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Pro-Portionen

December 5, 2009

Ich habe ja schon ewig keinen Ländervergleich mehr gemacht. Da gerade eine Saison zu Ende gegangen ist, will ich die Gelegenheit nutzen, einen Blick auf die Liste der aktuellen Pro-Spieler zu werfen. Welche Nationen haben 2009 wie viele Pros mindestens auf Level 4 (20 Punkte oder mehr) gebracht? Da sie sich bequemerweise ebenfalls leicht zugängig in der Datenbank befinden, nehme ich zum Vergleich auch noch die Daten von 2008 dazu. 2009 haben 76 Spieler diesen Level erreicht; 2008 waren es noch 91.


2009 2008
USA 18 16
Japan 17 19
Niederlande 6 3
Frankreich 5 6
Deutschland 5 3
Schweiz 4 4
Belgien 4 3
Tschechien 3 3
Brasilien 2 4
Italien 2 3
Österreich 2 3
Schweden 1 4
Spanien 1 2
Finnland 1 1
Großbritannien 1 1
Polen 1 1
Portugal 1 1
Slowakei 1 1
Hong Kong 1 0
Australien 0 3
Chile 0 1
Dänemark 0 1
Estland 0 1
Kanada 0 1
Kolumbien 0 1
Kroatien 0 1
Malaysia 0 1
Niederländische Antillen 0 1
Russland 0 1
Singapur 0 1

Ich denke, der Fachausdruck lautet “Konsolidierung” – weniger Pros insgesamt, verteilt auf weniger Länder, das ist die Entwicklung von 2008 hin zu 2009. Wie man aus Fürgewöhnlichgutunterrichtetenquellen hört, soll das ja auch beabsichtigt sein – möglichst wenige Namen mit hohem Wiedererkennungswert sind den Promotern lieber als viele neue Gesichter.

Ansonsten ist die Aussagekraft der Statistik eher beschränkt: Die USA und Japan marschieren uneinholbar vorneweg; dahinter gibt es keine klare dritte Macht, nur ein mitteleuropäisches Verfolgerfeld (und Brasilien). Wenn man natürlich danach aufschlüsselt, wie erfolgreich die vertretenen Pros sind, dann stellt Japan die USA ebenso in den Schatten wie Frankreich den Rest des Feldes.

Bemerkenswert finde ich noch, dass die größere Spielerbasis in Deutschland oder Frankreich gegenüber Benelux (minus Luchs) und den Alpenrepubliken sich trotz entsprechender PTQ-Slotanzahl nicht so recht in diesen Zahlen wiederfinden lässt. Woran liegt das? Ob es so etwas wie eine kritische Masse an engagierten und vernetzten Spielern pro Land gibt?

Die Ergebnisse der (Groß-)deutschen Spieler am zweiten Tag in Austin

October 18, 2009

Die Coverages der Wizards waren ja schon immer mies, aber diese hier setzt neue Maßstäbe… Textbasierender Content wird durch Audio- oder Videofiles nicht ergänzt sondern ersetzt, und die wenigen Textbeiträge sind ein unredigierter, mit unvollständigen HTML-Befehlen durchsetzter Wörtersalat. Decklisten von Tag 1 oder Tag 2? Fehlanzeige. Vielleicht wird da ja noch etwas nachgereicht, aber die ungeschlagenen Extended-Decks eines Tages, sowie die 3:0-Listen der Draftpods hätte ich schon ganz gerne einigermaßen zeitnah gesehen. (Edit: Zumindest die habe ich jetzt gefunden – waren aber gut versteckt!)

Naja, hier jedenfalls die Vervollständigung meiner kleinen Statistik (einen dritten Tag kann ich mir ja sparen):

Von den zehn Spielern im zweiten Tag haben alle bis auf den Deutschen Martin Zimmermann und den Österreicher Thomas Holzinger bis zum Ende teilgenommen. Thomas droppte nach Runde 14, Martin bereits nach Runde 12. Damit haben diese Spieler folgende Gesamtbilanz (wieder ist der erste Score in Klammern der von Extended, der zweite der vom Booster Draft):

36 Simon Leigh (7:3/5:1)
33 Jonas Wallendorf (6:4/5:1)
33 Mike Hofmann (6:4/5:1)
33 Tommi Lindgren (6:4/5:1)
32 Sebastian Thaler (5:3:2/5:1)
27 Matthias Künzler (5:5/4:2)
27 Jan Schmidt (7:3/2:4)
24 Nico Bohny (4:6/4:2)
21 Thomas Holzinger (5:3/2:4)
18 Martin Zimmermann (3:3/3:3)

Insgesamt erzielten die Deutschen also aus 136 Runden Constructed 206 Punkte (1,51 im Schnitt) und aus 78 Runden Limited 117 Punkte (1,50). (Die Durchschnittspunktzahlen pro Runde geben diesmal nur tatsächlich gespielte Runden wieder.) Das bleibt eine äußerst ausgeglichene Bilanz.

Die Österreicher kommen auf 37 Constructed-Punkte in 18 Runden (2,06) und 9 Limited-Punkte in 12 Runden (0,75). Da hat ein einzelner Spieler im zweiten Tag nichts daran geändert: Extended hui, Booster Draft pfui!

Die Schweizer schließlich bieten in Constructed und Limited jeweils 57 Punkte auf, die sich allerdings auf 45 (1,27) bzw. 27 (2,11) Runden verteilen – weiterhin eine mäßige Extended-Bilanz, aber eine exzellente Draft-Bilanz.

Was ich wiederum recht interessant finde, ist die relative Stärke unserer großdeutschen Spieler im zweiten Tag in den einzelnen Formaten: Im Constructed holten sie im Schnitt 1,74 Punkte pro Partie; im Limited 2,00. Zum Vergleich dazu die entsprechenden Scores der Top-8-Spieler: 2,40 im Constructed, 2,25 im Limited. Ein bisschen suggeriert das, dass “unsere” Pros Constructed vernachlässigen, welches ja auch eine ungleich intensivere Vorbereitung erfordert.

Als Abschluss noch etwas zum Nachdenken. Die Antworten der Top-8-Spieler auf die Frage: “What was your draft strategy?” lauteten, sortiert nach ihren Limited Scores:

18 “Aggro.”
15 “Stay away from green, be as aggressive as possible.”
15 “Build a mono-colored deck.”
15 “Black or blue, 18 lands.”
15 “Nothing.”
12 “I like black with either red or blue.”
9 “Draft red, black or both – try to be aggressive.”
9 “Didn’t have one.”

Die Ergebnisse der (Groß-)deutschen Spieler am ersten Tag in Austin

October 17, 2009

Ich mag ja Statistiken, und wenn ich schon für mich ein paar aufstelle, kann ich Euch auch gleich daran teilhaben lassen. Sollte ich mich irgendwo vertan haben, dürft Ihr mich gerne darauf hinweisen!

Von 418 Teilnehmern waren laut den offiziellen Standings 22 Deutsche, 3 Österreicher und 6 Schweizer.

Den zweiten Tag erreichten insgesamt 139 Spieler (33,3%), darunter 6 Deutsche (27,3%), 1 Österreicher (33,3%) und 3 Schweizer (50%).

Insgesamt erzielten die Deutschen im Constructed-Teil (5 Runden) 151 Punkte, im Limited (3 Runden, von denen vier deutsche Spieler nur zwei spielten, Trash sogar nur eine) 90 Punkte. Das sind im Constructed im Schnitt 1,37 Punkte pro Runde, im Limited 1,36 Punkte (1,50 pro tatsächlich gespielter Runde). Die Kompetenz der Deutschen im Limited und Constructed ist also ungefähr gleich stark ausgeprägt.

Die Österreicher erspielten sich im Constructed 34, im Limited 6 Punkte (im Schnitt 2,27 und 0,67). Unsere südöstlichen Nachbarn waren also im Extended exzellent vorbereitet, sind aber im Draft total abgestürzt!

Die Bilanz der Schweizer hingegen: 39 im Constructed und 42 im Limited (1,30 und 2,33) – okay im Constructed, aber exzellent im Limited (aus zwei Runden weniger mehr Punkte zu holen, das ist schon ein Ding)!

Die Ergebnisse im Einzelnen (der erste Score in der Klammer ist die Constructed-Bilanz, der zweite die Limited-Bilanz):

Deutschland:

Sebastian Thaler 19 (3:1:1/3:0)
Mike Hofmann 18 (3:2/3:0)
Jan Schmidt 15 (3:2/2:1)
Martin Zimmermann 15 (3:2/2:1)
Jonas Wallendorf 15 (2:3/3:0)
Simon Leigh 15 (2:3/3:0)
Jan Ruess 13 (3:1:1/1:2)
Simon Goertzen 13 (3:1:1/1:2)
Julian Hessling 12 (4:1/0:3)
Martin Wildmoser 12 (3:2/1:2)
Thomas Schmidt 12 (2:3/2:1)
Niklas Ziemann 12 (2:3/2:1)
Philipp Volk 10 (1:3:1/2:1)
Lino Burgold 9 (3:2/0:2)
Tim Michels 9 (3:2/0:3)
Mathias Passin 9 (2:3/1:1)
Julien de Graat 9 (1:4/2:1)
Martin Muller 9 (1:4/2:1)
Andre Mueller 6 (2:3/0:1)
Bernd Brendemühl 3 (1:4/0:2)
Mathias Wigge 3 (1:4/0:2)
Reinhold Kohl 3 (1:4/0:3)

Die durchschnittliche Gesamtpunktzahl beträgt 10,95 (11,34, wenn man die nicht gespielten Runden hochrechnet).

Österreich:

Thomas Holzinger 15 (4:1/1:2)
Helmut Summersberger 13 (4:0:1/0:3)
Christopher Wolf 12 (3:2/1:2)

Durchschnittsgesamtpunktzahl: 13,33

Schweiz:

Nico Bohny 18 (3:2/3:0)
Matthias Künzler 18 (4:1/2:1)
Tommi Lindgren 15 (2:3/3:0)
Manuel Bucher 12 (2:3/2:1)
David Progin 12 (2:3/2:1)
Matthias Flückiger 6 (0:5/2:1)

Durchschnittsgesamtpunktzahl: 13,5 Punkte

Zur Statistik des zweiten Tages

Ein letzter Appell an den gesunden Menschenverstand

September 17, 2009

Leute, Ihr bringt mich echt zum Verzweifeln! Kein Wunder, dass es immer wieder Haustürverkäufer gibt, sowie Leute, die auf nigerianische Spam-Mails hereinfallen, und Wahlen und Politik lassen sich auch so erklären… Es heißt ja nicht umsonst: Die Welt WILL betrogen werden! Warum lasst Ihr Euch dermaßen leicht die Augen wischen und seid bereit, Euch das Konzept der Mythic Rares schönzureden? Ist es einfach die Sturheit nicht einsehen zu wollen, dass man von vorne bis hinten verarscht wurde?

Ein letzter Versuch: Für jeden Turnierspieler, der aus einem Set von mindestens einer (mehr macht keinen Unterschied) Karte der seltensten Häufigkeitsstufe ein Playset von 4 Stück benötigt, müssen von IRGENDJEMANDEM eine gewisse Anzahl Booster aus diesem Set geöffnet werden. Für jeden Spieler, der beim Öffnen Glück hat oder diese Karten billig antauscht oder ankauft, gibt es zum Ausgleich andere, die mehr öffnen müssen oder die Karte teurer ankaufen oder -tauschen – oder sie eben einfach nicht kriegen! Eure persönlichen Erfahrungen, wie Ihr an Eure Karten kommt, ändert absolut nichts daran, dass die Nachfrage eine Mindestanzahl an Boostern bestimmt, die geöffnet werden müssen. Dies sind bei Rares als den seltensten Karten 4 Booster pro Rare im Set (da jeder Booster eine Rare enthält) für ein 4er-Playset, und bei Mythic Rares 32 Booster pro Mythic (laut offizieller Angabe enthält ca. jeder 8. Booster eine Mythic).

Zu dieser Mindestanzahl Booster gebe ich Euch jetzt ein paar Vergleichswerte aus der Geschichte von Magic. Dabei beziehe ich mich immer auf ein Magicjahr, welches mit dem Erscheinen eines großen Sets im Herbst beginnt. In diese Rechnung fließt nicht ein, dass seit ein paar Jahren Foil Rares nicht mehr im Slot der Rares liegen und somit zusätzlich vorhanden sind, aber dass diese Tatsache die Boosterzahl nur leicht nach unten drückt, sollte offensichtlich sein. Grundsets vor M10 enthielten KEINE Rares, die nicht bereits anderweitig auf dem Markt waren, und können deswegen nicht voll angerechnet werden, weil diese Karten bereits in anderen Versionen vorlagen, was ihre Häufigkeit erhöht. Ich gebe deswegen hier immer eine Spanne an, um nichts Falsches zu sagen. Die Timeshifted-Karten aus Time Spiral igoriere ich der Einfachheit halber – potenziell könnten sie die Boosterzahl noch einmal ein wenig erhöhen, da sie seltener waren als die Rares, andererseits aber Reprints von teilweise schwierig erhältlichen Karten, auf keinen Fall natürlich aber verringern!)

Ich beziehe mich übrigens auf die Daten von Crystalkeep – falls die irgendwo einen Fehler gemacht haben sollten, informiert mich bitte; aber insgesamt wird es an der Aussagekraft dieser Statistik wohl nichts ändern. Ich fange mit dem Jahr an, welches als Erstes die Blockstruktur verwendet hat:

Mirage-Visions-Weatherlight-(Fifth): 440+200+200+(0…528)=840…1368

Tempest-Stronghold-Exodus: 440+176+176=792

Urza’s Saga-Urza’s Legacy-Urza’s Destiny-(Sixth): 440+176+176+(0…440)=792…1232

Mercadian Masques-Nemesis-Prophecy: 440+176+176=792

Invasion-Planeshift-Apocalpyse-(Seventh):  440+176+176+(0…440)=792…1232

Odyssey-Torment-Judgment: 440+176+176=792

Onslaught-Legions-Scourge-(Eighth): 440+180+176+(0…440)=796…1236

Mirrodin-Darksteel-Fifth Dawn: 352+220+220=792

Champions of Kamigawa-Betrayers of Kamigawa-Saviors of Kamigawa-(Ninth):352+220+220+(0…440)=792…1232

Ravnica-Guildpact-Dissension-Coldsnap: 352+220+240+160=972

Time Spiral-Planar Chaos-Future Sight-(Tenth): 320+160+240+(0…484)=720…1204

Lorwyn-Morningtide-Shadowmoor-Eventide: 320+200+320+240=1080

Shards of Alara-Conflux-Alara Reborn-M10: 480+320+320+480=1600

Basierend auf den bislang bekannten Informationen bezüglich der Setgrößen, und unter der Annahme, dass M11 auch wieder neue Mythic Rares haben wird, kommt nächstes Jahr dann Folgendes auf uns zu:

Zendikar-Worldwake-“Prosper”-M11: 480+320+480+480=1760

Und das – und NUR das – ist die Wahrheit bezüglich des Effektes, den Mythic Rare Staples auf unser Spiel haben: So viele Booster müssen PRO SPIELER gekauft werden, um diese Spieler mit Playsets dieser Staples zu versorgen. Alles andere ist Verschleierungstaktik!