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Der neue Mister Universe (plus uberfälligem Arbeitsnachweis)

March 16, 2010

Ich wusste ja, dass mein letzter Arbeitsnachweis schon ziemlich lange her war, weil ich erst das Ende meiner Reihe zu Worldwake abwarten wollte, bis ich meine Artikel wieder verlinkte, aber dass mir auf diese Weise zwei Artikel aus dem November letzten Jahres entgangen sind, die sich mit dem unterdessen nicht mehr aktuellen ZZZ-Draftformat befassten, ist schon ein wenig schade und nicht der Sinn der Sache. Wie dem auch sein, Folgendes habe ich in der Zwischenzeit verbrochen:

Zendikar in der Praxis: Drafttischdynamiken

Zendikar ist gut für mein Rating (ein PTQ-Bericht)

Worldwake aus Casual-Perspektive, Teil 1

Teil 2

Teil 3

Teil 4

Teil 5

Teil 6

Und zwischendurch:

Allerlei wirre Gedanken um Legacy und um Legacy herum

Zum letzten Teil meiner Worldwake-Reihe gab es im P-Forum eine intensive Diskussion, zu der ich hier etwas klarstellen möchte: Mir ist absolut bewusst, dass nicht jeder meiner Artikel vollständig gelungen ist, dass ich nicht immer Themen finde, die einen hinreichenden Anteil meiner Leser interessieren, und dass meine Experimente manchmal schiefgehen, und ich bin jederzeit absolut bereit in Erwägung zu ziehen, dass mir ein Text misslungen ist, insbesondere wenn er von Personen kritisiert wird, deren Meinung ich schätze. In diesem Fall ging aber die Kritik über den Text oder auch die Reihe hinaus, ja, verließ sogar den Rahmen von Kritik, sondern postulierte absolute Normen, an die sich jeder Schreiber zu halten hätte, und hier widersprach und widerspreche ich entschieden! Da dieses Thema letztlich gar nicht so viel mit Magic oder auch nur Magic-Artikeln zu tun hat, werde ich es irgendwann in nächster Zeit an einer ganz anderen Stelle noch einmal aufgreifen (keine Sorge, ich werde von Zeromagic aus darauf verlinken). Mir geht es hier nur darum, noch einmal deutlich zu sagen, dass ich mir ehrlich gemeinte Kritik immer wünsche (egal, ob ich sie nun annehme oder nicht), dass es aber sinvoller ist, sie auf einen konkreten Text von mir zu beziehen, anstatt allgemeingültige Aussagen treffen zu wollen, über die man auf einer völlig anderen Ebene diskutieren muss.

Nun aber zu meinem Hauptthema:

Magic Universe hat wieder einmal einen Neuanfang vollzogen, und natürlich bin ich neugierig, was sich jetzt ändern wird!

Ich bin ja ein kritischer Mensch, und deswegen betrachte ich diese allererste Redaktionszeit von Phips ein wenig mit Sorge – nicht in erster Linie wegen der inhaltlichen Ankündigungen, sondern wegen seiner Erklärungen bezüglich der Funkstille dort zuletzt, denn die hauen einfach nicht wirklich hin, und Unehrlichkeit gegenüber der Leserschaft wäre nun wirklich kein gelungener Start.

“Ausgeschöpfte zeitliche Ressourcen” hin oder her – aber wieso hat niemand eine entsprechende kurze Mitteilung gemacht, anstatt mehrere Redaktionszeiten und praktisch das gesamte Artikelprogramm über mehrere Wochen einfach kommentarlos ausfallen zu lassen? Eine Meldung in der Art von “Liebe Leser von Magic Universe, unser Redaktionsteam befindet sich zur Zeit im Umbruch. Deswegen wird unser Artikelprogramm eine Weile pausieren. Schon bald jedoch wird sich Euch ein neues Team vorstellen und die Arbeit mit frischem Wind wieder aufnehmen!” hätte ich als selbstverständlich erwartet: Also ungefähr das, was Phips in seiner Zwischenzeit geschrieben hat, nur eben nicht NACHTRÄGLICH, sondern zu dem Zeitpunkt, als es aktuell war! Eine solche Meldung kostet keine nennenswerte Mühe – und schließlich waren sowohl der Atog als auch EvilBernd auf ihren Seiten in dieser Zeit durchaus aktiv! (Insbesondere der Atog hat in der ersten Märzhälfte nicht weniger als SIEBEN Blogeinträge verfasst, und auch nicht gerade die kürzesten – das spricht doch wohl erheblich gegen die “keine Zeit”-Behauptung und viel stärker für eine “kein Bock mehr”-Vermutung!) Auch der Seitenbetreiber wäre gewiss in der Lage gewesen, eine entsprechende Meldung zu platzieren. Nein, die völlig fehlende Information hatte offensichtlich nichts mit “nicht können” zu tun, sondern mit “nicht wollen”! Doch was musste passiert sein, damit es beiden Redakteuren und dem Betreiber völlig am Arsch vorbei ging, dass die Leserschaft sich schon fragen musste, ob Magic Universe nicht vielleicht bereits Geschichte war? (Man beachte auch, dass das alte Team sich mit keiner Silbe verabschiedet hat.) “Keine wie auch immer gearteten Probleme, über die man sich in diversen Foren und Blogs publikumswirksam unterhalten könnte”, wie Phips es formuliert, ist jedenfall nicht die Antwort!

Wenn man genau hinliest, erhält man ja auch einige Hinweise darauf, wo solche Probleme gelegen haben könnten:

“EvilBernd und Mr. Atog aka. Marcus Malden hatten schon zum Ende des letzten Jahres nach einer langen, intensiven und recht erfolgreichen Zeit als Redaktionsteam auf Magicuniverse ihre Tätigkeit aus privaten bzw. beruflichen Gründen an den Nagel hängen wollen – lediglich die Suche nach Nachfolgern gestaltete sich nicht so einfach.
Dementsprechend waren sie bereit, noch einige Wochen und Monate dranzuhängen, bis eine zufriedenstellende Lösung bei der Nachbesetzung gefunden war – was aber etwas dauerte. Irgendwann Ende Februar / Anfang März waren dann die zeitlichen Ressourcen der beiden vollständig ausgeschöpft, und sie konnten sich ihrer Tätigkeit hier nicht mehr widmen.[…]Ungefähr zu dieser Zeit hat mich dann der Atog auch das erste Mal darauf angesprochen, ob ich mir diese Tätigkeit als Redakteur für diese Seite denn vorstellen könnte”

Aaaalso… Ende letzten Jahres hatte die alte Redaktion bereits aufgehört haben wollen… und Ende Februar / Anfang März wurde Phips zum ersten Mal gefragt, ob er übernehmen wolle (also erst dann, als EB und der Atog ihre Tätigkeit kommentarlos einfach eingestellt hatten)? Ganz offensichtlich hat es da ganz massive Probleme gegeben! In seiner Zwischenzeit schrieb Phips ja auch: “Es gab lediglich einige Kompliktionen” – mit anderen Worten, PROBLEME, und offensichtlich tatsächlich einige, die jetzt geleugnet werden. Was auch immer dort genau passiert sein mag, und wer auch immer die Schuld daran trägt, dass sich wochenlang niemand auch nur darum gekümmert hat, die MU-Leser zu informieren, kann jeder für sich spekulieren. Was mich daran stört ist, dass Phips seine Arbeit bereits vorbelastet aufnimmt, denn einerseits war er offensichtlich aus irgendwelchen Gründen, die ich nicht erahnen kann, nicht die erste Wahl als Ansprechpartner bei der Neubesetzung (und mal ganz ehrlich – wen hättet Ihr am ehesten logisch erwartet, wenn nicht Phips?), und andererseits beginnt er seine Tätigkeit damit, seine Leser zu belügen und für dumm verkaufen zu wollen, und das ist etwas, was zumindest ich immer ganz besonders übel nehme (und der Grund, warum ich darüber blogge).

Trotzdem kann man hoffen, das jetzt zumindest reiner Tisch gemacht wird, und die angekündigten neuen Autoren – oder, genauer, neu als regelmäßig angekündigten Autoren – versprechen natürlich durchaus interessanten Content!

Mit einem “Team” im ursprünglichen Sinn hat das Ganze natürlich nichts mehr zu tun. Ich weiß ja unterdessen längst, dass meine ursprüngliche Team-Idee zu ambitioniert gewesen war, aber ich halte auch nichts davon, diesen Label inhaltsleer einfach weiterzuführen. Ich kann auf Grund mangelnder Nähe nicht beurteilen, wie viel Team damals im MU-Team Linz steckte, und inwieweit Phips da letztlich eine Einmannshow durchgezogen hat, aber spätestens seit der Umstrukturierung des MU-Teams zu einem bloßen MTGO-Clan ist die eigentliche Team-Idee natürlich tot. (Ich sehe das doch richtig, dass Bensch der einzige Spieler des ehemaligen Linzer Teams ist, der noch dabei ist?) Es ist natürlich schön, (mehr oder weniger) regelmäßige Artikel von Schreibern wie Handsome oder Kenshin präsentiert zu bekommen, aber sollte der Planet Nico Bohny, Michael Diezel und Torben Twiefel deswegen jetzt als sein “Team” vorstellen? Und was ist eigentlich aus TMM geworden – war der denn nicht auch als MU-Teammitglied vorgestellt worden? Aber naja, die Antwort auf diese Frage kann ich mir schon denken… Auch der Abschied von Philip Passin hat sich offensichtlich völlig wortlos vollzogen. Was immer die Unterschiede in Phips’ und meiner Auffassung bezüglich dessen sein mögen, was es bedeutet, die Leserschaft die Fortschritte eines Teams verfolgen zu lassen: Umbesetzungen unkommentiert zu lassen, kann darin nicht vorkommen!

Auch bei dieser Angelegenheit stört mich hauptsächlich wieder die Unehrlichkeit im Umgang mit der Leserschaft. Anstatt klipp und klar zu sagen, dass die ursprüngliche Teamidee gescheitert ist, dass aber daraus immerhin ein Pool von kompetenten Schreibern für die Seite entstanden ist, wird eine lose Playtestgruppe als Team fehldeklariert. Was genau dieses “Team” tatsächlich bedeutet, beschreibt Phips ja selbst an Hand seines so genannten “Pro-Teams”: “Nach intensiven Gesprächen (und noch intensiveren Gehaltsverhandlungen) ist es uns gelungen, einige sehr namhafte Pros dazu zu gewinnen, unseren Magicuniverse Online-Clan zu joinen, mit uns zu testen und wieder öfter (und zwar jeweils im Monat) für Magicuniverse zu schreiben.” Mehr ist nicht.

Aber das kann ja auch schon Einiges sein! Auch die nicht als “Pros” deklarierten Mitglieder haben zumindets bereits bewiesen, dass sie auf ordentlichem Niveau Magic zocken können, und insbesondere Florian Reiter und Thomas Kannegießer haben darüber hinaus auch bewiesen, dass sie gute Artikel schreiben können! Die Pros wiederum, nunja, die sind halt auf jeden Fall PROS, deren allgemeine spielerische Kompetenz nicht in Zweifel steht, und ich setze meine Hoffnungen darin, dass der im hohen dreistelligen Bereich anzusiedelnde prozentuale Kompetenzzuwachs bezüglich Magic im neuen Redaktionsteam sich auch darin niederschlägt, dass den guten Spielern nunmehr verstärkt vermittelt wird, sich auch als Schreibern mehr Mühe zu geben. Da muss man sich nichts vormachen: Die Qualität der Artikel eines Autors hängt natürlich auch mit der Qualität der Redaktion zusammen! Für einen unmittelbaren Vergleich betrachte man einfach Bohnys lieblos heruntergeschriebene Blackborder-Texte und seine weit unterhaltsamerer Kolumne beim Planeten. Gerade Charly Preyer neigte bei MU leider viel zu oft dazu, sich am Blackborder-Bohny zu orientieren – aber vielleicht gelingt es Phips ja, mehr aus ihm herauszukitzeln!

Ach so: Ich spreche bei der neuen Redaktion eigentlich nur von Phips, obwohl es sich doch um ein Dreierteam handelt – aber das ist auch richtig so! Wer hat in der Stunde Null nach Tobis Weggang damals MU mit regelmäßigen wöchentlichen Artikeln am Leben erhalten? Wer hat diese Regelmäßigkeit mit ganz wenigen Aussetzern über Jahre hinweg aufrecht erhalten? Wer ist zunächst im Kommentarbereich und dann in der Zwischenzeit eingesprungen, als niemand sonst der MU-Leserschaft erklären wollte, warum es nichts mehr zu lesen gab? Wer hat die erste neue Redaktionszeit verfasst, und wer musste erst angesprochen werden, damit die “Kompliktionen” bei der Neubesetzung des Redaktionsteams endlich ein Ende fanden?

Die beiden anderen Jungs konnten bislang nicht einmal unter Beweis stellen, dass sie der neuen Redaktion überhaupt angehören, und eine besondere Verbundenheit mit MU ließen sie bislang auch nicht erkennen. Boneshredder kenne ich zumindest und traue ihm daher auch durchaus Engagement zu – das zeigte er als langjähriger Moderator in der Zusammenkunft und als Kommentator in zahlreichen Foren und Blogs. Clemens Lichtl sagte mir zunächst gar nichts. Googlen ergab, dass es sich um einen Österreicher handelt (Überraschung), der hier einmal als FNM-Teilnehmer erwähnt wurde und da einmal mit 6 Punkten beim GP Florenz gedroppt war, und der ein einigermaßen akzeptables Total Rating von knapp 1800 besitzt, der aber vor allem laut Xing Softwareentwickler ist und sich daher höchstwahrscheinlich um die technische Seite des Ganzen kümmern wird. Magic-Kompetenz, technische Kompetenz und Engagement für die Community sind also vorhanden, und deswegen darf man durchaus vorsichtig optimistisch sein, was die neue Ära bei Magic Universe angeht!

Ich habe Euch übrigens die Redaktionsgeschichte dieser Seite einmal zusammengefasst:

02.09.2004 Der erste nicht rückwirkend eingestellte Artikel auf Magic Universe erscheint. Es handelt sich um die erste Ausgabe einer regelmäßigen wöchentlichen Kolumne von TobiH.

ab Juni 2005 TobiH verfasst über 90% der Artikel auf Magic Universe und ist damit effektiv für dessen Artikelprogramm hauptverantwortlich.

23.01.2006 TobiH stellt sich offiziell als Chefredakteur von Magic Universe vor. Nach und nach baut er ein komplettes Artikelprogramm mit verschiedenen Autoren auf. Ab Juni 2006 verfasst er nicht mehr die Mehrzahl der Artikel selbst und konzentriert sich auf seine Tätigkeit als Redakteur.

28.03.2007 TobiH verabschiedet sich zum Monatsende von Magic Universe. Er nimmt umgehend seine Redaktionstätigkeit bei PlanetMTG auf (für den er allerdings bereits seit einem Monat als Coverage-Reporter tätig gewesen war), die bis heute anhält.

15.04.2007 LightningFelix und Philip Wiest übernehmen die MU-Redaktion. Am 29.04. erscheint die erste Redaktionszeit, im darauffolgenden Monat beginnt das Artikelprogramm wieder.

30.05.2007 Phips veröffentlicht seinen ersten Artikel auf MU und beginnt sofort eine wöchentliche Kolumne, die mit wenigen Unterbrechungen bis zum Februar 2010 anhält.

21.01.2008 LightningFelix verabschiedet sich aus dem Redaktionsteam. Eine Woche später wird er durch den Atog ersetzt, der zumindest in der Außenwirkung (Redaktionszeiten) bald den Hauptteil der Redaktionstätigkeit übernimmt.

01.12.2008 Philip Wiest verabschiedet sich und wird eine Woche später durch EvilBernd ersetzt.

22.02.2010 Die letzte Redaktionszeit des Teams Atog/EvilBernd erscheint, nachdem sie vorher bereits mehrfach ausgefallen ist (was bei der Nummerierung unterschlagen wird). Zehn Tage später wird der letzte Artikel veröffentlicht, bevor Phips am 10.03. mit der Zwischenzeit den Umbruch im Redaktionsteam bestätigt und am 15.03. seine erste Redaktionszeit verfasst.

Vereinfacht gesagt: Drei Jahre lang war Tobi bei MU am Ruder, bis er zum Planeten wechselte, und seitdem trug bereits Phips diese Seite entscheidend mit (insbesondere, was Magic-Kompetenz anging). Im Nachhinein erscheinen die übrigen Redaktionsteams geradezu als Übergangslösungen!

Nun ist MU also noch fester als zuvor in österreichischer Hand – zwei Drittel der Redaktion und zwei Drittel der regelmäßigen Schreiber stammen aus der Alpenrepublik… Phips’ einleitender Witz mit der Weltherrschaft ist übrigens (je nach Geschmack) halb oder doppelt so witzig, wenn man darüber nachdenkt, dass der Erste Weltkrieg von Österreich-Ungarn ausging, und der zweite von einem gebürtigen Österreicher angezettelt wurde… Gestern gehörte ihnen Linz, und heute das ganze Magic-Universum?

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Rares, Rares, Rares!

July 27, 2009

Seit M10 legal geworden ist, haben ja bereits einige Meisterschaften stattgefunden. Bei denjenigen, über die Daily MTG berichtet hat (Australien, Spanien, Japan, Frankreich, Italien, USA), habe ich wieder einmal den Anteil der Rares und Mythic Rares in den Top 8 Decks ermittelt. Die Decklisten sind zwar nicht alle ganz vollständig und korrekt (besonders die Italiener schienen echte Schwierigkeiten mit dem Zählen zu haben!), und ich habe jetzt auch nicht versucht, ihre tatsächliche Zusammensetzung zu erraten (bei jenem 58-Karten-Faerie-Deck mit angeblich nur 2 Cryptic Command hätte ich mir das zum Beispiel schon zugetraut), sondern einfach das ausgewertet, was dort steht – zu allzu großen Verschiebungen kann das eigentlich nicht führen. Naja gut, die beiden “Unmask” in dem einen BW-Kithkin Sideboard habe ich dann doch als “Unmake” angenommen… Das sieht dann so aus:

Australien: 597 Karten, 275 Rares – 46%

Spanien: 598/271 – 45%

Japan: 601/303 – 50%

Italien: 587/301 – 51%

Frankreich: 597/304 – 51%

USA: 600/253 – 42%

Insgesamt: 3580/1707 – 48%

Eine großartige Veränderung hat sich also nicht ergeben. Ein paar weniger rarelastige Decks (BR, Kithkin) drücken den Schnitt ein kleines bisschen, aber andererseits befinden sich dafür Faeriedecks teilweise bereits im Zweidrittelbereich (eine Version fährt sagenhafte 52 Rares!) – man kann tatsächlich ganz gut anhand dieser Prozente abschätzen, wie gut sich Faeries bei den jeweiligen Nats geschlagen haben… Fünffarbige Kontrolle, für mich das Gesicht dieser überbunten und überteuerten Saison, liegt dabei mit mehreren größtenteils identischen Versionen, welche alle jeweils 37 Rares aufweisen, genau im Schnitt.

Apropos Rares: Ich habe unter Berücksichtigung von M10, den Regeländerungen und überhaupt meine Such- und Tauschlisten aktualisiert. Wobei ich M10-Commons jetzt natürlich nicht unbedingt anzutauschen einplane, klar.

Ach ja, und ich habe auf dem Planeten mal wieder etwas geschrieben, was nicht gut angekommen ist. Nun ja, wenn die Leute sagen, sie wollen nichts Negatives mehr lesen, dann kann ich das akzeptieren. Allerdings beweisen viele Kommentare, dass sich doch so mancher gar nicht wirklich die Mühe gemacht hat, sich mit dem auseinanderzusetzen, was ich tatsächlich geschrieben habe – wenn es mir immer wieder in den Fingern juckt, Posts dadurch zu beantworten, dass ich einfach eine passende Stelle aus meinem Text zitiere, ist das ein deutliches Signal! Deswegen nehme ich zwar die Kritik mit der Aussage “darüber will ich nichts mehr lesen” an, den Großteil der inhaltlichen Kritik jedoch nicht. Ich hoffe allerdings, aus meinen Fehlern von früher gelernt zu haben und heute der Versuchung widerstehen zu können, wie ein computerfähiger Papagei ständig darauf hinzuweisen, was eigentlich in meinem Text steht.

Einen abgedrehten Gedanken, den ich gerade hatte, will ich Euch noch mitteilen: Stellt Euch einmal vor, der Phips und der Nuegun verabreden sich heimlich miteinander, jeweils einen Walkthrough für die Kolumne des anderen zu schreiben – natürlich ohne ihren wahren Namen zu verraten und ohne offensichtliche Hinweise (so wie zum Beispiel diesen fürchterlichen österreichischen Gossenslang)… Wer würde es merken? Und woran?

Ich kann es ja nicht fassen!

November 21, 2008

Handsome hat mich immer wieder dazu gedrängt, mich weiter mit Phips letztem (wohl nicht LETZTEM – dieses Missverständnis ist ja zur Zeit schick) Draftwalkthrough auseinander zu setzen. Dafür habe ich mir jetzt auch das Video dazu angetan. Oh mein Gott – hätte ich das bloß gelassen! Dieses Format (das Videoformat, nicht das Draftformat )ist ja ein dermaßener Dreck, so unglaublich scheiße – das hat ja meine Unterwartungen noch einmal weit unterboten!

Selbst in der Vergrößerung sind die Karten kaum zu erkennen, und Phips kommt auch nicht etwa auf die Idee, sie aufzuzählen oder in seiner Zusammenfassung aufzuschreiben! So habe ich mir in mühsamster Kleinarbeit mit einer halben Stunde Hin- und Zurückspielen, sowie ständigem Vergleich mit dem Artwork der Magic Cardsearch die möglichen Picks zusammen suchen müssen, die er uns verheimlicht hat! Ich will nie, nie, NIE wieder so einen dämlichen Videowalkthrough! Schreibt verdammt noch einmal einfach die Karten ordentlich auf und formuliert Eure Gedanken dazu schriftlich aus!

Phips startet nachvollziehbar mit Caldera Hellion und Branching Bolt. Dabei ist der Bolt über Oblivion Ring unter anderen Umständen nicht selbstverständlich – als fpfp zum Beispiel kann man zum farblich weniger festgelegten Ring greifen, auch wenn der Bolt Kartenvorteil verspricht (der Ring ist dafür besser gegen Spoiler). Nun ja, nach dem Hellion ist es aber natürlich der Bolt.

Dann kommt der dritte Pick, wo Phips dieses Mosstodon nimmt, über das ich mich schon gewundert hatte, aber ich nahm halt an, es sei sonst nichts im Booster drin gewesen. Er erwähnt Arcane Sanctum (was nach seinen ersten beiden Picks eigentlich totaler Murks ist) und den Rakeclaw Gargantuan, den ich gewiss über das Mosstodon genommen hätte, auch wenn er in einem etwaigen Jund-Deck außen vor bliebe – der Gargantuan tauscht wenigstens nicht mit irgendwelchen Goblin Deathraiders ab und ist einfach eine doppelt so gute Kreatur (was nur bedeutet, dass er schon mäßig ist mit seiner Toughness von 3 für 5 Mana, das Mosstodon aber einfach enttäuschend).

Dann aber erregt die Karte unten rechts meine Aufmerksamkeit. Ich versuche sie zu erraten. Müsste das nicht eine Rare sein? Sie sieht ein bisschen aus wie… aber nein… das kann doch nicht sein, denn Phips hätte doch gewiss einen Master of Etherium nicht unkommentiert gelassen?

Er hat tatsächlich! Da er bereits nach 2 Picks den totalen Tunnelblick entwickelt hat, ignoriert er ihn einfach komplett! Das ist nun genau das Gegenteil, was ich von einem Walkthrough erwarte, dass äußerst relevante Informationen unter den Tisch fallen – Megaslops an Autor und Videoformat!

Nun ist der Master natürlich kein sicherer Pick – wenn man nicht solide in Esper landet, kann man nichts mit ihm anfangen – aber hey, um diese Option anzutesten, muss Phips nur ein Rakeclaw Gargantuan aufgeben (ER gibt sogar nur ein Mosstodon auf)! Dieses Signal zu ignorieren, das geht gar nicht! Klar will man auch seinen Hellion nicht aufgeben, aber blind daran festhalten, wenn die Chance besteht, dass die Vorderleute einen mit Gewalt in Esper drängen, das ist… äh… kurzsichtig… blindes Festhalten ist kurzsichtig… egal, um schlechte Metaphern geht es hier nicht, nur um schlechtes Draften: Scheiß auf das Mosstodon, her mit dem Master und dann schauen, wie es weiter geht! (Eigentlich bedauerlich, dass der vorige Booster einen Bolt enthielt – hätte man den Ring im Pool, würde ein Umschwenken auf Esper erheblich weniger Bauchweh bereiten!)

Der nächste Booster bestätigt dann die Vermutung: Sanctum Gargoyle, Tidehollow Strix, Esper Charm UND Grixis Battlemage – wie offen muss Esper denn sein, damit ein Österreicher es mitbekommt? (Ja, das war Polemik, bzw. Österreichermik. Ignoriert sie, wenn es Euch nur um die harten Fakten geht.) Natürlich nimmt man hier die Gargoyle, so wie Phips es auch getan hat, aber aus anderen Gründen: Erstens ist sie schlicht die beste Karte für ein Esper-Deck, und zweitens hält sie einem die Option auf Naya mit Hellion und Bolt weiterhin offen, falls man doch noch von Esper abgeschnitten werden sollte (so unwahrscheinlich das nach diesem Booster auch ist).

Dann kommt ein irreführender Booster, denn natürlich ist der Naya Charm im Vakuum die beste Karte und passt zu Phips’ vorformulierten Draftplan. Aber schauen wir uns diesen Booster einmal genau an: Resounding Silence, Metallurgeon, Windwright Mage, Jhessian Lookout – naja, und Hindering Light – alles randvoll mit Esper! Wie kann man das übersehen?

Okay, ich weiß ja, dass ich mit meiner Wertschätzung des Windwright Mage (den ich hier nehmen würde) eher alleine da stehe, aber sowohl Silence als auch Metallurgeon sind ja wohl brauchbare Alternativen, die uns in denjenigen Farben halten, die uns unmissverständlich signalisiert worden sind! Hier fliegt Phips weiter auf Autopilot seinen Draft gegen die Wand.

Der nächste Booster ist dann generell leer. Die stärkste Karte ist wohl der Corpse Connoisseur, aber Resounding Wave passt etwas besser in Esper (wird zum Beispiel auf Sanctum Gargoyle gerne gespielt). Auch Dispeller’s capsule ist ein denkbarer Pick. Ich nehme hier mit Phips – wenn auch wieder aus völlig anderen Gründen – die Wave.

Auch der nächste Booster ist eher eine Enttäuschung. Phips greift sich für sein Naya-Deck den drittklassigen Cavern Thoctar, ich nehme den zweitklassigen Deft Duelist – obwohl eine gute Karte, nicht gerade mein Lieblingskind in Esper, aber ich will in diesen Farben natürlich nicht grundlos gute Karten weiter geben.

Dann ist da der Achte-Pick Bant Charm, über den Phips sich (zu Recht) wundert, und den er reflexartig greift, obwohl er ihn aus Naya hinaus führt – aber Naya ist ja, wie ihm unterdessen auch langsam klar zu werden scheint, nicht für ihn frei! (Außerdem ist da mal wieder ein halber Sarkhan Vol drin, lülülü…) Tja, für den fokussierten Esper-Drafter befinden sich da aber auch noch einige Goodies drin: Ein weiterer Windwright Mage – und ein Cloudheath Drake, den ich mir greife! (Auch der ist als achter Pick schon ein ziemliches Geschenk, und eigentlich noch unverständlicher als der Bant Charm, da er viel einfacher zu erfüllende Farbanforderungen besitzt.)

Ach ja, und danach tabled dann die Resounding Silence. Da greifen wir doch beide gerne zu!

Was kommt dann auf uns zu? Crucible of Fire, Mountain, Sunseed Nurturer, Sighted-Caste Sorcerer (den Phips nimmt)… Glaze Fiend (nettes Geschenk für ein Esper-Deck als 10. Pick, oder?)… und NOCH EIN Cloudheath Drake? Aber Phips wehrt sich ja mit Händen und Füßen dagegen, den Wink mit dem Zaunpfahl zu vertsehen und verschmäht auch diesen.

Dann greift sich Phips einen Waveskimmer Aven – kann man machen, da man als Esper-Drafter keine Bant-Geschenke verteilen will, aber man kann auch den Cancel nehmen, der prinzipiell maindeckfähig ist, in jedem Fall aber nützliches Sideboard darstellt. Natürlich nicht, wenn man Naya oder 5-Color-Naya oder wie immer man das, was Phips am Ende des Drafts in seinen Händen halten wird nennen soll, draftet, aber als Esper-Drafter schon.

Ab diesem Pick übrigens hätten meine unterschiedlichen Entscheidungen den Draftverlauf beeinflusst, so dass man natürlich nicht sagen kann “Mit diesem Deck hätte Phips am Ende dastehen können.” Allerdings kann man wohl davon ausgehen, dass wenn Phips das Esper-Geschenk im ersten Durchgang annimmt, er auch in den beiden Folgeboostern mehr Esper zu sehen bekommt! Ich kann jetzt nur von den Packs ausgehen, wie er sie gesehen hat und schauen, wie weit ich damit komme. Das sieht dann für den Rest des ersten Durchgangs so aus:

Call to Heel, Jhessian Lookout (zwei weitere maindeckbare Karten für Esper!), Soul’s Grace, Forest.

Ich denke, im ersten Durchgang hätte sich nicht viel Bedeutendes getan – insbesondere nicht zu unserem Nachteil – wenn wir auf Esper eingehen, deswegen der Vergleich der bis dahin angesammelten Karten:

Phips:

Caldera Hellion
Branching Bolt
Mosstodon
Sanctum Gargoyle
Naya Charm
Resounding Wave
Cavern Thoctar
Bant Charm
Resounding Silence
Sighted-Caste Sorcerer
Waveskimmer Aven
Call to Heel
Hindering Light
Soul’s Grace
Forest

Andi:

Caldera Hellion
Branching Bolt
Master of Etherium
Sanctum Gargoyle
Windwright Mage
Resounding Wave
Deft Duelist
Cloudheath Drake
Resounding Silence
Cloudheath Drake
Cancel
Call to Heel
Jhessian Lookout
Soul’s Grace
Forest

Phips hat mit dem Hellion den größeren Spoiler und mit dem Bolt und den beiden Charms viel gutes Removal, ist aber bereits in vier Farben (bislang noch ohne jedes Manafixing – dafür wird er später als Ausgleich für seine jetzt bereits vorhandene Qualität hohe Picks opfern müssen, so dass sich das ausgleicht) und wird, wie er selbst auch anmerkt, es schwer haben, noch gute Picks für seine Strategie zu bekommen, da er die Präferenzen seiner Nachbarn ignoriert hat.

Ich hingegen habe den Master, zwei bis drei gute Flieger mehr (ja, ich gehe eigentlich davon aus, dass der Mage bei mir fliegen wird), bin bislang zweienhalbfarbig und habe vor allem das Wichtigste: Die Perspektive, dass es aufwärts geht! Zwar opfere ich meine beiden ersten Picks, aber dafür kriege ich es von meinen Vorderleuten endlos reingebuttert. Um das zu demonstrieren, vergleiche man mal meine Picks zwischen 10 und 13 mit denen von Phips!

Von nun an fängt der Vergleich immer stärker an zu hinken, da die Booster sich natürlich bei unterschiedlichen Draftstrategien stark verändern. Man kann aber getrost davoan ausgehen, dass ich mit Picks aus den Boostern, die Phips vorgelegen haben, erheblich schlechter fahre, als mit den Boostern, die aus dem Umschwenken auf Esper resultiert wären! (Ach ja, und nachdem Phips den Master völlig ignoriert hat, traue ich ihm, ehrlich gesagt, auch zu dass er weitere wichtige Karten gar nicht erst aufgeführt hat!)

Ich picke im zweiten Durchgang:

Tower Gargoyle
Tidehollow Strix
Guardians of Akrasa
Deft Duelist
Executioner’s Capsule
Obelisk of Esper
Dawnray Archer

(Ab jetzt kann ich nur nehmen, was Phips genommen hat, da er Alternativen gar nicht mehr aufführt:)
Metallurgeon
Obelisk of Esper
Sigil Blessing
Mindlock Orb
Resounding Scream
Outrider of Jhess
Soul’s Might
Marble Chalice

Dann der dritte Durchgang (wieder führt Phips viel zu wenige Karten auf):

Puppet Conjurer
Courier’s Capsule
Sighted-Caste Sorcerer
Resounding Silence
Obelisk of Grixis
Obelisk of Jund
Grixis Panorama
Jungle Weaver
Esper Panorama

(ab hier gibt Phips wieder gar keine Alternativen an, so dass ich mit ihm mitpicken muss):
Obelisk of Grixis
Sighted-Caste Sorcerer
Filigree Sages
Undead Leotau
Cathartic Adept
Island

Das ergibt dann folgendes Deck:

6 Plains
6 Island
2 Swamp
Obelisk of Esper
Obelisk of Esper
Esper Panorama
Grixis Panorama
Jhessian Lookout
Deft Duelist
Deft Duelist
Metallurgeon
Tidehollow Strix
Puppet Conjurer
Sighted-Caste Sorcerer
Master of Etherium
Windwright Mage
Guardians of Akrasa
Dawnray Archer
Sanctum Gargoyle
Tower Gargoyle
Outrider of Jhess
Filigree Sages
Cloudheath Drake
Cloudheath Drake
Executioner’s Capsule
Call to Heel
Courier’s Capsule
Resounding Silence
Resounding Silence

relevantes Sideboard:

Cancel
Resounding Wave

Der Fokus des Decks ist ein wenig zwischen dem Artefakt-Thema und dem Exalted-Thema aufgesplittet, und ein paar Karten sind eher Füller, was aller Wahrscheinlichkeit nach nicht der Fall wäre, wenn ich einen echten Draftverlauf zur Verfügung gehabt hätte, anstatt die Reste von Phips Fünffarb-Experiment aufzuklauben, aber mal ganz ehrlich: Bereits dieses Deck gefällt mir eigentlich schon besser als der bunte, unsynergetische Haufen, den Phips zusammen gedraftet hat! Ich habe überhaupt keinen Zweifel daran, dass es ihm möglich gewesen wäre, ein exzellentes Esper-Deck zu draften, wenn er nicht so stur an seinem Firstpick festgehalten hätte.

Der Knackpunkt dieses Drafts war mit Sicherheit der dritte Pick, bei dem Phips mit freundlicher Unterstützung des Videoformats die Existenz des Master of Etherium im Booster einfach unter den Tisch hat fallen lassen. Welchen Wert so ein Walkthrough nun tatsächlich besitzt, wenn die wichtigste Entscheidung des Drafts nicht einmal angesprochen wird, sollte offensichtlich sein!

Das Ende der Lernphase

November 10, 2008

Phips hat unter einem früheren Eintrag von mir richtig gestellt, dass außer Bensch auch David weiterhin Mitglied im MU-Team sein wird. Okay, dann sind das ja immerhin noch 50% der Originalbesetzung.

Trotzdem hat sich der Charakter dieses Teams offensichtlich völlig geändert: Der Schwerpunkt liegt eben nicht mehr auf der Entwicklung vom Noob zum Pro, sondern eben eher auf einer Testgemeinschaft mehr oder weniger gestandener Spieler. Kann man das überhaupt noch als “Team” bezeichnen, oder ist das effektiv nicht nur noch ein MTGO-Clan?

Was mich ja besonders ins Grübeln bringt, sind einige der Personalien unter den Neuzugängen. TMM zum Beispiel ist ja nicht wirklich für seine Fähigkeit, die Ursachen für ausbleibenden Magic-Erfolg bei sich selbst zu suchen, bekannt. Aber auch Kenshin hat sich da bereits in mehr als einem Blogeintrag nicht viel anders geäußert: Dieses ständige Schimpfen darüber, von irgendwelchen Noobs, die natürlich viiiiiel schlechter spielten und überhaupt nicht die geringste Ahnung von Magic besäßen, weggeluckt worden zu sein – das haben sie beide drauf!

Ein Paradebeispiel dafür ist Kenshins jüngster Eintrag. Okay – er war auf MTGO einmal unverdienterweise colorscrewed und hat das andere Mal von einem Oberspoiler aufs Maul bekommen. So weit, so unglücklich – das passiert, und natürlich darf man sich auch darüber aufregen. Kenshin schießt hier aber weit über das Ziel hinaus, als er seinem Gegner deswegen jegliche Magickompetenz abspricht!

Da lese ich, dass dieser fünffarbige Kontrolle mit mindestens 5 Obelisken, sowie ohne Removal und ohne Cycling-Kreaturen gespielt hätte. Ja – und woher weiß der Kenshin das? Soll sich sein Gegner nach Spiel 1 vielleicht gedacht haben “so ein Idiot, spielt schwarze Sprüche ohne schwarze Manaquellen”? Wieso geht er eigentlich davon aus, dass sein Gegner ihm ein repräsentatives Segment seines Decks gezeigt hat, wenn er doch lauthals darüber jammert, wie untypisch er selbst doch gezogen hätte?

Wie viele verschiedene Obelisken hat er denn gesehen? Wirklich mehr als drei? Eine Manabasis von 16 Ländern plus 4 Obelisken ist in Extremfällen übrigens durchaus noch vertretbar. Zwar würde ich für gewöhnlich die Grenze bei 17 Ländern + 3 Obelisken ziehen, was schon klobig genug ist, aber manchmal funktioniert das Fixing halt nur so. Und wenn ich schon Extremfälle erwähne: Wenn ich in meinem 5-Color-Deck zum Beispiel ZWEI Hellkite Overlord haben sollte, und vielleicht noch einen Sphinx Sovereign oder Godsire, dann spiele ich möglicherweise auch tatsächlich 17 Länder und 5 Obelisken! Nein, so ein Deck lässt sich nicht planen, und unwahrscheinlich ist es natürlich auch. Aber was weiß man denn nach drei kurzen MTGO-Spielen wirklich über das gegnerische Deck? Vielleicht haben sich die ganzen Removal beim Gegner einfach geweigert aufzutauchen (weil er stattdessen alle seine Obelisken gezogen hat)?, und seine Cycler bzw. sein Card Draw ebenfalls?

Was Kenshin wirklich über dieses Deck WEISS, das scheint nicht mehr zu sein, als dass es fünffarbig mit Obelisken ist, mindestens einen Hellkite Overlord besitzt und ansonsten Fatestitcher, Kederekt Creeper und Waveskimmer Aven spielt. Letztere beiden führt er übrigens als Argument dafür an, wie schlecht das Deck doch gewesen sei. Und da liegt bereits ein Denkfehler! Offensichtlich waren sie ja nicht wirklich so schlecht, denn er hat ja dagegen verloren (und man kann vermuten, dass das nicht passiert wäre, wenn es sich stattdessen um Jhessian Lookout und Godtoucher gehandelt hätte!) Tatsächlich handelt es sich hierbei um genau diejenigen Kreaturen, welche in ein solches Kontrolldeck auch hinein gehören! Sowohl Creeper als auch Aven sind sowohl in der Defensive als auch in der Offensive stark. Abgesehen von Knight of the Skyward Eye gibt es wohl keine Kreatur für weniger als 3 Mana, die in fünffarbiger Kontrolle eine sinnvolle Funktion erfüllt (deswegen spricht Kenshin ja auch die Cycler an) – aber ab 3 Mana haben wir es hier mit zwei der stärksten Commonkreaturen zu tun! Natürlich überbrückt man die frühen Runden als Kontrollspieler lieber mit zahlreichem Removal, aber da Magic nun einmal kein Wunschkonzert ist, sind ein paar Viecher für weniger als 7 Mana schon eine ganz gute Idee.

Bereits deswegen muss sich Kenshin also fragen, ob er wirklich so viel von Alara-Draft versteht, wie er offensichtlich glaubt, wenn er die Schwäche des gegnerischen Decks an zwei Karten festmacht, die darin durchaus ihren Platz finden sollten! Apropos: Der Fatestitcher ist im Kontrolldeck eine großartige Karte! Nicht nur, weil er dem Gegner Kreaturen tappt, sondern eben auch, weil er die eigenen Fatties herausbeschleunigt. Ach ja – und in Zusammenarbeit mit welchen Karten kann der Stitcher besonders gut Mana fixen? Richtig – mit Obelisken! Da sind auch die Farbanforderungen für Creeper und Aven plötzlich viel leichter zu bewerkstelligen. Wäre es nicht theoretisch denkbar, dass der Gegner vielleicht ZWEI Fatestitcher gehabt haben könnte (weitaus wahrscheinlicher als zwei Hellkite) und deswegen ein oder zwei Extra-Obelisken ins Deck gepackt hat?

Kenshin hat sich an keiner Stelle darüber Gedanken gemacht, wie das gegnerische Deck funktionieren könnte. Da er nun einmal der Größte ist, konnte er ja nur auf Grund von Pech verloren haben, und da er die Funktionsweise jenes Decks nicht nachvollziehen konnte, musste sein Gegner ja offensichtlich ein Noob sein. Hey – natürlich IST es möglich, dass dieser tatsächlich ein Noob war, der Rares gedraftet und ansonsten einfach alle Obelisken und späten Picks (was Creeper und Aven ja wegen ihrer Farbanforderungen oft sind) ins Deck geschmissen hatte! Aber ebenso ist es möglich, dass dieses Deck tatsächlich sinnvoll gebaut war und nicht etwa gewonnen hat, weil es absurd gut gezogen hätte, sondern obwohl es eher unterdurchschnittlich zog!

Was man hingegen sicher weiß ist, dass Kenshin ein fünffarbiges Kontrolldeck mit Violent Ultimatum gespielt hat, welches er  – worüber er sich auch beschwert – nicht siegbringend ausspielen konnte, weil er nur RRGBB2 zur Verfügung hatte anstatt RRRGGBB (und bei solchen Problemen, darauf muss ich einfach hinweisen, pflegen Obelisken und Fatestitcher zu helfen!) Also, ich weiß, dass ich echte Fünffarbigkeit auch in Alara nach Möglichkeit vermeide, um eben NICHT von schlechteren Spielern weggeluckt zu werden. Wenn man glaubt, dass man der bessere Spieler ist, sollte man dann nicht lieber konstantere Decks bauen, die einem erlauben, seine Sprüche auch zuverlässig zu sprechen und damit den Gegner auszuspielen, als fünffarbige Haufen, die auf Autopilot gewinnen, wenn das Mana funktioniert (Violent Ultimatum – gleich drei Ziele auf einmal muss man da ansagen, das braucht aber wirklich Skill!)? Nun, das muss jeder für sich entscheiden. Wenn nun aber ein fünffarbiger Haufen gegen einen anderen fünffarbigen Haufen wegen Manaproblemen verliert, und der Pilot des Verliererhaufens sich darüber beklagt, dass der andere Haufen viel schlechter sei, weil er wohl noch mehr Manafixing enthielte… Tatsache ist, dass Kenshins Gegner seinen Spoiler ausspielen konnte, und Kenshin seinen nicht. Für mich klingt das wie eine schlüssige Erklärung dafür, wieso Kenshin verloren hat, und sie hat nichts von himmelschreiendem Unrecht oder Münzen, die nach dem Wurf auf der Kante stehen bleiben und sich dann auf Grund quantenphysikalischer Zufallsprozessen in Hundehaufen verwandeln, zu tun!

Oh, eine weitere Karte aus Kenshins Deck kenne ich ja auch noch: Bone Splinters! Nun ist ein Removal ein Removal ein Removal, und vielleicht befanden sich ja in Kenshins Deck ein halbes Dutzend Unearther und/oder Dragon Fodder (obwohl er nur Cycler und Courier’s Capsule erwähnt), aber wenn ich darüber nachdenke, welche der folgenden drei Karten  – Kederekt Creeper, Waveskimmer Aven, Bone Splinters – am wenigsten in ein fünffarbiges Kontrolldeck gehört, dann werde ich als Antwort nicht auf eine der beiden Kreaturen kommen!

“Mir offenbart sich in diesem Alara Draftformat überhaupt nicht, wo da der Skill versteckt ist”, schreibt Kenshin. Ich frage mich ernsthaft, ob er ihn überhaupt gesucht hat!

Dieser Eindruck wird durch seinen Wettbewerbsartikel bei Magic Universe noch einmal verstärkt. Der ist zunächst einmal, bereits ganz unabhängig vom Limitedverständnis des Autors, grottenschlecht. Ohne jede Einleitung geht es da mit einer herunter geratterten Kartenliste los, und ohne jegliches Schlusswort endet es auch damit. Wozu gibt es in der Schule eigentlich Deutschunterricht? Einleitung, Hauptteil, Schluss… Dies hier ist kein Artikel, es ist ausschließlich eine kommentierte Kartenliste! Alleine deswegen wäre hier eine 1-Punkte-Bewertung ausnahmsweise einmal absolut begründbar.

Noch schlimmer ist es allerdings, dass diese Kartenliste für alle praktischen Zwecke absolut unvollständig ist! Da werden doch tatsächlich Executioner’s Capsule und Bone Splinters, zwei der wichtigsten Karten für jedes Jund-Deck, nicht erwähnt? Ach ja richtig, sie gehören ja in Esper und Grixis… Wieso ist dann aber Elvish Visionary dabei, der doch aus Naya stammt? Ach so, weil der in Jund-Decks wichtig ist… AHA! Soul’s Fire gehört übrigens auch zu Naya. Und Vein Drinker offensichtlich zu Grixis. Die Shard-Zugehörigkeit war also nicht das Auswahlkriterium, welche Karten der Autor bespricht und welche nicht. Dabei finde ich die Weglassung der Kapsel und der Knochensplitter, deren Srärke eher noch als offensichtlich einzustufen ist, sogar noch etwas weniger schlimm als die von Blister Beetle und Dregscape Zombie, welche auf den ersten Blick unspektakulär aussehen, jedoch besonders in Jund-Decks zu ganz besonderer Hochform auflaufen! Was hat sich der Autor bei seiner Auswahl eigentlich gedacht?

Die Antwort muss lauten: Offensichtlich gar nichts! Dieser so genannte “Artikel” ist ohne jegliches Konzept herunter geschrieben worden. Da ist es auch kein Wunder, dass man darin dann Einschätzungen wie “Ich habe selten so eine schlechte Karte gesehen” liest. Auf Stimmigkeit wurde hier auch kein Wert gelegt: “Die Manakosten machen es total unspielbar” steht da bei Vicious Shadows – wieso, was ist an 6R so problematisch, wenn das direkt darunter befindliche Violent Ultimatum für BBRRRGG doch “gerne eingesammelt” wird? Hier war der Autor schlicht zu faul auszuformulieren, was er eigentlich meinte.

Da sind fragwürdige Einschätzungen wie bei Blood Cultist (“Nicht besonders hoch zu picken”) oder Scavenger Drake (“Vier Mana und dann ein fragiler Nichtsnutz”) schon gar nicht mehr nötig, um den Gesamteindruck zu verfestigen: Kenshin hat sich praktisch gar keine Gedanken zu diesem Artikel gemacht!

Und genau da sehe ich ein Problem, denn ein Spieler, der sich keine Gedanken macht, ist ein Spieler, der sich nicht verbessert. Kenshins Blogeintrag beweist, dass er sich weigert, aus seinen Niederlagen Schlüsse zu ziehen. Sein Wettbewerbsbeitrag zu Jund beweist, dass er nicht in der Lage gewesen ist, die Struktur dieses Scherben zu erfassen. In beiden Fällen aber wird deutlich, dass er die Probleme nicht in seinem mangelnden Verständnis des Formats sieht! “Manchmal frage ich mich, ob Leute ein völlig anderes Format draften als ich”, schreibt er in den Kommentaren. Stattdessen sollte er sich fragen, ob er das Format nicht vielleicht anders sieht, als es ist.

Kenshin kann offensichtlich Magic spielen. Spätestens sein 13. Platz bei der PT Berlin beweist das. Er besitzt Talent, keine Frage.

Beim Fußball, Schach, Jazz Dance oder Klavierspiel wird jedem Nachwuchstalent eingetrichtert, dass Talent wichtig ist, aber nicht genügt! Talent kann den Lernprozess nicht ersetzen, es kann ihn nur beschleunigen und auf höhere Ebenen führen. Bei Magic hingegen glaubt beinahe jeder Spieler, der erkannt hat, dass er sich in seinem Spielverständnis von der Masse der Scrubs abhebt, dass er nichts mehr zu lernen hättte.

Kenshin und TMM stehen sehr deutlich für diese Denkweise. Beide sind der Ansicht, sie seien eigentlich längst gut genug für den Gravy Train, und alles, was ihrem Erfolg im Weg steht, ist haarsträubendes Pech. (Witzig übrigens, dass Phips von Kenshin in dessen Kurzvorstellung genau das Gegenteil behauptet – er liest wohl dessen Blog nicht!) Das ist eine Einstellung, welche für die weniger erfahrenen Teammitglieder Gift ist! Wenn sie sich auf diese überträgt, nun, dann ist die Lernphase im MU-Team wohl endgültig, wenn auch nicht beendet, so doch vorbei.