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Anfänge

November 1, 2009

Neulich habe ich Euch ja erklärt, warum Magic für mich zuletzt einen toten Baum darstellt. Allerdings habe ich mich auch gefragt, was ich tun würde, wenn sich wieder einmal die Gelegenheit ergibt und jemand interessiert nachfragt, was das eigentlich für ein Spiel ist, welches dermaßen absurd viel von meinem Geld und meiner Zeit für sich zu beanspruchen weiß – sollte ich wie ein gealterter, aber geläuterter Gauner dem ambitionierten Junggangster eine Warnung mit auf den Weg geben: “Gehe nicht diesen Weg! Für mich ist es zu spät, aber Du kannst den Sturz in den Abgrund noch vermeiden!” – oder sollte ich es ihm/ihr neutral erklären und ihn/sie auf die Konsequenzen hinweisen, so dass er/sie seine/ihre (ist grammatikalische Gleichberechtigung nicht eine tolle Sache?) Entscheidung selbst treffen kann?

An dieser Stelle meiner Überlegungen fiel mir auf, dass ich gar nicht mehr die Möglichkeiten besaß, jemanden vernünftig in Magic einzuführen! Darüber, wie man hierbei am besten vorgeht, habe ich ja schon ausführlich geschrieben, und abgesehen von einigen unbedeutenden Änderungen, welche der neuen Terminologie und den neuen Regeln, sowie der starken promotionalen Ausrichtung des Spiels auf “Planeswalker” (ein schlicht dämliches Wort, um das man aber heute nicht mehr herumkommt) geschuldet sind, hat sich an der sinnvollsten Herangehensweise in den letzten drei Jahren natürlich nicht viel geändert – wenn man einmal davon absieht, dass man sich eben die Frage stellen kann, ob man wirklich überhaupt noch versuchen sollte, andere Menschen mit dieser Droge anzufixen, heißt das natürlich!

Was mir allerdings heute fehlte, das waren zwei aufeinander und auf die Bedürfnisse einer Spieleinführung abgestimmte Decks. Es sollte eigentlich jedem klar sein, dass man Magic nicht unbedingt anhand einer Partie von Manaless Ichorid vs. TEPS erklärt. Nun sind meine Casualdecks zwar um einige Größenordnungen weniger abschreckend als solche Monstrositäten, jedoch weiß ich, dass selbst Common-Decks aus Erweiterungssets oft eine zu hohe erste Hürde darstellen. Nun, um für den Fall der Fälle gerüstet zu sein, sollte es also wieder ans Reißbrett gehen! Dabei bin ich den gleichen Maßgaben gefolgt wie einst in jenem Artikel, mit nur einigen wenigen Veränderungen:

Einmal habe ich diesmal 40- statt 60-Kartendecks gebaut, teilweise wegen einer gewissen Knappheit an M10-Commons, teilweise weil es im Zeitalter der Intropacks wohl nicht mehr ganz so wichtig ist, Neulinge von Anfang an auf die offizielle Deckgröße einzuschwören. (Und so lassen sich die Decks auch handlicher verpacken.) Dann habe ich meine Herangehensweise an Triggered Abilities geändert und diese bewusst integriert. Schließlich habe ich auf die Fähigkeit Reach verzichtet, da sie die Ausnahme einer Regel darstellt – das muss nicht unbedingt sein.

Deck 1 ist in diesem Fall tendenziell eher für den Neuling geeignet, da Deck 2 eher reaktiver Natur ist und ein wenig mehr Planung erfordert. Dies sind die Listen:

Deck 1:
8 Forest
4 Mountain
4 Swamp
2 Rampant Growth
2 Sparkmage Apprentice
2 Borderland Ranger
2 Kelinore Bat
2 Lightning Elemental
2 Gravedigger
2 Berserkers of Blood Ridge
2 Craw Wurm
2 Giant Growth
2 Assassinate
2 Mind Rot
2 Trumpet Blast

Deck 2:
8 Plains
8 Island
2 Silvercoat Lion
2 Stormfront Pegasus
2 Griffin Sentinel
2 Wind Drake
2 Razorfoot Griffin
2 Snapping Drake
2 Siege Mastodon
2 Unsummon
2 Safe Passage
2 Divination
2 Cancel
2 Divine Verdict

Bleibt die Frage – werde ich diese Decks benutzen? Nun ja, immerhin habe ich sie jetzt erst einmal.

Noch etwas ganz anderes: Auf der Suche nach meinem Artikel habe ich das Kolumnenarchiv von Magic Universe bemüht – und wurde plötzlich stutzig: Gab es denn da nicht einmal zwei einigermaßen bekannte deutsche Magic-Autoren, welche den einen oder anderen Artikel für diese Seite verfasst haben? Oder auch das eine oder andere Dutzend? Ja, könnte man nicht sogar behaupten, dass Tobias Henke und Andre Müller diese Seite überhaupt erst aufgebaut haben? Bzw. – könnte man denn überhaupt etwas anderes behaupten? Magic Universe allerdings scheint kein besonderes Interesse daran zu haben, an seine beiden ursprünglichen Stars zu erinnern. Vielleicht haben sie ja Angst, dass jemand deren damalige Leistungen mit denen des heutigen Dreamteams EvilBernd & Atog28 vergleichen könnte…

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Von Bomben und Stinkbomben

September 6, 2009

Da habe ich mich doch tatsächlich in einen Artikel verirrt, in dem ein Level-6-Pro uns davon erzählt, wie skillintensiv doch M10-Sealed ist:

Preparing for GP Prague

Darin sagt er zum Beispiel:

I know many people hate it, because they think that everything comes down to who has the bombs and who doesn’t. Well, that is not exactly true, and to be honest, I’ve heard this excuse every time a new set has been released.

sowie:

Having a good understanding of the format is way more important than relying on the randomness of rare or mythic cards. Those might make you win some games, but only the commons and the uncommons in your deck can make you win enough rounds to advance to day 2.

Ich weiß nicht, was Euch durch den Kopf geht, wenn Ihr so etwas lest. Mein erster Gedanke war, doch einmal in der GP Prag Coverage nachzusehen, wie jener Level-6-Pro, der M10 Sealed doch so liebt, weil er im Gegensatz zum Rest der Welt erkannt hat, dass es mehr Können als Glück verlangt, darin abgeschnitten hat.

Nun stellt Euch meine Überraschung vor (…not!), als ich feststelle, dass dieser Pro im Anschluss an seine drei wohl verdienten Byes ein Ergebnis von 1-3 in Matches (2-6 in Spielen) mit anschließendem Drop abgeliefert hat! Woran kann das nur gelegen haben? Doch nicht etwa daran, dass er das Format nicht verstanden hat?

Nun ja, Scherz beiseite: Prinzipiell gibt der Autor ja einige gute und richtige Tipps, insbesondere was die von vielen unterschätzten Sideboard-Optionen angeht, aber das ändert nichts daran, dass in diesem furchtbaren Format der Skillunterschied zwischen zwei Spielern schon enorm sein muss, um den Zufallsfaktor einigermaßen zuverlässig auszugleichen! Ja, es geht nicht NUR um die Bomben; es geht darum, Bomben zu haben, die man in ein vernünftiges Deck integrieren kann. Aber ob man nun gar keine Bomben hat, oder korrekterweise feststellt, dass man seine Bomben nicht sinnvoll spielen kann, weil sie sich in den falschen Farben befinden, macht letztendlich keinen Unterschied: Man kriegt mit einem gut gebauten Deck ohne Bomben gegen ein einigermaßen ordentlich gebautes Deck mit Bomben in der Regel immer noch auf die Fresse! Wenn Bomben sich zuverlässig ignorieren oder neutralisieren ließen, wären es keine Bomben.

Und klar – ab und zu hat ein erfolgreiches Deck nicht ganz so viele starke Rares, sondern eine hohe Konzentration von starken Uncommons oder sogar herausragenden Commons in zwei Farben. Die muss man aber auch erst einmal haben, und im direkten Vergleich mit einem ähnlich strukturierten Deck PLUS starke Rares sieht man immer noch alt aus.

(An dieser Stelle ist auch Tobi in seiner kurzen Analyse der ungeschlagenen Decks einem Trugschluss aufgesessen: Wenn alle diese Decks zweifarbig sind, dann bedeutet das nicht zwingend, dass es bei jedem Pool die richtige Entscheidung ist, zweifarbig zu sein, sondern möglicherweise stattdessen, dass sich stärkere Pools korrekterweise zu zweifarbigen Decks formen lassen, welche stärker sind als aus schwächeren Pools korrekterweise dreifarbig konstruierte Decks.)

Es ist einfach so: Magic hat immer einen Zufallsfaktor und immer einen Skillfaktor, und deren Größe ist je nach Format unterschiedlich. In manchen Formaten ist der Zufall gegenüber dem Skill besonders entscheidend, und M10 Sealed ist solch ein Format. Tipps zu geben, wie man hier den Skillfaktor besser nutzen kann, ist immer sinnvoll, aber die Dominanz des Zufallsfaktors zu leugnen, ist es nicht.

Oh, und Runeclaw Bear ist in einem Deck, in dem Overrun stark ist, eine gute Karte. Und Lava Axe ist keine schlechte Karte, und dagegen zu verlieren, absolut nichts Ungewöhnliches. Und natürlich ist eine Bombe den einen oder anderen Füller im Deck wert, nur eben nicht zu viele. Und überhaupt werden aus guten Spielern nicht notwendigerweise gute Trainer, und gute Trainer waren nicht alle früher gute Spieler, auch wenn man zumindest eine gewisse Korrelation erwarten kann – aber Pro Tour Punkte schreiben nicht automatisch gute Artikel, und Pros geben nicht immer gute Tipps.

Ich habe noch eine Frage an Euch: Ich habe einen Troll, und der geht nicht wieder weg. Obwohl ich aufgehört habe, mit ihm zu reden, hat er sich hier eingenistet und gibt immer wieder Trollscheiße von sich. Was soll ich machen? Ihn geduldig weiter ignorieren (so lange er nicht völlig über die Stränge schlägt, natürlich), oder ihn einfach rausschmeißen?

M10: Deckbauaufruf!

September 1, 2009

Ich hatte neulich einen Gedanken (fragt nicht nach,  es lohnt sich nicht) – welches wäre wohl das stärkestmögliche Deck, das nach folgendem Prinzip gebaut ist:

Ausschließlich M10-Karten, exakt 16 Basic Lands in beliebiger Zusammenstellung, jeweils 3 Kopien von 5 verschiedenen Commons, 2 Kopien jeweils 3 verschiedener Uncommons, 2 verschiedene Rares jeweils einmal, 1 Mythic Rare; macht insgsamt 40 Karten. (Alle Zahlenvorgaben sind exakt einzuhalten.)

Ein Beispiel:

10 Island
3 Forest
3 Plains
3 Ponder
3 Jump
3 Disorient
3 Lifelink
3 Bramble Creeper
2 Telepathy
2 Tempest of Light
2 Nature’s Spiral
1 Silence
1 Elvish Piper
1 Time Warp

Wer baut das beste Deck?

Ein neuer BDS, ein neuer Arbeitsnachweis

August 7, 2009

Wöchentliche BDS-Einträge sollten es ja eigentlich hier nicht mehr werden, aber da die Diskussion unter dem vorigen einfach zu lang wurde: Hier mein Ergebnis des dieswöchigen:

8 Forest
4 Island
2 Plains
1 Swamp
Centaur Courser
Borderland Ranger
Wind Drake
Giant Spider
Giant Spider
Giant Spider
Giant Spider
Giant Spider
Air Elemental
Ant Queen
Acidic Slime
Acidic Slime
Stampeding Rhino
Giant Growth
Giant Growth
Nature’s Spiral
Pacifism
Doom Blade
Rampant Growth
Rampant Growth
Rampant Growth
Safe Passage
Divine Verdict
Divine Verdict
Mind Control

Notable SB:

Runeclaw Bear
Naturalize
Runeclaw Bear
Tempest of Light
Celestial Purge
Windstorm
Lava Axe
Fog
Bramble Creeper
Bramble Creeper

Nach Ant Queen (selbstverständlich) nahm ich völlig glücklich Borderland Ranger und entschied mich danach mit der unterbewerteten Giant Spider zur Blockbildung, um Grün zu markieren, auch wenn Pyroclasm im Vakuum natürlich stärker ist. Am Ende hätte ich SECHS Spinnen haben können, verschmähte dann aber doch eine zu Gunsten von Divine Verdict… Meine Strategie war diesmal: Im ersten Booster alles gute Grüne (meine ersten 12 Picks waren grün), vor allem Manafixng, danach alles nehmen was gut und splashbar ist. Mind Control 1p im zweiten Durchgang legte natürlich eine Nebenfarbe fest.

Ansonsten habe ich mal wieder einen Artikel geschrieben, der auf ein bisschen Lob, aber wohl vor allem auf viel Desinteresse gestoßen ist, weil er sich an die doch eher kleine Zielgruppe Magicspieler richtet, die sich ernsthaft verbessern wollen (im Unterschied zu den zahlreichen Daxen, die glauben schon alles zu wissen, weil sie ihre Kindergartengruppen rulen). Lasst Euch nicht von den zahlreichen Kommentaren im Diskussionsthread täuschen: Das ist größtenteils eine Tangente über Print Runs, gefolgt von einer Spamorgie.

Wenn nichts dazwischen kommt, spiele ich morgen mal wieder ein echtes Magicturnier – vielleicht habe ich ja dann etwas zu erzählen.

Rasch noch ein Schmankerl aus den Suchbegriffen, mit denen Zeromagic gefunden wurde: ” judge beleidigung magic, christopher eucken”. In diesem Sinne!