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Rares, Rares, Rares!

July 27, 2009

Seit M10 legal geworden ist, haben ja bereits einige Meisterschaften stattgefunden. Bei denjenigen, über die Daily MTG berichtet hat (Australien, Spanien, Japan, Frankreich, Italien, USA), habe ich wieder einmal den Anteil der Rares und Mythic Rares in den Top 8 Decks ermittelt. Die Decklisten sind zwar nicht alle ganz vollständig und korrekt (besonders die Italiener schienen echte Schwierigkeiten mit dem Zählen zu haben!), und ich habe jetzt auch nicht versucht, ihre tatsächliche Zusammensetzung zu erraten (bei jenem 58-Karten-Faerie-Deck mit angeblich nur 2 Cryptic Command hätte ich mir das zum Beispiel schon zugetraut), sondern einfach das ausgewertet, was dort steht – zu allzu großen Verschiebungen kann das eigentlich nicht führen. Naja gut, die beiden “Unmask” in dem einen BW-Kithkin Sideboard habe ich dann doch als “Unmake” angenommen… Das sieht dann so aus:

Australien: 597 Karten, 275 Rares – 46%

Spanien: 598/271 – 45%

Japan: 601/303 – 50%

Italien: 587/301 – 51%

Frankreich: 597/304 – 51%

USA: 600/253 – 42%

Insgesamt: 3580/1707 – 48%

Eine großartige Veränderung hat sich also nicht ergeben. Ein paar weniger rarelastige Decks (BR, Kithkin) drücken den Schnitt ein kleines bisschen, aber andererseits befinden sich dafür Faeriedecks teilweise bereits im Zweidrittelbereich (eine Version fährt sagenhafte 52 Rares!) – man kann tatsächlich ganz gut anhand dieser Prozente abschätzen, wie gut sich Faeries bei den jeweiligen Nats geschlagen haben… Fünffarbige Kontrolle, für mich das Gesicht dieser überbunten und überteuerten Saison, liegt dabei mit mehreren größtenteils identischen Versionen, welche alle jeweils 37 Rares aufweisen, genau im Schnitt.

Apropos Rares: Ich habe unter Berücksichtigung von M10, den Regeländerungen und überhaupt meine Such- und Tauschlisten aktualisiert. Wobei ich M10-Commons jetzt natürlich nicht unbedingt anzutauschen einplane, klar.

Ach ja, und ich habe auf dem Planeten mal wieder etwas geschrieben, was nicht gut angekommen ist. Nun ja, wenn die Leute sagen, sie wollen nichts Negatives mehr lesen, dann kann ich das akzeptieren. Allerdings beweisen viele Kommentare, dass sich doch so mancher gar nicht wirklich die Mühe gemacht hat, sich mit dem auseinanderzusetzen, was ich tatsächlich geschrieben habe – wenn es mir immer wieder in den Fingern juckt, Posts dadurch zu beantworten, dass ich einfach eine passende Stelle aus meinem Text zitiere, ist das ein deutliches Signal! Deswegen nehme ich zwar die Kritik mit der Aussage “darüber will ich nichts mehr lesen” an, den Großteil der inhaltlichen Kritik jedoch nicht. Ich hoffe allerdings, aus meinen Fehlern von früher gelernt zu haben und heute der Versuchung widerstehen zu können, wie ein computerfähiger Papagei ständig darauf hinzuweisen, was eigentlich in meinem Text steht.

Einen abgedrehten Gedanken, den ich gerade hatte, will ich Euch noch mitteilen: Stellt Euch einmal vor, der Phips und der Nuegun verabreden sich heimlich miteinander, jeweils einen Walkthrough für die Kolumne des anderen zu schreiben – natürlich ohne ihren wahren Namen zu verraten und ohne offensichtliche Hinweise (so wie zum Beispiel diesen fürchterlichen österreichischen Gossenslang)… Wer würde es merken? Und woran?

Ich habe fertig!

January 30, 2009

Man muss das Wahre immer wiederholen, weil auch der Irrtum um uns herum immer wieder gepredigt wird, und zwar nicht von einzelnen, sondern von der Masse.

Mit diesem Wortlaut habe ich das berühmte Zitat von Goethe an allerlei Stellen im Netz gefunden.

Nur, irgendwann wird eben jeder – ja, selbst ich! – des Predigens müde. Ich habe jetzt tagelang gewartet, dass irgendjemand anders etwas zu der zurückgekehrten Idiotie sagt, Limited-Previews zu verfassen, bevor auch nur eine offizielle Spoilerliste des Sets vorliegt, oder dass irgendjemand anders darauf hinweist, dass die selben Leser, die einem Artikel (genau genommen sind es ja bereits zwei) als Bewertungen 9en oder 10en ‘reinschieben, weil er halt vom Charly ist und deswegen gut sein muss, dem selben Artikel, falls da ein Verfassername drüber gestanden hätte, den sie nicht kannten, 1en bis 3en gegeben hätten, weil er lediglich aus unausgegorenen Vermutungen und nichtssagenden Allgemeinplätzen besteht. Ich habe so oft über die Idiotie, unbedingt der Erste zu sein, der über ein neues Set schreibt, unabhängig davon, ob man bereits etwas Substanzielles dazu zu sagen weiß, sowie über die Angewohnheit der Community, Aussagen nach dem Ruf ihres Verfassers, und nicht etwa nach ihrem Gehalt zu beurteilen, Artikel verfasst und gebloggt, dass mich die Lust verlässt.

Gegen Windmühlenflügel kann man ja noch kämpfen – sind sie erst einmal zerstört, kommen sie auch nicht wieder – aber Unvernunft und Dummheit wachsen in der menschlichen Gesellschaft mit einer absolut erschreckenden Geschwindigkeit nach. Ich jedenfalls reiche das Schwert an denjenigen weiter, der es haben will, falls sich da jemand findet: Alles, was es zu diesem Unfug zu sagen gibt, habe ich bereits gesagt. Mag jemand anders den Kampf gegen die Unsitte, Aktualität über Qualität zu stellen, sowie gegen die Hörigkeit der Community gegenüber großen Namen wiederaufnehmen. Oder lasst es halt – dann kriegt Ihr eben solche Artikel, wie Ihr sie auch verdient!

Auch über Magic-Strategie habe ich – in demjenigen Rahmen, in dem ich dazu fähig war, denn im Gegensatz zu so manchem anderen bin ich tatsächlich nicht größenwahnsinnig – bereits viel geschrieben. Hier GIBT es zwar noch reichlich zu entdecken und zu formulieren, aber als kaum noch aktiver Spieler bin ich nicht mehr der Richtige dafür, dies zu tun. Zwar schreiben Autoren wie Trash, Bohny oder MiDi auf dem Planeten oder Phips und Charly im Universum hierzu durchaus immer mal wieder Lesenswertes, aber weder ihre Werke, noch die sich daran anschließenden Diskussionen werden ihrem Status als die zur Zeit wichtigsten deutschen Magic-Artikelschreiber gerecht. Sie müssen einfach zu wenig tun, um sich an die Spitze der deutschen (österreichischen, schweizerischen) Magic-Schreiberschaft zu setzen und das Wohlwollen des Publikums zu erlangen, und sie tun dementsprechend wenig. Kritik wird kaum laut, und wenn sie geäußert wird, kaum beachtet (das schließt Kritik von mir ausdrücklich aus, aber ich kritisiere eben zuletzt immer weniger).

Letztlich kriegt die Masse eben immer das, was sie verdient, seien es die Bild-Zeitung, das Dschungelcamp oder DJ Ötzi – oder eben Schnellschuss-Set-Previews zu Conflux und Draftwalkthroughs ohne jeglichen Mehrwert. Ihr wollt es eben doch!

Deswegen gebe ich Euch heute ausnahmsweise einmal das zu lesen, was Ihr lesen WOLLT (und nicht etwa, wie sonst, das was Ihr lesen SOLLTET), allerdings in deutlich verkürzter Form, denn ich werde hier ja nicht dafür bezahlt:

1. Ein Alara-Draftwalkthrough

Ich habe es wieder mit der “Force-Leftest”-Strategie versucht. Dabei drafte ich auf MTGO einfach immer diejenige Karte, welche der Computer mir in einem Booster als die Linkeste anzeigt. Probiert es ruhig einmal aus – mit nur ein wenig Übung habt Ihr den Dreh bestimmt schnell heraus!

Leider bin ich bisher mit dieser Strategie immer in der ersten Runde der Drafts ausgeschieden, mit der üblichen Mischung aus Flood und Screw und Topdecks beim Gegner, und… naja… außerdem konnte ich meine Sprüche nur selten ausspielen, aber daran lag es bestimmt nicht!

2. Alara Reborn, ein Preview

Es sind zwar noch keine Karten aus dem dritten Set dieses Blocks bekannt, aber auf Grund meiner langjährigen Erfahrung als Spieler kann ich Euch bereits folgendes dazu sagen:

Es wird wieder Karten aus allen fünf Farben geben, teilweise sogar mehrfarbige, denn Alara ist ja ein Multicolor-Block. Achtet also darauf, dass Ihr das richtige Mana für Eure Sprüche habt! Alara Reborn wird Manafixer besitzen. Die sind wichtig für Eure Decks.

Removal ist im Limited gut, und um so besser, je weniger es kostet und je mehr gegnerische Kreaturen Ihr damit abstellen könnt. Kreaturen sind gut, wenn sie groß sind oder Evasion-Abilities besitzen. Außerdem wird es einige Kreaturen geben, welche Fähigkeiten aufweisen, die man ohne Spielpraxis nicht gut einschätzen kann. Ich mag solche Kreaturen nicht, weil sie “situationsabhängig” sind und möchte Euch deswegen von ihnen abraten. Sollte sich dann später herausstellen, dass sie doch gut sind, dann wird mir schon eine Einschränkung einfallen, mit der ich diese Aussage relativieren kann, zum Beispiel, dass ich einen bestimmten “Archetyp” entdeckt habe, in dem sie gut sind. In jedem Fall haltet nach Rare-“Bomben” Ausschau: Das sind Karten, bei denen jeder sofort sieht, das sie gut sind. Die SIND dann auch wirklich gut, und wenn Ihr sie im Sealed öffnet, freut Euch, und wenn Ihr sie im Draft seht, nehmt sie so früh wie möglich, denn auch mit Alara Reborn entscheiden Bomben im Limited Spiele!

Ach so, zu den beiden obigen Kurzartikeln müsst Ihr noch wissen, dass ich über 10 Lifetime Pro Tour Points verfüge und ein Total Rating von über 1900 besitze! Deswegen habe ich offensichtlich Ahnung, und was ich schreibe, ist natürlich gut!

Das war’s dann erst mal.

Running Gag in Charly’s Draftwalkthroughs entdeckt!

December 11, 2008

Zuerst habe ich mich ja nur gewundert, aber unterdessen ist mir klar geworden, dass es sich wohl um einen absichtlichen Scherz handeln muss! Schaut Euch einmal die letzten drei Walkthroughs von Charly bei MU an:

Nummer 10

Nummer 11

Nummer 12

Fällt Euch etwas auf? Nein? Nun, dann schaut noch einmal hin – Charly tut so, als wenn er an der medizinisch bislang noch nicht bekannten Cloudheath-Drake-Blindheit leiden würde! In zahlreichen Situationen in allen diesen Walkthroughs übersieht er diese Karte einfach vollständig, so als sei sie ein weiteres Basic Land.

Da ich nicht an die Existenz dieser Krankheit glaube, und die Alternative – Charly müsste behaupten, dass der Drake 1. in keiner dieser Situationen der richtige Pick sei, dass er 2. auch nie in die engere Auswahl gekommen sei, und dass er 3. nicht einmal interessant genug sei um kommentiert zu werden – natürlich Humbug ist, liegt es auf der Hand: Er macht sich einen Spaß mit uns…

Okay, Charly, der Witz ist heraus – Du kannst den Cloudheath Drake jetzt wieder kommentieren und auch picken!

Ich kann es ja nicht fassen!

November 21, 2008

Handsome hat mich immer wieder dazu gedrängt, mich weiter mit Phips letztem (wohl nicht LETZTEM – dieses Missverständnis ist ja zur Zeit schick) Draftwalkthrough auseinander zu setzen. Dafür habe ich mir jetzt auch das Video dazu angetan. Oh mein Gott – hätte ich das bloß gelassen! Dieses Format (das Videoformat, nicht das Draftformat )ist ja ein dermaßener Dreck, so unglaublich scheiße – das hat ja meine Unterwartungen noch einmal weit unterboten!

Selbst in der Vergrößerung sind die Karten kaum zu erkennen, und Phips kommt auch nicht etwa auf die Idee, sie aufzuzählen oder in seiner Zusammenfassung aufzuschreiben! So habe ich mir in mühsamster Kleinarbeit mit einer halben Stunde Hin- und Zurückspielen, sowie ständigem Vergleich mit dem Artwork der Magic Cardsearch die möglichen Picks zusammen suchen müssen, die er uns verheimlicht hat! Ich will nie, nie, NIE wieder so einen dämlichen Videowalkthrough! Schreibt verdammt noch einmal einfach die Karten ordentlich auf und formuliert Eure Gedanken dazu schriftlich aus!

Phips startet nachvollziehbar mit Caldera Hellion und Branching Bolt. Dabei ist der Bolt über Oblivion Ring unter anderen Umständen nicht selbstverständlich – als fpfp zum Beispiel kann man zum farblich weniger festgelegten Ring greifen, auch wenn der Bolt Kartenvorteil verspricht (der Ring ist dafür besser gegen Spoiler). Nun ja, nach dem Hellion ist es aber natürlich der Bolt.

Dann kommt der dritte Pick, wo Phips dieses Mosstodon nimmt, über das ich mich schon gewundert hatte, aber ich nahm halt an, es sei sonst nichts im Booster drin gewesen. Er erwähnt Arcane Sanctum (was nach seinen ersten beiden Picks eigentlich totaler Murks ist) und den Rakeclaw Gargantuan, den ich gewiss über das Mosstodon genommen hätte, auch wenn er in einem etwaigen Jund-Deck außen vor bliebe – der Gargantuan tauscht wenigstens nicht mit irgendwelchen Goblin Deathraiders ab und ist einfach eine doppelt so gute Kreatur (was nur bedeutet, dass er schon mäßig ist mit seiner Toughness von 3 für 5 Mana, das Mosstodon aber einfach enttäuschend).

Dann aber erregt die Karte unten rechts meine Aufmerksamkeit. Ich versuche sie zu erraten. Müsste das nicht eine Rare sein? Sie sieht ein bisschen aus wie… aber nein… das kann doch nicht sein, denn Phips hätte doch gewiss einen Master of Etherium nicht unkommentiert gelassen?

Er hat tatsächlich! Da er bereits nach 2 Picks den totalen Tunnelblick entwickelt hat, ignoriert er ihn einfach komplett! Das ist nun genau das Gegenteil, was ich von einem Walkthrough erwarte, dass äußerst relevante Informationen unter den Tisch fallen – Megaslops an Autor und Videoformat!

Nun ist der Master natürlich kein sicherer Pick – wenn man nicht solide in Esper landet, kann man nichts mit ihm anfangen – aber hey, um diese Option anzutesten, muss Phips nur ein Rakeclaw Gargantuan aufgeben (ER gibt sogar nur ein Mosstodon auf)! Dieses Signal zu ignorieren, das geht gar nicht! Klar will man auch seinen Hellion nicht aufgeben, aber blind daran festhalten, wenn die Chance besteht, dass die Vorderleute einen mit Gewalt in Esper drängen, das ist… äh… kurzsichtig… blindes Festhalten ist kurzsichtig… egal, um schlechte Metaphern geht es hier nicht, nur um schlechtes Draften: Scheiß auf das Mosstodon, her mit dem Master und dann schauen, wie es weiter geht! (Eigentlich bedauerlich, dass der vorige Booster einen Bolt enthielt – hätte man den Ring im Pool, würde ein Umschwenken auf Esper erheblich weniger Bauchweh bereiten!)

Der nächste Booster bestätigt dann die Vermutung: Sanctum Gargoyle, Tidehollow Strix, Esper Charm UND Grixis Battlemage – wie offen muss Esper denn sein, damit ein Österreicher es mitbekommt? (Ja, das war Polemik, bzw. Österreichermik. Ignoriert sie, wenn es Euch nur um die harten Fakten geht.) Natürlich nimmt man hier die Gargoyle, so wie Phips es auch getan hat, aber aus anderen Gründen: Erstens ist sie schlicht die beste Karte für ein Esper-Deck, und zweitens hält sie einem die Option auf Naya mit Hellion und Bolt weiterhin offen, falls man doch noch von Esper abgeschnitten werden sollte (so unwahrscheinlich das nach diesem Booster auch ist).

Dann kommt ein irreführender Booster, denn natürlich ist der Naya Charm im Vakuum die beste Karte und passt zu Phips’ vorformulierten Draftplan. Aber schauen wir uns diesen Booster einmal genau an: Resounding Silence, Metallurgeon, Windwright Mage, Jhessian Lookout – naja, und Hindering Light – alles randvoll mit Esper! Wie kann man das übersehen?

Okay, ich weiß ja, dass ich mit meiner Wertschätzung des Windwright Mage (den ich hier nehmen würde) eher alleine da stehe, aber sowohl Silence als auch Metallurgeon sind ja wohl brauchbare Alternativen, die uns in denjenigen Farben halten, die uns unmissverständlich signalisiert worden sind! Hier fliegt Phips weiter auf Autopilot seinen Draft gegen die Wand.

Der nächste Booster ist dann generell leer. Die stärkste Karte ist wohl der Corpse Connoisseur, aber Resounding Wave passt etwas besser in Esper (wird zum Beispiel auf Sanctum Gargoyle gerne gespielt). Auch Dispeller’s capsule ist ein denkbarer Pick. Ich nehme hier mit Phips – wenn auch wieder aus völlig anderen Gründen – die Wave.

Auch der nächste Booster ist eher eine Enttäuschung. Phips greift sich für sein Naya-Deck den drittklassigen Cavern Thoctar, ich nehme den zweitklassigen Deft Duelist – obwohl eine gute Karte, nicht gerade mein Lieblingskind in Esper, aber ich will in diesen Farben natürlich nicht grundlos gute Karten weiter geben.

Dann ist da der Achte-Pick Bant Charm, über den Phips sich (zu Recht) wundert, und den er reflexartig greift, obwohl er ihn aus Naya hinaus führt – aber Naya ist ja, wie ihm unterdessen auch langsam klar zu werden scheint, nicht für ihn frei! (Außerdem ist da mal wieder ein halber Sarkhan Vol drin, lülülü…) Tja, für den fokussierten Esper-Drafter befinden sich da aber auch noch einige Goodies drin: Ein weiterer Windwright Mage – und ein Cloudheath Drake, den ich mir greife! (Auch der ist als achter Pick schon ein ziemliches Geschenk, und eigentlich noch unverständlicher als der Bant Charm, da er viel einfacher zu erfüllende Farbanforderungen besitzt.)

Ach ja, und danach tabled dann die Resounding Silence. Da greifen wir doch beide gerne zu!

Was kommt dann auf uns zu? Crucible of Fire, Mountain, Sunseed Nurturer, Sighted-Caste Sorcerer (den Phips nimmt)… Glaze Fiend (nettes Geschenk für ein Esper-Deck als 10. Pick, oder?)… und NOCH EIN Cloudheath Drake? Aber Phips wehrt sich ja mit Händen und Füßen dagegen, den Wink mit dem Zaunpfahl zu vertsehen und verschmäht auch diesen.

Dann greift sich Phips einen Waveskimmer Aven – kann man machen, da man als Esper-Drafter keine Bant-Geschenke verteilen will, aber man kann auch den Cancel nehmen, der prinzipiell maindeckfähig ist, in jedem Fall aber nützliches Sideboard darstellt. Natürlich nicht, wenn man Naya oder 5-Color-Naya oder wie immer man das, was Phips am Ende des Drafts in seinen Händen halten wird nennen soll, draftet, aber als Esper-Drafter schon.

Ab diesem Pick übrigens hätten meine unterschiedlichen Entscheidungen den Draftverlauf beeinflusst, so dass man natürlich nicht sagen kann “Mit diesem Deck hätte Phips am Ende dastehen können.” Allerdings kann man wohl davon ausgehen, dass wenn Phips das Esper-Geschenk im ersten Durchgang annimmt, er auch in den beiden Folgeboostern mehr Esper zu sehen bekommt! Ich kann jetzt nur von den Packs ausgehen, wie er sie gesehen hat und schauen, wie weit ich damit komme. Das sieht dann für den Rest des ersten Durchgangs so aus:

Call to Heel, Jhessian Lookout (zwei weitere maindeckbare Karten für Esper!), Soul’s Grace, Forest.

Ich denke, im ersten Durchgang hätte sich nicht viel Bedeutendes getan – insbesondere nicht zu unserem Nachteil – wenn wir auf Esper eingehen, deswegen der Vergleich der bis dahin angesammelten Karten:

Phips:

Caldera Hellion
Branching Bolt
Mosstodon
Sanctum Gargoyle
Naya Charm
Resounding Wave
Cavern Thoctar
Bant Charm
Resounding Silence
Sighted-Caste Sorcerer
Waveskimmer Aven
Call to Heel
Hindering Light
Soul’s Grace
Forest

Andi:

Caldera Hellion
Branching Bolt
Master of Etherium
Sanctum Gargoyle
Windwright Mage
Resounding Wave
Deft Duelist
Cloudheath Drake
Resounding Silence
Cloudheath Drake
Cancel
Call to Heel
Jhessian Lookout
Soul’s Grace
Forest

Phips hat mit dem Hellion den größeren Spoiler und mit dem Bolt und den beiden Charms viel gutes Removal, ist aber bereits in vier Farben (bislang noch ohne jedes Manafixing – dafür wird er später als Ausgleich für seine jetzt bereits vorhandene Qualität hohe Picks opfern müssen, so dass sich das ausgleicht) und wird, wie er selbst auch anmerkt, es schwer haben, noch gute Picks für seine Strategie zu bekommen, da er die Präferenzen seiner Nachbarn ignoriert hat.

Ich hingegen habe den Master, zwei bis drei gute Flieger mehr (ja, ich gehe eigentlich davon aus, dass der Mage bei mir fliegen wird), bin bislang zweienhalbfarbig und habe vor allem das Wichtigste: Die Perspektive, dass es aufwärts geht! Zwar opfere ich meine beiden ersten Picks, aber dafür kriege ich es von meinen Vorderleuten endlos reingebuttert. Um das zu demonstrieren, vergleiche man mal meine Picks zwischen 10 und 13 mit denen von Phips!

Von nun an fängt der Vergleich immer stärker an zu hinken, da die Booster sich natürlich bei unterschiedlichen Draftstrategien stark verändern. Man kann aber getrost davoan ausgehen, dass ich mit Picks aus den Boostern, die Phips vorgelegen haben, erheblich schlechter fahre, als mit den Boostern, die aus dem Umschwenken auf Esper resultiert wären! (Ach ja, und nachdem Phips den Master völlig ignoriert hat, traue ich ihm, ehrlich gesagt, auch zu dass er weitere wichtige Karten gar nicht erst aufgeführt hat!)

Ich picke im zweiten Durchgang:

Tower Gargoyle
Tidehollow Strix
Guardians of Akrasa
Deft Duelist
Executioner’s Capsule
Obelisk of Esper
Dawnray Archer

(Ab jetzt kann ich nur nehmen, was Phips genommen hat, da er Alternativen gar nicht mehr aufführt:)
Metallurgeon
Obelisk of Esper
Sigil Blessing
Mindlock Orb
Resounding Scream
Outrider of Jhess
Soul’s Might
Marble Chalice

Dann der dritte Durchgang (wieder führt Phips viel zu wenige Karten auf):

Puppet Conjurer
Courier’s Capsule
Sighted-Caste Sorcerer
Resounding Silence
Obelisk of Grixis
Obelisk of Jund
Grixis Panorama
Jungle Weaver
Esper Panorama

(ab hier gibt Phips wieder gar keine Alternativen an, so dass ich mit ihm mitpicken muss):
Obelisk of Grixis
Sighted-Caste Sorcerer
Filigree Sages
Undead Leotau
Cathartic Adept
Island

Das ergibt dann folgendes Deck:

6 Plains
6 Island
2 Swamp
Obelisk of Esper
Obelisk of Esper
Esper Panorama
Grixis Panorama
Jhessian Lookout
Deft Duelist
Deft Duelist
Metallurgeon
Tidehollow Strix
Puppet Conjurer
Sighted-Caste Sorcerer
Master of Etherium
Windwright Mage
Guardians of Akrasa
Dawnray Archer
Sanctum Gargoyle
Tower Gargoyle
Outrider of Jhess
Filigree Sages
Cloudheath Drake
Cloudheath Drake
Executioner’s Capsule
Call to Heel
Courier’s Capsule
Resounding Silence
Resounding Silence

relevantes Sideboard:

Cancel
Resounding Wave

Der Fokus des Decks ist ein wenig zwischen dem Artefakt-Thema und dem Exalted-Thema aufgesplittet, und ein paar Karten sind eher Füller, was aller Wahrscheinlichkeit nach nicht der Fall wäre, wenn ich einen echten Draftverlauf zur Verfügung gehabt hätte, anstatt die Reste von Phips Fünffarb-Experiment aufzuklauben, aber mal ganz ehrlich: Bereits dieses Deck gefällt mir eigentlich schon besser als der bunte, unsynergetische Haufen, den Phips zusammen gedraftet hat! Ich habe überhaupt keinen Zweifel daran, dass es ihm möglich gewesen wäre, ein exzellentes Esper-Deck zu draften, wenn er nicht so stur an seinem Firstpick festgehalten hätte.

Der Knackpunkt dieses Drafts war mit Sicherheit der dritte Pick, bei dem Phips mit freundlicher Unterstützung des Videoformats die Existenz des Master of Etherium im Booster einfach unter den Tisch hat fallen lassen. Welchen Wert so ein Walkthrough nun tatsächlich besitzt, wenn die wichtigste Entscheidung des Drafts nicht einmal angesprochen wird, sollte offensichtlich sein!