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Große Zahlen

April 4, 2009

Vor ein paar Tagen hat Zeromagic seinen 250.000en Besucher gezählt!

Ungefähr zur gleichen Zeit sprang der Zähler auf Ein Platz für Andi auf 100.000!

Und mein gerade erst ein halbes Jahr junges Blog Andis Andersartige Ansichten erreicht immerhin bereits die 15.000!

Ein kleines Dreifachjubiläum also für mich.

Besseres zu tun

November 28, 2008

Wenn ein Kommentator nichts Besseres zu tun hat, als unter einem privaten Blogeintrag dessen Autor zu fragen, ob er denn nichts Besseres zu tun hätte, als seine Einträge zu verfassen… nun, dann habe ich normaler Weise Besseres zu tun, als auf diesen Hirntod-verdächtigen Umstand hinzuweisen (was Tobi dann netterweise für mich getan hat). Allerdings passt diese Geschichte diesmal einfach zu gut als Überleitung zu einem etwas anderen Thema:

Auf GerMagic konnte man in den letzten Tagen ein interessantes Phänomen beobachten: Erst entstand dort eine Handvoll inhaltsloser Ersteinträge kurz hintereinander. Dann verfassten einige etablierte Schreiber eine Handvoll Beiträge, deren Inhalt sich im Wesentlichen darauf beschränkte, diese Inhaltslosigkeit anzuprangern.

Großes Kino! Haben die denn alle nichts Besseres zu tun? Nun, diese Frage zielt in die falsche Richtung! Jemanden zu fragen, ob er denn nichts Besseres zu tun hätte, als ein Blog zu führen, in dem er schreibt, was immer ihm gerade durch den Kopf geht, das ist einfach widersinnig. “Du führst Tagebuch? Hast Du denn nichts Besseres zu tun?” Man kann doch ohne größere geistige Verrenkungen annehmen, dass es dem Autor – aus welchen Gründen auch immer – wichtig ist, seine Gedanken niederzuschreiben, und auf welcher Grundlage soll man das kritisieren?

Diese Grundlage ist natürlich GerMagic! Durch dessen Art der Präsentation als “MTG Blogs” misst diese Seite solchen Blogs einen Stellenwert zu, den sie nicht verdienen. Auch GerMagic ist natürlich eine Privatseite (und EBs Weigerung, diesen Umstand durch das Schalten von Werbung in Frage zu stellen, ist so ziemlich das Einzige, was ich an ihm sympathisch finde), aber durch ihren Stellenwert und wohl auch selbst gewählten Anspruch als DAS deutsche Magic-Portal hat sie den Bereich des bloßen privaten Vorsichhinwurstelns eindeutig verlassen. Was hier zuoberst auf der Frontseite mit einer kurzen Textvorschau verlinkt wird, das wird nicht einfach nur verlinkt, das wird PRÄSENTIERT. Die umfassenden Verlinkungen befinden sich im “MTG Pop” Bereich, aber mit “MTG Blogs” wird eine Auswahl vorgenommen, die eine zumindest partielle Identifikation von GerMagic und damit effektiv eine Empfehlung bedeutet.

Als mir EB vor ein paar Monaten anbot, mit Zeromagic auf “MTG Blogs” umzuziehen, lehnte ich dies hauptsächlich aus folgenden Gründen ab: Einmal hatte ich kein Bedürfnis, mit GerMagic (und damit letztendlich mit EB) identifiziert zu werden, und zum anderen wollte ich nicht Teil einer Auswahl sein, die nicht nach qualitativen Kriterien getroffen wurde, sondern danach, wer sich von diesem Konzept hatte vereinnahmen lassen. Wie ich damals bereits formulierte:

“MTG Blogs wird von Blogeinträgen überschwemmt, die schlicht und einfach nicht lesenswert sind. Das führt nur dazu, dass ich auch die paar lesenswerten nicht mehr lese, weil ich keine Lust habe, in diesem Riesenhaufen Verbalmüll danach zu suchen!”

und

“EB hat es Leuten ermöglicht, mit dem selben geringen Aufwand ein Blog zu betreiben, mit dem man einen Forenthread vollspammt, und die Ergebnisse sind vergleichbar. Diejenigen Blogger, die sich mit ihrem Blog tatsächlich Mühe geben, gehen unter. Das ist genau das Gegenteil von dem, was ich mir wünsche!”

An wen muss jetzt also der Vorworf gehen? An die ganzen “Hallo Welt, hier bin ich, und sobald ich weiß, worüber, werde ich auch ganz doll viel schreiben”-Blogger, oder an diejenige Seite, welche sie auf einer viel zu exponierten Plattform vorbehaltlos präsentiert und damit die ambitionierteren Autoren dazwischen entwertet? Mit Bereichen wie dem “DeckCheck” oder “MTG Pop” hat GerMagic qualitative Maßstäbe gesetzt, die eine entsprechende Erwartungshaltung auch an anderer Stelle erzeugen. Wenn hier Einträge in “MTG Blogs” faktisch empfohlen werden, dann müssen sie sich an dieser Erwartungshaltung messen lassen, was gegenüber privaten Bloggern, die ohne groß darüber nachzudenken von der Möglichkeit Gebrauch gemacht haben, sich hier bequem einen öffentlichkeitswirksamen Platz im Internet zu sichern, unfair ist und zwangsläufig zu Enttäuschungen beim Leser, sowie zu Verstimmungen bei etablierten Schreibern führt.

Den Platz an der Sonne (also unter den prominenten Verlinkungen oben auf der Seite) bei GerMagic sollten sich Blogger erst einmal verdienen müssen! Wären sie nur unter ferner liefen bei “MTG Pop” verlinkt, dann würde sich niemand darüber aufregen. Auch eine kurze Sektion “neu gestartete Blogs”, welche den Lesern die Möglichkeit gibt, Neulinge aufzufinden und erst einmal anzutesten, würde keine Missverständnisse aufkommen lassen (vorausgesetzt, sie verdrängt nicht ebenfalls die empfehlenswerten Blogs). Ohne eine qualitative Auswahl jedoch besteht der Unterschied zwischen “MTG Blogs” und “MTG Pop” im Wesentlichen nur aus dem “Seht her, all diese Blogger habe ich unter meiner Fittiche versammeln können – meine Weltherrschaft steht unmittelbar bevor!”-Faktor, da sie Autoren ausschließlich dafür belohnt, sich von GerMagic bemuttern zu lassen, was wenn überhaupt im Zweifelsfall eher Indiz für MANGELNDE Qualität ist (da der Bloggende bei der Einrichtung seines Blogs weniger Eigenleistung erbringen musste) als anders herum.

Noch ein paar Worte zu einem ganz anderen Thema: Trash hatte wieder einmal nichts Besseres zu tun, als einen Videowalkthrough zu verbrechen. Ich bleibe dabei: Ich will seine Gedanken ausformuliert LESEN, nicht HÖREN, und die Karten aufgelistet bekommen, nicht an Hand verschwommener Bilder erraten müssen! Kurz hinein geschaut habe ich: Dass Trash wegen seiner irrationalen Abneigung gegen diese Karte Covenant of Minds nicht einmal erwähnt, das ist schon ärgerlich, aber den Rhox Charger zu nehmen, ist auf jeden Fall zumindest eine vertretbare, wenn nicht sogar einfach die richtige Entscheidung (ich hätte es auch gemacht). Ansonsten beweist Trash, dass man in Gegensatz zu den anders lautenden Behauptungen von Phips durchaus mit Naya Drafts gewinnen kann! Sein Deck hat dann aber doch für meinen Geschmack ein wenig zu viel Mana – 17 Länder, 2 Druid of the Anima, 1 Steward of Valeron, 2 Sunseed Nurturer, 1 Sacellum Godspeaker, 2 Cycler – man kann es auch übertreiben! 1 Nurturer und ein Land (oder vielleicht besser 2 Nurturer, um keine Farbsicherheit aufzugeben) kann man hier gewiss cutten, um die Gefahr, nach einem Resounding Thunder auf Rakeclaw Gargantuan und Bone Splinters auf Cavern Thoctar plötzlich nur noch mit Manaproduzenten dazustehen, ein wenig zu verringern.

Ansonsten aber ist Trashs Deck, ebenso wie die zuletzt von Phips ein schönes Beispiel dafür, wie man Shards draftet: Mit einem klaren Schwerpunkt auf zwei (befreundeten) Farben, aber ohne die zusätzlichen Optionen, welche einem die dritte Farbe bietet, zu verschmähen. Mensch, ich kann mich erinnern, dass dieser Ansatz bereits in den allerersten Alara-Reviews erörtert worden war – was ist da bloß passiert, dass wir bestimmt einen Monat Zeit damit verschwendet haben, fünffarbige Monstrositäten zu draften, die im Prinzip nur aus Charms und Manafixing bestanden? Als ich zur Zeit von PT Berlin mich auf dem Nachhauseweg mit Toffel unterhielt, fragte er mich, ob ich irgendwelche wichtigen Erkenntnisse aus meinen Drafts gezogen hätte, und ich wusste in destillierter Form nichts Besseres zu sagen als “2-Drops sind wichtig!” Naja, meinte Toffel, das sei ja selbstverständlich, und ich stimmte ihm zu… Warum eigentlich war es NICHT selbstverständlich? Warum hatten Topspieler wie Charly, Phips (und zwischenzeitlich, wenn ich die damalige Coverage richtig verstanden habe, sogar auch Trash) in Runde 2 und 3 nichts Besseres zu tun als Fatties zu cyclen und Obelisken zu legen?

Auch in Alara ist die zweite Runde dazu da, Boardpräsenz zu zeigen (oder zumindest die gegnerische zu einzudämmen). Man kann Bären legen, oder Manabeschleunigung (was bedeutet, Druid of the Anima), oder man kann mit Agony Warp oder Magma Spray gegnerische Bären oder Manabeschleunigung eliminieren. Dafür wiederum benötigt man das passende Mana. Mit ein paar Triländern schafft man das noch bis hoch zur Dreieinhalbfarbigkeit, bei entsprechend weniger Manafixing sollte man nicht mehr als zweieinhalb Farben in Angriff nehmen. Es ist nun einmal so, dass weder Panoramen noch Obelisken eine Hilfe dabei sind, 2-Drops zu legen!

Oh doch, ich bin mir sicher: So weit waren wir schon direkt nach dem Prerelease! Wie konnte es nur passieren, dass diese grundlegenden Einsichten so lange in Vergessenheit geraten sind bzw. ignoriert wurden?

The word is “rightsizing”

October 9, 2008

Es gibt da natürlich noch einen Zeitfresser in der virtuellen Magic-Community, und das ist das Forum von PlanetMTG. Weil es nun einmal die (enorm) erweiterte Kommentarfunktion dieser Seite darstellt, habe ich mich im letzten Dreivierteljahr darin festgeschrieben.

Jetzt ist mir aufgefallen, dass dieser Ort mir meine Zeit nicht mehr wert ist. Zwar sagen mir immer wieder Leute, wie viel Wert sie doch auf meine Meinung legten, aber das gilt immer nur so lange, wie ich nicht etwas, was sie selbst geschrieben habe, kritisieren! Ich denke, man erkennt (zur Not an der Zahl und Länge meiner Posts) unschwer, dass ich einer Diskussion prinzipiell kaum jemals aus dem Weg gehe, aber aus verschiedenen Gründen ist ein Forum einfach nicht der geeignete Ort dafür. Wer sich mehr für diese Gründe interessiert, dem seien meine folgenden drei Blogeinträge ans Herz gelegt:

Idiotenzucht im Internet,

Von Blogs und Foren

& Die Macht der Verweigerung.

Deswegen läuft das Ganze jetzt noch einmal anders. Nachdem ich den Wochenrückblick aufgegeben habe, wollte ich eigentlich bei Bedarf direkt im entsprechenden Kommentarthread etwas zu Artikeln, die ich gelesen hatte, und zu denen mir etwas zu sagen eingefallen war, schreiben. Da aber nun einmal viele Leute in einem Forum nicht in der Lage sind, Einträge, die sie nicht interessieren zu ignorieren, und sie deswegen in Spam- und Mobbingroutinen verfallen, versuche ich es jetzt einmal mit der Methode “Der Klügere gibt nach” – genaugenommen nur die angewandte Konsequenz aus der grundlegenden Erkenntnis “Arguing on the internet is like running in the Paralympics. Even if you win you’re still retarded” (einfach eine der treffendsten Aussagen zum Internet überhaupt!)

Ich denke, unterdessen sollte eigentlich so ziemlich jeder im Internet aktive Magicspieler mein Blog kennen. Deswegen poste ich von nun an Kommentare zu MTG-Artikeln (wenn ich mal wieder Lust habe, einen zu verfassen) prinzipiell hier, was natürlich den Vorteil hat, dass es Zeromagic deutlich häufigeren Content beschert. Wen es interessiert, was ich zu sagen habe, der kann ja dann hier herein schauen, und wen nicht (was insbesondere Autoren einschließt, die keine ehrliche Kritik wünschen), der lässt es halt. Kommentarthreads zu meinen eigenen Artikeln werde ich selbstverständlich weiterhin lesen, aber wenn ich mich zu ihrem Inhalt äußern will, dann tue ich das ebenfalls hier und poste im Forum nur einen entsprechenden Verweis.

Bei Magic Universe kommentiere ich erst einmal weiterhin noch direkt unter den Artikeln, denke ich. Einmal ist das Klima da noch ein wenig angenehmer als im Forum (was vermutlich einfach daran liegt, dass man dort einen Account besitzen muss, um zu kommentieren, dass es keine Zitierfunktion gibt, die Spamposts befürdert, und dass man dort auch keine Bilder posten kann), und zum anderen – naja, mir fällt eben seltener etwas wirklich Substanzielles zu den Texten dort zu sagen ein. Insgesamt hat der Planet eben doch mehr und interessantere Artikel, auch wenn MU zuletzt wieder einen kleinen Schub mit der Verpflichtung von Charly (will mir niemand die Herkunft dieses Spitznamens erklären?) und dem Schreibwettbewerb gekriegt hat. Letztlich hat es wohl auch einfach etwas mit der kritischen Masse an Kommentierenden zu tun.

Dmait ist nun mein x-ter, vielleicht endgültig letzter Versuch, mich in einem Forum heimisch zu fühlen, gescheitert. Es kann aber eigentlich nicht verkehrt sein, wenn ich die erhebliche Zeit und Mühe, die ich doch immer wieder in Forenposts gesteckt habe, fortan stattdessen in mein eigenes Blog investiere! Ich will jetzt nicht von “Perlen vor die Säue” reden, aber es ist letztlich nicht wirklich sinnvoll, sich Arbeit zu machen, die nicht gewürdigt wird. Wenn jemand Zeromagic besucht, dann darf ich davon ausgehen, dass er sich für mein Geschreibsel auch tatsächlich interessiert, und wenn nicht, dann verpisst er sich eben wieder. (Spamkommentare ala “Wayne” werden von mir entsprechend behandelt.) Vielleicht nutze ich auch ein bisschen der frei gewordenen Zeit, um mich ein wenig mehr in Blogs anderer Leute umzutun – leider ist es nicht einfach, Blogs zu finden, in denen häufig genug interessante Inhalte veröffentlicht weren, dass es sich lohnt, regelmäßig hinein zu sehen, aber ich werde mal gucken.