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Und tschüss

November 1, 2007

Bevor ich Richtung Krakau aufbreche (so die Lokführer es denn erlauben), will ich mich noch einmal kurz melden.

Ich will gleich eine ehrliche Erkenntnis los werden: Krakau kommt mir zu früh! Ich fühle mich nicht annähernd hinreichend vorbereitet, und der Grund dafür ist wohl schlicht, dass ich nicht annähernd hinreichend vorbereitet BIN.

Zu lange hat es gedauert, in das neue Format einzusteigen, zu lange, sich mit den im MU-Team aufgekommenen Schwierigkeiten auseinander zu setzen, zu lange, sich die nötigen Karten zu besorgen.

Ich halte nicht viel von Playtesting mit unleserlich geproxten Decks. Ich weiß, dass ich zu viel Konzentration darin investieren muss, mir zu merken was all die umgedrehten Karten mit der kritzeligen Kugelschreiberbeschriftung genau darstellen. Ich habe das auch bei anderen Testern beobachtet: Die Anzahl der Spielfehler erreicht schnell die kritische Masse, dass die durch das Testen gewonnenen Erkenntnisse, zumindest insoweit sie sich auf Matchups zwischen Decks beziehen, wertlos sind.

Ich will auch nicht verhehlen, dass die Playtesting-Prozeduren im Berliner MU-Team noch verbesserungsfähig sind. Allerdings sind wir beim Testen für Krakau auch ins kalte Wasser geworfen worden: Ein völlig neues Environment, ein unbekanntes und daher unüberschaubares Meta, fehlende Karten…

Vielleicht hatte ich auch zu hohe Erwartungen. Für mich waren die “offensichtlichen” Decks – R/g Beatz, MWC, U/B Control, Elves – der Gauntlet, gegen den neu zu entwickelnde Kreationen bestehen müssten. Für eine konzentriert arbeitende, erfahrene, professionelle Playtest-Gruppe wäre das wohl auch die richtige Einstellung gewesen, aber für uns Normalsterbliche (und nicht nur für uns, wie die Siegerlisten von den States zeigen) war das wohl zu viel erwartet. Daher läuft es für mich darauf hinaus, dass ich ein Deck spielen werde, das ich ursprünglich als Gauntlet-Deck konzipiert habe, U/B Control. Ich bin zwar weder mit dem Grad, zu dem ich dieses Deck getunet habe, noch mit dem Skill, mit welchem ich es pilotiere, annähernd zufrieden, aber mehr ist einfach nicht drin. Meine Erwartungshaltung für Krakau ist daher sehr niedrig, und trotz meiner drei Byes rechne ich nicht wirklich damit, dem zweiten Tag nahe kommen zu können – ich denke, ich werde mein für meine Verhältnisse erstaunlich hohes Constructed-Rating von knapp 1900 unter die Leute bringen und dann am zweiten Tag ein wenig draften üben.

Oder auch nicht: Die Schummeleien bei Draft Side Events sind nach meiner Erfahrung zuletzt immer schlimmer geworden (kein Judge hat wirklich Zeit, sich darum zu kümmern, und Decklisten gibt es sowieso nicht), und gerade in einem so bombenlastigen Format wie Lorwyn Limited sehe ich mich da ständig in der ersten Runde gegen halbe Constructed-Tribal-Decks ausscheiden, die mit Hilfe des eigenen Tauschordners zusammen gestellt wurden. Vielleicht werden ja ein paar Drafts mit exotischen oder älteren Boostern angeboten – japanische Lorwyn-Karten oder Invasion-Karten z.B. werden die Drafter vermutlich nicht dabei haben, und da kann ich hoffen, mich einer ehrlicheren Competition ausgesetzt zu sehen. Seit Dirk Hein einmal bei den Side Event Drafts der Berliner Worlds zehn Bosster Drafts hintereinander gewonnen hat, mache ich mit keine Illusionen mehr über diese Art Turniere.

Ich hoffe, dass Alex und Alex ebenfalls den Weg nach Kraku finden – in der Konfusion der letzten Wochen ist die Organisation der gemeinsamen Reise leider etwas untergegangen, und ich habe die Notbremse gezogen und mir eigene Tickets besorgt, als abzusehen war, dass die beiden sich einfach zu spät darum kümmerten. Krakau kam nicht nur für mich, sondern auch für das Team einfach zu früh. Ich hoffe, für Stuttgart wird das alles besser laufen!

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