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Diskussionen

June 11, 2009

Mal wieder Zeit für Arbeitsnachweise:

Hier analysiere ich ausführlich einen PT-Draft von Sebastian Thaler.

Hier kommentiere ich die mit M10 eintretenden Regeländerungen.

Zu letzterem Thema möchte ich Euch auch unbedingt ans Herz legen, diesen Artikel hier von Zvi zu lesen! Er sagt zwar Vieles von dem, was ich auch sage, aber eben teilweise besser (und mit dem Pro-Kompetenzbonus, den man in den Augen einiger Leute offensichtlich benötigt, um sich überhaupt äußern zu dürfen). Einige besonders gelungene Passagen zu den neuen Schadensregeln will ich hier zitieren:

It is not obvious at first glance whether this adds or subtracts strategic depth from the combat itself, although it is almost certain at least in the short term to decrease the strategic depth of people’s decks and cards. There are clear scenarios it makes less interesting, and clear scenarios it makes more interesting but the ones where it gets more interesting it does so by disincentivising the player to have the cards in question in the first place because he no longer has a clean option available.

To summarize the strategic implications, Magic will become strategically simpler and involve less skill. We will see more creatures with high power and high toughness and strong inherent always-on abilities. We will see less creatures with activated abilities such as regeneration, pumping abilities and especially sacrifice abilities. We will see more creature removal at the expense of pump spells, bounce spells and damage prevention.

All players must still learn the general case of how the stack works, but now must also learn the exception of how combat works. This makes the rules more complex, not less complex.

Ich will auch noch einmal eine Sache klarstellen: Ich kritisiere die neuen Regeln NICHT vom Standpunkt eines Möchtegern-Pros, der befürchtet, dass er es jetzt noch schwerer als früher hat, seinen Skillvorteil in Siege umzumünzen (obwohl ich diese Befürchtungen nicht von der Hand weisen würde, da in den Situationen, in denen die neuen Regeln MEHR Skill verlangen, eigentlich immer Doppelblocks involviert sind, die vergleichsweise selten vorkommen). Ich zeige mich als CASUAL-Spieler entsetzt darüber, dessen Carrion Feeder, AEther Spellbombs und Hunderte weiterer Karten durch den Wegfall der “Damage on the Stack” Option entmannt wurden. Wenn Bounce und Utility Creatures zu Gunsten von direktem Removal und dickeren Viechern geschwächt werden, dann leidet mein Spaß am Casual-Spiel erheblich.

Oh, und ich verkünde hiermit offiziell, dass meine früheren (und damals durchaus ernstgemeinten) Sympathiebezeugungen für Trash nicht mehr gültig sind! Ich weiß ja nicht, inwieweit sein neuer Job in der Karibik dazu beiträgt, aber zuletzt reduziert er jegliche Diskussion um Magic nur noch darauf, dass er mit seinen Pro-Punkten immer noch den Dicksten hat (zumindest in Deutschland nach dem Abtritt der Phoenix Foundation). Wenn es bei Magic ausschließlich darum ginge, und nicht etwa darum, Spaß am Spiel zu haben und sich im Rahmen seiner Möglichkeiten immer weiter zu verbessern, dann hätte er natürlich Recht – dann schauten wir alle nur ehrfürchtig auf seine erreichten Erfolge und knieten uns virtuell in eine Reihe, um seinen achso dicken Schwanz zu lutschen. Vielleicht trifft das ja auch auf Viele zu, aber ich zumindest akzeptiere keine Unfehlbarkeitsansprüche von Alpha-Tieren!

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TrashT pwned by random Mexican!

January 22, 2009

Vor langer, LANGER Zeit, als ich gerade mein Physikstudium begann (ich sage doch – vor LANGER Zeit!), stieß ich auf eine kleine Zeitschrift, die vom Fachbereich Mathematik meiner Uni heraus gegeben wurde, den “Einheizkreis” (coooler Name, oder?). Darin befanden sich einige nette mathematische Rästel, Tricks und Spielereien, unter anderem die so genannte “Mexikanische Würfelei”.

Man nimmt dafür drei sechsseitige Würfel, allerdings keine “normalen”, die jeweils die Zahlen 1 bis 6 zeigen, sondern drei spezielle (im Spielefachhandel sollte man übrigens Blankowürfel kriegen können, falls man Lust hat, sich seine eigenen mexikanischen Würfel zu basteln), welche wie folgt beschriftet sind:

Würfel A: 1, 4, 4, 4, 4, 4

Würfel B: 2, 2, 2, 5, 5, 5

Würfel C: 3, 3, 3, 3, 3, 6

Wie auf normalen Sechsseitern auch ist die Augensumme jedes Würfels 21. Sind diese Würfel aber deswegen auch “gleich gut”? Nun, probieren wir doch einmal folgendes Spiel aus: Ihr sucht Euch einen dieser Würfel aus. Dann suche ich mir einen aus. Wir würfeln beide jeweils gleichzeitig einhundert Mal und vergleichen die Ergebnisse. Wer bei einem solchen Vergleich das höhere Ergebnis hat, kriegt einen Punkt. Wer nach den einhundert Würfen die meisten Punkte hat, ist der Gesamtsieger. Einfach genug, oder? Also – welchen Würfel nehmt Ihr?

Nun, wenn Ihr so denkt, wie TrashT in seinem neuesten Artikel, dann sollten wir dieses Spielchen möglichst lange fortführen (und am besten mit hohen Geldeinsätzen!), und ich werde Euch Euer letztes Hemd nehmen, den Ihr werdet praktisch IMMER verlieren (prinzipiell könnt Ihr natürlich mit einer besonderen Glückssträhne auch einmal gewinnen, aber bei einhundert Würfen passiert das schon reichlich selten)!

Es ist ganz simpel: Nehmt Ihr Würfel A, nehme ich Würfel B. Entscheidet Ihr Euch für Würfel B, greife ich nach Würfel C. Und sucht Ihr Eure Zuflucht bei Würfel C, dann mache ich Euch wiederum mit Würfel A fertig! Moment mal – A< B< C < A – das geht doch gar nicht?

Ach so, Ihr seid ja Magic-Spieler und mit dem Stein-Schere-Papier-Prinzip durch das Lesen zahlloser Metagame-Artikel vertraut, Euch kann man damit also nicht weiter irritieren…

Aber wieso versucht es dann Trash?

Wenn ich mich jetzt auf dessen Niveau (bezogen ausschließlich auf die entsprechenden Gedankengänge in seinem Artikel, danke für die Nachfrage) begeben wollte, dann würde ich tatsächlich einen Vergleich A < B < C < A anstellen, wobei A, B und C jeweils die “Gewinnwahrscheinlichkeiten” der Würfel A, B und C sind. Wie – das ist komplett bescheuert, weil diese Gewinnwahrscheinlichkeiten sich auf völlig unterschiedliche Situationen beziehen? Natürlich ist das komplett bescheuert!

Aber wieso tut das dann Trash?

Er entblödet sich doch tatsächlich nicht, für einen Spieler EINE feste Gewinnwahrscheinlichkeit anzunehmen, unabhängig davon, in welchem der drei möglichen Queues (4-3-2-2; 8-4; Swiss) dieser antritt, und unabhängig davon, in welcher Runde er sich dort befindet?

Eine Runde mexikanische Würfeleien gefällig, Trash?

Ich weiß nicht, wie vielen Lesern dieses Schwachfugs klar ist, WIE unsäglich bescheuert das ist! Die Unsinnigkeit dieses Ansatzes geht nämlich über die bloße Stufe “entspricht nicht der Realität und ist deswegen unbrauchbar” hinaus und erreicht das Niveau “widerspricht sich selbst und ist deswegen vollständig idiotisch!”

Dass die Annahme, in den verschiedenen Queues befänden sich vergleichbar starke Spieler, so dass man von einer festen Gewinnwahrscheinlichkeit gegen diese ausgehen kann, nicht haltbar ist, da das Abschneiden von Spielern in verschiedenen Queues ihre Entscheidung, in welchen Queues sie weiterhin spielen, beeinflusst, ist eine Sache, die man in die Kategorie “zu kurz gedacht” einordnen kann. Tatsächlich KÖNNTE man (das hat Trash aber nicht getan!) sogar behaupten, dass solche Fluktuationen sich in einem komplexen System auf Dauer ausgleichen, so dass die Spieler in den verschiedenen Queues letztlich doch als vergleichbar stark anzusehen sind – das wäre zwar äußerst schwierig zu belegen (man müsste es wohl statistisch an Hand der Online-Ratings der beteiligten Spieler versuchen), aber eben auch genau so schwierig zu widerlegen.

Was allerdings beweist, dass Trash sich nicht für 5 Eurocent Gedanken gemacht hat, als er diesen Quatsch vom Stapel gelassen hat, ist der Umstand, dass sein postuliertes System unabhängig von dessen Fähigkeit, die Realität abzubilden, in sich selbst nicht schlüssig ist! Dass die (als fest angenommene) Gewinnchance eines Spielers in der ersten Runde eines Drafts die selbe ist wie im Finale, das ist aus ebenso zwingenden wie unmittelbar einleuchtenden Gründen nur genau dann möglich, wenn JEDER Spieler eine Gewinnchance von exakt 50% besitzt! Sobald es Spieler mit höheren Gewinnchancen gibt, gewinnen diese nämlich öfter (ACH!) und finden sich demenstprechend mit einer höheren Konzentration in den Finalqueues wieder. Was bedeutet, dass sich dort nach Trashs Denkansatz immer wieder Spieler gegenüber stehen, die BEIDE über 50% Gewinnwahrscheinlichkeit besitzen. Was, das ist vollkommen hirnrissig? Genau!

Was meint Ihr, warum ich mich darüber so aufrege?

Ganz offensichtlich sinken also die Gewinnwahrscheinlichkeiten eines gegebenen Spielers (wie immer diese auch beschaffen sein mögen) in einem K.O.-Draftqueue von Runde zu Runde, und in einem Swiss-Draftqueue mit jeder gewonnenen Runde. Das ist nicht nur gesunder Menschenverstand und die Erfahrung, die jeder in der Realität macht, sondern nichts weniger als eine zwingende Folge jedes mathematischen Modells, welches mit Gewinnwahrscheinlichkeiten arbeitet, welche sich aus der Spielstärke der beteiligten Spieler ergeben!

Und nun erinnern wir uns noch, worin sich diese Queues bezüglich ihrer Gewinnausschüttung eigentlich unterscheiden: Ach ja richtig – der Hauptunterschied ist, wie viele Runden man gewinnen muss, um Preise zu bekommen! Die 12 Booster im 8-4-Queue werden zum Beispiel AUSSCHLIESSLICH an Spieler verteilt, die in diesem Turnier 2:0 gestartet sind, während im 4-3-2-2 von den elf Boostern immerhin vier an diejenigen gehen, die nach einem 1:0 verloren haben (wie die Ausschüttung im Swiss ist, weiß ich nicht, aber das Prinzip ist ja wohl verständlich – oder?)

Und das wiederum bedeutet, dass es sehr wohl möglich ist, in den 4-3-2-2-Queues eine höhere Gewinnerwartung zu haben als in den 8-4-Queues! Lasst uns das einmal kurz an einem äußerst vereinfachten Beispiel durchrechnen:

Es gebe zwei Arten von Spielern, Scrubs und Pros. Innerhalb einer Art Spieler sind diese gleich stark und besitzen entsprechend 50% Gewinnwahrscheinlichkeit gegeneinander. Trifft allerdings ein Scrub auf einen Pro, so gewinnt Letzterer mit 80% Chance. Gehen wir weiterhin davon aus, dass es auf MTGO ebenso viele Scrubs wie Pros gibt, so dass die Chance, in einer zufälligen Paarung gegen einen Scrub gelost zu werden, genau so groß ist, wie gegen einen Pro – ach ja, und dass Scrubs und Pros außerdem gleichmäßig alle Queues bevölkern. (Dass dieses Modell nicht exakt die Realität abbilden soll, ist Euch klar, ja?) Oh, und wir betrachten nur K.O.-Queues ohne Draws.

Unter dieser Annahme ist die Chance für einen Scrub, die erste Runde eines Drafts zu gewinnen, 35% (in der Hälfte der Fälle 50%; in der anderen Hälfte der Fälle 20%). In dieser zweiten Runde trifft er dann(falls er gewonnen hat, natürlich nur)

zu 25% auf einen Scrub, der sich gegen einen Scrub durchgesetzt hat;

zu 25% auf einen Pro, der sich gegen einen Pro durchgesetzt hat;

zu 10% auf einen Scrub, der sich gegen einen Pro durchgesetzt hat;

und zu 40% auf einen Pro, der sich gegen einen Scrub durchgesetzt hat.

Zusammengefasst trifft er also zu 65% auf einen Pro und zu 35% auf einen Scrub. Das wiederum ergibt für ihn eine Gesamtgewinnwahrscheinlichkeit von 30,5% (13% + 17,5%) für diese Runde.

Schafft er es ins Finale, trifft er dort auf den Sieger des Halbfinales zwischen 2 Spielern, die jeweils zu 65% Chance Pros sind. Hier die Fallunterscheidungen für dieses Halbfinale:

42,25% Chance für ein Duell Pro gegen Pro; wird immer von einem Pro gewonnen.

12,25% Chance für ein Duell Scrub gegen Scrub; wird immer von einem Scrub gewonnen.

2 * 22,75 = 45,5% Chance für ein Duell Scrub gegen Pro, was zu 80% vom Pro gewonnen wird, so dass insgesamt aus solchen Paarungen zu 36,4% ein Pro und zu 9,1% ein Scrub ins Finale gelangt.

Der Finalgegner ist also zu 78,65% ein Pro und zu 21,35% ein Scrub. Das wiederum ergibt eine Chance das Finale zu gewinnen von 15,73% gegen einen Pro und von 10,675% gegen einen Scrub, insgesamt also 26,405%.

Wenn man jetzt schaut, wie weit dieser Scrub also in einem Draft im Schnitt gelangt, indem man die entsprechenden Wahrscheinlichkeiten multipliziert, dann findet man:

Zu 65% scheidet er in der ersten Runde aus.

Zu 24,325% scheidet er in der zweiten Runde aus.

Zu 7,85626625% verliert er im Finale.

Und zu 2,81873375% gewinnt er das Turnier.

Und nun vergleichen wir noch seinen Erwartungswert an gewonnenen Boostern im 4-3-2-2- bzw. 8-4-Queue:

4-3-2-2:

0,65 * 0 Booester +

0,24325 * 2 Booster = 0,4865 Booster +

0,0785626625 * 3 Booster = 0,2356879875 Booster +

0,0281873375 * 4 Booster = 0,11274935 Booster

macht summa summarum: 0,8349373375 durchschnittliche Gewinnbooster pro Draft.

8-4:

0,65 * 0 Booster +

0,24325 * 0 Booester +

0,0785626625 * 4 Booster = 0,31425065 Booster +

0,0281873375 * 8 Booster = 0,2254987 Booster

für einen aufsummierten Erwartungswert von 0,53974935 Booster.

Oder ohne diese ganzen albernen Nachkommastellen mal vereinfacht ausgedrückt: Der Scrub gewinnt im 4-3-2-2 über die Hälfte mehr Booster als im 8-4!

Wenn also Trash behauptet, dass 8-4 IMMER günstiger sei als 4-3-2-2, dann ist das eine fahrlässige Dummheit hart am Rande einer glatten Lüge – man muss sich ja fragen, ob er auf diese Art absichtlich mehr schwächere Spieler in “seine” 8-4-Queues locken will, um SEINE Gewinnchancen dort zu erhöhen!

Lieber Trash, lieber Tobi, liebes PlanetMTG: So einen miserabel recherchierten, peinlich dummen, absolut falschen und die Leserschaft vollständig in die Irre führenden Mist möchte ich, bitteschön, nicht lesen müssen, und ich will auch nicht, dass ihn sonst jemand liest!

P.S.: Wer sich für eine genauere Erläuterung der “Mexikanischen Würfelei” interessiert, findet sie hier.)

Shards /= Archetypen

November 28, 2008

Weil darüber so viel Blödsinn geschrieben wird (siehe nagano im P-Forum), hier einige Decklisten zur Verdeutlichung, wobei ich mich bemüht habe, realistische Beispiele zu wählen, die man so draften könnte, und die zwar deutlich, aber nicht völlig puristisch sind, weil man das in der Praxis halt nicht hinbekäme:

1. WGr Beatdown

2 Wild Nacatl
2 Akrasan Squire
2 Knight of the Skyward Eye
1 Cylian Elf
1 Steward of Valeron
1 Sighted-Caste Sorcerer
1 Naya Battlemage
1 Topan Ascetic
1 Woolly Thoctar
2 Sanctum Gargoyle
1 Welkin Guide
2 Sigil Blessing
1 Resounding Roar
1 Soul’s Fire
1 Naya Charm
2 Excommunicate
1 Oblivion Ring
1 Resounding Thunder
1 Jungle Shrine
1 Naya Panorama
3 Mountain
5 Forest
6 Plains

2. Grw Ramp

1 Wild Nacatl
1 Knight of the Skyward Eye
2 Druid of the Anima
1 Guardians of Akrasa
1 Woolly Thoctar
1 Drumhunter
1 Incurable Ogre
2 Rakeclaw Gargantuan
1 Mosstodon
1 Cavern Thoctar
1 Yoked Plowbeast
1 Jungle Wurm
1 Rockcaster Platoon
2 Magma Spray
2 Soul’s Fire
1 Resounding Thunder
1 Naya Charm
1 Resounding Silence
1 Obelisk of Naya
1 Naya Panorama
4 Mountain
4 Plains
8 Forest

3. RGw Aggro

2 Wild Nacatl
2 Rip-Clan Crasher
1 Dragon Fodder
1 Cylian Elf
1 Druid of the Anima
1 Topan Ascetic
1 Woolly Thoctar
1 Rhox Charger
2 Incurable Ogre
1 Rakeclaw Gargantuan
1 Cavern Thoctar
1 Ridge Rannet
2 Magma Spray
2 Resounding Roar
1 Resounding Thunder
1 Oblivion Ring
1 Naya Charm
1 Obelisk of Naya
1 Jungle Shrine
3 Plains
7 Forest
6 Mountain

4. RGw Pseudo-Jund

1 Wild Nacatl
2 Druid of the Anima
2 Dragon Fodder
1 Elvish Visionary
2 Hissing Iguanar
1 Exuberant Firestoker
2 Vithian Stinger
1 Viashino Elder
1 Jund Battlemage
1 Thorn-Trash Viashino
1 Scourge Devil
1 Mosstodon
1 Rakeclaw Gargantuan
2 Ridge Rannet
1 Resounding Roar
2 Oblivion Ring
1 Naya Charm
3 Plains
7 Forest
7 Mountain

5. Wgr Exalted

2 Akrasan Squire
2 Sighted-Caste Sorcerer
1 Sigiled Paladin
2 Knight of the Skyward Eye
1 Vithian Stinger
2 Sanctum Gargoyle
1 Rhox Charger
1 Rakeclaw Gargantuan
1 Bloodpyre Elemental
2 Yoked Plowbeast
2 Sigil Blessing
2 Oblivion Ring
1 Resounding Thunder
1 Naya Charm
2 Resounding Silence
1 Jungle Shrine
1 Naya Panorama
4 Forest
4 Mountain
7 Plains

Jede einzelne dieser unterschiedlichen taktischen Ausrichtungen – und vielleicht auch noch mehr – könnte man zu einem Archetypen erklären. Trashs bisherige Archetypen-Ansätze haben darauf basiert, einige dieser Strategien auszuwählen und als Archetypen zu definieren, die man draften könne und solle, und dann eben NICHT “Naya” zu draften, sondern ausschließlich einen solchen Archetyp, wobei er andere Ausrichtungen dieser Farbkombination ignoriert (oder aber in einem späteren Artikel plötzlich doch für sich entdeckt!)

Wenn Trash jetzt aber jeden Shard zu einem Archetypen erklärt, dann sinnentleert er seinen Lieblingsbegriff. Naya ist eben nicht gleich Naya, und NATÜRLICH sollte man immer versuchen, seinem Draftdeck so weit wie möglich eine klare taktische Ausrichtung zu geben – aber dies tut man halt WÄHREND des Draftens, an Hand der tatsächlich vorhandenen Karten, anstatt sich vorher bereits fest zu legen! Echtes Surfen besteht nun einmal darin, flexibel zu reagieren. Nur so erhält man das bestmögliche Deck.

Besseres zu tun

November 28, 2008

Wenn ein Kommentator nichts Besseres zu tun hat, als unter einem privaten Blogeintrag dessen Autor zu fragen, ob er denn nichts Besseres zu tun hätte, als seine Einträge zu verfassen… nun, dann habe ich normaler Weise Besseres zu tun, als auf diesen Hirntod-verdächtigen Umstand hinzuweisen (was Tobi dann netterweise für mich getan hat). Allerdings passt diese Geschichte diesmal einfach zu gut als Überleitung zu einem etwas anderen Thema:

Auf GerMagic konnte man in den letzten Tagen ein interessantes Phänomen beobachten: Erst entstand dort eine Handvoll inhaltsloser Ersteinträge kurz hintereinander. Dann verfassten einige etablierte Schreiber eine Handvoll Beiträge, deren Inhalt sich im Wesentlichen darauf beschränkte, diese Inhaltslosigkeit anzuprangern.

Großes Kino! Haben die denn alle nichts Besseres zu tun? Nun, diese Frage zielt in die falsche Richtung! Jemanden zu fragen, ob er denn nichts Besseres zu tun hätte, als ein Blog zu führen, in dem er schreibt, was immer ihm gerade durch den Kopf geht, das ist einfach widersinnig. “Du führst Tagebuch? Hast Du denn nichts Besseres zu tun?” Man kann doch ohne größere geistige Verrenkungen annehmen, dass es dem Autor – aus welchen Gründen auch immer – wichtig ist, seine Gedanken niederzuschreiben, und auf welcher Grundlage soll man das kritisieren?

Diese Grundlage ist natürlich GerMagic! Durch dessen Art der Präsentation als “MTG Blogs” misst diese Seite solchen Blogs einen Stellenwert zu, den sie nicht verdienen. Auch GerMagic ist natürlich eine Privatseite (und EBs Weigerung, diesen Umstand durch das Schalten von Werbung in Frage zu stellen, ist so ziemlich das Einzige, was ich an ihm sympathisch finde), aber durch ihren Stellenwert und wohl auch selbst gewählten Anspruch als DAS deutsche Magic-Portal hat sie den Bereich des bloßen privaten Vorsichhinwurstelns eindeutig verlassen. Was hier zuoberst auf der Frontseite mit einer kurzen Textvorschau verlinkt wird, das wird nicht einfach nur verlinkt, das wird PRÄSENTIERT. Die umfassenden Verlinkungen befinden sich im “MTG Pop” Bereich, aber mit “MTG Blogs” wird eine Auswahl vorgenommen, die eine zumindest partielle Identifikation von GerMagic und damit effektiv eine Empfehlung bedeutet.

Als mir EB vor ein paar Monaten anbot, mit Zeromagic auf “MTG Blogs” umzuziehen, lehnte ich dies hauptsächlich aus folgenden Gründen ab: Einmal hatte ich kein Bedürfnis, mit GerMagic (und damit letztendlich mit EB) identifiziert zu werden, und zum anderen wollte ich nicht Teil einer Auswahl sein, die nicht nach qualitativen Kriterien getroffen wurde, sondern danach, wer sich von diesem Konzept hatte vereinnahmen lassen. Wie ich damals bereits formulierte:

“MTG Blogs wird von Blogeinträgen überschwemmt, die schlicht und einfach nicht lesenswert sind. Das führt nur dazu, dass ich auch die paar lesenswerten nicht mehr lese, weil ich keine Lust habe, in diesem Riesenhaufen Verbalmüll danach zu suchen!”

und

“EB hat es Leuten ermöglicht, mit dem selben geringen Aufwand ein Blog zu betreiben, mit dem man einen Forenthread vollspammt, und die Ergebnisse sind vergleichbar. Diejenigen Blogger, die sich mit ihrem Blog tatsächlich Mühe geben, gehen unter. Das ist genau das Gegenteil von dem, was ich mir wünsche!”

An wen muss jetzt also der Vorworf gehen? An die ganzen “Hallo Welt, hier bin ich, und sobald ich weiß, worüber, werde ich auch ganz doll viel schreiben”-Blogger, oder an diejenige Seite, welche sie auf einer viel zu exponierten Plattform vorbehaltlos präsentiert und damit die ambitionierteren Autoren dazwischen entwertet? Mit Bereichen wie dem “DeckCheck” oder “MTG Pop” hat GerMagic qualitative Maßstäbe gesetzt, die eine entsprechende Erwartungshaltung auch an anderer Stelle erzeugen. Wenn hier Einträge in “MTG Blogs” faktisch empfohlen werden, dann müssen sie sich an dieser Erwartungshaltung messen lassen, was gegenüber privaten Bloggern, die ohne groß darüber nachzudenken von der Möglichkeit Gebrauch gemacht haben, sich hier bequem einen öffentlichkeitswirksamen Platz im Internet zu sichern, unfair ist und zwangsläufig zu Enttäuschungen beim Leser, sowie zu Verstimmungen bei etablierten Schreibern führt.

Den Platz an der Sonne (also unter den prominenten Verlinkungen oben auf der Seite) bei GerMagic sollten sich Blogger erst einmal verdienen müssen! Wären sie nur unter ferner liefen bei “MTG Pop” verlinkt, dann würde sich niemand darüber aufregen. Auch eine kurze Sektion “neu gestartete Blogs”, welche den Lesern die Möglichkeit gibt, Neulinge aufzufinden und erst einmal anzutesten, würde keine Missverständnisse aufkommen lassen (vorausgesetzt, sie verdrängt nicht ebenfalls die empfehlenswerten Blogs). Ohne eine qualitative Auswahl jedoch besteht der Unterschied zwischen “MTG Blogs” und “MTG Pop” im Wesentlichen nur aus dem “Seht her, all diese Blogger habe ich unter meiner Fittiche versammeln können – meine Weltherrschaft steht unmittelbar bevor!”-Faktor, da sie Autoren ausschließlich dafür belohnt, sich von GerMagic bemuttern zu lassen, was wenn überhaupt im Zweifelsfall eher Indiz für MANGELNDE Qualität ist (da der Bloggende bei der Einrichtung seines Blogs weniger Eigenleistung erbringen musste) als anders herum.

Noch ein paar Worte zu einem ganz anderen Thema: Trash hatte wieder einmal nichts Besseres zu tun, als einen Videowalkthrough zu verbrechen. Ich bleibe dabei: Ich will seine Gedanken ausformuliert LESEN, nicht HÖREN, und die Karten aufgelistet bekommen, nicht an Hand verschwommener Bilder erraten müssen! Kurz hinein geschaut habe ich: Dass Trash wegen seiner irrationalen Abneigung gegen diese Karte Covenant of Minds nicht einmal erwähnt, das ist schon ärgerlich, aber den Rhox Charger zu nehmen, ist auf jeden Fall zumindest eine vertretbare, wenn nicht sogar einfach die richtige Entscheidung (ich hätte es auch gemacht). Ansonsten beweist Trash, dass man in Gegensatz zu den anders lautenden Behauptungen von Phips durchaus mit Naya Drafts gewinnen kann! Sein Deck hat dann aber doch für meinen Geschmack ein wenig zu viel Mana – 17 Länder, 2 Druid of the Anima, 1 Steward of Valeron, 2 Sunseed Nurturer, 1 Sacellum Godspeaker, 2 Cycler – man kann es auch übertreiben! 1 Nurturer und ein Land (oder vielleicht besser 2 Nurturer, um keine Farbsicherheit aufzugeben) kann man hier gewiss cutten, um die Gefahr, nach einem Resounding Thunder auf Rakeclaw Gargantuan und Bone Splinters auf Cavern Thoctar plötzlich nur noch mit Manaproduzenten dazustehen, ein wenig zu verringern.

Ansonsten aber ist Trashs Deck, ebenso wie die zuletzt von Phips ein schönes Beispiel dafür, wie man Shards draftet: Mit einem klaren Schwerpunkt auf zwei (befreundeten) Farben, aber ohne die zusätzlichen Optionen, welche einem die dritte Farbe bietet, zu verschmähen. Mensch, ich kann mich erinnern, dass dieser Ansatz bereits in den allerersten Alara-Reviews erörtert worden war – was ist da bloß passiert, dass wir bestimmt einen Monat Zeit damit verschwendet haben, fünffarbige Monstrositäten zu draften, die im Prinzip nur aus Charms und Manafixing bestanden? Als ich zur Zeit von PT Berlin mich auf dem Nachhauseweg mit Toffel unterhielt, fragte er mich, ob ich irgendwelche wichtigen Erkenntnisse aus meinen Drafts gezogen hätte, und ich wusste in destillierter Form nichts Besseres zu sagen als “2-Drops sind wichtig!” Naja, meinte Toffel, das sei ja selbstverständlich, und ich stimmte ihm zu… Warum eigentlich war es NICHT selbstverständlich? Warum hatten Topspieler wie Charly, Phips (und zwischenzeitlich, wenn ich die damalige Coverage richtig verstanden habe, sogar auch Trash) in Runde 2 und 3 nichts Besseres zu tun als Fatties zu cyclen und Obelisken zu legen?

Auch in Alara ist die zweite Runde dazu da, Boardpräsenz zu zeigen (oder zumindest die gegnerische zu einzudämmen). Man kann Bären legen, oder Manabeschleunigung (was bedeutet, Druid of the Anima), oder man kann mit Agony Warp oder Magma Spray gegnerische Bären oder Manabeschleunigung eliminieren. Dafür wiederum benötigt man das passende Mana. Mit ein paar Triländern schafft man das noch bis hoch zur Dreieinhalbfarbigkeit, bei entsprechend weniger Manafixing sollte man nicht mehr als zweieinhalb Farben in Angriff nehmen. Es ist nun einmal so, dass weder Panoramen noch Obelisken eine Hilfe dabei sind, 2-Drops zu legen!

Oh doch, ich bin mir sicher: So weit waren wir schon direkt nach dem Prerelease! Wie konnte es nur passieren, dass diese grundlegenden Einsichten so lange in Vergessenheit geraten sind bzw. ignoriert wurden?