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Zuletzt stirbt auch die Hoffnung

March 10, 2011

Neulich habe ich über das Internet bei einem Lieferservice chinesisches Essen bestellt. Heute früh erhielt ich dann eine Mail (ich hatte mich schon gewundert, wozu die zusätzlich zu meiner Telefonnummer auch meine Email-Adresse brauchten!) mit der Bitte, diese Lieferung doch zu bewerten.

Ich gestehe: Ich war zu faul dazu und habe diese Mail einfach gelöscht! Klar, ich hätte das angegebene Link anklicken und ankreuzen können, dass das Essen rasch und heiß geliefert wurde, dass die Sauer-Scharf-Suppe schmackhaft gewesen war, dass jedoch das Hauptgericht (Ente Chop-Suey – ja, ich weiß, ich bin unoriginell) wässrig und fad geschmeckt hatte, und dass der Preis für Essen dieser Qualität einfach deutlich zu hoch gewesen war.

Stattdessen werde ich mein Feedback aber schlicht auf diejenige Art geben wie die meisten unzufriedenen Kunden: Indem ich dort einfach nicht noch einmal bestelle! Das ist nicht besonders nett oder kooperativ von mir, aber mir liegt halt nicht wirklich etwas an diesem Laden, und ich glaube auch nicht wirklich daran, dass auf mein Feedback dort reagiert würde.

Welch verkehrte Welt! Bei Magic Universe hingegen ist das genau die Art von Feedback, welches die dortige Redaktion bevorzugt: Nicht meckern, sondern einfach nicht mehr dort mitlesen! Bislang bin ich diesem Wunsch nicht gefolgt, weil mir an dieser Seite im Unterschied zu jenem Lieferservice halt etwas lag (wenn auch nicht an ihrer jetzigen Redaktion), und weil mir der Gedanke nicht völlig absurd erschien, dass die Dinge sich dort bessern könnten.

Aber irgendwann ist der Punkt erreicht, an dem man aufgeben muss! Diesen Punkt markiert für mich die Reaktivierung ausgerechnet desjenigen Autors, der schon einmal den absoluten qualitativen Tiefpunkt von MU in einer früheren Krise bezeichnet hatte. Eine deutlichere Stellungnahme im Sinne von “Es ist uns doch scheißegal, welches Niveau unser Artikelprogramm hat, irgendwer wird den Scheiß schon lesen!” war wohl nicht mehr möglich!

Und ja, auch dieser Artikel war wieder grottenschlecht, auch wenn die Redaktion einen einfachen Minus-mal-Minus-gleich-Plus-Trick benutzt hat, um diesen Umstand zu verschleiern: Dass er mit einer Verzögerung von einem Monat veröffentlicht und somit auf Grund der Legalwerdung von Mirrodin Besieged längst obsolet war (was an sich bereits ein Unding und ein überdeutliches Zeichen für die völlige Unfähigkeit dieser Redaktion ist), lenkte den Fokus der Leser davon ab, was für einen Mist der Herr Klingbeil auch diesmal wieder verzapft hat! Natürlich war sein Deck auch bereits vor der Rotation Unsinn (und die Deckwahl bequemerweise komplett unbegründet), aber da es gleichzeitig auch offensichtlich veraltet ist, schaut man halt nicht mehr so genau hin. Naja, und ironischerweise bin ich selbst auch mit Schuld daran, dass dieses Machwerk mit einem allgemeinen halb erleichterten “Naja, ganz so furchtbar schlimm war es ja diesmal gar nicht” aufgenommen wurde, da ich die Erwartungshaltung mit meinem vorherigen Kommentar natürlich ins Bodenlose gesenkt hatte.

Nein, wenn eine Redaktion auf massive Kritik an der Qualität ihres Artikelprogramms mit der Rückholung eines Berthold Klingbeil reagiert, während ihr Hauptaushängeschild ein Schreiber bleibt, der es geschafft hat, in einem Forum von PlanetMTG als Troll geschasst worden zu sein (und das ist wahrlich eine Leistung!), dann macht man sich hier über seine anspruchslose (verbliebene) Leserschaft nur noch lustig: “Leute, fresst Scheiße – es gibt nix anderes mehr!”

Wobei das nicht ganz richtig ist: Die Texte von Till Riffert sind durchaus von höchst annehmbarer Qualität, und Florian Reiter ist ein durchaus talentierter Schreiber, wenn auch mit dem Dauermanko, ausgerechnet von dem Kernthema seiner Artikel (Magic) nicht besonders viel zu verstehen. Gerade für diese beiden Autoren ist das Gesamtumfeld, welches die Redaktion dieser Seite zuletzt so beharrlich geschaffen hat, nichts weniger als eine Beleidigung! Vielleicht wäre es ja so langsam an der Zeit, das sinkende Schiff den Ratten zu überlassen? (jaja, schon klar, der Spruch geht anders…)

Na schön, das ist dann wohl einer der Fälle, in denen der Klügere nachgeben muss. Die MU-Redaktion erhält jetzt endlich die Art von Feedback für ihre miserable Arbeit von mir, die sie sich wünscht: Ich besuche diese Seite nicht mehr. Die Kempe- & Klingbeilfans können von nun an unter sich bleiben (natürlich abgesehen von den psychopathischen Kommentaren von Kempes Ex-Spezi Duodax), und die Ghettoisierung von MU (es kann auch sein, dass der korrekte Terminus “Abandonment” lautet) kann ungehindert weiter fortschreiten.

Es ist natürlich schade, diese Seite, die Tobi einst mit so viel Engagement als ernsthafte Konkurrenz zum Planeten hochgezogen hatte, und auf der ich in früheren Zeiten selbst eine nahezu dreistellige Zahl von Artikeln veröffentlichte, jetzt völlig aufgeben zu müssen. Alles andere ist jedoch unterdessen nicht mehr zu verantwortende Verschwendung meiner Zeit und meiner Nerven. Es gibt genügend andere und bessere Möglichkeiten, seine Zeit im Internet zu vergeuden (und es bringt mich auch meinem Ziel näher, überhaupt weniger Zeit darin zu vergeuden).

Man darf auch nicht vergessen, dass das Artikelprogramm von MU eigentlich dem Zweck dienen soll, potenzielle Kunden zu dem dort angeschlossenen Shop zu locken! Da die Präsentation dieses Artikelprogramms aber unterdessen längst ein Negativimage für die Seite bedeutet, wäre es zumindest für den Betreiber wohl das Beste, diesen Kadaver zu beerdigen, bevor der Gestank allzu schlimm wird. Man stelle sich nur vor, ein Besucher der Seite schlösse von der Professionalität ihres redaktionellen Teils auf die Professionalität des dazugehörigen Internethandels! Das ist nichts weniger als geschäftsschädigend.

Andererseits will man als Leser natürlich die Hoffnung nicht aufgeben, dass irgendwann doch noch einmal ein Neuanfang auf MU passiert! Mit dieser Redaktion allerdings, die ihr gesamtes Engagement anscheinend dort hinein steckt, ihre eigene Inkompetenz wegzudiskutieren und Kritiker zum Schweigen zu bringen, ist dies offensichtlich nicht mehr möglich. Ob sich allerdings noch jemand findet, der sich dieser Herkulesaufgabe annimmt (der fünften, falls jemand es genau wissen will), das ist noch die Frage. Die Beschädigung von MU wurde in letzter Zeit dermaßen gründlich und nachhaltig betrieben, dass man ernsthaft auf den Gedanken kommen könnte, da müsse die Konkurrenz dahinterstecken…

Nun ja, das Pferd ist tot, ich steige ab. Sobald ich mich ein paar Schritte entfernt habe, verfliegt gewiss auch dieser unerträgliche Gestank in meiner Nase.

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Der neue Mister Universe (plus uberfälligem Arbeitsnachweis)

March 16, 2010

Ich wusste ja, dass mein letzter Arbeitsnachweis schon ziemlich lange her war, weil ich erst das Ende meiner Reihe zu Worldwake abwarten wollte, bis ich meine Artikel wieder verlinkte, aber dass mir auf diese Weise zwei Artikel aus dem November letzten Jahres entgangen sind, die sich mit dem unterdessen nicht mehr aktuellen ZZZ-Draftformat befassten, ist schon ein wenig schade und nicht der Sinn der Sache. Wie dem auch sein, Folgendes habe ich in der Zwischenzeit verbrochen:

Zendikar in der Praxis: Drafttischdynamiken

Zendikar ist gut für mein Rating (ein PTQ-Bericht)

Worldwake aus Casual-Perspektive, Teil 1

Teil 2

Teil 3

Teil 4

Teil 5

Teil 6

Und zwischendurch:

Allerlei wirre Gedanken um Legacy und um Legacy herum

Zum letzten Teil meiner Worldwake-Reihe gab es im P-Forum eine intensive Diskussion, zu der ich hier etwas klarstellen möchte: Mir ist absolut bewusst, dass nicht jeder meiner Artikel vollständig gelungen ist, dass ich nicht immer Themen finde, die einen hinreichenden Anteil meiner Leser interessieren, und dass meine Experimente manchmal schiefgehen, und ich bin jederzeit absolut bereit in Erwägung zu ziehen, dass mir ein Text misslungen ist, insbesondere wenn er von Personen kritisiert wird, deren Meinung ich schätze. In diesem Fall ging aber die Kritik über den Text oder auch die Reihe hinaus, ja, verließ sogar den Rahmen von Kritik, sondern postulierte absolute Normen, an die sich jeder Schreiber zu halten hätte, und hier widersprach und widerspreche ich entschieden! Da dieses Thema letztlich gar nicht so viel mit Magic oder auch nur Magic-Artikeln zu tun hat, werde ich es irgendwann in nächster Zeit an einer ganz anderen Stelle noch einmal aufgreifen (keine Sorge, ich werde von Zeromagic aus darauf verlinken). Mir geht es hier nur darum, noch einmal deutlich zu sagen, dass ich mir ehrlich gemeinte Kritik immer wünsche (egal, ob ich sie nun annehme oder nicht), dass es aber sinvoller ist, sie auf einen konkreten Text von mir zu beziehen, anstatt allgemeingültige Aussagen treffen zu wollen, über die man auf einer völlig anderen Ebene diskutieren muss.

Nun aber zu meinem Hauptthema:

Magic Universe hat wieder einmal einen Neuanfang vollzogen, und natürlich bin ich neugierig, was sich jetzt ändern wird!

Ich bin ja ein kritischer Mensch, und deswegen betrachte ich diese allererste Redaktionszeit von Phips ein wenig mit Sorge – nicht in erster Linie wegen der inhaltlichen Ankündigungen, sondern wegen seiner Erklärungen bezüglich der Funkstille dort zuletzt, denn die hauen einfach nicht wirklich hin, und Unehrlichkeit gegenüber der Leserschaft wäre nun wirklich kein gelungener Start.

“Ausgeschöpfte zeitliche Ressourcen” hin oder her – aber wieso hat niemand eine entsprechende kurze Mitteilung gemacht, anstatt mehrere Redaktionszeiten und praktisch das gesamte Artikelprogramm über mehrere Wochen einfach kommentarlos ausfallen zu lassen? Eine Meldung in der Art von “Liebe Leser von Magic Universe, unser Redaktionsteam befindet sich zur Zeit im Umbruch. Deswegen wird unser Artikelprogramm eine Weile pausieren. Schon bald jedoch wird sich Euch ein neues Team vorstellen und die Arbeit mit frischem Wind wieder aufnehmen!” hätte ich als selbstverständlich erwartet: Also ungefähr das, was Phips in seiner Zwischenzeit geschrieben hat, nur eben nicht NACHTRÄGLICH, sondern zu dem Zeitpunkt, als es aktuell war! Eine solche Meldung kostet keine nennenswerte Mühe – und schließlich waren sowohl der Atog als auch EvilBernd auf ihren Seiten in dieser Zeit durchaus aktiv! (Insbesondere der Atog hat in der ersten Märzhälfte nicht weniger als SIEBEN Blogeinträge verfasst, und auch nicht gerade die kürzesten – das spricht doch wohl erheblich gegen die “keine Zeit”-Behauptung und viel stärker für eine “kein Bock mehr”-Vermutung!) Auch der Seitenbetreiber wäre gewiss in der Lage gewesen, eine entsprechende Meldung zu platzieren. Nein, die völlig fehlende Information hatte offensichtlich nichts mit “nicht können” zu tun, sondern mit “nicht wollen”! Doch was musste passiert sein, damit es beiden Redakteuren und dem Betreiber völlig am Arsch vorbei ging, dass die Leserschaft sich schon fragen musste, ob Magic Universe nicht vielleicht bereits Geschichte war? (Man beachte auch, dass das alte Team sich mit keiner Silbe verabschiedet hat.) “Keine wie auch immer gearteten Probleme, über die man sich in diversen Foren und Blogs publikumswirksam unterhalten könnte”, wie Phips es formuliert, ist jedenfall nicht die Antwort!

Wenn man genau hinliest, erhält man ja auch einige Hinweise darauf, wo solche Probleme gelegen haben könnten:

“EvilBernd und Mr. Atog aka. Marcus Malden hatten schon zum Ende des letzten Jahres nach einer langen, intensiven und recht erfolgreichen Zeit als Redaktionsteam auf Magicuniverse ihre Tätigkeit aus privaten bzw. beruflichen Gründen an den Nagel hängen wollen – lediglich die Suche nach Nachfolgern gestaltete sich nicht so einfach.
Dementsprechend waren sie bereit, noch einige Wochen und Monate dranzuhängen, bis eine zufriedenstellende Lösung bei der Nachbesetzung gefunden war – was aber etwas dauerte. Irgendwann Ende Februar / Anfang März waren dann die zeitlichen Ressourcen der beiden vollständig ausgeschöpft, und sie konnten sich ihrer Tätigkeit hier nicht mehr widmen.[…]Ungefähr zu dieser Zeit hat mich dann der Atog auch das erste Mal darauf angesprochen, ob ich mir diese Tätigkeit als Redakteur für diese Seite denn vorstellen könnte”

Aaaalso… Ende letzten Jahres hatte die alte Redaktion bereits aufgehört haben wollen… und Ende Februar / Anfang März wurde Phips zum ersten Mal gefragt, ob er übernehmen wolle (also erst dann, als EB und der Atog ihre Tätigkeit kommentarlos einfach eingestellt hatten)? Ganz offensichtlich hat es da ganz massive Probleme gegeben! In seiner Zwischenzeit schrieb Phips ja auch: “Es gab lediglich einige Kompliktionen” – mit anderen Worten, PROBLEME, und offensichtlich tatsächlich einige, die jetzt geleugnet werden. Was auch immer dort genau passiert sein mag, und wer auch immer die Schuld daran trägt, dass sich wochenlang niemand auch nur darum gekümmert hat, die MU-Leser zu informieren, kann jeder für sich spekulieren. Was mich daran stört ist, dass Phips seine Arbeit bereits vorbelastet aufnimmt, denn einerseits war er offensichtlich aus irgendwelchen Gründen, die ich nicht erahnen kann, nicht die erste Wahl als Ansprechpartner bei der Neubesetzung (und mal ganz ehrlich – wen hättet Ihr am ehesten logisch erwartet, wenn nicht Phips?), und andererseits beginnt er seine Tätigkeit damit, seine Leser zu belügen und für dumm verkaufen zu wollen, und das ist etwas, was zumindest ich immer ganz besonders übel nehme (und der Grund, warum ich darüber blogge).

Trotzdem kann man hoffen, das jetzt zumindest reiner Tisch gemacht wird, und die angekündigten neuen Autoren – oder, genauer, neu als regelmäßig angekündigten Autoren – versprechen natürlich durchaus interessanten Content!

Mit einem “Team” im ursprünglichen Sinn hat das Ganze natürlich nichts mehr zu tun. Ich weiß ja unterdessen längst, dass meine ursprüngliche Team-Idee zu ambitioniert gewesen war, aber ich halte auch nichts davon, diesen Label inhaltsleer einfach weiterzuführen. Ich kann auf Grund mangelnder Nähe nicht beurteilen, wie viel Team damals im MU-Team Linz steckte, und inwieweit Phips da letztlich eine Einmannshow durchgezogen hat, aber spätestens seit der Umstrukturierung des MU-Teams zu einem bloßen MTGO-Clan ist die eigentliche Team-Idee natürlich tot. (Ich sehe das doch richtig, dass Bensch der einzige Spieler des ehemaligen Linzer Teams ist, der noch dabei ist?) Es ist natürlich schön, (mehr oder weniger) regelmäßige Artikel von Schreibern wie Handsome oder Kenshin präsentiert zu bekommen, aber sollte der Planet Nico Bohny, Michael Diezel und Torben Twiefel deswegen jetzt als sein “Team” vorstellen? Und was ist eigentlich aus TMM geworden – war der denn nicht auch als MU-Teammitglied vorgestellt worden? Aber naja, die Antwort auf diese Frage kann ich mir schon denken… Auch der Abschied von Philip Passin hat sich offensichtlich völlig wortlos vollzogen. Was immer die Unterschiede in Phips’ und meiner Auffassung bezüglich dessen sein mögen, was es bedeutet, die Leserschaft die Fortschritte eines Teams verfolgen zu lassen: Umbesetzungen unkommentiert zu lassen, kann darin nicht vorkommen!

Auch bei dieser Angelegenheit stört mich hauptsächlich wieder die Unehrlichkeit im Umgang mit der Leserschaft. Anstatt klipp und klar zu sagen, dass die ursprüngliche Teamidee gescheitert ist, dass aber daraus immerhin ein Pool von kompetenten Schreibern für die Seite entstanden ist, wird eine lose Playtestgruppe als Team fehldeklariert. Was genau dieses “Team” tatsächlich bedeutet, beschreibt Phips ja selbst an Hand seines so genannten “Pro-Teams”: “Nach intensiven Gesprächen (und noch intensiveren Gehaltsverhandlungen) ist es uns gelungen, einige sehr namhafte Pros dazu zu gewinnen, unseren Magicuniverse Online-Clan zu joinen, mit uns zu testen und wieder öfter (und zwar jeweils im Monat) für Magicuniverse zu schreiben.” Mehr ist nicht.

Aber das kann ja auch schon Einiges sein! Auch die nicht als “Pros” deklarierten Mitglieder haben zumindets bereits bewiesen, dass sie auf ordentlichem Niveau Magic zocken können, und insbesondere Florian Reiter und Thomas Kannegießer haben darüber hinaus auch bewiesen, dass sie gute Artikel schreiben können! Die Pros wiederum, nunja, die sind halt auf jeden Fall PROS, deren allgemeine spielerische Kompetenz nicht in Zweifel steht, und ich setze meine Hoffnungen darin, dass der im hohen dreistelligen Bereich anzusiedelnde prozentuale Kompetenzzuwachs bezüglich Magic im neuen Redaktionsteam sich auch darin niederschlägt, dass den guten Spielern nunmehr verstärkt vermittelt wird, sich auch als Schreibern mehr Mühe zu geben. Da muss man sich nichts vormachen: Die Qualität der Artikel eines Autors hängt natürlich auch mit der Qualität der Redaktion zusammen! Für einen unmittelbaren Vergleich betrachte man einfach Bohnys lieblos heruntergeschriebene Blackborder-Texte und seine weit unterhaltsamerer Kolumne beim Planeten. Gerade Charly Preyer neigte bei MU leider viel zu oft dazu, sich am Blackborder-Bohny zu orientieren – aber vielleicht gelingt es Phips ja, mehr aus ihm herauszukitzeln!

Ach so: Ich spreche bei der neuen Redaktion eigentlich nur von Phips, obwohl es sich doch um ein Dreierteam handelt – aber das ist auch richtig so! Wer hat in der Stunde Null nach Tobis Weggang damals MU mit regelmäßigen wöchentlichen Artikeln am Leben erhalten? Wer hat diese Regelmäßigkeit mit ganz wenigen Aussetzern über Jahre hinweg aufrecht erhalten? Wer ist zunächst im Kommentarbereich und dann in der Zwischenzeit eingesprungen, als niemand sonst der MU-Leserschaft erklären wollte, warum es nichts mehr zu lesen gab? Wer hat die erste neue Redaktionszeit verfasst, und wer musste erst angesprochen werden, damit die “Kompliktionen” bei der Neubesetzung des Redaktionsteams endlich ein Ende fanden?

Die beiden anderen Jungs konnten bislang nicht einmal unter Beweis stellen, dass sie der neuen Redaktion überhaupt angehören, und eine besondere Verbundenheit mit MU ließen sie bislang auch nicht erkennen. Boneshredder kenne ich zumindest und traue ihm daher auch durchaus Engagement zu – das zeigte er als langjähriger Moderator in der Zusammenkunft und als Kommentator in zahlreichen Foren und Blogs. Clemens Lichtl sagte mir zunächst gar nichts. Googlen ergab, dass es sich um einen Österreicher handelt (Überraschung), der hier einmal als FNM-Teilnehmer erwähnt wurde und da einmal mit 6 Punkten beim GP Florenz gedroppt war, und der ein einigermaßen akzeptables Total Rating von knapp 1800 besitzt, der aber vor allem laut Xing Softwareentwickler ist und sich daher höchstwahrscheinlich um die technische Seite des Ganzen kümmern wird. Magic-Kompetenz, technische Kompetenz und Engagement für die Community sind also vorhanden, und deswegen darf man durchaus vorsichtig optimistisch sein, was die neue Ära bei Magic Universe angeht!

Ich habe Euch übrigens die Redaktionsgeschichte dieser Seite einmal zusammengefasst:

02.09.2004 Der erste nicht rückwirkend eingestellte Artikel auf Magic Universe erscheint. Es handelt sich um die erste Ausgabe einer regelmäßigen wöchentlichen Kolumne von TobiH.

ab Juni 2005 TobiH verfasst über 90% der Artikel auf Magic Universe und ist damit effektiv für dessen Artikelprogramm hauptverantwortlich.

23.01.2006 TobiH stellt sich offiziell als Chefredakteur von Magic Universe vor. Nach und nach baut er ein komplettes Artikelprogramm mit verschiedenen Autoren auf. Ab Juni 2006 verfasst er nicht mehr die Mehrzahl der Artikel selbst und konzentriert sich auf seine Tätigkeit als Redakteur.

28.03.2007 TobiH verabschiedet sich zum Monatsende von Magic Universe. Er nimmt umgehend seine Redaktionstätigkeit bei PlanetMTG auf (für den er allerdings bereits seit einem Monat als Coverage-Reporter tätig gewesen war), die bis heute anhält.

15.04.2007 LightningFelix und Philip Wiest übernehmen die MU-Redaktion. Am 29.04. erscheint die erste Redaktionszeit, im darauffolgenden Monat beginnt das Artikelprogramm wieder.

30.05.2007 Phips veröffentlicht seinen ersten Artikel auf MU und beginnt sofort eine wöchentliche Kolumne, die mit wenigen Unterbrechungen bis zum Februar 2010 anhält.

21.01.2008 LightningFelix verabschiedet sich aus dem Redaktionsteam. Eine Woche später wird er durch den Atog ersetzt, der zumindest in der Außenwirkung (Redaktionszeiten) bald den Hauptteil der Redaktionstätigkeit übernimmt.

01.12.2008 Philip Wiest verabschiedet sich und wird eine Woche später durch EvilBernd ersetzt.

22.02.2010 Die letzte Redaktionszeit des Teams Atog/EvilBernd erscheint, nachdem sie vorher bereits mehrfach ausgefallen ist (was bei der Nummerierung unterschlagen wird). Zehn Tage später wird der letzte Artikel veröffentlicht, bevor Phips am 10.03. mit der Zwischenzeit den Umbruch im Redaktionsteam bestätigt und am 15.03. seine erste Redaktionszeit verfasst.

Vereinfacht gesagt: Drei Jahre lang war Tobi bei MU am Ruder, bis er zum Planeten wechselte, und seitdem trug bereits Phips diese Seite entscheidend mit (insbesondere, was Magic-Kompetenz anging). Im Nachhinein erscheinen die übrigen Redaktionsteams geradezu als Übergangslösungen!

Nun ist MU also noch fester als zuvor in österreichischer Hand – zwei Drittel der Redaktion und zwei Drittel der regelmäßigen Schreiber stammen aus der Alpenrepublik… Phips’ einleitender Witz mit der Weltherrschaft ist übrigens (je nach Geschmack) halb oder doppelt so witzig, wenn man darüber nachdenkt, dass der Erste Weltkrieg von Österreich-Ungarn ausging, und der zweite von einem gebürtigen Österreicher angezettelt wurde… Gestern gehörte ihnen Linz, und heute das ganze Magic-Universum?

Das Loch in der Wand neben meinem Computer

April 2, 2008

Das ist nämlich dadurch entstanden, dass ich meinen Kopf gegen die Wand geschlagen habe, als ich die Kommentare zu meinem Aprilscherz-Artikel auf Magic Universe las, immer und immer wieder.

Ich bin ja nicht böse, dass so viele Leser auf diesen Aprilscherz hereingefallen sind – ich habe mir auch wirklich Mühe damit gegeben, ihn möglichst überzeugend anzubringen!

Allerdings habe ich keineswegs damit gerechnet, dass mir ein allgemeines “Super-Idee, wir freuen uns schon!” entgegen schlagen würde – eher ein konzentriertes “Jetzt dreht der größenwahnsinnige Pischner endgültig durch!”. Ich muss zugeben, das hat mich sehr, sehr nachdenklich gemacht.

Nun ja. Da ja allgemein nach einer “Auflösung” verlangt wurde (teilweise mehr als 12 Stunden, nachdem Marcus bereits darauf hingewiesen hätte, dass es ein Aprilscherz war), will ich diese hier kurz bieten.

Also: Die Teile “Eine kurze Geschichtsstunde” und “Aufbruchstimmung” kann man, so wie sie da stehen, für bare Münze nehmen, auch wenn ich meine Bedeutung im Dienst des Scherzes natürlich ein wenig überbetone. Sie sind das wahre Fundament, auf dem das Ganze aufbaut.

“Eine Herausforderung wird angenommen” ist inhaltlich ebenfalls größtenteils korrekt. Allerdings überzeichne ich die mögliche Motivation Tobis ganz gewaltig, und die “Reaktion” von Magic Universe ist frei von mir erfunden. So weit mir bekannt ist, geht es den Machern weiterhin nur darum, eine möglichst gute Seite aufzuziehen, ohne sich dabei mit einer realen oder eingebildeten Konkurrenz zu vergleichen. Blut geleckt hat hier niemand!

Zum Fußballvergleich will ich übrigens etwas los werden: Wenn ein Team den Aufstieg schafft, dann wird sicherlich der Kader verstärkt, um den neuen Herausforderungen gewachsen zu sein – aber doch nicht der Trainer gewechselt! (So etwas passiert dann, wenn nach einem Dutzend Spiele der Aufsteiger völlig überraschend auf einem Wieder-Abstiegsplatz stehen sollte). Der Erfolg und die Beliebtheit von Magic Universe sind das Verdienst des jetzigen Teams und der jetzigen Redakteure, und dafür, dass ich diese in “Der neue Besen” mit einem freundlichen Schulterklopfen und einem zarten Fusstritt in die Irrelevanz beförderte, hätte ich mir, ehrlich gesagt, ein bisschen mehr Flaming erhofft…

An dieser Stelle sollte der Artikel “kippen”, so dass aufmerksame und kritische Leser merken mussten, dass nicht alles mit rechten Dingen zu ging. Die lange und eigentlich nicht wirklich notwendige Einleitung war nur zum Einlullen gedacht. (Außerdem ging ich davon aus, dass man von mir bei einer solchen Ankündigung eine gewisse Langatmigkeit erwartet – wäre ich gleich zur Sache gekommen, hätte meine Glaubwürdigkeit wohl gelitten!)

Von nun ab ging es in die Vollen. Der Vorschlag mit dem MU-PRO-Team ist der einzige, der nicht völlig absurd ist, in der Praxis wohl aber undurchführbar. Natürlich wünschen wir uns alle mehr “Premium Content” von Topspielern, aber ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass eine Magic-Seite in Deutschland die finanziellen Ressourcen besitzt, diese für eine entsprechende Kolumne angemessen zu entlohnen – sowohl die Zeit als auch die Tech von Pros lassen sich eben in einen gewissen Geldwert umrechnen (das ist es schließlich, wass sie zu “Pros” macht), und mit diesem auf Dauer mitzuhalten, sollte eigentlich auf einer Nicht-Paysite nicht möglich sein.

Um sicher zu gehen, dass auch dieser Vorschlag bei näherer Betrachtung nicht ernst genommen werden konnte, hängte ich noch ein wenig bösartiges Phips-Dissing an, aufgezogen an jener Dauerbrennerdiskussion um den berühmten Marsh-Flitter-Pick. Hier (im Gegensatz zu meinem gleichen Vorgehen bei Marcus und Philip Wiest) haben sich tatsächlich einige Kommentatoren beschwert, dass man das doch nicht machen könne! Recht haben sie – und deswegen WIRD es natürlich auch nicht gemacht. In MU-Team-Artikeln mit PEs auf interessante Fragestellungen oder Inkongruenzen hinzuweisen, ist eine Sache, aber wenn ein renommierter Autor mit respektablen Turniererfolgen eigenständige Strategie-Artikel verfasst, dann korrigiert man ihm da natürlich nicht hinein! (Kritisieren darf man natürlich, aber dann eben in Kommentaren oder einem Antwort-Artikel). Dies war so ziemlich der einzige Aspekt, bei dem sich die Zuschauerreaktionen zumindest teilweise mit meinen Erwartungen deckten (auch wenn ich ziemlich irritiert bin, dass ausgerechnet Phips selbst diesen Teil ernst genommen hat).

Dann der Casual-Kram: Was für ein Quatsch! Meine Kritik an beliebigen Casual-Decklisten ist ja bekannt und verleiht diesem Teil Glaubwürdigkeit, aber wie um alles in der Welt soll der (hypothetische, obwohl Jörg so ein Feature bei Bedarf selbstverständlich einführen könnte) Verkauf eines geposteten Decks dessen Qualität oder auch nur Beliebtheit widerspiegeln? Die Gründe, warum das nicht funktionieren kann, sind so zahlreich, dass ich gar nicht erst damit beginnen will, sie hier aufzuführen.

Und die Kurzgeschichten: Wisst Ihr, ich dachte mir, wenn ich schon meine mir oft nachgesagte Überheblichkeit und Besserwisserei persifliere, warum dann nicht auch gleich noch meine Omnipräsenz auf deutschen Magic-Seiten und meinen Hang zu nicht enden wollenden Reihen? Marcus hat das Wort “jeden” sogar noch hervorgehoben, um diese Absurdität noch deutlicher zu machen. Also, ich persönlich hätte prinzipiell tatsächlich nichts dagegen, ab und zu auch einmal lesbare Belletristik mit Magic-Bezug auf MU vorzufinden, aber doch ganz bestimmt nicht zu einzelnen Karten! (Ich traue mir da übrigens auch nicht zu, etwas zu schreiben, was meinen eigenen Ansprüchen genügen würde, dazu finde ich die Magic-IP in ihrer Gesamtheit einfach zu oberflächlich und überdreht). Dieser Punkt wurde auch am häufigsten als undurchführbar (oder unerwünscht) aufgezeigt – jedoch keineswegs durchgehend!

Schließlich die Sache mit der Kontroverse: Die Redaktionszeit als Ersatzort für mein Blog? Ganz ehrlich – das will doch wirklich NIEMAND, mich eingeschlossen! Damit wollte ich eigentlich nur meinen fingierten Größenwahn weiter ausgestalten, aber offenbar hat da niemand auch nur mit der Wimper gezuckt… hmm…

Der Judge-Watch hingegen, der ging natürlich gar nicht, auch wenn da offenbar großer Bedarf in der Magic-Community zu bestehen scheint. Klar sehe ich unsere Judges oft sehr kritisch (ich wollte ja auch überzeugend sein), aber ein wöchentlicher Pranger? Basierend auf den Berichten der Leserschaft? Vielleicht habe ich mich noch nicht genug an das Fernsehprogramm des 21. Jahrhunderts gewöhnt, aber mir ist ein Rätsel, wie dieser Vorschlag ernst genommen werden konnte!

Nun frage ich mich natürlich: All diesejnigen, die gesagt haben “schade, dass es nur ein Scherz war” – was wolltet Ihr eigentlich wirklich? (Außer Artikeln von Roland, Simon & Klaus, natürlich.) Noch mehr Pischner auf MU? Käuflich erwerbbare Casual-Decks? Allgemeines Judge-Bashing?

Nun, ich bin sicher, dass die MU-Redaktion Euch in dieser Hinsicht noch auf den Zahn fühlen wird – ich bin ja schon gespannt!

Ach ja, noch eine “Auflösung”: Ich habe vergessen, es ausdrücklich zu erklären und dachte dann, es sei aus dem Zusammenhang zu erschließen – meine private Magic-Inventur hängt natürlich mit der Schließung von Serious Games zusammen. Ich hatte doch zu Prophecy-Zeiten meine komplette Magic-Sammlung verkauft (und dann postwendend mit Invasion wieder mit dem Sammeln angefangen). Deswegen besaß ich kaum etwas aus der Prä-Invasion-Ära. Serious Games hingegen besaß (und besitzt, noch gibt es die Firma ja) enorme Einzelkartenbestände, die bis The Dark und Revised zurückreichen. Natürlich stehen diese jetzt, wo die Firma sich auflöst, zum Verkauf – was bedeutet, dass ich keine Gelegenheit mehr habe, mich daraus per Tausch zu bedienen! Deswegen habe ich in einer Mammutaktion exakt ermittelt, was ich bereits hatte, was ich haben wollte, was ich noch brauchte, und was ich weggeben konnte, um dann in letzter Sekunde noch einmal im großen Maßstab mit dem Laden zu tauschen und meine Sammlung größtenteils wiederherzustellen. Das ist mir unterdessen gelungen.

Meien aktualisierte Suchliste findet Ihr übrigens bereits rechts unter “Was ich suche, was ich biete”, oder Ihr klickt einfach hier. Meine Tauschkarten will ich versuchen in nächster Zeit ebenfalls aktualisiert aufzulisten. Wie genau ich mir das vorstelle, dazu schreibe ich dann noch einmal einen Eintrag, aber kurz gesagt: Ich HABE ganz viel Zeugs, ich BRAUCHE ganz viel Zeugs, und diese Seite wird sehr häufig von Magic-Spielern frequentiert – da sollte sich doch etwas machen lassen!