Posted tagged ‘Empfehlung’

Eine neue Draftsimulatorempfehlung

April 28, 2011

Ich weiß nicht, ob dieser Simulator neu ist, oder ob er wieder online gegangen ist, nachdem ihn Wizards einst gezwungen hatten, vom Netz zu gehen (wie ich gelesen habe), oder ob ich ihn bislang nur nicht bemerkt hatte – aber jetzt habe ich ihn entdeckt, und er scheint mir in allen Belangen besser als der bisher von mir empfohlene von Le Bestiare zu sein:

MagicDraftSim.com !

Er zeigt einem die bereits gedrafteten Karten an, er zeigt bei einem Mouseover die Karte in Vergrößerung, er zeigt die von den anderen Spielern gedrafteten Karten im Bild an, er hat auch einen Sealed-Deck-Generator, und er hat sogar im Unterschied zu LeBestiare bereits New Phyrexia installiert! Dann bietet er noch weitere Features, die ich bislang noch nicht alle ausführlich erforscht habe, zum Beispiel die Möglichkeit, sein Deck nach bestimmten Kriterien zu sortieren, oder die Option, einen Draft zu wiederholen, und er schlägt (was für komplette Anfänger sinnvoll sein mag), Landverteilungen vor (und bei meinem ersten Test lag er damit sogar richtig!) Nur eine Exportfunktion für das Deck, zumindest in Textform, hätte ich mir noch gewünscht…

Falls Ihr diesen Simulator noch nicht kanntet, wolle ich Euch diesen Tipp jedenfalls nicht vorenthalten!

Mein erster Testdraft im Scars-Block ergab übrigens folgendes Deck:

10 Swamp
6 Mountain
Vector Asp
Flayer Husk
Gold Myr
Silver Myr
Myr Sire
Wall of Tanglecord
Spin Engine
Blind Zealot
Dross Ripper
Dross Ripper
Chrome Steed
Skinwing
Pith Driller
Pith Driller
Slash Panther
Slash Panther
Copper Carapace
Glint Hawk
Go For the Throat
Geth’s Verdict
Burn the Impure
Shatter
Dismember
Volt Charge

Ich besitze ja keine praktische Erfahrungen mit Scars-Draft, aber ich denke, damit könnte ich in einem RL-Turnier leben, auch wenn ich keine Spoiler habe.

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Waterworld

March 21, 2011

Bevor ich zum eigentlichen Thema dieses Eintrags komme, ein paar Worte zu meiner jüngsten Umfrage: Tatsächlich kannte doch beinahe jeder Dritte meinen Fantasy-Fortsetzungsroman Die Anstalt von Arkheim noch nicht! Offensichtlich ist es doch sinnvoll, noch häufiger darauf hinzuweisen. Und noch ein Tipp für diejenigen, die bislang noch nicht dazu gekommen sind: Einfach die Kapitelübersicht bookmarken und immer, wenn man mal ein paar Minuten Zeit hat, ein Kapitel lesen! Alle Kapitel sind mit 1000 bis 2000 Wörtern extra für das gelegentliche Lesen vor dem Bildschirm portioniert.

Nun aber zu Magic!

Zur Zeit experimentiere ich mit selbstgemachten Limited-Umgebungen herum, um herauszufinden, was funktioniert und was nicht. Ein interessanter Abweg, auf den ich dabei geraten bin, ist der Wasserweg: Mein Ziel war es, Karten auf besonders niedrigem Power Level zu benutzen (und mit “benutzen” meine ich, dass man sie auch tatsächlich in sein Deck steckt und damit spielt). Weil das Ganze nur ein Experiment war, wollte ich die Umgebungsgröße minimal klein halten: 192 Karten, die sich alle im Pool befinden (ich kehrte also zu 12-Karten-Boostern zurück). Um dem Problem des sich selbst abwickelnden Draftverlaufs aus dem Weg zu gehen, das auftreten kann, wenn man zu viert in einer kleinen Umgebung mit einfarbigen Karten draftet (man findet rasch seine Farben und nimmt einfach immer die Karten daraus), kam ich auf die Idee, eine Umgebung zu schaffen, in der alle Spieler alle Karten benutzen können, so dass sie beim Draften ein Maximum an Optionen besitzen.

Somit entstand also die einfarbige Umgebung Waterworld. Nach der Enttäuschung mit The Simple Things wurde ich diesmal sehr angenehm überrascht: Sowohl das Draften als auch das Spielen macht mit Waterworld so richtig Spaß! Obwohl alle Spieler blaue Decks draften, gibt es doch genügend Spielraum für taktische Ausrichtungen und Synergien, dass diese Decks sich spürbar unterscheiden. In meinem ersten Probedraft entstanden ein auf Artefaktrekursion basierendes Deck; ein sehr manareiches Fatty-Deck, welches seinem Manaüberschuss mit Manlands und Filtereffekten entgegenwirkte; ein klassisches auf Countern und Kartenziehern basierendes Kontrolldeck; sowie ein Beatdown-Deck mit Affinity- und Metalcraft-Synergien.

Vor allem das Spielen hat mich aber begeistert! Die sehr ausgeglichenen Kartenstärken führen dazu, dass man endlich wieder MAGIC spielt – Wechsel zwischen Offensive und Defensive, Ressourcenmanagement, Abtauschen, graduelles Akkumulieren von Vorteilen, Bluffen, vor allem aber ständiges Evaluieren des Boards, der eigenen und (vermuteten) gegnerischen Hand und der Decks – nicht Killerkreaturen, für die man entweder ein Removal hat oder sofort an ihnen stirbt, bestimmen die Partie, sondern komplexe Situationen, in denen Karten wie Myr Retriever, Perilous Myr, Quicksand, Voyager Staff oder Buyoancy Schlüsselrollen einnehmen, und die von Glass Golem, Phyrexian War Beast, Clockwork Condor und Somber Hoverguard dominiert werden. Das ist das Spiel, das mich damals gegen meinen erklärten Willen begeisterte!

Diesmal kann ich also aus voller Überzeugung eine Empfehlung geben: Waterworld macht Spaß! Sicher ist das keine Umgebung, die man ein Dutzend Mal benutzen möchte, aber sowohl für weniger erfahrene Spieler, welche die Grundlagen der Magic-Strategie noch erlernen, als auch für alte Hasen, die das “Grassroots”-Feeling vermissen, als auch für die neue Generation Spieler, für die Siege in Magic untrennbar mit goldenen und violetten Symbolen verknüpft ist, ist sie als Lehrstück und amüsante Abwechslung hervorragend geeignet.

Da alle Karten der Umgebung sich auch im Pool befinden, wegen der Homogenität des Power Levels, aber vor allem schlicht aus Faulheit habe ich diese Umgebung nicht in Seltenheitsstufen unterteilt – gründliches Mischen und Aufteilen auf die Booster reicht völlig aus, denke ich.

Hier ist also

Waterworld!

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Der gewünschte kurze Rückblick und gute Vorsätze fürs neue Jahr

December 22, 2008

Mehrere Leser meines Blogs haben mich gefragt, ob ich nicht zum Jahresende ein paar Worte zu lesenswerten Magic-Kolumnen im Internet verlieren will. Na gut – schließlich ist ja bald Weihnachten!

Mit Daily MTG will ich anfangen:

Die Montagskolumne Making Magic von Mark Rosewater ist eigentlich immer lesenswert! Einblicke in die inneren Vorgänge bei Wizards (und insbesondere natürlich R&D), viele interessante und fundierte Gedanken zu Magic insgesamt (und weiteren Dingen), und ein guter, teilweise brillianter Schreibstil, sowie immer wieder äußerst originelle Ideen… MaRo ist eindeutig mein Magic-Lieblingsautor!

Am Dienstag ist Limited Information von Steve Sadin so lala. Natürlich kann der Mann Limited spielen, aber daraus ergibt sich nicht automatisch, dass er auch interessante strategische Einsichten darüber zu vermitteln weiß. Es ist nicht so, dass er rigenetwas falsch macht – er macht irgendwie nichts so richtig richtig, vermittelt weder Anfängern konsequent Grundlagen wissen, noch bereitet er vorliegende Ergebnisse (so wie Flores) statistisch und analytisch auf, noch stellt er subjektive Herangehensweisen vor oder beleuchtet einzelne Aspekte des Formates detailliert – aber er macht von allem ein bisschen. Seiner Kolumne mangelt es an Identität. Wenn ich einen Artikel von Trash lese, dann habe ich danach eine klare Aussage (oder mehrere) im Kopf, mit der ich mich dann gedanklich (und nur allzu oft auch tippend) beschäftige. Sadins Texte gleiten hingegen mühelos in meinen Kopf hinein und auch wieder heraus. Das heißt nicht, dass jemand, der sich für Limited interessiert, sie nicht lesen sollte, aber derjenige sollte sich besser zusätzlich auch an anderen Stellen mit Gedankenfutter versorgen.

Serious Fun von Kelly Digges hat sich als eine kleine positive Überraschung heraus gestellt! Zwar gefällt mir die generelle Richtung, welche diese Kolumne nach den Ären von Alongi und The Ferret genommen hat (weg von strategischen Betrachtungen, hin zur Beweihräucherung des Casual als stressfreiem und anspruchslosem Hort wahren Spielspaßes) überhaupt nicht, aber Digges macht doch immer mal wieder das Beste daraus, stellt spaßige Funformate vor und bespricht real existierende Probleme in Casual-Spielgruppen. Im Gegensatz zu seinen Vorgängern ist jedoch trotzdem bei ihm wenig zu finden, was auch einen Turnierspieler interessieren könnte.

Am Mittwoch ist Savor the Flavor von Doug Beyer manchmal nett zu lesen, manchmal sogar richtiggehend interessant und aufschlussreich, aber viel zu oft gegenstandsloses Füllmaterial und allgemein eigentlich nur dann empfehlenswert, wenn man als Magicspieler vor einem Computer Zeit totschlagen muss.

Mittwoch ist überhaupt ein schlechter Tag auf Daily MTG, denn From the Lab von Noel deCordova besitzt alle Schwächen, die diese Kolumne bereits unter seinem Vorgänger Chris Millar zeigte und toppt sie noch durch noch aufgesetztere Komik-Versuche! Phantasielose Deckideen, imkompetent umgesetzt – diese Reihe ist eine Beleidigung ihres Zielpublikums, der Casualspieler. Dass diese sich offenbar gerne auf diese Art beleidigen lassen, lässt tief blicken…

Donnerstag liefert Flores in der Regel solide analytische Kost. Diesen Überblick über die aktuellen Metagames kann sich eigentlich kein ernsthafter Spieler entgehen lassen, auch wenn er natürlich nur einen Ausgangspunkt für weitere Recherchen und eigene Überlegungen darstellen kann.

Building on a Budget mit Jacob Van Lunen war dann für mich die zweite positive Überraschung bei den diesjährigen Umbesetzungen des Kolumnisten-Teams! Wo Bleiweiss noch sinnfreie beliebige Deckkonzepte in schlecht getuneten Versionen präsentierte, stellt sich Van Lunen der Herausforderung, mit bescheidenen monetären Mitteln GUTE Decks zu konstruieren, mit denen man zumindest auf FNM-Niveau erfolgreich sein kann. Zuletzt scheint er mir jedoch nachzulassen – möglicherweise eine Reaktion auf das Feedback von Bleiweiss-Fans, die jegliche gedankliche Arbeit, die in Artikeln steckt oder gar vom Leser verlangt wird, ablehnen (denn Denken ist etwas für Spikes!), vielleicht aber auch einfach ein Tribut, welcher dem Umstand geschuldet ist, dass es nun einmal nur eine begrenzte Anzahl konkurrenzfähiger Budget-Konzepte gibt, und dass es eben auch einige Mühe macht, diese zu finden und umzusetzen.

Latest Developments ist prinzipiell aus den gleichen Gründen interessanter Lesestoff wie Rosewaters Kolumne, fällt aber dagegen ab, weil sie halt nicht von Rosewater geschrieben wird. Seit Devin Low sie nicht mehr betreut, wechseln sich hier die Autoren auch wild durcheinander ab – es scheint, dass es hier niemanden gibt, welcher das Talent, die Lust und die Zeit aufbringt, diese Aufgabe regelmäßig zu erfüllen! Doch auch abzüglich des besonderen Witzes, des Mutes zur Originalität und der aus Neigung geborenen Fähigkeit, seine Leser zu beinahe jedem Thema gut zu unterhalten – also derjenigen Dinge, welche MaRo auszeichnen – bleibt mit dem Thema dieser Kolumne immer noch genug übrig, dass sie lesenswert ist.

The Week that Was von BDM schließlich ist der Versuch, Magic als Denksport aus der Perspektive eines Sportreporters zu betrachten, mit Auflistungen von Fakten und Interviews. Interviews sind auch beim Sport eigentlich nur dann interessant, wenn man zufällig einen interessanten Interviewee erwischt, der etwas  Interessantes zu einem interessanten Thema zu sagen weiß, und was die Fakten angeht, so wären diese gesammelt an einem gut erklickbaren Ort wohl besser aufgehoben als in eienr Kolumne. Dies hier sind die Artikel, die ich fast nie lese, aber über die ich fast immer drüberscrolle, um an der einen oder anderen Stelle kurz zu verharren.

Zu den deutschen Seiten: Da ist einmal PlanetMTG.

Seit ich dort meine regelmäßige Kolumne aufgegeben habe, gibt es dort dreieinhalb regelmäßige Schreiber: Tobi, Trash, Nico Bohny und Sebastian Rittau (der immer mal wieder durch einen anderen Judge oder einen ganz anderen Inhalt ersetzt wird).

Tobi ist hierbei der versierteste Schreiber. Seine Texte sind immer gut formuliert und meistens unterhaltsam und informativ. Leider identifiziert er sich zu sehr mit seiner Funktion, was der inhaltlichen Substanz seiner Beiträge oft schadet: Er vertritt Standpunkte von Wizards und Hasbro, relativiert Kritik an ihnen und wirbt um Verständnis für ihre Entscheidungen. Er macht Werbung und Marketing. Und natürlich schreibt er die Sachen, die sonst niemand schreiben will (denn das ist seine Aufgabe) und füllt Lücken. Diejenigen Sachen, die ich am liebsten von ihm lese (so wie zum Beispiel “Gedanken vom Grabbeltisch”), rücken so leider immer mehr zu Gunsten solcher “seriösen” Texte in den Hintergrund. Ach ja, und ich vermisse die Cartoons von Ähmm.. TG, die er zu Gunsten seiner dussligen Videos größtenteils aufgegeben hat! Aber ich weiß ja, dass ich damit in der Minderheit bin…

Trash ist schon seit Jahren konkurrenzlos das Interessanteste, was die deutsche Magic-Szene im Bereich der Strategie-Artikel zu bieten hat! Zwar reibe ich mich immer wieder an seinen Aussagen, aber das beweist zunächst einmal, dass er Aussagen trifft, an denen man sich reiben kann! Dabei fällt er vielleicht auch ein bisschen dem Phänomen zum Opfer, dass er letztlich konkurrenzlos schreibt – wenn seine teilweise doch höchst subjektiv gefärbten Standpunkte nur einige unter vielen wären, würden sie nicht den Stellenwert absoluter Wahrheit für sich in Anspruch nehmen können und wären demenstprechend nicht dermaßen zwingend widerspruchspflichtig, wenn er einmal daneben liegt!

Mit Bohny hat der Planet aus dem Nichts (oder halt aus der Schweiz, falls da ein Unterschied bestehen sollte) einen neuen Schreiberstar hervor gezaubert. Dessen Schreibstil ist exzellent, und auch inhaltlich hat er immer mal wieder etwas zu sagen! Allerdings sind seine Texte häufig inhaltlich doch eher auch dünn oder fragwürdig bzw. am Thema (Magic) vorbei, worüber die begeisterte Community zuerst noch hinweggesehen hat, was ihr dann aber doch so nach und nach aufgefallen ist. Nun – daran muss sie sich gewöhnen! Niemand – nein, nicht einmal MaRo! – ist in der Lage, auf Dauer im wöchentlichen Rhythmus weit überdurchschnittliche Texte zu produzieren. Einzelne Beiträge sind daher fast immer gelungener als Routine-Artikel, und es ist letztlich unfair, diese miteinander zu vergleichen. Außerdem scheint Bohny ein bisschen das verrückte Genie zu sein und dementsprechend manchmal eher Verrücktes (sein Chuck Norris Deck zum Beispiel, in dem NATÜRLICH, wenn man es ernst meint, statt der idiotischen Dark Depths ein oder zwei Urza’s Factory drin sein müssen), aber manchmal eben auch Geniales (sein BW Token-Deck) zu präsentieren. Eine Bereicherung ist seine Kolumne auf jeden Fall, aber man muss sich hüten, zu viel oder das Falsche von ihm zu erwarten!

Ja, und dann ist da die Judge-Kolumne von Sebastian. Ich denke, die sollte einfach einmal monatlich erscheinen und dieser Slot ansonsten mit anderem Content gefüllt werden – einmal wöchentlich ist doch zu viel, sowohl für Sebastian, dem die interessanten Fragen ausgehen, als auch für die Leser, bei denen so zu rasch Übersättigung einsetzt.

Kommen wir zu Magic Universe:

Hier gibt es, wenn man meinen Abschied auf Raten berücksichtigt, zweieinhalb regelmäßige Kolumnisten, nämlich den Phips, den Charly und das MU-Team (meistens ebenfalls Phips).

Phips bietet immer interessante Ansichten eines Top-Spielers, die ein kleines bisschen an zwei Problemen leiden: Einmal ist da die ungeheure Regelmäßigkeit seiner Artikel (diese Konstanz ist ihm gar nicht hoch genug anzurechnen!), die sich natürlich auf deren durchschnittliche Qualität auswirkt, zum anderen erhalte ich den Eindruck, dass die Stärken des Magicspielers Philipp Summereder sich am meisten in denjenigen Bereichen konzentrieren, die in Strategieartikeln nur schwierig vermittelbar sind. Insbesondere denke ich, dass er sich sowohl bei Metagameanalysen und Deckwahl im Constructed, als auch bei Draftentscheidungen weniger nach objektiv begründbaren Kriterien richtet als danach, wo er ein gutes Gefühl hat – und dass er dann im eigentlichen Spiel, wo er seine Stärken hat, diesem Gefühl folgt. Insbesondere scheint Phips eine starke Affinität zu Kontrolldecks zu haben und schneidet mit mittelmäßigen Versionen derselben oft besser ab als mit guten Aggrostrategien, was sich natürlich auf seine Ansichten auswirkt. Natürlich hat jeder gewisse subjektive Vorlieben und Abneigungen, aber im Gegensatz zu zum Beispiel Trash formuliert Phips keine umfassenden, systematischen Gesamtkonzepte, die sich analysieren (das heißt: auseinander nehmen) lassen, sondern neigt stärker dazu, Einzelansichten aneinander zu reihen. Nichtsdestotrotz verdienen sich seine Texte beinahe immer zumindest das Prädikat “lesenswert”!

Charly illustriert wiederum leider, dass aus einem brillianten Fußballspieler nicht zwingend ein brillianter Fußballtrainer wird. Seit er für MU schreibt, weise ich darauf hin, dass er in seinen Draftwalkthroughs wichtige Entscheidungen gar nicht, ungenügend oder nicht nachvollziehbar kommentiert, und obwohl da unterdessen durchaus Besserung eingetreten ist, bleibt dies doch seine große Schwäche. Zwar erfährt man als Leser seiner Artikel, wie Charly draftet, aber man lernt einfach zu wenig daraus. Ich glaube übrigens auch nicht, dass es ein Zufall ist, dass er bislang ausschließlich Draftwalkthroughs für MU gemacht hat! Die Fähigkeit, Sachverhalte und Problemstellungen umfassend und schlüssig darzustellen, ist vermutlich bei ihm nicht allzu ausgeprägt. Bei einem Walkthrough kann er sich an einer sehr starren, vorgegebenen Struktur entlang hangeln, und die aufwändigen Bebilderungen und zahlreichen Kartenverlinkungen lenken auch davon ab, wie wenig er eigentlich tatsächlich schreibt – seine Artikel sind eigentlich eher bebilderte Kurzeinträge! Charlys Qualitäten als Spieler sind unbestreitbar, aber als Autor hat er sich noch nicht wirklich hervor getan.

Nun ja, und das MU-Team… Die gute Nachricht ist: Es besteht noch! Die schlechte ist: Ich bekomme einfach überhaupt kein Team-Feeling vermittelt… Seit aus dem MU-Team Linz effektiv ein MTGO-Clan geworden ist, ist meine originale Idee für mich endgültig tot (sie war wohl halt doch nicht so gut). Nach der offiziell angekündigten Umstrukturierung hat man von den alten Mitgliedern – auch von Bensch – auf MU nichts mehr gelesen. In der Außendarstellung sind Phips und Kenshin hier praktisch Alleinunterhalter, wobei Handsome sich jetzt auch langsam einzubringen zu beginnen scheint. Ob Nippy (Philipp Passin), der zumindest auf dem MU-Team-Blog schon erste Gehversuche unternommen hat, hier noch hinzu stoßen wird, bleibt abzuwarten. TMM jedenfalls scheint in der Versenkung verschwunden zu sein. Qualitativ ist Phips natürlich Phips, und Kenshin hat bereits gezeigt, dass er – wenn er sich Mühe gibt! – informativen und interessant aufbereiteten Content produzieren kann. Nur Team-Feeling ist halt keines mehr vorhanden, das sind einfach die MU-Autoren Summereder und Kannegießer, die hier tätig werden…

Schließlich ist da noch GerMagic. Was diese Seite interessant macht, sind die Bereiche, in die sie verlinkt, insbesondere der Deckcheck, aber eben auch MTGPop mit seiner Blog-Übersicht. Hier ist (außer Zeromagic, natürlich!) hauptsächlich Couchmagic vom Atog zu erwähnen, der fleißig, wenn auch recht wahllos, bloggt. Einen Großteil seiner Beiträge klicke ich sehr rasch wieder weg, aber gerade wenn er sich Gedanken zum Zustand unseres Hobbys oder der dazu gehörigen Community macht, kann es ganz interessant werden. Letztlich gibt es leider nämlich gar nicht so viele Leute, die sich sowohl intensiv Gedanken machen, als auch diese in ausführlicher und strukturierter Form (und nicht etwa als random rant minus 50% grammar) darstellen.

Und dann sind da noch die MTG Blogs. Aus diesem Riesenhaufen Scheiße sind eigentlich nur Teardrops glandula_lacrimalis (aus ziemlich genau den gleichen Gründen wie Couchmagic, aber mit einer ein bisschen höheren Relevanzquote) und der nicht ganz zutreffend betitelte Magicuniverse Team Linz Blog hervor zu heben, in dem sich mit (schon wieder!) Phips, Kenshin und Handsome immerhin drei lesbare Autoren tummeln (alles andere scheint nur Stückwerk zu sein).

So, das war er, mein Überblick über lesenswerte Blogs und Kolumnen! Und nun zu meinem guten Vorsatz:

Ich will weniger Zeit mit Magic im Internet verbringen!

Kommentare auf anderen Blogs oder Seiten oder in Foren will ich auf ein absolutes Minimum zurück fahren. Aus dem P-Forum habe ich mich ja bereits zurück gezogen, aber auch auf MU will ich nicht mehr kommentieren. Artikel auf PlanetMTG oder Magic Universe will ich nur noch lesen, wenn ich ein besonderes Interesse an ihnen verspüre, und auch auf Daily MTG will ich nur noch gezielt Kolumnen anklicken. Auch das Lesen der Kommentare unter MU-Artikeln und von Beiträgen im P-Forum will ich einstellen (außer natürlich, sie stehen unter einem Artikel von mir). GerMagic-Blogs will ich in Zukunft komplett ignorieren – ich lese sie nur noch, wenn sie vom Planeten verlinkt werden UND besonders interessant erscheinen.

Diese Sucht, irgendwelches Zeugs zu lesen, nur weil es entfernt mit meinem Hobby zu tun hat, oder weil es von Leuten verfasst wurde, die mir aus diesem Kontext bekannt vorkommen, muss ich bekämpfen!

Ach ja, Arbeitsnachweise

November 29, 2008

Ich hätte vielleicht daran denken sollen, an dieser Stelle auf meinen jüngsten (und unterdessen schon wieder beinahe eine Woche alten) Artikel bei PlanetMTG hinzuweisen: Wissenschaftliche Betrachtungen.

Außerdem interessiert es ja womöglich jemanden, dass meine kleine Rezensionsreihe zu den Flashgames auf meiner Empfehlungsliste jetzt komplett ist.

Schließlich möchte ich auch noch einmal daran erinnern, dass ich seit 2 Monaten ein weiteres Blog führe, Andis Andersartige Ansichten, in das es sich auch immer mal wieder hinein zu schauen lohnt!

Nachträgliche Ergänzung: Tobi hat wieder einen “Pischner Classic” veröffentlicht, diesmal die Duck-Decks – vielleicht ein bisschen zu neu für einen Klassiker, aber Klasse finde ich ihn eigentlich auch – gewiss einer meiner besten Artikel! Trotzdem könnten die beiden weitaus älteren Texte, die Tobi ein wenig versteckt in seinem Vorwort verlinkt, für viele Leser interessanter sein.