Posted tagged ‘Entwicklung’

Eine schwierig zu belegende oder zu widerlegende Behauptung

April 8, 2011

Diese Behauptung stelle ich jetzt auf:  Die zuletzt steigenden Spieler- und Verkaufszahlen von Magic haben in erster Linie nicht mit den Entscheidungen der Macher dieses Spiels zu tun, sondern sind hauptsächlich auf die ehemaligen Yu-Gi-Oh!-Spieler zurückzuführen, die ein knappes Jahrzehnt später auf Magic umgestiegen sind!

Sicherlich haben Wizards ihr Spiel auch ganz bewusst dieser Klientel angepasst: Mythic Rares, Planeswalker, Power Creep und Coolness Creep, der Schwerpunkt auf dem abwechselnden Ausspielen starker (und in finanzieller Hinsicht teurer) Karten zu Lasten reaktiver und interaktiver Karten – alle diese Entscheidungen versteht man wohl erst dann richtig, wenn man sie in den Kontext des gigantischen Erfolges jenes widerwärtigen Kiddie-Spiels und die Bemühungen von Wizards, dessen Spielerschaft für ihr eigenes Produkt zu gewinnen, stellt.

Was natürlich niemand weiß ist, inwieweit diese Schritte notwendig waren, um die mehr oder weniger erwachsen gewordende Yu-Gi-Oh!-Generation vom Umsteigen auf Magic zu überzeugen, und ob die mit diesen Maßnahmen zusätzlich gewonnenen Neuspieler die dadurch vergraulten bisherigen Stammspieler zahlenmäßig überwiegen.

Auf jeden Fall möchte ich jedem widersprechen, der behauptet, Wizards hätten mit der Richtung, in die sie ihr Produkt zuletzt entwickelt haben, das Spiel verbessert, und dessen Erfolg sei auf diese Verbesserungen zurückzuführen! Dieser Erfolg ist auf dem Mist (SIC!) von Konami und Upper Deck gewachsen, und Wizards ernten jetzt die Früchte. Ob sie wirklich maßgeblich etwas dazu beigetragen haben, oder ob ihr Verdienst vielleicht nur darin besteht, nicht zu viele schlechte Entscheidungen getroffen zu haben, lässt sich nicht sagen.

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Und sie bewegt sich weiter

December 1, 2010

Wer? Die deutsche Magic-Szene. Nachdem vor eineinhalb Monaten ihr größter Wasserkopf mit einem unnachahmlich lauten Knall geplatzt ist, schlägt dieses Ereignis noch immer hohe Wellen. Deswegen ist es Zeit für ein weiteres Update über den Zustand dieser Szene auf Zeromagic:

Die wichtigste Nachricht ist mit Sicherheit die Geburt der Seite Goyf, auf welcher der Atog an zentraler Stelle die Feeds aller möglichen Magic-Seiten in übersichtlicher Form zusammenfasst – das zweitwichtigste Feature des verflossenen GerMagic (nach dem Deckcheck) wurde hiermit also wiederbelebt! Oh, und News-Beiträge gibt es da ja auch, wie ich jetzt erst mitbekommen habe – allerdings bislang ohne Kommentiermöglichkeit, was ich für komplett sinnfrei halte.

Das nimmt dann ein wenig den Druck von MagicBlogs, gleichzeitig Sammelstelle für Blogs, Nachrichtenseite und Portal zu sein. Jetzt kann sich Ormus auf den ersten Aspekt konzentrieren. Die Bloggerei ist auch schon kräftig angelaufen. Das bisherige Niveau liegt dabei bislang noch einen Klick über dem der GerMagic Blogs, aber mit zunehmender Bekanntheit dieser Seite wird sich das in absehbarer Zeit wohl leider auch anpassen. Ansonsten ist die Abarbeitung der ToDo-Liste zuletzt leider ziemlich ins Stocken geraten. Ich vermisse dabei insbesondere die klare Trennung zwischen News und Blogeinträgen, sowie die Anleitung zum Einbinden von Kartenpopups für Blogger generell.

Ach ja, der Deckcheck: TC Decks, welches ich zuletzt noch empfohlen hatte, scheint irgendwie nicht richtig in die Gänge zu kommen. Deswegen ändere ich meine Empfehlung, wenn auch ein wenig widerstrebend, zu DeckCheck.org –  immerhin existiert hier ein stetiger Nachschub an aktuellen Decks und ein großes, vom originalen DeckCheck geripptes Archiv. Leider umweht diese Seite aber auch ein kräftiger Hauch der Arroganz und Ignoranz ihres Vorbildes. Insbesondere scheint kein Interesse daran zu bestehen, die gesammelten Decks auch in einer vernünftig suchbaren Form zur Verfügung zu stellen, und auch eine vernünftige FAQ- oder Hilfeseite scheint sich in der Prioritätenliste der Macher ganz unten zu befinden. Wie auch immer, eine bessere Empfehlung habe ich zur Zeit leider nicht.

Und da ich gerade “leider” tippe: Es sieht so aus, als wenn LeBestiaire diesmal nicht nur eine vorübergehende Downtime erführe. Nachdem Wizards früher auch schon vergleichbare Draftsimulatoren mit Hilfe anwaltlicher Macht dicht gemacht haben, steht zu befürchten, dass dieses Schicksal auch jenes nette und durchaus nicht unnütze kleine Spielzeug ereilt hat. (Nachtrag: Nach einigen Tagen Downtime war die Seite zwischenzeitlich wieder online, wenn auch auf Grund erheblicher Bugs nicht benutzbar. Dann ging sie wieder down, und unterdessen ist die Webadresse mit ganz anderem Inhalt belegt – das ist dann wohl das endgültige Ende!)

Am Ende eine Frage, die nur peripher mit der Magic-Community im Internet zu tun hat: Wer von Euch weiß eigentlich Genaueres hierüber? Ich habe das Gefühl, dass hier ein unglaublich schwerwiegender Angriff auf die Presse- und Meinungsfreiheit weitestgehend unter der Aufmerksamkeitsschwelle der Öffentlichkeit hindurchgeschleust wurde (und, wie so oft, natürlich wieder im Namen des Jugendschutzes)! Ist das nicht Teil einer solchen Entwicklung, auf die uns unsere Enkel eines Tages ungläubig ansprechen werden: “Und Ihr habt davon wirklich nichts mitbekommen?”

Standard-Arbeitsnachweis

March 2, 2009

Mein Artikel Ein Standard stirbt ist jetzt auf PlanetMTG erschienen. Ich will Euch deshalb an dieser Stelle darüber informieren und Euch – falls gewünscht – die Möglichkeit geben, mit mir darüber zu diskutieren.

Mexikanisches Metagame, zweite Auswertung

February 18, 2009

Die “Wahlbeteiligung” war diesmal doch erheblich geringer, und neue Stimmen treffen kaum noch ein, deswegen werte ich schon einmal aus:

Zur Zeit (und bereits seit Stunden) haben 118 Leser sich beteiligt und wie folgt gestimmt:

43 * für A (36%)

55 * für B (47%)

20 * für C (17%)

Zum Vergleich: Beim ersten Teil entfielen die Stimmen im Verhältnis von 56, 35, 9.

B hat also A als Spitzenreiter verdrängt, während C seinen Anteil fast verdoppelt hat, aber immer noch abgeschlagener Außenseiter ist.

Welche Wahl hat sich aber nun als gut oder schlecht erwiesen? Nun, mit A hat man sich diesmal wirklich keinen Gefallen getan – knapp die Hälfte des Feldes stellt ein schlechtes Matchup dar, und weniger als ein Fünftel ein gutes. Da hilft es auch nichts, dass man sein gutes Matchup besonders deutlich gewinnt.

Mit B hingegen besitzt man eindeutig einen positiven Erwartungswert: Man hat knapp doppelt so viele  gute wie schlechte Matchups (und den Rest Mirror) – B bleibt also weiterhin eine gute Wahl!

Eine Änderung hat sich allerdings für C ergeben. Jetzt, wo deutlich mehr B als A im Feld ist, wird C plötzlich attraktiv! Allerdings verkompliziert die ganze Sache etwas, dass man gegen A viel klarer verliert als man gegen B gewinnt (dieses deutliche Matchup ist ja der Grund, warum A auf den ersten Blick der “beste” Würfel ist.) Damit C trotzdem eine gute Wahl ist (was bedeuten soll, dass man damit einen positiven Erwartungswert besitzt), muss das Verhältnis von B zu A im Feld entsprechend größer sein.Das ist hier allerdings noch nicht der Fall, wenn auch schon nahe dran.

Okay – wer hat Lust, diese ganzen Gewinnchancen und die dazu gehörige Gewinnerwartung genau auszurechnen? Falls sich keiner findet, verblieben wir hierbei: B war wieder die beste Wahl, A jedoch diesmal klar die schlechteste!

Und wir merken uns wieder “für’s Leben”: Man kann sich einfach nicht darauf verlassen, dass genügend andere Teilnehmer einen Schritt weiter denken, damit es sich lohnt, zwei Schritte weiter zu denken. (Roland wird hier darauf hinweisen wollen, dass diese Erkenntnis nicht allgemeingültig ist, sondern davon abhängt, dass es sich nur um einen dreistufigen Zyklus handelt.) Unser kleines, künstliches “mexikanisches” Metagame hat es nicht geschafft, sich um einen kompletten  Schritt weiter zu drehen.