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(deutsch) My Return to Ravnica Draft Preview, Feedback on the Feedback

October 10, 2012

I wrote a 5-part limited preview for Return to Ravnica, which has been published on PlanetMTG (link leads to the last part, which starts with links to the other parts). Since I wrote it in German, and since the feedback I recieved for it was also in German, this entry will use that language.

Ich antworte an dieser Stelle auf die Kommentare im PlanetMTG-Form, weil ich jenes Forum schon seit längerer Zeit nicht mehr frequentiere. Möglicherweise ist dies eine allgemeine Schwäche von Foren (meine persönlichen Erfahrungen zumindest stützen diese Annahme), aber sachliche Diskussionen waren dort einfach nicht mehr möglich: Die Threads wurden von Mobbern und Spammern dominiert, welche auf dem intellektuellen und argumentativen Niveau von Trillerpfeifen, die einen Redner übertönen, um Coolness-Punkte rangen und auf diese Weise Threads “gewannen”, was im Endeffekt nur bedeutete, dass sie jegliche sinnvolle Diskussion darin abwürgten. Ich fühle mich zu alt, zu weise und zu müde, um weiterhin solche Kämpfe durchzufechten. Wer an einer ernsthaften Diskussion mit mir interessiert ist, der weiß, wo er mich finden kann (hier).

Zunächst einmal: Ich habe diese Preview so früh wie möglich geschrieben, teilweise sogar vor Vorlage des offiziellen Spoilers (es gab jedoch schon einen kompletten inoffiziellen Spoiler, welcher einen sehr seriösen Eindruck machte und sich später auch als zutreffend herausstellte), mit dem Ziel, Spielern bereits bei ihren allerersten Drafts eine gute Grundlage zu geben, dieses brandneue Format zu erforschen. Alle Teile dieser Preview lagen dem Editor (TobiH) bereits vor Beginn der Prerelease-Turniere vor. Natürlich verstehe ich, dass er sie nicht alle unmittelbar aufeinander folgend veröffentlichen wollte, aber ich empfinde es schon als sehr unglücklich, dass er sie letztendlich über einen Zeitraum von zwei Wochen gestreckt hat, so dass der letzte Teil erst nach dem Release-Wochenende online ging: Es war meine Absicht gewesen, eine Vorschau zu liefern (das bedeutet “Preview” ja), und nicht einen Vergleich meiner Spekulationen mit den sich bei zunehmender Draftpraxis ansammelnden Erkenntnissen. Eine Preview, die per Definition allein auf theoretischer Anaylse beruht, ist eine andere Artikelform als eine (wenn auch frühe) Review, die bereits auf ersten praktischen Erfahrungen beruht, und es gibt unterschiedliche Zeitfenster, in denen solche Veröffentlichungen sinnvoll sind. Aus meiner Perspektive hat Tobi meine Artikelreihe hier deutlich zu sehr gestreckt.

Jede Kritik an meiner Preview muss sich zuallererst an einem realistischen Anspruch orientieren, was eigentlich MÖGLICH ist: Noch früher hätte eine solche Preview kaum geschrieben werden können, und die Notwendigkeit, sie rasch fertig zu stellen, damit sie nicht bei der Veröffentlichung bereits veraltet ist, bedingt eine Obergrenze für die gedankliche Tiefe ihrer Analysen (und knapp 20.000 Wörter wollen auch erst einmal getippt werden!) Ich will denen, die an meinen Text völlig überzogene Erwartungen gestellt haben, nicht sagen “Dann macht es doch besser!” – das ist natürlich ein dummes Pseudo-Argument – aber ich will sie auffordern mir zu zeigen, wer es überhaupt jemals besser gemacht hat! Ich behaupte, dass die analytische Tiefe meiner PREVIEW es gut mit der von typischen als durchaus gelungen angesehenen REVIEWS aufnehmen kann: Ich gebe einen Gesamtüberblick über die Umgebung und die darin sinnvoll zu draftenden Decktypen; ich zeige Probleme dieser Decktypen auf und identifiziere Schlüsselkarten; ich prognostiziere, wie früh Karten relativ zu ihrer Spielstärke zu nehmen sind bzw. wie spät man sie noch bekommen kann. Ich kenne wenige REVIEWS, die eine vergleichbare analytische Tiefe aufweisen, und mit der (wie immer) lachhaft vagen, lieblosen und wenig durchdachten Preview des Top-Spielers LSV braucht man meine gar nicht erst zu vergleichen. Ich weise deswegen daraufhin, weil einige Scherzkekse tatsächlich kritisiert haben, dass mein Artikel manche Aspekte, die üblicherweise erst in Texten, die nach wochenlanger Spielpraxis veröffentlicht werden (wenn überhaupt) eingehend angesprochen werden, nicht ausführlich genug behandelt hätte – da leiden einige Leute wohl unter fortgeschrittenem Realitätsverlust! Lasst uns erst einmal abwarten, wie viele Wochen es dauert, bis die analytische Tiefe meiner PREVIEW überhaupt von der ersten REVIEW erreicht wird! Nach meinen Erfahrungen mit früheren Sets stellen sechs Wochen dafür eine gute Schätzung dar. Sicher, gewissermaßen ist es auch schmeichelhaft, wenn mir (vorgeblich) so viel zugetraut wird…

Nun kommen wir aber zu den möglichen oder auch klaren Fehlern und Fehleinschätzungen, die mir unterlaufen sind, und die im Forum angesprochen wurden. Dazu noch eine Anmerkung: Tobi hat aus meinen Texten einige grammatikalische und sachliche Fehler, die mir unterlaufen waren, herauskorrigiert; hat einige davon auch übersehen (wie mir beim Durchlesen der veröffentlichten Reihe schmerzhaft ins Auge sprang); und hat sogar einige solcher Fehler HINEINkorrigiert (was noch viel schmerzhafter zu lesen war) – nun ja, es war halt viel Text…

Zu Teil 1 (Ich nenne normalerweise denjenigen Poster, der ein Thema angeschnitten hat, auch wenn später weitere Leute dazu Stellung bezogen haben, manchmal aber auch den ersten, der sich sachlich dazu geäußert hat):

(Nuegun: Ja, “Augur Spree” war mein Fehler.)

realalien: Wenn man sagt, dass man in der Realität nie wirklich so fokussierte, schnelle Decks draften könne, und dass man deswegen auch nicht die unspektakulären 2-Drops über teure, spektakuläre Karten nimmt, dann ist das eine selbsterfüllende Prophezeiung!

Tigris: Ja, es ist schade, dass Rakdos, Rot und Schwarz nicht in einem Teil behandelt werden konnten, aber es war logistisch einfach unmöglich.

martenJ: Ich kann mir sehr gut vorstellen, woher Marten den Irrglauben hernimmt, er könne die Qualität theoretischer Magic-Artikel beurteilen – ich kann mich noch gut an seine früheren Veröffentlichungen voller Selbstüberschätzung und Ahnungslosigkeit erinnern…

Silver Seraph: Necropolis Regent, ebenso wie andere 6-Drops gehören einfach deswegen nicht in ein gelungenes Rakdos-Aggro-Deck, weil man mit diesen nicht sechs Mana erreichen will. Es geht nicht nur darum, dass man den Regent über zum Beispiel einen 2-Drop nimmt/spielt und deswegen den anfänglichen Druck aufgibt, den dieser 2-Drop erzeugt hätte; es geht vielmehr auch darum, dass man für ihn zusätzliche Länder ins Deck nehmen muss (und dadurch noch mehr anfänglichen Druch verliert). Das perfekte Rakdos-Deck spielt 1 Rakdos Guildgate, 7 Swamp & 7 Mountain und beendet seine Manakurve bei drei. Das realistische, rundum gelungene Rakdos-Deck spielt 16 Länder und beendet seine Manakurve bei vier. Das realistische, durchschnittlich gelungene Rakdos-Deck spielt 17 Länder und muss ein oder zwei 5-Drops spielen. Selbst ein Regent rettet einem zu häufig keine Spiele mehr, in denen man nicht in die Offensive gelangt ist (und man beachte, der Gegner hat unterdessen wohl ebenfalls sechs Mana, mit denen ein Regent auch durchaus zu entsorgen ist), weil alle Karten im aggressiven Rakdos-Deck für die Offensive ausgelegt sind – 1-Drops, Kreaturen mit Unleashed, Auren, Tempo-Karten wie Traitorous Instinct – sie alle funktionieren nur im Verein miteinander in der Offensive. Ein Deck, welches realistisch erwartet, sechs Mana zu erreichen, kann mit diesen Karten nichts anfangen; und ein Deck, welches nicht realistisch erwartet, sechs Mana zu erreichen, kann mit dem Regent nichts anfangen. Wer sich für Karten für 6 Mana entscheidet, entswcheidet sich für ein anderes Deck.

Pack Rats habe ich vermutlich unterschätzt, ja. Allerdings will ich zu bedenken geben, dass Sealed-Erfahrungen sich nicht eins zu eins auf Draft übertragen lassen. Das Problem, welches insbesondere Rakdos mit den Ratten hat, ist dass man zwar früh gelegte Ratten relativ rasch zu einer beeindruckenden Horde anwachsen lassen kann, dass man aber in der Zwischenzeit mit diesen Ratten nicht angreifen oder blocken kann, ohne in die Gefahr zu geraten, sich um mehrere Züge zurückwerfen zu lassen! Sicher, sobald man es sich leisten kann, ein paar Züge lang sein Mana für Kreaturen ausgeben, die man schonen kann, erhält man eine nahezu unüberwindliche Bordposition, die ich unterschätzt habe – wie ich schon schrieb, produziert man im Idealfall auf 5 Mana in einer beruhigten Spielsituation zwei Ratten, um sich vor einem einzelnen Removal zu schützen. Aber genau das will und kann Rakdos eigentlich nicht…

Rakdos himself: Es geht nicht darum, in wie vielen Fällen man den Dämon aktiv bekommt; es geht lediglich um die Anzahl der Spiele, die man mit ihm verliert, aber mit Karte X, die man stattdessen gepickt hat / spielt, gewonnen hätte; und die Anzahl der Spiele, die man mit ihm gewinnt, aber mit Karte X stattdessen verloren hätte. Rakdos (die Gilde) besitzt keinen Mangel, sondern einen Überschuss an 4-Drops, die einen angeschlagenen Gegner finishen können, und die nicht so empfindlich auf zum Beispiel einen Bounce-Effekt reagieren, und für win-more gibt es keine Punkte. Ich bin einfach nicht überzeugt, dass der Dämon sich positiv auf die win-ratio auswirkt.

Teil 2:

ArneF: Ich bleibe dabei, dass Racecourse Fury spielbar, wenn auch keineswegs notwendig ist! Gerade bei der flachen Manakurve von Rakdos wird man oft in zwei aufeinander folgenden Zügen Kreaturen mit gleichen Manakosten legen. Weiterhin hindert ein Fury auf einem Land den Gegner enorm daran, aus der Defensive in die Offensive zu gelangen.

Frostburn Weird ist vermutlich tatsächlich noch eher Schlüsselkarte für Izzet als Goblin Electromancer, ja. Ich habe mich zu sehr davon ablenken lassen, diese ganzen überteuerten Sorceries und Instants irgendwie spielbar machen zu wollen… Aber klar, durch seine überlegene Präsenz in Kampfsituationen ist er besonders essenziell, auch wenn ich es für zu optimistisch halte darauf zu hoffen, dass er ein kompetent gebautes Rakdos-Deck im Alleingang stoppen würde. Ihn über Annihilating Fire zu picken wäre aber auf jeden Fall falsch. Nicht nur ist Removal weiterhin Removal (und drei Mana nicht teuer) und kann nicht nur bodengebundene Angreifer, sondern auch andere problematische Kreaturen stoppen: Wenn es jemand anderen am Tisch gibt, der einem die Weirds streitig macht, dann ist Izzet schlicht nicht draftbar, so einfach ist das – dafür ist es nicht tief genug. Nur wenn man seine Weirds vergleichsweise spät bekommen kann, hat man den richtigen Draftplan. Gibt man hingegen dafür Qualitätsremoval wie Annihilating Fire weiter, hat man am Ende auch kein taugliches Deck. (Und nein, ich denke nicht, dass man sich mit Azorius um ihn prügeln muss, dazu ist er zu farbintensiv, und Azorius hat zu viele gute Alternativen.)

toemmes: Ich denke, das Format ist zu tempo-orientiert, als dass man wiedeholt Mana offenhalten möchte, um eine mittelgroße Kreatur zu erzeugen. Insbesondere möchte ich mich in der Defensive NICHT darauf festlegen, meinen Zug effektiv abzugeben, um mit einem 3/1 First Striker zu drohen, der mir gegen zum Beispiel Giant Growth oder Electrickery verloren geht.

Teil 3:

ArneF: 7 Mana dauern sehr lange zu erreichen, und ohne eigene starke Boardpräsenz macht der Cyclonic Rift dann kaum mehr als ein Fog… Ich denke, man wird deutlich mehr Spiele damit gewinnen, ihn zum Abschaffen von Scavenge-Marken oder Token für 2 Mana zu benutzen, auch wenn ein gewisses Blowout-Potenzial in speziellen Situationen natürlich vorhanden ist.

Voidwielder kostet 5 Mana, nicht 4 Mana, und das ist ein HIMMELWEITER Unterschied, ganz besonders bei einer Karte, deren Aufgabe es ist, die eigene Defensive zu stabilisieren! Genau zwischen 4 und 5 Mana befindet sich üblicherweise der erste Zug, in dem man kein Land legt. Als defensive Option würde ich ihn überhaupt nicht einplanen – er ist mehr generelle Utility gegen Scavenge, Auren (auch auf eigenen Kreaturen), und Token. Hussar Patrol hingegen kommt nicht nur früher, sondern erwischt höchstwahrscheinlich auch einen gegnerischen 2-Drop (ein Aggro-Deck wird selten die Möglichkeit haben / es sich leisten können, um ihn herumzuspielen) und droht mit weiteren 2/2ern oder 3/2ern abzutauschen. Oh, UND er kann mithelfen, in die Offensive zu gelangen, aber das ist noch der geringste Bonus… Aus Sicht von Rakdos ist ein Voidwielder normalerweise ein erleichtertes “ein Glück hat er keinen GUTEN 5-Mana-Drop” wert, wenn es ihn überhapt noch zu sehen bekommt, während der Hussar häufig ein “Scheiße – verliere ich das jetzt?” provoziert. Oh, und Ogre Savant war so viel besser, weil er einen relevanten Body bot, der mit 3/3ern abtauschen konnte und auch in der Offesive nützlich war. (Und das Format war deutlich langsamer.)

Tower Drake: Ich bewerte die Option ihn zu pumpen nicht so hoch, da ich wenige Möglichkeiten sehe, WW offen zu halten. Dann lieber 2/2 und mein Mana benutzen.

Nuegun: An welcher Stelle habe ich behauptet, Stealer of Secrets sei keinen Slot wert? Ich sage nur, er ist kein allzu hoher Pick, und nichts für eine Drittfarbe. Stealer + Pursuit kann natürlich mal nett sein, ist aber ein wenig fragil und auch nicht die beste Lösung, wenn man in der Defensive ist (was in Izzet fast immer der Fall sein wird). Mein hauptsächliches Problem mit dieser Kombo ist, dass ich das Pursuit in Izzet generell nicht spielen will; dazu hat man einfach nicht die richtige Deckstruktur.

Teil 4:

Stone: Tatsächlich ging ich sogar davon aus, dass Wayfaring Temple immer, wenn er angreift, populiert – ich weiß wirklich nicht mehr, wieso! Vielleicht eine frühe, fehlerhafte Spoilerversion, die ich noch im Hinterkopf hatte? Jedenfalls ergibt meine Aussage so wahrlich keinen Sinn…

Handsome: Ja, so doll liest sich dieser Teil tatsächlich nicht – ich stand wohl ein wenig zu sehr unter Zeitdruck.

Teil 5:

Mitch: Deathrite Shaman kann ich noch nicht wirklich einschätzen (wie er in dieser Limited-Umgebung “Tempo” machen soll, verstehe ich allerdings nicht). Gegen das Scavenge-Deck ist er natürlich sehr stark. Um ihn ansonsten einzuschätzen, fehlt mir die Spielpraxis – man darf auch nicht vergessen, dass man ihn ja auch nicht immer in Runde 1 legt, sondern auch mal spät nachzieht, und dann hat er zwar potenziell mehr Futter, aber auch zu wenig Impact zu diesem Zeitpunkt. Mit “ein sehr früher Pick” glaube ich jedenfalls nicht, ihn unterschätzt zu haben!

Chaoshydra: Die Ratten stellen zumindest weniger Mana-Anforderungen. Andererseits sind sie aber, früh gespielt, viel leichter zu entsorgen, und spät gespielt brauchen sie länger, um das Spiel zu gewinnen.

Chickenfood: Ja, was ich zum Axebane Guardian sage ist der Teil, wo ich mich insgesamt an weitesten aus dem Fenster lehne. Er ist aber nun einmal die beste Möglichkeit, die Buntheit des Formats einigermaßen zuverlässig für sich auszunutzen, und praktisch die einzige, zuverlässig und rechtzeitig in höhere Manaregionen zu beschleunigen. Insbesondere im Matchup zwischen zwei nicht übermäßig aggressiven Decks ist der Spieler mit Guardians eigentlich unaufholbar im Vorteil… Und in was rampt man eigentlich hinein? Nun, in dieses ganze starke Removal für sechs Mana zum Beispiel. In die starken Rares für sechs bis acht Mana (wobei es nahezu egal ist, in welchen Farben sie sich befinden). In die Scavenge-Kosten der billigen Kreaturen, die man sowieso spielt. In die Overload-Kosten der Izzet-Sprüche. In Token-Produzenten wie Courser’s Accord und Latgeame-Commons wie Terrus Wurm. Möglichkeiten, sein Mana auszugeben, stellen gewiss nicht den Engpass dieses Decks dar… Fängt man mit Gatecreeper Vine und Axebane Guardian an, und der Gegner tut nichts hiergegen, kann man aller Wahrscheinlichkeit nach in Runde vier jeden 6-Mana-Spruch des Sets wirken – wie kann das schlecht sein? Eine auf den Guardians basierende Manaproduktion ermöglicht einem, praktisch JEDEN Lategame-Spruch zu spielen, und die Tatsache, dass das Format insgesamt eher schnell ist, bedeutet, dass man solche auch tatsächlich in größeren Mengen einsammeln kann, weil alle Drafter sich zunächst um ihr Early Game kümmern müssen. Natürlich benötig man trotzdem auch selbst gute 2-Drops, aber Weiß bietet da ja reichlich Alternativen (Azorius Arrester, Keening Apparition, Concordia Pegasus) – genau deswegen sage ich ja, dass das Guardian-Deck üblicherweise primär auf Selesnya aufbaut. Zur Not kann man den Gatecreeper Vine halt erst in Runde vier neben den Guardian legen (plus 4-Drop wie z.B. Towering Indrik oder Sluiceway Scorpion)

Meikel, TobiH: Vielen Dank für Ihr Leseverständnis!

Allgemein ist es noch zu früh, abschließend zu beurteilen, wie schnell das Environment letztendlich tatsächlich (im Gegensatz zu potenziell) sein wird, wenn immer mehr Drafter sich in Aggro-Strategien versuchen und diese dadurch verdünnt und geschwächt werden, und wenn die übrigen Drafter entsprechend gelernt haben, sich zuerst um ihre Defensive zu kümmern. Ich vermute, die Balance wird sich in einem Bereich einpendeln, in dem das fünffarbige Keyrune-Deck und das reaktive Izzet-Counter-Overload-Deck immer noch nicht mithalten können, das Ramp-Deck hingegen schon – wenn Aggro das Metagame beherrscht, ist Midrange der König, und Axebane Guardian ist DIE Schlüsselkarte in diesem Decktyp!

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My Return to Ravnica Draft Preview, Part 1

September 26, 2012

I have written a 5-part draft preview for Return to Ravnica, which is being published on PlanetMTG (it’s in German, obviously). This is a link to the first part (the others are already written and will appear every 2-3 days or so).

Rückzug, ein weiterer

July 10, 2011

Tja, gerade habe ich meinen ersten Anlauf zu einer Einleitung dieses Eintrags gelöscht, weil mir aufgefallen ist, dass ich eigentlich alles schon einmal gesagt habe. Seitdem ist es nur noch schlimmer geworden (zumindest in der deutschsprachigen Community; die englische verfolge ich nicht mehr genau genug, um dies feststellen zu können, aber zumindest kann ich auch keine Anzeichen erkennen, dass es dort anders wäre).

Was auf PlanetMTG und Magic Universe zusammen veröffentlicht wird, reicht (nach Aussortierung des Ausschusses und nachgereichtem Lektoriat der MU-Artikel) gerade einmal, um EINE Magic-Seite mit Content auf akzeptablem Niveau zu füllen – und auch dies nur, weil Tobi bei der Getsaltung des Programms beim Planeten immer stärker auf die Methoden seiner Frühzeit als Editor zurückgreift, als er – damals noch bei Magic Universe – das Grundgerüst des Contents selbst erstellte und durch Gastautoren nur ergänzte. Aufgehört hat er, wie es nach einer missverständlichen Ankündigung seinerseits einmal erwartet wurde, zwar nicht; aber er betreibt schon seit längerem in offensichtlicher Weise einen inneren Rückzug – sein Elan ist aufgebraucht, und es ist nicht erkennbar, dass er noch irgendwelche weiteren Ziele verfolgte, als den nur noch durch seine Trägheit in Bewegung verbliebenen, jedoch langsam ausrollenden Koloss PlanetMTG in dessen bisheriger Spur zu halten. Bei Magic Universe wiederum haben die Editoren hingegen längst das Editieren aufgegeben.

Und wieso sollte es auch anders sein? Für wen erscheinen diese Artikel denn eigentlich noch? Für die Michael Moormanns und mufl0ns der Szene? Wo ist das Publikum geblieben, welches Qualität zu würdigen wüsste oder gar einforderte? Weshalb also sich noch Mühe machen?

MagicBlogs ist als Nachfolger in die Fußstapfen von GerMagic als Plattform für  – nun ja, Magic-Blogs – getreten und demonstriert deutlich, wieso der Begriff PLATTform lautet. Die höchst geringe Frequenz dort erscheinender Einträge muss eigentlich als Segen betrachtet werden, ganz besonders, wenn man sich die neue M12-Review von moony ansieht, die nicht etwa nur belanglos, sondern sogar schädlich ist, weil aus demjenigen Drittel seiner Leserschaft, welches von Magic noch weniger versteht als der Autor, einige Leute diesen absolut haarsträubenden Unsinn möglicherweise sogar glauben. Wer gehofft hatte, dass möglicherweise in diesen Blogs eine neue Generation Artikelschreiber heranwächst, der sieht sich schmerzhaft enttäuscht: Tatsächlich sind sowohl Quantität als auch Qualität der Magic-Blogs noch in weit stärkerem Maß zurückgegangen, als bei den Magic-Artikeln! Deswegen machen die großen Magic-Seiten auch den Eindruck, als wenn sie nur noch künstlich beatmet würden: Es ist so. Der Brainpool der Szene ist so stark geschrumpft, dass er seine Spitzen nicht mehr versorgen kann.

Mein Rückzug aus Magic als kompetetivem Spiel ist längst abgeschlossen. Der Niedergang des Spiels selbst hält an, beschleunigt sich aber zumindest zuletzt nicht mehr deutlich. Doch der andere wichtige Anreiz neben dem Spiel selbst, sich in der Magic-Community umzutun – nämlich die Community – befindet sich im freien Fall. Aus Gewohnheit / Tradition / Nostalgie / naiver Hoffnung bin ich zwar zuletzt immer noch regelmäßig in dieser Community unterwegs gewesen, aber unterdessen ist das Missverhältnis zwischen dem Zeitwaufwand dafür, sowie den zahlreichen Enttäuschungen und Ärgernissen, welche ich dort vorfinde, einerseits; und den wenigen interessanten oder gar erfreulichen Dingen andererseits so groß geworden, dass ich nicht mehr im Stande bin, es zu ignorieren.

Deswegen klinke ich mich nun aus. Da ich mich in der einen oder anderen Weise weiterhin mit Magic beschäftigen werde, bedeutet dies nicht, dass ich Zeromagic komplett aufgäbe; aber die Häufigkeit meiner Einträge wird weiter abnehmen. Vor allem aber werde ich die enge Anbindung an die Community lösen, sowohl inhaltlich, als auch strukturell. Zeromagic wird weiterhin ein Ort sein, an dem ich meine privaten Ideen und Ansichten zum Thema Magic kundtue oder von  meinen persönlichen Erfahrungen mit diesem Spiel berichte, aber der Bezug zu anderen Teilen der Community wird verloren gehen. Anstatt eng mit ihren wichtigsten Knotenpunkten verwoben zu sein, wird Zeromagic zu einer abgelegenen Insel werden – zwar erreichbar, aber abseits der Hauptwege; und keine Zwischenstation mehr, sondern eher ein Übergang in andere Gefilde. Zeromagic ist fortan kein von mir betriebenes Magic-Blog mehr, sondern ein Blog von mir, in dem ich über Magic schreibe – ein Unterschied, der subtiler erscheinen mag, als er ist.

Wer sich für meine trotzdem noch gelegentlich geäußerten umfassenderen Ansichten zum Thema Magic interessiert, der sei auf meinen Twitter-Account verwiesen, auf dem ich immer mal wieder zu Magic-bezogenen Themen Stellung beziehe. Wer sich allgemein für meine Ansichten oder auch für von mir verfasste Belletristik interessiert, der sollte sich zusätzlich auch auf meinem Hauptblog Ein Platz für Andi umsehen. Insbesondere möchte ich jedem meinen Fantasy-Fortsetzungsroman Die Anstalt von Arkheim ans Herz legen, der bereits über 50 Kapitel erreicht hat, aber sich trotzdem noch in den allerersten Anfängen einer nach und nach aufgebauten epischen Erzählung befindet. Das solltet Ihr nicht verpassen!

Die Rückkehr der überflüssigen Set-Reviews

April 30, 2011

Chh ist vor einiger Zeit nach einem knappen Jahrzehnt Abwesenheit wieder in der Magic-Szene aufgetaucht, und er scheint diese Zeit wohl in einem Stasisfeld verbracht zu haben: Diese Art sinnlose  Pseudo-Artikel, bei denen man den dafür nötigen geistigen Aufwand mit einem Elektronenrastermikroskop suchen muss, waren in der deutschen Magic-Szene eigentlich – zum Glück! – bereits ausgestorben!

Aber da ist es wieder alles: Das “Erster”-Syndrom, welches einen dazu zwingt, etwas zu schreiben, bevor man etwas zu sagen hat; die Rückkehr zu der unsäglichen R&D-Skala, welche selbst dort auf Grund ihrer fundamentalen Unzulänglichkeiten seit Jahren nicht mehr in Gebrauch ist; die sinnfreie Auflistung aller Karten nach Farben und Alphabet; die aussagelosen Kurzkommentare, deren Informationswert in Schnitt geringer ist, als wenn man stattdessen den Kartentext noch einmal in Großschrift wiederholte (nicht, dass dies nicht gelegentlich effektiv sogar der Fall wäre!); der oberpeinliche gescheiterte Versuch, lässig und witzig zu formulieren, der nur noch deutlicher herausstreicht, dass dieser Artikel letzlich nur aus unübersichtlich präsentierten Kartenbildern besteht; sowie die Weigerung, die selbstgewählte Skala wenigstens konsequent zu benutzen (wenn zum Beispiel eine zwar marginale, aber offensichtliche SB-Option gegen Infect-Decks wie Defensive Stance eine 0,0 erhält)… wenn Jürgen Klopp nicht heute Deutscher Fußballmeister geworden wäre, müsste ich ja befürchten, mich in eine Zeitmaschine verirrt zu haben!

Ich weiß nicht, wann ich zuletzt auf dem Planeten einen derart veröffentlichungsunwürdigen Artikel gelesen habe. (Glücklicherweise war es ja nicht viel zu lesen; die Karten kannte ich ja schon!) Nächstes mal bitte, wenn man schon artikeltechnisch in die Vergangenheit zurückreisen möchte, einfach den guten alten Visual Spoiler für die Leute wiederbringen, die zu dumm, zu faul oder zu uninformiert sind, Gatherer zu benutzen – der ist wenigstens übersichtlich und hübsch anzusehen!

Oh, und vielleicht kann jemand aus NRW ja bei Tobi sicherheitshalber eine Elektroschocktherapie vornehmen? Ich kann nicht fassen, dass ein eigentlich kompetenter Editor sich dazu herablässt, einen derartigen Mist auf der von ihm betreuten Seite zu präsentieren! (Und das, nachdem er doch neulich erst belegt hat, dass er doch durchaus schlechte Artikel auch ablehnt!) Ich zwicke mich lieber noch einmal… Dortmund Meister, okay, damit komme ich klar – aber das hier?#

(Nachtrag: Vielleicht sollte ich ja in diesem Zusammenhang hierauf verweisen. Das hätte igentlich der Grabgesang auf diee Art Artikel sein sollen, und einige Jahre hat das ja auch funktioniert…)