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Gedanken aus der Chefetage

January 4, 2010

Heute will ich Euch auf einen wirklich außerordentlich interessanten Artikel von Aaron Forsythe, dem Chef der R&D-Abteilung für Magic, hinweisen!

Er blickt auf das letzte Jahr zurück, und sein Fazit lautet im Wesentlichen: Alles wurde besser, schöner und größer! Na gut – von einem leitenden Angestellten dieser Firma kann man auch nicht erwarten, dass er groß herumjammert, aber tatsächlich scheint es aus seiner Sicht wirklich allerhand Grund zur Freude zu geben! Ich zitiere einmal einen zentralen Abschnitt:

* We have experienced a double-digit increase worldwide in the number of players participating in sanctioned events versus a year ago. We are currently at an all-time high in active tournament players.
* The number of locations hosting Friday Night Magic has increased by nearly a third versus a year ago.
* In its first six months, Magic 2010 boosters outsold Tenth Edition boosters in the U.S. by over 70%. While that may not surprise you due to M10’s large quantity of new content (which Tenth did not have), it sure surprised us!
* In its first three months, Zendikar boosters outsold Shards of Alara boosters in the U.S. by over 55%! That is a huge leap for a single year—in many areas, we had difficulty keeping up with the demand.

Mehr Verkäufe, mehr Turniere, mehr FNMs – alles mehr! Magic boomt wie nie zuvor!

…aber Moment einmal – gilt das eigentlich auch für Deutschland? Haben wir da nicht mit ganz eigenen Problemen zu kämpfen? Darüber habe ich ja schon ein paar Mal gebloggt, zum Beispiel hier und hier.

Deswegen habe ich mich noch einmal in die Untiefen der Turnierdatenbank der DCI gestürzt und geschaut, inwieweit das weltweite Wiederaufleben von Magic auch uns betrifft.

Zur Referenz: Eingestellt habe ich jeweils, wenn nicht anders angegeben, immer „Any Format, Any Type, Rated, Germany“.

Mein Erhebungszeitraum ist zunächst vom 1. September des Vorjahres bis zum 31. August des genannten Jahres (um Verzerrungen durch noch nicht reportete Turniere vom Jahresende zu vermeiden, und damit die betrachteten Jahre mit den erschienenen Magic-Erweiterungen zusammenfallen). So gelange ich an folgende Turnierzahlen:

2009: 6855
2008: 6567
2007: 7201
2006: 7637
2005: 7400
2004: 5834

Da ist tatsächlich ein leichter Anstieg zu verzeichnen, auch wenn der Rückgang seit der Mitte des Jahrzehnts dadurch noch lange nicht wettgemacht wird.

Um Zendikar nicht außen vorzulassen, hier auch noch die Zahlen aus dem Zeitraum jeweils vom 1. September bis zum 30. November eines Jahres (den Dezember mit hineinzunehmen hat halt leider keinen Sinn, da die Dezember-Turniere von 2009 mit Sicherheit noch nicht alle in der Datenbank sind – eigentlich kann man sich, dank der neuen Reporter-Software, da nicht einmal für den November sicher sein…):

2009: 1998
2008: 1512
2007: 1743
2006: 1888
2005: 1914
2004: 1812

Und wirklich hat Zendikar auch in Deutschland ein neues Hoch an RL-Turnieren mit sich gebracht! Aber wird man diese Erfolgsgeschichte in die Zukunft fortschreiben können?

Und wie sieht es mit dem dahinsiechenden Patienten Standard aus? Ich nehme diesmal die Zeit zwischen dem 1. Dezember des Vorjahres und dem 30. November des genannten Jahres zum Erhebungszeitraum, da für Standard das exakte Erscheinungsdatum neuer Sets nicht ganz so relevant sein dürfte.

2009: 1800
2008: 1979
2007: 2584
2006: 2903
2005: 2961
2004: 2414

Und schließlich zum Vergleich die deutschen FNMs (alle Formate, Erhebungszeitraum wie beim Standard, um den Zendikar-Effekt zu berücksichtigen):

2009: 2741
2008: 2993
2007: 3834
2006: 3808
2005: 3224
2004: 2543

Das FNM-Sterben in Deutschland geht also munter weiter, ebenso wie der Tod von Standard! Die Korrelation erscheint offensichtlich, aber was Henne und was Ei ist, stellt die schwierigere Frage dar: Stirbt Standard, weil die Läden sterben und niemand sonst ein Interesse daran hat, dieses Format zu organisieren? Oder sterben die Läden, weil mit dem Rückgang der Standard-Spielerschaft diejenige Kundschaft wegbricht, welche die Brickstores gegenüber der Internet-Konkurrenz noch am Leben erhielt? Und welche Rolle spielen die offensichtlich weiter an Beliebtheit zunehmenden Drafts für die Magic-Spielergemeinde insgesamt?

Und weiterhin bleibt die Frage: Wieso ist diese Entwicklung in Deutschland offensichtlich anders als im Rest der Welt? (Vielleicht hat ja jemand Lust, entsprechende Zahlen aus der Datenbank herauszuholen; ich habe da erst einmal genug getan.)

Zendikar hat ja auch bei uns wieder für mehr Begeisterung für Turniere gesorgt, allerdings wohl eher für Limited-Turniere. Ist das eine Trendwende oder nur eine kurze Erholungsphase dank eines wirklich gelungenen Sets (und des wirklich gelungenen Marketing-Stunts mit den Treasure Cards)?

Noch ein paar Dinge in diesem Artikel haben mich innehalten lassen – nein, nicht das Versprechen, (endlich) wieder gute blaue Karten zu drucken (bringt erst einmal Counterspell zurück, dann sehen wir weiter!), sondern zum Beispiel dieser Abschnitt:

We’ll be making a change to Intro Packs based on your feedback that will begin with Worldwake on Magic Online and the 2011 core set in paper. The intro decks will now be 60 cards rather than 41, the Intro Packs will still include a booster and a foil rare, and the MSRP of Intro Packs will go up less than a dollar, to $12.99. Enjoy!

Äh – wie bitte? Also, da ersetzen sie vor einigen Monaten die fertig spielbaren Preconstructed Decks durch diese unvollständigen “Intro-Packs”, und jede Menge Leute schreien, was für eine bescheuerte Idee das ist, während gleichzeitig jede Menge Leute ihnen sagen, Wizards’ Marketingabteilung hätte da mit Sicherheit ausführlich darüber nachgedacht und festgestellt, dass das eine bessere Lösung ist. Und jetzt, nachdem Wizards’ Marketing-Abteilung FEEDBACK erhalten hat (mit anderen Worten, nachdem ihnen jede Menge Leute gesagt haben, was für eine dumme Idee das ist), machen sie da einen Rückzieher, und das auch noch mit einer geradezu peinlichen Hektik? Online- und RL-Produkte unterschiedlich zu gestalten, das ist schon ein dickes Ding und ein Zeichen, dass da irgendjemand in diesem Konzern mächtig Druck gemacht hat! Wenn diese neuen Intropacks irgendetwas anderes als die totale Katastrophe gewesen wären, hätten Wizards mit dieser Nachbesserung doch wirklich so lange warten können, bis sie sie Online und RL synchron hätten durchführen können! Aber offensichtlich hat die Konzernleitung ihnen klargemacht, dass das Ganze am besten GESTERN zu geschehen hätte. Nun ja, RL-Produkt besitzt eben einen langen zeitlichen Vorlauf (offensichtlich sind die Intro-Packs für Rise of the Eldrazi ja bereits in Auftrag gegeben!), aber auf Magic Online lässt sich das Ganze ja mit ein paar Zeilen Programmcode hinbiegen…

Das macht mich in zweierlei Hinsicht nachdenklich: Offenbar war mein Vertrauen in die Fähigkeit von Wizards, solche Marketing-Entscheidungen sinnvoll zu treffen, unverdient! Ich meine: Den Kunden an Stelle von fertigen Decks unfertige als Einstiegsprodukt anzubieten, das ist keine Entscheidung, die man so nebenher als Testballon fällt, zumindest nicht, ohne zur Sicherheit doppelgleisig zu fahren (also vorübergehend beide Varianten anzubieten) – da sollte man sich besser wirklich schon GANZ sicher sein! Wie wichtig für den Konzern die Akzeptanz des Einstiegsproduktes ist, sieht man ja jetzt an Wizards’ überstürztem Zurückrudern.

Und dann ist da eben jene Tatsache, dass solche Fehler sich online um so viel leichter korrigieren lassen als mit richtigem Produkt… Das fällt gewiss auch Wizards auf, wie viel flexibler sie doch mit elektronischer Ware sind! Da fragt man sich schon bang, ob nicht irgendein Rationalisierungsgenie in den oberen Etagen vielleicht auf die geniale Idee kommen könnte, sich in Zukunft nur noch auf das digitale Spiel zu konzentrieren…

Und was mir noch auffiel:

These are cards that I enjoy as a player—someone who drafts, plays Elder Dragon Highlander, and builds decks on Magic Online from time to time.

Gibt das noch jemandem außer mir zu denken, wenn der ehemalige Pro und heutige R&D-Chef Forsythe so selbstverständlich zugibt, mit Constructed-Formaten eigentlich gar nichts mehr zu tun zu haben? Und dann sind da noch folgende Zitate aus seinen Kartenbesprechungen:

The straightforward concept, wacky mana cost, and ridiculous multiplayer power make it a winner in my book.

“Ridiculous multiplayer power” ist also etwas Gutes?

… he is nearly impossible to beat once he’s on the table.

…das ist ein positiver Aspekt?

I proclaimed it as my favorite card in Alara Reborn before the set was released, and I’m not going to let the fact that it’s in the most obnoxious deck currently in Standard sway my opinion. I love instants with cascade—they can lead to the most exciting blowouts—which is why I designed and lobbied for this card to be powerful.

“the most exciting blowouts”? “which is why I designed and lobbied for this card to be powerful”? Mit anderen Worten – DAS WAR ABSICHT, dass Standard seit der Cascade-Mechanik in hirnlose Topdeck-Wars degeneriert ist?

Wenn man das liest, wird einem klar, dass nicht Mark Rosewater derjenige ist, der Magic “töten” will, sondern  – na klar! – sein Chef, Aaron Forsythe! (Wobei seine Mission natürlich nicht ist, Magic zu töten, sondern Nicht-Casual-Constructedformate.) Diese Erkenntnis ist es, die Magic im letzten Jahr so groß gemacht hat:

Thinking is hard, but randomly winning by slapping down overpowered cards is FUN.

(Nein, das steht so nicht im Artikel.)

An dieser Stelle muss ich auch noch rasch auf den anderen heute erschienenen Daily MTG Artikel verweisen, der von Mark Rosewater stammt und wie üblich sehr lesenswert ist.

An einer Stelle schreibt Mark: One day, for QotD I asked for my followers to list the top three adjectives that they felt described Magic.

Hey Mark – I got three adjectives for you:

1. Expensive
2. Random
3. (still) Addictive

All hail the new ERA of Magic!

Selbstbeschenkung und müßige Zahlenspielerei

December 27, 2009

Ich habe beschlossen, mir selbst auf Zeromagic ein kleines Geschenk zu machen: Schon längere Zeit habe ich mir gewünscht, dass ich Kommentare einem Verfasser eindeutig und unzweifelhaft zuordnen kann. Ich hatte dazu sogar schon einmal ein Stimmungsbild eingeholt.

Jetzt ist es so weit! Mir ist klar, dass das Kommentaraufkommen dadurch DEUTLICH zurückgehen wird, aber das ist schon in Ordnung: Ich wünsche mir zwar möglichst viele Kommentare, aber eben nicht IRGENDWELCHE Kommentare, sondern sinnvolle, aussagekräftige, zu deren Inhalt ihr Verfasser auch steht. Zugegeben – ein Hintergedanke ist auch, dass ich es wieder einmal in Angriff nehmen muss, die Zeit, die ich auf Zeromagic verbringe zu reduzieren. Das wird dadurch passieren, dass ich mich mit weniger Kommentaren auseinandersetzen muss, aber auch dadurch, dass ich mit den übrig bleibenden Kommentaren weniger Ärger zu erwarten habe.

Für alle diejenigen, die jetzt denken: “Ach, verdammt, das kann doch wohl nicht wahr sein – ich will hier aber weiter kommentieren!” – das könnt Ihr auch! Alles, was Ihr dazu benötigt, ist ein WordPress-Account, der sich in dreißig Sekunden ohne jegliche Verpflichtung einrichten lässt. Ich zitiere dazu einmal faul, was ich damals bereits geschrieben habe:

Was muss man aber eigentlich genau tun, um einen WordPress-Account zu bekommen? Man geht auf WordPress.com und klickt „Sign Up“ an. Dann gibt man seinen gewünschten Usernamen und ein Password, sowie seine Emailadresse ein. Außerdem kann man sich entscheiden, ob man ein Blog will oder nur den Account (man kann diese Entscheidung aber jederzeit umändern). Die Registration wird dann, wie auch in Foren üblich, über eine Mail an die angegebene Adresse bestätigt. Die Anmeldung ist selbstverständlich völlig gratis, und ich kann Euch aus mehreren Jahren WordPress-Erfahrung auch versichern, dass man keinerlei unerwünschte Mails erhält. Oh, und so ganz nebenbei ist WordPress auch eine kostenfreie und äußerst komfortable Blogging-Plattform, die ich nur weiterempfehlen kann. Ach ja, und für angemeldete WordPress-User verschwindet auf WordPress-Blogs auch das letzte bisschen Werbung, welches für unangemeldete Gäste gelegentlich auftaucht. (Das gilt natürlich nicht für Werbung, die ein Blogger selbst platziert.)

An alle, die sich dieses bisschen Mühe machen (oder eh schon einen WordPress-Account haben): Schön, weiter von Euch zu lesen! An alle anderen: Dann lest einfach nur hier weiter… und falls es Euch doch einmal auf den Nägeln brennt, Euren Senf dazuzugeben (denn Senf brennt ja), überwindet Euch halt!

Nun zur müßigen Zahlenspielerei:

Aktuell sind in der deutschen Total-Rangliste 10957 Spieler aufgeführt. Wenn man jetzt ein Turnier mit 2048 zufällig ausgewählten Teilnehmern aus dieser Rangliste durchführen würde, und zwar im K.O.-System und mit zufälligen Paarungen, und wenn man dabei (völlig realitätsfremd) davon ausgeht, dass Spieler mit einem höheren Rating solche mit einem niedrigeren Rating immer schlagen (und dieses Turnier die Ratings auch nicht beeinflusst) – mit welchem Rating kann man erwarten, in diesem Turnier wie weit zu kommen? (Ja, das ist nichts weiter als eine völlig an den Haaren herbeigezogene Veranschaulichung des Zentil-Prinzips!)

Rating unter 1598: Ausscheiden in der ersten Runde
1598+: Gewinn der ersten Runde
1660+: Gewinn der zweiten Runde
1746+: Gewinn der dritten Runde
1808+: Gewinn der vierten Runde
1855+: Gewinn der fünften Runde
1896+: Gewinn der sechsten Runde
1936+: Gewinn der siebten Runde (Erreichen des Achtelfinales)
1969+: Erreichen des Viertelfinales
1996+: Erreichen des Halbfinales
2058+: Finalteilnahme
2113+: Turniersieg!

Anders formuliert könnte man zum Beispiel auch sagen, dass man ab einem Rating von 1746 erwarten darf, 8-Mann-Turniere zu gewinnen, und ab einem Rating von 1896 64er-Turniere… Letztlich sagt dies alles aber nichts anderes aus, als dass nur jeder 64. Spieler dieser Rangliste ein Rating von 1896 oder besser hat usw. . Trotzdem kann man, wenn man möchte, nun in das Ganze hineininterpretieren, dass man ab ca. 1750 Rating-Punkten ein FNM-Hero ist und ab ca. 1900 ein potenzieller PTQ-Sieger!

Natürlich ist, wenn überhaupt, die Kausalität eigentlich anders herum, und weiterhin ist die Aussagekraft des DCI-Ratings seit der Einführung des Total noch einmal weitaus geringer, als sie es vorher eh schon war, und überhaupt… aber ich sagte doch: Es ist eine müßige Zahlenspielerei!

Frohes Fest!

Pro-Portionen

December 5, 2009

Ich habe ja schon ewig keinen Ländervergleich mehr gemacht. Da gerade eine Saison zu Ende gegangen ist, will ich die Gelegenheit nutzen, einen Blick auf die Liste der aktuellen Pro-Spieler zu werfen. Welche Nationen haben 2009 wie viele Pros mindestens auf Level 4 (20 Punkte oder mehr) gebracht? Da sie sich bequemerweise ebenfalls leicht zugängig in der Datenbank befinden, nehme ich zum Vergleich auch noch die Daten von 2008 dazu. 2009 haben 76 Spieler diesen Level erreicht; 2008 waren es noch 91.


2009 2008
USA 18 16
Japan 17 19
Niederlande 6 3
Frankreich 5 6
Deutschland 5 3
Schweiz 4 4
Belgien 4 3
Tschechien 3 3
Brasilien 2 4
Italien 2 3
Österreich 2 3
Schweden 1 4
Spanien 1 2
Finnland 1 1
Großbritannien 1 1
Polen 1 1
Portugal 1 1
Slowakei 1 1
Hong Kong 1 0
Australien 0 3
Chile 0 1
Dänemark 0 1
Estland 0 1
Kanada 0 1
Kolumbien 0 1
Kroatien 0 1
Malaysia 0 1
Niederländische Antillen 0 1
Russland 0 1
Singapur 0 1

Ich denke, der Fachausdruck lautet “Konsolidierung” – weniger Pros insgesamt, verteilt auf weniger Länder, das ist die Entwicklung von 2008 hin zu 2009. Wie man aus Fürgewöhnlichgutunterrichtetenquellen hört, soll das ja auch beabsichtigt sein – möglichst wenige Namen mit hohem Wiedererkennungswert sind den Promotern lieber als viele neue Gesichter.

Ansonsten ist die Aussagekraft der Statistik eher beschränkt: Die USA und Japan marschieren uneinholbar vorneweg; dahinter gibt es keine klare dritte Macht, nur ein mitteleuropäisches Verfolgerfeld (und Brasilien). Wenn man natürlich danach aufschlüsselt, wie erfolgreich die vertretenen Pros sind, dann stellt Japan die USA ebenso in den Schatten wie Frankreich den Rest des Feldes.

Bemerkenswert finde ich noch, dass die größere Spielerbasis in Deutschland oder Frankreich gegenüber Benelux (minus Luchs) und den Alpenrepubliken sich trotz entsprechender PTQ-Slotanzahl nicht so recht in diesen Zahlen wiederfinden lässt. Woran liegt das? Ob es so etwas wie eine kritische Masse an engagierten und vernetzten Spielern pro Land gibt?

Veronikas Fall

October 16, 2009

Ich habe mir ja immer und immer wieder Gedanken über dieses erstaunliche Mädchen gemacht:

Hier

und hier

und hier

und hier

und hier

und heute schon wieder, denn es ist tasächlich etwas passiert: Veronikas Total Rating ist urplötzlich von 2097 auf 1729 gefallen, und ihre Events History, die vor ein paar Monaten noch über 50 Turnier auswies, ist auf magere 19 Events geschrumpft, was wohl darauf zurückzuführen ist, dass eine große Zahl der von ihr gespielten Turniere invalidiert wurden (ich habe das stichprobenartig für den Veranstaltungsort “Egling b. Wolfratshausen” überprüft).

Tja – woran mag das liegen? Daran, dass die Mühlen der DCI sehr, sehr, sehr, SEHR langsam mahlen, oder doch daran, dass die Familie Ronge es versäumt hat, ihre letzte Schutzgeldrate auf paluschkes Konto zu überweisen? Auf der Suspended Players List hat sich jedenfalls bislang nichts getan, was irgendwie mit diesen Geschehnissen auf dem bayrischen Land in Verbindung zu bringen wäre, und zumindest im Fall Broege war ja die Suspension der Korrektur der Rating-Liste vorausgegangen. Auch kann ich, ebenso wie dort, keine Systematik dahinter erkennen, welche Turniere denn nun invalidiert wurden und welche nicht (allerdings habe ich auch keine ausführliche Analyse vorgenommen). Von Transparenz keine Spur.

Aber nun gut, immerhin WURDE ja irgendetwas unternommen, wenn auch erst nach erstaunlich langer Zeit, und damit wird uns wohl das Spektakel vorenthalten bleiben, Veronika auf der Weltmeisterschaft beobachten zu dürfen!