japaner. Tja, ich weiß nicht was sie machen, aber sie machen mehr richtig als wir, das steht fest. Allerdings denke ich auch hier, dass da einige einfach deutlich ambitionierter sind, ich weiß nicht ob bspw Nakamura ernsthaft an ein Leben nach dem Kartenspielen denkt.


  9. Den Absturz sehe ich halt nicht. Es gab in Dtsld. nie eine wirkliche Teamkultur (von MIR mal abgesehen), und der Strategy-Content auf dt. Seiten war auch nie wirklich hochklassig. Mit oder ohne Kai, die deutschen Top8-Teilnahmen sind seit Jahren auf gleichbleibendem Niveau, wie man oben erkennen kann.

    Ja, das haben wir – als erste bis zweite MtG-Generation in D – ziemlich verbockt. Oder uns nicht gekümmert. Was immer. Wieviele Strategy-Artikel hat man von DirkB, MarcoB oder David Brucker nochmal gelesen?
    Ich sehe das ja ohnehin so, daß niemand eine Magic-Karriere anstreben sollte und/oder wollte. Selbst mit dem Pokerboom haben die allermeisten Gamer, die ich kenne, so gut wie möglich noch versucht, irgendetwas solides zu studieren oder zu erlernen. Wir Deutschen sind halt keine pr0-gamer und uns ist der mau-mau lifestyle auch eher wesensfremd:/
    PLUS: Die regionale Konkurrenz war dafür, daß Deutschland so ein kleines Land ist, schon riesig. Wer wem die Slots klaut, das war schon wichtig. Amigo-Bundesliga und so. Es hat bei uns zB echt Jahre gedauert, bis die Bremer und Hamburger (und die Kruschel/Fabio-Gang) mal was zusammen getestet haben. Berliner waren auf Nord-PTQs zB echt ungerne gesehen, weil sie einen elend schlechten Ruf hatten, und die Hannoveraner konnte im Prinzip auch niemand leiden.
    Auch das hat einer bundesweiten Teambildung nicht gerade geholfen – in den eher zentralistischen Niederlanden und Frankreich, wo das kompetitive Magic in 1-2 Städten konzentriert ist, sieht das schon ganz anders aus.
    Was Du aber in Wirklichkeit beklagst, sind die schlechten Manieren der aktuellen dt. MtG-Community. Wobei: Erinnere Dich mal an das alte AMIGO-Forum, das war _um Längen schlechter_ als das PMTG-Forum heute.
    Im ZK-Forum gabs teils niveauvollen Content, aber wir waren teilweise auch harte Foren-“Nazis”, darüber muss man nicht weiter diskutieren.
    Du trauerst denke ich einer gewissen Periode hinterher (Tobi macht MU-Content mit Team MIR, PMTG war pre-Tobi auch ziemlich gut, ZK in voller Blüte), die aber wahrlich nicht repräsentativ war, sondern halt nur für annehmbare 2-3 Jahre stand.

  10. martenj Says:

    pischner gonna pischner.

    ich hab direkt nachdem dieser blogpost online kam geantwortet (thx at emailbenarichtigung).

    also hier ein paar comments zu den leuten auf denen du rumhatest:

    1) Dreger ist [x] confirmed sicko. war letzte DM schon t8 btw, und gewinnt jedes constructed turnier in HH: wuerde mich nicht wundern wenn der mal grossen erfolg auf der PT haben wuerde. Geiler zocker-

    2) TMM hat ab und zu phasen in denen er sehr motiviert ist um danach wieder ins moivationsloch zu fallen. im motivationshigh auf jeden fall auch sehr guter zocker-

    3) Kai war 3-3 im draft und X-1 im constructed, hat dann concedet und gedroppt.

    4) Ash war fuer die DM ueber rating qualifierziert, wollte aber nicht campen und hat nen GP gespielt und versagt und war danach kaputt.

    5) ich befinde mich zur zeit auf “der insel”. da kann man nicht sooo gut an der DM teilnehmen.

    6) der deutsche meister hat afaik schon einmal GP t8 gemacht, wird deshalb auch mit sicherheit kein schlechter zocker zu sein…

    aber es ist schon komisch, da folgt ein blogeintrag auf den naechsten wo nuuuuuuuuuuur thematisiert wird, wie du dich mehr und mehr von mtg entfernst und dann kommt der naechste blogeintrag, wo du beschwerst, keine spieler mehr zu kennen.

    OH SNAP.

    wie sagt man so schoen: haters gonna hate.
    und dieser blogeintrag war nur rumgeflame.


  11. “Und wie hätten sich die Strukturen in DACHland denn zuletzt negativ verändert? Wir beklagen schließlich nicht das gleichbleibend niedrige Niveau, sondern den ABSTURZ.”

    Ich bin nach wie vor nicht davon überzeugt, dass das Niveau in Deutschland abgestürzt ist, sondern der Weggang des erfolgreichsten deutschen Teams (sprich der Phoenix Foundation) nie kompensiert wurde, da sich die zurückbleibende Szene, zumindest auf PT Ebene, nie in entsprechender Form vernetzt hat.

    In meiner persönlichen Erfahrung war es nie all zu schwierig ein kompetentes Team für die PTQ Ebene zusammen zu bekommen, da man sich hierzu einfach um seine lokale Szene kümmern muss. In solchen Testgruppen kommt es auch zu den nötigen Strategie Diskussionen mit entsprechendem Tiefgang, wie man sie früher auch online beobachten konnte. Die wenigen, die in den lokalen Teams nicht unterkommen (meist aufgrund sozialer oder spielerischer Inkompetenz) sind jedoch die, die in Foren und Kommentaren den Ton angeben.

    Warum uns zum Beispiel Frankreich so den Rang abläuft liegt auch daran, dass dort die erfahrenen erfolgreichen Spieler in der Lage sind die PT Neulinge besser auf die Turniere vorzubereiten. In Deutschland hingegen haben wir bei den regelmäßigen PT Spielern keine dabei, die Interesse daran haben sich mit unseren PT Neulingen auf die Turniere vorzubereiten, obwohl sie auch selbst vom größeren Testumfeld profitieren würden und so eine Nachhaltigkeit geschaffen werden würde. So reduzieren sich die Erfolge auf “One-Hit-Wonders” oder Leute die im Rahmen eines gewissen Runs für eine kurze Zeit oben dabei bleiben. Leider ist dies alles auch bis zu einem gewissen Punkt Spekulation, da ich nicht weiß wieviel besser dies zur Zeit von Kai, Dirk und Marco war.


    • Ich meinte eigentlich den Absturz des Niveaus der deutschsprachigen Magic-Seiten, der wirklich eklatant ist. Dabei spreche ich nicht von der Phoenix Foundation Zeit, sondern der Periode danach. Vorher ist mir eine größere deutsche Magic-Szene im Internet nicht bekannt gewesen. Mitbekommen habe ich dann die Entwicklung des Zusammenkunft-Forums, von PlanetMTG, GerMagic, MagicInvasion und Magic Universe. Auf frühere Zeiten kann ich mich nicht beziehen, da mir damals im Wesentlichen nur englischsprachige Seiten bekannt waren.

      Du schreibst einige interessante Dinge:

      “Die wenigen, die in den lokalen Teams nicht unterkommen (meist aufgrund sozialer oder spielerischer Inkompetenz) sind jedoch die, die in Foren und Kommentaren den Ton angeben.”

      “In Deutschland hingegen haben wir bei den regelmäßigen PT Spielern keine dabei, die Interesse daran haben sich mit unseren PT Neulingen auf die Turniere vorzubereiten, obwohl sie auch selbst vom größeren Testumfeld profitieren würden und so eine Nachhaltigkeit geschaffen werden würde.”

      In diesem Fall hinge die größere Entwicklung doch nicht an übergeordneten Strukturen, sondern an dem konkreten Verhalten einiger weniger Personen, nämlich den Editoren und Moderatoren der deutschen Magicseiten und unseren PT-erfahrenen Spielern.

      Ist das so?


  12. Also WENN die Diskussionskultur früher einmal besser war (wo ich dir einfach mal glauben muss), dann lag das vermutlich wirklich an der Qualität der Moderation, die ich im ZK-Forum als sehr strikt in Erinnerung habe und im PMTG-Forum eher so laissez faire ist. Ich glaube aber nicht, dass das Auswirkungen auf die deutsche MtG-Szene an sich hat.

    Dass die PT Regulars sich gegenüber den PT-Neulingen abschotten – keine Ahnung, kann ich mir aber zumindest im süddeutschen Raum nicht vorstellen, da kennt einfach jeder jeden und wenn es Berührungsängste gibt, dann wohl eher von den unerfahrenen Spielern aus. Letztenendes gibt es natürlich eine Abschottung, aber die ist wohl geographisch bedingt. Es macht einfach nicht viel Sinn für die Hamburger, mit den Münchnern zu testen, und umgekehrt. Und wenn jetzt Rand M. Guy aus dem Dorf mal einen PTQ gewinnt, hat er einfach nicht die Infrastruktur zum Testen. Muss gar nicht mal ein Dorf sein, so ein Problem existiert vermutlich schon in Städten wie Leipzig oder Stuttgart.

  13. endijian Says:

    Mal ein anderer Aspekt:
    Fast alle Bundesländer haben in den letzten 10 Jahren zumindest zeitweise Studiengebühren eingeführt. Die Hochschulen haben die Diplom- und Magisterstudiengänge fast komplett auf Bachelor/Master umgestellt. Das Drohgespenst “Mehr Eigenverantwortung in allen Lebenssituationen” ist auch gesellschaftlicher Mainstream geworden. Das sind Entwicklungen, die der Beschäftigung mit Magic auf höchstem Niveau entgegenstehen. Wer heute studiert, tut das viel fokussierter und leistungsbetonter als vor 10 Jahren. Viele sehen keine Zeit mehr für “mal ein Jahr die Uni lockerer angehen und hardcore PTQ/GP-Grinden”.
    Und der Leistungsdruck im Abi ist auch wesentlich höher als noch vor 10 Jahren.


    • Dieses Argument würde mich eher überzeugen, wenn nicht gerade in den USA und Japan (von Frankreich weiß ich es nicht) entsprechende oder schwierigere Zustände schon weit länger herrschen würden…

      • endijian Says:

        Ja, und?

        Gerade weil diese Zustände hier neu sind, stören sie “High-Level-Magic”. Erst seit 5-10 Jahren wird den deutschen Studenten erzählt, dass sie gefälligst superschnell, mit vielen Praktika und Bestnoten studieren zu haben.

        USA und Japan haben Studiengebühren und Bachelorstudiengänge viel länger als es Magic gibt. Trotzdem haben sich die Studenten irgendwie Freiräume auch für intensiv ausgeübte Hobbies (die es auch schon länger als Magic gibt) geschaffen oder erhalten.

        Die Deutschen müssen sich mit der Rolle des Studenten in dieser J/USA seit langen üblichen (in Deutschland aber neuen) Form der Institution Hochschule erst noch arrangieren. Wie auch immer.

  14. saber-ants Says:

    an mancher Stelle muss ich Dir recht geben
    1. DSDSDuodings und andere Spammer die im RL nur zu Lachnummern gut sind (menschlich sowie spielerisch)haben schon zu gut abgeschnitten
    2. Spieler der “alten” Garde sind umorientiert (und mal ehrlich eine berufliche Kariere ist sicher nichts abstoßendes)

    an anderer Stelle sehe ich es aber komplett anders
    1. Die spielerische Leistungsfähigkeit ist gestiegen – ok auch im internationalen Bereich – aber doch spührbar.
    war es mir früher ohne Vorbereitung möglich den regionalen Größen im Limited auch nach gefühlten 20 Bier noch den Sieg zu entreißen gelingt dieses heute beim besten Willen nicht mehr – wobei ich festgestellt habe das grade die MODO maximalspieler komische bis unhaltbare rl Entscheidungen treffen die ihnen den Sieg kosten!

    Spiel mal gegen Dreger und vergleich das mal gegen frühere Spielgegner auf höchstem level und siehe da das Ergebnis wird dich überraschen!

    Christoph


    • Ein Problem bei diesem direkten Vergleich ist natürlich, dass man seine eigene Spielstärke dabei als konstant voraussetzt. Nun, zumindest bei mir ist das eindeutig NICHT der Fall! Vor 10-15 Jahren habe ich auch noch die Dirk Heins und Rosario Maijs der Berliner Szene angetrunken an die Wand gedraftet. Heute mache ich selbst nüchtern, ausgeschlafen und gut vorbereitet im Durchspiel fürchterliche Fehler, und auch beim Draften erwische ich mich immer öfter bei Flüchtigkeitsfehlern, die mir früher nicht passiert wären.

      Wie gut die Spieler sind, die ich nicht persönlich kenne, und die nicht oft genug auf Pro-Niveau gespielt haben, dass man sich dieser Frage statistisch nähern könnte, kann ich nicht beurteilen. Ich sehe eben, dass diejenigen Spieler, welche in der deutschen Community den Ton angeben, immer weniger von den theoretischen Grundlagen des Spiels verstehen und immer mehr Blödsinn von sich geben; und außerdem beobachte ich, dass schon seit Ewigkeiten kein deutscher Spieler mehr auf hohem Niveau konstant erfolgreich war. Ob eine Verbindung zwischen diesen beiden Phänomenen existiert, und worin sie bestehen könnte, haben wir hier in den Kommentaren bereits ausführlich diskutiert und spekuliert.


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