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Fremdkommentiert

June 3, 2009

Hier wurde ein Draft in den Sand gesetzt. Woran lag es? Eine Analyse in zwei Decks:

Deck 1: Aggro

6 Swamp
7 Mountain
5 Forest
Goblin Deathraiders
Jund Hackblade
Dregscape Zombie
Ember Weaver
Ember Weaver
Jund Sojourners
Singe-Mind Ogre
Singe-Mind Ogre
Bloodpyre Elemental
Monstrous Carabid
Kresh the Bloodbraided
Lightning Reaver
Sangrite Backlash
Dark Temper
Branching Bolt
Violent Outburst
Demonic Dread
Soul’s Fire
Fiery Fall
(37 Karten)

Das ist ein unvollständiges Deck. Es fehlen zwei 2-Drops (die mit BR ausspielbar sein sollten) und ein 3-Drop (dito), die sich teilweise auch durch Removal ersetzen ließen. Ebenfalls dringend empfehlenswert wäre ein passendes Triland oder ein Borderpost im Jundbereich als Ersatz für ein oder zwei Basics. Die Manakurve ist auch nach Cutten zahlreicher 4-Mana-Sprüche immer noch zu hoch, um weniger als 18 Länder zu spielen, und der Fall sollte deshalb nach Möglichkeit als Removal genutzt werden. Naturalize sollte im Sideboard verbleiben, um die Cascade-Sprüche nicht zu entwerten.

Mit dem angegebenen Sideboard ist dieses Deck leider nicht komplettierbar, also muss man diesen Ansatz sein lassen. Allerdings kann man vermuten, dass im Draft Entscheidungen hätten anders getroffen werden können, um das aggressive RB/g-Deck zu vervollständigen.

Deck 2: Kontrollaggro

7 Forest
5 Swamp
5 Mountain
1 Island
Mistvein Borderpost
Dregscape Zombie
Puppet Conjurer
Ember Weaver
Ember Weaver
Jund Sojourners
Bloodpyre Elemental
Kresh the Bloodbraided
Lightning Reaver
Jhessian Zombies
Prince of Thralls
Sangrite Backlash
Naturalize
Dark Temper
Soul’s Fire
Branching Bolt
Spell Snip
Spore Burst
Spore Burst
Shard Convergence
Drastic Revelation
Fiery Fall

Hier haben wir zwar ein vollständiges Deck, aber mit zu vielen Füllern. Wäre noch ein Covenant of Minds vorhanden, ließe sich der hohe Manaanteil noch vertreten, aber so sind 18 Länder plus Borderpost plus Zombies plus Convergence einfach zu viel Mana (der Fall ist in diesem Deck noch weniger zum Cyclen da als in der ersten Liste). Dazu Naturalize, ein lucky Spell Snip, und das in diesem Deck unzuverlässige Soul’s Fire, und dann sind da auch noch die Ember Weaver, die zu selten ihren Bonus kriegen… Oh, und Prince of Thralls ist für 8 Mana einfach keine wirkliche Bombe, aber immerhin ein wirklich dicker Finisher. Statt des Snip kann man den Thorn-Thrash Viashino riskieren, der aber eigentlich nicht in diese Art Deck gehört (ja, wenn es ein Skullmulcher oder Mycoloth wäre!) Glücklich wird man so oder so nicht. Zweitklassige Offensivkarten wie Carabid oder die Ogres passen schon gar nicht in dieses Deckkonzept, und frühe Drops, die Rot benötigen, scheiden auch aus.

Trotzdem: Dies ist nun einmal das Deck, welches gedraftet wurde, denn für den Aggro-Approach reicht es einfach nicht! Drastic Revelation rechtfertigt den Blausplash immerhin besser als der Conjurer, aber für das behäbige Kontrollaggrodeck sind einfach nicht die richtigen Karten im Pool: Ein Panorama, welches die Insel suchen kann (also Grixis oder Esper), sollte es wegen der Domain-Sprüche ausnahmsweise sein. Die Ember Weaver wären besser Matca Rioters.  Druid of the Anima würde dem Deck furchtbar gut tun, ebenso wie Putrid Leech. Außerdem sollte sich beim Draften von vier Farben noch mindestens eine weitere richtig starke Karte finden lassen, wie Vengeful Rebirth oder Slave of Bolas oder etwas in der Art. (Die Mythics aus Reborn wären natürlich zu viel verlangt…)

Mit diesem Deck ging der Drafter zu Recht unter, denn sein Draft ist ihm missglückt: Er hat ein bisschen Aggro gedraftet und ein bisschen mehr Kontrollaggro und hat dann beim Deckbau beide Ansätze durcheinander geworfen, mit dem Ergebnis, dass die Geschwindigkeit und Manasicherheit für das eine und die Kartenqualität für das andere Konzept nicht ausreichte. Oh, und die Spruchkosten der Karten im Pool sind generell zu hoch – eine vernünftige Manakurve lässt sich in keinem der beiden Ansätze verwirklichen.

Die Moral von der Geschicht’: Über das Format zu schimpfen, mag berechtigt sein oder nicht, aber so lange man die Grundprinzipen des Deckbaus nicht beherrscht, fehlen einem die Argumente!

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Alara-Common-Decks und das MTGNews-Mysterium

May 23, 2009

Wie meistens, wenn ein neues Set erscheint, bastele ich mir aus den Commons dieses Blocks ein paar Decks, deren Aufgabe es ist, mich und andere schon einmal ein wenig an die neuen Mechaniken und Dynamiken zu gewöhnen oder einfach generell auch für spätere Zeiten vorhanden zu sein, wenn ich mit Magic-Anfängern oder Gelegenheitsspielern (damit meine ich jetzt nicht “typische” Casual Players sondern solche, die vielleicht alle paar Monate mal bei Freunden mit geliehenen Karten zocken) einfach mal ein wenig daddeln will. Da diese Decks nur Commons enthalten, habe ich auch kein Problem damit, sie für alle Ewigkeit aufzubewahren.

Irgendwann letztes Jahr habe ich mir auch noch einmal meine Decks aus früheren Blöcken gegriffen und so umstrukturiert, dass abgesehen von Basic Lands kein Deck mehr Karten mit anderen des selben Blocks gemeinsam hat. Irgendwie war das doch blöd, in jedes schwarze Lorwyn-Deck vier Nameless Inversion zu stecken… Wahrscheinlich poste ich irgendwann in nächster Zeit, wenn mir gerade danach ist, auch diese älteren Decklisten hier – für Ravnica, Lorwyn und Shadowmoor habe ich mir den Spaß gemacht.

Bei Alara habe ich es jedenfalls aufgegeben, Shards-Decks zu bauen – das Mana war einfach zu mies dafür. Stattdessen habe ich mich der Struktur angepasst, die Alara Reborn vorschlägt, nämlich zweifarbige Decks zu bauen. Das Resultat sind 5 sehr bärchenlastige Decks mit recht ähnlichem Aufbau (insbesondere haben sie alle jeweils vier Borderposts und Blades). Die gute Nachricht ist, dass sie alle auf vergleichbarem Powerlevel zu sein scheinen (immerhin habe ich bei Probespielen auf Anhieb eine Kette gefunden, die von “A schlägt B” nach ein, zwei Verschlingungen wieder zu “…schlägt A” zurück geführt hat) und insgesamt auch ordentlich ihr Mana ziehen. Weniger schön ist, dass Spiele zwischen ihnen auf Grund ihres ähnlichen Aufbaus bereits von leichtem Screw oder leichter Flood sehr rasch entschieden werden und die Schutzbären (welch nette Assoziationen dieses Wort doch hervorruft, nicht wahr?) ein wenig stärker sind, als angemessen wäre. Außerdem scheint es so etwas wie gute und schlechte Matchups zu geben (aber, wie gesagt, in einem Kreissystem). Da ich allerdings nicht vorhabe, diese Decks regelmäßig zu benutzen, erfüllen sie ihren Zweck insgesamt sehr gut, denke ich.

Hier also die Listen:

UW
4 Akrasan Squire
4 Deft Duelist
4 Vedalken Outlander
4 Bant Sureblade
4 Kathari Screecher
4 Talon Trooper
2 Esper Cormorants
4 Crystallization
4 Excommunicate
4 Oblivion Ring
4 Fieldmist Borderpost
9 Plains
9 Island

BU
4 Glaze Fiend
4 Tidehollow Strix
4 Esper Stormblade
4 Parasitic Strix
2 Sedraxis Alchemist
4 Faerie Mechanist
4 Courier’s Capsule
4 Executioner’s Capsule
4 Agony Warp
2 Soul Manipulation
2 Deny Reality
4 Mistvein Borderpost
9 Island
9 Swamp

BR
4 Dregscape Zombie
4 Goblin Deathraiders
4 Goblin Outlander
4 Grixis Grimblade
2 Vithian Stinger
4 Viscera Dragger
4 Sewn-Eye Drake
4 Dark Temper
4 Blightning
4 Terminate
4 Veinfire Borderpost
9 Mountain
9 Swamp

GR
4 Jund Hackblade
4 Nacatl Outlander
4 Rip-Clan Crasher
4 Hissing Iguanar
4 Ember Weaver
4 Rhox Brute
4 Magma Spray
4 Colossal Might
4 Sangrite Backlash
2 Violent Outburst
4 Firewild Borderpost
9 Forest
9 Mountain

WG
4 Wild Nacatl
4 Steward of Valeron
4 Naya Hushblade
4 Qasali Pridemage
4 Valeron Outlander
4 Knight of the Skyward Eye
4 Leonin Armorguard
4 Wild Leotau
2 Welkin Guide
4 Sigil Blessing
4 Wildfield Borderpost
9 Forest
9 Plains

Und jetzt etwas ganz anderes: Bei einer Google-Suche nach Magic-Content bin ich auf einen Forumsartikel auf Mtgnews.com gestoßen, und bei dem Versuch diesen anzuklicken erhielt ich die Mitteilung, dass der Administrator meine I.P. gebannt hätte!

Ich bin vollständig verwirrt. Zu 95% bin ich mir sicher, dass ich noch nie zuvor etwas von diesem Forum gehört hatte, und zu 99%, dass ich niemals irgendwelche Aktivitäten darin bestritten habe! Ganz abgesehen davon habe ich mich noch nie in IRGENDEINEM Forum so verhalten, dass ein IP-Ban gerechtfertigt gewesen wäre – sicher, man streitet sich schon einmal (und ich gewiss nicht seltener als andere) und verlässt dann auch einmal ein Forum oder wird hinausgeworfen (meines Wissens bin ich aber noch nie irgendwo hinausgeworfen worden, sondern im Zweifelsfall immer selbst vorher gegangen – welchen Sinn hat es denn, sich ein einem Forum festsetzen zu wollen, wo man sich nicht wohl fühlt?) – aber ein IP-Ban? Macht man so etwas nicht normalerweise dann, wenn ein hartnäckiger Störer sich wiederholt unter verschiedenen Nicks anmeldet? Das habe ich selbstverständlich nie getan.

Überhaupt ist es nur der Umstand, dass “MtgNews” so generisch ist, wie es der Name eines Magicforums nur sein kann, der in mir den leistesten Hauch eines Zweifels lässt, dass ich überhaupt jemals irgendetwas damit zu tun gehabt haben könnte. Es ist offensichtlich ein englischsprachiges Forum, und damit sollte der Fall eigentlich klar sein, denn ich wüsste wirklich nicht, warum ich mich bei einem mir unbekannten englischen Forum angemeldet haben sollte! In den Wizards-Foren, klar, und bei MTGSalvation (wegen der Rumor Mill natürlich). Vielleicht vor Ewigkeiten einmal bei Mindripper, wo ich einmal einen Artikel veröffentlicht hatte (aber damals besaß ich diesen Computer hier noch nicht einmal!), und wer weiß, vielleicht hätte ich ja irgendwann einmal in einem Forum, das mit Star City oder Brainburst/Tcg Player in Verbindung steht, aus irgendeinem Grund einmal etwas gepostet, aber all das trifft auf dieses merkwürdige Forum nicht zu, und mehr englische Magicseiten KENNE ich nicht einmal! Überhaupt bin ich kein Streuposter – wenn ich in einem Forum aktiv bin, dann möglicherweise sehr, aber ich bin wohl so ziemlich das Gegenteil von jemandem, der in Dutzenden Foren ab und zu einmal etwas schreibt. Oh, und ich kann auch ausschließen, dass irgendein Mitbenutzer meines Computers sich in obskuren Magicforen herumgetrieben hat…

Wie gesagt, ich stehe vor einem Rätsel! Das Forum scheint noch aktiv zu sein; es ist also nicht so, das ein geschlossenes Forum seine Inaktivität auf besonders ungeschickte Weise verkündete, und laut der Seite, auf der ich die Ban-Mitteilung lese, scheint es Gäste prinzipiell zu akzeptieren. Es muss also wirklich an meiner IP liegen…

Weiteres Googlen hat ergeben, dass es vor vier Jahren auf MTGSalvation eine große Diskussion über dieses Forum gegeben hat, aus der ich nicht ganz schlau werde, aber es scheint so, dass es zwischen diesen beiden Foren einen gewaltigen Krach gegeben hat, und dass alle wichtigen Salvation-Mitglieder (einschließlich des Betreibers Rancored_Elf und seiner Admins) aus MtgNews heraus geflogen sind. Der Betreiber jenes Forums scheint mehr oder weniger Amok gelaufen zu sein. Aber selbst das betrifft mich doch nicht – ich war schließlich noch nie Mitglied da, und ich bin selbst auf MTGSalvation als Forumsmitglied nicht von der allergeringsten Bedeutung!

Die einzige denkbare Erklärung wäre dann doch wohl, dass der MtgNews-Admin die IPs sämtlicher MTGSalvation-Forennutzer pauschal gebannt hätte – aber wie krank wäre DAS denn? (Und wie kommt er an die überhaupt heran, wenn er nicht selbst Admin bei Salvation ist?)

Wenn einer von Euch in der Lage ist, dieses Mysterium aufzuklären – ich bin wirklich neugierig!

Ach, und noch etwas für den Atog zum drüber Nachdenken: Jose Mourinho ist niemals Fußballprofi gewesen. Dinge gibt’s!

Hilfe für Tobi

May 18, 2009

Ja, wieso ist denn der Tobi nun zuletzt beim Draften nicht mehr erfolgreich? Nun ja, wenn er wirklich Ursachenforschung betreiben wollte, müsste er natürlich zu seinen Decks die Draftwalkthroughs mitliefern. Ich vermute einfach, er hat merkwürdige Pickprioritäten, und deswegen ergeben sich am Ende keine brauchbaren Decks. Seine Listen jedenfalls sind einfach nicht gut, und ich denke nicht, dass er sich da über seinen Score von 10 zu 15 beklagen darf!

Mal ganz kurz angesehen:

Deck 1 hat 18 Länder (ja, die Posts sind Länder), plus einen Landcycler, der als Kreatur völlig indiskutabel ist, plus einen absolut sinnlosen Kaleidostone (eine Karte, die man bei weniger als 2 Esperzoa im Deck eigentlich IMMER zerreißen sollte, selbst wenn man 3 Fusion Elemental spielt!) – schon verdammt viel für ein Deck voller kleiner und mittelprächtiger Kreaturen!

Deck 2 dann: Wieder 18 Länder, dazu DREI Landcycler UND ein Ridge Rannet, und schon wieder eine höchst mittelprächtige Kreaturenbasis. Das ist eigentlich gar kein Deck, das ist ein aufgefülltes Cruel Ultimatum, aber naja, mit dem gewinnt man halt auch mal.

Deck 3: Schon wieder 18 Länder, plus Landcycler, plus Exploding Borders, darin 4 2-Drops für 3 Mana… Irgendetwas hat Tobi am “Schimmel”-Prinzip nicht verstanden: Mit 50% Mana und Sprüchen,welche die anderen Decks nicht haben wollten, besitzt man nicht wirklich eine siegbringende Strategie! Schimmel war immer dann gut, wenn es mit einer aggressiven Manakurve und konstanten Manabasis in einem Environment völlig überzüchtete Kontrolldecks angreifen konnte, die nur noch für das Mirror auf das Lategame ausgerichtet waren. Wenn man aber kaum aggressiver und konstanter als die übrigen Decks des Formats ist, welche Entschuldigung hat man dann für die geringere Qualität?

Deck 4 hat natürlich ebenfalls 18 Länder, und diesmal auch noch einen Obelisken, aber wenigstens auch ein paar ordentliche Kreaturen. Wie ein richtiges Deck sieht das Ganze aber immer noch nicht aus, wie Tobi auch selbst eingeräumt hat.

Und Deck 5: 18 Länder, ein Obelisk, ein Landcycler (der immerhin auch eine spielbare Kreatur darstellt), ein Steward, ein Mystic… Sicher, da sind einige gute Karten drin, und 0 zu 3 ist gewiss Pech gewesen, aber dass man damit eingehen kann, wenn man seine besten Karten mal nicht zieht, ist doch nachvollziehbar!

Deck 6 dann ist dagegen geradezu eine Offenbarung: Nur 17 Länder und keine Cycler… hey – es geht doch! Ironischerweise aber könnte gerade dieses Deck eine zusätzliche Manaquelle durchaus gebrauchen, denn es ist doch recht manaintensiv. Die Kartenqualität ist zwar wieder eher mau (Dreadwing mit 2 Islands, Glaze Fiend mit kaum Artefakten, Agents, Leotau, Saw, Whip, Goblet – ziemlich viele Füller hier), aber immerhin kann es seine Sprüche auch tatsächlich ausspielen und floodet nicht ganz so leicht. Trotzdem, ich pflichte Tobi bei, dass das positive Abschneiden dieses Decks wohl eher auf Glück zurückzuführen ist.

Das “lächerlichste Deck der Welt” sieht eigentlich gar nicht so “lächerlich” aus – es hat halt eine Menge 2-Drops in zwei Farben, was es sehr konstant macht und ihm erlaubt, 16 Länder zu spielen, aber das war es auch schon an bemerkenswerten Eigenschaften. Naja, wenn die anderen Spieler natürlich mit Panoramen und Obelisken das Ausspielen von Jhessian Zombies vorbereiten, dann kann ich schon verstehen, dass dieses Deck alles niederwalzt – aber welche Strategie ist denn da nun eigentlich lächerlich?

Wie kann man Tobi also per Ferndiagnose helfen? Einen Vorschlag habe ich für ihn: Er sollte versuchsweise Panoramen und Obelisken so draften, als wären sie Basic Lands, die in der Bahnhofstoilette auf den Boden gefallen sind, und Landcycler so, als besäßen sie diese Fähigkeit nicht. Dann bemüht er sich, zwei- bis zweieinhalbfarbige Decks mit 16-19 Manaquellen insgesamt, je nach Manakurve, zusammenzubasteln. Außerdem sollte er seine Begeisterung für beschissene 5-Drops ablegen – wie kann man denn in jedem zweiten Deck Vectis Agents spielen? Natürlich sind diese Tipps nicht mehr als ein sehr grobes Korrekturmanöver, aber irgendwo muss man ja anfangen!

Mal wieder Arbeitsnachweis

December 22, 2008

Seit ich das letzte Mal darauf hingewiesen habe, ist von mir Folgendes in Artikelform auf Magic-Seiten erschienen:

Aus dem Magic-Antiquariat: Onslaught

und

Aus dem Magic-Antiquariat: Legions & Scourge

bei Magic Universe.

Wenn man sich ansieht, wie meine Texte bei MU unterdessen aufbereitet werden, fragt man sich natürlich, wieso sie da überhaupt noch erscheinen: Im Onslaught-Artikel ist niemals die unverzüglich in den Kommentaren aufgezeigte falsche Zusammensetzung der Turnierpackungen korrigiert worden, und das Link zum nächsten Teil (Legions/Scourge) wurde nie aktiviert. Der Legions-Artikel ging mit erheblicher Verspätung online (obwohl die Redaktion ihn seit einer Woche hatte), und die Leiste mit den Verlinkungen zur Übersicht und den anderen Teilen wurde dort ganz weg gelassen. Da merkt man schon einen enormen Unterschied zu der liebevollen Behandlung, den diese Reihe ursprünglich erfahren hatte… Nun ja, ich besitze dem Seiteninhaber gegenüber noch die Verpflichtung für drei weitere Artikel. Danach haben diese Redaktion und ich nichts mehr miteinander zu tun.

Beim Planeten hingegen antworte ich (mit der redaktionell bedingten Verzögerung von einer Woche) auf Tobis Verteidigung der Fünffarbstrategie:

Wie man aus Gold Scheiße macht

Da es dazu bereits wieder einige Kommentare gibt, an dieser Stelle einige Anmerkungen:

Das Beispiel mit der Manabasis aus Panoramen diente der Verdeutlichung, dass Tobis Methode, sie als vollwertige Manaquellen für drei Farben in seinen Tabellen zu zählen, nicht brauchbar ist.

Mein Entwurf einer Manabasis für das UBR-Deck geht davon aus, dass man Rot als Drittfarbe benutzt, um eben jene höhere Mansicherheit zu erzeugen, die Tobi diesem Deckkonzept abspricht, indem er sie mit der Manasicherheit seines fünffarbigen Entwurfes vergleicht. Zugegeben: Bei diesem Kartenpool ist ein solches Deck einfach nicht sinnvoll konstruierbar, und wenn ein Haufen eigentlich eh nur mit seinem Cruel Ultimatum gewinnen kann, dann nimmt man halt eine der Karten auf Silencers-Niveau für das 19. Land (noch einen Mountain) heraus, weil’s eh nix mehr schaden kann.

Fünffarbigkeit ist weniger als ein Plan B denn ein Plan C: Plan A wäre es, eine Deckstrategie zu verfolgen, die man präferiert (so zum Beispiel einen “Archetyp”, mit dem man schon oft erfolgreich war, oder den man gezielt ausprobieren will). Plan B wäre eine Strategie, die man anstrengt, wenn dieses anvisierte Ziel sich als nicht umsetzbar erweist – man geht zum Beispiel in einen Shard, der nicht mit den eigenen frühen Picks vereinbar ist, man wechselt von WGr Aggro Naya auf das instabilere WGR Naya Ramp, oder man pickt eine Farbe mehr, als man ursprünglich geplant hat.

Plan C ist dann das Eingeständnis, dass es nicht gelungen ist, ein erfolgversprechendes Konzept zu verfolgen: Man muss sein Deck mit Vectis Silencers auffüllen, oder man setzt auf 5 Undead Leotau in einem Deck mit 18 Ländern und 4 Obelisken, oder man ist eben echt fünffarbig. Während Plan A oder Plan B für Herangehensweisen stehen, die man unterschiedlich stark einschätzt, ist Plan C das Eingeständnis, dass der Draft schief gegangen ist, und dass man irgendwie versucht zu retten, was zu retten ist.

Tobi fabuliert davon, dass gute fünffarbige Decks mittelmäßige zweieinhalbfarbige Decks schlagen undsoweiter. Abgesehen von Definitionsfragen (meiner Ansicht nach gibt es kein “gutes” fünffarbiges Draftdeck) ist das ja prinzipiell richtig – ebenso wie seine Aussage, dass er mit seinem Fünffarbdeck einige der weniger gelungenen Top-8-Decks aus den Grand Prixs schlägt – hat aber nichts mit der eigentlichen Problemstellung zu tun:

An Stelle eines fünffarbigen Decks der Qualität X ist es eben, bei entsprechender Zielsetzung, fast immer möglich, ein vierfarbiges Deck der Qualität >X zu draften! Das Fünffarbdeck ist eben NICHT eine eigenständige Strategie, die in einigen Fällen die erfolgversprechendste ist, sondern eine vergurkte Vierfarbstrategie (genauer: Dreieinhalbfarbstrategie) und eine aus Bequemlichkeit vertane Chance, ein etwas besseres Deck zu draften.

Ach ja, für die Leute mit Schwierigkeiten beim Leseverständnis: Meine Aussage, dass sich keine Fünffarbdecks unter ihnen befinden, trifft nicht nur auf die sechs Siegerdecks zu – das wäre gewiss ein viel zu kleines Sample – sondern auf die 48 Top-8-Decks aller sechs Grand Prixs!

Die wiederum sind nicht mit irgendwelchen PTQ-Top-8en zu vergleichen, denn diese erreicht man halt mit einem Sealed Deck. Meine Aussage ist ja nicht “Mit fünf Farben kann man nicht gewinnen” – natürlich KANN man, denn wir reden hier von Gewinnwahrscheinlichkeiten! – sie ist: Wer das Format verstanden hat, verfolgt andere Strategien!

Ach ja, meine Erwähnung der Volcanic Submersion an jener Stelle ist schon unglücklich. Woran ich dachte ist, dass wenn man sein rotes Mana nicht sofort zur Verfügung hat, man oft gezwungen ist, um im Tempo nicht zu weit zurück zu fallen, das Panorama für einen anderen Spruch für Mana zu tappen, und dass der Gegner einem dann das Panorama vielleicht wegmacht… aber das hat eingestandenermaßen mit dem Kontext, in dem ich es erwähne, nichts zu tun. Besser macht das die Panoramen aber auch nicht – das tut dann die Domain-Mechanik, die in Conflux zurückkehren wird!