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Ausblicke

April 3, 2009

Wieder sind die ersten offiziellen Previews für ein neues Set bekannt. Auf dem inoffiziellen Spoiler von MTG Salvation findet Ihr sie (der Spoiler ist zwar inoffiziell, aber die Quellen sind größtenteils offizielle Previews aus Magazinen und auch ansonsten sehr zuverlässig).

Bereits bei Conflux habe ich darauf hingewiesen, dass Wizards natürlich höchst genau darauf achten, welche Karten sie für Previews freigeben, und dass sie insbesondere natürlich Wert darauf legen, mit diesen bereits alle wichtigen Motive des neuen Sets zu präsentieren. (Abgesehen von gewissen Leuten, die mir aus Prinzip immer widersprechen, konnte das auch jeder nachvollziehen, denn genau dafür sind Previews ja da.) Ich denke, für Alara Reborn sind wir jetzt ungefähr gleich weit fortgeschritten – das Kartefakt fehlt zwar diesmal, aber da dessen Märzausgabe keine Preview-Karten hatte und die Aprilausgabe erst kurz vor dem Prerelease erscheint, erwarte ich nicht, dass sich hier noch allzu Wichtiges versteckt.

Also schauen wir uns die Motive von Alara Reborn einmal an:

1. Alle Karten sind “gold”. Das ist aus einer Pressemitteilung bekannt. Ob das nun bedeutet, dass auch wirklich alle Karten mehrfarbig sind, oder ob die etwas lockerere Bezeichnung “Gold” vielleicht auch entsprechende Länder einschließt, steht noch nicht fest, macht aber keinen wirklichen Unterschied. Wie ich dazu stehe, wisst Ihr ja schon: Wizards prügeln mit einem dicken Felsbrocken das letzte bisschen Besonderheit aus den mehrfarbigen Karten, und als Set-Aufhänger ist “alles ist Gold” primitiv und einfallslos! Im Vergleich dazu gefällt mir selbst das “creatures only” Thema von Legions noch besser, da es immerhin kreative Lösungen für das Problem, Spell-Slots mit Kreaturen zu füllen, erzwang.

2. Die Shards-Mechaniken bleiben uns erhalten, überschreiten aber die ehemaligen Shards-Grenzen und kombinieren sich teilweise (siehe zum Beispiel Ethercaste Knight). Das ist nichts Spektakuläres, aber gutes Handwerkszeug insbesondere für Limited-Zwecke.

3. Es gibt ein “Gold Matters” Motiv (siehe Knight of New Alara und “Jund Muckcutter” – dieser Kartenname steht noch nicht endgültig fest). Buntheit wird also NOCH stärker belohnt als zuvor…

4. Es gibt zweifarbige Kreaturen mit doppeltem Landcycling (extrapoliert von Pale Recluse). Das ist natürlich sehr wichtig fürs Limited, ebenso wie es das Basiclandcycling in Conflux war, insbesondere, da Karten wie Armillary Sphere wegen des “alles ist Gold” Motivs nicht möglich sind. Auch das fällt in die Kategorie “Handwerkszeug”, ist notwendiger Teil der Ausarbeitung einer Idee und weniger selbst eine besondere Idee.

5. Nach Dreifarbigkeit (Shards of Alara) und Fünffarbigkeit (Conflux) tritt diesmal wieder Zweifarbigkeit in den Vordergrund, und zwar mit benachbarten Farben. Das ist ein “Educated Guess”, der auf den bereits bekannten Karten, sowie den Implikationen, die sich aus der Existenz der Doppel-Landcycler und der sich überschneidenden Shards-Mechaniken ergeben, beruht. Ethercaste Knight zum Beispiel zeigt, wie sich aus den Gemeinsamkeiten, die Esper und Bant besitzen, eine UW-Kreatur ergibt. Auch der folgende Punkt unterstützt diese Theorie. Limited wird dadurch natürlich stark beeinflusst, weil Shards-Decks, die auf zwei Freundfarben beruhen und die dritte Shard-Farbe als Splash oder maximal Nebenfarbe nutzen, attraktiver werden. (Ich kann sogar schon eine provisorische Draftstrategie formulieren: Entscheidet Euch in Shards für einen – na klar – Shard. Konzentriert Euch dann in Conflux auf ein Farbpaar, nicht zuletzt auch abhängig von den Schutzbären und Landcyclern, die Ihr zu sehen kriegt. Füllt dann mit Reborn Euer AB/c-Deck auf. Hey: ERSTER!)

6. THE BIG THING: Es gibt jetzt kombinierte Hybrid/Goldkarten (Jund Muckcutter, Marisi Twinclaw – Namen können sich noch ändern)! So also schaffen es Wizards, nach einem fünffarbigen Set NOCH bunter zu werden, ohne eine sechste Farbe zu benutzen. Von der Funktion her sind diese Hybridgoldlinge für zweifarbige Decks das, was Hybride im Shadowmoor-Block für einfarbige waren: Ein G/W-Hybrid konnte in Mono-W, Mono-G oder in G/W gespielt werden. Ein (B/G)R-Hybrid wie der Muckcutter kann dementsprechend in G/R, B/R oder in Jund (B/G/R) gespielt werden – es ist das gleiche Prinzip, nur dass die Monofarben durch die fünf Freundfarbenpaare ersetzt werden, und die Farbenpaare durch die Shards. Genau so, wie in Shadowmoor Monofarben auf diese Weise mehr Karten zur Auswahl hatten, gibt Alara Reborn hier den Freundfarbpaaren mehr Auswahl und unterstützt somit massiv das Thema “zurück zur Zweifarbigkeit”. Von einem abstrakten Standpunkt aus ist das nicht einmal unkreativ, gewissermaßen eine parallele Übertragung eines Prinzips in eine höhere Stufe. Von einem spielästhetischen Standpunkt aus allerdings kommt mir hier einfach nur das Kotzen: Man kann sich nicht beliebig weit von den Grundlagen eines Spiels entfernen, ohne dessen Charakter grundlegend zu verändern! Bereits mehrfarbige Karten belasten die fundamentale Idee der fünf durch Farben beschriebenen magischen Philosophien, aber in gewissen Maßen bieten sie natürlich eine durchaus interessante Abwechslung. Hier aber lassen die Hybridgoldlinge herkömmliche Multicolor-Karten bereits als “normal” erscheinen! Elfmeterschießen als gelegentlicher Spannungshöhepunkt zur Entscheidung von Pokalpartien gibt dem Fußball eine zusätzliche Würze. Aber will man deswegen gleich mit Elfmeterschießen beginnen (wer zuerst 50 Tore erzielt, hat gewonnen)?

7. Und dann ist da noch Double Cast. Die Grundidee hinter dieser Mechanik ist meiner Meinung nach… Clash! Jawohl, daum geht es nämlich: Ein Minispiel im Spiel zu erzeugen und “Timmy-Momente” zu erschaffen. Im Gegensatz zum “all upside” Clash ist Double Cast sogar “always upside”: Man bekommt IMMER einen zusätzlichen Effekt, die Spannung entsteht dadurch, dass man nicht weiß, welchen! Gerade im Limited wird ein einziger Double Cast wohl oft Spiele entscheiden, und natürlich sind auch Abwärts-Ketten denkbar – drei oder gar vier Sprüche in einem, das sollte normalerweise für einen Sieg ausreichen! Wenn einem so etwas gelingt, dann fühlt man sich zwar für einen Moment wie vom Weihnachtsmann im Sommer beschert, aber ist eine random Mechanik mit potenziell brokenem Ausgang wirklich so eine tolle Sache für das Spiel? Vielleicht für die neu definierte Zielgruppe des Spiels… Für Liebhaber von Magic als Denksport, so wie mich,  wohl kaum!

Wieder einmal bin ich also vom Konzept eines neuen Magic-Sets wenig angetan.

Eine andere Sache will ich nock kurz ansprechen: Hat nicht irgendjemand (ich glaube, es war TMM) in seinem Turnierbericht beiläufig erwähnt, dass es keine Amateurpreise bei PTQs mehr gibt? Stimmt das wirklich?

Wenn ja, dann ist das nicht einfach nur eine weitere Einsparung im Turnierbereich (ein Display pro PTQ macht Wizards ja auch nicht gerade arm, aber naja…), sondern ein weiteres deutliches Indiz für meine These, dass Wizards die RL-Turnierszene unterdessen am Arsch vorbei geht! Diese Amateurpreise erfüllten nämlich einen ganz klar umrissenen Zweck: Sie sollten Nichtturnierspieler zu Turnierspielern und Gelegenheitsturnierspieler zu Gewohnheitsturnierspielern machen. Sie stellten einen ganz bewussten Anreiz für Nicht-Pros dar, an Turnieren teilzunehmen und sollten auch Appetit auf mehr wecken. Sie waren essenzieller Bestandteil einer Werbekampagne mit dem Ziel, aus Casualspielern Turnierspieler heranzuziehen.

Diese Werbekampagne (“Dein Weg zur Pro Tour” und so) ist meines Wissens schon längst eingeschläfert worden. Sollte der Wegfall der Amateurdisplays sich tatsächlich bestätigen, sollte jedem klar sein, dass Wizards sich gar keinen Nachwuchs für die Turnierszene mehr wünschen, sondern diese unbequeme und unlukrative Teilkundschaft nur noch so weit wie nötig verwalten. Kostengründe können hier ja nun wirklich nur eine äußerst untergeordnete Rolle gespielt haben…

Wer weiß Genaues?

Ich habe fertig!

January 30, 2009

Man muss das Wahre immer wiederholen, weil auch der Irrtum um uns herum immer wieder gepredigt wird, und zwar nicht von einzelnen, sondern von der Masse.

Mit diesem Wortlaut habe ich das berühmte Zitat von Goethe an allerlei Stellen im Netz gefunden.

Nur, irgendwann wird eben jeder – ja, selbst ich! – des Predigens müde. Ich habe jetzt tagelang gewartet, dass irgendjemand anders etwas zu der zurückgekehrten Idiotie sagt, Limited-Previews zu verfassen, bevor auch nur eine offizielle Spoilerliste des Sets vorliegt, oder dass irgendjemand anders darauf hinweist, dass die selben Leser, die einem Artikel (genau genommen sind es ja bereits zwei) als Bewertungen 9en oder 10en ‘reinschieben, weil er halt vom Charly ist und deswegen gut sein muss, dem selben Artikel, falls da ein Verfassername drüber gestanden hätte, den sie nicht kannten, 1en bis 3en gegeben hätten, weil er lediglich aus unausgegorenen Vermutungen und nichtssagenden Allgemeinplätzen besteht. Ich habe so oft über die Idiotie, unbedingt der Erste zu sein, der über ein neues Set schreibt, unabhängig davon, ob man bereits etwas Substanzielles dazu zu sagen weiß, sowie über die Angewohnheit der Community, Aussagen nach dem Ruf ihres Verfassers, und nicht etwa nach ihrem Gehalt zu beurteilen, Artikel verfasst und gebloggt, dass mich die Lust verlässt.

Gegen Windmühlenflügel kann man ja noch kämpfen – sind sie erst einmal zerstört, kommen sie auch nicht wieder – aber Unvernunft und Dummheit wachsen in der menschlichen Gesellschaft mit einer absolut erschreckenden Geschwindigkeit nach. Ich jedenfalls reiche das Schwert an denjenigen weiter, der es haben will, falls sich da jemand findet: Alles, was es zu diesem Unfug zu sagen gibt, habe ich bereits gesagt. Mag jemand anders den Kampf gegen die Unsitte, Aktualität über Qualität zu stellen, sowie gegen die Hörigkeit der Community gegenüber großen Namen wiederaufnehmen. Oder lasst es halt – dann kriegt Ihr eben solche Artikel, wie Ihr sie auch verdient!

Auch über Magic-Strategie habe ich – in demjenigen Rahmen, in dem ich dazu fähig war, denn im Gegensatz zu so manchem anderen bin ich tatsächlich nicht größenwahnsinnig – bereits viel geschrieben. Hier GIBT es zwar noch reichlich zu entdecken und zu formulieren, aber als kaum noch aktiver Spieler bin ich nicht mehr der Richtige dafür, dies zu tun. Zwar schreiben Autoren wie Trash, Bohny oder MiDi auf dem Planeten oder Phips und Charly im Universum hierzu durchaus immer mal wieder Lesenswertes, aber weder ihre Werke, noch die sich daran anschließenden Diskussionen werden ihrem Status als die zur Zeit wichtigsten deutschen Magic-Artikelschreiber gerecht. Sie müssen einfach zu wenig tun, um sich an die Spitze der deutschen (österreichischen, schweizerischen) Magic-Schreiberschaft zu setzen und das Wohlwollen des Publikums zu erlangen, und sie tun dementsprechend wenig. Kritik wird kaum laut, und wenn sie geäußert wird, kaum beachtet (das schließt Kritik von mir ausdrücklich aus, aber ich kritisiere eben zuletzt immer weniger).

Letztlich kriegt die Masse eben immer das, was sie verdient, seien es die Bild-Zeitung, das Dschungelcamp oder DJ Ötzi – oder eben Schnellschuss-Set-Previews zu Conflux und Draftwalkthroughs ohne jeglichen Mehrwert. Ihr wollt es eben doch!

Deswegen gebe ich Euch heute ausnahmsweise einmal das zu lesen, was Ihr lesen WOLLT (und nicht etwa, wie sonst, das was Ihr lesen SOLLTET), allerdings in deutlich verkürzter Form, denn ich werde hier ja nicht dafür bezahlt:

1. Ein Alara-Draftwalkthrough

Ich habe es wieder mit der “Force-Leftest”-Strategie versucht. Dabei drafte ich auf MTGO einfach immer diejenige Karte, welche der Computer mir in einem Booster als die Linkeste anzeigt. Probiert es ruhig einmal aus – mit nur ein wenig Übung habt Ihr den Dreh bestimmt schnell heraus!

Leider bin ich bisher mit dieser Strategie immer in der ersten Runde der Drafts ausgeschieden, mit der üblichen Mischung aus Flood und Screw und Topdecks beim Gegner, und… naja… außerdem konnte ich meine Sprüche nur selten ausspielen, aber daran lag es bestimmt nicht!

2. Alara Reborn, ein Preview

Es sind zwar noch keine Karten aus dem dritten Set dieses Blocks bekannt, aber auf Grund meiner langjährigen Erfahrung als Spieler kann ich Euch bereits folgendes dazu sagen:

Es wird wieder Karten aus allen fünf Farben geben, teilweise sogar mehrfarbige, denn Alara ist ja ein Multicolor-Block. Achtet also darauf, dass Ihr das richtige Mana für Eure Sprüche habt! Alara Reborn wird Manafixer besitzen. Die sind wichtig für Eure Decks.

Removal ist im Limited gut, und um so besser, je weniger es kostet und je mehr gegnerische Kreaturen Ihr damit abstellen könnt. Kreaturen sind gut, wenn sie groß sind oder Evasion-Abilities besitzen. Außerdem wird es einige Kreaturen geben, welche Fähigkeiten aufweisen, die man ohne Spielpraxis nicht gut einschätzen kann. Ich mag solche Kreaturen nicht, weil sie “situationsabhängig” sind und möchte Euch deswegen von ihnen abraten. Sollte sich dann später herausstellen, dass sie doch gut sind, dann wird mir schon eine Einschränkung einfallen, mit der ich diese Aussage relativieren kann, zum Beispiel, dass ich einen bestimmten “Archetyp” entdeckt habe, in dem sie gut sind. In jedem Fall haltet nach Rare-“Bomben” Ausschau: Das sind Karten, bei denen jeder sofort sieht, das sie gut sind. Die SIND dann auch wirklich gut, und wenn Ihr sie im Sealed öffnet, freut Euch, und wenn Ihr sie im Draft seht, nehmt sie so früh wie möglich, denn auch mit Alara Reborn entscheiden Bomben im Limited Spiele!

Ach so, zu den beiden obigen Kurzartikeln müsst Ihr noch wissen, dass ich über 10 Lifetime Pro Tour Points verfüge und ein Total Rating von über 1900 besitze! Deswegen habe ich offensichtlich Ahnung, und was ich schreibe, ist natürlich gut!

Das war’s dann erst mal.