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Rückzug, ein weiterer

July 10, 2011

Tja, gerade habe ich meinen ersten Anlauf zu einer Einleitung dieses Eintrags gelöscht, weil mir aufgefallen ist, dass ich eigentlich alles schon einmal gesagt habe. Seitdem ist es nur noch schlimmer geworden (zumindest in der deutschsprachigen Community; die englische verfolge ich nicht mehr genau genug, um dies feststellen zu können, aber zumindest kann ich auch keine Anzeichen erkennen, dass es dort anders wäre).

Was auf PlanetMTG und Magic Universe zusammen veröffentlicht wird, reicht (nach Aussortierung des Ausschusses und nachgereichtem Lektoriat der MU-Artikel) gerade einmal, um EINE Magic-Seite mit Content auf akzeptablem Niveau zu füllen – und auch dies nur, weil Tobi bei der Getsaltung des Programms beim Planeten immer stärker auf die Methoden seiner Frühzeit als Editor zurückgreift, als er – damals noch bei Magic Universe – das Grundgerüst des Contents selbst erstellte und durch Gastautoren nur ergänzte. Aufgehört hat er, wie es nach einer missverständlichen Ankündigung seinerseits einmal erwartet wurde, zwar nicht; aber er betreibt schon seit längerem in offensichtlicher Weise einen inneren Rückzug – sein Elan ist aufgebraucht, und es ist nicht erkennbar, dass er noch irgendwelche weiteren Ziele verfolgte, als den nur noch durch seine Trägheit in Bewegung verbliebenen, jedoch langsam ausrollenden Koloss PlanetMTG in dessen bisheriger Spur zu halten. Bei Magic Universe wiederum haben die Editoren hingegen längst das Editieren aufgegeben.

Und wieso sollte es auch anders sein? Für wen erscheinen diese Artikel denn eigentlich noch? Für die Michael Moormanns und mufl0ns der Szene? Wo ist das Publikum geblieben, welches Qualität zu würdigen wüsste oder gar einforderte? Weshalb also sich noch Mühe machen?

MagicBlogs ist als Nachfolger in die Fußstapfen von GerMagic als Plattform für  – nun ja, Magic-Blogs – getreten und demonstriert deutlich, wieso der Begriff PLATTform lautet. Die höchst geringe Frequenz dort erscheinender Einträge muss eigentlich als Segen betrachtet werden, ganz besonders, wenn man sich die neue M12-Review von moony ansieht, die nicht etwa nur belanglos, sondern sogar schädlich ist, weil aus demjenigen Drittel seiner Leserschaft, welches von Magic noch weniger versteht als der Autor, einige Leute diesen absolut haarsträubenden Unsinn möglicherweise sogar glauben. Wer gehofft hatte, dass möglicherweise in diesen Blogs eine neue Generation Artikelschreiber heranwächst, der sieht sich schmerzhaft enttäuscht: Tatsächlich sind sowohl Quantität als auch Qualität der Magic-Blogs noch in weit stärkerem Maß zurückgegangen, als bei den Magic-Artikeln! Deswegen machen die großen Magic-Seiten auch den Eindruck, als wenn sie nur noch künstlich beatmet würden: Es ist so. Der Brainpool der Szene ist so stark geschrumpft, dass er seine Spitzen nicht mehr versorgen kann.

Mein Rückzug aus Magic als kompetetivem Spiel ist längst abgeschlossen. Der Niedergang des Spiels selbst hält an, beschleunigt sich aber zumindest zuletzt nicht mehr deutlich. Doch der andere wichtige Anreiz neben dem Spiel selbst, sich in der Magic-Community umzutun – nämlich die Community – befindet sich im freien Fall. Aus Gewohnheit / Tradition / Nostalgie / naiver Hoffnung bin ich zwar zuletzt immer noch regelmäßig in dieser Community unterwegs gewesen, aber unterdessen ist das Missverhältnis zwischen dem Zeitwaufwand dafür, sowie den zahlreichen Enttäuschungen und Ärgernissen, welche ich dort vorfinde, einerseits; und den wenigen interessanten oder gar erfreulichen Dingen andererseits so groß geworden, dass ich nicht mehr im Stande bin, es zu ignorieren.

Deswegen klinke ich mich nun aus. Da ich mich in der einen oder anderen Weise weiterhin mit Magic beschäftigen werde, bedeutet dies nicht, dass ich Zeromagic komplett aufgäbe; aber die Häufigkeit meiner Einträge wird weiter abnehmen. Vor allem aber werde ich die enge Anbindung an die Community lösen, sowohl inhaltlich, als auch strukturell. Zeromagic wird weiterhin ein Ort sein, an dem ich meine privaten Ideen und Ansichten zum Thema Magic kundtue oder von  meinen persönlichen Erfahrungen mit diesem Spiel berichte, aber der Bezug zu anderen Teilen der Community wird verloren gehen. Anstatt eng mit ihren wichtigsten Knotenpunkten verwoben zu sein, wird Zeromagic zu einer abgelegenen Insel werden – zwar erreichbar, aber abseits der Hauptwege; und keine Zwischenstation mehr, sondern eher ein Übergang in andere Gefilde. Zeromagic ist fortan kein von mir betriebenes Magic-Blog mehr, sondern ein Blog von mir, in dem ich über Magic schreibe – ein Unterschied, der subtiler erscheinen mag, als er ist.

Wer sich für meine trotzdem noch gelegentlich geäußerten umfassenderen Ansichten zum Thema Magic interessiert, der sei auf meinen Twitter-Account verwiesen, auf dem ich immer mal wieder zu Magic-bezogenen Themen Stellung beziehe. Wer sich allgemein für meine Ansichten oder auch für von mir verfasste Belletristik interessiert, der sollte sich zusätzlich auch auf meinem Hauptblog Ein Platz für Andi umsehen. Insbesondere möchte ich jedem meinen Fantasy-Fortsetzungsroman Die Anstalt von Arkheim ans Herz legen, der bereits über 50 Kapitel erreicht hat, aber sich trotzdem noch in den allerersten Anfängen einer nach und nach aufgebauten epischen Erzählung befindet. Das solltet Ihr nicht verpassen!

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Mehr als Magic

February 8, 2009

Auf Andis Andersartige Ansichten habe ich mir ein paar Gedanken gemacht, die über die Entwicklung von Magic hin zum virtuellen Spiel hinaus gehen – vielleicht interessieren sie Euch ja:

The Big Picture

Ich habe fertig!

January 30, 2009

Man muss das Wahre immer wiederholen, weil auch der Irrtum um uns herum immer wieder gepredigt wird, und zwar nicht von einzelnen, sondern von der Masse.

Mit diesem Wortlaut habe ich das berühmte Zitat von Goethe an allerlei Stellen im Netz gefunden.

Nur, irgendwann wird eben jeder – ja, selbst ich! – des Predigens müde. Ich habe jetzt tagelang gewartet, dass irgendjemand anders etwas zu der zurückgekehrten Idiotie sagt, Limited-Previews zu verfassen, bevor auch nur eine offizielle Spoilerliste des Sets vorliegt, oder dass irgendjemand anders darauf hinweist, dass die selben Leser, die einem Artikel (genau genommen sind es ja bereits zwei) als Bewertungen 9en oder 10en ‘reinschieben, weil er halt vom Charly ist und deswegen gut sein muss, dem selben Artikel, falls da ein Verfassername drüber gestanden hätte, den sie nicht kannten, 1en bis 3en gegeben hätten, weil er lediglich aus unausgegorenen Vermutungen und nichtssagenden Allgemeinplätzen besteht. Ich habe so oft über die Idiotie, unbedingt der Erste zu sein, der über ein neues Set schreibt, unabhängig davon, ob man bereits etwas Substanzielles dazu zu sagen weiß, sowie über die Angewohnheit der Community, Aussagen nach dem Ruf ihres Verfassers, und nicht etwa nach ihrem Gehalt zu beurteilen, Artikel verfasst und gebloggt, dass mich die Lust verlässt.

Gegen Windmühlenflügel kann man ja noch kämpfen – sind sie erst einmal zerstört, kommen sie auch nicht wieder – aber Unvernunft und Dummheit wachsen in der menschlichen Gesellschaft mit einer absolut erschreckenden Geschwindigkeit nach. Ich jedenfalls reiche das Schwert an denjenigen weiter, der es haben will, falls sich da jemand findet: Alles, was es zu diesem Unfug zu sagen gibt, habe ich bereits gesagt. Mag jemand anders den Kampf gegen die Unsitte, Aktualität über Qualität zu stellen, sowie gegen die Hörigkeit der Community gegenüber großen Namen wiederaufnehmen. Oder lasst es halt – dann kriegt Ihr eben solche Artikel, wie Ihr sie auch verdient!

Auch über Magic-Strategie habe ich – in demjenigen Rahmen, in dem ich dazu fähig war, denn im Gegensatz zu so manchem anderen bin ich tatsächlich nicht größenwahnsinnig – bereits viel geschrieben. Hier GIBT es zwar noch reichlich zu entdecken und zu formulieren, aber als kaum noch aktiver Spieler bin ich nicht mehr der Richtige dafür, dies zu tun. Zwar schreiben Autoren wie Trash, Bohny oder MiDi auf dem Planeten oder Phips und Charly im Universum hierzu durchaus immer mal wieder Lesenswertes, aber weder ihre Werke, noch die sich daran anschließenden Diskussionen werden ihrem Status als die zur Zeit wichtigsten deutschen Magic-Artikelschreiber gerecht. Sie müssen einfach zu wenig tun, um sich an die Spitze der deutschen (österreichischen, schweizerischen) Magic-Schreiberschaft zu setzen und das Wohlwollen des Publikums zu erlangen, und sie tun dementsprechend wenig. Kritik wird kaum laut, und wenn sie geäußert wird, kaum beachtet (das schließt Kritik von mir ausdrücklich aus, aber ich kritisiere eben zuletzt immer weniger).

Letztlich kriegt die Masse eben immer das, was sie verdient, seien es die Bild-Zeitung, das Dschungelcamp oder DJ Ötzi – oder eben Schnellschuss-Set-Previews zu Conflux und Draftwalkthroughs ohne jeglichen Mehrwert. Ihr wollt es eben doch!

Deswegen gebe ich Euch heute ausnahmsweise einmal das zu lesen, was Ihr lesen WOLLT (und nicht etwa, wie sonst, das was Ihr lesen SOLLTET), allerdings in deutlich verkürzter Form, denn ich werde hier ja nicht dafür bezahlt:

1. Ein Alara-Draftwalkthrough

Ich habe es wieder mit der “Force-Leftest”-Strategie versucht. Dabei drafte ich auf MTGO einfach immer diejenige Karte, welche der Computer mir in einem Booster als die Linkeste anzeigt. Probiert es ruhig einmal aus – mit nur ein wenig Übung habt Ihr den Dreh bestimmt schnell heraus!

Leider bin ich bisher mit dieser Strategie immer in der ersten Runde der Drafts ausgeschieden, mit der üblichen Mischung aus Flood und Screw und Topdecks beim Gegner, und… naja… außerdem konnte ich meine Sprüche nur selten ausspielen, aber daran lag es bestimmt nicht!

2. Alara Reborn, ein Preview

Es sind zwar noch keine Karten aus dem dritten Set dieses Blocks bekannt, aber auf Grund meiner langjährigen Erfahrung als Spieler kann ich Euch bereits folgendes dazu sagen:

Es wird wieder Karten aus allen fünf Farben geben, teilweise sogar mehrfarbige, denn Alara ist ja ein Multicolor-Block. Achtet also darauf, dass Ihr das richtige Mana für Eure Sprüche habt! Alara Reborn wird Manafixer besitzen. Die sind wichtig für Eure Decks.

Removal ist im Limited gut, und um so besser, je weniger es kostet und je mehr gegnerische Kreaturen Ihr damit abstellen könnt. Kreaturen sind gut, wenn sie groß sind oder Evasion-Abilities besitzen. Außerdem wird es einige Kreaturen geben, welche Fähigkeiten aufweisen, die man ohne Spielpraxis nicht gut einschätzen kann. Ich mag solche Kreaturen nicht, weil sie “situationsabhängig” sind und möchte Euch deswegen von ihnen abraten. Sollte sich dann später herausstellen, dass sie doch gut sind, dann wird mir schon eine Einschränkung einfallen, mit der ich diese Aussage relativieren kann, zum Beispiel, dass ich einen bestimmten “Archetyp” entdeckt habe, in dem sie gut sind. In jedem Fall haltet nach Rare-“Bomben” Ausschau: Das sind Karten, bei denen jeder sofort sieht, das sie gut sind. Die SIND dann auch wirklich gut, und wenn Ihr sie im Sealed öffnet, freut Euch, und wenn Ihr sie im Draft seht, nehmt sie so früh wie möglich, denn auch mit Alara Reborn entscheiden Bomben im Limited Spiele!

Ach so, zu den beiden obigen Kurzartikeln müsst Ihr noch wissen, dass ich über 10 Lifetime Pro Tour Points verfüge und ein Total Rating von über 1900 besitze! Deswegen habe ich offensichtlich Ahnung, und was ich schreibe, ist natürlich gut!

Das war’s dann erst mal.

Besseres zu tun

November 28, 2008

Wenn ein Kommentator nichts Besseres zu tun hat, als unter einem privaten Blogeintrag dessen Autor zu fragen, ob er denn nichts Besseres zu tun hätte, als seine Einträge zu verfassen… nun, dann habe ich normaler Weise Besseres zu tun, als auf diesen Hirntod-verdächtigen Umstand hinzuweisen (was Tobi dann netterweise für mich getan hat). Allerdings passt diese Geschichte diesmal einfach zu gut als Überleitung zu einem etwas anderen Thema:

Auf GerMagic konnte man in den letzten Tagen ein interessantes Phänomen beobachten: Erst entstand dort eine Handvoll inhaltsloser Ersteinträge kurz hintereinander. Dann verfassten einige etablierte Schreiber eine Handvoll Beiträge, deren Inhalt sich im Wesentlichen darauf beschränkte, diese Inhaltslosigkeit anzuprangern.

Großes Kino! Haben die denn alle nichts Besseres zu tun? Nun, diese Frage zielt in die falsche Richtung! Jemanden zu fragen, ob er denn nichts Besseres zu tun hätte, als ein Blog zu führen, in dem er schreibt, was immer ihm gerade durch den Kopf geht, das ist einfach widersinnig. “Du führst Tagebuch? Hast Du denn nichts Besseres zu tun?” Man kann doch ohne größere geistige Verrenkungen annehmen, dass es dem Autor – aus welchen Gründen auch immer – wichtig ist, seine Gedanken niederzuschreiben, und auf welcher Grundlage soll man das kritisieren?

Diese Grundlage ist natürlich GerMagic! Durch dessen Art der Präsentation als “MTG Blogs” misst diese Seite solchen Blogs einen Stellenwert zu, den sie nicht verdienen. Auch GerMagic ist natürlich eine Privatseite (und EBs Weigerung, diesen Umstand durch das Schalten von Werbung in Frage zu stellen, ist so ziemlich das Einzige, was ich an ihm sympathisch finde), aber durch ihren Stellenwert und wohl auch selbst gewählten Anspruch als DAS deutsche Magic-Portal hat sie den Bereich des bloßen privaten Vorsichhinwurstelns eindeutig verlassen. Was hier zuoberst auf der Frontseite mit einer kurzen Textvorschau verlinkt wird, das wird nicht einfach nur verlinkt, das wird PRÄSENTIERT. Die umfassenden Verlinkungen befinden sich im “MTG Pop” Bereich, aber mit “MTG Blogs” wird eine Auswahl vorgenommen, die eine zumindest partielle Identifikation von GerMagic und damit effektiv eine Empfehlung bedeutet.

Als mir EB vor ein paar Monaten anbot, mit Zeromagic auf “MTG Blogs” umzuziehen, lehnte ich dies hauptsächlich aus folgenden Gründen ab: Einmal hatte ich kein Bedürfnis, mit GerMagic (und damit letztendlich mit EB) identifiziert zu werden, und zum anderen wollte ich nicht Teil einer Auswahl sein, die nicht nach qualitativen Kriterien getroffen wurde, sondern danach, wer sich von diesem Konzept hatte vereinnahmen lassen. Wie ich damals bereits formulierte:

“MTG Blogs wird von Blogeinträgen überschwemmt, die schlicht und einfach nicht lesenswert sind. Das führt nur dazu, dass ich auch die paar lesenswerten nicht mehr lese, weil ich keine Lust habe, in diesem Riesenhaufen Verbalmüll danach zu suchen!”

und

“EB hat es Leuten ermöglicht, mit dem selben geringen Aufwand ein Blog zu betreiben, mit dem man einen Forenthread vollspammt, und die Ergebnisse sind vergleichbar. Diejenigen Blogger, die sich mit ihrem Blog tatsächlich Mühe geben, gehen unter. Das ist genau das Gegenteil von dem, was ich mir wünsche!”

An wen muss jetzt also der Vorworf gehen? An die ganzen “Hallo Welt, hier bin ich, und sobald ich weiß, worüber, werde ich auch ganz doll viel schreiben”-Blogger, oder an diejenige Seite, welche sie auf einer viel zu exponierten Plattform vorbehaltlos präsentiert und damit die ambitionierteren Autoren dazwischen entwertet? Mit Bereichen wie dem “DeckCheck” oder “MTG Pop” hat GerMagic qualitative Maßstäbe gesetzt, die eine entsprechende Erwartungshaltung auch an anderer Stelle erzeugen. Wenn hier Einträge in “MTG Blogs” faktisch empfohlen werden, dann müssen sie sich an dieser Erwartungshaltung messen lassen, was gegenüber privaten Bloggern, die ohne groß darüber nachzudenken von der Möglichkeit Gebrauch gemacht haben, sich hier bequem einen öffentlichkeitswirksamen Platz im Internet zu sichern, unfair ist und zwangsläufig zu Enttäuschungen beim Leser, sowie zu Verstimmungen bei etablierten Schreibern führt.

Den Platz an der Sonne (also unter den prominenten Verlinkungen oben auf der Seite) bei GerMagic sollten sich Blogger erst einmal verdienen müssen! Wären sie nur unter ferner liefen bei “MTG Pop” verlinkt, dann würde sich niemand darüber aufregen. Auch eine kurze Sektion “neu gestartete Blogs”, welche den Lesern die Möglichkeit gibt, Neulinge aufzufinden und erst einmal anzutesten, würde keine Missverständnisse aufkommen lassen (vorausgesetzt, sie verdrängt nicht ebenfalls die empfehlenswerten Blogs). Ohne eine qualitative Auswahl jedoch besteht der Unterschied zwischen “MTG Blogs” und “MTG Pop” im Wesentlichen nur aus dem “Seht her, all diese Blogger habe ich unter meiner Fittiche versammeln können – meine Weltherrschaft steht unmittelbar bevor!”-Faktor, da sie Autoren ausschließlich dafür belohnt, sich von GerMagic bemuttern zu lassen, was wenn überhaupt im Zweifelsfall eher Indiz für MANGELNDE Qualität ist (da der Bloggende bei der Einrichtung seines Blogs weniger Eigenleistung erbringen musste) als anders herum.

Noch ein paar Worte zu einem ganz anderen Thema: Trash hatte wieder einmal nichts Besseres zu tun, als einen Videowalkthrough zu verbrechen. Ich bleibe dabei: Ich will seine Gedanken ausformuliert LESEN, nicht HÖREN, und die Karten aufgelistet bekommen, nicht an Hand verschwommener Bilder erraten müssen! Kurz hinein geschaut habe ich: Dass Trash wegen seiner irrationalen Abneigung gegen diese Karte Covenant of Minds nicht einmal erwähnt, das ist schon ärgerlich, aber den Rhox Charger zu nehmen, ist auf jeden Fall zumindest eine vertretbare, wenn nicht sogar einfach die richtige Entscheidung (ich hätte es auch gemacht). Ansonsten beweist Trash, dass man in Gegensatz zu den anders lautenden Behauptungen von Phips durchaus mit Naya Drafts gewinnen kann! Sein Deck hat dann aber doch für meinen Geschmack ein wenig zu viel Mana – 17 Länder, 2 Druid of the Anima, 1 Steward of Valeron, 2 Sunseed Nurturer, 1 Sacellum Godspeaker, 2 Cycler – man kann es auch übertreiben! 1 Nurturer und ein Land (oder vielleicht besser 2 Nurturer, um keine Farbsicherheit aufzugeben) kann man hier gewiss cutten, um die Gefahr, nach einem Resounding Thunder auf Rakeclaw Gargantuan und Bone Splinters auf Cavern Thoctar plötzlich nur noch mit Manaproduzenten dazustehen, ein wenig zu verringern.

Ansonsten aber ist Trashs Deck, ebenso wie die zuletzt von Phips ein schönes Beispiel dafür, wie man Shards draftet: Mit einem klaren Schwerpunkt auf zwei (befreundeten) Farben, aber ohne die zusätzlichen Optionen, welche einem die dritte Farbe bietet, zu verschmähen. Mensch, ich kann mich erinnern, dass dieser Ansatz bereits in den allerersten Alara-Reviews erörtert worden war – was ist da bloß passiert, dass wir bestimmt einen Monat Zeit damit verschwendet haben, fünffarbige Monstrositäten zu draften, die im Prinzip nur aus Charms und Manafixing bestanden? Als ich zur Zeit von PT Berlin mich auf dem Nachhauseweg mit Toffel unterhielt, fragte er mich, ob ich irgendwelche wichtigen Erkenntnisse aus meinen Drafts gezogen hätte, und ich wusste in destillierter Form nichts Besseres zu sagen als “2-Drops sind wichtig!” Naja, meinte Toffel, das sei ja selbstverständlich, und ich stimmte ihm zu… Warum eigentlich war es NICHT selbstverständlich? Warum hatten Topspieler wie Charly, Phips (und zwischenzeitlich, wenn ich die damalige Coverage richtig verstanden habe, sogar auch Trash) in Runde 2 und 3 nichts Besseres zu tun als Fatties zu cyclen und Obelisken zu legen?

Auch in Alara ist die zweite Runde dazu da, Boardpräsenz zu zeigen (oder zumindest die gegnerische zu einzudämmen). Man kann Bären legen, oder Manabeschleunigung (was bedeutet, Druid of the Anima), oder man kann mit Agony Warp oder Magma Spray gegnerische Bären oder Manabeschleunigung eliminieren. Dafür wiederum benötigt man das passende Mana. Mit ein paar Triländern schafft man das noch bis hoch zur Dreieinhalbfarbigkeit, bei entsprechend weniger Manafixing sollte man nicht mehr als zweieinhalb Farben in Angriff nehmen. Es ist nun einmal so, dass weder Panoramen noch Obelisken eine Hilfe dabei sind, 2-Drops zu legen!

Oh doch, ich bin mir sicher: So weit waren wir schon direkt nach dem Prerelease! Wie konnte es nur passieren, dass diese grundlegenden Einsichten so lange in Vergessenheit geraten sind bzw. ignoriert wurden?