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Zuletzt stirbt auch die Hoffnung

March 10, 2011

Neulich habe ich über das Internet bei einem Lieferservice chinesisches Essen bestellt. Heute früh erhielt ich dann eine Mail (ich hatte mich schon gewundert, wozu die zusätzlich zu meiner Telefonnummer auch meine Email-Adresse brauchten!) mit der Bitte, diese Lieferung doch zu bewerten.

Ich gestehe: Ich war zu faul dazu und habe diese Mail einfach gelöscht! Klar, ich hätte das angegebene Link anklicken und ankreuzen können, dass das Essen rasch und heiß geliefert wurde, dass die Sauer-Scharf-Suppe schmackhaft gewesen war, dass jedoch das Hauptgericht (Ente Chop-Suey – ja, ich weiß, ich bin unoriginell) wässrig und fad geschmeckt hatte, und dass der Preis für Essen dieser Qualität einfach deutlich zu hoch gewesen war.

Stattdessen werde ich mein Feedback aber schlicht auf diejenige Art geben wie die meisten unzufriedenen Kunden: Indem ich dort einfach nicht noch einmal bestelle! Das ist nicht besonders nett oder kooperativ von mir, aber mir liegt halt nicht wirklich etwas an diesem Laden, und ich glaube auch nicht wirklich daran, dass auf mein Feedback dort reagiert würde.

Welch verkehrte Welt! Bei Magic Universe hingegen ist das genau die Art von Feedback, welches die dortige Redaktion bevorzugt: Nicht meckern, sondern einfach nicht mehr dort mitlesen! Bislang bin ich diesem Wunsch nicht gefolgt, weil mir an dieser Seite im Unterschied zu jenem Lieferservice halt etwas lag (wenn auch nicht an ihrer jetzigen Redaktion), und weil mir der Gedanke nicht völlig absurd erschien, dass die Dinge sich dort bessern könnten.

Aber irgendwann ist der Punkt erreicht, an dem man aufgeben muss! Diesen Punkt markiert für mich die Reaktivierung ausgerechnet desjenigen Autors, der schon einmal den absoluten qualitativen Tiefpunkt von MU in einer früheren Krise bezeichnet hatte. Eine deutlichere Stellungnahme im Sinne von “Es ist uns doch scheißegal, welches Niveau unser Artikelprogramm hat, irgendwer wird den Scheiß schon lesen!” war wohl nicht mehr möglich!

Und ja, auch dieser Artikel war wieder grottenschlecht, auch wenn die Redaktion einen einfachen Minus-mal-Minus-gleich-Plus-Trick benutzt hat, um diesen Umstand zu verschleiern: Dass er mit einer Verzögerung von einem Monat veröffentlicht und somit auf Grund der Legalwerdung von Mirrodin Besieged längst obsolet war (was an sich bereits ein Unding und ein überdeutliches Zeichen für die völlige Unfähigkeit dieser Redaktion ist), lenkte den Fokus der Leser davon ab, was für einen Mist der Herr Klingbeil auch diesmal wieder verzapft hat! Natürlich war sein Deck auch bereits vor der Rotation Unsinn (und die Deckwahl bequemerweise komplett unbegründet), aber da es gleichzeitig auch offensichtlich veraltet ist, schaut man halt nicht mehr so genau hin. Naja, und ironischerweise bin ich selbst auch mit Schuld daran, dass dieses Machwerk mit einem allgemeinen halb erleichterten “Naja, ganz so furchtbar schlimm war es ja diesmal gar nicht” aufgenommen wurde, da ich die Erwartungshaltung mit meinem vorherigen Kommentar natürlich ins Bodenlose gesenkt hatte.

Nein, wenn eine Redaktion auf massive Kritik an der Qualität ihres Artikelprogramms mit der Rückholung eines Berthold Klingbeil reagiert, während ihr Hauptaushängeschild ein Schreiber bleibt, der es geschafft hat, in einem Forum von PlanetMTG als Troll geschasst worden zu sein (und das ist wahrlich eine Leistung!), dann macht man sich hier über seine anspruchslose (verbliebene) Leserschaft nur noch lustig: “Leute, fresst Scheiße – es gibt nix anderes mehr!”

Wobei das nicht ganz richtig ist: Die Texte von Till Riffert sind durchaus von höchst annehmbarer Qualität, und Florian Reiter ist ein durchaus talentierter Schreiber, wenn auch mit dem Dauermanko, ausgerechnet von dem Kernthema seiner Artikel (Magic) nicht besonders viel zu verstehen. Gerade für diese beiden Autoren ist das Gesamtumfeld, welches die Redaktion dieser Seite zuletzt so beharrlich geschaffen hat, nichts weniger als eine Beleidigung! Vielleicht wäre es ja so langsam an der Zeit, das sinkende Schiff den Ratten zu überlassen? (jaja, schon klar, der Spruch geht anders…)

Na schön, das ist dann wohl einer der Fälle, in denen der Klügere nachgeben muss. Die MU-Redaktion erhält jetzt endlich die Art von Feedback für ihre miserable Arbeit von mir, die sie sich wünscht: Ich besuche diese Seite nicht mehr. Die Kempe- & Klingbeilfans können von nun an unter sich bleiben (natürlich abgesehen von den psychopathischen Kommentaren von Kempes Ex-Spezi Duodax), und die Ghettoisierung von MU (es kann auch sein, dass der korrekte Terminus “Abandonment” lautet) kann ungehindert weiter fortschreiten.

Es ist natürlich schade, diese Seite, die Tobi einst mit so viel Engagement als ernsthafte Konkurrenz zum Planeten hochgezogen hatte, und auf der ich in früheren Zeiten selbst eine nahezu dreistellige Zahl von Artikeln veröffentlichte, jetzt völlig aufgeben zu müssen. Alles andere ist jedoch unterdessen nicht mehr zu verantwortende Verschwendung meiner Zeit und meiner Nerven. Es gibt genügend andere und bessere Möglichkeiten, seine Zeit im Internet zu vergeuden (und es bringt mich auch meinem Ziel näher, überhaupt weniger Zeit darin zu vergeuden).

Man darf auch nicht vergessen, dass das Artikelprogramm von MU eigentlich dem Zweck dienen soll, potenzielle Kunden zu dem dort angeschlossenen Shop zu locken! Da die Präsentation dieses Artikelprogramms aber unterdessen längst ein Negativimage für die Seite bedeutet, wäre es zumindest für den Betreiber wohl das Beste, diesen Kadaver zu beerdigen, bevor der Gestank allzu schlimm wird. Man stelle sich nur vor, ein Besucher der Seite schlösse von der Professionalität ihres redaktionellen Teils auf die Professionalität des dazugehörigen Internethandels! Das ist nichts weniger als geschäftsschädigend.

Andererseits will man als Leser natürlich die Hoffnung nicht aufgeben, dass irgendwann doch noch einmal ein Neuanfang auf MU passiert! Mit dieser Redaktion allerdings, die ihr gesamtes Engagement anscheinend dort hinein steckt, ihre eigene Inkompetenz wegzudiskutieren und Kritiker zum Schweigen zu bringen, ist dies offensichtlich nicht mehr möglich. Ob sich allerdings noch jemand findet, der sich dieser Herkulesaufgabe annimmt (der fünften, falls jemand es genau wissen will), das ist noch die Frage. Die Beschädigung von MU wurde in letzter Zeit dermaßen gründlich und nachhaltig betrieben, dass man ernsthaft auf den Gedanken kommen könnte, da müsse die Konkurrenz dahinterstecken…

Nun ja, das Pferd ist tot, ich steige ab. Sobald ich mich ein paar Schritte entfernt habe, verfliegt gewiss auch dieser unerträgliche Gestank in meiner Nase.

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