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Besseres zu tun

November 28, 2008

Wenn ein Kommentator nichts Besseres zu tun hat, als unter einem privaten Blogeintrag dessen Autor zu fragen, ob er denn nichts Besseres zu tun hätte, als seine Einträge zu verfassen… nun, dann habe ich normaler Weise Besseres zu tun, als auf diesen Hirntod-verdächtigen Umstand hinzuweisen (was Tobi dann netterweise für mich getan hat). Allerdings passt diese Geschichte diesmal einfach zu gut als Überleitung zu einem etwas anderen Thema:

Auf GerMagic konnte man in den letzten Tagen ein interessantes Phänomen beobachten: Erst entstand dort eine Handvoll inhaltsloser Ersteinträge kurz hintereinander. Dann verfassten einige etablierte Schreiber eine Handvoll Beiträge, deren Inhalt sich im Wesentlichen darauf beschränkte, diese Inhaltslosigkeit anzuprangern.

Großes Kino! Haben die denn alle nichts Besseres zu tun? Nun, diese Frage zielt in die falsche Richtung! Jemanden zu fragen, ob er denn nichts Besseres zu tun hätte, als ein Blog zu führen, in dem er schreibt, was immer ihm gerade durch den Kopf geht, das ist einfach widersinnig. “Du führst Tagebuch? Hast Du denn nichts Besseres zu tun?” Man kann doch ohne größere geistige Verrenkungen annehmen, dass es dem Autor – aus welchen Gründen auch immer – wichtig ist, seine Gedanken niederzuschreiben, und auf welcher Grundlage soll man das kritisieren?

Diese Grundlage ist natürlich GerMagic! Durch dessen Art der Präsentation als “MTG Blogs” misst diese Seite solchen Blogs einen Stellenwert zu, den sie nicht verdienen. Auch GerMagic ist natürlich eine Privatseite (und EBs Weigerung, diesen Umstand durch das Schalten von Werbung in Frage zu stellen, ist so ziemlich das Einzige, was ich an ihm sympathisch finde), aber durch ihren Stellenwert und wohl auch selbst gewählten Anspruch als DAS deutsche Magic-Portal hat sie den Bereich des bloßen privaten Vorsichhinwurstelns eindeutig verlassen. Was hier zuoberst auf der Frontseite mit einer kurzen Textvorschau verlinkt wird, das wird nicht einfach nur verlinkt, das wird PRÄSENTIERT. Die umfassenden Verlinkungen befinden sich im “MTG Pop” Bereich, aber mit “MTG Blogs” wird eine Auswahl vorgenommen, die eine zumindest partielle Identifikation von GerMagic und damit effektiv eine Empfehlung bedeutet.

Als mir EB vor ein paar Monaten anbot, mit Zeromagic auf “MTG Blogs” umzuziehen, lehnte ich dies hauptsächlich aus folgenden Gründen ab: Einmal hatte ich kein Bedürfnis, mit GerMagic (und damit letztendlich mit EB) identifiziert zu werden, und zum anderen wollte ich nicht Teil einer Auswahl sein, die nicht nach qualitativen Kriterien getroffen wurde, sondern danach, wer sich von diesem Konzept hatte vereinnahmen lassen. Wie ich damals bereits formulierte:

“MTG Blogs wird von Blogeinträgen überschwemmt, die schlicht und einfach nicht lesenswert sind. Das führt nur dazu, dass ich auch die paar lesenswerten nicht mehr lese, weil ich keine Lust habe, in diesem Riesenhaufen Verbalmüll danach zu suchen!”

und

“EB hat es Leuten ermöglicht, mit dem selben geringen Aufwand ein Blog zu betreiben, mit dem man einen Forenthread vollspammt, und die Ergebnisse sind vergleichbar. Diejenigen Blogger, die sich mit ihrem Blog tatsächlich Mühe geben, gehen unter. Das ist genau das Gegenteil von dem, was ich mir wünsche!”

An wen muss jetzt also der Vorworf gehen? An die ganzen “Hallo Welt, hier bin ich, und sobald ich weiß, worüber, werde ich auch ganz doll viel schreiben”-Blogger, oder an diejenige Seite, welche sie auf einer viel zu exponierten Plattform vorbehaltlos präsentiert und damit die ambitionierteren Autoren dazwischen entwertet? Mit Bereichen wie dem “DeckCheck” oder “MTG Pop” hat GerMagic qualitative Maßstäbe gesetzt, die eine entsprechende Erwartungshaltung auch an anderer Stelle erzeugen. Wenn hier Einträge in “MTG Blogs” faktisch empfohlen werden, dann müssen sie sich an dieser Erwartungshaltung messen lassen, was gegenüber privaten Bloggern, die ohne groß darüber nachzudenken von der Möglichkeit Gebrauch gemacht haben, sich hier bequem einen öffentlichkeitswirksamen Platz im Internet zu sichern, unfair ist und zwangsläufig zu Enttäuschungen beim Leser, sowie zu Verstimmungen bei etablierten Schreibern führt.

Den Platz an der Sonne (also unter den prominenten Verlinkungen oben auf der Seite) bei GerMagic sollten sich Blogger erst einmal verdienen müssen! Wären sie nur unter ferner liefen bei “MTG Pop” verlinkt, dann würde sich niemand darüber aufregen. Auch eine kurze Sektion “neu gestartete Blogs”, welche den Lesern die Möglichkeit gibt, Neulinge aufzufinden und erst einmal anzutesten, würde keine Missverständnisse aufkommen lassen (vorausgesetzt, sie verdrängt nicht ebenfalls die empfehlenswerten Blogs). Ohne eine qualitative Auswahl jedoch besteht der Unterschied zwischen “MTG Blogs” und “MTG Pop” im Wesentlichen nur aus dem “Seht her, all diese Blogger habe ich unter meiner Fittiche versammeln können – meine Weltherrschaft steht unmittelbar bevor!”-Faktor, da sie Autoren ausschließlich dafür belohnt, sich von GerMagic bemuttern zu lassen, was wenn überhaupt im Zweifelsfall eher Indiz für MANGELNDE Qualität ist (da der Bloggende bei der Einrichtung seines Blogs weniger Eigenleistung erbringen musste) als anders herum.

Noch ein paar Worte zu einem ganz anderen Thema: Trash hatte wieder einmal nichts Besseres zu tun, als einen Videowalkthrough zu verbrechen. Ich bleibe dabei: Ich will seine Gedanken ausformuliert LESEN, nicht HÖREN, und die Karten aufgelistet bekommen, nicht an Hand verschwommener Bilder erraten müssen! Kurz hinein geschaut habe ich: Dass Trash wegen seiner irrationalen Abneigung gegen diese Karte Covenant of Minds nicht einmal erwähnt, das ist schon ärgerlich, aber den Rhox Charger zu nehmen, ist auf jeden Fall zumindest eine vertretbare, wenn nicht sogar einfach die richtige Entscheidung (ich hätte es auch gemacht). Ansonsten beweist Trash, dass man in Gegensatz zu den anders lautenden Behauptungen von Phips durchaus mit Naya Drafts gewinnen kann! Sein Deck hat dann aber doch für meinen Geschmack ein wenig zu viel Mana – 17 Länder, 2 Druid of the Anima, 1 Steward of Valeron, 2 Sunseed Nurturer, 1 Sacellum Godspeaker, 2 Cycler – man kann es auch übertreiben! 1 Nurturer und ein Land (oder vielleicht besser 2 Nurturer, um keine Farbsicherheit aufzugeben) kann man hier gewiss cutten, um die Gefahr, nach einem Resounding Thunder auf Rakeclaw Gargantuan und Bone Splinters auf Cavern Thoctar plötzlich nur noch mit Manaproduzenten dazustehen, ein wenig zu verringern.

Ansonsten aber ist Trashs Deck, ebenso wie die zuletzt von Phips ein schönes Beispiel dafür, wie man Shards draftet: Mit einem klaren Schwerpunkt auf zwei (befreundeten) Farben, aber ohne die zusätzlichen Optionen, welche einem die dritte Farbe bietet, zu verschmähen. Mensch, ich kann mich erinnern, dass dieser Ansatz bereits in den allerersten Alara-Reviews erörtert worden war – was ist da bloß passiert, dass wir bestimmt einen Monat Zeit damit verschwendet haben, fünffarbige Monstrositäten zu draften, die im Prinzip nur aus Charms und Manafixing bestanden? Als ich zur Zeit von PT Berlin mich auf dem Nachhauseweg mit Toffel unterhielt, fragte er mich, ob ich irgendwelche wichtigen Erkenntnisse aus meinen Drafts gezogen hätte, und ich wusste in destillierter Form nichts Besseres zu sagen als “2-Drops sind wichtig!” Naja, meinte Toffel, das sei ja selbstverständlich, und ich stimmte ihm zu… Warum eigentlich war es NICHT selbstverständlich? Warum hatten Topspieler wie Charly, Phips (und zwischenzeitlich, wenn ich die damalige Coverage richtig verstanden habe, sogar auch Trash) in Runde 2 und 3 nichts Besseres zu tun als Fatties zu cyclen und Obelisken zu legen?

Auch in Alara ist die zweite Runde dazu da, Boardpräsenz zu zeigen (oder zumindest die gegnerische zu einzudämmen). Man kann Bären legen, oder Manabeschleunigung (was bedeutet, Druid of the Anima), oder man kann mit Agony Warp oder Magma Spray gegnerische Bären oder Manabeschleunigung eliminieren. Dafür wiederum benötigt man das passende Mana. Mit ein paar Triländern schafft man das noch bis hoch zur Dreieinhalbfarbigkeit, bei entsprechend weniger Manafixing sollte man nicht mehr als zweieinhalb Farben in Angriff nehmen. Es ist nun einmal so, dass weder Panoramen noch Obelisken eine Hilfe dabei sind, 2-Drops zu legen!

Oh doch, ich bin mir sicher: So weit waren wir schon direkt nach dem Prerelease! Wie konnte es nur passieren, dass diese grundlegenden Einsichten so lange in Vergessenheit geraten sind bzw. ignoriert wurden?

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Diese Woche (39/08) gelesen

September 26, 2008

Zur vorigen Woche.

Ist es wirklich so, wie Tobi angedeutet hat, dass ein Artikel, den ich in diesem Rückblick seit dessen Umstrukturierung (eigentlich Gesundschrumpfung) nicht mehr verlinke, dadurch unfair zurückgesetzt wird? Muss ein Autor, den ich nicht bespreche, sich deswegen einen Strick nehmen und damit erschießen? (Ich dachte immer, es ist eher umgekehrt…)

Quatsch! Ich weise jetzt einfach auf Texte hin, die ich gelesen und zu denen ich etwas zu sagen habe. Nichtbeachtung ist keine Abwertung, da ich keinen Anspruch mehr auf Vollständigkeit irgendeiner Art anmelde. Stattdessen pflücke ich mir eben aus den Weiten des Netzmeeres (Region Magic) einige… äh… Seesterne… naja, eben einige Sachen heraus. Das ist alles!

Magic Universe:

Mit Thomas “Charly” Preyer (wieso eigentlich Charly?) bietet MU überraschend ein neues Magic-Schwergewicht in seinem Autorenstamm auf. Sein Einstieg lässt allerdings noch nicht so viele Rückschlüsse darauf zu, einen wie großen Gewinn das darstellt – ein handelsüblicher Draftwalkthrough, der von der Redaktion sehr hübsch aufbereitet wurde, was darüber hinweg täuscht, dass Charly seine Entscheidungen nur äußerst spärlich kommentiert, und der zu einem Deck hinführt, welches kein Spiel gewinnen konnte – hm. Da darf man für die Zukunft deutlich mehr erwarten! (Um Missverständnisse zu vermeiden: Natürlich sollen nicht nur Draftsiegerdecks gefeatured werden – im Gegenteil ist die Ehrlichkeit, Erfolglosigkeit einzugestehen, erfrischend, man erhält ja sonst oft den Eindruck, dass die Verfasser von Draftwalkthroughs ihre Drafts prinzipiell immer gewinnen! – aber wenn die Entscheidungen so kurz begründet werden, und das entstandene Deck sich dann nicht einmal beweisen konnte, ist die Informationsdichte einfach zu gering.)

Chickenfood hat mich geradezu gedrängt, etwas zu seinem Legacy-Artikel zu schreiben (der aus zwei Teilen besteht), den ich ansonsten wohl übergangen hätte. Tja, nun denn: Ich erhalte den Eindruck, dass es ihm ein wenig an grundlegendem Verständnis für verschiedene Dinge fehlt, insbesondere für die Einschätzung des Stellenwertes eines Decks im Metagame (Matchupeinschätzungen sollen Aussagen über Decks treffen, nicht über einzelne Spieler!) und die Dynamiken des Metagames und einzelner Matchups. (Letztere Aussage stammt mit mir natürlich von einem Legacy-Laien, aber da scheint es wirklich um grundlegende Dinge zu gehen, und auch Legacykundige scheinen das nicht viel anders zu sehen.) Ansonsten macht der Text, auch nachdem Philip gewiss mindestens 2 Liter Schweiß vergossen hat, um ihn ins Deutsche zu übersetzen, tweilweise immer noch einen recht unbeholfenen Eindruck. Letztlich fehlt mir die Sachkenntnis, um genau abzuschätzen, wie nützlich Chickenfoods Beitrag für einen Legacy-Interessierten tatsächlich ist, aber es gelingt ihm jedenfalls bei mir nicht, Vertrauen in die Kompetenz des Autors zu erzeugen.

Phips führt seinen großen Extended-Überblick fort, und ich mag seinen Ansatz nicht: Er greift sich irgendwelche Decklisten ohne wirkliche Begründung (Card Choices reichen als Begründung nicht aus, um ein Deck von anderen Versionen und Varianten abzugrenzen) heraus und fabuliert über deren Matchups. Das ist mir nicht systematisch genug! Ich will generell keine “fertige” Deckliste (wo auch immer die jetzt schon her kommt, wenn doch gerade einmal der inoffizielle Spoiler von Shards of Alara komplett ist!) vorgesetzt bekommen, ich will eine Diskussion darüber lesen, welche Optionen es gibt, und unter welchen Metagame-Voraussetzungen die wie zu bewerten sind! So weiß ich nicht recht, welchen Nutzen ich genau aus Phips’ Artikeln ziehen kann – ein paar punktuelle Anregungen sind dabei, gewiss, aber letztlich bringen solche Artikel doch nur demjenigen etwas, der die vorgeschlagenen Decks mehr oder weniger unverändert übernehmen will, weil er keine Zeit in seine Vorbereitung stecken will. Dafür aber, wie gesagt, sind Phips’ Listen einfach viel zu früh dran!

PlanetMTG:

Ich schreibe über das Schreiben von Reviews. Tobi hat Recht, dem Artikel fehlt ein wenig eine klarere Struktur.

Olafs DM-Bericht aus der Perspektive des Deutschen Meisters – natürlich wieder einmal nur ein erster Teil – ist einer der bestgeschriebenen Turnierberichte, die ich seit Langem gelesen habe! Er verbindet soverän Unterhaltung mit Informationen, und Olaf steht sympathisch zu seinen eigenen Schwächen (witzigerweise sind es meistens diejenigen Spieler, die bei Turnieren NICHT erfolgreich waren, die einem erzählen, wie fehlerfrei sie doch im Vergleich zur Konkurrenz gespielt hätten!) Er verlinkt übrigens mehrfach auf Artikel bei Reya Dawnbringer, einer sächsischen Magicseite, auf der möglicherweise interessante Dinge zu finden sind oder auch nicht: Seit Jahren stoße ich immer mal wieder darauf, und seit Jahren kapituliere ich immer wieder bereits nach wenigen Sekunden vor dem furchtbaren Layout, welches die Beiträge nahezu unleserlich macht.

Trash verabschiedet den Time-Spiral-Block und Coldsnap aus Standard. Inhaltlich bietet er wenig mehr als eine unstrukturierte Aufzählung der relevantesten heraus rotierenden Karten, aber dabei ist er unterhaltsam genug, dass man gerne darüber hinweg sieht! Außerdem werte ich es mal als Pluspunkt, dass er zu diesem Zeitpunkt erst einmal über Dinge schreibt, die bereits feststehen (was rotiert heraus) und sich noch ein bisschen Zeit nimmt, bis er Spekulationen in Angriff nimmt, was werden könnte. Sobald die offizielle Spoilerliste von Shards of Alara existiert, ist dafür dann der Startschuss frei gegeben!

Daily MTG:

Rosewater ist immer lesenswert, auch wenn er zuletzt eine Art “Run” mit eher durchschnittlichen Beiträgen zu haben scheint. Welch eine Überraschung, dass er für das Artefakt-Motiv von Esper verantwortlich zeichnet (nein, ich benutze keine Ironie-Tags)! Mein erster Eindruck von Shards ist, dass es zu vier Fünfteln aus Kamigawa und zu einem Fünftel aus Mirrodin besteht. Ja, mein erster Eindruck ist nicht besonders positiv, aber dazu bald mehr.

Jacob Van Lunen baut weiterhin Budget-Decks, die SINN ergeben (allerdings hätte ihm klar sein müssen, dass im Casual-Raum Oblivion Ring stärker ist als Unmake!) Selbst seine Vorschläge für nächste Woche (Rites of Flourishing oder River Kelpie?) deuten an, dass er mit Karten zu arbeiten gedenkt, mit denen sich, wenn auch vielleicht nicht auf Turnierniveau konkurrenzfähige, so doch zumindest brauchbare Konzepte, welche nicht auf umständlichen I-Win-Kombos beruhen, umsetzen lassen. Beides sind Karten, welche dazu gedacht sind, mittels vernünftiger Investitionen mittelfristig Ressourcenvorteil zu generieren. Bleiweiss hätte stattdessen vermutlich über Isleback Spawn oder Worldpurge geschrieben…

Von den übrigen Artikeln auf dieser Seite war ich diese Woche eher enttäuscht, aber es ist ja auch wieder einmal Preview-Zeit, und alles muss im Zeichen des Hyperbole stehen.

So, und da es möglicherweise noch nicht alle mitbekommen haben: Ich habe jetzt ein weiteres Blog, Andis Andersartige Ansichten, welches sich von Ein Platz für Andi dadurch unterscheidet, dass es mehr auf Meinungsäußerung und Diskussion ausgelegt ist, als auf mein kreatives Schaffen. Gleich Bookmarken!

Diese Woche (38/08) gelesen

September 19, 2008

Ja, das ist jetzt die neue Bezeichnung für meinen Wochenrückblick. (Hier der von letzter Woche.)

Ich habe ihn umbenannt, weil ich keinen Anspruch mehr auf Vollständigkeit erhebe, auch nicht bei meinen drei bevorzugten Seiten (Magic Universe, PlanetMTG und Daily MTG). Die Zeit, die ich im Netz verbringe, wird mir einfach zu viel, und deswegen habe ich mir vorgenommen, weniger zu lesen und dementsprechend auch weniger dazu zu schreiben. Deswegen gibt es von nun an eine subjektive Auswahl an verlinkten Artikeln. Alles, was mir besonders gefallen hat – sowie meine eigenen Machwerke natürlich – führe ich natürlich weiterhin auf, aber andere Dinge nur noch, wenn ich dazu etwas Bestimmtes zu sagen habe.

Also los:

Montag:

Der zweite Teil meines DM-Turnierberichtes erscheint. Er löst im Forum eine sehr lange, teilweise durchaus fruchtbare Diskussion um eine Mulliganentscheidung aus.

Mark Rosewaters Insider-Stories vom Magic-Design sind eigentlich immer interessant. Diese hier ist allerdings wieder eher unterer Durchschnitt für ihn (den muss es per Definition ja auch immer wieder geben), und die Geschichte der Entstehung von Devour lässt sich irgendwie mit “Herumeiern in R&D” ganz passend beschreiben.

Dienstag:

Simon Ritzkas Legacy-Artikel zu Solidarity erscheint meinem Laienauge kompetent, informativ und gut aufbereitet. Außerdem weiß ich jetzt endlich, wo dieses Deck seinen dämlichen Namen her hat! (Leider ist die Story reichlich lahm.)

Mittwoch:

Nach seinem hervorragenden Artikel letzte Woche ist Phips’ Werk diesmal qualitativ äußerst bescheiden ausgefallen. Er projiziert ein Metagame, komplett mit Tier-1 und Tier-2-Einschätzungen (und dabei viel zu vielen Tier-1-Decks), offenbar einfach aus dem Hut und stellt dann zwei Decklisten vor, die er nicht wirklich rechtfertigt, wenn er sie auch relativ detailliert erklärt. Erst in den Kommentaren bequemt er sich dazu zu sagen, wo er diese Listen überhaupt her hat, und erst dort geht er auf die absolut nahe liegende Frage ein, warum sein Faeries-Deck im Prinzip genau so aussieht wie das Faeries-Deck der letzten Saison, nur ohne Bitterblossom! Besonders der Satz “Letzte Woche fand ich dann beim Durchforsten einige recht interessante Decklisten von Extended-Faeriedecks, die im Großen und Ganzen auf der NLU–Engine basierten.” ist einfach Unsinn, denn die NLU-Engine ist natürlich das Countertop gewesen, sowie in den allermeisten Fällen der Trinket Mage, und ein wesentliches Merkmal von NLU war der Grün-Splash für Tarmogoyf. Abgesehen von Ancestral Vision – die übrigens keineswegs ein Staple in NLU war! – bleiben da als Gemeinsamkeiten, naja, Counter und Vedalken Shackles übrig. Die Lücken, die ein Leser des Artikels selbsttätig füllen müsste, damit dieser Sinn ergibt, sind dermaßen groß und setzen eine dermaßen tief gehende Kenntnis des Formats voraus, dass dieser Leser sich Phips’ Text dann auch schenken kann.

Doug Beyer beweist, dass das Kopieren einer abgefahrenen Kolumnenidee alleine noch nicht genügt, um wirklich unterhaltsam zu sein, wenn man nicht über die geniale Kreativität eines der beiden Marks (Rosewater, Gottlieb) verfügt und außerdem inhaltlich nichts zu sagen hat. Naja gut, er hatte zwei Preview-Karten.

Ab und zu bleibe ich auch einmal bei einem Artikel auf MTGSalvation hängen. Daniel Rezendes fasst sehr sachlich zusammen, wie unbegründet die Hysterie in der Magic Community bei Veränderungen in ihrem Hobby doch oft ist. Insbesondere der Aufschrei bei den Sixth Edition Rules wirkt im Nachhinein einfach irreal, aber ja, die Leute waren damals wirklich so doof! Bei Magic Online allerdings urteilt Daniel vielleicht doch zu vorschnell, denn dieses Spiel scheint zur Zeit doch tatsächlich im Begriff, langsam RL-Magic zu verdrängen. Die Turnierszene hat in jedem Fall schon gelitten. Auch das ist natürlich letztlich nur eine Veränderung, aber eine, die ich absolut negativ sehe. Schließlich ist da noch das Problem, dass die jüngsten Entscheidungen einfach unter anderen Voraussetzungen getroffen wurden als jene der letzten zehn bis zwölf Jahre, in denen Magic wirtschaftlich gesund war. Heute steckt es offensichtlich in einer gewissen finanziellen Krise (wenn auch vielleicht nur durch überzogene Gewinnerwartungen der Hasbro-Aktionäre hervor gerufen), und die jüngsten Entscheidungen wirken überstürzter als früher.

Donnerstag:

Auf Magic Online soll eine mit dem “realen” Magic vergleichbare Turnierstruktur eingeführt werden, und wenn die in den Artikel eingebundenen Grafiken nicht vollständig irreführend sind (was durchaus möglich ist), dann wird es sogar in mittlerer Zukunft eine Entsprechung der Pro Tour geben! Das bestätigt nur meine Theorie, dass Wizards das Organized Play aus der realen Welt in die virtuelle verlagern wollen. Nun ja, dann entfallen immerhin die Reisekosten… Übrigens sind States keineswegs wiedergekommen, weil Wizards sich da etwas Neues überlegt oder gar einen Fehler eingesehen hätten, sondern weil die amerikanischen Turnierveranstalter sich zusammen gesetzt haben und sie effektiv in Eigenregie veranstalten… Wizards outsorcen die RL-Turnierszene! Habe ich es nicht gesagt?

Mike Flores muss wieder einmal eine Karte hypen. Ich bin misstrauisch. Ob dieser Ritter wirklich besser ist als andere 2-Drops? Dass man das Extra-Land bekommt, ohne seine eigene Entwicklung zu bremsen, ist alles andere als sicher, insbesondere wenn man anfängt, und ob man dann damit wirklich etwas Entscheidendes anfangen kann, ist auch nicht gesagt. Dafür spielt man mit einer Kreatur, die nach heutigen Maßstäben einfach ZU KLEIN für einen 2-Drop ist und nicht einmal ein Kithkin. Ich weiß ja nicht.

Jacob Van Lunens Reihe gefällt mir immer besser! Ganz im Gegensatz zu Bleiweiss baut er tatsächlich mit bescheidenen Mitteln Decks, mit denen man zumindest auf FNM-Niveau gut mitspielen kann, anstatt blödsinnige Johnny-Kreationen mit sinnlosen Rares zu basteln, mit denen man nur gegen schlechte Deckbauer/Spieler eine realistische Chance hat. Wenn er sein Zielpublikum (nämlich Magic-Neulinge, die sich auf ihren ersten Constructed-Turnieren die Hörner abstoßen wollen) tatsächlich findet, dann ist diese Kolumne wirklich eine gute Sache! Seine Decks machen mir jedenfalls – ebenfalls im starken Kontrast zu denen von Bleiweiss – sogar tatsächlich Lust, sie im Casual einmal auszuprobieren.

Freitag:

Clemens’ GP-Bericht aus Rimini demonstriert sehr schön, wie weit man mit Hilfe des Rogue-Faktors typischerweise kommen kann, nämlich zu einem höchst achtbaren Ergebnis, aber eben letztlich nicht wirklich in die Spitze.

Ein Nachtrag: Ich hatte mit keinem weiteren Freitagsartikel mehr gerechnet, da hat Tobi noch Utes Judgebericht online gestellt. Judgeberichte von größeren Events sind im deutschen Netz Mangelware, und das ist schade, aber irgendwie plätscherte dieser Artikel inhaltlich doch sehr belanglos dahin. Interessanter wäre es gewiss gewesen, wenn Ute nicht bei prekären Dingen immer die Namen der Beteiligten verschwiegen hätte – wer wurde da disqualifiziert? Wer ist im Vorgespräch gescheitert? Das sind ja keine DCI-Geheimnisse. So las sich das Ganze eher wie eine politisch korrekte Pflichtübung.

Und das war’s dann auch schon für diese Woche – den Rest habe ich nicht gelesen (höchstens überflogen) oder nichts dazu zu sagen. Bis nächstes Mal dann!

Ach so, meine MTGO-Karten will ich übrigens immer noch los werden…

Wochenrückblick 37/2008

September 15, 2008

So sah es letzte Woche aus.

Montag:

Magic Universe besitzt jetzt ein brauchbares Archiv! Damit haben sie zumindest ein Gebiet gefunden, auf dem sie PlanetMTG klar voraus sind.

Auf dem Planeten findet sich dann der erste Teil meines Turnierberichtes von der DM. Da ich mit meinem Rückblick diesmal eh ein wenig später dran bin, verlinke ich hier auch gleich den zweiten Teil, welcher eine Woche später erscheint.

Daily MTG:

MaRos R&D-Interna sind normalerweise ein wenig spannender. Er stellt endlos das (endlose) Design-Team vor, erzählt ein paar Dinge über die allgemeine Struktur des Sets, die eigentlich schon jeder weiß und hypet die Exalted-Mechanik ein bisschen. Ich muss allerdings zugeben, dass mir die beiden Preview-Karten auch besser gefallen als vielen anderen – gerade im Constructed ist es vor Lorwyn eigentlich selten üblich gewesen, mit mehreren Kreaturen anzugreifen, und deswegen stört mich der Gedanke auch nicht, die Exalted-Kreaturen nur für sich zu betrachten. Ein 2-Drop, der gefahrlos in Wren’s Run Vanquisher angreifen kann, der ist doch okay?

Auch Beyers Artikel lebt im Wesentlichen von den Preview-Karten, aber über die fünf Scherbenwelten weiß er doch zumindest ein bisschen etwas Interessantes zu berichten.

Dienstag:

Magic Universe:

An dieser Stelle berichte ich von meinen Erlebnissen bei der DM in Hannover, und zwar OHNE den eigentlichen Turnierbericht. Ich habe es schon einmal angesprochen: Da ich sowohl beim Planeten als auch bei MU als Kolumnist tätig bin, bemühe ich mich, auf diesen beiden Seiten unterschiedlichen Content anzubieten. Meine MU-Artikel richten sich eher an den Gelegenheitsspieler, und beim Planeten spreche ich stärker den Hardcore-Magicspieler an. Deswegen empfand ich diese Aufteilung als sinnvoll. Aufschlussreich übrigens, wie beide Seiten mit meiner Einleitung umgegangen sind, in der ich jeweils davon spreche, dass der andere Artikel sich an “anderer, wohlbekannter Stelle” findet: Beim Planeten wurde “wohlbekannter” herauseditiert (wie unendlich ALBERN!); bei MU stattdessen die andere Seite genannt und ein Link gesetzt! Ich finde, das sagt viel aus!

PlanetMTG:

Der österreichische Vizemeister Christian Wolf beschreibt, wie er diesen Titel erlangt hat. Ich hatte seinen Text rasch überflogen und kann mich weder an heraus stechende positive noch negative Aspekte erinnern.

Daily MTG:

Steve Sadin verpackt einige gute, aber grundlegende Ratschläge mit Hilfe eines griffigen, Titel gebenden Leitsatzes, der in dieser allgemeinen Formulierung sehr angreifbar ist – natürlich liefern einem der bisherige Verlauf eines Draftes oder Spiels wichtige Informationen, die man bei seinen Planungen berücksichtigen sollte! Eigentlich lauten seine Ratschläge: 1) Lasst Euch nicht von Fehlern aus dem Konzept bringen; 2) beurteilt Dinge im richtigen (aktuellen) Kontext, anstatt mit vorgefassten Einschätzungen zu arbeiten; und 3) antizipiert die Pläne Euer Gegner.

Kelly Digges hypet seine Preview-Karte letztlich nur damit, dass sie eine Mythic Rare ist, und dass Mythic Rares cool sind, weil.. nun, weil sie Mythic Rares sind, natürlich! Ein furchtbarer aussagearmer Propagandaartikel um eine Karte, die eigentlich keinen eigenen Artikel wert ist, nicht einmal dann, wenn sie auf verschlungenen Wegen tatsächlich einmal den Weg in ein Turnierdeck finden sollte (via Reanimation oder so). Dass er mit diesem 8-Mana-Fatty noch weitere Karten auf dem Niveau von Sinstriker’s Will kombinieren will, schlägt dem Faß die Krone ins Gesicht.

Mittwoch:

Magic Universe:

Clemens vom MU-Team Linz beschreibt einen Draftwalkthrough. Meine Meinung dazu steht bereits in einem Kommentar darunter:

In einem Draftwalkthrough kann man nicht jede Entscheidung einzeln betrachten – alles muss im Zusammenhang miteinander und in der Einbindung in einen verfolgten Plan gesehen werden. Wenn man also von Anfang an nicht wirklich die Argumentation des Drafters nachvollziehen kann, stehen auch die späteren Picks irgendwie “schief” in der Luft, und man verliert das Interesse. Draftwalkthroughs müssen tatsächlich von kompetenten Leuten geschrieben werden, um Wert zu besitzen; das ist eine Eigenart dieser Artikelform.

Gleichzeitig fasst Phips die erreichten Erfolge seines Teams zusammen und betrachtet eine doch recht durchwachsene Bilanz nicht ganz unerwartet durch eine rosarote Brille. Die von Marcus dazu erstellte 3D-Grafik gewinnt übrigens einen Preis für unnötige Kompliziertheit!

PlanetMTG:

Tobi hat zwei Videos von der DM. Ich habe sie mir nicht angesehen.

Daily MTG:

Jenna Holland schreibt ihren zweiten Artikel für diese Seite, und ich weiß immer noch nicht, wer sie eigentlich ist! Nun ja, sie scheint ja wohl für das Creative Team zu arbeiten. Inhaltlich jedenfalls knüpft sie gewissermaßen an Beyer’s Artikel an und verfasst ein ausführliches Kapitel über Naya.

Noel deCordova befasst sich mit unter anderem Lockjaw Snapper, Oboro Breezecaller und Springjack Shepherd. Wem davon alleine noch nicht übel wird, der lese sich seine Erläuterungen zum Deck um den Riftmarked Knight durch, die im Wesentlichen lauten: “Ich hatte eine dumme Idee und war noch nicht einmal in der Lage, sie umzusetzen, also habe ich sinnlos Karten in drei Farben zusammen geworfen.” Hier wird für mich die Grenze zur Leserverarschung eindeutig überschritten! Wer kann mir übrigens erklären, warum ausgerechnet Kinsbaile Cavalier ein besonders gutes Mirrorweave Target sei – glaubt Noel, Double Strike ist irgendwie kumulativ? Oder meint er nur, dass Mirrorweave in diesem Haufen dermaßen deplatziert ist, dass man selbst dafür bereits dankbar sein muss? Wenn dieser Typ so weiter macht, werde ich irgendwann sogar Bleiweiss vermissen!

Donnerstag:

Magic Universe:

Auch Teardrop hat einen DM-Bericht verfasst. Wie so oft bei dieser Artikelform kann ich nur sagen: Solide, aber unspektakulär.

PlanetMTG:

Trash wirft schon einmal einen Blick auf das zukünftige Extended. Seine Gedankengänge sind insgesamt fundiert und interessant, aber wieso zum Teufel konnte er nicht noch die drei Wochen abwarten, bis Shards of Alara komplett bekannt ist? Wozu diese Eile – wann beginnt denn die Extended-Saison?

Daily MTG:

Jacob Van Lunen hat für seine Kolumne Building on a Budget die “Trials” aus Shards bekommen, was gewiss passt. Die Uncommons sind natürlich eine große Hilfe für Casual-Deckbauer (auch wenn ich verdammt noch einmal mehr bezahlbare Manafixer haben will, die NICHT getappt ins Spiel kommen!), aber die Commons sind wirklich zwiespältig – klar, Terramorphic Expanse konnte man nicht sofort für Mana tappen, aber welche Hilfe ist denn ein farbloses Mana in einem vermutlich mindestens dreifarbigen Deck wirklich? Ach ja – in seiner Einleitung stellt er sowohl Menschen als auch Magic-Farben in ein deutlich zu positives Licht. Ein paar Anregungen: Weiß > Islamisten; Blau > Abmahnanwäte, Schwarz > Kinderschänder, Rot > Hooligans, Grün > Straßengangs. Richtig ist aber, dass das Spielen von Magic eine starke Tendenz zu Blau besitzt, so wie jede intellektuell fordernde, aber letztlich nicht nutzbringende Beschäftigung.

Mike Flores previewt Sprouting Thrinax. Okay, der ist kein Tarmogoyf, aber wenn die Reaktion des größten Teils der Community darauf “meh” ist, dann frage ich mich, ob ich in ein Paralleluniversum geraten bin! Gleichzeitig wird Titanic Ultimatum mit Begeisterungsstürmen gefeiert… Die Welt gehört den Ahnungslosen!

Freitag:

Magic Universe:

Mit Phips’ Anleitung zum richtigen Testen stimme ich nicht in allen Punkten überein, aber insgesamt ist das einer der besten “Strategie”-Artikel, die im deutschen Netz zuletzt erschienen sind! Ich bin jetzt zu faul alles aufzudröseln, wwas ich ein wenig anders sehe, aber zumindest diese Warnung will ich geben: Überbewertet Eure quantitativen Playtestergebisse nicht! Egal, wie fleißig Ihr seid, und wie systematisch Ihr vorgeht – Ihr kriegt keine aussagekräftigen Prozentzahlen. Konzentriert Euch darauf, was genau passiert ist und analysiert, warum!

PlanetMTG:

Und noch ein Turnierbericht, diesmal vom PTQ-Linz-Sieger Thomas Holzinger. So weit okay, nichts Besonderes, blablabla… Es ist jetzt nicht Holzis Schuld, aber diese Artikelform habe ich zur Zeit ein wenig über, was natürlich auch daran liegt, dass ich ein wenig die Turnierspielerperspektive verloren habe. Andererseits SIND diese Dinger sich aber auch alle ähnlich… Was mir diesmal aufgefallen ist: Ein bisschen entstand bei mir der EIndruck, dass der Autor mit überdurchschnittlich viel Glück (bereits bezogen auf einen Turniersieger) durch das Turnier gerutscht ist, ohne selbst wirklich zu verstehen, warum.

Daily MTG:

BDM berichtet von den belgischen und israelischen Nationals. Na gut. Langsam lässt mein Interesse an diesem sterbenden Environment doch nach, und diese beiden Länder stehen jetzt nicht ganz oben auf meiner Interessenliste. Trotzdem ganz nett. Letztlich hängen geblieben ist bei mir hauptsächlich die Erkenntnis, dass Reveillark jetzt konsequent ohne Rune Snag gespielt wird – schau genau hin, Kalle!

Mike Turian langweilt mich mit Gunslinging-Geschichten. Sorry, aber ein “Vintage”-Deck, welches gegen diesen zeitlupenschnellen Chandra-Build verliert, das ist absurd… naja, es ist ja dann auch nicht passiert. Auch Turian muss seine Preview-Karte natürlich schönreden (und so schlecht finde ich sie auch gar nicht), aber er greift dabei ganz tief ins Klo: “If he had only had this Specter from Shards of Alara.” Schon klar Mike, der lässt sich erste Runde mit Dark Ritual ja auch so toll ausspielen!

Wochenende:

Die zahlreichen zweitklassigen Nationals, die stattgefunden haben, wurden nicht mit einer Coverage beehrt, wohl aber der Ausklang des Lorwyn-Block-Constructed-Formats beim Grand Prix in Rimini. Jaja, viele innovative bunte Decks und so, aber schauen wir doch auf das Wesentliche: Faeries haben das Swiss gepwnd, und das Ganze gewonnen haben Kithkin. Jetzt kann man sich enthusiastisch über Innovationen wie die Stillmoon Cavalier in Künzlers Maindeck oder das Rise of the Hobgoblins bei Giusti äußern, oder dieses Format endgültig beerdigen und auf das Grab pissen. Eure Entscheidung. Zur Performance der Deutschen: 4% im ersten Tag, knapp 5% im zweiten – das ist nichts besonders Positives, da natürlich hauptsächlich lokale Spieler das Teilnehmerfeld bilden. Zum Vergleich: Die Schweiz hat sich von 2,5% auf 8% gesteigert. Österreich ist hier mit Deutschland vergleichbar (genau genommen minimal besser). Am Ende belegten wir dann die Plätze 14, 35 und 55… naja. Österreich: 15, 53, 62. Die Schweiz:  1 (nach dem Swiss), 22, 26, 37, 61. In der Top 8 außer Künzler 3 Italiener, 2 Spanier und ein Tscheche. Wir bleiben zweitklassig.

Meine Erfahrungen mit dem dieswöchigen Draftsimulator folgen bald.

Bis dahin nehmt mir endlich meinen virtuellen Schrott ab!