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Besseres zu tun

November 28, 2008

Wenn ein Kommentator nichts Besseres zu tun hat, als unter einem privaten Blogeintrag dessen Autor zu fragen, ob er denn nichts Besseres zu tun hätte, als seine Einträge zu verfassen… nun, dann habe ich normaler Weise Besseres zu tun, als auf diesen Hirntod-verdächtigen Umstand hinzuweisen (was Tobi dann netterweise für mich getan hat). Allerdings passt diese Geschichte diesmal einfach zu gut als Überleitung zu einem etwas anderen Thema:

Auf GerMagic konnte man in den letzten Tagen ein interessantes Phänomen beobachten: Erst entstand dort eine Handvoll inhaltsloser Ersteinträge kurz hintereinander. Dann verfassten einige etablierte Schreiber eine Handvoll Beiträge, deren Inhalt sich im Wesentlichen darauf beschränkte, diese Inhaltslosigkeit anzuprangern.

Großes Kino! Haben die denn alle nichts Besseres zu tun? Nun, diese Frage zielt in die falsche Richtung! Jemanden zu fragen, ob er denn nichts Besseres zu tun hätte, als ein Blog zu führen, in dem er schreibt, was immer ihm gerade durch den Kopf geht, das ist einfach widersinnig. “Du führst Tagebuch? Hast Du denn nichts Besseres zu tun?” Man kann doch ohne größere geistige Verrenkungen annehmen, dass es dem Autor – aus welchen Gründen auch immer – wichtig ist, seine Gedanken niederzuschreiben, und auf welcher Grundlage soll man das kritisieren?

Diese Grundlage ist natürlich GerMagic! Durch dessen Art der Präsentation als “MTG Blogs” misst diese Seite solchen Blogs einen Stellenwert zu, den sie nicht verdienen. Auch GerMagic ist natürlich eine Privatseite (und EBs Weigerung, diesen Umstand durch das Schalten von Werbung in Frage zu stellen, ist so ziemlich das Einzige, was ich an ihm sympathisch finde), aber durch ihren Stellenwert und wohl auch selbst gewählten Anspruch als DAS deutsche Magic-Portal hat sie den Bereich des bloßen privaten Vorsichhinwurstelns eindeutig verlassen. Was hier zuoberst auf der Frontseite mit einer kurzen Textvorschau verlinkt wird, das wird nicht einfach nur verlinkt, das wird PRÄSENTIERT. Die umfassenden Verlinkungen befinden sich im “MTG Pop” Bereich, aber mit “MTG Blogs” wird eine Auswahl vorgenommen, die eine zumindest partielle Identifikation von GerMagic und damit effektiv eine Empfehlung bedeutet.

Als mir EB vor ein paar Monaten anbot, mit Zeromagic auf “MTG Blogs” umzuziehen, lehnte ich dies hauptsächlich aus folgenden Gründen ab: Einmal hatte ich kein Bedürfnis, mit GerMagic (und damit letztendlich mit EB) identifiziert zu werden, und zum anderen wollte ich nicht Teil einer Auswahl sein, die nicht nach qualitativen Kriterien getroffen wurde, sondern danach, wer sich von diesem Konzept hatte vereinnahmen lassen. Wie ich damals bereits formulierte:

“MTG Blogs wird von Blogeinträgen überschwemmt, die schlicht und einfach nicht lesenswert sind. Das führt nur dazu, dass ich auch die paar lesenswerten nicht mehr lese, weil ich keine Lust habe, in diesem Riesenhaufen Verbalmüll danach zu suchen!”

und

“EB hat es Leuten ermöglicht, mit dem selben geringen Aufwand ein Blog zu betreiben, mit dem man einen Forenthread vollspammt, und die Ergebnisse sind vergleichbar. Diejenigen Blogger, die sich mit ihrem Blog tatsächlich Mühe geben, gehen unter. Das ist genau das Gegenteil von dem, was ich mir wünsche!”

An wen muss jetzt also der Vorworf gehen? An die ganzen “Hallo Welt, hier bin ich, und sobald ich weiß, worüber, werde ich auch ganz doll viel schreiben”-Blogger, oder an diejenige Seite, welche sie auf einer viel zu exponierten Plattform vorbehaltlos präsentiert und damit die ambitionierteren Autoren dazwischen entwertet? Mit Bereichen wie dem “DeckCheck” oder “MTG Pop” hat GerMagic qualitative Maßstäbe gesetzt, die eine entsprechende Erwartungshaltung auch an anderer Stelle erzeugen. Wenn hier Einträge in “MTG Blogs” faktisch empfohlen werden, dann müssen sie sich an dieser Erwartungshaltung messen lassen, was gegenüber privaten Bloggern, die ohne groß darüber nachzudenken von der Möglichkeit Gebrauch gemacht haben, sich hier bequem einen öffentlichkeitswirksamen Platz im Internet zu sichern, unfair ist und zwangsläufig zu Enttäuschungen beim Leser, sowie zu Verstimmungen bei etablierten Schreibern führt.

Den Platz an der Sonne (also unter den prominenten Verlinkungen oben auf der Seite) bei GerMagic sollten sich Blogger erst einmal verdienen müssen! Wären sie nur unter ferner liefen bei “MTG Pop” verlinkt, dann würde sich niemand darüber aufregen. Auch eine kurze Sektion “neu gestartete Blogs”, welche den Lesern die Möglichkeit gibt, Neulinge aufzufinden und erst einmal anzutesten, würde keine Missverständnisse aufkommen lassen (vorausgesetzt, sie verdrängt nicht ebenfalls die empfehlenswerten Blogs). Ohne eine qualitative Auswahl jedoch besteht der Unterschied zwischen “MTG Blogs” und “MTG Pop” im Wesentlichen nur aus dem “Seht her, all diese Blogger habe ich unter meiner Fittiche versammeln können – meine Weltherrschaft steht unmittelbar bevor!”-Faktor, da sie Autoren ausschließlich dafür belohnt, sich von GerMagic bemuttern zu lassen, was wenn überhaupt im Zweifelsfall eher Indiz für MANGELNDE Qualität ist (da der Bloggende bei der Einrichtung seines Blogs weniger Eigenleistung erbringen musste) als anders herum.

Noch ein paar Worte zu einem ganz anderen Thema: Trash hatte wieder einmal nichts Besseres zu tun, als einen Videowalkthrough zu verbrechen. Ich bleibe dabei: Ich will seine Gedanken ausformuliert LESEN, nicht HÖREN, und die Karten aufgelistet bekommen, nicht an Hand verschwommener Bilder erraten müssen! Kurz hinein geschaut habe ich: Dass Trash wegen seiner irrationalen Abneigung gegen diese Karte Covenant of Minds nicht einmal erwähnt, das ist schon ärgerlich, aber den Rhox Charger zu nehmen, ist auf jeden Fall zumindest eine vertretbare, wenn nicht sogar einfach die richtige Entscheidung (ich hätte es auch gemacht). Ansonsten beweist Trash, dass man in Gegensatz zu den anders lautenden Behauptungen von Phips durchaus mit Naya Drafts gewinnen kann! Sein Deck hat dann aber doch für meinen Geschmack ein wenig zu viel Mana – 17 Länder, 2 Druid of the Anima, 1 Steward of Valeron, 2 Sunseed Nurturer, 1 Sacellum Godspeaker, 2 Cycler – man kann es auch übertreiben! 1 Nurturer und ein Land (oder vielleicht besser 2 Nurturer, um keine Farbsicherheit aufzugeben) kann man hier gewiss cutten, um die Gefahr, nach einem Resounding Thunder auf Rakeclaw Gargantuan und Bone Splinters auf Cavern Thoctar plötzlich nur noch mit Manaproduzenten dazustehen, ein wenig zu verringern.

Ansonsten aber ist Trashs Deck, ebenso wie die zuletzt von Phips ein schönes Beispiel dafür, wie man Shards draftet: Mit einem klaren Schwerpunkt auf zwei (befreundeten) Farben, aber ohne die zusätzlichen Optionen, welche einem die dritte Farbe bietet, zu verschmähen. Mensch, ich kann mich erinnern, dass dieser Ansatz bereits in den allerersten Alara-Reviews erörtert worden war – was ist da bloß passiert, dass wir bestimmt einen Monat Zeit damit verschwendet haben, fünffarbige Monstrositäten zu draften, die im Prinzip nur aus Charms und Manafixing bestanden? Als ich zur Zeit von PT Berlin mich auf dem Nachhauseweg mit Toffel unterhielt, fragte er mich, ob ich irgendwelche wichtigen Erkenntnisse aus meinen Drafts gezogen hätte, und ich wusste in destillierter Form nichts Besseres zu sagen als “2-Drops sind wichtig!” Naja, meinte Toffel, das sei ja selbstverständlich, und ich stimmte ihm zu… Warum eigentlich war es NICHT selbstverständlich? Warum hatten Topspieler wie Charly, Phips (und zwischenzeitlich, wenn ich die damalige Coverage richtig verstanden habe, sogar auch Trash) in Runde 2 und 3 nichts Besseres zu tun als Fatties zu cyclen und Obelisken zu legen?

Auch in Alara ist die zweite Runde dazu da, Boardpräsenz zu zeigen (oder zumindest die gegnerische zu einzudämmen). Man kann Bären legen, oder Manabeschleunigung (was bedeutet, Druid of the Anima), oder man kann mit Agony Warp oder Magma Spray gegnerische Bären oder Manabeschleunigung eliminieren. Dafür wiederum benötigt man das passende Mana. Mit ein paar Triländern schafft man das noch bis hoch zur Dreieinhalbfarbigkeit, bei entsprechend weniger Manafixing sollte man nicht mehr als zweieinhalb Farben in Angriff nehmen. Es ist nun einmal so, dass weder Panoramen noch Obelisken eine Hilfe dabei sind, 2-Drops zu legen!

Oh doch, ich bin mir sicher: So weit waren wir schon direkt nach dem Prerelease! Wie konnte es nur passieren, dass diese grundlegenden Einsichten so lange in Vergessenheit geraten sind bzw. ignoriert wurden?

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Dinge, die passiert oder nicht passiert sind

October 16, 2007

Es war schließlich zuletzt wieder einmal Einiges los in der Magic-Szene! Deswegen gibt es von mir einen kurzen Überblick über ein paar Dinge, die mich beschäftigt haben.

1. Shameless Plug

Wenn ich Magic-Artikel veröffentliche, sollte ich die in meinem Magic-Blog auch verlinken! Da ich das zuletzt vergessen habe, hier noch einmal der Hinweis auf meine Reihe Magic-Decks im Wandel der Zeit, die aus der Idee “Pischner im Wunschkonzert” geboren wurde und auf PlanetMTG jetzt bereits seit sechs Wochen läuft (und so schnell auch kein Ende finden wird). Sie besteht bislang aus folgenden Teilen:

Teil 1
Teil 2
Teil 0
Teil 3
Teil 3,5
Teil 4

2. To Team or not to Team

Jeder, der sich dafür interessiert hat, kam wohl kaum umhin zu bemerken, dass beim Projekt MU-Team zuletzt offensichtlich Sand ins Getriebe geraten ist. Welcher Art dieser Sand war, was das für das Getriebe bedeutet hat, und wie dieses Gefährt in Zukunft weiter gesteuert werden wird, könnt Ihr voraussichtlich diesen Donnerstag in einem Artikel von mir auf Magic Universe lesen.

3. Casual-Artikel

Der aktuelle Casual-Wettbewerb bei MU ist noch in vollem Schwung, und ich werde mich noch einmal dazu äußern, wenn alle Beiträge veröffentlicht wurden. An dieser Stelle will ich aber auf einen Artikel von The Ferret auf magicthegathering.com verweisen, der meiner Ansicht nach den perfekten Wettbewerbsbeitrag in der Sparte FFA darstellte! Ich bin ehrlich doch sehr enttäuscht, dass beim Wettbewerb niemand wirklich auf Emperor- oder FFA-spezifische Taktiken eingegangen ist. Für mich ist das ein Indiz dafür, dass sich “echte” Casual-Spieler einfach nicht auf Magic-Seiten herumtreiben. Wo sind denn nur die ganzen Leute, die seit Jahren diese Formate spielen und uns aus ihrem reichhaltigen strategischen Erfahrungsschatz berichten könnten? Sitzen sie wirklich alle in Hinterzimmern kleiner Magic-Shops und vertauschen Kiddies Craw Wurms gegen Doppelländer?

4. TrashT verliert PT Valencia

Wahrscheinlich wusstet Ihr das ja schon, aber falls nicht: Hier steht’s. Oh, und falls Euch die Abschnittsüberschrift wundert: Die Pro Tour hat nur einen Gewinner, also müssen alle anderen wohl Verlierer sein! Das ist die amerikanische Denkweise. Gewöhnt Euch besser daran, falls Ihr es nicht schon längst habt, denn sie steht auch in Deutschland immer stärker im Vordergrund. Immerhin kann man Trash dazu gratulieren, hier als Letzter verloren zu haben!

5. Sind Deutsche die neuen Franzosen?

Eigentlich noch interessanter ist eine andere Geschichte von dieser Pro Tour: Zwei unserer (durchaus nicht übermäßig zahlreichen) deutschen Pros wurden disqualifiziert! Ist Deutschland die neue Nummer Eins unter den Cheatern?

Nun… ich weiß, wie viele Menschen bescheißen, wann immer sie glauben damit durchzukommen, und bin daher bislang immer sehr skeptisch gewesen, wenn ein disqualifizierter Spieler seine Unschuld beteuert. Und dann kenne ich den Thaler und den Jöns ja nicht persönlich, aber ist der Erstere nicht von Beruf Gebrauchtwagenhändler, und hat der Letztere nicht diesen wirklich bösen mephistophelischen Spitzbart?

Muss ich ihnen deswegen nicht absolut zutrauen, dass sie – Moment, was steht da – vor einer Partie einen Prize Split ausmachen (was erlaubt ist) und dann besprechen, wer von ihnen aufgeben sollte, weil der andere bessere Gewinnchancen hat (was auch erlaubt ist)?

Noch einmal Moment mal! Sie haben also zwei Dinge getan, die erlaubt sind, und wurden dafür disqualifiziert, dass sie sie beide zusammen getan haben – obwohl sie diese beiden Dinge zeitlich separat getan haben?

“Conceding in the hopes of getting more money from a split qualifies as Bribery” – WTF??? Wie absurd ist das denn, bitteschön? Wie kann man einerseits den Spielern erlauben, Prize Splits zu vereinbaren und ihnen dann verbieten, eine ebenfalls erlaubte Concession durchzuführen, um ihre finanziellen Gewinnchancen zu maximieren?

Die Regeln bezüglich Bribery waren schon immer äußerst heikel, aber bislang GLAUBTE ich zumindest, sie verstanden zu haben. Klar, man darf den Gegner nicht auffordern aufzugeben, indem man ihm etwas dafür anbietet, wie zum Beispiel einen Prize Split. Hier aber war der Prize Split bereits VORHER beschlossen worden! Im Zusammenhang mit der Concession wurde also keinerle Angebot gemacht; die Konsequenzen daraus standen längst fest.

Ich muss hier deutlich sagen: Für dieses Vergehen hätte ich auch disqualifiziert werden können, wenn es mich durch einen kosmischen Schluckauf wieder auf eine Pro Tour verschlagen hätte! Ein vorher ausgemachter Prize Split (zum Beispiel auch in einem Team), eine Concession basierend darauf, wer die besseren Gewinnchancen hat – ich wäre nie auf die Idee gekommen, dass das illegal ist, und ich würde sogar behaupten, es WAR bislang auch nicht illegal!

Die DCI Policy zum Thema Bribery wird immer undurchsichtiger, undurchschaubarer und unlogischer. Diese Entscheidung hier kann ich überhaupt nicht nachvollziehen!

6. MTG Blogs

Das längste Thema zum Schluss: Seit letzter Woche sind bei GerMagic die MTG Blogs gestartet. Ich bin in den Kommentaren gefragt worden, was ich davon hielte, und tatsächlich hatte sogar EvilBernd himself mich bereits angemailt, ob ich nicht Zeromagic dorthin verlegen wollte!

Nun, was halte ich davon? Zunächst einmal ist es ein durchaus wichtiges Projekt für die deutsche Magic-Szene, und auch wenn ich mein Blog im Gegensatz zu GerMagic keineswegs als Nachrichtenportal begreife und daher auch keinerlei Anspruch auf Erwähnung aller Community-relevanten Ereignisse erhebe, hatte ich sowieso vor, ein paar Sätze dazu zu sagen, sobald ich dazu komme (und etwas zu sagen wusste). Was das Ganze soll? Nun, einmal nehme ich EB durchaus die Motivation ab, damit etwas für die Gemeinschaft tun zu wollen, indem er die Blogging-Szene belebt. Zum anderen sehe ich aber auch ganz klar sein Bedürfnis, damit seiner Seite und sich selbst einen höheren Stellenwert zuzuweisen! Das ist sein gutes Recht, und wer etwas Gutes tut, darf sich damit auch in den Mittelpunkt stellen, aber diese Motivation kollidiert ein wenig mit dem Sinn des Projektes.

Da ist einerseits der Aspekt, dass potenziellen Bloggern ein technisch eingerichteter Ort, sowie eine prominente Verlinkung zu ihren Beiträgen geboten wird, was sicherlich dazu führt, dass mehr Leute bloggen. Da ist aber andererseits das mehrfach artikulierte Bedürfnis, alle deutschen Magic-Blogs auf einer Seite zu versammeln, und da muss ich schon einmal nachfragen: Warum eigentlich? Was hat zum Beispiel – außer EB selbst natürlich – irgendjemand davon, wenn Zeromagic plötzlich von Germagic gehostet wird? Wenn es darum geht, die Community darüber zu informieren, wenn ich etwas gepostet habe, dann kann man meine Einträge dort so oder so verlinken; das ist also ein Scheinargument. Was an einer Monopolisierung der deutschen Blog-Szene jetzt genau so erstrebenswert ist, begreife ich auch nicht: Ein Portal mit einer Linkübersicht, logisch, das ist eine tolle Sache – aber wieso sollen die ganzen Blogger sich dafür auf der GerMagic-Domain versammeln müssen?

Hier sehe ich eine Vermischung zwischen einem Dienst an der Magic-Gemeinde und dem Versuch, einen größeren Teil der Magic-Szene für sich zu vereinnahmen. Insbesondere ich weiß wirklich nicht, warum ich mich ausgerechnet vom bekennenden Pischner-Hasser EvilBernd hosten lassen sollte!

Noch ein paar Worte zu den postiven Aspekten des Ganzen: Ein Portal zu allen Magic-Blog-Einträgen, das klingt erst einmal sehr interessant (würde aber bedeuten, dass EB eben auch zu nicht von ihm gehosteten Blogs verlinkt, wie eben Zeromagic, oder auch die ZK-Blogs etc…) Wenn das so nicht gedacht ist, dann bleibt als potenzielles Positivum noch die Belebung der Blog-Szene. Viele werden das automatisch als Positivum sehen, und das war auch mein erster Gedanke, aber nachdem ich dann ein wenig mehr nachgedacht hatte und das Projekt dann tatsächlich gestartet war, fiel mir auf, dass ich diese Wirkung im Endeffekt als NEGATIV begreifen muss!

Wie allgemein bekannt sein dürfte: Ich bin kein Freund von Quantität zu Lasten von Qualität. Genau das passiert hier aber: MTG Blogs wird von Blogeinträgen überschwemmt, die schlicht und einfach nicht lesenswert sind. Das führt nur dazu, dass ich auch die paar lesenswerten nicht mehr lese, weil ich keine Lust habe, in diesem Riesenhaufen Verbalmüll danach zu suchen! Bevor MTG Blogs eingerichtet wurde, habe ich die auf der Frontseite von Germagic verlinkten Blogs ALLE gelesen. Das waren zu Stoßzeiten vielleicht 2 bis 3 Blogs pro Tag, in ruhigen Zeiten die gleiche Anzahl in einer Woche. Auch damals war nicht alles lesenswert – ich würde den Anteil mit ca. 50% angeben – aber es waren übersichtliche Mengen, und das Verhältnis von Körnern zu Spreu erträglich.

Jetzt lese ich, nachdem ich die Anfangsphase noch genau mitverfolgt hatte, in MTG Blogs unterdessen gar nicht mehr, wenn mir nicht der Autor bereits bekannt (UND natürlich einigermaßen positiv aufgefallen) ist, und bei der schnellen Rotation der Einträge geht mir möglicherweise sogar ein solches Blog ab und zu durch die Lappen. Das geht mit Sicherheit nicht nur mir so! Es werden also zwar mehr Blogs geschrieben, aber deswegen keineswegs mehr Blogs gelesen, und insbesondere muss man befürchten, dass gerade die lesenswerten Beiträge von weniger Lesern aufgesucht werden, als es bei dem alten System der Fall gewesen wäre!

Von den ganzen Schreiberlingen, die sich jetzt neu auf GerMagic tummeln, sind vielleicht 10% Korn; der Rest ist Spreu. EB hat Leute dazu gebracht zu bloggen, die von alleine ihren Arsch dazu nicht dazu hochgekriegt haben – aber warum eigentlich? Wenn jemand nicht von alleine auf die Idee gekommen ist, sich ein Blog einzurichten, wie groß ist die Chance, dass derjenige auch wirklich etwas Interessantes zu sagen hat?

Unterdessen bin ich zu dem Schluss gekommen, dass das gesamte Konzept ein Fehler ist! EB hat es Leuten ermöglicht, mit dem selben geringen Aufwand ein Blog zu betreiben, mit dem man einen Forenthread vollspammt, und die Ergebnisse sind vergleichbar. Diejenigen Blogger, die sich mit ihrem Blog tatsächlich Mühe geben, gehen unter. Das ist genau das Gegenteil von dem, was ich mir wünsche!

Nach entsprechendem Feedback von unterdessen doch schon zahlreichen Kommentatoren wird EB nicht umhin kommen, einen Selektionsprozess zu beginnen, der darauf hinausläuft, dass lesenswerte Blogger prominent gefeaturet werden, und weniger lesenswerte eben nicht. Das macht letztlich eine subjektive (und mit einem gewissen Zeitaufwand verbundene) Auswahl nötig, die bislang einfach dadurch, dass das Einrichten eines eigenen Blogs mit einem Minimum an Mühe verbunden war, ganz gut ersetzt wurde.