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Eine Analyse der Top-8-Standarddecks bei den Worlds

November 26, 2009

Die mache ich am besten einfach per Tabelle:

Karte Wert in Cent Re Ca Co So Bu Ly Sn Pi Summe Wertsumme












Ajani Goldmane 780


2



2 1560
Ajani Vengeant 808



2 4

6 4848
Ancient Ziggurat 168



4


4 672
Arid Mesa 1200
4
1 3 4 4
16 19200
Baneslayer Angel 3914
2
4 3 4

13 50882
Birds of Paradise 510


2



2 1020
Bituminous Blast 62 4
3



3 10 620
Blightning 1 4
4



4 12 12
Bloodbraid Elf 246 4
4
4 4
4 20 4920
Borderland Ranger 10

1 2



3 30
Brave the Elements 24


3

3
6 144
Broodmate Dragon 404 3
3



2 8 3232
Burst Lightning 18
3


2
1 6 108
Caldera Hellion 89

2




2 178
Captain of the Watch 283


2



2 566
Celestial Purge 28
1

3 4 2
10 280
Colossal Might 15



3


3 45
Conqueror’s Pledge 209





4
4 836
Devout Lightcaster 175





4
4 700
Dragonskull Summit 776 3
3



3 9 6984
Duress 75 3





3 6 450
Elite Vanguard 129
3





3 387
Elspeth, Knight-Errant 2246
3



2
5 11230
Emeria Angel 246


4

2
6 1476
Forest 0 2
3 4 4 4
2 19 0
Gargoyle Castle 180


1

2
3 540
Garruk Wildspeaker 933 3
3



2 8 7464
Goblin Bushwhacker 7
2





2 14
Goblin Guide 429
4

4


8 3432
Goblin Ruinblaster 50 4
3
2 4
4 17 850
Great Sable Stag 679



4 4
3 11 7469
Grizzled Leotau 6


4



4 24
Harm’s Way 114
3





3 342
Honor of the Pure 589


3

4
7 4123
Island 0


1



1 0
Journey to Nowhere 10
2



1
3 30
Jund Charm 33 3
3



2 8 264
Jund Panorama 8 1






1 8
Jungle Shrine 107



4


4 428
Kabira Crossroads 9


1



1 9
Knight of the Reliquary 729


4



4 2916
Knight of the White Orchid 292





4
4 1168
Kor Skyfisher 7
3





3 21
Lightning Bolt 160 4 4 4
4 4
4 24 3840
Lotus Cobra 1657



4


4 6628
Luminarch Ascension 330


3

3
6 1980
Maelstrom Pulse 1706 4
3



4 11 18766
Manabarbs 38
3





3 114
Marsh Flats 1205
4
2

4
10 12050
Martial Coup 381





1
1 381
Master of the Wild Hunt 590






2 2 1180
Mind Rot 8 2
3




5 40
Misty Rainforest 1412


4 2


6 8472
Mountain 0 4 4 3
2 3
3 19 0
Noble Hierarch 1455


4 4 4

12 17460
Oblivion Ring 33
2

2
3
7 231
Oran-Rief, the Vastwood 240 1



1
2 4 960
Path to Exile 460
4
4 4 4 4
20 9200
Plains 0
6
2 1 4 14
27 0
Plated Geopede 13
4





4 52
Putrid Leech 13 4
4



4 12 156
Ranger of Eos 446
4

2 4 4
14 6244
Rhox War Monk 59


4



4 236
Rootbound Crag 692 3
4
2 4
4 17 11764
Savage Lands 113 4
4



4 12 1356
Scalding Tarn 1272
4





4 5088
Scute Mob 339




1

1 339
Seaside Citadel 97


3



3 291
Soul Warden 15





4
4 60
Sprouting Thrinax 29 4
4



4 12 348
Steppe Lynx 11
4



4
8 88
Steward of Valeron 13


4



4 52
Sunpetal Grove 656


4
4

8 5248
Swamp 0 3
4



3 10 0
Teetering Peaks 14
2





2 28
Terminate 61 2
4



2 8 488
Thought Hemorrhage 448 2
2



2 6 2688
Uril, the Miststalker 358



2


2 716
Verdant Catacombs 1355 4
4 1


4 13 17615
Wall of Reverence 473



2


2 946
White Knight 41





2
2 82
Wild Nacatl 32




4

4 128
Woolly Thoctar 72



4 4

8 576
World Queller 101


2



2 202












Gesamtsumme









275575

Der Wert ist der aktuelle Durchschnittspreis der Karte bei MKM, wobei ich Standardländer realistischerweise als gratis angenommen habe.

Inwieweit sich die einzelnen Decks im Wert unterscheiden, dürft Ihr gerne selbst ausrechnen. Im Schnitt jedenfalls kostet ein aktuelles Standarddeck, wie es die Top-8-Spieler der Worlds benutzt haben, 344,47 Euro (etwas über 4,59 Euro pro Karte).

In diesen Zusammenhang muss man wohl auch die Forderung nach der Erhöhung des monatlichen Hartz-Vier-Regelsatzes für Kinder stellen. “Ein Bedarfssatz für Kinder müsste 330 bis 350 Euro betragen. Das ist absolut lebensnotwendig”, so die Aussage von Heinz Hilgers, dem Präsident des Deutschen Kinderschutzbundes, mit der er beweist, dass er mit der Nachwuchsproblematik in unserem Lieblingsspiel eingehend vertraut ist!

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Gelinkt

July 2, 2009

Es ist ja schon ein wenig länger her, da habe ich eine weitere Draftanalyse verfasst, diesmal zu dem äußerst bemerkenswerten Top-8-Draft von Brian Kibler.

Der Grund, warum ich diesen “Arbeitsnachweis” jetzt erst führe ist der, dass ich jeden Tag mit der Veröffentlichung eines anderen Artikels von mir gerechnet habe, der tatsächlich sogar noch ein paar Wochen älter ist, aber immer wieder nach hinten verschoben wurde, weil andere Texte halt aktueller waren: Casual auf Rezept. Wer ebenso wie ich festgestellt hat, dass manche Decks einfach mehr Spaß zu spielen machen als andere, und sich gefragt hat, woran das liegt, sollte ihn interessant finden.

Dann möchte ich ab und zu immer mal wieder darauf hinweisen, dass ich noch zwei weitere Blogs führe: Auf Ein Platz für Andi ist zur Zeit etwas weniger los (das soll sich aber wieder ändern), doch wer meine Tollen Kurzgeschichten ™ noch nicht kennt, findet dort vielleicht trotzdem viel Interessantes!

Wer hingegen mehr Interesse an Pischnerschen Meinungsäußerungen hat, sollte auf jeden Fall regelmäßig bei Andis Andersartige Ansichten vorbeischauen – schließlich liest man ja unter vielen Road Trips und ähnlichen Texten, die auf Magicseiten veröffentlicht werden, immer wieder Kommentare wie “endlich mal was anderes als immer dieses Magic-Gedöns”!

Wisst Ihr, ich zumindest erwarte auf Magic-Seiten auch tatsächlich Texte mit Magic-Bezug, und andere Texte wiederum auf (…Trommelwirbel) anderen Seiten! So wie AAA zum Beispiel eben. Aber ich bin da wohl merkwürdig.

Diskussionen

June 11, 2009

Mal wieder Zeit für Arbeitsnachweise:

Hier analysiere ich ausführlich einen PT-Draft von Sebastian Thaler.

Hier kommentiere ich die mit M10 eintretenden Regeländerungen.

Zu letzterem Thema möchte ich Euch auch unbedingt ans Herz legen, diesen Artikel hier von Zvi zu lesen! Er sagt zwar Vieles von dem, was ich auch sage, aber eben teilweise besser (und mit dem Pro-Kompetenzbonus, den man in den Augen einiger Leute offensichtlich benötigt, um sich überhaupt äußern zu dürfen). Einige besonders gelungene Passagen zu den neuen Schadensregeln will ich hier zitieren:

It is not obvious at first glance whether this adds or subtracts strategic depth from the combat itself, although it is almost certain at least in the short term to decrease the strategic depth of people’s decks and cards. There are clear scenarios it makes less interesting, and clear scenarios it makes more interesting but the ones where it gets more interesting it does so by disincentivising the player to have the cards in question in the first place because he no longer has a clean option available.

To summarize the strategic implications, Magic will become strategically simpler and involve less skill. We will see more creatures with high power and high toughness and strong inherent always-on abilities. We will see less creatures with activated abilities such as regeneration, pumping abilities and especially sacrifice abilities. We will see more creature removal at the expense of pump spells, bounce spells and damage prevention.

All players must still learn the general case of how the stack works, but now must also learn the exception of how combat works. This makes the rules more complex, not less complex.

Ich will auch noch einmal eine Sache klarstellen: Ich kritisiere die neuen Regeln NICHT vom Standpunkt eines Möchtegern-Pros, der befürchtet, dass er es jetzt noch schwerer als früher hat, seinen Skillvorteil in Siege umzumünzen (obwohl ich diese Befürchtungen nicht von der Hand weisen würde, da in den Situationen, in denen die neuen Regeln MEHR Skill verlangen, eigentlich immer Doppelblocks involviert sind, die vergleichsweise selten vorkommen). Ich zeige mich als CASUAL-Spieler entsetzt darüber, dessen Carrion Feeder, AEther Spellbombs und Hunderte weiterer Karten durch den Wegfall der “Damage on the Stack” Option entmannt wurden. Wenn Bounce und Utility Creatures zu Gunsten von direktem Removal und dickeren Viechern geschwächt werden, dann leidet mein Spaß am Casual-Spiel erheblich.

Oh, und ich verkünde hiermit offiziell, dass meine früheren (und damals durchaus ernstgemeinten) Sympathiebezeugungen für Trash nicht mehr gültig sind! Ich weiß ja nicht, inwieweit sein neuer Job in der Karibik dazu beiträgt, aber zuletzt reduziert er jegliche Diskussion um Magic nur noch darauf, dass er mit seinen Pro-Punkten immer noch den Dicksten hat (zumindest in Deutschland nach dem Abtritt der Phoenix Foundation). Wenn es bei Magic ausschließlich darum ginge, und nicht etwa darum, Spaß am Spiel zu haben und sich im Rahmen seiner Möglichkeiten immer weiter zu verbessern, dann hätte er natürlich Recht – dann schauten wir alle nur ehrfürchtig auf seine erreichten Erfolge und knieten uns virtuell in eine Reihe, um seinen achso dicken Schwanz zu lutschen. Vielleicht trifft das ja auch auf Viele zu, aber ich zumindest akzeptiere keine Unfehlbarkeitsansprüche von Alpha-Tieren!

Fremdkommentiert

June 3, 2009

Hier wurde ein Draft in den Sand gesetzt. Woran lag es? Eine Analyse in zwei Decks:

Deck 1: Aggro

6 Swamp
7 Mountain
5 Forest
Goblin Deathraiders
Jund Hackblade
Dregscape Zombie
Ember Weaver
Ember Weaver
Jund Sojourners
Singe-Mind Ogre
Singe-Mind Ogre
Bloodpyre Elemental
Monstrous Carabid
Kresh the Bloodbraided
Lightning Reaver
Sangrite Backlash
Dark Temper
Branching Bolt
Violent Outburst
Demonic Dread
Soul’s Fire
Fiery Fall
(37 Karten)

Das ist ein unvollständiges Deck. Es fehlen zwei 2-Drops (die mit BR ausspielbar sein sollten) und ein 3-Drop (dito), die sich teilweise auch durch Removal ersetzen ließen. Ebenfalls dringend empfehlenswert wäre ein passendes Triland oder ein Borderpost im Jundbereich als Ersatz für ein oder zwei Basics. Die Manakurve ist auch nach Cutten zahlreicher 4-Mana-Sprüche immer noch zu hoch, um weniger als 18 Länder zu spielen, und der Fall sollte deshalb nach Möglichkeit als Removal genutzt werden. Naturalize sollte im Sideboard verbleiben, um die Cascade-Sprüche nicht zu entwerten.

Mit dem angegebenen Sideboard ist dieses Deck leider nicht komplettierbar, also muss man diesen Ansatz sein lassen. Allerdings kann man vermuten, dass im Draft Entscheidungen hätten anders getroffen werden können, um das aggressive RB/g-Deck zu vervollständigen.

Deck 2: Kontrollaggro

7 Forest
5 Swamp
5 Mountain
1 Island
Mistvein Borderpost
Dregscape Zombie
Puppet Conjurer
Ember Weaver
Ember Weaver
Jund Sojourners
Bloodpyre Elemental
Kresh the Bloodbraided
Lightning Reaver
Jhessian Zombies
Prince of Thralls
Sangrite Backlash
Naturalize
Dark Temper
Soul’s Fire
Branching Bolt
Spell Snip
Spore Burst
Spore Burst
Shard Convergence
Drastic Revelation
Fiery Fall

Hier haben wir zwar ein vollständiges Deck, aber mit zu vielen Füllern. Wäre noch ein Covenant of Minds vorhanden, ließe sich der hohe Manaanteil noch vertreten, aber so sind 18 Länder plus Borderpost plus Zombies plus Convergence einfach zu viel Mana (der Fall ist in diesem Deck noch weniger zum Cyclen da als in der ersten Liste). Dazu Naturalize, ein lucky Spell Snip, und das in diesem Deck unzuverlässige Soul’s Fire, und dann sind da auch noch die Ember Weaver, die zu selten ihren Bonus kriegen… Oh, und Prince of Thralls ist für 8 Mana einfach keine wirkliche Bombe, aber immerhin ein wirklich dicker Finisher. Statt des Snip kann man den Thorn-Thrash Viashino riskieren, der aber eigentlich nicht in diese Art Deck gehört (ja, wenn es ein Skullmulcher oder Mycoloth wäre!) Glücklich wird man so oder so nicht. Zweitklassige Offensivkarten wie Carabid oder die Ogres passen schon gar nicht in dieses Deckkonzept, und frühe Drops, die Rot benötigen, scheiden auch aus.

Trotzdem: Dies ist nun einmal das Deck, welches gedraftet wurde, denn für den Aggro-Approach reicht es einfach nicht! Drastic Revelation rechtfertigt den Blausplash immerhin besser als der Conjurer, aber für das behäbige Kontrollaggrodeck sind einfach nicht die richtigen Karten im Pool: Ein Panorama, welches die Insel suchen kann (also Grixis oder Esper), sollte es wegen der Domain-Sprüche ausnahmsweise sein. Die Ember Weaver wären besser Matca Rioters.  Druid of the Anima würde dem Deck furchtbar gut tun, ebenso wie Putrid Leech. Außerdem sollte sich beim Draften von vier Farben noch mindestens eine weitere richtig starke Karte finden lassen, wie Vengeful Rebirth oder Slave of Bolas oder etwas in der Art. (Die Mythics aus Reborn wären natürlich zu viel verlangt…)

Mit diesem Deck ging der Drafter zu Recht unter, denn sein Draft ist ihm missglückt: Er hat ein bisschen Aggro gedraftet und ein bisschen mehr Kontrollaggro und hat dann beim Deckbau beide Ansätze durcheinander geworfen, mit dem Ergebnis, dass die Geschwindigkeit und Manasicherheit für das eine und die Kartenqualität für das andere Konzept nicht ausreichte. Oh, und die Spruchkosten der Karten im Pool sind generell zu hoch – eine vernünftige Manakurve lässt sich in keinem der beiden Ansätze verwirklichen.

Die Moral von der Geschicht’: Über das Format zu schimpfen, mag berechtigt sein oder nicht, aber so lange man die Grundprinzipen des Deckbaus nicht beherrscht, fehlen einem die Argumente!